Theberton in Suffolk – Hier wurde der letzte deutsche Zeppelin im Ersten Weltkrieg abgeschossen

Die Erinnerungsplakette an die 16 gefallenen deutschen Soldaten in Theberton.     © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Erinnerungsplakette an die 16 gefallenen deutschen Soldaten in Theberton.
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Ob es wirklich so eine gute Idee war, im Ersten Weltkrieg von deutscher Seite aus Zeppeline einzusetzen, um damit Städte und Dörfer in England zu bombardieren? Die trägen, langsamen Luftfahrzeuge wurden schnell zum Opfer englischer Jagdflugzeuge oder wurden vom Boden aus abgeschossen. Der letzte Zeppelin, den das Schicksal ereilte, war der L48 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Franz Georg Eichler. Drei Orte hatte er in Suffolk bombardiert: Falkenham, Kirton und Martlesham, ohne dass dabei großer Schaden entstand, denn die Bomben fielen fast alle auf Felder. Dann ging es Schlag auf Schlag, der L48 verlor über Harwich an Höhe, technische Problem traten auf und drei Jagdflugzeuge griffen den angeschlagenen Zeppelin an. Große Mühe hatten die Piloten nicht, das riesige Luftschiff zu treffen, das in den frühen Morgenstunden des 17. Juni 1917 brennend auf dem Gelände der Holly Tree Farm bei Theberton zu Boden stürzte.

16 Crewmitglieder kamen ums Leben, drei konnten sich schwer verletzt aus dem Zeppelin retten, von dem nur noch das Skelett übrigblieb. Die deutschen Soldaten wurden auf dem Friedhof von St Peter in Theberton beigesetzt, später wurden sie nach Cannock Chase in Staffordshire überführt, wo schon zahlreiche andere gefallene Kameraden lagen. Eine Plakette in Theberton erinnert noch an die Zeppelincrew, auf der die Bibelworte „Who art thou who judgest another man’s servant“ („Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest?“) eingraviert sind. Die Fairness der Engländer zeigte sich auch darin, dass auf dem Sarg des Luftschiff-Kommandeurs ein Kranz lag, auf dessen Schleife geschrieben stand: „To a very brave enemy from RFC officers.” RFC war das Royal Flying Corps .

Nach dem Absturz von L48 strömte eine Menschenmenge zu dem Wrack und viele versorgten sich mit einem Erinnerungsstück. Auch in St Peter in Theberton hat man ein Stück des abgeschossenen Zeppelins aufbewahrt, das in einem Glaskasten untergebracht ist.

Hier ist ein Augenzeugenbericht über den Absturz von L48.

Auf dem Village Sign von Theberton kann man das ausgebrannte Wrack des Zeppelins neben der Kirche St Peter sehen.

Das Buch zum Artikel:
Mark Mower: Zeppelin over Suffolk – The final raid of L48. Pen & Sword Aviation 2008. 160 Seiten. ISBN 978-1844157372.

St Peter in Theberton. Hier wird noch immer ein Wrackteil des deutschen Zeppelins aufbewahrt.    © Copyright Ashley Dace and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter in Theberton. Hier wird noch immer ein Wrackteil des deutschen Zeppelins aufbewahrt.
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Published in: on 17. Juni 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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