Countryside – Das Magazin für alle, die das ländliche Leben lieben

 With friendly permission of Countryside Magazine

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Seit einiger Zeit sind in Deutschland Magazine sehr beliebt, die sich in irgendeiner Weise mit dem Landleben beschäftigen. Die 2005 ins Leben gerufene Zeitschrift „Landlust“ zum Beispiel ist mit einer Auflage von über einer Million Exemplaren Marktführer und das zu einer Zeit, in der Printmedien um ihr Überleben kämpfen müssen.

Auf dem englischen Zeitschriftenmarkt gibt es auch seit langem Magazine, in deren Titel das Wort „Country“ erscheint wie „Country Living“ oder das exklusive „Country Life“.

Heute möchte ich in meiner Reihe, in der ich interessante Zeitschriften aus England vorstelle, auf das Magazin „Countryside“ der NFU, der National Farmers Union, aufmerksam machen, das es sowohl als Print- als auch als Digitalausgabe gibt. Redaktionell erstellt wird Countryside in Stoneleigh Park, südlich von Coventry in Warwickshire, unter der Ägide von Martin Stanhope. Im Jahr 2012 erhielt die Zeitschrift die Auszeichnung Magazine of the Year der National Federation of Retail Newsagents. Die durchschnittliche Auflage der monatlich erscheinenden Zeitschrift liegt bei rund 36 000 Exemplaren.

Food, Farming und Rural Life“ sind die drei tragenden Säulen des Magazins. Hier sind einige Beispiele, womit sich „Countryside“ beschäftigt:

In der September-Ausgabe finden wir u.a. ein Porträt des Fledermausexperten John Drewett, einen Bericht über die Haselmaus und als Reisetipp wird das Wye Valley an der walisisch-englischen Grenze vorgestellt.

Die August-Ausgabe bietet z.B. Artikel über einen Eisenbahntrip in die schottischen Highlands, über die Kriminalität auf dem Land, und wie die Polizei von Northamptonshire damit umgeht, und über das National Landscape Discovery Centre The Sill in Northumberland.

In diesem Film stellt sich das „Countryside Magazine“ selbst vor.

Published in: on 31. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pubnamen – The Four Alls

Ein besonders gelungenes Pubschild aus Caernarvon in Wales.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein besonders gelungenes Pubschild aus Caernarfon in Wales.
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Als wir mit unserem Narrowboat von Evesham in Richtung Stratford-on-Avon fuhren, kamen wir am Ortseingang von Welford-on-Avon (Warwickshire), wo wir schon einmal in einem Cottage gewohnt hatten (ich berichtete in meinem Blog über The Bell Inn), an einem Pub vorbei, der den merkwürdigen Namen The Four Alls trug. Es ist nicht der einzige Pub in England und Wales mit diesem Namen, der bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht.
Was bedeuten nun diese vier „Alls“?

Da ist zuerst einmal der König mit dem Ausspruch „I rule for all
Dann kommt der Geistliche, der da spricht „I pray for all
Als nächstes kommt der AnwaltI plead for all
Der Soldat wird zitiert mit „I fight for all“ bzw. der Arbeiter mit „I work for all

Beim Soldaten und dem Arbeiter gibt es von Pub zu Pub Abweichungen. Mal wird der eine, mal der andere auf dem Pubschild verewigt. Es gibt auch eine Version mit John Bull, der sarkastisch sagt „I pay for all„. Und dann gibt es noch Pubs, auf denen fünf dieser Personen versammelt sind und die „The Five Alls“ heißen.

Hier sind einige Beispiele für Pubs, die sich den Namen The Four Alls zugelegt haben:

Der bereits erwähnte Pub in Welford-on-Avon an der Binton Bridge. Ich kenne ihn noch als „normalen“ Pub, seit 2014 gehört er zu der Steak and Cider Works Pub Company. Jetzt legt man mehr Wert auf den kulinarischen Aspekt. Man kann hier sehr schön draußen sitzen und sich die Boote ansehen, die auf dem Avon sanft und langsam dahingleiten.

An der Grenze zwischen North Yorkshire und dem County Durham, mitten in Ovington im Teesdale, gibt es ein Four Alls, das auch einige Zimmer zur Verfügung stellt und das über eine eigene kleine Brauerei verfügt, deren Biere man nur im Pub bekommt. Hier ist ein Film über das Gasthaus.

In der Nähe des sagenumwobenen Pendle Hills, in Higham (Lancashire), befindet sich der Four Alls Inn. Das Pubschild zeigt den König, den Geistlichen, den Soldaten und den Normalbürger, der alles bezahlt. Der Gasthof, der  1792 erbaut wurde und der früher einmal ein Gerichtshaus war, ist der einzige in Higham.

In der Nähe von Market Drayton in Shropshire, genauer gesagt, an der A529 bei Woodseaves, liegt der Four Alls Inn, der über einen motelartigen Anbau verfügt und in dem u.a. Biere aus der Joule’s Brewery in Market Drayton ausgeschenkt werden.

Aus dem 17. Jahrhundert, als William und Mary regierten, gibt es einen schönen Spruch, der zum heutigen Thema passt:

King William thinks all
Queen Mary talks all
Prince George drinks all
Princess Ann eats all

The Four Alls in Welford-on-Avon.   © Copyright Jonathan Thacker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Four All in Ovington.   © Copyright Peter McDermott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Four Alls Inn in Higham.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Four Alls Inn bei Woodseaves.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls Inn bei Woodseaves.
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Published in: on 30. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Rockingham Castle und seine gewaltige „Elefantenhecke“

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Auf halbem Weg zwischen Birmingham und Peterborough steht das Rockingham Castle, eine Burg wie aus dem Bilderbuch mit einem von zwei dicken Türmen geschützten Eingangstor. Die Geschichte dieser Burg lässt sich bis zur Zeit von Wilhelm dem Eroberer zurückverfolgen. Charles Dickens war hier häufig zu Gast, denn er war mit den damaligen Besitzern befreundet. Das Haus Chesney Wold in dem Roman „Bleak House“ (dt. „Bleak House“), in dem Sir Leicester Dedlock wohnt, soll dem Rockingham Castle nachempfunden sein. Es ist immer wieder erstaunlich, wo man in England überall auf Spuren von Charles Dickens trifft; der Mann muss außerordentlich reiselustig gewesen sein.

So eine alte Burganlage ist natürlich ideal für Filmproduzenten, die eine entsprechende Kulisse suchen. So wurde die BBC-Serie „By the sword divided„, zwischen 1983 und 1985 gesendet, im Rockingham Castle gedreht. Auch in der Filmkomödie „Top Secret!“ (dt. „Top Secret!“) aus dem Jahr 1984 sieht man einige Szenen, die hier aufgenommen wurden.

Die Burg ist in diesem Jahr für Besucher noch an einigen wenigen Tagen pro Woche bis zum 29. September geöffnet; es sei denn, man heiratet hier, dann haben die Hochzeitsgäste die Burg und die Gärten ganz für sich allein.

Apropos Gärten: Sie beherbergen eine der gigantischsten Hecken, die man sich vorstellen kann: Die Elephant Hedge. Die Eibenhecke soll über 400 Jahre alt sein und erinnert so in etwa an eine Elefantenherde. Die Gärtner von Rockingham Castle hatten und haben auch heute noch alle Hände voll mit dem Schnitt dieses Giganten zu tun, der in zwei parallelen Strängen verläuft, zwischen denen man hindurchgehen kann.

Eine weitere Besonderheit besitzen die Gärten von Rockingham Castle und zwar ein Exemplar des seltenen Taschentuchbaums, der in China beheimatet ist und besonders schöne große weiße Blüten hat, die von weitem wie Taschentücher aussehen.

Die sehenswerte Burg liegt an der A6003 nördlich der kleinen Stadt Corby (Northamptonshire), gleich neben dem Kreisverkehr. Dieser Film zeigt Fotos vom Haus und von den Gärten.

Rockingham Castle
Rockingham
Market Harborough
Leicestershire LE16 8TH

Der Burgeingang.   © Copyright Brian Coleman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Burgeingang.
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The Elephant Hedge.   © Copyright Richard Humphrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Elephant Hedge.
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Published in: on 29. August 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Die Goldbrook Bridge in Hoxne (Suffolk) oder Warum Brautpaare sich scheuen, diese Brücke zu überqueren

Die Goldbrook Bridge in Hoxne.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Goldbrook Bridge in Hoxne.
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Die Goldbrook Bridge in Hoxne im ländlichen Suffolk führt über das kleine Flüsschen Goldbrook und man sagt, die Brücke sei einmal mit einem Fluch belegt worden, der speziell Hochzeitspaaren zum Verhängnis werden könnte. Und da auch heute noch viele Menschen abergläubisch sind, machen manche Brautpaare auf dem Weg zur Kirche lieber einen Umweg als über diese Brücke zu fahren. Wie konnte es dazu kommen?

Edmund der Märtyrer war von 855 bis zu seinem Tod am 20. November 869 König von East Anglia. Er hatte es während seiner Amtszeit mit den Dänen zu tun, die marodierend durch das Land zogen. Als es wieder einmal zu einer Auseinandersetzung zwischen Edmunds Truppen und den Dänen kam und letzere die Sieger waren,  floh der König und versteckte sich unter der Goldbrook Bridge in Hoxne. Dummerweise trug er goldene Sporen an seinen Stiefeln und da die Sonne in einem bestimmten Winkel stand, fielen die Strahlen darauf und reflektierten sie, was wiederum ein Brautpaar sah, dass gerade über die Brücke ging. Die Jungvermählten hatten nun nichts Besseres zu tun, als den Aufenthaltsort des Königs an die Dänen zu verraten. Sofort griffen diese zu und nahmen Edmund gefangen. Brutal wie man damals schon war, banden sie ihn an einen Baum, malträtierten ihn mit einer Peitsche und schossen Pfeile auf ihn ab. Als er tot war, wurde er auch noch geköpft. Bevor es Edmund an den Kragen ging, soll er noch alle Brautpaare, die zukünftig die Goldbrook Bridge überqueren würden, verfluchte. Ein Fluch, der noch heute seine Wirkung hat? Manche Paare sagen sich, man muss ja nicht unbedingt die Probe aufs Exempel machen…

Edmund fand seine letzte Ruhestätte 34 Jahre später in einem Ort weiter westlich von Hoxne, der Beodericsworth hieß (es gibt auch andere Schreibweisen), aus dem später die heutige Stadt Bury St Edmunds wurde.

Auf Hoxne in Suffolk wurde man im Jahr 1992 noch einmal aufmerksam gemacht, als dort der sogenannte Hoxne Hoard gefunden wurde, die größte Sammlung von römischen Gold- und Silbermünzen aus dem 4. und 5. Jahrhundert in ganz Großbritannien, die aus mehr als 15 000 Stücken bestand.

Die Goldbrook Bridge steht in Hoxne gleich neben der Village Hall, die man passenderweise St Edmund’s Hall genannt hat. Ein Gedenkstein an der Brücke erinnert daran, dass Edmund an dieser Stelle gefangengenommen wurde.

Hier soll sich einst König Edmund versteckt haben.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier soll sich einst König Edmund versteckt haben.
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Published in: on 28. August 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Cilla Black (1943-2015) – Die kürzlich verstorbene Sängerin erobert noch einmal die britischen Charts

Cilla Black im Jahr 1970. Foto: Dutch National Archives. his file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Cilla Black im Jahr 1970.
Foto: Dutch National Archives.
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Am 1. August starb Cilla Black in ihrem Haus im spanischen Estepona. Sie gehörte zu den erfolgreichsten englischen Sängerinnen der 1960er Jahre mit elf Top Ten Hits, deren bekannteste wohl „Anyone who had a heart“ und „You’re my world“ waren.
Priscilla Maria Veronica White, so ihr vollständiger Name, wurde 1943 in der Scotland Road in Liverpool geboren (dort, wo auch Holly Johnson, Sänger der Band Frankie Goes To Hollywood, herstammt) und in Liverpool wurde sie auch zu Grabe getragen. Der Trauergottesdienst fand in der St Mary’s Church in Woolton, einem Vorort Liverpools, statt. Cliff Richard sang und ihr langjähriger Freund, der TV-Moderator Paul O’Grady, hielt eine gar nicht so traurige Rede (hier zu hören).

Kurz nachdem Cilla Blacks Tod bekanntgegeben wurde, kletterte ihr Album „The Very Best of Cilla Black„, das schon 1983 veröffentlicht worden war, auf die Spitzenposition der britischen Charts; damals reichte es nur für Platz 20. 2013 wurde es noch einmal neu zusammengestellt, erweitert und „re-mastered“. Das Album enthält u.a. alle 19 Top 40 Hits, die sie im Laufe der Zeit erzielen konnte und auf einer beiliegenden DVD kann man erstmals die Fernsehshow „Cilla at the Savoy“ aus dem Jahr 1966 sehen.

Noch eine Anmerkung: Cilla Blacks Hauptwohnsitz in England lag in einem meiner Lieblingsorte, über den ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben habe, in Denham in Buckinghamshire. Dorthin wurde sie auch von Spanien aus überführt. Während des Trauergottesdienstes versuchten Einbrecher in ihr Haus einzudringen, was allerdings misslang. Schon 1970 hatte sie das Anwesen in Denham gekauft und hin und wieder gab es auch Auseinandersetzungen mit den Nachbarn, wobei es immer wieder um die Bäume an der Grundstücksgrenze ging, die so hoch waren, dass sie den Anrainern das Licht nahmen. Bei einem spektakulären Einbruch wurde der Sängerin und TV-Moderatorin Schmuck im Wert von einer Million Pfund geraubt.

Published in: on 27. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die englischen Bestsellerlisten in der letzten Augustwoche 2015 – Abteilung Sachbücher

Spiegeln die Sachbuch-Bestsellerlisten eines Landes einen Teil der gesellschaftlichen Entwicklung wider? Ich glaube ja. Schon lange werden die Bestsellerlisten Englands, Abteilung Non-Fiction, von Büchern dominiert, die mit Essen und mit Diät zu tun haben. Erst kauft man sich z.B. bei W.H. Smith das Buch „The Great British Bake Off: Celebrations“ von Linda Collister (diese Woche Rang 5) oder Rick SteinsFrom Venice to Istanbul“ (Rang 6), einige Zeit darauf wird bei Amazon Amelia FreersEat.Nourish.Glow: 10 Easy Steps For Losing Weight, Looking Younger and Feeling Healthier“ (dort zurzeit Rang 29) geordert. Die Zahl der übergewichtigen Menschen in England hat deutlich zugenommen. Nimmt man sich da ein Vorbild an den Brüdern und Schwestern jenseits des Atlantiks?

Ein Phänomen ist auf den Bestsellerlisten seit einiger Zeit festzustellen: Die Engländer kaufen mit Vorliebe Malbücher! Nicht etwa Malbücher für Kinder, sondern für Erwachsene. Haben die denn nichts Besseres zu tun, als sich mit Buntstiften die Zeit zu vertreiben und Figuren auszumalen, fragt man sich? Offensichtlich traf die Entscheidung einiger Verlage, diese Art von Büchern zu veröffentlichen, einen Nerv der Bevölkerung, denn sie verkaufen sich wie verrückt.
Auf Platz 1 bis 4 stehen in dieser Woche bei W.H. Smith Malbücher von den beiden Damen, die dieses Genre dominieren: Millie Marotta und Johanna Basford.
Die Waliserin Millie Marotta führt die Bestsellerliste an mit ihrem Buch “ Millie Marotta’s Animal Kingdom“ (dt. „Fantastische Tierwelt: Ein Ausmalbuch zum Entspannen“), in dem man Elefanten, Kraken und ähnliches Getier mit Farben zum Leben erwecken kann (hier ist die Illustratorin bei der Arbeit zu sehen). Ihr zweites Buch under denTop 4 ist „Millie Marott’s Tropical Wonderland: A Coloring Book Adeventure“ (dt. „Fantastische Tropen: Ein Ausmalbuch zum Entspannen“).

Marottas Konkurrentin ist die schottische Illustratorin Johanna Basford. Ihre beiden Titel unter W.H. Smiths Top 4 heißen „Enchanted Forest: An Inky Quest and Colouring Book“ (dt. „Mein Zauberwald“) und „Secret Garden: An Inky Treasure Hunt and Colouring Book“ (dt. „Mein verzauberter Garten: Eine Schatzsuche“). Letzteres hat sich weltweit über eine Million Mal verkauft und war besonders in Paris ein riesiger Erfolg. Hier ist ein Interview mit der Schottin und hier kann man verfolgen wie man den verzauberten Garten ausmalt.

Der Grund für den phänomenalen Erfolg dieser Ausmalbücher? Offensichtlich verspüren viele Menschen einen Hang zur Nostalgie und sie suchen nach einer entspannenden Beschäftigung.

Was finden wir noch unter W.H. Smiths Top Ten Non-Fiction?
Die Autobiografie des englischen You-Tubers Marcus ButlerHello Life!„, dessen Kanal „Marcus Butler“ etwa vier Millionen Abonennten hat.
Die Autobiografie „Me Me Me!“ des TV-Sternchens Charlotte Crosby, die durch Sendungen wie „Celebrity Big Brother“, „Celebrity Juice“ und „The Xtra Factor“ von sich reden machte.

 

Published in: on 26. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Totally Thames 2015 – Veranstaltungen rund um die Themse im Großraum London

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Im September ist es wieder einmal soweit, dann steht einen Monat lang die Themse im Mittelpunkt von über 100 Vernanstaltungen, die in London und Umgebung stattfinden. „Totally Thames„, so der Name des Fluss-Festivals bietet Musik, Kunst, Vorträge, Bootsfahrten usw. Hier ist eine kleine Auswahl:

An mehreren Tagen finden Archaeological Walks entlang des Themseufers statt. Stationen sind u.a. Putney,  Bermondsey, Battersea und Greenwich.

A Mile in My Shoes“ ist ein Event des Empathy Museums, bei dem man eine Meile in den Schuhen einer anderen Person am Fluss entlangläuft und dabei deren Geschichte per Kopfhörer eingespielt bekommt.

Am 26. und 27. September wird der Londoner Tonkünstler Iain Chambers in den Gewölben unterhalb der Tower Bridge erstmals seine Komposition Bascule Chambers aufführen, in der die Geräusche der Zugbrücke mit einbezogen werden.

Rivers of the World“ ist ein Projekt, bei dem junge Menschen aus aller Welt unter professioneller Anleitung ihre Flussstädte porträtieren. Die entstandenen Bilder sind an mehreren Stellen an der Southbank ausgestellt.

Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag startet eine Bootstour auf den Spuren der Ingenieure Marc Isambard und Isambard Kingdom Brunel, die Brücken über und einen Tunnel unter der Themse erbauten.

An der Themse gelegene Restaurants bieten Sonderangebote und spezielle Menus an. Die Brasserie at the Tower Hotel  (ich berichtete einmal in meinem Blog über das Hotel) offeriert einen Afternoon Tea für £19.95 an bzw. £24.95 mit Prosecco soviel man möchte. Kaspar’s Seafood Grill and Bar im Savoy Hotel am Strand hat ein Dreigangmenu inklusive eines Glases Champagner für £49.50 im Angebot. The Swan at the Globe Theatre, das sich über zwei Stockwerke mit Blick auf die Themse erstreckt, bietet ein dreigängiges „Dine-by-the-River-Menu für £29.50 an.

So, das ist nur eine winzige Auswahl an Veranstaltungen, die im Monat September in London stattfinden. Das gesamte Programm findet man hier.

Hier sind zwei Beispiele für Events aus dem Jahr 2014: Hippopo Thames und der Fire Garden.

Published in: on 25. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Sheffield Legends oder Was die Stadt in South Yorkshire mit Hollywood gemein hat

Das imposante Rathaus von Sheffield.   © Copyright Richard Rogerson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das imposante Rathaus von Sheffield.
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Bei einem Besuch in Los Angeles bestaunte ich einmal den Hollywood Walk of Fame, der sich entlang des Hollywood Boulevards erstreckt, in dessen Pflaster derzeit 2554 Sterne eingelassen sind, die jeweils eine Berühmtheit aus dem Showbusiness ehren. Stern 1 war 1960 für den amerikanischen Regisseur und Filmproduzenten Stanley Kramer vorgesehen, Stern 2554 wurde am 1. Juli 2015 angebracht und gilt dem Schauspieler Paul Rudd.

Etwas Ähnliches wie den Hollywood Walk of Fame, allerdings auf bescheidenerer Basis, gibt es vor dem Rathaus der 563 000 Einwohner zählenden Stadt Sheffield in South Yorkshire. „Sheffield Legends“ nennt sich diese „Hall of Fame“, die Männern und Frauen gewidmet ist, die die Stadt national oder international bekanntgemacht haben. 18 Plaketten gibt es bisher, auf denen 3 Frauen und 15 Männer geehrt werden, also ein starkes Ungleichgewicht. Was ist mit den Sheffielder Frauen los?

Um die Chance zu bekommen, als Sheffield Legend in die Geschichte der Stadt einzugehen und mit einem „Pflasterstern“ ausgezeichnet zu werden, muss man zwei Bedingungen erfüllen: Man muss in Sheffield geboren sein bzw. eine sehr starke Verbindung zu der Stadt haben, und man muss auf nationaler oder noch besser internationaler Ebene etwas Besonderes geleistet haben.

Sehen wir uns doch einmal einige dieser Legenden an. Was für den Hollywood Walk of Fame Stanley Kramer war, das ist für Sheffield der ehemalige Fußballtorhüter Gordon Banks, mit dem im Jahr 2006 alles begann. Banks wurde 1937 in Sheffield geboren und galt als zweitbester Torhüter des 20. Jahrhunderts (nach dem Russen Lew Jaschin). Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an das legendäre Weltmeisterschaftsendspiel England gegen Deutschland 1966; da stand Gordon Banks im Tor. Die Queen ehrte ihn für seine Leistungen mit dem Order of the British Empire.

Noch eine weitere Fußballlegende finden wir vor dem Rathaus verewigt: Derek Dooley, der 1929 in Pittsmoor, einem Vorort von Sheffield geboren wurde. Er spielte für den lokalen Club Sheffield Wednesday und war nach seinem Karriereende sowohl für die Owls (wie die Spieler von Sheffield Wednesday genannt werden) als auch für den Rivalen Sheffield United als Manager tätig. Dooley starb im Jahr 2008.

Neben mehreren weiteren Sportlern (darunter Sebastian Coe, Jessica Ennis und Clinton Woods) ist unter den Sheffield Legends auch eine Schriftstellerin vertreten, die 1939 in der Stadt geborene Margaret Drabble. Einige Romane der mehrfach ausgezeichneten Autorin (sie ist u.a. CBE, also Commander of the Order of the British Empire) sind auch ins Deutsche übersetzt worden wie „The Gates of Ivory“ (dt. „Die Tore aus Elfenbein“) und „The Witch of Exmoor“ (dt. „Die Hexe von Exmoor“).

Weitere Legenden sind der Krebsspezialist Professor Barry Hancock, die Astronautin Helen Sharman, der Ex-Monty Python Michael Palin und die Rockband Def Leppard.

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Published in: on 24. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Anne Boleyns Herz und eine Kirche in dem winzigen Dorf Erwarton in Suffolk

St Mary in Erwarton (Suffolk).   © Copyright Adrian S Pye and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Am 19. Mai 1536 fand das kurze Leben der Anne Boleyn, zweite Frau Heinrichs VIII, im Tower of London ein Ende. Der französische Henker Jean Rombaud enthauptete sie auf dem Tower Green. Ihre letzte Ruhestätte fand Anne in der Kirche Chapel Royal of St. Peter ad Vincula auf dem Gelände des Towers, dort, wo auch Catherine Howard und Lady Jane Grey beigesetzt sind.

Doch befand sich auch Anne Boleyns Herz noch in ihrem Körper, als man sie in London zur Ruhe bettete? Möglicherweise nicht, denn man erzählte sich damals, dass die Ex-Königin vor ihrem Tod den Wunsch geäußert haben soll, dass ihr Herz in die Kirche St Mary nach Erwarton (Suffolk) gebracht werde. Warum in dieses winzige 100-Seelen-Dorf? Anne Boleyn hatte glückliche Kindheitstage auf dem Landsitz ihrer Tante Amata Boleyn auf Erwarton Hall zugebracht, und ihr Onkel soll es arrangiert haben, dass ihr Herz heimlich nach St Mary geschmuggelt und dort beigesetzt wurde. Legende? Wahrheit?

Genau 300 Jahre später fand man bei Renovierungsarbeiten in der Südwand der Kirche einen kleinen herzförmigen Sarg, den man vorsichtig öffnete und darin nur Staub fand. Waren das die zerfallenen Überreste des Herzens der ehemaligen Königin? Man wird es wohl nie mehr herausfinden. Der Sarg wurde wieder verschlossen und unter der Orgel erneut beigesetzt. Auf einer kleinen Plakette an der Stelle steht: „After her execution in the Tower of London, 19 May 1536, it was recorded that her heart was buried in this church by her Uncle, Sir Philip Parker of Erwarton Hall„. Eine Kopie des Holbein-Porträts von Anne Boleyn befindet sich dort auch. Hier ist ein Film über die Kirche.

Erwarton Hall existiert auch heute noch und befindet sich in Privatbesitz. Besonders auffällig ist das Torhaus, das zur Hall führt.
Bis vor einigen Jahren gab es in Erwarton einen Pub, der The Queen’s Head hieß, mit einem entsprechenden Pubschild, das der Kopf von Anne Boleyn zierte. Leider wurde das Gasthaus 2009 geschlossen.

Wer den kleinen Ort und seine Kirche einmal besuchen möchte: Erwarton liegt ganz dicht an der Mündung des River Stour, südöstlich von Ipswich; gegenüber ist der Hafen von Harwich zu sehen.

Erwarton Hall.   © Copyright Roger Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Erwarton Hall.
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Das Gatehouse von Erwarton Hall.    © Copyright Adrian S Pye and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 23. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Thankful Villages“ – Englands Dörfer, die im 1. Weltkrieg keine Verluste hinnehmen mussten

Upper Slaughter: Ein Thankful Village.   © Copyright Michael Dibb and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Upper Slaughter (Gloucestershire): Ein Thankful Village.
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Der 1. Weltkrieg forderte in Europa unendlich viele Opfer auf allen Seiten der Kriegsbeteiligten. Der englische Journalist Arthur Mee schätzte in seinem Buch „Enchanted Land: Half-a-Million Miles in the King’s England„, dass von den rund 16 000 Dörfern Englands nur etwa 32 keine Kriegsopfer zu beklagen hatten. Diese wenigen glücklichen Dörfer nannte er „Thankful Villages„. Später wurde die Zahl der „verlustfreien“ Dörfer in England und Wales nach oben auf 53 korrigiert. In Schottland existiert kein einziges.

Es gibt auch einige „Double Thankful Villages„, Dörfer, die in beiden Weltkriegen keine Verluste hinnehmen mussten.
Dazu gehört z.B. Upper Slaughter in den Cotswolds, wo man kein Kriegerdenkmal errichtet hat; dafür findet man in der Village Hall zwei Plaketten, auf denen die Namen der Soldaten stehen, die vom Ersten und vom Zweiten Weltkrieg wieder nach Hause gekommen sind.
Herodsfoot bei Liskeard ist das einzige Thankful Village in Cornwall; auf dem Village Green hat man einen Gedenkstein errichtet, auf dem die Namen der aus den beiden Kriegen zurückgekehrten Männer verewigt sind, denn auch Herodsfoot gehört zu den doppelt glücklichen Dörfern.
In Meldon in Northumberland findet man einen Hinweis auf einem neben der Straße stehenden Stein; es ist das einzige Dorf in der Grafschaft, das keine Opfer zu beklagen hatte.
In Arkholme in Lancashire wurde ein unbehauener Stein auf dem Kirchhof von St John the Baptist aufgestellt mit der Inschrift: „In remembrance and thanksgiving for all who have lived and died in the service of others in war and peace“. Ein kleines bescheidenes Schild daneben erinnert daran, dass Arkholme auch ein Thankful Village ist.

Im Jahr 2013 machten sich Medwyn Parry und Dougie Bancroft mit ihren Motorrädern auf eine knapp 4000 Kilometer lange Reise zu sämtlichen Thankful Villages in England und Wales, mit dem Ziel innerhalb von 9 Tagen £51 000 für die British Legion zu sammeln. Hier ist ein Film über den Thankful Village Run mit den beiden sympathischen Männern.

Wie schlimm war es wohl für die anderen 15 947 Dörfer, die Männer in einen wahnsinnigen Krieg schicken mussten und von denen Unzählige ihr Leben auf den europäischen Schlachtfeldern ließen? Da ist z.B. Wadhurst in East Sussex, ein Dorf mit ca 3500 Einwohner, von denen 149 Männer nicht mehr aus dem Ersten Weltkrieg zurückkamen. Accrington in Lancashire traf es sehr hart, als bei der Somme-Offensive innerhalb von 20 Minuten 235 Männer aus dem Ort getötet wurden.

 

Herodsfoot in C.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Herodsfoot in Cornwall
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Meldon in Northumberland.   © Copyright Russel Wills and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Meldon in Northumberland.
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Arkholme in Lancashire.   © Copyright Ian Taylor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Der Thankful Village Run in Nether Kellet (Lancashire).    © Copyright Ian Taylor and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Thankful Village Run in Nether Kellet (Lancashire).
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Published in: on 22. August 2015 at 02:00  Comments (3)  
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Haunted Wallington Hall bei Cambo in Northumberland

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Nordwestlich von Newcastle upon Tyne nahe der A 696 bei dem Dörfchen Cambo liegt Wallington Hall, das seit 1941 dem National Trust gehört.
1688 begann der Bau des Hauses durch Sir William Blackett. 1777 gelangte Wallington Hall in den Besitz der Familie Trevelyan. Sir Walter Trevelyan war ein merkwürdiger Kauz, von dem man sagte, dass er nie lache. Der viktorianische Schriftsteller Augustus Hare war  hier im Jahre 1862 zu Gast, und er beschrieb seinen Gastgeber als ein sonderbares Wesen mit langem Haar, einem Schnauzbart und merkwürdiger, ungepflegter Kleidung.

Augustus Hare fühlte sich auf Wallington Hall alles andere als wohl. In seiner Autobiografie schreibt er unter dem Datum vom 24. September, dass er in einem Zimmer wohnte, dessen Tür sich nicht verschließen ließ und das in eine trostlose Zimmerflucht mündete. Des Nachts hörte er schreckliche angsteinflößende Geräusche, Schritte, die den Korridor auf und ab gingen, Flügelschläge gegen sein Fenster und körperlose Wesen, die die ganze Nacht lang irgendwelche Dinge durch die Gegend schleppten. Hare konnte während der Nacht kein Auge zu tun und war froh, als der Morgen nahte.

Im Park von Wallington Hall liegen vier unheimliche steinerne Greifenköpfe, die 1928 von Sir Charles Philip Trevelyan von London nach Northumberland gebracht wurden. Sie standen früher einmal auf dem Bishop’s Gate der City of London.

Wallington Hall ist ganzjährig geöffnet, der Eintrittspreis beträgt £11.40.

Wallington Hall
Cambo, near Morpeth
Northumberland NE61 4AR

 

Die unheimlichen Greifenköpfe von Wallington Hall.   © Copyright J Scott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die unheimlichen Greifenköpfe von Wallington Hall.
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Die Gärten von Wallington Hall.   © Copyright Trevor Littlewood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gärten von Wallington Hall.
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Thomas Holloway – Ein College, eine Nervenheilanstalt und ein Herrenhaus, in dem einmal zwei Beatles gewohnt haben

Eingang zum Tittenhurst Park.   © Copyright Phillip Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eingang zum Tittenhurst Park.
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Thomas Holloway lebte von 1800 bis 1883. In den 1830er Jahren experimentierte er in der Küche seines Hauses mit der Herstellung von Salben und Pillen gegen alle möglichen Wehwehchen und sah zu seiner Überraschung, dass er damit viel Geld verdienen konnte. Holloway legte viel Wert auf die Werbung für seine Produkte, was sich schnell auszahlte und bald wurde er zu einem der reichsten Männer Englands. Was in seinen Tinkturen und Pillen alles steckte, war damals nicht so ganz klar; nach seinem Tod fand man heraus, dass eigentlich nichts von besonderem medizinischen Wert in seinen so beliebten und viel verkauften Produkten steckte.

Nachdem Thomas Holloway so reich geworden war, dass er sich alle seine Wünsche erfüllen konnte, kaufte er 1869 ein Anwesen in Sunninghill bei Ascot in Berkshire, das Tittenhurst Park hieß und das in den 1730er Jahren erbaut worden war. Hier fühlte er sich wohl und hier lebte er zusammen mit seiner Frau Jane bis zu seinem Tode am 26. Dezember 1883 (Jane Holloway starb bereits 1875). Tittenhurst Park erlangte über 80 Jahre später noch einmal Berühmtheit, als der Beatle John Lennon mit einer Frau Yoko Ono hier einzog. In ihrem auf dem Gelände erbauten Ascot Studio nahm Lennon u.a. sein berühmtes „Imagine“ auf. In dem Musikvideo ist Tittenhurst Park zu sehen.
1973 übernahm der Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr Tittenhurst Park, führte das Aufnahmestudio unter dem Namen Startling Studios weiter und viele namhafte Musiker gingen hier ein und aus.
Der Emir von Dubai Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan war ab 1988 der nächste Eigentümer von Tittenhurst Park, der Haus und Gärten komplett umgestalten ließ.

Zurück zu Thomas Holloway, der sich mit dem Bau des Royal Holloway Colleges in Egham (Surrey) selbst ein Denkmal setzte. Für mich ist dieses Haus eines der beeindruckendsten im ganzen Land. 1879 erbaut, war das College bis 1965 nur für Studentinnen zugelassen. Männer nahm man erst ab Mitte der 1960er Jahre auf. Das der Universität von London gehörende Royal Holloway College hat heute weit über 8000 Studenten aus rund 100 Ländern. Das dominierende Founders Building, das Queen Victoria eröffnete und das der Architekt William Henry Crossland entwarf, wurde nach dem Vorbild des Loire-Schlosses Chambord erbaut. Im Innenhof findet man eine Statue von Thomas und Jane Holloway.
In diesem großartigen Gebäudekomplex werden auch gern einmal Filme gedreht, so erinnere ich mich an die Episode 23 der TV-Serie „Inspector Barnaby“, die „Murder on St Malley’s Day“ (dt. „Mord am St Malleys Day“) heißt und an die Schlussszene von „Basic Instinct 2„, in der Sharon Stone im Innenhof des Colleges zu sehen ist.

Ein ähnlich gestaltetes und ebenfalls von William Henry Crossland erbautes Haus ist das Holloway Sanatorium in Virginia Water (Surrey), das Thomas Holloway in Auftrag gegeben hatte und das für die Unterbringung von Nervenkranken gedacht war. Es gab eine Fülle dieser im Volksmund Irrenanstalten genannten Häuser an der Londoner Peripherie, von denen sehr viele im Laufe der Zeit aufgegeben wurden, so auch das Holloway Sanatorium, das in einen Wohnpark namens Virginia Park umgewandelt wurde. Zu finden ist das Haus an der Stroude Road/Holloway Drive.
Auch hier wurden einige Filme wie „Slaughter High“ (dt. „Die Todesparty“) und Musikvideos wie Ozzy Osbournes „Bark at the Moon„gedreht.

Thomas Holloway sei Dank, dass wir uns an diesen Häusern heute noch erfreuen können, auch wenn sie nicht so ohne weiteres zugänglich sind.

Das Buch zum Artikel:
Anthony Harrison-Barbet: Thomas Holloway – Victorian Philanthropist. Royal Holloway 1994. 96 Seiten. ISBN 978-0900145896.

Das Royal Holloway College in Egham (Surrey).   © Copyright Alan Hunt and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Royal Holloway College in Egham (Surrey).
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Thomas und Jane Holloway im Innenhof des Royal Holloway Colleges.   © Copyright Ian Taylor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Thomas und Jane Holloway im Innenhof des Royal Holloway Colleges.
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Virginia Park, das frühere Holloway Sanatorium.   © Copyright Martyn Davies and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Virginia Park, das frühere Holloway Sanatorium.
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Die letzte Ruhestätte von Thomas und Jane Hollway auf dem Kirchhof von St Michael in Sunninghill.   © Copyright Mick Crawley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die letzte Ruhestätte von Thomas und Jane Holloway auf dem Kirchhof von St Michael in Sunninghill (Berkshire).
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Published in: on 20. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
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The Royal Hop Pole Hotel in Tewkesbury (Gloucestershire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Ich bin viele Male in Tewkesbury in Gloucestershire gewesen, denn diese Stadt ist immer wieder einen Besuch wert; natürlich einmal wegen der eindrucksvollen Tewkesbury Abbey, aber auch das Stadtbild ist mit seinen hübschen Häusern und Straßen sehr sehenswert (wenn der Ort nicht gerade unter Wasser steht wie zuletzt 2012 geschehen).

Übernachtet habe ich im Royal Hop Pole Hotel in der Church Street, mitten in Tewkesbury gelegen und nur ein paar Schritte von der Abbey entfernt. Es gehört seit einiger Zeit zur Kette der J.D. Witherspoon Hotels.
Das Royal Hop Pole besteht aus mehreren historischen Gebäuden aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Nachdem im Jahr 1937  Queen Mary, Gemahlin  Georgs V, der kurz vorher gestorben war, hier abstieg,  schmückte man den Namen des Hotels mit dem Zusatz „Royal“.
Charles Dickens erwähnte das Hotel einmal in seinem Roman „The Pickwick Papers“ und eine Plakette an der Außenwand weist auf die Stelle im Roman hin:

„At the Hop Pole in Tewkesbury they stopped to dine, upon which occasion there was more bottled ale, with some more Madeira and some port besides…and here the case bottle was replenished for the fourth time. Under the influence of these combined stimulants, Mr. Pickwick and Ben Allen fell fast asleep for thirty miles, while Bob and Mr Weller sang duets in the Dickey“.
Da ging es also alkoholmäßig ganz schön zur Sache. Die British Paté hat in ihren Archiven noch einen kleinen Film über ein „re-enactment“ dieses Besuches von Mr Pickwick, hier zu sehen. Allzuviel hat sich in dem Hotel seit Charles Dickens‘ Zeiten nicht geändert. Noch immer herrscht hier eine „Old World“-Atmosphäre vor.

Hinter dem Hotel zieht sich ein hübscher Garten bis zum Avon hin, der dort vorbeifließt und in den Severn mündet. Beide sind für die Überflutungen der Stadt verantwortlich.
Die Übernachtungspreise (ohne Frühstück) beginnen in diesem AA***-Hotel schon bei etwa 60 Euro für ein Doppelzimmer.

Natürlich ist das alte Gebäude auch „haunted“.  Hier ist ein Film darüber.

The Royal Hop Pole
94 Church Street
Tewkesbury, Gloucestershire GL20 5RS

Unser Zimmer im Royal Hop Pole. Eigenes Foto.

Unser Zimmer im Royal Hop Pole.
Eigenes Foto.

Published in: on 19. August 2015 at 02:00  Comments (5)  
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Exzentriker, Originale und „Nutters“ in englischen Städten

Stanley Green, the Protein Man. Author: Sean Hickin. This work is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 License.

Stanley Green, the Protein Man.
Author: Sean Hickin.
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Manche nennen sie Exzentriker, manche Originale und manche „nutters“, also Menschen, die eine Schraube locker haben. Man findet sie immer wieder in Städten, wo die Männer (es sind meistens Vertreter des männlichen Geschlechts) ihre Absonderlichkeiten ausüben. Ich habe hier einmal einige zusammengestellt.

Über Stanley Green, den „Protein Man“ habe ich in meinem Blog schon einmal berichtet. Er zog 25 Jahre lang die Oxford Street hoch und runter, mit einem Schild in der Hand, auf dem er den Verzicht auf Proteine forderte. Proteine sind nach Greens Auffassung verantwortlich für die „fleischliche Lust“, ein Grundübel der Menschheit, und so hielt er es für unabdingbar, dass Menschen bis zu ihrer Hochzeit auf Sex verzichteten. Eine Forderung, die nicht auf breite Zustimmung in der Londoner Bevölkerung stieß.

An der A3022 zwischen Torquay und Paignton in Devon saß ein bärtiger Mann, der sich Moses-Peter nannte, jahrelang auf einer Bank oder einem Klappstuhl und winkte täglich mehrere Stunden lang den vorbeifahrenden Autofahrern zu. Diese quittierten die freundliche Geste meist mit Zurückwinken beziehungsweise durch Betätigen der Hupe, was die Anlieger verständlicherweise nicht ganz so toll fanden. Moses-Peter war so populär geworden, dass man ihm sogar eine eigene Facebookseite widmete „Strange old man who sits on a bench on the road between Torquay and Paignton“. Er äußerte sich nie über die Gründe, warum er das tat; für viele Autofahrer in der Region gehörte Moses-Peter einfach zum Straßenbild.

In Shipley in West Yorkshire gibt es den Shipley Dancer, der stundenlang durch die Straßen der Stadt tanzt und sich dabei an Michael Jacksons Tanzschritten orientiert. Hier ist er in einem Video zu sehen.

Ähnliches trieb Georgie Webb, auch Chicken George genannt, in den Straßen von Worcester in Worcestershire. Mit an Hühnern erinnernden Bewegungen stand er vor den Geschäften oder tanzte zur Musik von Straßenmusikern. Auch hier gibt es ein Video, das Chicken George in vollem Einsatz zeigt.

In Norwich und in Great Yarmouth unterhält der Norwich Puppet Man sein Publikum damit, dass er zur Musik eines tragbaren CD-Players, den er mit sich führt, seine Puppen (Brenda, Mick, Big Tom usw.) tanzen lässt. Diese Form der musikalischen Bereicherung des Stadtlebens wird unterschiedlich aufgefasst: Viele lieben ihren Puppet Man, andere wiederum fühlen sich von ihm und seiner Musik einfach nur genervt. Hier ist einer seiner „Auftritte“ zu sehen.

Jahrzehntelang zieht ein Mann durch die Straßen von Bradford in West Yorkshire, der „Jesus Man“ oder „The Monk“ genannt wird. In eine Art Kutte gekleidet und mit Sandalen an den Füßen läuft er durch die Stadt und winkt den Menschen zu. Es heißt, er hätte einmal eine Botschaft von Gott empfangen, daraufhin in einer Höhle 12 Tage meditiert und sei dann in dem Gewand, in dem man ihn kennt, nach Bradford gegangen. Hier ist ein Film über ihn zu sehen.

 

Published in: on 18. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Wer war eigentlich…Mr. Clinton von der Firma Clinton Cards?

Der erste Clinton Cards-Laden in der High Street von Epping (Essex).   © Copyright David Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der erste Clinton Cards-Laden in der High Street von Epping (Essex).
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Geht man die High Street irgendeiner beliebigen englischen Stadt entlang, wird man (fast) überall mit dem gleichen Bild konfrontiert: Links ein Tesco Express, rechts eine Boots-Drogerie, links ein Iceland-Laden für Tiefkühlkost, rechts ein W.H. Smith, links ein Curry’s Shop für Elektroartikel usw. usw. Clinton Cards-Läden reihen sich da nahtlos in die High Street-Galerie ein. Seit einiger Zeit wurde aus Clinton Cards die Firmenbezeichnung „Clintons„. In diesen Kettenläden wird man fündig, wenn man Grußkarten, Geschenkartikel, Kuscheltiere usw. sucht, die hier in großer Zahl vorrätig sind.

Einen Firmengründer namens Clinton gab es übrigens nicht. Don Lewin, Sohn eines Schornsteinfegers, steckt hinter der Geschäftsidee, ein Londoner, der 1968 in der High Street von Epping in Essex seinen ersten Laden für Grußkarten eröffnete und ihn Clinton Cards nannte, nach dem Vornamen seines Sohnes. 20 Jahre später besaß er schon 87 Läden, ging an die Börse und kaufte in großem Stil andere Firmen auf, die ebenfalls Grußkarten verkauften. Im Jahre 2004 bestand die Kette Clinton Cards aus 800 Filialen, die in ganz Großbritannien und Irland verteilt und auf fast jeder High Street zu finden waren.

2012 geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten und musste Insolvenz anmelden. Die Konkurrenz der Supermärkte und des Internets war zu übermächtig geworden. Fast die Hälfte aller Läden wurde geschlossen, die anderen übernahm eine amerikanische Firma, die aus Clinton Cards „Clintons“ machte, mit einem neuen Logo. Nach und nach werden die verbliebenen Läden modernisiert und mit einem zeitgemäßeren Angebot bestückt. Am 24. Juli 2012 wurde der erste Clintons-Laden mit dem New Look in der City  von London in der Straße Cheapside eröffnet.

Der 1933 geborene Firmengründer Don Lewin hat für seine Verdienste den Order of the British Empire erhalten und 2008 eine Autobiografie geschrieben, der er den Titel „Think of a Card“ gab.

Hier ist ein Film über die Probleme, denen sich Clinton Cards 2012 gegenübersah.

Clinton Cards, noch mit dem früheren Logo, in Andover (Hampshire).   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Clinton Cards, noch mit dem früheren Logo, in Andover (Hampshire).
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...und ein Laden im New Look in der Commercial Street in Leeds. Author: Mtaylor848. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

…und ein Laden im New Look in der Commercial Street in Leeds.
Author: Mtaylor848.
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Leona Lewis: Run – Eine großartige Stimme und ein eindrucksvolles Musikvideo

Leona Lewis im Jahr 2006. his work has been released into the public domain by its author, Steven Braganza.

Leona Lewis im Jahr 2006.
This work has been released into the public domain by its author, Steven Braganza.

Am 3. April 1985 wurde Leona Lewis im Londoner Stadtteil Islington geboren und verbrachte ihre Kindheit dort. Sie nahm Schauspielunterricht und begann schon früh zu singen und zu komponieren. Ihr großer Durchbruch begann damit, dass sie im Jahr 2006 die dritte Staffel der Castingshow „The X Factor“ gewann und einen Plattenvertrag erhielt. Selbst der sehr kritische Simon Cowell, eine Art Dieter Bohlen in der Show, war begeistert von dem Auftritt der 21jährigen.

Mit ihrer Single „Bleeding Love“ wurde Leona Lewis international bekannt und stürmte die Charts in vielen Ländern. Mein persönlicher Favorit ist „Run„, das erst als Download-Single veröffentlicht wurde und später auf ihrem Album „Spirit – The Deluxe Edition“ erschien. „Run“ wurde ursprünglich 2004 von der britischen Alternative Rock-Band Snow Patrol aufgenommen, bevor Leona Lewis es 2008 sang und zum Erfolg führte.

Das eindrucksvolle Musikvideo wurde in Südafrika gedreht. Ich habe hier einmal die beiden Versionen von „Run“ gegenübergestellt. Hier ist die Version von Snow Patrol, einer schottisch-nordirischen Band, und hier die Version von Leona Lewis (atemberaubend!!!).

Übrigens: Leona Lewis liebt Tiere über alles und unterstützt Brentwood’s Hopefield Animal Sanctuary in Essex finanziell, das sich um kranke, misshandelte und unerwünschte Tiere kümmert.

Published in: on 16. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs: The General Tarleton in Ferrensby (North Yorkshire)

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Seit einigen Jahren gibt es eine neue Spezies von Pubs in England, die sogenannten Gastro-Pubs, die mit dem Standard-Pub nicht mehr viel gemein haben. Ein Paradebeispiel für solch einen Gourmet-Pub ist The General Tarleton in dem kleinen Ort Ferrensby an der A6065, nordöstlich von Harrogate in North Yorkshire. Austern? Jakobsmuscheln? Alles kein Problem im GT, das schon seit vielen Jahren von John and Claire Topham geführt wird. John Topham, selbst Koch, und sein Head Chef Marc Williams sind die kreativen Köpfe in der Küche des Restaurants, das von den einschlägigen Führern sehr gelobt wird. Wie das in der Küche zugeht, zeigt dieser Film.

Wir hatten einen höchst angenehmen Lunch im General Tarleton. Benannt wurde er nach dem britischen General Sir Banastre Tarleton (1754-1833), der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte und auf Grund seiner brutalen Kriegsführung „The Butcher“ genannt wurde. Kein Zusammenhang zwischen dem Spitznamen und der Küche des GT!!

Man kann hier auch in 13 eleganten Zimmern übernachten; das Doppelzimmer ist je nach Wochentag und Jahreszeit für etwa 250 Euro erhältlich.

Wer also einmal etwas anderes in einem Pub essen möchte als Ploughman’s Lunch oder Lasagne, dem kann ich den „General Tarleton“ wärmstens empfehlen!

The General Tarleton
Boroughbridge Road
Ferrensby HG5 OPZ

Nach einem hervorragendem Lunch geht es im Auto weiter in Richtung Harrogate. Eigenes Foto.

Nach einem hervorragenden Lunch geht es im Auto weiter in Richtung Harrogate.
Eigenes Foto.

Mein Hotelprospekt. Eigenes Foto.

Mein Hotelprospekt.
Eigenes Foto.

Published in: on 15. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Englands „Touristenattraktionen“, die gern mehr Besucher hätten

Roseden Cottage bei Bromsgrove in Worcestershire.   © Copyright Paul Shreeve and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Rosedene Cottage bei Bromsgrove in Worcestershire.
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Alljährlich veröffentlicht VisitEngland eine Liste mit den Besucherzahlen der Touristenattraktionen des Landes. Da stehen natürlich an vorderster Stelle die Londoner Sehenswürdigkeiten wie der Tower, Westminster Abbey und die St Paul’s Cathedral. Aber auch in der Provinz gibt es Besuchermagneten wie Chatsworth, Windsor Castle oder das in den letzten Jahren so attraktiv gewordene Highclere Castle. Am anderen Ende der Beliebtheitsskala finden sich dann die kleinen „Attraktionen“, deren Betreiber sich freuen, wenn überhaupt jemand zu ihnen kommt. Einige von diesen möchte ich heute einmal vorstellen.

Gerade einmal 61 Besucher schafften es im Jahr 2014 nach Dodford bei Bromsgrove in Worcestershire, um sich dort das Rosedene Cottage anzusehen, ein Haus, in dem Mitte des 19. Jahrhunderts Mitglieder der Chartistenbewegung wohnten. Der National Trust hat das Gebäude 1997 übernommen. Zu besichtigen sind die Räume des kleinen Cottages, der Garten und die Obstplantage. Warum sich dort so wenig Besucher einfinden, liegt sicher auch daran, dass Rosedene nur an jedem ersten Sonntag im Monat geöffnet hat und dass man im voraus buchen muss.

Viel mehr Begeisterung rief auch das Straw Museum bei Suffield in Norfolk nicht hervor. Hierher verirrten sich 97 Besucher im vergangenen Jahr. Das jeweils mittwochs und samstags geöffnete Museum stellt Gegenstände aus, die aus Stroh gefertigt worden sind.

Einen Besucher mehr als das Straw Museum, nämlich 98, verzeichnete das British in India Museum in Nelson (Lancashire). Hier werden Gegenstände aus Indien ausgestellt, die in irgendeiner Weise mit britischen Soldaten zu tun haben, die in Indien eingesetzt waren.

Über 157 Besucher freuten sich die Betreiber des Radar Tower Beacon Hill Fort in Harwich (Essex). Die Radaranlage wurde im Zweiten Weltkrieg eingesetzt, um deutsche Schnellboote aufzuspüren, die mit bösen Absichten in den Küstengewässern unterwegs waren. Diese Touristenattraktion ist sehr viel beliebter geworden, denn im Jahr 2013 fanden gerade einmal 6 (in Worten sechs) Menschen hierher: Ein trauriger Negativrekord.

Das Gissing Centre in Wakefield (West Yorkshire) besuchten 118 Interessierte; es ist dem Schriftsteller George Gissing gewidmet, der von 1857 bis 1903 lebte und 23 Romane und Kurzgeschichten schrieb. Einige seiner Bücher sind ins Deutsche übersetzt worden. Ich muss zugeben, dass ich von dem Herrn auch noch nie gehört habe. Das kleine Museum ist von Mai bis September jeweils samstags von 14 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Das ist eine kleine Auswahl an Englands am wenigsten aufgesuchten Sehenswürdigkeiten, wobei ich immer wieder sagen muss, ich bewundere die Betreiber, die sich mit viel Engagement und Herzblut für eine Sache einsetzen, die dann leider nur wenig gewürdigt wird. Mögen diese kleinen „attractions“ alle bestehen bleiben!!!

Das Straw Museum bei Suffiled (Norfolk).   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Straw Museum bei Suffield (Norfolk).
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Das Gissing Centre in Wakefield (West Yorkshire).    © Copyright Mike Kirby and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Gissing Centre in Wakefield (West Yorkshire).
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Published in: on 14. August 2015 at 02:00  Comments (2)  

Waterways World – Die Zeitschrift für Freunde der englischen Kanäle und Flüsse

With friendly permission of Waterways World.

With friendly permission of Waterways World.

Ich hatte einmal das Vergnügen, mit einem 20 Meter langen „narrowboat“ den River Avon entlangzuschippern, und ich muss sagen, das war eine sehr ruhige Angelegenheit. Mehr als 5 Stundenkilometer durfte man nicht fahren, wenn Angler den Flussrand säumten, musste man die Geschwindigkeit noch mehr drosseln. Nur wenn Schleusen zu bewältigen waren, kam manchmal eine gewisse Hektik auf, zumindest am Anfang der Tour, die in der Marina von Evesham mit einer kurzen Einweisung begann. Wir kamen schnell mit andern Narrowboatern ins Gespräch und man half sich gegenseitig beim Bedienen der Schleusentore.

Wer sich ernsthaft mit den englischen Wasserstraßen beschäftigen möchte, kommt an der Zeitschrift „Waterways World“ nicht vorbei, die bereits 1972 gegründet wurde und damit zu den ältesten zählt, die sich mit dieser Materie beschäftigten. Die erste, 44 Seiten umfassende Ausgabe von 1972 sah damals noch etwas primitiv aus, ganz im Gegensatz zu den heutigen Ausgaben. Das Jahresabonnement kostet £37.80 für die Druckausgabe, eine ebenso erhältliche Online-Version ist zum gleichen Preis erhältlich.

In der August-Ausgabe stehen Boote im Mittelpunkt, die in der diesjährigen Crick Boat Show, „The UK’s Only Inland Waterways Boat Show“, ausgestellt wurden. Darüberhinaus wird der River Nene vorgestellt, der in Northamptonshire entspringt und in The Wash in Lincolnshire mündet. Der Fluss ist auf 142 Kilometer Länge mit Freizeit-Booten befahrbar und kann mit Hilfe von 38 Schleusen bewältigt werden. Hier ist ein Film über eine Spezialfirma, die die Schleusen auf dem River Nene kontrolliert und instandhält.

Auf den Webseiten von „Waterways World“ gibt es noch zusätzliche Informationen, einen Shop und einen Marktplatz für Kanalboote (zurzeit sind über 640 im Angebot). Wer an einem Abonnement interessiert ist, findet alle Infos darüber hier.

Weitere Zeitschriften zum Thema sind „NarrowBoat„,  „Canal Boat & The Tillergraph“ und „Towpath Talk„.

Das narrowboat, mit dem ich eine Fahrt auf dem Avon unternahm. Eigenes Foto.

Das Narrowboat, mit dem ich eine Fahrt auf dem Avon unternahm.
Eigenes Foto.

Published in: on 13. August 2015 at 02:00  Comments (3)  

Die Whitchurch Toll Bridge, die Berkshire mit Oxfordshire verbindet

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Bei meinen Reisen durch England ist es mir einige Male passiert, dass ich kurz vor der Überquerung einer kleinen Brücke anhalten und eine Gebühr bezahlen musste. Meistens bewegten sich diese „tolls“ unter einem Pfund, aber es war schon überraschend, mitten in der „countryside“ Englands auf eine dieser Privatbrücken zu stoßen.

Da gibt es zum Beispiel die Bathampton Toll Bridge, die östlich von Bath den River Avon überquert (70 Pence), die Aldwark Toll Bridge in North Yorkshire (40 Pence) oder die Whitney-on-Wye Toll Bridge in Herefordshire ( £1), die zurzeit zum Verkauf steht ( £850 000 inklusive Cottage und Land). Eine dieser Brücken möchte ich hier einmal näher vorstellen.

Die Whitchurch Bridge verbindet die beiden Ortschaften Pangbourne (Berkshire)  und Whitchurch-on-Thames (Oxfordshire) und wurde 1902 in Betrieb genommen. Sie erspart Autofahrern einen rund 14 Kilometer langen Umweg, der über Goring-on-Thames führen würde. Also freuen sich alle, dass sie die 100 Meter lange Brücke über die Themse benutzen können, obwohl die Überquerung 40 Pence kostet. Jetzt gab es einen großen Aufschrei bei den Bewohner der beiden Orte, die die Brücke mehrmals täglich befahren, weil die Betreibergesellschaft, die Company of Proprietors of Whitchurch Bridge, die Preise um 50% anhebt, da die geplanten Reparaturkosten deutlich höher ausgefallen waren als ursprünglich vorgesehen. Die Brücke war von Oktober 2013 bis September 2014 wegen Bauarbeiten gesperrt.

Obwohl die „locals“ einen reduzierten Preis bezahlen, ist man sowohl in Pangbourne als auch in Whitchurch nicht mit der Preiserhöhung einverstanden. Irgendjemand hat ausgerechnet, dass die Brücke, die Berkshire mit Oxfordshire verbindet, zu den teuersten „toll bridges“ der Welt gehört, wenn man die Gebühren einmal auf eine Meile hochrechnet; dann käme man nämlich auf £10.56 per Meile, das ist dreimal soviel wie die Gebühren der großen Severn Bridge.

Ab heute, dem 12. August, gelten die neuen Tarife für die Überquerung der Whitchurch Bridge:
Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zahlen 60 Pence, Fahrzeuge über 3,5 Tonnen müssen £4 bezahlen. Man kann auch eine Bridge Card erwerben, die £20 kostet und 50 Überquerungen beinhaltet. Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer sind von den Gebühren ausgenommen und können so oft sie wollen an dieser Stelle über die Themse fahren.

Dieser Film zeigt die Bauarbeiten an der Brücke im Schnelldurchlauf.

Das Kassenhäuschen der Brücke.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Kassenhäuschen der Brücke.
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Published in: on 12. August 2015 at 00:00  Comments (1)  
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Berwick-upon-Tweed (Northumberland) Teil 2: Lawrence Stephen Lowry, der „Streichholzmännchen-Maler“, und der Lowry Trail

Dewar's Lane: Ausgangspunkt des Lowry Trails.    © Copyright Barbara Carr and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dewar’s Lane: Ausgangspunkt des Lowry Trails.
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Lawrence Stephen Lowry (1887-1976) war ein Maler aus Manchester, der nicht nur lokale und regionale Berühmtheit erreichte, aber dem Norden Englands immer verbunden blieb. Am bekanntesten wurde er durch seine Darstellungen der Industrielandschaft, die er mit zahllosen „matchstickmen„, also Streichholzmännchen, bevölkerte. Lowry lebte den größten Teil seines Lebens in Pendlebury, das zu Salford in Greater Manchester gehört. Viele seiner Bilder und Zeichnungen finden sich denn auch in der Galerie des Lowry Centres in Salford. Seine Werke wurden sogar besungen, und zwar 1968 von der Rockgruppe Status Quo mit „Pictures of Matchstick Men“ (hier zu hören) und von Brian and Michael, deren „Matchstick Men and Matchstick Cats and Dogs (Lowry’s Song)“ 1978 Platz Eins der britischen Charts erreichte (hier zu hören).

Nicht ganz so bekannt wie seine Streichholzmännchenbilder sind seine Bilder, die er in Berwick-upon-Tweed malte. Lowry liebte die Stadt im hohen Norden und besuchte sie häufig. Hier fand er Motive in Hülle und Fülle, die Kopfsteinstraßen, enge Gässchen, Strandmotive usw. usw. Am liebsten wohnte der Maler im Castle Hotel, einem hübschen Haus in der Straße Castlegate.

Zu Lowrys Ehren hat der Berwick Preservation Trust in der Stadt den Lowry Trail eingerichtet, der aus 18 Stationen besteht, an denen man das jeweilige gemalte Bild mit dem Originalschauplatz vergleichen kann. Es geht los an der Dewar’s Lane; über die Palace Street führt der Weg weiter zur Pier und zum Wasser. Von dort aus wieder zurück in die Stadtmitte zur Town Hall und zum Strother’s Yard, weiter über die Berwick Bridge zum Stadtteil Tweedmouth, zum Hafen und bis zur Spittal Promenade. Alles in allem ein sehr schöner, etwa acht Kilometer langer Spaziergang, auf dem man Berwick-upon-Tweed kennenlernen kann.

Der Maler war von der Stadt so beeindruckt, dass er ernsthaft überlegte, ganz nach Berwick überzusiedeln. Er hatte sogar schon an einem Haus gefallen gefunden, The Lion’s House, das auch an dem Trail liegt. Letztlich entschied er sich aber gegen den Kauf des Hauses, das zwar einen wunderschönen Blick aufs Meer bot, aber leider ziemlich heruntergekommen war.

Dieser Film zeigt die Stationen des Lowry Trails.

Berwick Pier.    © Copyright Jonathan Hutchins and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Berwick Pier.
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The Lion's House, an dem Lowry sehr interessiert war.    © Copyright M J Richardson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Lion’s House, an dem Lowry sehr interessiert war.
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Berwick Town Hall.    © Copyright DS Pugh and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Berwick Town Hall.
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Berwick-upon-Tweed (Northumberland) Teil 1: Der Kriegszustand zwischen Russland und der kleinen Stadt im Norden Englands

Die Drei-Brückenstadt Berwick-upon-Twedd.    © Copyright M J Richardson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Drei-Brückenstadt Berwick-upon-Tweed.
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Berwick-upon-Tweed im äußersten Nordwesten Englands in der Grafschaft Northumberland ist schon eine bemerkenswerte kleine Stadt. Geprägt ist sie durch die Nähe zu Schottland (die Grenze ist nur vier Kilometer entfernt) und so gehörte die Stadt im Laufe der Geschichte mal zu England, mal zu Schottland, mal zu England, mal zu Schottland usw.

Der örtliche Fußballverein, die Berwick Rangers (ich berichtete in meinem Blog), spielt als einziger Fußballclub Englands in der schottischen Liga, weil die Anreise zu den Spielorten in England einfach zu weit wäre.

Berwick-upon-Tweed nahm immer einen Sonderstatus ein und, so hieß es immer wieder, und es ist eine wirklich schöne Geschichte, so soll sich die Drei-Brückenstadt am River Tweed eine Zeitlang sogar im Kriegszustand mit Russland befunden haben. Wie kam es dazu?

Am 28. März 1854 erklärte England Russland den Krieg und Königin Victoria soll die Kriegserklärung mit ihrem vollen Titel „Queen  of Great Britain , Ireland, Berwick-upon-Tweed  and the British Dominions“ unterschrieben haben. Der Krimkrieg fand am 30. März 1856 mit dem Dritten Pariser Frieden sein Ende; der Friedensvertrag wurde von den Kriegsbeteiligten unterschrieben. Dabei soll der Zusatz „Berwick-upon-Tweed“ vergessen worden sein, d.h. die Stadt in Nordengland befand sich nach wie vor mit Russland im Krieg.

Im April 1914 wurde dieser merkwürdige Zustand entdeckt, von Zeitungen aufgegriffen und bezweifelt, auf jeden Fall war Berwick-upon-Tweed immer mal wieder im Gespräch. In den 1960er Jahren, so erzählte man sich in der Stadt, soll ein Offizieller aus der Sowjetunion angereist ein, der per Unterschrift den Kriegszustand mit Berwick beendete. Der Bürgermeister der Stadt habe dem sowjetischen Beamten aufgetragen, seiner Bevölkerung mitzuteilen, dass sie ab jetzt ruhig schlafen könne, denn sie brauchte keine Angst mehr vor Berwick zu haben.

Stimmt das nun alles oder ist das nur Legendenbildung? Das britische Außenministerium hatte schon in den 1930er Jahren ausgiebig in den Archiven recherchiert und keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass in der Kriegserklärung der Name „Berwick-upon-Tweed“ genannt wurde und darum natürlich auch nicht im Friedensvertrag.

Schade, aber eine schöne Geschichte ist es trotzdem!

Eine auf Russland gerichtete Kanone im Hafen von Berwick?    © Copyright James Allan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine auf Russland gerichtete Kanone im Hafen von Berwick?
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Published in: on 10. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Rabbit“ – Ein absolutes Tabuwort auf der Isle of Portland in Dorset

Ein auf der Isle of Portland gefürchtetes  "underground mutton". This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Ein auf der Isle of Portland gefürchtetes „underground mutton“.
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Die meisten Menschen finden Kaninchen putzig und niedlich, es sei denn, sie treten in Massen auf, fressen die Pflanzen in Gärten ab  und unterhöhlen ganze Landstriche. Auf der Isle of Portland im äußersten Süden der Grafschaft Dorset finden sich für Kaninchen wohl kaum Freunde; dort ist sogar das Wort „rabbit“ absolut verpönt und man sollte sich als Besucher der Insel dafür hüten, dieses Wort auszusprechen, denn die Bewohner reagieren darauf allergisch. Warum?

Das Wort Kaninchen leitet sich aus dem Lateinischen „cuniculus“ ab, was gleichzeitig auch „unteridischer Gang“ bedeutet und genau dafür sind die Vierbeiner berüchtigt: Das Anlegen unterirdischer Gänge. Die „Isle of Portland rabbits“ taten das mit besonderer Begeisterung, was irgendwann dazu führte, dass Steinbrüche einstürzten und die Arbeiter unter den Geröllmassen begruben. Einmal kippte sogar ein Kran um, weil der Boden auf dem er stand durch zahlreiche Kaninchenbaue unterhöhlt war, wobei der Kranführer getötet wurde.

Der Abbau des weltberühmten Portland-Steins war die wichtigste Einnahmequelle der Insel und eine Behinderung dieses Wirtschaftszweiges konnte nur negative Folgen haben. Die Steinbrucharbeiter waren aber auch ein abergläubiges Völkchen, denn es hieß, wenn sie morgens zu den Steinbrüchen gingen und ein Kaninchen sahen, drehten sie gleich wieder um und gingen nach Hause, aus Furcht, dass es wieder zu einem Unglück kommen könnte.

So ähnlich wie bei Theaterleuten, die den Titel des Shakespeare-Dramas „Macbeth“ nicht auszusprechen wagen und stattdessen „Das schottische Stück“ sagen, sprechen die Bewohner der Isle of Portland niemals von „rabbits“, sondern sagen „underground mutton“ oder „those furry things„.

Im Jahr 2005, als der Animationsfilm „Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit“ (dt.: „Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“) in England in die Kinos kam, verwendete man hier unten im Süden Dorsets nicht die Originalposter, sondern fertigte spezielle an, auf den nicht der Titel stand, sondern nur „Something Bunny Is Going On„.

Kaninchen sind überhaupt in England eng mit Aberglauben verwoben, so heißt es, wenn man am ersten Tag eines neuen Monats als erstes die Worte „rabbit, rabbit, white rabbit“ ausspricht, dann wird das ein guter Monat.

Fazit: Wenn man von Weymouth kommend, auf der A354 auf die Isle of Portland fährt, sollte man am besten das Thema“…“ gar nicht erst ansprechen, es könnte nur Unglück bringen.

Ein ehemaliger Steinbruch an der Westküste der Isle of Portland.    © Copyright Jim Champion and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein ehemaliger Steinbruch an der Westküste der Isle of Portland.
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Published in: on 9. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
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„Tales of the Unexpected“ – Eine Fernsehserie, die ursprünglich auf den Kurzgeschichten von Roald Dahl basierte

Auf diesem Buch basieren ein Teil der Geschichten der TV-Serie. Foto meines Exemplares.

Auf diesem Buch basiert ein Teil der Geschichten der TV-Serie.
Foto meines Exemplares.

Viele werden sich wohl nicht mehr an die Fernsehserie „Die unglaublichen Geschichten von Roald Dahl“ erinnern, die das ZDF Anfang der 1980er Jahre sendete. Übernommen wurde die Serie von der ITV; in Großbritannien lief sie unter dem Titel „Tales of the Unexpected“ von 1979 bis 1988. Produziert wurden die makaberen Geschichten von der in Norwich ansässigen Firma Anglia Telivision.

Roald Dahl schrieb seine großartigen Mini-Horrorgeschichten „Someone Like You“ im Jahr 1953 und „Kiss Kiss“ 1960; darauf basierten die jeweils 25 Minuten langen Filme der ersten Staffel der TV-Serie. In der zweiten Staffel stammten schon vier Epiosoden aus der Feder anderer Autoren, in der dritten Staffel war nur noch eine Dahl-Erzählung dabei. Insgesamt wurden 112 Filme gedreht.

Das Besondere an der Serie war, dass Roald Dahl alle auf seinen Büchern basierenden Filmepisoden selbst, am flackernden Kamin sitzend, vorstellte und einleitete. Das Budget für die Produktion war gering, was aber namhafte Schauspieler nicht davon abhielt, in den Filmen mitzuspielen. Es traten u.a. auf: Joan Collins, John Gielgud, Joseph Cotton und Timothy West.

The Man from the South“ wurde als erste Folge der ersten Staffel gesendet, mit José Ferrer in der Hauptrolle; gedreht wurde auf Jamaika in der Karibik. Es folgten „Mrs Bixby and the Colonel’s Coat“, „William and Mary“ und „Lamb to the Slaughter“ (mit Susan George und Brian Blessed).

Die Titelmusik wurde von dem Australier Ron Grainer (Dr Who, The Prisoner, Paul Temple) komponiert, der dafür 1981 den Bafta Best Television Music Award erhielt. Die Melodie geht einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf, wenn man sie einmal gehört hat. Hier ist die Titelmusik.
Die junge Dame, die als Silhouette im Vorspann zu sehen ist, war keine professionelle Tänzerin, sondern eine Sekretärin aus Berkshire namens Karen Standley, die mehr oder weniger zufällig diesen Job angeboten bekam, da ihr damaliger Freund für die Produktionsfirma arbeitete.

Da Anglia TV die Serie produzierte, wurden eine ganze Reihe von Episoden auch in Norfolk gedreht wie „Royal Jelly“ in Thurning, „The Moles“ in North Walsham und „The Absence of Family“ in Holt.

Am 13. Mai 1988 wurde die letzte Folge „Mr Know-All“ gesendet, dann war Schluss.

Hier ist die erste Folge der ersten Staffel „The man From the South“ zu sehen.

Über meinen Besuch im Roald Dahl Museum in Great Missenden (Buckinghamshire) schrieb ich in meinem Blog bereits, ebenso über sein Grab auf dem Friedhof von St Peter und St Paul in Great Missenden.

 

Published in: on 8. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Eagle and Child – Ein Pubname, der vor allem in Lancashire weit verbreitet ist

The Eagle and Child in Leyland.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Leyland.
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Wer schon einmal durch Lancashire gefahren ist, dem ist vielleicht aufgefallen, dass es in dieser Grafschaft eine Häufung von Pubs gibt, die den Namen „The Eagle and Child“ tragen. Warum gerade hier und was hat denn ein Adler mit einem Kind zu tun?

Es gibt mehrere Versionen wie die „Eagle and Child“-Legende zustande kam. Meine Lieblingsvariante ist diese:

Sir Thomas Lathom gehörte zu der einst einflussreichen Familie der Lathoms, die in Lancashire in Lathom Park bei Skelmersdale ansässig war. Der adelige Herr war verheiratet und wünschte sich sehnsüchtig einen männlichen Erben. Seine Frau hatte bislang immer „nur“ Töchter geboren, womit Sir Thomas nicht so ganz glücklich war. So kam er eines Tages auf die Idee, sich mit einer Bauerntochter aus der Nachbarschaft einzulassen, was im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trug, denn sie brachte einen Sohn zur Welt. Jetzt stand Sir Thomas vor dem Problem „Wie bringe ich das meiner Frau bei, ohne mich selbst zu kompromittieren und meinen Sohn trotzdem zu behalten?“ Und schon hatte er die nächste zündende Idee: Er verfrachtete das Baby in einen Korb und stellte es im Park seines Anwesens unter einen Baum, auf dem ein Adler sein Nest gebaut hatte. Sir Thomas wusste, dass seine Frau einen täglichen Spaziergang an dieser Stelle unternahm. Und tatsächlich: Sir Thomas‘ Plan ging auf, denn als Lady Lathom an dem „Adlerbaum“ vorbeikam, hörte sie ein Baby weinen, dass sie sofort in die Arme nahm. Ihr Mann, der nur darauf gewartet hatte und herbeigeeilt kam, erklärte ihr, dass das ein Zeichen des Himmels sei, denn der auf dem Baum nistende Adler muss das Baby extra für sie dort abgelegt haben, damit beide endlich zu dem heiß ersehnten männlichen Erbe kamen. Ende der Geschichte: Sir Thomas hatte seinen Spaß und seinen Erben, die leichtgläubige Lady Lathom erfuhr nie von dem Seitensprung ihres Mannes und blieb dem Adler im Park ihr Leben lang dankbar.

Die Pubschildermaler Lancashires stellen diese Legende auf unterschiedliche Weise dar. Einige Beispiele habe ich hier zusammengestellt.

The Eagle and Child in Rainford.     © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Eagle and Child in Weeton, östlich von Blackpool.    © Copyright Shazz and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Eagle and Child in Bispham Green bei Parbold.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Eagle and Child in Hurst Green.    © Copyright Tom Howard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 7. August 2015 at 02:00  Comments (2)  

The National Lift Tower in Northampton – Ein für Fahrstuhltester und Abseiler interessanter Riese

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Eines der deutschen Wörter, die es in die englische Sprache geschafft haben, ist „Abseilen„, also „der Abstieg einer Person von einem Berg, Fels oder einer anderen Anhöhe mit Hilfe eines Seils“, wie es die Wikipedia definiert. Ein in England beliebter Ort für das „abseiling“ ist der National Lift Tower in Northampton, ein Wahrzeichen der 215 000 Einwohner zählenden Stadt in Mittelengland. Das National Abseil Centre bietet hier für Wagemutige und Schwindelfreie Abstiege von dem 127 Meter hohen Turm an. Es gibt zwei Varianten: Man kann sich im Inneren des Turms und außen am Turm abseilen, wenn man dafür £95 auf den Tisch legt; also kein sehr billiges Vergnügen.

Sehr viel kostengünstiger und ungefährlicher ist es allerdings, wenn man sich den Turm einfach von unten anguckt und froh ist, nicht an einem Seil baumelnd herunterzuschweben.

Der National Lift Tower hieß früher offiziell The Express Lift Tower, die Einheimischen nennen ihn aber lieber das Northampton Lighthouse, ein Name, den sich Terry Wogan ausgedacht hatte. Niemand geringerer als die Queen persönlich weihte den Turm am 12. November 1982 ein, der von der Firma Express Lift Company zu Versuchszwecken verwendet wurde. Sechs Fahrstuhlschächte baute man in den Turm ein, um u.a. Sicherheitsmaßnahmen zu testen und Abstürze zu simulieren. Als die Firma 1997 von dem Fahrstuhlbaugiganten Otis übernommen wurde, benötigte man den Testturm, übrigens der einzige in Großbritannien, nicht weiter. Er wurde verkauft, renoviert und dient heute noch weiterhin als Versuchs- und Experimentieranlage für alle mögliche Zwecke.

Der National Lift Tower ziert die Umschlagbilder der Science Fiction-Romane „Time to Repair“ und „Time to Serve“ von Mark Gallard, die im Jahr 2262 nach dem Dritten Weltkrieg in Northampton spielen. Gallard ist ein lokaler Autor.

Der National Lift Tower ist seit 1997 ein Grade II Listed Building, also ein besonders bedeutendes Bauwerke von allgemeinem Interesse.
Hier ist ein Film über den Turm.

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Wer war eigentlich…Tesco? – Einige Anmerkungen über die Anfänge

Die Watling Avenue in Burnt Oak, wo der Tesco-Siegeszug begann.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watling Avenue in Burnt Oak, wo der Tesco-Siegeszug begann.
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Tesco ist eine der großen Supermarktketten Großbritanniens, verantwortlich gemacht für den Niedergang unzähliger kleiner Einzelhändler in den Dörfern und Kleinstädten des Landes. In der letzten Zeit ist Tesco in ein unruhiges Fahrwasser geraten, denn die Kette wird von den beiden deutschen Discountern Aldi und Lidl gnadenlos gejagt, was schon dazu geführt hat, dass mehrere Tesco-Projekte abgeblasen und Filialen geschlossen werden mussten.

Was bedeutet Tesco eigentlich? Ist es ein Kunstwort? Gibt es jemanden der Tesco heißt? Nein, der Name geht zum einen auf den Firmengründer Jack Cohen (1898-1979) zurück, der 1919 in London einen Marktstand eröffnete, zum anderen auf seinen Teehandelspartner Thomas Edward Stockwell. Dessen Initialen und Cohens erste beiden Buchstaben ergaben das Wort Tesco.

1929 eröffnete Cohen seinen ersten Laden mit dem Namen Tesco in der Nummer 9 Watling Avenue im Londoner Stadtteil Burnt Oak; gleich um die Ecke am Burnt Oak Broadway findet man den heutigen Tesco-Store.

1948 wurde in St Albans in Hertfordshire der erste Tesco-Laden mit Selbstbedienung installiert und in Maldon in Essex erblickte 1958 der erste richtige Supermarkt in einem ehemaligen Kino das Licht der Welt, mit einer Fleisch- und einer Käsetheke, an der man bedient wurde. Der Markt lag an der High Street, dort, wo sich jetzt eine Filiale der Iceland-Kette befindet. Maldons heutiger Tesco ist natürlich überhaupt kein Vergleich mehr mit dem in den 1950er Jahren. Tesco Malden Extra hat an vier Tagen in der Woche sogar rund um die Uhr geöffnet, an zwei Tagen bis 24 Uhr und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Hier ist ein Film über Jack „Slasher“ Cohen.

Das heutige Tesco im Londoner Stadtteil Burnt Oak.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das heutige Tesco im Londoner Stadtteil Burnt Oak.
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Tesco in Maldon Essex).    © Copyright John Firth and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tesco in Maldon (Essex).
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Published in: on 5. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Widnes in Cheshire und Paul Simons Song „Homeward Bound“

Der Bahnhof von Widnes.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Bahnhof von Widnes.
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Über Paul Simons Inspiration zu seinem Song „Bridge Over Troubled Water“ in Zusammenhang mit der Bickleigh Bridge in Devon habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Noch ein weiterer Song aus der Feder von Paul Simon wurde von einem englischen Ort inspiriert, allerdings lag der nicht so idyllisch wie der in Devon: Widnes in Cheshire, eine rund 60 000 Einwohner beherbergende Stadt bei Liverpool. Und der Song heißt „Homeward Bound„, den Paul Simon, gemeinsam mit Art Garfunkel, auf seinem dritten Studioalbum „Rosemary, Sage, Parsley and Thyme“ 1966 veröffentlichte.

I’m sitting in the railway station. Got a ticket to my destination„, so beginnt „Homeward Bound“, in dem Paul Simon davon singt, endlich wieder nach Hause zu fahren. Und das tat er auch an jenem Tag im Jahr 1965, als er auf einen Zug wartete, der ihn zurück nach London bringen sollte, wo er damals wohnte und wo seine Freundin Kathy auf ihn wartete („Home where my love lies waiting silently for me“).

Der Bahnhof von Widnes war für den amerikanischen Sänger kein sehr angenehmen Aufenthaltsort, denn er sagte einmal : „If you’d ever seen Widnes, then you’d know why I was keen to get back to London as quickly as possible.“ Man hat hier Paul Simon diesen Spruch aber nicht übelgenommen, denn auf dem Bahnhofsgelände wurde eine Plakette angebracht, die daran erinnert, dass er hier im Jahr 1965 den Song „Homeward Bound“ schrieb. Souvenirjäger oder Paul Simon-Fans haben diese Plakette mehrmals gestohlen, was den Sänger bei einem Konzert im Londoner Hammersmith Apollo im Oktober 2000 veranlasste, den Dieb aufzufordern, die Plakette wieder zurückzubringen. Paul Simon erinnerte sich also sehr wohl an seinen Aufenthalt in Widnes.

Ob das aber alles so stimmt, sei dahingestellt, denn es gibt Zweifler an der „Widnes-Theorie“. Vielleicht kam er schon in Liverpool auf die Idee mit dem Song? Oder während der Zugfahrt?

Widnes ist einer jener Orte im Norden Englands, die man als Prototypen einer hässlichen Industriestadt bezeichnet und um den Touristen wohl eher einen Bogen schlagen. Da gibt es die Geschichte wie jemand in einer Fernseh-Quizshow gefragt wird: „And where are you from, sir“ – „Widnes“ – „I’m sorry“ – „I said I’m from Widnes“ – „I heard you, I’m just sorry“.

Gönnen wir doch den Bewohnern der Stadt die Geschichte mit Paul Simon und seinem „Homeward Bound“ (auch wenn sie nicht stimmen sollte).

Hier ist „Homeward Bound“ mit Paul Simon und Art Garfunkel zu hören und hier ist eine Coverversion auf dem Bahnhof von Widnes.

Die Erinnerungsplakette auf dem Bahnhof von Widnes. This work of art is free according to terms of the Free Art License.

Die Erinnerungsplakette auf dem Bahnhof von Widnes.
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Published in: on 4. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Steffan Meyric Hughes: Circle Line – Around London in a Small Boat

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Liest man den Titel von Steffan Meyric Hughes‚ Buch „Circle Line“ denkt man sicher zuerst an die Londoner U-Bahnlinie, die um das Stadtzentrum herumführt. Die „Circle Line“, in der es in dem Buch geht, führt auch um ganz London herum, doch sie ist oberirdisch und nass. Der Redakteur der Fachzeitschrift „Classic Boat“ unternahm im Jahr 2009 als erster den Versuch, die Metropole mit einem kleinen Boot auf der Themse und auf Kanälen zu umrunden, was ihm auch gelang.

Als „Schiff“ wählte er ein sogenanntes Storm 15-Boot; 4,60 Meter lang, 80 Kilogramm schwer, mit einem kleinen Segel und einem winzigen 2,3 PS-Außenbordmotor versehen. Dieses Mini-Boot konnte er auch sehr gut durch Rudern vorwärtsbewegen.

Die Reise beginnt in Surbiton, dort wo der Thames Sailing Club ansässig ist (und dessen Schirmherr Prince Philip, der Herzog von Edinburgh ist). Steffan Meyric Hughes bewältigt die London-Umrundung in zehn Tagen; dabei legt er rund 110 Kilometer zurück, bewältigt 29 Schleusen, zwei Tunnel, zwei Aquädukte und durchfährt 185 Brücken.

Einige Höhepunkte der Bootsfahrt waren sicherlich der Hanwell Flight auf dem Grand Union Canal, der aus sechs Schleusen hintereinander besteht, der Aquädukt über die A406, die North Circular Road und das Passieren der gewaltigen Thames Barrier. Nach zehn Tagen erreicht Hughes wieder den Thames Sailing Club und ist um so manche Erfahrung reicher geworden und hat interessante Leute getroffen.

Ein lesenswertes Buch (wieder einmal aus dem exzellenten Verlag Summersdale Publishers in Chichester) über die Wasserstraßen Londons mit einem schön gestalteten Buchcover, das Robert „Docktor Bob“ Smith entworfen hat.

Steffan Meyric Hughes: Circle Line – Around London in a Small Boat. Summersdale 2012. 253 Seiten. ISBN 978-1-84953-293-8

Der Thames Sailing Club, Start- und Endpunkt der Londonumrundung.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Thames Sailing Club, Start- und Endpunkt der Londonumrundung.
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Der Hanwell Flight; sechs Schleusen in Folge.    © Copyright Thomas Nugent and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Hanwell Flight; sechs Schleusen in Folge.
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Hier führt der Grand Union Canal über die North Circula Road.    © Copyright Alexander P Kapp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier führt der Grand Union Canal über die North Circular Road.
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Die gewaltigen Thames Barrier.    © Copyright Christine Matthews and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 3. August 2015 at 02:00  Comments (3)  

St Michael’s Manor Hotel in St Albans (Hertfordshire)

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Über zwei Besonderheiten in der Stadt St Albans habe ich in meinem Blog schon geschrieben: Über einen der ältesten Gasthöfe Englands Ye Olde Fighting Cocks und über das Organ Theatre.

Ich war zweimal in der Stadt und wohnte jedesmal im St Michael’s Manor Hotel. Das ruhig gelegene Hotel besticht durch seine idyllische Lage in einem kleinen Park, der von einem Teich dominiert wird, der fest in der Hand von etlichen  Entenfamilien ist.
Bei meinem zweiten Aufenthalt geriet ich an einem Sonntagnachmittag in eine Hochzeitgesellschaft, die das ganze Hotel beherrschte. Glücklicherweise wurde das Brautpaar bald mit lautem Getöse in die Flitterwochen verabschiedet und die Hochzeitsgäste verschwanden, so dass in dem Park wieder eine wunderbare Ruhe einkehrte und die leicht verschüchtert wirkenden Enten wieder ihre Bahnen über den Teich ziehen konnten. Bei einer Buchung im St Michael’s Manor Hotel für einen Wochenenendaufenthalt sollte man vorsichtshalber fragen, ob zu diesem Zeitraum einen Hochzeitsfeier ansteht.

St Albans liegt nur wenige Minuten von der M 25 entfernt, etwa auf halber Strecke zwischen Watford und Luton, also nördlich von London.

Das Haus, das aus dem Jahr 1585 stammt , wurde in den 1960er Jahren als Hotel umgebaut und hat 30 Zimmer, wovon viele auf den Garten und den See blicken (und die man auch buchen sollte!).

Wir nahmen unser Abendessen jeweils im Lake Restaurant zu uns, das von sich behauptet „the most scenic dining experience in Hertfordshire“ zu sein. 2014 wurde es als das beste Restaurant in St Albans ausgezeichnet. Simon Johnston steht als Chefkoch am Herd, der vorher in einigen angesehenen Häusern in London gearbeitet hat.

Nach dem Abendessen ist ein kleiner Verdauungsspaziergang am See in der Gesellschaft der Enten sehr zu empfehlen!

Die Zimmerpreise liegen etwa bei 225 Euro pro Nacht für ein Premier Double Bedroom, die Suite kostet rund 370 Euro.

Dieser Film gibt einen ersten Eindruck vom Hotel.

St Michael’s Manor Hotel
Fishpool Street
St Albans, Hertfordshire AL3 4RY