Archibald Ormsby-Gore und Christopher oder Was Sir John Betjeman und ich gemein haben

Christopher. Eigenes Foto.

Christopher, Bär Nummer 47 von insgesamt 250 Carnival Bears; geboren im Oktober 1992 in Pontypool (Wales).
Eigenes Foto.

Grundsätzlich schreibe ich die Einträge in meinem Blog selbst, nur einmal habe ich eine Ausnahme gemacht und meinem Teddybären Christopher die Gelegenheit gegeben, sich einmal selbst zu porträtieren. Wer dieses „literarische Selfie“ noch einmal lesen möchte, hier ist es.

Vor kurzem fand ich heraus, dass Sir John Betjeman (1906-1984), jener großartige Lyriker und Publizist, den ich vor kurzem in meinem Beitrag über das „Metroland“ erwähnte, sein Leben lang ebenfalls eine sehr starke Beziehung zu einem Teddybären hatte. Nicht nur Kindern, auch Erwachsenen können diese Kuschelgefährten sehr ans Herz wachsen.

Der Betjemansche Bär hatte den schönen Namen Archibald Ormsby-Gore und schon als Kind liebte er ihn abgöttisch. 1925 nahm er ihn mit nach Oxford, wo er am Magdalen College studierte (Betjeman, nicht Archibald) und wo sich beide nicht so sehr um das Studium, sondern mehr um das gesellschaftliche Leben in der Universitätsstadt kümmerten.

Betjeman war froh, Oxford wieder den Rücken kehren zu können und wohnte anschließend mit seiner Frau Penelope Chetwode und Archibald in Garrards Farmhouse in Uffington (Oxfordshire), dort wo das berühmte Weiße Pferd in den White Horse Hill geritzt ist. Der nächste Umzug ging in die Old Rectory nach Farnborough (Berkshire) und dann nach The Mead in Wantage (Oxfordshire). Keine Frage, dass Archibald Ormsby-Gore immer mit dabei war. Der treue Teddybär begleitete Sir John auch auf seinem späteren Lebensweg, der ihn nach London und schließlich nach Cornwall führte, wo sein Herr und Meister am 19. Mai 1984 in seinem Haus in Trebetherick  starb, in den Armen hielt er bis zu seinem letzten Atemzug seinen Bären Archibald und einen weiteren Plüschgefährten, den Elefanten Jumbo.

Sir John Betjeman wurde auf dem Kirchhof von St Enodoc’s in Trebetherick beigesetzt, Archibald und Jumbo findet man heute in einer Glasvitrine auf dem Londoner Bahnhof St Pancras International, dort, wo auch eine Statue Betjemans steht.

In der Zeit als Sir John und Archibald in Oxford weilten, inspirierte der Bär den Studienkollegen Evelyn Waugh, der in seinem 1945 erschienen Roman „Brideshead Revisited“ (dt. „Wiedersehen mit Brideshead“) einen Teddybär namens Aloysius auftreten lässt, der Lord Sebastian Flyte gehört. Auch in der Verfilmung des Romans spielt Aloysius eine Rolle; der dort zu sehende Bär wurde von dem Schauspieler Peter Bull zur Verfügung gestellt.

Sir John Betjeman schrieb ein kleines 32seitiges Kinderbuch mit dem Titel „Archie and the Strict Baptists„, und er widmete seinem Teddybären ein Gedicht, das er „Archibald“ nannte.

Published in: on 24. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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