Lister’s Mill in Bradford (West Yorkshire)

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Bradford in West Yorkshire ist eine Großstadt mit etwa einer halben Million Einwohner im Dunstkreis von Leeds. Keine Stadt außer London wächst so schnell, und es leben hier überdurchschnittlich viele Menschen mit asiatischem Hintergrund (über 25%).

Die Blütezeit erlebte Bradford im 19. Jahrhundert, als sich die Stadt von einer kleinen Gemeinde in eine boomende Industriestadt entwickelte. Der Grund dafür war die Textilindustrie, die Tausende von Menschen nach Bradford zog. Samuel Cunliffe Lister (1815-1906) baute 1838 eine Fabrik, in der er viele Frauen und Männer beschäftigte und die ihn zu einem mehrfachen Millionär machte. Nachdem die sogenannten Manningham Mills 1871 bei einem Feuer zerstört wurden, baute Lister neu und noch größer, so dass Lister’s Mill der größte Gebäudekomplex im ganzen Norden Englands war. Nirgendwo auf der Welt wurde mehr Seide produziert und der in Bradford hergestellte Samt war so berühmt und begehrt, das man Lister „The King of Velvet“ nannte. Noch 1976 fertigte man Samtvorhänge für das Weiße Haus in Washington an.

Über viele Jahrzehnte hinweg blieb die Textilproduktion hier in West Yorkshire, bis es dann in den 1980er Jahren bergab ging. Die Konkurrenz in Fernost wurde übermächtig, so dass die Fabrik 1992 ein für alle Mal geschlossen wurde.

Was sollte man jetzt mit den riesigen Gebäuden an der Lilycroft Road anfangen? Abreißen, sie einem neuen Verwendungszweck zuführen? Man entschied sich für Letzteres. Die Firma Urban Splash, die sich auf den Umbau historischer Industrieanlagen spezialisiert hat, kaufte Lister’s Mill und begann im Jahr 2004 mit den umfangreichen Arbeiten. Im Silk Warehouse entstanden 131 Apartments, die sehr schnell verkauft wurden, in die Velvet Mill kamen ebenfalls Wohnungen und im Erdgeschoss siedelten sich Geschäfte. Das Architektenbüro David Morley Architects versuchte bei den Umbauarbeiten möglichst viel von der Originalsubstanz mit einzubeziehen, so dass hier großartige Gebäude entstanden sind, die von der Times einmal als „breathtaking as Versailles“ beschrieben wurden.

Lister’s Mill mit seinem riesigen Schornstein ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass man nicht immer alles Alte abreißen und durch oft anonyme, seelenlose Neubauten ersetzen muss, sondern, dass man Neues und Altes sehr wohl miteinander verschmelzen kann.

Dieser Film zeigt die Umbauarbeiten und hier kann man sich ein Bild von dem Komplex und vom Schornstein von oben machen.

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  1. Wie es sich für einen richtigen englischen Industriellen des 19. Jahrhunderts gehört, wurde der genannte Samuel Cunliffe Lister in den Adelsstand erhoben. Standesgemäss bewohnte er Swinton Park, einen prachtvollen und weitläufigen Landsitz in den Yorkshire Dales, das heute ein edles Country House Hotel ist (http://www.swintonpark.com/).

    Es ist übrigens heute auf den Tag ein Jahr her, dass wir auf dem Weg von Harrogate nach Manchester Airport für den Rückflug in die Schweiz Bradford auf seiner Ringstrasse umfuhren und somit Lister’s Mill knapp verpasst haben. Vielen Dank für diesen interessanten Wissenszuwachs!


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