„Rabbit“ – Ein absolutes Tabuwort auf der Isle of Portland in Dorset

Ein auf der Isle of Portland gefürchtetes  "underground mutton". This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Ein auf der Isle of Portland gefürchtetes „underground mutton“.
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Die meisten Menschen finden Kaninchen putzig und niedlich, es sei denn, sie treten in Massen auf, fressen die Pflanzen in Gärten ab  und unterhöhlen ganze Landstriche. Auf der Isle of Portland im äußersten Süden der Grafschaft Dorset finden sich für Kaninchen wohl kaum Freunde; dort ist sogar das Wort „rabbit“ absolut verpönt und man sollte sich als Besucher der Insel dafür hüten, dieses Wort auszusprechen, denn die Bewohner reagieren darauf allergisch. Warum?

Das Wort Kaninchen leitet sich aus dem Lateinischen „cuniculus“ ab, was gleichzeitig auch „unteridischer Gang“ bedeutet und genau dafür sind die Vierbeiner berüchtigt: Das Anlegen unterirdischer Gänge. Die „Isle of Portland rabbits“ taten das mit besonderer Begeisterung, was irgendwann dazu führte, dass Steinbrüche einstürzten und die Arbeiter unter den Geröllmassen begruben. Einmal kippte sogar ein Kran um, weil der Boden auf dem er stand durch zahlreiche Kaninchenbaue unterhöhlt war, wobei der Kranführer getötet wurde.

Der Abbau des weltberühmten Portland-Steins war die wichtigste Einnahmequelle der Insel und eine Behinderung dieses Wirtschaftszweiges konnte nur negative Folgen haben. Die Steinbrucharbeiter waren aber auch ein abergläubiges Völkchen, denn es hieß, wenn sie morgens zu den Steinbrüchen gingen und ein Kaninchen sahen, drehten sie gleich wieder um und gingen nach Hause, aus Furcht, dass es wieder zu einem Unglück kommen könnte.

So ähnlich wie bei Theaterleuten, die den Titel des Shakespeare-Dramas „Macbeth“ nicht auszusprechen wagen und stattdessen „Das schottische Stück“ sagen, sprechen die Bewohner der Isle of Portland niemals von „rabbits“, sondern sagen „underground mutton“ oder „those furry things„.

Im Jahr 2005, als der Animationsfilm „Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit“ (dt.: „Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“) in England in die Kinos kam, verwendete man hier unten im Süden Dorsets nicht die Originalposter, sondern fertigte spezielle an, auf den nicht der Titel stand, sondern nur „Something Bunny Is Going On„.

Kaninchen sind überhaupt in England eng mit Aberglauben verwoben, so heißt es, wenn man am ersten Tag eines neuen Monats als erstes die Worte „rabbit, rabbit, white rabbit“ ausspricht, dann wird das ein guter Monat.

Fazit: Wenn man von Weymouth kommend, auf der A354 auf die Isle of Portland fährt, sollte man am besten das Thema“…“ gar nicht erst ansprechen, es könnte nur Unglück bringen.

Ein ehemaliger Steinbruch an der Westküste der Isle of Portland.    © Copyright Jim Champion and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein ehemaliger Steinbruch an der Westküste der Isle of Portland.
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Published in: on 9. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Warum haben sie die Viecher nicht einfach ausgerottet? Sollte auf einer Insel recht leicht gehen.


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