Lister’s Mill in Bradford (West Yorkshire)

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Bradford in West Yorkshire ist eine Großstadt mit etwa einer halben Million Einwohner im Dunstkreis von Leeds. Keine Stadt außer London wächst so schnell, und es leben hier überdurchschnittlich viele Menschen mit asiatischem Hintergrund (über 25%).

Die Blütezeit erlebte Bradford im 19. Jahrhundert, als sich die Stadt von einer kleinen Gemeinde in eine boomende Industriestadt entwickelte. Der Grund dafür war die Textilindustrie, die Tausende von Menschen nach Bradford zog. Samuel Cunliffe Lister (1815-1906) baute 1838 eine Fabrik, in der er viele Frauen und Männer beschäftigte und die ihn zu einem mehrfachen Millionär machte. Nachdem die sogenannten Manningham Mills 1871 bei einem Feuer zerstört wurden, baute Lister neu und noch größer, so dass Lister’s Mill der größte Gebäudekomplex im ganzen Norden Englands war. Nirgendwo auf der Welt wurde mehr Seide produziert und der in Bradford hergestellte Samt war so berühmt und begehrt, das man Lister „The King of Velvet“ nannte. Noch 1976 fertigte man Samtvorhänge für das Weiße Haus in Washington an.

Über viele Jahrzehnte hinweg blieb die Textilproduktion hier in West Yorkshire, bis es dann in den 1980er Jahren bergab ging. Die Konkurrenz in Fernost wurde übermächtig, so dass die Fabrik 1992 ein für alle Mal geschlossen wurde.

Was sollte man jetzt mit den riesigen Gebäuden an der Lilycroft Road anfangen? Abreißen, sie einem neuen Verwendungszweck zuführen? Man entschied sich für Letzteres. Die Firma Urban Splash, die sich auf den Umbau historischer Industrieanlagen spezialisiert hat, kaufte Lister’s Mill und begann im Jahr 2004 mit den umfangreichen Arbeiten. Im Silk Warehouse entstanden 131 Apartments, die sehr schnell verkauft wurden, in die Velvet Mill kamen ebenfalls Wohnungen und im Erdgeschoss siedelten sich Geschäfte. Das Architektenbüro David Morley Architects versuchte bei den Umbauarbeiten möglichst viel von der Originalsubstanz mit einzubeziehen, so dass hier großartige Gebäude entstanden sind, die von der Times einmal als „breathtaking as Versailles“ beschrieben wurden.

Lister’s Mill mit seinem riesigen Schornstein ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass man nicht immer alles Alte abreißen und durch oft anonyme, seelenlose Neubauten ersetzen muss, sondern, dass man Neues und Altes sehr wohl miteinander verschmelzen kann.

Dieser Film zeigt die Umbauarbeiten und hier kann man sich ein Bild von dem Komplex und vom Schornstein von oben machen.

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Mein Buchtipp – Hugh Palmer: The Most Beautiful Country Towns of England

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

In der Serie „The Most Beautiful…“ des Verlages Thames & Hudson erschien 2005 der Band „The Most Beautiful Country Towns of England“ von Hugh Palmer, ein großformatiges „Coffee-table book“. Hugh Palmer ist ein weltweit angesehener Fotograf, der sich auf die Themen Landschaft, Architektur und Gärten spezialisiert hat. So steuerte er u.a. die Fotografien für die Bücher „Beautiful Backyards“ von Roddy Llewellyn, „The Historic Gardens of Oxford and Cambridge“ von Mavis Batey und „The Village Show“ von Ursula Buchan bei.

Für „The Most Beautiful Country Towns of England“ schrieb Hugh Palmer auch den Text. Das Umschlagbild ziert die in eine Ober- und Unterstadt geteilte „country town“ Bridgnorth in Shropshire, das Titelblatt zeigt ein großartiges doppelseitiges Bild von Hastings. 25 Städte hat der Fotograf für seinen Prachtband ausgesucht, darunter Alnwick im Norden, Ludlow in den Midlands, Stamford in den Easter Counties, Faversham im Süden und Totnes im Westen.

Im Anhang findet man zu jeder vorgestellten Stadt Tipps für Hotels und Restaurants. Obwohl das Buch schon zehn Jahre alt ist, hat es nichts von seiner Attraktivität verloren. In England ist es noch lieferbar und kostet rund £21.

Wem das Buch gefallen hat, der wird sich sicher auch für „The Most Beautiful Villages of England“ von James Bentley interessieren, das 2009 im gleichen Verlag erschienen ist und für das Hugh Palmer ebenfalls die Fotos geliefert hat. Das gibt es auch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Die schönsten Dörfer Englands„, 2009 im Bassermann-Verlag erschienen und nur noch antiquarisch erhältlich.

Hugh Palmer: The Most Beautiful Country Towns of England“. Thames & Hudson 2005. 208 Seiten. ISBN 978-0500512357.

 

 

Published in: on 29. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

James Doran Webb – Der Mann, der aus Treibholz großartige Kunstwerke herstellt

The Foal at Canter von James Doran Webb im Park des Oakley Court Hotels. Eigenes Foto.

The Foal at Canter von James Doran Webb im Park des Oakley Court Hotels.
Eigenes Foto.

Bei meinem letzten Aufenthalt im Oakley Court Hotel bei Windsor war ich fasziniert von den Kunstwerken, die dort im Park ausgestellt waren. Sie stammen alle von James Doran Webb, dessen Spezialität ist, aus an Küsten angeschwemmtem Treibholz Tierfiguren herzustellen. Ganz besonders hatte es mir „A Foal at Canter„, wie oben abgebildet, angetan. Sehr eindrucksvoll war auch die Löwengruppe „The Tree Climbing Lions of Lake Manyara“ und „The Jumping Stag, der vor dem Hoteleingang steht.Zwischen 1000 und 3000 Arbeitsstunden benötigt Webb zusammen mit seinem Team, um so ein Kunstwerk herzustellen und das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. £9000 kostet „A Foal at Canter“ und der Hirsch liegt bei £22 000. Die Löwengruppe ist noch für £100 000 zu haben; bevor sie vor dem Oakley Court Hotel aufgestellt wurde, war sie in der diesjährigen Chelsea Flower Show ausgestellt. Großartig finde ich immer wieder die Treibholz-Pferde des Künstlers. Hier sind einige von ihnen zu bewundern.

James Doran Webb lebt und arbeitet auf den Philippinen. In seinem Studio dort lagert das Treibholz, aus dem er seine Figuren baut. Bei der Suche danach helfen ihm die Dorfbewohner, die sich auf diese Weise etwas Geld verdienen. Außerdem setzt er für jedes Kilo Holz, das er ankauft, einen neuen Baum auf abgeholzten Hügeln der Insel Cebu mit dem Ziel, einmal 80 000 Stück anzupflanzen.

Dieser Film zeigt den sympathischen Künstler bei der Arbeit.

Der an sich schon sehr schöne Park des Oakley Court Hotels direkt an der Themse hat durch diese wunderbaren Skulpturen noch dazugewonnen.

Old Speckled Hen – Das Bier, das an den Sportwagenhersteller MG erinnert

Author: Jmcstrav. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.

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In mehreren Pubs sah ich Handpumpen, auf denen das Schild „Old Speckled Hen“ prangte und das musste ich natürlich unbedingt probieren. Ein merkwürdiger Name, aber was gibt es nicht alles für merkwürdige und witzige Namen für Biersorten in England!

Gebraut wird Old Speckled Hen in Bury St Edmunds (Suffolk) in der Greene King Brewery. Doch das war nicht immer so, denn vorher wurde das Bier von der Morland Brewery in Abingdon hergestellt. Im Jahr 2000 schluckte Greene King die Brauerei in Oxfordshire und verlagerte die Produktion nach Suffolk.

Old Speckled Hen kam erstmals 1979 in die Pubs und die Getränkeabteilungen der Supermärkte. Die Morland Brewery braute es in Erinnerung an das 50jährige Bestehen des Sportwagenherstellers MG, der ebenfalls in der Stadt an der Themse ansässig war (leider wurde die Produktion in Abingdon ein Jahr später eingestellt).

Wie kam nun das Bier zu dem Namen? Auf dem MG-Werksgelände setzte man damals ein Auto aus eigener Herstellung ein, das für alle möglichen Zwecke verwendet wurde. Oft stand es in der Nähe der Lackierabteilung und da fiel schon mal der eine oder andere Farbklecks auf den Wagen, der im Laufe der Zeit ziemlich gesprenkelt („speckled“) aussah. So erhielt das Auto den Spitznamen „Der alte Gesprenkelte“ = Ould Speckl’d Un und daraus wurde schließlich Old Speckled Hen. Ian Williams von der Firma MG kam auf die Idee, diesen Namen für das neue Bier zu verwenden.

In Abingdon gibt es jetzt weder eine Autofabrik noch eine Brauerei. Einige Gebäude der Morland Brewery stehen noch und werden für andere Zwecke verwendet. Die MG-Produktionsstätten wurden abgerissen und neu bebaut. Nur der MG Car Club im Kimber House in der Cemetery Road erinnert noch an die Blütezeit des Sportwagenherstellers.

Old Speckled Hen wird mittlerweile in 47 Länder exportiert und in Großbritannien bekommt man es in vielen Supermärkten zu kaufen. Für die Fernsehwerbung setzt man gern einen Fuchs ein (hier ein Beispiel) und in diesem Film stellt Fox sein Lieblingsbier selbst vor.

In einem Beertasting, hier zu sehen, kann sich der Bierinteressierte ein genaueres Bild von Old Speckled Hen machen.

Die alten Brauereigebäude in Abingdon (Oxfordshire).    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die alten Brauereigebäude in Abingdon (Oxfordshire).
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Die Green King Brewery in Bury St Edmunds (Suffolk), wo das Old Speckled Hen heute hergestellt wird.    © Copyright Keith Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Greene King Brewery in Bury St Edmunds (Suffolk), wo das Old Speckled Hen heute hergestellt wird.
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Joyce Grove – Ein sehr schönes Haus in Nettlebed (Oxfordshire), das schon in mehreren TV- und Spielfilmen als Kulisse diente

Joyce Grove. With freindly permission of the South Oxfordshire Districht Council.

Joyce Grove.
With friendly permission of the South Oxfordshire Districht Council.

Als ich zum ersten Mal aus der Inspector Barnaby-Serie die Folge 61 „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in Rot“) sah, interessierte ich mich sehr für das Haus der Fitzroy-Familie und musste es unbedingt aufsuchen. Ich recherchierte und fand heraus, dass die Dreharbeiten dafür in Nettlebed im Süden Oxfordshires vorgenommen wurden, in einem Haus namens Joyce Grove, das zurzeit noch als Sue Ryder-Hospiz genutzt wird. Noch, weil voraussichtlich im nächsten Jahr die Patienten nach Henley-on-Thames verlegt werden.

Wenn man aus Nettlebed in Richtung Henley fährt und am ersten Kreisverkehr rechts abbiegt, liegt auf der rechten Seite   Joyce Grove, das einst der Familie des James Bond „Erfinders“ Ian Fleming gehörte. Sein Großvater Robert Fleming kaufte das Anwesen 1904, um seinen Besitz in Nettlebed zu vergrößern. Ian Fleming verbrachte einen Teil seiner Kindheit in diesem Haus. Bis 1938 blieb es im Besitz der Familie Fleming, dann wurde es dem Londoner St Mary’s Hospital übergeben (in dem Prince George of Cambridge 2013 und Princess Charlotte of Cambridge 2015 das Licht der Welt erblickten), das es als Reha-Klinik benutzte. 1979 übernahm die Sue Ryder-Stiftung das idyllisch gelegene Haus.

Die Film- und Fernsehindustrie interessierte sich auch für Joyce Grove und so drehte man hier 2008 nicht nur die Barnaby-Episode (wo das Haus als Bledlow Manor fungierte), sondern noch weitere Fernseh- und Kinofilme.

Hugh Laurie und Stephen Fry waren in Joyce Grove für die Episode 4 der dritten Staffel der Serie „Jeeves and Wooster“ zu Gast, die „Right Ho, Jeeves“ hieß (Ausschnitte sind hier zu sehen).

Eine Folge der populären Poirot-Serie nach Agatha Christie „Cat Among the Pigeons“ mit David Suchet als Hercule Poirot wurde hier ebenfalls im Jahr 2008 gedreht (hier zu sehen).

Die dreiteilige TV-Serie „Arthur and George„, die ITV anfangs diesen Jahres ausstrahlte, spielt zum Teil in Joyce Grove. Martin Clunes, den wir als „Doc Martin“ kennen“, tritt darin als Sir Arthur Conan Doyle auf. Ein kleines Kuriosum am Rande: Charles Edwards, der in der o.a. Barnaby-Episode den Ned Fitzroy (und in Downton Abbey den Michael Gregson) spielte, ist in dieser ITV-Miniserie als Alfred Wood zu sehen. Hier ist Episode 1.

Schließlich agierte auch Benedict Cumberbatch in der Filmbiografie des Mathematikers Alan Turing „The Imitation Game“ (dt. „The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben“), in dem es um die Entschlüsselung des Enigma-Codes geht. Sowohl er als auch Keira Knightley, Matthew Goode und Allen Leech (Downton Abbeys Tom Branson) wirkten hier vor der Kulisse von Joyce Grove in Nettlebed mit. Hier ist der deutsche Trailer zu sehen.

 

Nutfield Priory Hotel bei Nutfield (Surrey)

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Dicht an meiner Lieblingsstraße, der A 25, nur wenige Kilometer von Redhill in Surrey entfernt, liegt ein sehens- und wohnenswertes Hotel: Nutfield Priory Hotel & Spa.
Das Haus wurde zwischen 1849 und 1854 im neogotischen Stil erbaut und irgendwie fühlt man sich in dem Hotel wie in einer Kirche (die es aber nie war). In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Nutfield Priory schon einmal als Luxushotel geführt, bevor es im 2. Weltkrieg Stützpunkt kanadischer Soldaten wurde. Später war hier eine Schule für hörgeschädigte Kinder untergebracht, bis Nutfield Priory  dann schließlich  1988 wieder ein Luxus-Country-House-Hotel wurde.
Von unserem Zimmer aus hatten wir einen Blick , der weit in die Landschaft von Surrey reichte.
Auch der Name des Restaurants „The Cloisters“ erinnert an eine Kirche und es herrscht dort eine besondere Atmosphäre, die von sehr gutem Essen begleitet wird.

Im angeschlossenen Nutfield Priory Health Club können die Hotelgäste einige Runden im Hallenbad schwimmen oder sich an den Fitnessgeräten körperlich ertüchtigen.

Die Doppelzimmerpreise beginnen bei rund 200 Euro, die Juniorsuiten bei etwa 300 Euro.

Das Haus gehört zu der Gruppe der Hand-picked Hotels, von denen ich in meinem Blog schon einige vorgestellt habe wie das Chilston Park Hotel, das Rhinefield House Hotel oder das Ettington Park Hotel.

Meine volle Empfehlung für dieses sehr beeindruckende Hotel, das man hier im Film sehen kann!

Nutfield Priory Hotel & Spa
Nutfield, Surrey, RH1 4EL

Published in: on 25. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gosfield Hall in Essex – Ludwig XVIII und viele, viele Hochzeiten

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In historischen Hotels, Landhäusern, Schlössern und Burgen zu heiraten, ist in England sehr beliebt. Gut betuchte Hochzeitspaare (bzw. deren Eltern) zahlen viele tausend Pfund, um sich in edler Umgebung das Ja-Wort zu geben und dort ihre Feier auszurichten. Dazu kleiden sich die geladenen Gäste sehr elegant; ich habe das in Country House Hotels mehrfach miterlebt.

Die Besitzer vieler Schlösser des Landes haben ihre Anwesen für Hochzeitsfeiern geöffnet, verdienen sie doch gern etwas nebenbei, um die hohen Kosten für den Unterhalt ihrer Häuser zu decken.
Ein sehr beliebter Ort für Hochzeitsfeiern ist die Gosfield Hall in der Nähe von Braintree in Essex. Eigentümer der Hall ist die Firma Country House Weddings, die noch drei weitere Häuser in Essex, Somerset und Gloucestershire besitzt. Bis zu 250 Gäste können hier feiern und für die Übernachtung stehen 21 Zimmer zur Verfügung, einige davon mit Himmelbetten. Der Ballsaal des Marquis of Buckingham bietet das passende Ambiente für das Hochzeitsessen.

Wobei wir schon bei den früheren Bewohnern von Gosfield Hall wären, zu denen u.a. der Marquis von Buckingham zählte. Da dieser mit dem französischen Königshaus sympathisierte, das durch die Revolution von 1789 abgeschafft wurde, stellte er seinen Besitz gern Ludwig XVIII zur Verfügung, der sich nach England geflüchtet hatte und der 1807 in Gosfield Hall einzog, zusammen mit seiner Frau Marie Joséphine Louise of Savoy und einer Entourage, die aus mehr als 350 Personen bestand. Hier führten die Franzosen ein Leben in Saus und Braus, an dem die Dorfbewohner von Gosfield hin und wieder teilnehmen durften; d.h. natürlich nicht aktiv, sondern passiv. Sie durften einen Blick in die Küche werfen, in dem die vielgängigen Mahlzeiten zubereitet wurden, und manchmal erlaubte man ihnen sogar, in gebührendem Abstand, dabei zuzusehen wie der König im Großen Salon dinierte. 1809 hatte der Spuk ein Ende und Ludwig XVIII samt Gefolge verließ Gosfield Hall.

Der Industrielle Samuel Courtauld (1793-1881), der sein Vermögen mit der Herstellung von Textilien erworben hatte, übernahm das Haus in Essex im Jahr 1854, steckte viel Geld hinein, um es zu restaurieren und blieb dort bis zu seinem Tod wohnen. Von da ab ging es mit Gosfield Hall bergab, sie stand lange leer und wurde im Zweiten Weltkrieg wieder mit Leben erfüllt, als britische und amerikanische Soldaten einzogen, die vom nahegelegenen Flugplatz ihre Einsätze flogen. Auch nach dem Krieg stand das schöne Haus wieder leer und man plante schon, es komplett abzureißen, bis sich der Essex County Council seiner erbarmte und es kaufte. Danach wurde es vom Wayfarers Trust in ein Seniorenheim umgewandelt, an die Country Houses Association veräußert, die Landhäuser aufkaufte und sie ebenfalls in private Appartements für Senioren umgestaltete. Als letztere im Jahr 2003 Insolvenz anmeldete, griff Country House Weddings zu und erwarb das Anwesen, sehr zur späteren Freude von vielen Hochzeitspaaren und ihren Gästen.

Dieser Film zeigt Gosfield Hall in Erwartung einer Hochzeitsfeier.

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Bootstouren einmal anders in Tiverton (Devon)

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Als es noch keine Bootsmotoren gab, wurden die Lastkähne auf englischen Kanälen und Flüssen durch Pferde gezogen; eine mühselige und zeitraubende Angelegenheit. Aber immerhin konnte ein Pferd auf dem Wasser etwa das fünfzigfache Gewicht einer normalen Straßenkutsche vorwärtsbewegen, so lohnte sich ein Einsatz der „Kanalpferde“ auf jeden Fall.

Mit dem Aufkommen der Dampfmaschine ließ das Interesse an dieser Transportmethode allmählich nach; die „towpath“ genannten Pfade entlang der Kanäle wurden zu Spazier- und Wanderwegen. Doch wir finden noch heute einige wenige pferdegezogene Kanalboote, allerdings sind die nicht mehr mit Kohle oder ähnlichen Gütern bestückt, sondern mit Touristen, die sich eine beschauliche und ruhige Reise auf dem Wasser gönnen wollen, die höchstens einmal vom Schnauben des Zugpferds unterbrochen wird.

Taffy, Dandy und Ross versehen den Dienst im Auftrag der Tiverton Canal Company in Devon. Von April bis Oktober ziehen sie das Boot „Tivertonian„, auf dem 75 Personen Platz finden, über einen Abschnitt des Grand Western Canals. Es geht los am Canal Hill, am Anfang des Kanals, in Tiverton und die Firma bietet 1,5, 2,5 und 3,5-Stunden-Trips an, die auch alle wieder zum Ausgangspunkt zurückführen. Dieser Film zeigt wie es hier in Tiverton zugeht. Sehr beliebt sind übrigens auch die Border Collies der Tiverton Canal Company, die auf dem Boot, aber auch auf dem Rücken der Pferde die Touren mitmachen. Im „Hafen“ von Tiverton kann man sich vor oder nach der Bootstour in The Floating Ducks Ditty Café Bar erfrischen, die selbstverständlich die Lizenz zum Ausschank von Alkoholika hat. Mit einem Pint Otter Ale aus Devons Otter Brewery in der Hand und dem idyllischen Flussblick ist das bei schönem sonnigen Wetter „England at its best“.

Der Grand Western Canal ist ca 18 Kilometer lang und zieht sich von Tiverton bis nach Lowdwells. Tiverton liegt an der A361, ein paar Kilometer westlich der Autobahn M5 im Osten der Grafschaft Devon.

Tiverton Canal Company
The Wharf
Canal Hill
Tiverton, Devon EX16 4HX

Rusty, der Border Collie, und Dandy, das Kanalpferd.    © Copyright Lewis Clarke and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Rusty, der Border Collie, und Dandy, das Kanalpferd.
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The Floating Café.    © Copyright Lewis Clarke and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Floating Café.
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Published in: on 23. Juni 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Meine Lieblings-Pubs – The Tiger Inn in Stowting (Kent)

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Wenn man mittags den Tunnel nach England durchfahren hat und eine Kleinigkeit essen oder trinken möchte, kann ich den „Tiger Inn“ in dem winzigen Dörfchen Stowting in Kent empfehlen. Der Inn ist nicht weit von Folkestone entfernt, aber leider nicht ganz leicht zu finden (auf der Homepage des Pubs ist eine Karte).

Der Pub ist über 250 Jahre alt, hat seinen Namen mehrfach gewechselt, bis sich seit 1980 „Tiger Inn“ durchgesetzt hat. Warum hat man denn nun den Gasthof nach diesem Raubtier benannt? So viele Tiger sind eigentlich nie durch die liebliche Landschaft Kents gezogen. Man erzählt sich die Geschichte, dass einmal ein Tiger aus einem Wanderzirkus ausgebrochen war und einige mutige Biertrinker ein Tischtuch über ihn geworfen und ihn auf diese Weise eingefangen haben. Das muss entweder ein sehr kleiner oder ein außerordentlich zahmer Tiger gewesen sein, oder die Geschichte entstand nach sehr, sehr vielen Pints…

Der Good Pub Guide umschreibt den „Tiger Inn“ treffend: „Peaceful pub with helpful staff, traditional furnishings, well liked food, several real ales and open fires; good walking country„.

Ich habe den Pub zweimal besucht und war sehr angetan. Im Sommer kann man draußen auf der Terrasse sitzen, in der kalten Jahreszeit wärmt ein gemütliches Kaminfeuer die Räumlichkeiten. In den Genuss des al Fresco Dinings kamen wir leider nie. Die beiden „Stammbiere“ sind das Masterbrew der Brauerei Shepherd Neame in Faversham und Fullers London Pride; zusätzlich werden ständig rotierende „Gastbiere“ angeboten. Die Betreiber dieses aus dem 17. Jahrhundert stammenden Pubs sind Emma Oliver & Benn Jarvis. Hier ist ein kleiner Werbefilm des Pubs.

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Published in: on 22. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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….. . – The Greenwich Time Signal

Das alte BBC Broadcasting House, in dem die Pips seit 1990 selbst generiert wurden.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das alte BBC Broadcasting House am Langham Place, in dem die Pips seit 1990 selbst generiert werden…
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Wer schon irgendwann einmal Radionachrichten der BBC gehört hat, kennt sie sicher, die Pips genannten sechs Zeitzeichen, die vor Beginn der vollen Stunde, die letzten Sekunden anzeigen. Um ganz genau zu sein: Die fünf kurzen Töne sind die letzten Sekunden der „alten“ Stunde, der lange Pip markiert den Beginn der „neuen“ Stunde. Hier kann man sich das anhand eines Beispiels bei BBC Radio 2 einmal anhören.

Am 5. Februar 1924 ist das Greenwich Time Signal erstmals von der BBC ausgestrahlt worden, hat also in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert. Sir Frank Watson Dyson (1869 – 1939), Astronom und Direktor des Royal Greenwich Observatories, hatte die Idee dafür, die er dann zusammen mit dem damaligen Chef der BBC, John Reith, umsetzte. Die Zeitzeichen wurden zuerst aus Greenwich in das BBC House gesendet; 1939, also zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, zog das Greenwich Time Department nach Surrey um, in das Abinger Magnetic Observatory (das 1957 nach Hartland in Devon umzog) in Abinger Bottom, und sendete von dort aus die Pips nach London. 1957 wechselte das Royal Greenwich Observatory nach Herstmonceux und die BBC erhielt nun ihre Zeitzeichen aus East Sussex. Seit Februar 1990 werden die sechs Pips von der BBC selbst im Broadcasting House generiert.

Nicht alle BBC-Sender verwenden die Pips regelmäßig, am häufigsten hört man sie bei Radio 4 und beim World Service, aber auch bei einigen Fernsehnachrichten sind sie am Beginn der Sendung eingebaut.

Im Mai 2011 kam es an auf Grund einer technischen Störung an einem Tag zu einem „Pip-Ausfall“ bei BBC Radio 4, der hohe Wellen schlug, waren doch die Hörer an die sechs Zeichen gewöhnt. Ein Hörer warnte darauf vor einer bevorstehenden Katastrophe, da die Pips offenbar gestorben waren. Dies sei genauso ernst zu nehmen, als wenn die Raben den Londoner Tower verlassen hätten, meinte er. Aber bald konnte man die Pips wieder hören und alles war gut.

Das neue BBC Broadcasting House.    © Copyright Keith Edkins and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und der moderne Anbau, das neue BBC Broadcasting House.
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Der Vater der Pips: Frank Watson Dyson. According to the Library of Congress, there are no known restrictions on the use of these photos.

Der Vater der Pips: Frank Watson Dyson.
According to the Library of Congress, there are no known restrictions on the use of this photo.

Published in: on 21. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Upper Thames Patrol – Eine Abwehrkette gegen eine mögliche deutsche Invasion im Zweiten Weltkrieg entlang der Themse

Teddington Lock. Ab hier war die Upper Thames Patrol zuständig.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Teddington Lock in Greater London. Ab hier war die Upper Thames Patrol zuständig…
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Schon bevor der Zweite Weltkrieg ausbrach, hatte man in England große Angst vor einer Invasion deutscher Truppen. Natürlich lag der Schwerpunkt der Abwehrmaßnahmen an den Küsten des Landes, aber auch im Inland traf man Vorkehrungen für den Fall, dass Hitlers Soldaten es schaffen sollten, in England einzudringen.

Im März 1939 wurde die Upper Thames Patrol (UTP) ins Leben gerufen, deren Aufgabe es war, speziell die Brücken und die Schleusen vor feindlichen Sabotageakten zu schützen. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Teddington Lock und Lechlade, ca 200 Kilometer, lagen 35 Brücken und 42 Schleusen, für deren Schutz sich viele Freiwillige zur Verfügung stellten, die rund um die Uhr entlang der Themse patrouillierten. Sie achteten auch darauf, als der Krieg begonnen hatte, dass alle Schiffe die am Fluss lagen, nachts ihre Fenster verdunkelten, damit sie den feindlichen Flugzeugen keine Anhaltspunkte zum Abwurf ihrer Bomben bieten konnten.

Die Patrouillen tagsüber auf der Themse selbst wurden mit Hilfe von Booten aller Art durchgeführt, die entweder die Eigner freiwillig zur Verfügung stellten oder die man einfach beschlagnahmte.

Die Idee, einen Themseschutztrupp auf die Beine zu stellen, stammte von dem Parlamentsabgeordneten Sir Ralph Glyn (MP für Abingdon), dem das Londoner Kriegsministerium die Erlaubnis dafür erteilte. Die UTP wurde zuerst in die Local Defence Volunteers und dann 1940 in die Home Guard integriert. Als die Gefahr einer Invasion gebannt war, löste man sie schließlich auf und gab die Boote wieder an ihre ursprünglichen Besitzer zurück, die sich bestimmt freuten, jetzt wieder ihre „pleasure cruises“ vornehmen zu können.

...bis hier nach Lechlade in Gloucestershire. Das Foto zeigt St John's Lock. Eigenes Foto.

…bis hier nach Lechlade in Gloucestershire. Das Foto zeigt St John’s Lock.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Dorset Knob Throwing – Ein Kekse-Weitwerfen-Wettbewerb und andere Verlustierungen in Cattistock (Dorset)

Cattistock in Dorset.    © Copyright Eugene Birchall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cattistock in Dorset.
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Die Firma Moores Biscuit Manufacturers in Bridport (Dorset) ist die einzige, die noch die Dorset Knobs herstellt und auch das nur für kurze Zeit jedes Jahr. Dorset Knobs sind harte Kekse, die man entweder trocken hinunterwürgt (vorausgesetzt man hat gesunde kräftige Zähne), sie in Tee eintunkt, um sie aufzuweichen oder sie mit Käse belegt. Der Schriftsteller Thomas Hardy, der in Dorset lebte, soll sie geliebt haben. Die Engländer haben ja eine Vorliebe für „biscuits“, die man überall vorfindet und gereicht bekommt und in jedem National Trust-Shop in vielen Varianten vorfindet, oft in hübschen Blechdosen.

Was kann man nun mit diesen Dorset Knobs noch machen, außer sie essen? Richtig, man wirft sie weg und zwar so weit wie möglich. Das geschieht einmal im Jahr in dem Dörfchen Cattistock, nordwestlich von Dorchester. Zusammen mit dem Frome Valley Food Fest findet diese Veranstaltung jeweils am ersten Sonntag im Mai statt, bei der der beste Keksewerfer ermittelt wird. Der momentane Rekord steht bei 29,4 Metern und stammt aus dem Jahr 2012. Dieser Film zeigt wie es bei dem Dorset Knob Throwing zugeht.

Aber man kann mit den Keksen auch noch andere Dinge machen und so gibt es neben dem Weitwurf z.B. „Pin the Knob on the Cerne Giant„, bei dem Kekse an dem Abbild des berühmten Riesen aus Cerne Abbas festgemacht werden müssen. Allerdings hat man in Cattistock eine „entschärfte“ Version des Mannes gewählt, auf den wesentlichen herausragenden Teil hat man verzichtet.
Weitere Wettbewerbe sind „Putt the Knob“, „Knob Darts“ und „Knob Archery“; da waren also sehr fantasievolle Menschen am Werk, die sich das alles ausgedacht haben.

Published in: on 19. Juni 2015 at 02:00  Comments (3)  

Buckinghamshire und seine geschlossenen Pubs

Ein trauriger Anblick.    © Copyright Oast House Archive and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein trauriger Anblick.
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Über das Pubsterben in England habe ich im Laufe der Zeit an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. Die Webseite „www.closedpubs.co.uk“ listet die Pubs, nach Grafschaften geordnet, auf, die ihre Pforten für immer geschlossen haben. Häufig werden die ehemaligen Gasthäuser in Wohnungen umgebaut, manchmal kommen auch Abbruchunternehmen und reißen die Gebäude ab. Wie schade! Steckt doch hinter jedem Pub eine Geschichte und Tausende haben sich darin wohl gefühlt und schöne Stunden verbracht. Über 28 000 Pubs sind bisher auf der genannten Webseite gelistet und jeden Tag werden durchschnittlich vier weitere geschlossen.

Anhand meiner Lieblings-Grafschaft Buckinghamshire, für die „closedpubs.co.uk“ bisher 488 genannt hat, habe ich hier einmal einige Beispiele aufgeführt.

The Swan and Castle in der Lower Street in Quainton wurde 2013 geschlossen. Kurz danach fand man die Leiche eines Mannes darin, der unter unklaren Umständen ums Leben gekommen war. Er hatte im Auftrag der Brauerei Greene King, der das Gebäude gehörte, dort gewohnt und sich um den Ex-Pub gekümmert. Quainton ist glücklicherweise nicht „pub-los“, es gibt noch den „George & Dragon“ am Village Green.

The Swan & Castle in Quainton.    © Copyright Philip Jeffrey and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Swan & Castle in Quainton.
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The Dog & Pot in Stoke Poges, nördlich von Slough. Dieser an der Rogers Lane gelegene Gasthof wurde schon 1758 als Kutschenstation erwähnt. Im Jahr 1900 riss man ihn ab und erbaute ihn neu. Im November 2011 kam das Ende; nun ist er zu einem Wohnhaus mutiert.

The Dog & Pot in Stoke Poges.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Dog & Pot in Stoke Poges.
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The Nash Arms an der Vale Road in Chesham. Am 16. Oktober 2013 wurde dieser Pub überraschend geschlossen, obwohl er gut lief, aber die Besitzer hatten andere Pläne mit dem Gebäude. Chesham hatte in der Vergangenheit schon mehrere Pub-Schließungen zu beklagen. Ein wirklicher Verlust, denn das Haus sieht wirklich sehr hübsch aus.

The Nash Arms in Chesham.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Yew Tree in Frieth. Dieser Gasthof öffnete erstmals in den 1850er Jahren und wurde im Mai 2014 geschlossen. Die Bewohner protestierten dagegen, denn die Schließung hinterließ eine empfindliche Lücke in dem kleinen Dorf. Aber es gibt Hoffnung, denn man kämpft für eine Wiedereröffnung, es gibt ein Konzept für die Weiterführung des Pubs. Hoffentlich klappt es!!!

The Yew Tree Inn in Frieth.    © Copyright Peter Jemmett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Yew Tree Inn in Frieth.
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Published in: on 18. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Theberton in Suffolk – Hier wurde der letzte deutsche Zeppelin im Ersten Weltkrieg abgeschossen

Die Erinnerungsplakette an die 16 gefallenen deutschen Soldaten in Theberton.     © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Erinnerungsplakette an die 16 gefallenen deutschen Soldaten in Theberton.
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Ob es wirklich so eine gute Idee war, im Ersten Weltkrieg von deutscher Seite aus Zeppeline einzusetzen, um damit Städte und Dörfer in England zu bombardieren? Die trägen, langsamen Luftfahrzeuge wurden schnell zum Opfer englischer Jagdflugzeuge oder wurden vom Boden aus abgeschossen. Der letzte Zeppelin, den das Schicksal ereilte, war der L48 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Franz Georg Eichler. Drei Orte hatte er in Suffolk bombardiert: Falkenham, Kirton und Martlesham, ohne dass dabei großer Schaden entstand, denn die Bomben fielen fast alle auf Felder. Dann ging es Schlag auf Schlag, der L48 verlor über Harwich an Höhe, technische Problem traten auf und drei Jagdflugzeuge griffen den angeschlagenen Zeppelin an. Große Mühe hatten die Piloten nicht, das riesige Luftschiff zu treffen, das in den frühen Morgenstunden des 17. Juni 1917 brennend auf dem Gelände der Holly Tree Farm bei Theberton zu Boden stürzte.

16 Crewmitglieder kamen ums Leben, drei konnten sich schwer verletzt aus dem Zeppelin retten, von dem nur noch das Skelett übrigblieb. Die deutschen Soldaten wurden auf dem Friedhof von St Peter in Theberton beigesetzt, später wurden sie nach Cannock Chase in Staffordshire überführt, wo schon zahlreiche andere gefallene Kameraden lagen. Eine Plakette in Theberton erinnert noch an die Zeppelincrew, auf der die Bibelworte „Who art thou who judgest another man’s servant“ („Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest?“) eingraviert sind. Die Fairness der Engländer zeigte sich auch darin, dass auf dem Sarg des Luftschiff-Kommandeurs ein Kranz lag, auf dessen Schleife geschrieben stand: „To a very brave enemy from RFC officers.” RFC war das Royal Flying Corps .

Nach dem Absturz von L48 strömte eine Menschenmenge zu dem Wrack und viele versorgten sich mit einem Erinnerungsstück. Auch in St Peter in Theberton hat man ein Stück des abgeschossenen Zeppelins aufbewahrt, das in einem Glaskasten untergebracht ist.

Hier ist ein Augenzeugenbericht über den Absturz von L48.

Auf dem Village Sign von Theberton kann man das ausgebrannte Wrack des Zeppelins neben der Kirche St Peter sehen.

Das Buch zum Artikel:
Mark Mower: Zeppelin over Suffolk – The final raid of L48. Pen & Sword Aviation 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1844157372.

St Peter in Theberton. Hier wird noch immer ein Wrackteil des deutschen Zeppelins aufbewahrt.    © Copyright Ashley Dace and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter in Theberton. Hier wird noch immer ein Wrackteil des deutschen Zeppelins aufbewahrt.
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Published in: on 17. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Chilston Park Hotel bei Lenham (Kent)

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Nach einer Fahrt über unendlich viele kleine Wege in der „countryside“ von Kent gelangten wir an einem klirrend kalten Januartag am späten Nachmittag in unserem Hotel an, dem Chilston Park Hotel bei Lenham. Empfangen wurden wir in der Eingangshalle von einem wahren Kerzenmeer, das sich bis in das Restaurant hinzog. Nicht umsonst nennt sich Chilston Park „one of the most romantic hotels in Britain„. Wir bekamen eine Suite unter dem Dach, die aus mehreren hintereinander liegenden Räumen bestand. Nach kurzer Zeit klopfte es an der Tür und wir erhielten jeder ein Glas Prosecco gebracht. Wir fühlten uns sofort wohl in diesem Country House Hotel.

Seit 1984 wird Chilston Park als Hotel geführt und zwar anfangs von Martin und Judith Miller, die im ganzen Land als Experten für Antiquitäten bekannt sind und Dutzende von Büchern zum Thema veröffentlicht haben.

Auch das Restaurant „Culpeper’s“ (2 AA Rosetten) war sehr gemütlich. Ich habe selten Räumlichkeiten gesehen, die so von Bildern vollgehängt waren wie in diesem Haus. Natürlich waren an diesem Abend auch sämtliche verfügbaren Kamine in Betrieb. Draußen eisige Kälte, innen kerzenbeschienene Gemütlichkeit. Toll!

Chilston Park gehört jetzt zur Gruppe der Handpicked Hotels, mit denen wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht haben. Ein kleiner Nachteil diese Hotels in Kent ist die Nähe zur Autobahn M20; bei ungünstigen Windverhältnissen kann man den Verkehr dann hören. Andererseits ist man auf der M20 schnell in den Fährhäfen bzw. am Eurotunnel. Da wir am Morgen gleich nach Paris weiterfahren und dort nicht zu spät ankommen wollten, war der Aufenthaltsort ideal. Chilston Park wird gern für Hochzeitsfeiern gewählt wird, daher ist es ratsam vorher diesbezüglich anzufragen.

Die Zimmerpreise beginnen bei ca 150 Euro für den Mews Classic Room, die Suiten bei etwa 340 Euro.

Ein sehr empfehlenswertes Hotel für einen romantischen Aufenthalt!

Chilston Park Hotel
Sandway
Lenham, Kent ME17 2BE

 

 

Published in: on 16. Juni 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Shrewsbury (Shropshire) und die Lord Hill’s Column – Die höchste dorische Säule der Welt

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Ich bin immer wieder gern in Shrewsbury, der Grafschaftshauptstadt von Shropshire.Über meine Aufenthalte im Prince Rupert Hotel und im Lion Hotel habe ich in meinem Blog schon geschrieben.  Den mit Abstand besten Blick auf die Stadt hat man von der 40 Meter hohen Lord Hill’s Column an der Abbey Foregate, der höchsten dorischen Säule der Welt.

Auf ihr steht die Statue von Lord Rowland Hill (1772-1842), der an der Seite des Dukes of Wellington in der Schlacht von Waterloo kämpfte, die jetzt am 18. Juni vor 200 Jahren stattfand. Fertiggestellt wurde die Säule am 18. Juni 1816, also exakt am ersten Jahrestag der Schlacht. Der Erbauer war der Architekt Edward Haycock (1790-1870), der vor allem in Shrewsbury und Wales tätig war und dort Kirchen, Schulen und andere Gebäude errichtete. Die Säule kann man aber als sein prestigeträchtigstes Objekt bezeichnen.

An bestimmten Tagen kann man die Säule von innen auf 172 Stufen erklimmen, doch die Nachfrage ist so groß, dass die begrenzten Plätze schon monatelang im voraus ausgebucht sind.

Die Friends of Lord Hill’s Column und der Shropshire Council wollen am 200. Jahrestag der Errichtung der Säule, also am 18. Juni 2016, eine neue Statue von Lord Rowland Hill auf die Säule setzen. Die Originalstatue wurde kürzlich repariert, da der Zahn der Zeit und das Shropshire-Wetter deutliche Schäden an Lord Hill angerichtet hatten.

Lord Hill ist nicht weit von seiner Statue beigesetzt worden: Auf dem Friedhof von St. Mary Magdalene in Hadnall (Shropshire).

Hier ist ein Film über die Shrewsbury-Säule vom Bald Explorer.

Lord Rowland Hill auf seiner Säule.    © Copyright John Firth and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lord Rowland Hill auf seiner Säule.
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St Mary Magdalene in Hadnall (Shropshire). Hier ruht der Held von Waterloo.    © Copyright J Scott and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary Magdalene in Hadnall (Shropshire). Hier ruht der Held von Waterloo.
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Published in: on 15. Juni 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Moulsford (Oxfordshire)

Von hier aus ruderten Barnaby und Scott hinüber zu Claire Bonavitas Haus in Moulsford.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Von hier aus ruderten Barnaby und Scott hinüber zu Claire Bonavitas Haus in Moulsford.
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Vor längerer Zeit berichtete ich in meinem Blog über meine Aufenthalte im The Springs Hotel, südlich von Wallingford in Oxfordshire. Nur wenige Autominuten sind es von dort nach Moulsford, ein Dorf, das direkt an der Themse liegt. Hier wurden einige Sequenzen für die Folge 37 „Dead in the Water“ (dt. „Nass und tot“) der Inspector Barnaby-Serie gedreht. Vielleicht erinnert sich der/die eine oder andere: DS Scott rudert seinen Boss von der einen Themseseite auf die andere, um zum Haus von Claire Bonavita, Schatzmeisterin des Ruderclubs, zu gelangen, die ein Auge auf den Ruderer Henry Charlton geworfen hat. Claires Ehemann Freddie weilt auch noch in dem Haus an der Themse, obwohl er, nach Aussage von Mrs. Bonavita, in Malta weilen sollte. In der Themseüberquerungsszene kann man einen Blick auf den hübschen Ort Moulsford werfen, im Hintergrund ist die Gemeindekirche St John the Baptist zu sehen. Trotz der schönen Lage ist das Produktionteam von „Midsomer Murders“ (bisher) noch nicht wieder zurückgekehrt.

An der Ferry Lane steht ein sehr netter Themse-Pub, „The Beetle & Wedge Boathouse„, in dem man auch übernachten kann. Hier schrieb der Schriftsteller Herbert George Wells 1910 seinen Roman „The History of Mr. Polly“ (dt. „Mr. Polly steigt aus“);  der Gasthof taucht darin auch als Potwell Inn auf. Verfilmt wurde der Roman 1949 mit John Mills als Alfred Polly, allerdings nicht in Moulsford, sondern in den Denham Studios in Buckinghamshire.

Vom Restaurant des Beetle & Wedge aus blickt man direkt auf die gemächlich vorbeiziehende Themse, für mich einer der schönsten Flüsse der Welt.

Moulsford von South Stoke aus gesehen.    © Copyright Peter Jemmett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Moulsford von South Stoke aus gesehen.
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The Beetle & Wedge in Moulsford.    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Beetle & Wedge in Moulsford.
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Vor The Beetle & Wedge.    © Copyright Colin Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Themsepfad vor The Beetle & Wedge.
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Whitstable in Kent – Die Stadt der Austern

Der Hafen von Whitstable-    © Copyright Chris Whippet and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hafen von Whitstable.
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Vorgestern aß ich in Hamburg einige Austern (Sylter Royal) und musste dabei unwillkürlich  an Whitstable in Kent denken, die kleine Stadt, die für ihre Austern in ganz Großbritannien bekannt ist. An der Nordküste von Kent, westlich von Herne Bay, liegt das Zentrum des Austernanbaus, in dem es zahlreiche Restaurants gibt, die diese Meeresfrüchte anbieten.

Allen voran The Whitstable Oyster Company an der Horsebridge Road, sozusagen der Platzhirsch hier in Whitstable. Hier schlägt das Herz all jener höher, die sich an frisch gefangenem Meeresgetier gütlich tun wollen. Ein halbes Dutzend Whitstable Native Oysters zu £18 vielleicht als Vorspeise und ein Wolfsbarsch als Hauptgang (für £24). Die Ursprünge der Oyster Company gehen viele Jahrhunderte weit zurück.

In der High Street findet man Wheelers Oyster Bar, ein schmales, in Pink und hellblau angemaltes Häuschen mit einer nicht sehr umfangreichen Speisekarte, auf der man die örtlichen Austern in vier verschiedenen Zubereitungsarten ordern kann. Seit 1856 gibt es das Lokal, über das auch schon ein Buch geschrieben worden ist: „The Oyster Seekers“ von Mandy Bruce (Metro Publishing 2006, 242 Seiten, ISBN 978-1843581369).

The Crab & Winkle an der Harbour Street ist kein Restaurant für Fleischfreunde. Hier dominieren die Fischgerichte auf der Speisekarte. Neben Austern, die in einem Whitstable-Restaurant einfach „de rigueur“ sind, werden hier Meeresfrüchteplatten, Bouillabaisse, Hummer und zahlreiche Fische angeboten.

Jedes Jahr wird in der Stadt am Meer ein Austernfestival veranstaltet, in dem sich alles um die Meeresfrüchte dreht; in diesem Jahr zum 31. Mal, vom 25. bis zum 31. Juli. Da gibt es u.a. die Oyster Eating Challenge, bei der die Teilnehmer so schnell wie möglich ein halbes Dutzend Austern und ein halbes Pint Bier zu sich nehmen müssen (am 26.07. ab 16.30 Uhr), eine Strandparty, einen Umzug, eine Harbour Food Fair und viele andere Verlustierungen.

Wer mit Fischen und Meeresfrüchten überhaupt nichts anfangen kann, der sollte Whitstable vielleicht doch besser weiträumig umfahren.

Hier ist ein Film vom Umzug im letzten Jahr.

The Whitby Royal Oyster Company.    © Copyright Richard Hoare and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Whitstable Oyster Company.
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Published in: on 13. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The House on the Hill Toy Museum in Stansted Mountfitchet (Essex) – Das größte Spielzeugmuseum der Welt

With friendly permission of the Toy Museum.

With friendly permission of the Toy Museum.

Das House on the Hill Toy Museum, das größte Spielzeugmuseum der Welt, hat eine erstklassige Verkehrsanbindung. Es ist per Bahn sehr gut zu erreichen, die M11 London-Cambridge führt ca 1 Kilometer daran vorbei und es hat einen eigenen Flughafen; nun ja „eigenen“ ist vielleicht übertrieben, aber der Stansted Airport liegt gleich auf der anderen Seite der Autobahn. Und der Parkplatz vor dem House on the Hill Toy Museum ist sehr groß, auch für Reisebusse gibt es viel Platz.

Über 70 000 Gegenstände werden hier ausgestellt, und wenn man sich jedes Spielzeug nur 10 Sekunden ansehen würde, brauchte man über 8 Tage nonstop, um alle gesehen zu haben.
Das Museum findet man in Stansted Mountfitchet, direkt neben dem Mountfitchet Castle und dem Norman Village. Man kann in den drei „Abteilungen“ spielend einen Tag verbringen, ohne sich zu langweilen.

Gegründet wurde das Spielzeugmuseum von Alan Goldsmith, einem Mann, den viele kennen, die sich mit der Rockmusik der letzten Jahrzehnte beschäftigt haben, denn er war einer der großen Promoter des britischen Musikbusiness. Schon von Kindesbeinen an hatte sich Alan für Spielzeug interessiert und dieses Interesse ließ nicht nach, als er aus dem Alter eigentlich herausgewachsen war. Das Sammeln von Spielzeug aller Art und aus aller Welt wurde zur Leidenschaft, und so eröffnete er 1991 das Museum, ganz in Hörweite des Flughafens Stansted.

Was gibt es hier nicht alles zu sehen: Spezielle Sammlungen mit Puppen, Teddybären, Münzautomaten aus Penny Arcades, miltärischem und auf Fernsehserien basierendem Spielzeug und natürlich auch mit den guten alten Brettspielen.

Alan Goldsmith hat schon vor langer Zeit seinen Sohn Jeremy mit seiner Leidenschaft angesteckt, und so ist das Vater-Sohn-Team noch immer dabei, die Sammlung zu vergrößern.

Sein enormes Wissen über Spielzeug hat Alan Goldsmith in seinem Buch „Illustrated Price Guide to Vintage & Collectable Board and Table Top Games“ (Fallow Publishing 2013, 312 Seiten) festgehalten. „Giving It Both Barrels“ (Fallow Publishing 2013, 240 Seiten ISBN 978-0957382510) heißt seine Autobiografie.

In das House on the Hill Toy Museum integriert ist das Haunted Manor, für all diejenigen, die sich mehr für Gruseliges als für Spielzeug interessieren. Hier ist ein kleiner Vorgeschmack.

Die ganze Anlage hier in Stansted Mountfitchet mit Spielzeugmuseum, Castle, Norman Village und dem Dinosaurier Park (ja, den gibt es auch noch) ist täglich (bis zum 8. November) von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet und kostet £9.95 Eintritt.

Hier ist ein Film über das House on the Hill Toy Museum zu sehen, in dem auch Alan und Jeremy Goldsmith zu Wort kommen.

Auch Steiff-Teddybären haben im Museum einen neue Heimat gefunden. With friendly permission of the Toy Museum.

Auch Steiff-Teddybären haben im Museum eine neue Heimat gefunden.
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Unzählige Brettspiele hat der Besitzer im Museum zusammengetragen. With friendly permission of the Toy Museum.

Unzählige Brettspiele hat der Besitzer im Museum zusammengetragen.
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Published in: on 12. Juni 2015 at 02:00  Comments (3)  

Wessex – Der geliebte (und gefürchtete) Foxterrier des Schriftstellers Thomas Hardy

Max Gate in Dorchester (Dorset): Hier residierte Wessex von 1913 bis 1926.    © Copyright Gary Rogers and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Max Gate in Dorchester (Dorset): Hier residierte Wessex von 1913 bis 1926.
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Der berühmte englische Schriftsteller Thomas Hardy (1840-1928) lebte über 40 Jahre lang in seinem Haus Max Gate in der Alington Avenue in Dorchester in Dorset (nicht zu verwechseln mit dem anderen Dorchester an der Themse, über das ich in meinem Blog schon mehrfach berichtete). Hier entstanden viele seiner Romane, die oft in der Grafschaft Wessex spielten.
Im Garten von Max Gate gibt es einen kleinen Tierfriedhof, auf dem Hardy seine Hunde und Katzen begraben hatte, darunter auch seinen Foxterrier, der den Namen Wessex trug. 1913 bekam Hardy den Hund von seiner Frau Florence geschenkt und anfangs mochte er ihn gar nicht. Doch das änderte sich bald und Wessex wurde zu einem „pampered dog“, der von seinem Herrchen nach Strich und Faden verwöhnt wurde. Der Foxterrier hatte es also im Hause Max Gate gut getroffen, doch trotzdem kehrte der kleine Kerl häufig seine wenig liebenswerten Seiten heraus, vor allem wenn Gäste anwesend waren. Da wurden durchaus schon mal Hosenbeine zerfetzt und in Beine gebissen, was der Schriftstellerkollege John Galsworthy am eigenen Leibe erfahren durfte.
Lady Cynthia Asquith, auch sie eine Schriftstellerin, die einmal zum Abendessen eingeladen war, war überhaupt nicht darüber amüsiert, als Wessex, statt sich unter dem Tisch aufzuhalten, quer über den gedeckten Tisch lief und der Dame jeden Bissen in den Mund zählte. Hardy selbst hatte damit offenbar kein Problem.

Wessex liebte Radios bzw. die Musik, die sie verbreiteten, und so soll Hardy oft früh morgens aufgestanden sein, um zum Vergnügen des Foxterriers das Radio einzuschalten. Eine besondere Beziehung hatte der Hund zu einem Mann, der häufig in Max Gate zu Gast war, zu T.E. Lawrence, besser bekannt als Lawrence of Arabia. Dessen Hosenbeine blieben ungeschoren und da wurde auch nicht gebissen (vielleicht brachte Lawrence ja immer ein Würstchen mit, wenn er zu Besuch kam).

Wessex starb 1926, und ich bin sicher, dass da der eine oder andere Hardy-Gast im Stillen erleichtert aufgeatmet hatte.

Max Gate gehört seit 1940 dem National Trust und ist für Besucher geöffnet. Wer möchte, kann Wessex im „pet cemetery“ einen Besuch abstatten.
Hardy hatte seinem geliebten Foxterrier nach dessen Ableben ein Gedicht gewidmet, das hier nachzulesen ist.

 

Published in: on 11. Juni 2015 at 02:00  Comments (7)  
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Die St Edward’s Church in Stow-on-the-Wold (Gloucestershire) und John Entwistles Trauerfeier

St Edward's in Stow-on-the-Wold (Gloucestershire).    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Edward’s in Stow-on-the-Wold (Gloucestershire).
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Im Alter von 57 Jahren starb John Entwistle, der Bassist der legendären Band The Who, am 27. Juni 2002, ein Tag vor Beginn der USA-Tour in Las Vegas in seinem Hotelzimmer. Nach Keith Moon war Entwistle schon das zweite Bandmitglied, das The Who verlor.

Der Musiker wohnte damals in den Cotswolds, nahe eines Dorfes namens Lower Swell, bei Stow-on-the-Wold. Quarwood hieß sein Domizil, in dem er 27 Jahre seines Lebens verbrachte. Gebaut wurde Quarwood Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Architekten John Loughborough Pearson für den Pfarrer Robert William Hippisley. Beide hatten eine Verbindung zur Gemeindekirche von Stow-on-the Wold, St Edward’s. Pearson hatte die Kirche restauriert, an der Hippisley seinen Dienst als Pfarrer versah. Und in genau diesem Gotteshaus wurde die Trauerfeier für John Entwistle, dem späteren Bewohner von Quarwood, abgehalten.

Hunderte von Menschen strömten in die Kirche St Edward’s, darunter auch die letzten beiden verbliebenen Who-Musiker Roger Daltrey und Pete Townshend, die sich alle von Entwistle verabschieden wollten. Nicht alle passten in die Kirche hinein, so dass der Gottesdienst per Lautsprecher nach draußen übertragen wurde.

St Edward’s ist eine schöne mittelalterliche Kirche mit einer Besonderheit, die mir sehr gut gefällt: Eine der Eingangstüren wird von zwei uralten Eiben flankiert, die regelrecht in die Kirchenmauern hineingewachsen sind. Manche „Lord of the Rings“-Fans meinen, dass diese Tür Modell gestanden hat für Tolkiens Doors of Durin und eine gewisse Ähnlichkeit ist meiner Ansicht nach schon da. Der Autor der „Herr der Ringe“ soll mehrfach in Stow-on-the-Wold gewesen sein.

Hier ist ein Film über die Parish Church des Cotswolds-Dorfes zu sehen, die mitten im Ort, nur wenige Schritte vom Market Square entfernt ist, auf dem man sein Auto abstellen kann (wenn man denn einen Parkplatz findet).

John Entwistles hinter Büschen und Bäumen verstecktes Quarwood befindet sich nach wie vor in Privatbesitz und liegt ca 1 Kilometer südlich von Stow an der A429.

Die von Eiben gesäumte Kirchentür von St Edward's.    © Copyright Martyn Gorman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die von Eiben gesäumte Kirchentür von St Edward’s.
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Admiral Edward „Old Grog“ Vernon (1684-1757) – Vater des alkoholischen Heißgetränks?

Es gibt mehrere Versionen wie das aus Rum und heißem Wasser bestehende Getränk Grog zu seinem Namen kam; eine davon geht auf den britischen Admiral Edward Vernon zurück, der von 1684 bis 1757 lebte und dadurch berühmt wurde, dass er im November 1739 die Schlacht von Portobello in Panama gewann. Vernon wurde von den Soldaten der Marine „Old Grog“ genannt, da er auf seinen Schiffen stets einen Mantel aus Grogram-Gewebe trug. Da der Admiral auch dafür bekannt (berüchtigt?) war, dass er die Rumvorräte an Bord, damit sie länger hielten, mit Wasser streckte, soll sich sein Spitzname auf dieses „Getränk“ übertragen haben. Weitere Vorteile: Die Matrosen wurden nicht mehr so schnell betrunken, als wenn sie den Rum pur zu sich genommen hätten und das kostbare, leicht verderbliche Trinkwasser wurde durch den Rumzusatz eher wieder genießbar. Der Zusatz von Zitronen- oder Limettensaft ergab dann noch eine Vitamin C-Dosis, die die Seeleute auf ihren langen Fahrten gut gebrauchen konnten. Also eine rundherum geniale Idee des Admirals.

Nach seiner Laufbahn auf hoher See wurde Vernon Parlamentsmitglied für Ipswich in Suffolk. In dieser Grafschaft hatte er sich niedergelassen und wohnte im Orwell Park, ein Anwesen am Ortsrand von Nacton, südöstlich von Ipswich. Heute ist hier die Orwell Park School untergebracht. In einem Anbau findet man das Observatorium, das ein späterer Besitzer, Colonel George Tomline, ein begeisterter Astronom, errichten ließ. Die markante Kuppel verleiht dem imposanten Schulgebäude noch einen besonderen Reiz.

„Old Grog“ starb am 30. Oktober 1757 in Orwell Park und wurde nur wenige Meter entfernt in der Dorfkirche von Nacton, in St Martin’s, beigesetzt. Ein Marmordenkmal erinnert an den Sieger von Portobello in der Westminster Abbey in London.

Orwell Park School. Hier residierte einst Edward Vernon.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Observatorium von Orwell Park.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatorium von Orwell Park.
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St Martin's in Nacton (Suffolk).    © Copyright Keith Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Tylney Hall Hotel bei Hook in Hampshire

Ein Country House Hotel, das ich sehr genossen habe, ist Tylney Hall in Hampshire, nördlich von Basingstoke bei Hook gelegen.

1898 wurde Tylney Hall erbaut, diente während des 1. Weltkriegs als Krankenhaus, danach als Privatschule und seit 1985 schließlich als Hotel. Das Haus ist von sehr schönen Gärten umgeben, auf die das Oak Room Restaurant blickt, das von Küchenchef Stephen Hine geleitet wird; ein wunderschön gestalteter Raum, in dem wir unser Abendessen zu uns nahmen.

Das Hotel ist sehr beliebt für Hochzeitsfeiern, so ist die „Gefahr“ am Wochenende durchaus gegeben, dass man in größere Feierlichkeiten gerät.

112 Zimmer sind im Hotel vorhanden, die vom Deluxe-Zimmer bis zu den großen Duke und Duchess-Suiten reichen, die natürlich mit Himmelbetten ausgestattet sind.

Es gibt ein Außen- und ein Hallenschwimmbad und jede Menge Wellnessangebote.
Die Übernachtungspreise beginnen bei  etwa 340 Euro für ein Doppelzimmer und klettern bis 730 Euro für die großen Suiten.

Tylney Hall gehört zu der Gruppe der Elite-Hotels, zu denen  auch Ashdown Park und Luton Hoo gehören, über die ich an dieser Stelle schon einmal berichtet habe.

Im vergangenen Jahr sorgte das Hotel für Schlagzeilen, als der Kronprinz von Thailand während der Unruhen in seinem Land, zusammen mit einem Tross von 30 Personen, einen ganzen Teil des Hauses in Beschlag nahm. Überall war Sicherheitspersonal zu sehen, vor dem Haus parkten unter einem Zeltdach zwei Mercedes-S-Klasse-Limousinen und die „normalen“ Gäste fühlten sich nicht so richtig wohl, wenn sie misstrauisch von den Thai-Security-Leuten beäugt wurden. Doch nach einigen Tagen war der Spuk vorbei und es kehrte wieder Ruhe in das idyllisch gelegene Hotel ein.

Dieser Film vermittelt einen Eindruck von dem Hotel in Hampshire.

Tylney Hall Hotel
Ridge Lane
Rotherwick
Hook, Hampshire RG27 9AZ

Foto meines Hotelprospekts.

Foto meines Hotelprospekts.

Der Swimmingpool des Hotels.     © Copyright HackBitz and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Swimmingpool des Hotels.
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Das Einfahrtstor.    © Copyright Brendan and Ruth McCartney and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Einfahrtstor.
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Published in: on 8. Juni 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Die Schlacht von Maiwand (Afghanistan) am 27. Juli 1880 – Einige Anmerkungen

Die Schlacht von Maiwand. This image  is in the public domain because its copyright has expired.

Die Schlacht von Maiwand.
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Was haben/hatten eigentlich britische, US-amerikanische, russische oder deutsche Truppen in Afghanistan zu suchen? Sind jemals in den genannten Ländern afghanische Truppen eingefallen und haben dort Krieg geführt?

Am 27. Juli 1880 kam es im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg zu der Schlacht bei Maiwand, einem Ort in der Provinz Kandahar, bei der rund 2600 britische Soldaten auf 8500 afghanische Krieger stießen. Die Schlacht endete mit einer Niederlage der Briten, die 1757 Tote zu beklagen hatten, während auf der gegnerischen Seite 1250 reguläre Soldaten fielen, sowie über 1000 irreguläre Kämpfer. Wofür??

Beteiligt an der Schlacht von Maiwand war auch das 66th (Berkshire) Regiment of Foot, das um 286 Soldaten dezimiert wurde (die Zahlen variieren je nach Quelle). An diese fern von der Heimat gefallenen Männer erinnert ein Denkmal in den Forbury Gardens von Reading, der Hauptstadt Berkshires, das von der größten Löwenstatue weltweit gekrönt wird. 16 Tonnen schwer ist das Tier und 9,5 Meter lang. Ich berichtete in meinem Blog schon einmal über den Maiwand Lion.

Das Berkshire Regiment hatte auch einen Hund aus Reading mit nach Afghanistan genommen, einen Mischling namens Bobbie, der als Maskottchen diente und der bei der Schlacht von Maiwand die afghanischen Truppen wütend anbellte. Er wurde bei den Kampfhandlungen verletzt und humpelte mit den verwundeten Soldaten vom Schlachtfeld zurück. Er hatte die besondere Ehre, zusammen mit anderen Regimentsmitgliedern, später der Königin Victoria in London vorgestellt zu werden. Bobbie hatte die Schlacht überlebt, starb aber ein Jahr später, als ihn eine Kutsche in Gosport in Hampshire überfuhr. Die Nachricht über seinen Tod soll die Königin zu Tränen gerührt haben. Den ausgestopften und ordensgeschmückten Bobbie kann man im The Rifles Berkshire and Wiltshire Museum in Salisbury bewundern.

Surgeon-Major Alexander Francis Preston war Truppenarzt bei der Schlacht von Maiwand und wurde dort auch verletzt. Vielleicht würde sich heute kaum noch jemand an den Mann erinnern, wenn nicht Sir Arthur Conan Doyle gewesen wäre, der seine Figur des Dr. John Watson nach dem Regimentsarzt geformt hätte. In der ersten Sherlock Holmes-Geschichte „A Study in Scarlet“ (dt. „Eine Studie in Scharlachrot“) errät der Meisterdetektiv bei der ersten Begegnung mit Watson, dass dieser gerade aus Afghanistan zurückgekommen ist.

Der Autor des „Dschungelbuches“, Rudyard Kipling, lernte einen Soldaten kennen, der in der Schlacht von Maiwand mitgekämpft hatte, und schrieb daraufhin das Gedicht „That Day„.

Über die Schlacht von Maiwand sind mehrere Bücher geschrieben worden, u.a. „Maiwand: The Last Stand of the 66th (Berkshire) Regiment in Afghanistan, 1880“ von Richard J. Stacpoole-Ryding (The History Press 2008, 224 Seiten, ISBN 978-0752445373) und der Roman „Red Runs the Helmand“ von Patrick Mercer (HarperCollins 2012, 400 Seiten, ISBN 978-0007302772).

Der Maiwand Lion in den Forbury Gardens in Reading (Berkshire).    © Copyright Kevin Young and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Maiwand Lion in den Forbury Gardens in Reading (Berkshire).
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Published in: on 7. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Twinkle, Twinkle Little Star – Die Sängerin Lynn Annette Ripley (1948-2015) und „Terry“, ihr einziger Hit am britischen Chartshimmel im Jahr 1964

Lynn Annette Ripley wurde 1948 in Surbiton, das heute zu Greater London gehört, geboren und starb jetzt am 21.Mai auf der Isle of Wight an Krebs. „Twinkle, Twinkle Little Star“ könnte man als Überschrift über ihre kurze Karriere im Musikbusiness wählen, denn unter dem Namen Twinkle war sie eine Zeit lang bekannt und ihr Stern verlosch sehr schnell wieder, nachdem er am Himmel kurzfristig gefunkelt hatte. Während des Französischunterrichts an der Queen’s Gate School im Londoner Stadtteil Knightsbridge (an der u.a. auch Camilla, Duchess of Cornwall, Vanessa Redgrave und Nigella Lawson weilten) soll die 14-jährige Lynn einen Song geschrieben haben, den sie „Terry“ nannte und den sie durch Vermittlung ihres Freundes Dec Cluskey, Mitglied der Popband The Bachelors, 1964 in den Studios von Decca Records aufnehmen konnte.

In „Terry“ geht es um einen jungen Mann, der bei einem Motorradunfall ums Leben kommt, ein Motiv, das in den 1960er Jahren häufiger im Popmusikbereich anzutreffen war (z.B. „Leader of the Pack“ von der US-Girlgroup The Shangri-Las). Der Song schlug ein und schaffte es in die britischen Charts, wo er bis auf Platz 4 kletterte. Sowohl die BBC als auch ITV legten einen Bannstrahl auf das Lied und spielten es nicht, weil es ihrer Meinung nach den guten Geschmack verletzte. Trotzdem blieb „Terry“ 15 Wochen lang in den Charts.

Twinkle ging mit den Rolling Stones auf Tournee, wobei sich Mick Jagger und Brian Jones um die Gunst der jungen Dame gestritten haben sollen.
Leider konnte Twinkle an den Erfolg von „Terry“ nicht mehr anknüpfen, denn ihre folgenden Plattenaufnahmen fanden kaum noch Gehör. „Golden Lights“ kam nicht einmal mehr unter die Top 20, ganz zu schweigen von den anderen Singles, die Twinkle 1965 und 1966 veröffentlichte. Wir haben es hier also mit einem der vielen One Hit Wonders der 1960er Jahre zu tun.

Hier ist noch einmal „Terry“ zu hören und hier die Anschluss-Single „Golden Lights„.

Published in: on 6. Juni 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Village Signs – Great Bentley (Essex)

 

Die Vorderseite des Village Signs. Author: Terryjoyce. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die Vorderseite des Village Signs.
Author: Terryjoyce.
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Auf dem riesigen Village Green von Great Bentley in Essex steht das Village Sign, das mit einigen wenigen Darstellungen auf die Highlights des Dorfes hinweist. Im Mittelpunkt des Schildes sind zwei Bauern bei der Arbeit, einen Pferdewagen zu beladen. Links und rechts werden die beiden Landmänner von Sportlern eingerahmt: Links zwei Cricketspieler, rechts zwei Fußballspieler. Im Hintergrund wacht die normannische Kirche St Mary’s über das Geschehen vor ihr. Eine Windmühle ist über dem Schild angebracht, deren Original 1762 gebaut wurde und die früher einmal am Green stand. Auf der Rückseite des Village Signs sieht man eine Lokomotive, einen Schmied und einen Mann, der irgendetwas auf einer Sackkarre transportiert. Die Lokomotive weist auf die Bedeutung hin, die der Anschluss an das Schienennetz für Great Bentley hatte.

Die Fußballspieler gehören zum Great Bentley Football Club, der 1895 gegründet wurde, die beiden Cricketspieler zum Great Bentley Cricket Club, der seine Spiele auf dem Green austrägt.

Das Village Green erwähnte ich eben schon mehrere Male; es handelt sich hier um das größte ganz Englands mit einer Fläche von rund 170 000 m². Wenn alle Hundebesitzer Great Bentleys gleichzeitig ihre Vierbeiner auf dem Green ausführen würden, so kämen die  sich nicht im entferntesten in die Quere. Das Village Green von Warborough in Oxfordshire fand ich schon beachtlich in seinen Ausmaßen, aber dieses hier ist schon gewaltig. Es bietet sich geradezu für Dorffeste an, die denn auch auf dieser riesigen Grasfläche veranstaltet werden wie The Great Bentley Village Carnival and Fete, das demnächst wieder am 27. Juni stattfindet. Damit das Village Green so bleibt wie es ist und nicht in irgendeiner Form verunstaltet wird, darum kümmern sich die Friends of the Green.

Natürlich gehört zu einem Village Green ein Pub; diese Rolle nimmt The Plough Inn an der Plough Road ein. Ein paar Meter weiter steht das Restaurant 43, für all jene, die statt zu einem Pint lieber zu einer Flasche Wein greifen und in einer „stylishen“ Atmosphäre dinieren möchten.

Fazit: Great Bentley hat so einiges zu bieten und ist einen Abstecher von der A120 (Colchester-Harwich) wert, die einige Kilometer nördlich vom Ort vorbeiführt.

Hier ist ein Schwenk über das Green von Great Bentley.

...und die Rückseite. Author: terryjoyce. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

…und die Rückseite.
Author: Terryjoyce.
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The Plough Inn am Green.    © Copyright Robert Edwards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Plough Inn am Green.
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Das Kriegerdenkmal auf dem Village Green.    © Copyright Robert Edwards and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Kriegerdenkmal auf dem Village Green.
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Das Griechische Theater im Bradfield College in Berkshire

Teile des Bradfield Colleges, das über den ganzen Ort Bradfield verteilt ist.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Bradfield College, das über den ganzen Ort Bradfield verteilt ist.
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Ende des 19. Jahrhunderts war Dr Herbert Gray der Direktor des Bradfield Colleges in der kleinen Gemeinde Bradfield, westlich von Reading in Berkshire. Die renommierte, 1850 gegründete Schule hatte auf ihrem weitläufigen Gelände eine ehemalige Kreidegrube und da der Schulleiter eine Vorliebe für die Antike hatte, kam er eines Tages auf die Idee, diese Grube in ein griechisches Amphitheater umzugestalten. Gesagt, getan und mit der Hilfe von Schülern wurden Sitzreihen in den Abhang eingebaut und eine Bühne angelegt, wobei Mr. Gray immer das Theater von Epidauros im Hinterkopf hatte. So ähnlich sollte sein Greek Theatre aussehen.
1890 war alles fertig, und eingeweiht wurde das Theater mit einer Aufführung von Sophokles‘ Tragödie „Antigone„. Im Abstand von jeweils drei Jahren wurden von nun an Schauspiele der großen griechischen Meister wie Äschylos und Euripides einstudiert und aufgeführt. Später erweiterte man das Repertoire auch auf Stücke von William Shakespeare.

Die Theateraufführungen des Bradfield Colleges wurden allmählich im ganzen Land berühmt und zogen auch namhafte Persönlichkeiten an wie Agatha Christie, T.S. Eliot  und die Schauspielerin Sybil Thorndyke.

Doch nach über 100 Jahren merkte man, dass der Zahn der Zeit an dem Amphitheater genagt hatte. Die Steine waren  brüchig geworden und die Sicherheit für die Zuschauer war nicht mehr gewährleistet, so dass das Greek Theatre 2009 geschlossen wurde. Da Lehrer, Schüler und Ehemalige aber auf ihr Theater nicht verzichten wollten, gab man eine Neugestaltung in Auftrag, die von der Londoner Firma Studio Octopi vorgenommen wurde. Über eine Million Pfund hatte man investiert und damit entstand, wie der Phönix aus der Asche, ein komplett neues Amphitheater, bei dessen Besuch die Zuschauer nicht mehr füchten mussten, sich die Beine zu brechen.
Die Einweihung fand am 10.Mai 2014 statt und im Monat darauf ging es wieder los, natürlich mit einer erneuten Aufführung der „Antigone“. Die Schüler-Schauspieler studieren die Stücke jeweils  neun Monate lang ein, wobei die griechischen Tragödien in der Originalsprache vorgetragen werden.

Dieser Film zeigt wie das Theater vor der Neugestaltung aussah und hier sind Ausschnitte aus der Eröffnungsgala 2014 zu sehen.

...und noch einmal Gebäude des Bradfield Colleges.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und noch einmal Gebäude des Bradfield Colleges.
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Anthony Willliam Hall (1898-1947) – Der Mann, der George V. vom Thron stoßen wollte

König George V., der nach Meinung Halls unrechtmäßig auf dem Thron saß. This work is in the public domain.

König George V., der nach Meinung Halls unrechtmäßig auf dem Thron saß.
This work is in the public domain due to its age.

Anthony William Hall (1898-1947) war ein ehemaliger Polizeibeamter in Shropshire, der in den 1930er Jahren felsenfest davon überzeugt war, dass nicht George V, der seinerzeit auf dem Thron saß, der rechtmäßige König war, sondern er selbst, King Anthony I. Und diese Überzeugung verkündete er gern und oft bei zahllosen Ansprachen, die er im ganzen Land hielt. Über mangelnde Zuhörerschaft brauchte er sich nicht zu beklagen, die ihm Beifall klatschte, wenn er behauptete, dass der gegenwärtige König als Deutscher (George V entstammte dem Fürstenhaus Sachsen-Coburg und Gotha) kein Recht darauf habe, Großbritannien zu regieren. Er solle seine Koffer packen und das Land verlassen. Bei einer seiner Ansprachen in Birmingham geriet er in Rage und behauptete, er hätte keine Probleme damit, den König wie einen tollwütigen Hund über den Haufen zu schießen. An anderer Stelle verstieg er sich zu der Äußerung, er wäre gern der erste Polizist, der einem König den Kopf abschlagen würde.

Seine Thronanwartschaft erklärte Hall damit, dass er ein direkter Nachfahre Heinrichs VIII sei und zwar durch einen unehelichen Sohn des Königs namens Thomas Hall. Weiterhin behauptete er, dass König James I (1566-1625) als Kind bereits ermordet und durch ein anderes Kind, ein Wechselbalg, ausgetauscht wurde, das James Erskine hieß. Fazit: Alle Abkömmlinge dieses falschen Königs, sind nicht legitimiert, auf dem Thron zu sitzen.

Natürlich blieben diese Anschuldigungen dem Königshaus nicht verborgen und man machte Druck, diesen merkwürdigen Mann als unzurechnungsfähig zu erklären. Doch die beiden mit der Untersuchung des Geisteszustandes Halls beauftragten Ärzte waren der Meinung, dass er nicht verrückt war. Buckingham Palace wollte den Exzentriker unbedingt aus dem Weg haben, ohne dass der König in diesen Fall zu sehr involviert wurde. Hall wurde festgenommen, mit der Begründung, dass er sich einer ungebührlichen skandalösen Sprache bediente und zu einer Geldstrafe verurteilt. Nach einer letzten Rede in Birmingham hörte der Mann auf, seine Thronansprüche geltend zu machen und verschwand von der Bildfläche. Später tauchte der Name Anthony William Hall noch einige Male in den Medien auf, als er sich mit seiner Ehefrau vor Gericht wegen einer Scheidungsklage und mit seiner Schwester wegen des elterlichen Hauses stritt.

1947 starb Anthony I. in Little Dewchurch in Herefordshire, wo er auf dem Kirchhof von St David’s begraben ist.

Der Schriftsteller John Harrison nahm diese Geschichte als Grundlage für seinen Roman „Heir Unapparent“ (Windstorm Creative 2005. 266 Seiten. ISBN 978-1590921876).

St David's in Little Dewchurch (Herefordshire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St David’s in Little Dewchurch (Herefordshire).
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Published in: on 3. Juni 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Swindon (Wiltshire) Teil 2: Prominente aus dem Showbusiness

Swindons High Street.    © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Swindons High Street.
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Swindon in Wiltshire zählt heute so etwa 185 000 Einwohner und darunter waren in den letzten Jahrzehnten so einige, die im Showbusiness Karriere gemacht haben. Ich habe einmal einige Beispiele zusammengestellt:

Rick Davies wurde am 22. Juli 1944 in Swindon geboren. Er war der Gründer der Band Supertramp, und er verbrachte seine Kindheit und Jugend im Haus seiner Eltern in 43 Eastcott Hill, einer abschüssigen Straße mit schmucklosen Reihenhäusern. Hier entstand seine Begeisterung für Musik und hier begann seine Karriere als ein weltweit bekannter und gefeierter Künstler. Hier ist ein Konzertmitschnitt.

Gilbert O’Sullivan war mit Davies befreundet, sie spielten zusammen in einer Band und später war O’Sullivan Trauzeuge bei Davies‘ Hochzeit. Er wurde 1946 in Irland geboren und zog mit seinen Eltern nach Swindon, wo er im Frobisher Drive wohnte. Dieser Straße widmete er 1988 ein Lied, das merkwürdigerweise nur in Deutschland veröffentlicht wurde. Er hatte hier mit seinen Songs „Clair„, „Alone Again“ und „Get Down“ große Erfolge gehabt, aber auch in seinem Heimatland war er mehrfach unter den Top Ten vertreten.

– Die Schauspielerin Diana Dors hatte ich in meinem gestrigen Blogeintrag schon erwähnt. Sie wurde als Diana Mary Fluck am 23. Oktober 1931 in Swindon geboren und ihre Schauspielkarriere begann etwa zur gleichen Zeit wie die von Marilyn Monroe auf der anderen Seite des Atlantik, mit der sie immer wieder auf Grund ihres Aussehens verglichen wurde. Die Filme, in denen sie mitspielte, gehören nicht gerade zu den Klassikern, aber sie hatte doch eine ziemlich große Fangemeinde. Sie starb schon sehr früh im Alter von nur 52 Jahren. Diana Dors‘ Elternhaus stand in der Marlborough Road 210, ein hübsches einstöckiges Haus an einer vielbefahrenen Straße, der B4006.

– Auch die Schauspielerin und Sängerin Billie Piper wurde in Swindon geboren und zwar am 22. September 1982. Im Alter von 15 Jahren hatte sie einen Nummer-Eins-Hit in England mit „Because We Want To„; das hatte vor ihr noch nie jemand geschafft. Als Schauspielerin wurde sie später vor allem durch ihre Auftritte in den TV-Serien „Dr Who“ und „Secret Diary of a Call Girl“ bekannt.

– Mitte der 1970er Jahre formierte sich in Swindon die Rockband XTC um den Sänger Andy Partridge. Ihr größter Erfolg war „Making Plans For Nigel“ aus dem Jahr 1979, das Platz 17 der britischen Single-Charts erreichte. Bassist Colin Moulding und Drummer Terry Chamber sind echte Swindonians, sie wurden in der Stadt geboren, während Andy Partridge auf Malta geboren wurde und mit seinen Eltern später nach Wiltshire zog.

– Swindons vielleicht attraktivster „Export“ ist Melinda Messenger, die am 23. Februar 1971 in der Stadt geboren wurde. Bewundern konnte man sie eine Zeitlang auf Seite 3 der „Sun“, wo sie ihre körperlichen Reize zur Schau stellte. Vom Page 3 Girl wechselte sie ins Fernsehen über, wo sie zahlreiche TV-Shows moderierte.

Rick Davies. Author: Robert Möckel. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Rick Davies.
Author: Robert Möckel.
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Gilbert O'Sullivan. Author: rolli22. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Gilbert O’Sullivan.
Author: rolli22.
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Published in: on 2. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Swindon (Wiltshire) Teil 1: „Swindon: The Opera“

Das Museum of the Great Western Railway STEAM.    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum of the Great Western Railway STEAM. Hier wurde die Swindon-Oper uraufgeführt.
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Swindon als Thema einer Oper? Klingt sehr ungewöhnlich, gibt es aber tatsächlich. Am 7. Juli 2012 wurde „Swindon: The Opera“ uraufgeführt, anlässlich des „Diamond Jubilees“ der Königin von England. Die Musik komponierte die 1930 in London geborene Betty Roe, der Text stammt aus der Feder von Matt Fox. Ausgestattet mit £60,000 aus Lotterieeinnahmen produzierte Swindons Janice Thompsons Performance Trust, der Kindern im Alter von 4 bis 18 Jahren Gesangsunterricht erteilt, die Oper, in der es um 60 Jahre Geschichte der ehemaligen Eisenbahnstadt geht.

Erzählt wird die Geschichte auf der Bühne von Diana Dors, einer der Berühmtheiten Swindons; natürlich nicht von ihr selbst (die Schauspielerin, Großbritanniens Antwort auf Marilyn Monroe, starb bereits 1984), sondern von Polly Leach, die sie verkörpert. Im Mittelpunkt steht die Familie Eveley, die man in der Oper auf ihrem Weg von 1952 bis 2012 begleitet, dabei alle Höhen und Tiefen ihres Lebens miterlebt und dabei einiges über die neuere Geschichte der Stadt in Wiltshire erfährt. Das Ende des Eisenbahnbaus 1986, der Magic Roundabout und der örtliche Fußballverein Swindon Town, um nur einige Themen zu nennen, stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Uraufführung fand im Museum of the Great Western Railway STEAM statt, dort wo früher die Lokomotiven gebaut wurden (in Spitzenzeiten baute man in den Hallen drei Loks pro Woche). „Swindon: The Opera“ erntete in der Region sehr viel Beifall; man hatte es der Stadt, die im Land keinen allzu guten Ruf besitzt, eher nicht zugetraut, so etwas auf die Beine stellen zu können.

Hier ist ein Ausschnitt aus der Oper zu hören und hier sind Interviews mit Teilnehmern.