Mein Buchtipp – Bob Sharpe: They Also Serve – The Real Life Story Of My Lifetime In Service As A Butler

Foto meines Exemplares.

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Durch die außerordentlich erfolgreiche Fernsehserie „Downton Abbey“ ist das Interesse an der Thematik „Upstairs Downstairs“ wieder gestiegen. Das Spannungsfeld zwischen „Denen da oben und denen da unten“ wird in Julian Fellowes‘ Filmen deutlich gemacht, was wiederum einige Verlage bewogen hat, Bücher darüber zu veröffentlichen. Den einen oder anderen Titel stellte ich in meinem Blog schon vor wie z.B. Rosina Harrisons „The Lady’s Maid„.

2013 erschienen die Memoiren eines Mannes, der von der Pike auf den Beruf des Butlers gelernt hat: „They Also Serve: The Real Life Story Of My Lifetime In Service As A Butler“ von Bob Sharpe (1902-1985). Er begann seine Laufbahn im Dienstleistungsgewerbe als Hall Boy in einem  „ugly , inconvenient Victorian house“ in Hertfordshire, also auf der alleruntersten Stufe, von seinen Dienerkollegen kaum wahrgenommen. Jahrelang bestand seine Haupttätigkeit darin, Schuhe zu putzen, Nachttöpfe zu entleeren und Feuerholz ins Haus zu bringen. Nach langer Zeit wurde er zum Footman befördert und musste unter einem strengen Butler arbeiten, der eine Vorliebe für Gin hatte.

Bob Sharpe verließ 1930 das Herrenhaus und suchte sich eine Stelle in London, wo seine Dienstherrin eine alte exzentrische Dame war und von allen The Dowager genannt wurde. Hier wurde er erstmals mit Sex unter den Dienstboten konfrontiert. Der Senior Footman George nahm sich nach und nach alle Dienstmädchen vor, die ihm gern zu Willen waren, denn da sie keine männlichen Freunde haben durften, mussten sie mit ihren sexuellen Wünschen ja irgendwo abbleiben.

Bobs nächste Stelle war im Süden Londons bei einem weiteren Exzentriker, Mr. Hall, wo er erstmals die Aufgaben eines Butlers wahrnahm. Den jungen Mann irritierte die Gewohnheit seines Arbeitgebers, nackt im Garten zu sitzen und sich fünfmal am Tag komplett umzuziehen.

Die nächste Anstellung war wieder auf dem Land, wieder in Hertfordshire, bei einem Mann, der mit Vorliebe mit seinem Auto über Landstraßen fuhr und dabei Fasane und Rotwild erlegte, indem er die Tiere einfach überfuhr.

In den 1950er Jahren ging er nach London zurück und stand in den Diensten eines reichen Amerikaners, der ihn sehr gut bezahlte und wie einen Freund behandelte, was Bob Sharpe immer wieder irritierte, denn er war Zeit seines Lebens daran gewöhnt, dass zwischen Dienerschaft und Herrschaft eine riesige Kluft bestand.

1985 starb der Mann, der ein manchmal interessantes, phasenweise langweiliges Leben geführt hat, in dem er miterlebte, wie sich die Zeiten des Upstairs Downstairs gravierend veränderten.

Bob Sharpe: They Also Serve: The Real Life Story Of My Lifetime In Service As A Butler. Coronet Books 2013. 246 Seiten. ISBN 978-1-444-73592-5

Published in: on 5. April 2015 at 02:00  Comments (1)  

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  1. Kommt auf meine Liste, danke für den Tipp!


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