Die Autobahn M4 – Einige Anmerkungen

Die M4 bei Hungerford.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die M4 bei Hungerford.
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Wenn ich in England unterwegs bin, versuche ich die (gut ausgebauten!) Autobahnen möglichst zu vermeiden, da sie doch ziemlich langweilig sind. Man fährt an vielen reizvollen Landschaften und Städten vorbei, ohne davon etwas mitzubekommen. Besser sind da die manchmal parallel verlaufenden A-Straßen wie z.B. die A 25, die südlich der M25 in Kent und Surrey entlang führt und die A4, die früher die Hauptlast des Verkehrs trug, bevor die M4 gebaut wurde, die  London mit Süd-Wales verbindet. Nach der Fertigstellung der Autobahn nahm der Verkehr auf der A4 natürlich deutlich ab, zur Freude der Anwohner in den Städten Maidenhead, Reading, Newbury und Hungerford, aber zum Leid der dortigen Geschäftsleute.

Die Pläne für den Bau der M4 entstanden bereits in den 1950er Jahren, die Arbeiten daran zogen sich die ganzen 1960er Jahre hin, bis schließlich das letzte Teilstück zwischen Maidenhead und Swindon am 22. Dezember 1971 eröffnet und für den Verkehr frei gegeben wurde. Der Bischof von Oxford segnete in einer Zeremonie die Straße, von der Politik war Michael Heseltine anwesend, damals Staatssekretär im Verkehrsministerium. Eigentlich sollte Mr. Heseltine die frisch eröffnete Strecke mit seinem Dienst-Jaguar zurücklegen, aber das Auto sprang nicht an und so musste er zwangsweise auf einen Bus umsteigen, der die Gäste der Zeremonie beförderte.

Ein Problem bestand in der ersten Zeit: Es gab keine Rast- und Tankanlagen an der M4, was dazu führte, dass so mancher Autofahrer mit leerem Tank liegenblieb. Heute gibt es eine Fülle von „service stations“, die von den Firmen Moto, Welcome Break und Roadchef unterhalten werden.

Das Segnen der Autobahn durch den Bischof aus Oxford hat leider schwere Unfälle nicht vermeiden können, die sich seit Bestehen der Strecke ereignet haben:

– Bei Maidenhead starben im Juni 1986 13 Menschen, als ein Transporter, in dem Rock-Fans saßen, die vom Glastonbury Festival nach Hause fuhren, in den Gegenverkehr schleuderte und dort mit drei Fahrzeugen kollidierte.

– Am 13. März 1991 kam es bei Hungerford in dichtem Nebel zu einem weiteren schweren Verkehrsunfall, bei dem zehn Menschen ums Leben kamen und bei dem 51 Fahrzeuge ineinanderfuhren.

– Vier Jahre später, am 23. Mai 1995, verunglückte ein Bus in der Nähe der Severn Bridge, in dem Kriegsveteranen der Royal British Legion saßen; auch hierbei verloren zehn Menschen das Leben.

– Der berühmte Schlagzeuger Cozy Powell starb am 5. April 1998 auf der Autobahn in der Nähe von Bristol, als er bei schlechten Sichtverhältnissen, überhöhter Geschwindigkeit, Alkohol im Blut und telefonierend die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.

– Ähnliches wiederfuhr am 21. Juli 2002 einem anderen Mann aus der Musikbranche, Gus Dudgeon, der maßgeblich an der Karriere von Elton John beteiligt war. Auch er war betrunken und viel zu schnell auf der M4 zwischen Reading und Maidenhead unterwegs, als er von der Fahrbahn abkam und sich mit seinem Jaguar überschlug. Dudgeon und seine Ehefrau Sheila waren sofort tot.

Warnung vor Nebel auf der M4 in South Gloucestershire.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Warnung vor Nebel auf der M4 in South Gloucestershire.
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Published in: on 10. April 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

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