The Eagle and Child – Ein Pubname, der vor allem in Lancashire weit verbreitet ist

The Eagle and Child in Leyland.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Leyland.
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Wer schon einmal durch Lancashire gefahren ist, dem ist vielleicht aufgefallen, dass es in dieser Grafschaft eine Häufung von Pubs gibt, die den Namen „The Eagle and Child“ tragen. Warum gerade hier und was hat denn ein Adler mit einem Kind zu tun?

Es gibt mehrere Versionen wie die „Eagle and Child“-Legende zustande kam. Meine Lieblingsvariante ist diese:

Sir Thomas Lathom gehörte zu der einst einflussreichen Familie der Lathoms, die in Lancashire in Lathom Park bei Skelmersdale ansässig war. Der adelige Herr war verheiratet und wünschte sich sehnsüchtig einen männlichen Erben. Seine Frau hatte bislang immer „nur“ Töchter geboren, womit Sir Thomas nicht so ganz glücklich war. So kam er eines Tages auf die Idee, sich mit einer Bauerntochter aus der Nachbarschaft einzulassen, was im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trug, denn sie brachte einen Sohn zur Welt. Jetzt stand Sir Thomas vor dem Problem „Wie bringe ich das meiner Frau bei, ohne mich selbst zu kompromittieren und meinen Sohn trotzdem zu behalten?“ Und schon hatte er die nächste zündende Idee: Er verfrachtete das Baby in einen Korb und stellte es im Park seines Anwesens unter einen Baum, auf dem ein Adler sein Nest gebaut hatte. Sir Thomas wusste, dass seine Frau einen täglichen Spaziergang an dieser Stelle unternahm. Und tatsächlich: Sir Thomas‘ Plan ging auf, denn als Lady Lathom an dem „Adlerbaum“ vorbeikam, hörte sie ein Baby weinen, dass sie sofort in die Arme nahm. Ihr Mann, der nur darauf gewartet hatte und herbeigeeilt kam, erklärte ihr, dass das ein Zeichen des Himmels sei, denn der auf dem Baum nistende Adler muss das Baby extra für sie dort abgelegt haben, damit beide endlich zu dem heiß ersehnten männlichen Erbe kamen. Ende der Geschichte: Sir Thomas hatte seinen Spaß und seinen Erben, die leichtgläubige Lady Lathom erfuhr nie von dem Seitensprung ihres Mannes und blieb dem Adler im Park ihr Leben lang dankbar.

Die Pubschildermaler Lancashires stellen diese Legende auf unterschiedliche Weise dar. Einige Beispiele habe ich hier zusammengestellt.

The Eagle and Child in Rainford.     © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Eagle and Child in Weeton, östlich von Blackpool.    © Copyright Shazz and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Eagle and Child in Bispham Green bei Parbold.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Eagle and Child in Hurst Green.    © Copyright Tom Howard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 7. August 2015 at 02:00  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ein leidenschaftliches „Ooooh“ entwich meinen Lippen, als ich heute Morgen Ihre Ingo-Seite startete. Mein Herz schlägt nämlich speziell für die stets sehr hübsch gestalteten Pub-Schilder und village signs. Am liebsten würde ich meinen Partner Daniel bitten, an all diesen Schildern das Auto zu stoppen, damit ich sie fotografisch mit nach Hause nehmen kann.

    Natürlich gibt es auch hierzu jeweils eine Vereinigung, die „Inn Sign Society“ und die „Village Sign Society“ zum Schutz und zur Förderung derselben. I’m very amused. Tausend Dank für diesen wieder sehr anregenden Beitrag und für die Beispiele der Schilder zu „Eagle and Child“.

    Am liebsten würde ich sofort die nächste England-Reise antreten. Aber sie steht erst 2016 auf dem Plan.

    • Liebe Frau Römer!
      Ich danke Ihnen für Ihren wie immer so nett geschriebenen Kommentar!! Mir geht es so wie Ihnen, dass ich möglichst viele Pubschilder in England fotografieren möchte und ärgere mich dann, wenn ich doch vorbeigefahren bin. Die Eagle and Child-Geschichte fand ich so amüsant, dass ich sie in meinen Blog bringen wollte.
      Viele Grüße in die Schweiz!!


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