Famous Graves – Georgi Markov und sein Grab auf dem Kirchhof von St Candida and Holy Cross in Whitchurch Canonicorum (Dorset)

Whitchurch Canonicorum in Dorset, was für ein Ortsname in einer Grafschaft, in der man viele ähnlich ausgefallene Namen von Dörfern findet. Der im Westen Dorsets gelegene Ort rühmt sich einer Kirche, die ebenfalls einen ungewöhnlichen Namen führt: St Candida and Holy Cross. Die Gebeine der Heiligen Candida ruhen in einem Schrein in der Kirche. Wer das nun genau war, daran scheiden sich die Geister; irgendjemand, der vor weit über 1000 Jahren gelebt hat.

Au dem Kirchhof von St Candida and Holy Cross steht ein Grabstein, der an einen Mann erinnert, der durch seinen außergewöhnlichen Tod in die Annalen der englischen Kriminalgeschichte eingegangen ist: Georgi Markov, ein 1929 in Sofia in Bulgarien geborener Schriftsteller und Dissident, der offen die kommunistische Führung seines Landes kritisierte und dadurch in Ungnade gefallen war. Seine Romane wie „Das Portrait meines Doppelgängers“ und „Die Frauen von Warschau“ wurden auch ins Deutsche übersetzt. Markov zog nach London, wo er in den 1970er Jahren u.a. für den BBC World Service und die Deutsche Welle arbeitete.
Nachdem der bulgarische Geheimdienst, mit Unterstützung des russischen KGB, bereits zwei erfolglose Mordversuche gegen Markov unternommen hatte, ereilte Markov das Schicksal am 7. September 1978 auf der Londoner Waterloo Bridge. Er spürte plötzlich einen schmerzhaften Stich am Oberschenkel und als er sich umdrehte, sah er wie ein Mann mit einem Regenschirm in der Hand eilig die Straße überquerte, in ein Taxi stieg und davonfuhr. Erst am Abend jenes Tages bekam er starkes Fieber und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er am 11. September starb. Wie sich bei der angeordneten Obduktion herausstellte, wurde Markov vergiftet, mittels einer winzigen Kugel, die der mysteriöse Mann auf der Waterloo Bridge mit Hilfe seines präparierten Regenschirms in den Oberschenkel Markovs geschossen hatte.
Als Hauptverdächtiger des „Regenschirmmords“ gilt ein Däne italienischer Abstammung, Francesco Gullino, der für den bulgarischen Geheimdienst gearbeitet haben soll, aber nie für die Tat belangt werden konnte. Die Dokumentation „The Umbrella Assassin“ aus dem Jahr 2006, hier zu sehen, setzt sich detailliert mit dem Fall auseinander.

Markovs Grabstein auf dem idyllischen Friedhof von Whitchurch Canonicorum trägt die Aufschrift:

IN MEMORY OF
GEORGI IVANOV MARKOV
NOVELIST & PLAYWRIGHT
MOST DEARLY LOVED BY
HIS WIFE ANNABEL
AND DAUGHTER SASHA
HIS FAMILY & HIS FRIENDS
BORN SOFIA 1.3.1929
DIED LONDON 11.9.1978
IN THE CAUSE OF FREEDOM

St  in Whitchurch Canonicorum.    © Copyright Mike Searle and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Candida and Holy Cross in Whitchurch Canonicorum.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Searle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Hier auf der Waterloo Bridge ereignete sich der mysteriöse Regenschirm-Anschlag.    © Copyright Chris Talbot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf der Waterloo Bridge in London ereignete sich der mysteriöse Regenschirm-Anschlag.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

The URI to TrackBack this entry is: https://maricopa1.wordpress.com/2015/05/04/famous-graves-georgi-markov-und-sein-grab-auf-dem-kirchhof-von-st-candida-and-holy-cross-in-whitchurch-canonicorum-dorset/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: