Defibs und K6s oder Wie aus ehemaligen Telefonzellen Lebensretter werden

Eine umgewandelte Telefonzelle in Terling (Essex).    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine umgewandelte Telefonzelle in Terling (Essex).
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Der sich rasant durchsetzende Mobilfunk läutete das Totenglöckchen für zahllose Telefonzellen in aller Welt, natürlich auch in England. Die von dem Architekten Sir Giles Gilbert Scott ursprünglich entworfenen K1 bis K8 genannten Zellen gehörten jahrzehntelang zum Stadtbild bzw. „Dorfbild“ jeden Ortes; jetzt sind viele abgebaut und entsorgt worden bzw. ganz anderen Zwecken zugeführt worden. Ich berichtete darüber schon in meinem Blog.
Die 1936 eingeführten roten K6-Telefonzellen waren am weitesten verbreitet und am beliebtesten. Da heute fast jeder ein Handy besitzt, werden die verbliebenen Zellen nur noch wenig genutzt; trotzdem tut man sich schwer damit, sie nun alle zu verschrotten.

Jemand kam auf eine geniale Idee: Die roten gusseisernen Telefonzellen werden einfach in Lebensrettungsstationen umgewandelt, indem in ihnen Defibrillatoren installiert werden. Ein Defibrillator kann durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern beenden (so die Wikipedia). Gerade in etwas abgelegeneren Dörfern wird es schon etwas dauern, bis ein Notarzt oder ein Krankenwagen eintrifft, und so kann sich ein Defib als lebensrettend erweisen. Jedermann weiß, wo die auffällige rote Telefonzelle steht, die mit dem Hinweis „Defibrillator“ versehen ist, das medizinische Gerät ist trocken und sicher untergebracht und es soll so einfach zu bedienen sein, dass jeder damit umgehen kann. Falls man den Defibrillator benötigt, wählt man die Notrufnummer 999 und erhält einen Code, um das Gerät aus der verschlossenen Box holen zu können. Nach Öffnung des Deckels erklärt eine Stimme was Schritt für Schritt getan werden muss.

Die Gemeinden können für die symbolische Summe von £1 von der British Telecom eine Zelle „adoptieren“, der Community Heartbeat Trust installiert das Gerät und obendrein spendiert die British Coatings Federation rote Anstrichfarbe im Wert von £75, damit die Telefonzelle wieder ansehnlich aussieht.

Die Aktion ist eine klare Win-Win-Situation für alle Beteiligte.

Dieser Film zeigt eine Defib-Station am Beispiel von Ashwell in Rutland.

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Published in: on 11. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Na das ist mal eine praktische Idee!
    Liebe Grüße aus dem schönen Fredericksburg,
    Pit

  2. Sollte sich mal jemand im herrlichen Peak District National Park aufhalten (ehrlich gesagt: Derbyshire ist sowas wie mein „favourite county“ in England!) und dort ein Problem kriegen – auch in Ihrem bereits frueher beschriebenen huebschen Dorf Youlgreaves ist G.G. Scotts Telephonzelle in einen Defibrillator umgewandelt worden!

    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Kreta
    Daniel Graber
    (keine Bange – die naechste Feriendestination wird wieder England sein…!)


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