Bettison’s Folly in Hornsea an der Ostküste von Yorkshire

   © Copyright David Wright and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Wright and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es war einmal ein gewisser William Bettison, ein wohlhabender Geschäftsmann, der in Hull arbeitete und der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hornsea an der Ostküste von Yorkshire lebte. Wenn er abends von der Arbeit nach Hause kam, war er immer sehr hungrig und ungehalten, wenn sein Küchenpersonal das Abendessen nicht rechtzeitig auf den Tisch brachte. Da hatte er an einem Tag des Jahres 1844 eine geniale Idee: Er ließ am Willows Drive, wo er damals wohnte, einen rund 18 Meter hohen Turm bauen, auf dem jeweils einer seiner Bediensteten nachmittags nach Mr. Bettisons Kutsche Ausschau halten musste. Sobald der Diener seinen Herren am Horizont erspäht hatte, informierte er die Küche, die daraufhin mit Hochdruck das Essen zubereitete und kaum war die Kutsche samt Passagier vorgefahren, stand auch schon das Abendessen auf dem Tisch. Kein Warten mehr, kein knurrender Magen, kein ungehaltener hungriger Hausherr…und das alles war dem Turm zu verdanken, der bald darauf den Namen Bettison’s Folly erhielt. Übrigens soll der knauserige Mr. Bettison den Bauunternehmer, der den Turm hochgezogen hatte, nie bezahlt haben.

Der zinnenbewehrte Turm steht noch heute am Willows Drive; die Besitzer wechselten häufig. In den letzten Jahren drängte man den Hornsea Town Council, das Bauwerk zu übernehmen, damit es nicht verfiel, doch der lehnte aus Kostengründen ab. So war man in der Stadt erleichtert, als 2011 zwei Geschäftsleute aus Hornsea Bettison’s Folly für den symbolischen Kaufpreis für £1 übernahmen. Die beiden Männer kümmern sich um den unter Denkmalschutz stehenden Turm, und an ganz wenigen Tagen ist er auch für die Öffentlickeit zugänglich.

Hier ist ein Film über Hornsea, in dem auch das Folly zu sehen ist.

Published in: on 31. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags: ,

Fantasievolle englische Pflanzennamen

A-kiss-behind-the-garde-gate oder  Author: Tigerente. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

John-go-to-bed-at-noon oder Goat’s Beard
Author: Tigerente.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Kürzlich stieß ich auf Namen von Pflanzen, die mir so gut gefallen haben, dass ich sie in meinem Blog wiedergeben möchte. Einige sind nicht mehr gebräuchlich, einige werden regional verwendet. Egal, wer sie sich ausgedacht hat, der hatte Humor oder war fantasiebegabt. Hier sind ein paar Beispiele:

– Der Wald-Geißbart heißt im Englischen Goat’s Beard; eine andere Bezeichnung für die zu den Rosengewächsen zählende Pflanzen lautet: John-go-to-bed-at noon.

Pansy ist der englische Name für das Stiefmütterchen; noch schöner ist „A-kiss-behind-the-garden-gate„.

– Für das englische Pendant des Wilden Stiefmütterchens gibt es gleich mehrere schöne Versionen: „Jack-at-the-garden-gate„, „Jack-jump-up-and-kiss-me“ oder „Come-and-cuddle-me„.

– Der giftige Eisenhut entspricht dem „Monk’s Hood„; sehr fantasievoll ist auch die Alternativbezeichnung „Nathan-driving-his-chariot„.

– Besonders gelungen finde ich den alternativen Namen für die Schaumkresse, englisch „Rock Cress„, nämlich „Haste-to-the-wedding„.

– Für die Mäusegerste, englisch „Wall Barley„, hat sich irgendwann einmal jemand den Namen „Jack-go-up-your-arm“ ausgedacht.

– Der zu den Hahnenfußgewächsen zählende Winterling, den man im Vereinigten Königreich „Winter Aconite“ nennt, hat auch den Namen „New Year’s Gift„.

A-kiss-behind-the-garden-gate oder Pansy. Author: Fir0002. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

A-kiss-behind-the-garden-gate oder Pansy.
Author: Fir0002.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

New Year's Gift oder  Fotograf: gaucho. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

New Year’s Gift oder Winter Aconite.
Fotograf: gaucho.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

 

Published in: on 30. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Spieglein, Spieglein an der Wand: Welches ist das schönste Dorf im ganzen Land? Vielleicht Finchingfield in Essex?

   © Copyright nick macneill and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright nick macneill and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Castle Combe gilt als eines der schönsten Dörfer in England. Kaum ein Kalender mit englischen Motiven, der nicht ein Foto des hübschen Dorfes in Wiltshire beinhaltet.
Ein ganz großer Konkurrent dürfte Finchingfield in der Grafschaft Essex sein, das zu den am häufigsten fotografierten Orten im Land gehört. Das etwa 1500 Einwohner beherbergende Dorf liegt an der B1053 auf halbem Wege zwischen dem Stansted Airport und Sudbury. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: Ein Village Green mit Dorfteich und Enten darauf, reetgedeckte Cottages, eine sehr gut erhaltene Windmühle, drei Pubs, von denen der eine malerisch am Green liegt, The Fox Inn, daneben ein Antiquitätengeschäft und Bosworth’s Tearooms. Der Red Lion Inn ist ein Stückchen weiter am Church Hill zu finden, noch ein paar Meter weiter der Three Tuns Inn. Es gibt einen Dorfladen mit angeschlossenem Postamt und eine sehr schöne Kirche, St John the Baptist. Lediglich das Bestattungsunternehmen G.W. Hardy & Son, direkt am Green, stört vielleicht die Idylle etwas.

Besonders hübsch finde ich die Häuser am Duck End wie z.B. das Harvest Cottage und The Round House, das als Vorbild für das Honeypot Cottage der Firma Lilliput Lane diente.

Dass solch ein Bilderbuchdorf dem Radar der Location Scouts der Filmproduktionsfirmen entgeht, ist äußerst unwahrscheinlich und so drehte man hier z.B. die TV-Serie „Chickens“ (hier ein Blick hinter die Kulissen), die im Jahr 2013 vom Sender Sky 1 ausgestrahlt wurde.

Die berühmteste Einwohnerin von Finchingfield dürfte wohl die Romanschriftstellerin Dodie Smith (1896-1990) gewesen sein, die mit ihrem Buch „The Hundred and One Dalmatians“ (dt. „Hundertundein Dalmatiner“) aus dem Jahr 1956 in der ganzen Welt berühmt wurde, vor allem nach der Walt Disney-Verfilmung. Das Haus, in dem sie wohnte, ist heute mit einer blauen Erinnerungsplakette versehen.

Hier ist ein Film über das Bilderbuchdorf.

The Round House = Honeypot Cottage.    © Copyright Robert Edwards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Round House = Honeypot Cottage.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robert Edwards and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Windmühle von Finchingfield.    © Copyright Bikeboy and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Windmühle von Finchingfield.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bikeboy and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Fox Inn.    © Copyright Richard Green and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Fox Inn.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Green and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 29. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Oubliettes – Die grausamen Kerker in englischen Burgen

Der Caesar's Tower des Warwick Castles.    © Copyright David Stowell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Caesar’s Tower des Warwick Castles.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Stowell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Man war auch schon im Mittelalter sehr erfindungsreich, wie man Menschen quälen konnte. In vielen Burgen hatte man Kerker eingerichtet, mit gruseligen Folterinstrumenten, deren Anwendung man sich lieber nicht vorstellen möchte.

Eine besonders brutale Einrichtung waren die Oubliettes. Der Name klingt zwar schön, aber darin steckt das Wort „oublier“, französisch für „vergessen“, und das lässt Böses ahnen. Dabei handelt es sich um einen schmalen tiefen Schacht, der oben mit einem Gitter verschlossen war.
Jetzt gab es zwei Methoden wie diese Oubliettes benutzt wurden: Die „humane“ und die inhumane. Bei der „humanen“ Methode wurde der Gefangene an einem Seil in das Gefängnis hinuntergelassen, bei der inhumanen wurde er einfach hinuntergestoßen, was in den meisten Fällen schwere Knochenbrüche nach sich zog.
Wenn der Gefangene Glück hatte, war die Oubliette so ausgestattet, dass er ein wenig Platz hatte und sich zum Schlafen ausstrecken konnte; geriet er besonders bösen Menschen in die Hände, dann war der Schacht so schmal, dass er darin weder sitzen noch liegen konnte. Bei den ein wenig freundlicher gestimmten Gefangenenwärtern erhielt er hin und wieder etwas zu essen und zu trinken; die brutalen Zeitgenossen hielten sich eng an die Bedeutung des Wortes „Oubliette“ und vergaßen ihn einfach, bis er irgendwann verhungert und verdurstet war.

In einigen alten Burgen sind diese grausamen Verliese noch erhalten geblieben. Zum Beispiel im Caesar’s Tower im Warwick Castle.
Wenn es um Grausamkeiten ging, waren die früheren Besitzer des Chillingham Castles in Northumberland immer ganz vorn dabei. Die griffen zu der inhumanen Methode und warfen ihre Gefangenen in die Oubliette und gaben ihnen nichts zu essen. Es heißt, dass einige der verzweifelten Menschen Kannibalismus an den Tag legten und Teile ihrer Mithäftlinge verspeisten, um ihr eigenes Leben etwas zu verlängern. Dass es in den Kerkern des Chillingham Castles spukt, versteht sich von selbst.

In den Galleries of Justice in Nottingham, gibt es auch eine Oubliette zu besichtigen, die hier in einem Film gezeigt wird. Das Gebäude diente früher einmal als Gericht und Gefängnis und wird heute von den „Fright Nights“-Geisterjägern als „the most haunted building in the UK“ bezeichnet.

Chillingham Castle in Northumberland.    © Copyright Derek Voller and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chillingham Castle in Northumberland.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Voller and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Galleries of Justice in Nottingham.    © Copyright Roger Templeman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Galleries of Justice in Nottingham.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Templeman and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 28. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Mein Buchtipp – Martin Müller: London: Lizenz zur Weltstadt

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Ich bin schon mehrfach angesprochen worden, warum ich nicht häufiger Bücher über England in deutscher Sprache vorstellen würde. Ja, das tue ich gern, wenn es denn welche gäbe. Abgesehen von Reiseführern und historischen Darstellungen erscheint auf dem deutschen Buchmarkt recht wenig, das in mein „Beuteschema“ passt, d.h. Bücher, die sich in irgendeiner Weise mit interessanten Aspekten des englischen Lebens beschäftigen und die sich auch zum Kaufen lohnen.

In der ausgesprochen empfehlenswerten Reihe „Lesereise“ des Wiener Picus-Verlages erschien in diesem Jahr ein London-Band von Martin Müller mit dem Untertitel „Lizenz zur Weltstadt„. Müller ist Journalist und Fotograf und hat schon mehrere Reisebücher und Zeitschriftenartikel verfasst. Regelmäßig zieht es ihn auch nach London, wo er dann in einem viktorianischen Cottage wohnt.

Müllers London-Band hat mir sehr gut gefallen. Darin kommt der Wandel, den die britische Hauptstadt in den letzten Jahren erfahren hat, gut zum Ausdruck. Hier sind einige Themen, die er in der „Lesereise“ abhandelt:

– Fahrradfahren ist in London in Mode gekommen
– Eine Kajaktour von Westminister zur Tower Bridge
– Der Stadtteil Newham nach den Olympischen Spielen
– „Docklands Reloaded“
– Hampstead Heath

Um sich Anregungen für einen London-Besuch zu holen, ist dieses schmale Bändchen hervorragend geeignet. Es ergänzt einen der Standard-Reiseführer (z.B. den Lonely Planet) ideal und macht einfach Lust auf eine Reise an die Themsestadt.

Martin Müller: London – Lizenz zur Weltstadt. Picus-Verlag 2010. 130 S. ISBN 978-3-71171055-0

Published in: on 27. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Gravetye Manor Hotel bei West Hoathly in West Sussex

   © Copyright Nigel Freeman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nigel Freeman and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Auffahrt durch die Wälder von West Sussex bis zum Gravetye Manor Hotel zog sich über eine Meile hin, bis mein Auto schließlich auf knirschendem Kiesboden vor dem Hoteleingang zum Stehen kam. Sehr einsam und ruhig gelegen ist dieses elisabethanische Manor House, das im Jahr 1598 gebaut wurde. Es gehört zu den prestigeträchtigen Relais & Château Hotels und liegt nicht weit von East Grinstead entfernt.

Gravetye Manor ist berühmt für seine Gärten, die William Robinson, einer der größten Gärtner aller Zeiten, hier anlegte. Robinson kaufte das Haus 1884 und bewohnte es bis zu seinem Tod im Jahr 1935.

Danach verwilderten die Gärten und erst 1958, als Peter Herbert aus dem Haus eines der ersten Country House Hotels machte, wurden auch die Gärten wieder hergerichtet.

Das Gravetye Manor Hotel gehört sicher zu den besten, die England zu bieten hat; mehrere Male wurde es ausgezeichnet, z.B. im vorigen Jahr als Best Countryside Hotel von Condé Nast, und der britische Automobilclub AA rief es für den Zeitraum 2013/14 zum englischen Hotel of the Year aus. Es gehört auch zu den Pride of Britain Hotels, mit denen ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

In der Küche steht seit 2014 George Blogg, der vom TerraVina Hotel im New Forest nach West Sussex gekommen ist und der u.a. im Le Champignon Sauvage in Cheltenham, bei Raymond Blanc in dessen Le Manoir aux Quat’Saisons und im besten Restaurant der Welt, im Norma in Kopenhagen, gearbeitet hat.

Es gibt in diesem kleinen, aber sehr feinen Hotel nur 17 Zimmer und Suiten. Es ist allerdings recht teuer, hier zu nächtigen. Die Preise beginnen für ein Standard-Doppelzimmer bei etwa 350 Euro im Winter und 450 Euro im Sommer und enden bei der größten Suite, der Gravetye Suite, bei rund 1070 Euro im Winter und 1340 Euro im Sommer.

Wer sich einmal etwas ganz Außergewöhnliches gönnen möchte, dem kann ich dieses wunderschöne Country House  Hotel nur empfehlen. Unsere Suite war sehr schön, das gemütliche Restaurant gefiel uns ausnehmend gut und wir genossen unseren Nachmittagstee im Garten. Der Service im Haus war ohne Fehl und Tadel.

Hier ist ein Film über die Gärten des Gravetye Manor Hotels und hier einige weitere Impressionen über das Haus.

Gravetye Manor
Vowels Lane
West Hoathly
West Sussex RH19 4LJ

Unsere Suite im Gravetye Manor. Eigenes Foto.

Unsere weitläufige Suite im Gravetye Manor.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Mein Hausprospekt.

Mein Hausprospekt.

 

Published in: on 26. Mai 2015 at 02:00  Comments (4)  
Tags:

Die Beatles, ihr Film „Help“ und The Antrobus Arms in Amesbury (Wiltshire)

The Antrobus Arms Hotel in der Church Street von Amesbury.    © Copyright Maigheach-gheal and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Antrobus Arms Hotel in der Church Street von Amesbury.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Maigheach-gheal and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In der Church Street Nummer 15 in der Kleinstadt Amesbury (Wiltshire) liegt das Hotel The Antrobus Arms, das einmal drei Tage lang  im Scheinwerferlicht der Medien stand und es zehrt noch heute ein ganz klein wenig von diesem Ruhm, der mehrere Jahrzehnte zurückliegt. Es begann am 2. Mai 1965 um exakt 23.20 Uhr, als die Beatles im Hotel eincheckten und endete am Nachmittag des 6. Mai, als die Fab Four Amesbury wieder verließen. Sie kamen hierher, weil es die Dreharbeiten für ihren Film „Help!“ erforderten, der in Deutschland in den Kinos als „Hi-Hi-Hilfe!“ lief.

Regisseur Richard Lester drehte einige Szenen auf der Salisbury Plain, an deren Rand Amesbury liegt. Jeden Morgen wurden die Vier vom Hotel in das militärische Übungsgelände kutschiert, wo sie in einer Region, die Knighton Down heißt und zum Garnisonsort Larkhill gehört, zwischen explodierenden und brennenden Panzern hin und her rennen mussten. Es war ein unglaublich alberner Film (hier ist der Trailer), in dem es um einen Ring geht, den Ringo Starr trägt und den ihm fanatische Priester eines Ordens abjagen wollen. Ein paar Songs gaben die Beatles darin natürlich auch zum Besten. Nun, die Fans liebten „Help!“, aber die Beatles hätten damals alles machen können, ihre riesige Fangemeinde hätte alles toll gefunden.

Amesbury und The Antrobus Arms befanden sich in jenen Tagen im Mai 1965 in einem Belagerungszustand; erst als die Beatles den Ort verließen, kehrte langsam wieder Ruhe ein.
In Erinnerung an den Kurzbesuch der Fab Four hat man im Hotel eine Beatles Suite eingerichtet, deren Wände mit Fotos, Zeitungsausschnitten usw. von John, George, Paul und Ringo zugepflastert sind. Ein Wallfahrtsort für alle, die noch immer von den Boys aus Liverpool begeistert sind. Hier ist ein Film über die Suite.

Amesbury, über dessen „Ancestor“ ich in meinem Blog einmal berichtete, ist nur 2-3 Kilometer von Stonehenge entfernt und profitiert von den Touristenscharen, die sich tagein, tagaus über dieses steinerne Monument ergießen.

22 Jahre später zogen noch einmal Kamerateams in das Hotel ein, als einige Szenen für den Film „Nemesis“ (dt. „Das Schicksal in Person“) der „Miss Marple„-Serie mit Joan Hickson in der Hauptrolle hier gedreht wurden.

Hier in Knighton Down drehten die Beatles ihren Film "Help!".    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Knighton Down drehten die Beatles ihren Film „Help!“.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Starkoch Raymond Blanc und eine alte Eiche aus dem Park des Blenheim Palace

 

Raymond Blancs Reich - Le Manoir aux Quat'Saisons. Eigenes Foto.

Raymond Blancs Reich – Le Manoir aux Quat’Saisons.
Eigenes Foto.

Über meinen Besuch im Le Manoir Aux Quat’Saison in Great Milton (Oxfordshire), einem der besten Hotels und Restaurants Englands, berichtete ich in meinem Blog schon einmal. Der dortige Chefkoch Raymond Blanc gehört seit vielen Jahren zur Crème de la Crème der britischen Restaurantszene und kann sich derzeit zweier Michelin-Sterne brüsten.

Im Jahre 2011 kreierte Blanc ein Gericht, das er nur einige Monate auf seiner Karte anbieten konnte und das es in dieser Form nicht wieder geben wird: „Slow-cooked farmed Scottish salmon, cucumber, Wasabi dressing, pickled mouli„. Gut, das klingt jetzt nicht so außergewöhnlich; das Besondere an diesem Gericht war, dass der Lachs auf spezielle Weise geräuchert wurde, nämlich über einem Feuer, das Blanc aus Sägemehl und Sägespänen einer 222 Jahre alten Eiche entfachte, die auf dem Anwesen des Blenheim Palastes gewachsen war und gefällt wurde.

Wie kam es dazu? Die Sylva Foundation („Working to revive Britain’s wood culture“) startete im Januar 2010 das OneOak Project, um zu zeigen, was man alles aus einem einzigen Baum herstellen kann. Dazu wurde diese alte Eiche gefällt, die der Duke of Marlborough zur Verfügung gestellt hatte. In diesem Film ist der Vorgang festgehalten. Den Baum brachte man anschließend in das Sägewerk Deep in Wood in Besselsleigh (Oxfordshire), wo er fachmännisch zerlegt wurde. Über die  rund 5 Kubikmeter Holz machten sich jetzt Handwerker und Künstler her und produzierten daraus 40 verschiedene Gegenstände, darunter:
– Ein Schiffsbalken für das neu erbaute Schiff „The Hereford Bull“
– Eine Gartenbank
– Ein lebensgroßer Hirsch
– Eine Relief-Schnitzerei der Blenheim-Eiche
– Sitzmöbel für eine Grundschule

…und natürlich blieben auch Feuerholz, Sägespäne und Sägemehl übrig, deren Rauch dem Blancschen Lachs sein ganz besonderes Aroma gaben.

Das OneOak Project der Sylva Foundation hatte sein Ziel erreicht, nämlich vor allem Kindern klar zu machen, was ein einzelner Baum alles bewirken kann und was das Holz der Wälder für die lokale und regionale Wirtschaft bedeutet.

Eine Eiche im Park von Blenheim.    © Copyright David Hawgood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Eiche im Park von Blenheim.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hawgood and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Shelley Monument in der Priory Church in Christchurch (Dorset)

Author: Poliphilo. This work is in the public domain.

Author: Poliphilo.
This work is in the public domain.

Auf meinen Reisen durch England bin ich immer wieder dem Dichter Percy Bysshe Shelley begegnet (in übertragenem Sinne natürlich) und ich habe darüber berichtet, z.B. in Marlow und in Lechlade. Auch in der Priory Church in Christchurch (Dorset) traf ich auf ein Monument, das den Dichter und seine Frau Mary Wollstonecraft Shelley zeigt.

Shelley starb kurz vor Erreichen seines 30. Lebensjahres, als er mit seinem Segelboot vor der Küste von La Spezia in Italien in einen schweren Sturm geriet. Das Boot sank und Shelley ertrank. Seine Asche wurde auf dem Protestantischen Friedhof von Rom beigesetzt, wo schon sein Zeitgenosse John Keats lag. Shelley Herz jedoch blieb nicht in Italien, sondern wurde auf dem Kirchhof von St Peter’s in Bournemouth (Dorset) in der Familiengruft der Shelleys aufbewahrt.

1854 gab Shelleys Sohn Percy ein Monument in Auftrag, das eigentlich auch in Bournemouth in der St Peter’s Church aufgestellt werden sollte, aber dort wollte man es nicht haben, angeblich war es für die Kirche zu groß. So kam das Shelley Monument dann in Christchurch in der großartigen Priory Church unter, die ich im letzten September besichtigte.

Der Bildhauer Henry Weekes aus Canterbury schuf das Denkmal, das in ziemlich melodramatischer Weise in Form einer Pieta den toten Dichter der Romantik in den Armen seiner Frau Mary zeigt. Die Inschrift gibt Auskunft darüber, wo die sterblichen Überreste von Percy und Mary zu finden sind.

Ein weiteres Shelley Monument findet man in Oxford, im University College, das dort 1893 aufgestellt wurde und das den toten nackten Dichter dahingestreckt auf einem Sockel darstellt. Der Schöpfer des Denkmals war der Bildhauer Edward Onslow Ford.

Die Priory Church in Christchurch (Dorset). Eigenes Foto.

Die Priory Church in Christchurch (Dorset).
Eigenes Foto.

Das Familiengrab der Shelleys auf dem Kirchhof von St Peter's in Bournemouth.    © Copyright Mike Searle and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Familiengrab der Shelleys auf dem Kirchhof von St Peter’s in Bournemouth.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Searle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Shelley Monument im University College in Oxford. Author: Godot13. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Shelley Monument im University College in Oxford.
Author: Godot13.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

Meine Lieblings-Pubs: The Fleece Inn in Bretforton (Worcestershire)

   © Copyright Trevor Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Trevor Harris and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Fleece Inn“ liegt nicht weit von Evesham entfernt in dem kleinen Dorf Bretforton  im Nordwesten der Cotswolds in Worcestershire.  Der Pub wurde um das Jahr 1400 gegründet und seit Jahrhunderten von der Familie Byrd geführt. Er gehört seit 1977 dem National Trust.

Ich bin zweimal dort gewesen und es ist wirklich ein uriger Pub mit verwinkelten Gängen und Gaststuben. Die Auswahl an Real Ales ist beachtlich. Man kann dort auch in einem Zimmer, das im ältesten Teil des Gebäudes liegt, übernachten (möglicherweise in Begleitung des „house ghosts“). Der Preis liegt um die £100 inklusive Frühstück.

Mittags und Abends kann es Probleme geben, einen Parkplatz auf dem kleinen Green zwischen Pub und Kirche zu finden, denn der Fleece Inn ist sehr beliebt. Geöffnet hat er täglich von 10 Uhr bis 23 Uhr.

Im Mai ist die Spezialität des Hauses Spargel, der im Vale of Evesham angebaut wird. Am 24. Mai findet wieder eine große Spargelauktion vor dem Pub statt, von der die örtliche Bretforton Silver Band profitieren wird. Ein lokaler Eiscremehersteller namens Spot Loggins produziert übrigens während der Saison Spargeleis.

Lola Taplin wohnte 83 Jahre lang im Fleece und es heißt, dass sie immer noch, jetzt in Form einer Eule, gegenüber vom Pub auf dem Dach einer Scheune zu sehen ist.

   © Copyright Carol Walker and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Carol Walker and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Jonathan Billinger and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jonathan Billinger and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 22. Mai 2015 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Musikvideo – Blondie: Island of Lost Souls

Die Ruinen in den Abbey Gradens von Tresco.    © Copyright Andrew Abbott and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.n

Die Ruinen in den Abbey Gardens von Tresco.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Abbott and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.n

Sieht man sich das Musikvideo „Island of Lost Souls“ der US-Band Blondie, mit Sängerin Debbie Harry, an, so würde man meinen, dass es irgendwo auf einer karibischen Insel gedreht wurde; dafür sprechen die vielen Palmen, die zu sehen sind.
Tatsächlich wurde es aber auf den Scilly-Inseln gedreht, jener Inselgruppe, die Cornwall vorgelagert ist und den westlichsten Teil Englands bildet. Um es genauer zu sagen, Debbie Harry und ihre Mannen mussten sich auf die Insel Tresco begeben, um das Video aufzunehmen. Der Song erschien 1982 auf dem sechsten Studioalbum der Band „The Hunter„. In den britischen Charts kam der Song bis auf Platz 11, in Deutschland nur bis auf Platz 66.

Augustus John Smith, der Gouverneur der Inselgruppe, ließ die subtropischen Tresco Abbey Gardens Mitte des 19. Jahrhunderts anlegen, in deren Mitte die Ruinen einer Benediktinerabtei stehen. Da das Klima auf den Scilly-Inseln ganzjährig recht mild ist und die Gärten von hohen Hecken und Mauern umgeben sind, wurden hier viele exotische Pflanzen, darunter die im Video zu sehenden Palmen, heimisch.
Wer sich nicht so für Pflanzen interessiert, kann stattdessen das Valhalla Museum aufsuchen, das sich auch auf dem Areal befindet. Dort sind 30 Galionsfiguren ausgestellt, von Schiffen, die vor den Scilly-Inseln gekentert sind. Die Abbey Gardens sind täglich von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Hier ist Blondies Video „Island of Lost Souls“ zu sehen.

Siehe auch meinen Blogartikel über Radio Scilly, die kleinste Radioststion der Welt.

Karibisches Flair auf den Scilly-Inseln.    © Copyright Andrew Abbott and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Karibisches Flair auf den Scilly-Inseln.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Abbott and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 21. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Amberley Castle Hotel bei Arundel in West Sussex

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Sehr gern erinnere ich mich an einen Aufenthalt im Amberley Castle Hotel, das in der Nähe der Ortschaft Arundel in West Sussex liegt. Wir hatten eine große Suite mit Himmelbett, Erkern in denen man sitzen und auf den Innenhof blicken konnte und einen Whirlpool im Badezimmer.

Das Castle sieht beeindruckend aus und stammt aus dem Jahr 1100, als es von Heinrich I erbaut wurde. In diesen 900 Jahren erlebte die Burg eine wechselvolle Geschichte.

Das Abendessen nahmen wir in dem imposanten Queen’s Room ein; auch im The Great Room, der mit Kaminen und Ritterrüstungen ausgestattet ist, kann man dinieren. Dass die Herren hier mit Jackett und Krawatte zu erscheinen haben, ist, wie in vielen Restaurants in Schlosshotels, selbstverständlich.
Chefkoch ist Robby Jenks, der vorher schon im renommierten Gidleigh Park Hotel gearbeitet hat.
Wer nicht im Hauptrestaurant speisen möchte, dem steht die Mistletoe Lodge zur Verfügung, ein exklusives strohgedecktes Baumhaus, das man über eine Seilbrücke erreicht und ideal für ein Dîner à Deux ist.

Das Amberley Castle verfügt über 19 Zimmer und Suiten und gehört zur Gruppe der Brownsword Hotels, zu denen u.a. auch The Buckland Manor und Gidleigh Park gehören, über die ich bereits in meinem Blog berichtete.

Die Übernachtungspreise beginnen bei ca 270 Euro für ein „classic room“, also das einfachste Doppelzimmer, und enden bei etwa 760 Euro für eine Suite. Je nach Nachfrage und am Wochenende können die Preise für die Suiten auch schon einmal die 1000 Euro-Grenze überschreiten.

Natürlich haben wir es im Amberley Castle auch mit einem Hausgeist zu tun, der Emily heißt. Dabei handelt es sich um eine junge Dame aus dem Dorf, die von einem Bischof verführt und prompt schwanger wurde. Aus Verzweiflung stürzte sich die Arme von den Burgzinnen. Ich bin Emily nicht begegnet, wohl weil ich nicht im Herstmonceaux Room wohnte, ihrem Lieblingszimmer, das direkten Zugang zu einem der mittelalterlichen Türme hat.

Ein Aufenthalt in diesem Hotel ist immer wieder eine ganz besondere Erfahrung. Dieser Film vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre der Burg.

Amberley Castle
Nr Arundel
West Sussex
BN18 9LT

Außenansicht unseres Zimmers im ersten Stock. Eigenes Foto.

Außenansicht unseres Zimmers im ersten Stock.
Eigenes Foto.

Unser Zimmer. Eigenes Foto.

Unser Zimmer.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Die Tamworth Two oder Die waghalsige Flucht aus einem Schlachthof in Wiltshire

Butch und Sundance in ihrem Paradies im Rare Breeds Centre in Kent.    © Copyright Oast House Archive and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Butch und Sundance in ihrem Paradies im Rare Breeds Centre in Kent.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Oast House Archive and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gab einmal die Guildford Four und die Maguire Seven…und dann gab es die Tamworth Two. Während die ersten beiden Gruppen jahrelang des Terrorismus verdächtigt wurden, gerieten die beiden letzteren 1998 in die Schlagzeilen, als ihnen ein Ausbruch aus einem Schlachthaus gelang. Die Rede ist natürlich von zwei Schweinen, denen es an den Kragen gehen sollte. Beim Abladen aus einem Transporter vor einem Schlachthof bei Malmesbury in Wiltshire nutzten sie die Gunst der Stunde und machten sich vom Acker. Sie quetschten sich durch einen Zaun, durchschwammen den River Avon und waren darauf nicht mehr gesehen. Gut, könnte man sagen, irgendwann tauchen die beiden auf und dann werden sie wieder ihrem Schicksal zugeführt und Schluss der Geschichte. In diesem Fall war das aber anders. Die Medien griffen die Story von den verschwundenen Schweinen auf und plötzlich kamen sogar Reporter aus den USA und Japan nach Wiltshire, um sich auf die Suche nach ihnen zu machen. Mittlerweile hatte man den beiden Schweinen, die zur Tamworth-Rasse gehörten, auch schon Namen gegeben: Butch und Sundance, in Anlehnung an die berühmten amerikanischen Outlaws Butch Cassidy und Sundance Kid, die auch oft auf der Flucht waren.

Die ganze Nation interessierte sich damals im Januar 1998 für die beiden Ausreißer und drückte die Daumen, dass sie nicht wieder ins Schlachthaus zurück mussten. Die Daily Mail landete schließlich einen Coup (und viel Sympathie in der Bevölkerung), als sie Butch und Sundance ihrem Besitzer abkauften und sich die Rechte für die Vermarktung der Geschichte sicherten.

Nach einer Woche „on the run“ wurden die Schweinchen gefunden, als sie es sich gerade in einem Garten gemütlich gemacht hatten. Und sie wurden nicht ins Schlachthaus zurückgebracht, dafür sorgten die neuen Besitzer, also die Daily Mail. Butch und Sundance hatten das große Los gezogen, denn sie durften weiterleben und wurden von Wiltshire nach Kent umgesiedelt, in ein Rare Breeds Centre in Woodchurch bei Ashford. Hier lebten sie glücklich und zufrieden unter vielen anderen Tieren, bis sie schließlich im Alter von 13 bzw. 14 Jahren dort starben. Die damalige waghalsige Flucht hatte sich für die Vierbeiner auf jeden Fall gelohnt.

Im Jahr 2003 machte die BBC einen Film aus der Geschichte: „The Legend of the Tamworth Two„, in dem u.a. auch Kevin „Lewis“ Whately mitspielte.

Published in: on 19. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Sir Christopher Wrens Geburtsort East Knoyle in Wiltshire

Das Village Greenvon East Knoyle mit Kriegerdenkmal und dahinter Wren's Shop.    © Copyright Miss Steel and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Village Green von East Knoyle mit Kriegerdenkmal und dahinter Wren’s Shop.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Miss Steel and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Fährt man auf der A350 von Warminster nach Shaftesbury, so kommt man auf etwa halber Strecke an dem hübschen Dorf East Knoyle vorbei, in das man über die Hindon Road gelangt, die direkt in das winzige Zentrum des Ortes führt. Dort steht an dem kleinen Village Green ein Laden, der sich Wren’s Shop nennt und dessen Name auf den großen Sohn des Dorfes hinweist: Sir Christopher Wren, der in East Knoyle am 20. Oktober 1632 geboren wurde. Wren’s Shop & Post Office versorgt die Bewohner mit so ziemlich allem, was man braucht: Nahrungsmittel, Zeitungen, Haushaltswaren usw. Dieser als „Community Shop“ betriebene Laden wurde im Jahr 2006 von dem Fantasy-Autor Terry Pratchett eröffnet, der ganz in der Nähe in Broad Chalke wohnte und am 12. März diesen Jahres starb.

Das Geburtshaus von Christopher Wren findet man nicht mehr, es wurde 1877 abgerissen, um die Straße, die daran vorbeiführte, zu erweitern. Haslam’s House war damals im Oktober 1632 vorübergehend die Bleibe der Familie Wren, da ihr eigentliches Wohnhaus, die Rectory, von einem Feuer beschädigt worden war. Christopher Wren Senior war Pfarrer von St Mary’s und seine Frau Mary Cox brachte in Haslam’s House den kleinen Christopher zur Welt, der einer der berühmtesten Architekten des Landes werden sollte, der nach dem Großen Brand von London im Jahr 1666 über 50 Kirchen wieder aufbaute und die St Paul’s Kathedrale schuf. Eine Gedenktafel an der Hindon Road, rund 50 Meter vom Village Shop entfernt, erinnert an Sir Christopher. Die frühere Rectory heißt jetzt Knoyle Place und liegt am Holloway Lane.

St Mary’s, an der Vater Wren damals arbeitete, findet man auch an der Hindon Road, eine richtig schöne Kirche, umgeben von uralten Grabsteinen. Mein Urteil über East Knoyle: Ein funktionierendes Bilderbuchdorf, in dem es Gottseidank auch noch einen Laden und einen Pub gibt, The Fox & Hounds am Wise Lane.

St Mary's.    © Copyright Colin Madge and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Madge and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Dartmoor Magazine – Reportagen über eine der wildesten Landschaften Englands

With friendly permission of Dartmoor Magazine.

With friendly permission of Dartmoor Magazine.

Viermal im Jahr erscheint das Dartmoor Magazine, dessen Untertitel „People, Places and Pursuits“ anzeigt, um was es geht: Um Menschen, Orte und Freizeitvergnügen in der vielleicht wildesten Hügellandschaft Englands. Chefredakteurin des Magazins ist Sue Viccars, Geographin und Archäologin, die früher für den Verlag David & Charles gearbeitet hat. 2008 übernahm sie die Leitung des Dartmoor Magazins, das 1985 an den Start gegangen war. Seit 1980 lebt Sue Viccars am Rande des Dartmoors, das sie wie kaum ein anderer kennt. Mehrere Bücher hat sie über den Südwesten Englands und das Dartmoor geschrieben, darunter „Dartmoor: Short Walks„, „Walking the Two Moors Way“ und „South Devon and Dartmoor: Walks„.

Herausgegeben wird die Quartalszeitschrift von Blackingstone Publishing, ein Verlag, der Sue Viccars und ihrem Bruder David gehört, und der in Moretonhampstead, im Nordosten des Dartmoors ansässig ist.

In der aktuellen Ausgabe des Dartmoor Magazines geht es u.a. um folgende Themen:
– Der Dartmoor Pony Heritage Trust bei Bovey Tracey, der sich seit 2005 um das Überleben der kleinwüchsigen Ponyrasse kümmert (hier ist ein kurzer Film).

– Der Lustleigh May Day, der jeden ersten Samstag im Mai veranstaltet wir. Lustleigh ist ein Dorf im Dartmoor Nationalpark.

Dartmoor Inn Names and Signs, ein Artikel von Robert Hesketh aus Bovey Tracey, der mehrere Bücher über den Südwesten Englands geschrieben hat wie „Devon Place Names“ und „Tales of the Dorset Coast“.

– Ein Porträt des Landschaftsmalers Stewart Edmondson, der im Dartmoor lebt. Hier ein Film über ihn.

Das Dartmoor Magazine ist ideal für alle, die sich in dieser eigenartigen Landschaft wohlfühlen.

Das Abonnement der Druckausgabe kostet £16.50 pro Jahr, die Digitalausgabe nur £10.50.

Ein Dartmoot-Pony. Author: Mark Robinson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Ein Dartmoor-Pony.
Author: Mark Robinson.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Lustleighs Village Green.    © Copyright David Gearing and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lustleighs Village Green.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Gearing and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Warren House Inn, wohl einder bekanntesten Gasthöfe im Dartmoor.    © Copyright Alan Hunt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Warren House Inn, wohl einer der bekanntesten Gasthöfe im Dartmoor.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alan Hunt and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 17. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

The Burford Levellers Day 2015

Heute findet in Burford in Oxfordshire der Levellers Day 2015 statt. Was hat es mit diesem Tag auf sich?

Am 17. Mai 1649 wurden in Burford drei Soldaten erschossen, die zu einer Bewegung gehörten, die sich Levellers nannte. Religionsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz waren zwei der wesentlichen Grundsätze, für die sich die Levellers stark machten. Im Bürgerkrieg kämpften sie erst auf der Seite Oliver Cromwells, den sie als den großen Befreier ansahen, was sich aber im Laufe der Zeit änderte. Die Ansichten der Levellers deckten sich nicht mit denen der meisten Parlamentarians, es kam zu großen Spannungen, die 1649 in der Schlacht von Burford ihren Höhepunkt fanden. Die Levellers wurden geschlagen und ihre Anführer hingerichtet oder eingekerkert. Über dreihundert Soldaten wurden in die Kirche St John the Baptist in Burford gesperrt und drei von ihnen im Kirchhof exekutiert: Cornet Thompson, Corporal Perkins und Private Church. Das war das Ende der Levellers.

Seit 1975 wird jedes Jahr auf Initiative der Workers’ Educational Association in Burford der drei Soldaten gedacht, immer an einem Samstag, der dem 17. Mai am nächsten liegt.
Heute findet der 41. Levellers Day statt, der um 10.30 Uhr vor St John the Baptist mit den Sea Green Singers aus Oxford  eingeläutet wird. Von dort aus setzt sich die Menge in Bewegung und zieht zum Recreation Ground, wo die Debatten abgehalten werden, die jedes Jahr ein anderes Thema haben. In diesem Jahr hat man das Thema „Education – The Key to Democracy“ ausgewählt. Teilnehmer sind die Journalistin Melissa Benn (Tochter von Tony Benn), Kevin Courtney von der National Union of Teachers, Danny Dorling von der Universität von Oxford und der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär Paul Mackney.

Um 15 Uhr wird der Levellers Day mit dem Singen der Internationale beendet.

An einer Wand der Kirche St John the Baptist erinnert eine Plakette an die drei Soldaten, die hier  am 17. Mai 1649 ihr Leben ließen.

Hier ist ein Film über den Levellers Day 2012.

St John the Baptist in Burford.    © Copyright wfmillar and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St John the Baptist in Burford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright wfmillar and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Burford. Eigenes Foto.

Die High Street von Burford.
Eigenes Foto.

Published in: on 16. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
Tags: ,

The Pink Book – Der Knigge für Kornkreisbesucher

Ein Kornkreis bei Chisbury in Wiltshire mit einem Verhaltenshinweis des Farmers.    © Copyright Rob Purvis and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Kornkreis bei Chisbury in Wiltshire mit einem Verhaltenshinweis des Farmers.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Purvis and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wie entstehen Kornkreise? Über diese Frage wird nach wie vor in England und auch anderswo heiß diskutiert. Sind es Aliens, wie viele behaupten, die diese kunstvollen Gebilde des Nachts erstellen? Sind es Menschen, die sich einen Jux machen und sich die Nächte um die Ohren schlagen, um „crop circles“ zu fabrizieren? Auf jeden Fall sind sie Jahr für Jahr wieder in den Getreidefeldern vorwiegend im Südwesten des Landes zu sehen und ganze Heerscharen von Kornkreis-Touristen fahren z.B. nach Wiltshire, um sich die Getreidegemälde anzusehen.

Mit den Touristen kommt auch Geld in die Region und schätzungsweise sechs Millionen Pfund pro Jahr werden hier ausgegeben. Fluch oder Segen? Wie sehen es die Farmer, auf deren Gebiet sich der ganze Spuk abspielt? Die sehen das mit gemischten Gefühlen, denn nicht so sehr die in den Kornkreisen niedergebogenen Halme stören sie (die Halme wachsen auch in der horizontalen Position weiter und reifen), sondern die Besucher, die alles niedertrampeln.

the-pink-bookSo hat der Spezialist für „crop circles“, Michael Glickman, zusammen mit Karen Alexander, einen Knigge erstellt, der Verhaltensmaßnahmen auf dem Privatgelände der Farmer gibt. „Crop Circle Etiquette: Guidelines For Visiting Formations„, oder auch The Pink Book wegen seines rosafarbenen Umschlags genannt, heißt die 24-seitige Broschüre, die kostenlos abgegeben wird (man hofft auf eine kleine Spende, um die Herstellungskosten abzudecken).

Was sollte man also beachten, wenn man sich Kornkreise ansehen möchte?

– Den Farmer unbedingt vorher um Erlaubnis fragen; man bewegt sich immerhein auf privatem Gelände
– Stets in den Traktorenspuren gehen und nicht queerbeet durchs Gelände stapfen
– Sein Auto so abstellen, dass es keine Zufahrtswege für landwirtschaftliche Fahrzeuge blockiert
– Auf gar keinen Fall in den Getreidefeldern rauchen
– Keine Hunde mitbringen, die in den Feldern Schaden anrichten können
– Keinen Abfall zurücklassen und die Kornfelder nicht als Toilette benutzen

Eigentlich sind das alles Selbstverständlichkeiten, aber Michael Glickman und Karen Alexander haben diesen Knigge erstellt, weil sie aus eigener Erfahrung auf Kornkreisbesucher gestoßen sind, die sich nicht so benommen haben wie es die Farmer wünschen.

Michael Glickman ist hier im Film zu sehen.

Siehe auch meinen Blogeintrag über eines der Hauptquartiere der Croppies: The Barge Inn in Honeystreet (Wiltshire).

Kornkreis-Tourismus bei Vernham Dean in Hampshire.    © Copyright Rob Purvis and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Kornkreis-Tourismus bei Vernham Dean in Hampshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Purvis and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 15. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Brotherhood of Hero Dogs

In meinem Blog schrieb ich schon einmal über die Dickin Medal, die höchste Auszeichnung, die Tiere erhalten können, die sich um das britische Vaterland verdient gemacht haben.

Speziell für tapfere Hunde wurde im Jahr 1907 die Brotherhood of Hero Dogs ins Leben gerufen und zwar von Bertha de Courcy Laffan, einer exzentrischen Hundenärrin. Sie lebte damals mit ihrem Mann in dem Londoner Stadtteil Walworth, der dort Pfarrer an der Kirche St Peter’s war.

Viele Engländer schrieben Briefe an die Dame und baten darum, dass ihre Vierbeiner in den exklusiven Hundeclub aufgenommen werden, doch Mrs. de Courcy Laffan traf eine strenge Auswahl. Schaffte es einer der kleinen Helden in die Brotherhood, so wurde eine bizarre Zeremonie vollzogen: In Anwesenheit der anderen Mitglieder und unter dem Vorsitz des Präsidenten, der auf den Namen Royal Edward hörte, auch er ein Vierbeiner und Eigentum der Brotherhood-Gründerin, wurde dem Neuzugang ein silbernes Halsband umgelegt, dass er von da ab stolz tragen durfte.

Einer der kleinen heldenhaften Hunde war Bruce aus Swindon, ein sogenannter „collecting dog“, dessen Aufgabe darin bestand, Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln. The Hospital Dog of Swindon, wie man Bruce auch nannte, sammelte für das Victoria Hospital der Stadt in Wiltshire (das Krankenhaus schloss im Jahr 2008 seine Pforten für immer). Sein Besitzer, Arthur Beal, hatte ihn mit einer Sammelbox an seinem Geschirr versehen und fuhr mit ihm per Eisenbahn kreuz und quer durch den Südwesten des Landes. Bruce war das 16. Mitglied der Brotherhood, und er erhielt sein silbernes Halsband im Rathaus von Swindon, in Anwesenheit seiner Brüder, seines Präsidenten, Mrs de Courcy Laffan und des Bürgermeisters.

Ein weiterer „Sammelhund“ namens Spot war ein Kollege von Bruce. Spot sammelte auf dem Bahnhof von Bexley, im Osten Londons, und war sehr erfolgreich in seinen Aktivitäten.

1910 schrieb Mrs de Courcy Laffan ein Buch über ihre Einrichtung mit dem Titel „The Story of the Brotherhood of Hero Dogs„, das im Londoner Verlag Madgwick, Houlston & Co. erschien. Das Buch dürfte heute antiquarisch schwer zu beschaffen sein (ich habe keinen Nachweis im Internet gefunden), steht aber in der British Library und in der Cambridge University Library.

Wer sich mit dem Thema näher beschäftigen möchte, sei auf das Buch „Amazing Dogs: A Cabinet of Canine Curiosities“ (Amberley Publishing 2013, 304 Seiten. ISBN 978-1445607061) von Jan Bondeson hingewiesen, aus dem ich einige zusätzliche Informationen entnahm.

Über einen anderen „collecting dog“, Station Jim, der im Bahnhof von Slough in einem Glaskasten ausgestellt ist, schrieb ich in meinem Blog schon einmal.

 

Published in: on 14. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die UKIP und ihr einziger gewonnener Wahlbezirk: Clacton-on-Sea (Essex)

Die Pier von Clacton-on-Sea.    © Copyright Keith Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Pier von Clacton-on-Sea.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Keith Evans and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es ist schon merkwürdig: Da erhält die UK Independence Party (UKIP) bei den Parlamentswahlen in der vorigen Woche 3,7 Millionen Stimmen und wieviel Abgeordnete schickt sie ins Unterhaus? 1 (in Worten: einen). Der Rest der Stimmen kam in die Tonne. Damit ist UKIP nach den Tories und nach Labour die drittstärkste Partei im Land, vor den LibDems und der Scottish National Party. Das Wahlrecht Großbritanniens ist Schuld daran, wonach lediglich der Kandidat eines Wahlkreises mit den meisten Stimmen ins Parlament zieht. Sogar UKIP-Chef Nigel Farage konnte sich in seinem Wahlkreis South Thanet in Kent nicht durchsetzen und musste sich seinem konservativen Gegner Craig Mackinlay geschlagen geben. Farage = 32,4%, Macinlay = 38,1%. Übrigens kam die UK Independence Party in 125 Wahlkreisen auf den zweiten Platz, mit dem Schwerpunkt im Süden und Südosten des Landes.

Lediglich ein Wahlkreis konnte von einem UKIP-Mann gewonnen werden: Clacton-on-Sea von Douglas Carswell. Der Politiker hatte erst im August vorigen Jahres die Tories verlassen und war Farages UKIP beigetreten. Da er sein Abgeordnetenmandat zurückgeben musste, kam es in Clacton zu Nachwahlen, bei denen das frischgebackene UKIP-Mitglied haushoch gewann und als erster für die euroskeptische Partei ins Parlament einzog. Bei den Unterhauswahlen jetzt am 7. Mai erhielt Carswell 44% aller Stimmen.

Nun fragt man sich natürlich, warum die UKIP ausgerechnet in der 53 000 Einwohner großen Stadt an der Küste von Essex so erfolgreich wie in keinem anderen Ort Großbritanniens war. Das liegt sicher zum Teil an der Bevölkerungsstruktur. Das Durchschnittsalter der Einwohner liegt bei über 50 Jahren, nur ein geringer Teil wurde nicht in Großbritannien geboren und ebenfalls ein geringer Anteil ist nicht von weißer Hautfarbe. Dazu kommt, dass Clacton, wie viele andere Küstenorte auch, in den letzten Jahrzehnten einen Niedergang erlebt hat, weil sich die Tourismusströme in andere Regionen Europas verlagert haben. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, Hotels und Pensionen stehen leer. Dies ist das ideale Umfeld für die UKIP, die für eine strikte Einwanderungsbegrenzung ist und Großbritannien aus der EU herausführen möchte. Die Menschen in Clacton, die für Douglas Carswell gestimmt haben, möchten ihre Stadt wieder so sehen wie sie einmal war, als Touristenmagnet, und das ist ihrer Meinung nach nur mit der Partei Nigel Farages möglich.

Nur ein paar Schritte von Clacton-on-Sea entfernt liegt eine weitere UKIP-Hochburg, Jaywick, ein Ort, der zu den heruntergekommendsten des Landes gehört (hier ist eine Fotoserie). Hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen, geringe Lebensqualität, leerstehende Häuser sind die Merkmale dieser Bungalow-Siedlung, die vom Staat offensichtlich vergessen worden ist; hier liebt man das politische Programm der UKIP, die vehement für eine Änderung des derzeitigen Wahlrechts kämpft. Wer könnte ihr das verdenken?

 

Published in: on 13. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Feathers Hotel in Ludlow (Shropshire)

   © Copyright Pauline E and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Pauline E and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The most handsome inn in the world„, wie die New York Times das Hotel einmal bezeichnete, steht stolz über der Homepage des Feathers Hotel in Ludlow in der Grafschaft Shropshire. Ludlow gehört zu den englischen Städten, die man als „picture-perfect“ bezeichnet, also mit vielen alten, gut erhaltenen Häusern.
Bei meinem Aufenthalt in Ludlow musste ich einfach im Feathers Hotel übernachten, denn das Gebäude im Stadtzentrum sieht wirklich toll aus.
Das Hotel, dessen älteste Teile aus dem Jahr 1619 stammen, verfügt über 40 Zimmer, davon 4 mit Himmelbetten. Unseres war gemütlich eingerichtet und verfügte über alle Annehmlichkeiten, die man von einem Hotel dieser Art erwartet. Auch das Restaurant erfüllte unsere Erwartungen.
Nach dem Abendessen kann man in „The most perfect town in England„, so John Betjeman, noch sehr angenehm bummeln und sich die wunderschönen Häuserfassaden ansehen.

Die Übernachtungspreise im Feathers Hotel bewegen sich im Rahmen von etwa £125.00 für ein einfaches Doppelzimmer bis zu £195.00 für ein luxuriöses Himmelbettzimmer. Am Wochenende liegen die Preise, wie in den meisten englischen Hotels, höher.

Wer hier einmal übernachten möchte und eher ängstlicher Natur ist, sollte die Zimmer 211, 232 und 233 lieber meiden, denn dort könnte es unter Umständen nachts etwas unruhig zugehen. The Feathers zählt zu den Top Ten der gruseligsten Hotels im Land. Vor allem weibliche Gäste tun gut daran, nicht in Zimmer 211 zu nächtigen, da dort ein Geist sein Unwesen treiben soll, der es offensichtlich mit Frauen nicht so hat. Ein weiblicher Gast berichtete, dass sie mitten in der Nacht an den Haaren aus dem Bett gezogen wurde, während ihrem männlichen Partner nichts dergleichen geschah. Keine schöne Vorstellung! Auch Gäste der Zimmer 232 und 233 sollten auf der Hut sein, weil dort schon mehrfach ein Herr in viktorianischer Kleidung gesichtet wurde, der mitsamt Hund von dem einen in das andere Zimmer wechselte.
Auch vor dem Hotel auf der Straße soll Berichten männlicher Beobachter zufolge eine junge, nur spärlich bekleidete junge Dame quer durch dort abgestellte Autos gehen und sich dann in Luft auflösen. Wunschdenken oder Realität?
Hier kann man sich diese Geschichten noch einmal im Film ansehen.

   © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

Published in: on 12. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Defibs und K6s oder Wie aus ehemaligen Telefonzellen Lebensretter werden

Eine umgewandelte Telefonzelle in Terling (Essex).    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine umgewandelte Telefonzelle in Terling (Essex).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Webster and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der sich rasant durchsetzende Mobilfunk läutete das Totenglöckchen für zahllose Telefonzellen in aller Welt, natürlich auch in England. Die von dem Architekten Sir Giles Gilbert Scott ursprünglich entworfenen K1 bis K8 genannten Zellen gehörten jahrzehntelang zum Stadtbild bzw. „Dorfbild“ jeden Ortes; jetzt sind viele abgebaut und entsorgt worden bzw. ganz anderen Zwecken zugeführt worden. Ich berichtete darüber schon in meinem Blog.
Die 1936 eingeführten roten K6-Telefonzellen waren am weitesten verbreitet und am beliebtesten. Da heute fast jeder ein Handy besitzt, werden die verbliebenen Zellen nur noch wenig genutzt; trotzdem tut man sich schwer damit, sie nun alle zu verschrotten.

Jemand kam auf eine geniale Idee: Die roten gusseisernen Telefonzellen werden einfach in Lebensrettungsstationen umgewandelt, indem in ihnen Defibrillatoren installiert werden. Ein Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern beenden (so die Wikipedia). Gerade in etwas abgelegeneren Dörfern wird es schon etwas dauern, bis ein Notarzt oder ein Krankenwagen eintrifft, und so kann sich ein Defib als lebensrettend erweisen. Jedermann weiß, wo die auffällige rote Telefonzelle steht, die mit dem Hinweis „Defibrillator“ versehen ist, das medizinische Gerät ist trocken und sicher untergebracht und es soll so einfach zu bedienen sein, dass jeder damit umgehen kann. Falls man den Defibrillator benötigt, wählt man die Notrufnummer 999 und erhält einen Code, um das Gerät aus der verschlossenen Box holen zu können. Nach Öffnung des Deckels erklärt eine Stimme was Schritt für Schritt getan werden muss.

Die Gemeinden können für die symbolische Summe von £1 von der British Telecom eine Zelle „adoptieren“, der Community Heartbeat Trust installiert das Gerät und obendrein spendiert die British Coatings Federation rote Anstrichfarbe im Wert von £75, damit die Telefonzelle wieder ansehnlich aussieht.

Die Aktion ist eine klare Win-Win-Situation für alle Beteiligte.

Dieser Film zeigt eine Defib-Station am Beispiel von Ashwell in Rutland.

   © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Webster and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 11. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Das Organ Theatre in St Albans (Hertfordshire)

Blick auf St Albans, Heimat des Orgelmuseums.    © Copyright Ian Capper and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf St Albans, Heimat des Orgelmuseums.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian Capper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Über St Albans in Hertfordshire, nördlich von London gelegen, habe ich in meinem Blog erst zweimal geschrieben; einmal über meine Aufenthalte im sehr schönen St Michaels Manor Hotel in der Fishpool Street und einmal über den uralten Pub Ye Olde Fighting Cocks im Abbey Mill Lane.

Ein ganzes Stück entfernt, in der Camp Road, findet man ein Museum, das sich St Albans Organ Theatre nennt und alle erfreuen wird, die sich für Kirmes- und Kinoorgeln interessieren.
Charles Hart, ein Bauunternehmer aus St Albans, der  schon als Kind von mechanischen, also selbstspielenden, Orgeln fasziniert war, begann in den 1960er Jahren diese Geräte zu sammeln. Die damals populär gewordene Jukebox verdrängte nach und nach die Orgeln. Einen großen Teil dieser Instrumente holte sich Charles Hart von einem Orgelbauer in Gent in Belgien und restaurierte sie in seiner Heimatstadt in Hertfordshire.

Ein ganz besonderes Schmuckstück erwarb er 1969 von einem zum Abriss anstehenden Kino in London, eine Wurlitzer-Orgel, deren Restaurierung über 20 Jahre dauerte und die man noch heute im Museum bewundern und hören kann. Neben diesem eindrucksvollen und nur noch selten zu sehenden Instrument gibt es noch eine zweite Orgel, die ebenfalls einmal in einem Kino stand, eine Rutt, die von der Londoner Spezialfirma Spurden-Rutt gebaut und 1935 im Regal Cinema im Londoner Higham Park installiert wurde. Auch diese Orgel kann man sich heute im Museum anhören.

Ein weiteres Schmuckstück der Hartschen Sammlung ist die riesige „England’s Pride“ genannte mechanische Orgel, die 1939 von der belgischen Firma Decap hergestellt wurde und die sieben Meter in der Breite und vier Meter in der Höhe misst.

1978 baute Charles Hart ein eigenes Gebäude für seine immer größer werdende Sammlung und öffnete es für interessierte Besucher. Aus dem „St Albans Organ Museum“ wurde im Jahr 2005 das „St Albans Organ Theatre“. Der Initiator des Museums, Charles Hart, starb bereits im Jahr 1983; seine Arbeit wird von einem Trust fortgesetzt.

Geöffnet ist das St Albans Organ Theatre leider nur an jedem zweiten Sonntag eines Monats von 14 Uhr bis 16.30 Uhr. Konzerte an den Orgeln finden auch außer der Reihe statt. Hier ist ein Konzertmitschnitt zu sehen.

Freunde der Kinoorgeln haben sich in England seit 1952 in der Cinema Organ Society zusammengeschlossen, die regelmäßig Konzerte im ganzen Land (u.a. auch in St Albans) organisiert.

St Albans Organ Theatre
320 Camp Road
St Albans, Hertfordshire AL1 5PE

Published in: on 10. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Welches sind die beliebtesten Marktstädte Englands für „house hunter“? Eine Untersuchung der Immobilienfirma Knight Frank gibt Auskunft

Cottages in Gomshall (Surrey).    © Copyright Colin Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Cottage in Gomshall (Surrey).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dass die Haus- und Wohnungspreise in London explodiert sind, ist hinlänglich bekannt. Immer weniger Menschen sind in der Lage, die exorbitanten Mieten bzw. Kaufpreise aufbringen zu können. Also, was tun? Vor die Tore der Metropole ziehen, ist auch nicht die optimale Lösung, denn dort sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren ebenfalls kräftig nach oben gegangen.
Die Immobilienfirma Knight Frank, eine der größten der Welt, hat kürzlich eine Untersuchung veröffentlicht, welche englischen Marktstädte am gefragtesten sind und wo natürlich die Hauspreise entsprechend stark angezogen haben.

An erster Stelle liegt da ein kleiner Ort, durch den ich schon viele Male gefahren bin, ohne allerdings zu wissen, dass er so begehrt ist: Gomshall in Surrey, an der A25 auf halbem Weg zwischen Guilford und Dorking. Zwischen 2008 und 2014 sind hier die Immobilienpreise um 54% angestiegen, besonders stark in den Jahren 2013/14. Einer der Gründe dafür ist sicher die gute Verkehrsanbindung: Es gibt einen Bahnhof, von dem aus man London in einer Stunde erreichen kann, und  über die A3 und die A24 kommt man relativ schnell in die Hauptstadt (wenn es die Verkehrslage erlaubt). Gomshall hat schon lange keinen Markt mehr, besitzt aber noch historische Marktrechte. Dieser kurze Film vermittelt einen ersten Eindruck von Gomshall.

Eine ähnlich günstige Lage hat Wrotham in Kent, das zwischen der M20 und der M26 liegt. Hier sind die Hauspreise zwischen 2008 und 2014 um 36% gestiegen. Der hübsche, am Rande der North Downs gelegene Ort verfügt über mehrere Pubs und hat eine schöne alte Kirche (St Georges). Im Mai findet das Wrotham Arts Festival statt: Small Town UK!

Auch in Watlington in Oxfordshire ist die Nachfrage nach Häusern groß und so schnellten die Immobilienpreise in dem oben genannten Zeitraum ebenfalls um 36% nach oben. Der im „Midsomer County“ Inspector Barnabys gelegene Ort ist über die Autobahn M40 gut von London aus erreichbar und für Pendler sicher interessant.

Sogar in weit von London entfernten Markstädten sind die Hauspreise deutlich teurer geworden, aber aus anderen Gründen. Nicht die London-Pendler suchen hier eine Bleibe, sondern Londoner oder andere Großstädter, die sich einen zweiten Wohnsitz zulegen wollen. Beispiel: Helston in Cornwall, eine Stadt mit rund 12 000 Einwohnern auf der Lizard-Halbinsel.

Aber der Dunstkreis der britischen Hauptstadt liegt klar in der Gunst der „house hunter“ vorn. Ob nun Dorking, Cranleigh, Sevenoaks oder Lenham, die Preise steigen und steigen…bis der Spuk einmal ein Ende hat.

Wrotham in Kent. Author: Clem Rutter. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wrotham in Kent.
Author: Clem Rutter.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die High Street von Watlington in Oxfordshire.    © Copyright nick macneill and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Watlington in Oxfordshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright nick macneill and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Helston in Cornwall.    © Copyright Bill Boaden and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Helston in Cornwall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bill Boaden and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 9. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Percy Bysshe Shelley und ein Sommerabend auf dem Kirchhof von St Lawrence in Lechlade (Gloucestershire)

Shelley's Walk auf dem Kirchhof von St Lawrence in Lechlade.    © Copyright Rob Noble and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Shelley’s Walk auf dem Kirchhof von St Lawrence in Lechlade.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Noble and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Vor einiger Zeit erwähnte ich in meinem Blog Thomas Grays Gedicht „Elegy Written in a Country Churchyard„, der durch einen Besuch auf dem Kirchhof von St Giles in Stoke Poges in Buckinghamshire dazu inspiriert wurde.

Etwas Ähnliches wiederfuhr dem Dichter Percy Bysshe Shelley im August 1815. Mit seiner späteren Frau Mary Wollstonecraft Goodwin und seinen Freunden Charles Claremont und Thomas Love Peacock war er von Windsor aus auf der Themse bis nach Lechlade in Gloucestershire gerudert. Das Quartett wohnte im New Inn, einer alten Kutschenstation aus dem 17. Jahrhundert, direkt am Marktplatz gelegen, die noch heute existiert. Durch einen Torbogen gelangt man auf den Hotelparkplatz, auf dem früher die Überlandkutschen abgestellt wurden.
Shelley & Co machten sich eines Abends vom Hotel aus auf den Weg zur Kirche St Lawrence, die nur wenige Schritte entfernt liegt. Dort genossen sie die Abendstimmung und den Sonnenuntergang auf dem Kirchhof, und der Dichter fühlte sich inspiriert, ein Gedicht über diese ganz besondere Atmosphäre zu schreiben, die dort herrschte: „A Summer Evening Churchyard, Lechlade„. Die Nähe zu den vielen Toten um hin herum, ließ ihn diese Zeilen schreiben:

„The dead are sleeping in their sepulchres:
And, mouldering as they sleep, a thrilling sound,
Half sense, half thought, among the darkness stirs,
Breathed from their wormy beds all living things around,
And mingling with the still night and mute sky
Its awful hush is felt inaudibly.“

Das komplette Gedicht ist hier nachzulesen bzw. hier zu hören.

Lechlade hat den Besuch des Dichters nicht vergessen und sowohl einen Weg durch den Kirchhof nach ihm benannt, den Shelley’s Walk, als auch dort eine Plakette angebracht, die an jenen abendlichen Spaziergang erinnert. In diesem Jahr jährt sich Shelleys Besuch in Lechlade zum 200. Mal.

In einem früheren Blogeintrag schrieb ich schon einmal über meinen Besuch in Lechlade. Dort findet sich der empfehlenswerte Trout Inn, von dem aus man Father Thames auf der anderen Seite der Brücke besuchen kann.

Die Erinnerungsplakette in Lechlade.    © Copyright Rob Noble and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Erinnerungsplakette in Lechlade.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Noble and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Lawrence Church, von der Themse aus gesehen,    © Copyright Colin Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Lawrence Church, von der Themse aus gesehen,
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The New Inn am Marktplatz von Lechlade.    © Copyright Paul Best and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The New Inn am Marktplatz von Lechlade.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Best and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 8. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
Tags: ,

Clandon Park in Surrey – Ein palladianisches Herrenhaus, das am 29. April in Flammen aufging

So sah Clandon Park einmal aus.    © Copyright Alan Hunt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So sah Clandon Park einmal aus.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alan Hunt and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde es erbaut, jetzt liegt es in Schutt und Asche, das im palladianischen Stil erbaute Herrenhaus Clandon Park, östlich von Guildford in Surrey gelegen. Es war der Familiensitz der Onslows; 1956 wurde es dem National Trust übergeben.  Das Haus beherbergte wertvolle Sammlungen u.a. von Porzellan und von Möbeln aus dem 18. Jahrhundert, sowie das Surrey Infantry Museum mit einer Kollektion von Orden und Uniformen.

Vorige Woche, am 29. April gegen 16 Uhr, brach im Untergeschoss des Gebäudes ein Feuer aus, das sich schnell über das ganze Haus ausbreitete. Meterhohe Flammen schlugen aus dem Dach, das vollständig zerstört wurde. Es konnten sich alle, die zu der Zeit im Gebäude waren in Sicherheit bringen, und die Angestellten sowie freiwillige Helfer versuchten, so viele Gegenstände wie möglich zu retten. Sperrige Objekte, wie z.B. ein 300 Jahre altes Bett, das schwer beschädigt wurde, mussten im Haus verbleiben. Trotz des Einsatzes von 16 Löschzügen aus der ganzen Region konnten die Feuerwehrleute nur Schadensbegrenzung betreiben, Clandon Park war nicht mehr zu retten. Was alles den Flammen zum Opfer fiel, muss jetzt erst nach und nach festgestellt werden. Als Ursache für den Brand wird derzeit ein elektrischer Defekt vermutet.

Clandon Park wurde gern für Hochzeiten gebucht, was auch eine ganze Menge Geld einbrachte. Am 1. und 2. Mai sollten hier zwei Hochzeiten stattfinden, 27 weitere waren bis zum Jahresende fest eingeplant; sogar für das Jahr 2016 gab es schon 12 Buchungen.

Wer den Film „The Duchess“ (dt. „Die Herzogin“) mit Keira Knightley und Ralph Fiennes gesehen hat, der 2008 in die Kinos kam, kann sich vielleicht noch an die Szenen erinnern, als in einer großen Marmorhalle diniert wurde und nebenan im Salon Musiker aufspielten; diese Dreharbeiten fanden im Clandon Park statt. Strenge Vorsichtsmaßnahmen wurden damals getroffen, was den Einsatz von Kerzen bei den Abendessensszenen betraf. Es stand immer jemand mit einem Feuerlöscher hinter den Kameras, falls es zu einem Brand kommen sollte. Jetzt liegt das imposante Gebäude in Schutt und Asche. Ob es wohl jemals wieder aufgebaut werden kann? Hier sind einige Filmaufnahmen vom Brand.

Vor einiger Zeit berichtete ich in meinem Blog über das Maori Meeting House, das auf dem Gelände steht; wenigstens dieses neuseeländische „Heiligtum“ blieb unversehrt.

Die Ostfassade .    © Copyright pam fray and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ostfassade .
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright pam fray and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Rodney Legg (1947 – 2011) – Der Mann, der die Grafschaft Dorset wie kein anderer kannte

Brownsea Island in Dorset. Auch über diese Insel schrieb Rodney Legg ein Buch.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Brownsea Island in Dorset. Auch über diese Insel schrieb Rodney Legg ein Buch.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn es ein „Guinness Book of Records“ nur für die Grafschaft Dorset gäbe, so würde Rodney Legg dort mehrfach verzeichnet sein. Niemand außer ihm hat so viele Bücher über Dorset geschrieben (ca 125) und wohl niemand hat so viele Kilometer auf den Straßen und Wegen des Counties zurückgelegt, um Recherchen für seine Bücher zu betreiben.

Rodney Frank Legg wurde 1947 in Bournemouth geboren und schon mit 16 Jahren begann er sich für Dorset zu interessieren. Im Alter von 21 Jahren gründete er die Zeitschrift „Dorset – The County Magazine„, später wurde daraus das noch heute existierende „Dorset Life„, in dem er über alle möglichen Aspekte in Zusammenhang mit der Grafschaft schrieb. Ein Thema, das ihm am meisten am Herzen lag, war der freie Zugang (public right of way) zu allen Teilen des Landes. 1963 schon trat er der Open Spaces Society bei, die sich genau dafür einsetzte, und 1989 wurde Legg der Vorsitzende der Gesellschaft, die er 20 Jahre lang leitete. Von 1990 bis 2010 gehörte er dem National Trust Council an, wobei sich seine Vorstellungen nicht immer mit denen des Trusts deckten. Er kämpfte jahrelang dafür, dass der NT seine Ländereien für die Öffentlichkeit zugänglich machte und hatte auch damit Erfolg.

Legg hatte sein Hauptquartier im National School Building in Wincanton (Somerset) aufgeschlagen, wo er inmitten seiner Bücher und Dorset Memorabilia arbeitete. 1982 schon hatte er hier seinen Verlag Wincanton Press gegründet.

Einige wenige Beispiele für sein umfangreiches literarisches Schaffen:
„Wartime Dorset – The Complete History“
„Dorset’s Hardy Country“
„Guide to Dorset’s Ghost“
„Brownsea – Dorset’s Fantasy Island“
„Literary Dorset“

…und viele, viele Wanderführer.

Rodney Legg starb am 22. Juli 2011 an Krebs. Auf seinen Wunsch hin wurde er auf der Higher Ground Meadow außerhalb von Dorchester bei Corscombe beigesetzt, von wo aus man einen wunderbaren Blick auf das von ihm so geliebte Dorset hat.

Wincanton (Somerset) Town Hall. In dieser Kleinstadt hatte Rodney Legg sein Hauptquartier.    © Copyright Peter Wood and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wincanton (Somerset) Town Hall. In dieser Kleinstadt hatte Rodney Legg sein Hauptquartier.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Wood and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 6. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Der Exeter City Football Club und seine berühmten Vorstandsmitglieder Michael Jackson und Uri Geller

St James' Park in Exeter.    © Copyright Roger Cornfoot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St James‘ Park in Exeter.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Cornfoot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Devon ist noch nie dafür bekannt gewesen, dass aus der Grafschaft eine besonders nennenswerte Fußballmannschaft hervorgegangen ist. Der Club der Hauptstadt Exeter, Exeter City Football Club, spielt in der vierten Liga und steht dort zurzeit auf Platz 11. Nun ja…

Eines haben die Grecians, wie die Spieler genannt werden, aber den ganz großen Clubs aus London, Manchester oder Liverpool voraus: Sie hatten einmal ganz berühmte Vorsitzende, nämlich Michael Jackson und Uri Geller! DER Michael Jackson, nicht der Bierpapst gleichen Namens, sondern der amerikanische Popsänger. Ich bin nicht sicher, ob M.J. wusste, dass es ein Exeter in Devon gab, geschweige denn jemals von einem Club namens Exeter City gehört hatte, als er am 14. Juni des Jahres 2002 zusammen mit seinem Freund, dem als Löffelverbieger bekannten Uri Geller, für einen Tag in das Stadion St James‘ Park im Südwesten Englands kam. Gellers Beziehung zu Exeter bestand darin, dass sein Sohn Daniel angeblich in einem früheren Leben dort ansässig war; das behauptete jedenfalls Vater Uri. Also unterstützte der weltberühmte Hellseher den Fußballverein und schleppte an jenem denkwürdigen Tag, der in die Vereinsgeschichte eingegangen ist, den noch berühmteren, schrillen Popstar mit hierher, der nach eigener Aussage keinen Schimmer von Fußball hatte, aber Exeter City F.C. liebte.

Natürlich war an diesem Junitag der St James‘ Park rappelvoll und Michael wurde frenetisch von seinen Fans gefeiert. Er hielt sogar eine Rede, die er mit „Hello you wonderful people of Exeter“ begann und dann über AIDS-kranke Kinder und Malaria sprach; anschließend forderte er alle Anwesenden auf, sich an die Hand zu nehmen und den Nachbarn zu sagen wie sehr sie einander liebten. Eine recht bizarre Situation, und ich glaube nicht, dass sich alle dabei wohl fühlten.

Die Einnahmen aus dieser als Wohltätigkeitsveranstaltung gedachten Show sollten jeweils zur Hälfte der finanziell nicht gerade üppig ausgestattete Fußballverein und arme bzw. kranke Kinder in der Stadt erhalten. Aus Dankbarkeit dafür, dass Michael Jackson nach Exeter gekommen war, wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Clubs ernannt. Das bedeutete, der amerikanische Popstar durfte bei Entscheidungen der Vereinsführung, beispielsweise was den Ankauf neuer Spieler betraf, mitwirken, hatte zu allen Spielen der Grecians freien Eintritt und durfte bei Auswärtsspielen im Mannschaftsbus mitfahren. Eine tolle Sache!! Aber…Michael Jackson ließ sich nie wieder in Exeter blicken und nahm seine Privilegien niemals wahr.

Übrigens hatte Uri Geller noch andere Männer aus dem Showbusiness in den Vorstand des Clubs geholt; so gehörten eine Zeit lang der aus Bristol stammende und als Darth Vader („Star Wars“) bekannt gewordene Schauspieler David Prowse dazu, sowie der US-amerikanische Zauberkünstler David Blaine. Doch trotz dieser geballten Macht aus gestandenen Männern des Showbiz im Vorstand, der Exeter City Football Club konnte Mannschaften wie Arsenal, Chelsea oder ManU nie die Stirn bieten.

Hier ist die legendäre Rede Michael Jacksons zu hören (ja, die Kameraführung ist grauenhaft…)

 

Famous Graves – Georgi Markov und sein Grab auf dem Kirchhof von St Candida and Holy Cross in Whitchurch Canonicorum (Dorset)

Whitchurch Canonicorum in Dorset, was für ein Ortsname in einer Grafschaft, in der man viele ähnlich ausgefallene Namen von Dörfern findet. Der im Westen Dorsets gelegene Ort rühmt sich einer Kirche, die ebenfalls einen ungewöhnlichen Namen führt: St Candida and Holy Cross. Die Gebeine der Heiligen Candida ruhen in einem Schrein in der Kirche. Wer das nun genau war, daran scheiden sich die Geister; irgendjemand, der vor weit über 1000 Jahren gelebt hat.

Au dem Kirchhof von St Candida and Holy Cross steht ein Grabstein, der an einen Mann erinnert, der durch seinen außergewöhnlichen Tod in die Annalen der englischen Kriminalgeschichte eingegangen ist: Georgi Markov, ein 1929 in Sofia in Bulgarien geborener Schriftsteller und Dissident, der offen die kommunistische Führung seines Landes kritisierte und dadurch in Ungnade gefallen war. Seine Romane wie „Das Portrait meines Doppelgängers“ und „Die Frauen von Warschau“ wurden auch ins Deutsche übersetzt. Markov zog nach London, wo er in den 1970er Jahren u.a. für den BBC World Service und die Deutsche Welle arbeitete.
Nachdem der bulgarische Geheimdienst, mit Unterstützung des russischen KGB, bereits zwei erfolglose Mordversuche gegen Markov unternommen hatte, ereilte Markov das Schicksal am 7. September 1978 auf der Londoner Waterloo Bridge. Er spürte plötzlich einen schmerzhaften Stich am Oberschenkel und als er sich umdrehte, sah er wie ein Mann mit einem Regenschirm in der Hand eilig die Straße überquerte, in ein Taxi stieg und davonfuhr. Erst am Abend jenes Tages bekam er starkes Fieber und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er am 11. September starb. Wie sich bei der angeordneten Obduktion herausstellte, wurde Markov vergiftet, mittels einer winzigen Kugel, die der mysteriöse Mann auf der Waterloo Bridge mit Hilfe seines präparierten Regenschirms in den Oberschenkel Markovs geschossen hatte.
Als Hauptverdächtiger des „Regenschirmmords“ gilt ein Däne italienischer Abstammung, Francesco Gullino, der für den bulgarischen Geheimdienst gearbeitet haben soll, aber nie für die Tat belangt werden konnte. Die Dokumentation „The Umbrella Assassin“ aus dem Jahr 2006, hier zu sehen, setzt sich detailliert mit dem Fall auseinander.

Markovs Grabstein auf dem idyllischen Friedhof von Whitchurch Canonicorum trägt die Aufschrift:

IN MEMORY OF
GEORGI IVANOV MARKOV
NOVELIST & PLAYWRIGHT
MOST DEARLY LOVED BY
HIS WIFE ANNABEL
AND DAUGHTER SASHA
HIS FAMILY & HIS FRIENDS
BORN SOFIA 1.3.1929
DIED LONDON 11.9.1978
IN THE CAUSE OF FREEDOM

St  in Whitchurch Canonicorum.    © Copyright Mike Searle and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Candida and Holy Cross in Whitchurch Canonicorum.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Searle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Hier auf der Waterloo Bridge ereignete sich der mysteriöse Regenschirm-Anschlag.    © Copyright Chris Talbot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf der Waterloo Bridge in London ereignete sich der mysteriöse Regenschirm-Anschlag.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Cat Pubs – Gasthäuser im Zeichen von Katzen

Einer der höchstgelegenen Pubs in England: The Cat and Fiddle in Cheshire.    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einer der höchstgelegenen Pubs in England: The Cat and Fiddle in Cheshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Man könnte eine Rundreise durch England machen und sich dabei nur nach Pubs richten, die bestimmte Namen haben, z.B. Tiernamen oder Namen von früheren Herrschern. Eine Royal Oak-Tour oder eine Queen’s Head-Tour wäre überhaupt kein Problem, davon gibt es jede Menge. Bei den „Tiernamen-Pubs“ könnte man noch einmal unterscheiden nach  Gasthäusern, in deren Namen Hunde, Hirsche, Wildschweine oder Vögel vorkommen. Oder wie wäre es mit Katzen?

Ich habe hier einmal eine kleine Auswahl von „Cat Pubs“ zusammengestellt, die sich beliebig verlängern ließe. Englandaffine Katzenfreunde finden vielleicht die eine oder andere Anregung.

The Cat & Canary liegt in Henfield in West Sussex. Eine brisante Namensmischung, sind doch beide Tiere nicht dafür bekannt, besonders gut miteinander zu harmonieren. Hier scheint es aber zu klappen wie das Pubschild zeigt, obwohl der Kanarienvogel einen deutlichen Sicherheitsabstand hält. Aber der Schein trügt wie die Geschichte zeigt, über die ich in meinem Blog schon einmal berichtet habe.

   © Copyright Shazz and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Shazz and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine recht ungewöhnliche Zusammenstellung ist auch The Cat and Bagpipes wie ein Pub in East Harlsey bei Northallerton in North Yorkshire genannt wird. Das Pubschild zeigt einen dudelsackspielenden Kater im Schottenrock, aber: Es kann sein, dass der Gasthof gar nichts mit Katern zu tun hatte, denn man vermutet, dass es sich hier um eine Abkürzung handelt, und zwar „cat“ für „cattle“. Früher wurden Rinder, also cattle,  aus Schottland nach Süden getrieben und die schottischen Cowboys sollen hier eine Rast eingelegt haben, um ihre staubigen Kehlen anzufeuchten. Aber Rinder und Dudelsäcke passen ja eher noch weniger zusammen und Katzen machen sich auf einem Pubschild einfach besser (obwohl sie Dudelsackmusik hassen wie dieser Film zeigt).

   © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Mad Cat in der High Street von Pidley in Cambridgeshire hat die Erfahrung mit misstönender Musik vielleicht schon hinter sich. Das Pubschild zeigt ein etwas furchterregendes schwarzes Exemplar der Gattung Felis silvestris catus, das sich irgendwie nicht richtig wohl zu fühlen scheint. Früher hieß der Gasthof in Pidley The White Lion. Jemand bekam den Auftrag, ein neues Schild zu malen, das aber nicht gelang, denn der „Weiße Löwe“ sah mehr nach einer verrückten Katze aus, wie ein Gast anmerkte, und so beschloss man, den Pub einfach umzubenennen in The Mad Cat. Das unten abgebildete Schild ist schon wieder eine (komplett umgestaltete) Neuauflage des ersten.

   © Copyright Marathon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Marathon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Passen Katzen mit Dudelsäcken und Kanarienvögeln eigentlich nicht so optimal zusammen, so sieht das mit Katzen und Vanillesauce ganz anders aus. Über The Cat & Custard Pot in Shipton Moyne (Gloucestershire) habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Das Pubschild zeigt eine Katze, die ihren Kopf genüsslich in einen Topf mit Vanillesauce steckt.
Es gibt noch einen zweiten Pub mit diesem ungewöhnlichen Namen, der in Paddlesworth, nördlich von Folkestone, in Kent zu finden ist. Auch dessen Schild ist amüsant: Es zeigt eine Katze mit dem Vanillesaucentopf in den Vorderpfoten; die Schnurrbarthaare weisen daraufhin, dass sie sich an der verlockenden Speise bereits gütlich getan hat.

Shipton Moyne (Gloucestershire).    © Copyright David Purchase and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Shipton Moyne (Gloucestershire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Purchase and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Paddleswort (Kent).    © Copyright Nick Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Paddlesworth (Kent).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nick Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Ebenfalls recht ungewöhnlich ist der Name Cat i‘ th‘ Well bei dem abgelegenen Dörfchen Lower Saltonstall bei Halifax in West Yorkshire. Man erzählt sich dort die Geschichte, dass ein früherer Landlord seine Frau Cath in einem Brunnen ertränkte, nachdem er erfahren hatte, dass sie ihm untreu war. Aus Cath in the Well wurde Cat i‘ th‘ Well und das Pubschild zeigt ein Kätzchen, das in einem Eimer sitzt, der wohl gerade aus dem Brunnen hochgezogen wurde.

   © Copyright Humphrey Bolton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Humphrey Bolton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Fantasie der Landlords sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt da noch zahlreiche Cat & Fiddle Pubs (z.B. den Cat & Fiddle Inn in den Derbyshire Dales zwischen Buxton und Macclesfield, siehe Foto oben), The Squinting Cat bei Pannal (North Yorkshire), The Owl & Pussycat in Felixstowe (Suffolk), The Cat & Mutton in London oder The Romping Cat in Shrewsbury (Shropshire).

 

 

 

Published in: on 3. Mai 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die Brunnenkressefelder von Ewelme in Oxfordshire

Der Ewelme Brook.    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ewelme Brook.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zu einem richtigen Afternoon Tea gehören auf jeden Fall Gurkensandwiches und darauf gehört selbstverständlich Brunnenkresse. Der Anbau, besser gesagt die Ernte, ist nicht ganz unproblematisch. Pflanzenviren und Pilzkrankheiten befallen häufig die im Wasser lebende Kresse, so dass bei der Ernte viel Wert auf die Reinigung gelegt werden muss.

Ewelme in Oxfordshire war ein wichtiger Anbauort seit den 1890er Jahren; hier wurde in großem Stil Brunnenkresse angebaut und bis nach London transportiert, wo sie auf den Märkten von Covent Garden verkauft wurde. Auch andere Großstädte wie Manchester und Birmingham waren Abnehmer der Brunnenkresse aus Ewelme. Angebaut wurde die Pflanze im Ewelme Brook, der sich an der High Street entlang zieht.
1988 war Schluss mit dem kommerziellen Anbau, da neue Gesundheitsbestimmungen in Kraft traten. Schmutzeinleitungen der angrenzenden Straßen erhöhten das Risiko, dass die Brunnenkresse kontaminiert wurde.

Was tun? Die schönen Kressefelder vernichten? Da sprang zum Glück die Chiltern Society ein, eine Organisation mit dem Ziel “ to maintain the uniqueness of the Chilterns in the face of growing pressures on this part of the country“. Mit ihrer Unterstützung erhielt man die Felder, konnte die Kresse zwar nicht mehr verkaufen, machte daraus aber das Ewelme Watercress Beds & Local Nature Reserve mit einem Besucherzentrum, das über das Pflanzen- und Tierleben und die Geschichte des Brunnenkresseanbaus informiert. Freiwillige und die Mitglieder der Friends of Ewelme Watercress Beds kümmern sich um die Pflege der Pflanzen. Ein Teil der Felder im Ewelme Brook ist frei zugänglich; wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, kann an einer der geführten Touren teilnehmen, die an jedem ersten Sonntag im Monat um 10.30 Uhr oder um 14 Uhr stattfinden.

Der Ewelme Brook entspringt im Ort an einer Stelle, die King’s Pool genannt wird, nach Heinrich VIII, der darin jedes Mal, wenn er im Ewelme Manor weilte, badete, weil er auf die Heilkraft des Wassers vertraute.

Vielleicht ist dem einen oder anderen der Name Ewelme geläufig: Hier wurden Szenen für mehrere Inspector Barnaby-Folgen gedreht; ich berichtete in meinem Blog darüber.
Im März 2012 war Hollywood zu Gast in dem sehenswerten Dorf, als für den Film „Les Misérables“ (mit Hugh Jackman) Szenen  an der Kirche St Mary the Virgin und in den anliegenden Almshouses aufgenommen wurden. Die Kirchengemeinde durfte sich über £10 000 gefreut haben, die sie von der Produktiongesellschaft erhielt.

Auf dem Kirchhof liegt übrigens der „Drei Mann in einem Boot“-Autor Jerome K. Jerome begraben.

Hier ist ein Film über die Brunnenkressefelder.

   © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der King's Pool.    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der King’s Pool.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bill Nicholls and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. Mai 2015 at 02:00  Comments (3)  
Tags: