Berwick-upon-Tweed (Northumberland) Teil 1: Der Kriegszustand zwischen Russland und der kleinen Stadt im Norden Englands

Die Drei-Brückenstadt Berwick-upon-Twedd.    © Copyright M J Richardson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Drei-Brückenstadt Berwick-upon-Tweed.
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Berwick-upon-Tweed im äußersten Nordwesten Englands in der Grafschaft Northumberland ist schon eine bemerkenswerte kleine Stadt. Geprägt ist sie durch die Nähe zu Schottland (die Grenze ist nur vier Kilometer entfernt) und so gehörte die Stadt im Laufe der Geschichte mal zu England, mal zu Schottland, mal zu England, mal zu Schottland usw.

Der örtliche Fußballverein, die Berwick Rangers (ich berichtete in meinem Blog), spielt als einziger Fußballclub Englands in der schottischen Liga, weil die Anreise zu den Spielorten in England einfach zu weit wäre.

Berwick-upon-Tweed nahm immer einen Sonderstatus ein und, so hieß es immer wieder, und es ist eine wirklich schöne Geschichte, so soll sich die Drei-Brückenstadt am River Tweed eine Zeitlang sogar im Kriegszustand mit Russland befunden haben. Wie kam es dazu?

Am 28. März 1854 erklärte England Russland den Krieg und Königin Victoria soll die Kriegserklärung mit ihrem vollen Titel „Queen  of Great Britain , Ireland, Berwick-upon-Tweed  and the British Dominions“ unterschrieben haben. Der Krimkrieg fand am 30. März 1856 mit dem Dritten Pariser Frieden sein Ende; der Friedensvertrag wurde von den Kriegsbeteiligten unterschrieben. Dabei soll der Zusatz „Berwick-upon-Tweed“ vergessen worden sein, d.h. die Stadt in Nordengland befand sich nach wie vor mit Russland im Krieg.

Im April 1914 wurde dieser merkwürdige Zustand entdeckt, von Zeitungen aufgegriffen und bezweifelt, auf jeden Fall war Berwick-upon-Tweed immer mal wieder im Gespräch. In den 1960er Jahren, so erzählte man sich in der Stadt, soll ein Offizieller aus der Sowjetunion angereist ein, der per Unterschrift den Kriegszustand mit Berwick beendete. Der Bürgermeister der Stadt habe dem sowjetischen Beamten aufgetragen, seiner Bevölkerung mitzuteilen, dass sie ab jetzt ruhig schlafen könne, denn sie brauchte keine Angst mehr vor Berwick zu haben.

Stimmt das nun alles oder ist das nur Legendenbildung? Das britische Außenministerium hatte schon in den 1930er Jahren ausgiebig in den Archiven recherchiert und keinerlei Hinweise darauf gefunden, dass in der Kriegserklärung der Name „Berwick-upon-Tweed“ genannt wurde und darum natürlich auch nicht im Friedensvertrag.

Schade, aber eine schöne Geschichte ist es trotzdem!

Eine auf Russland gerichtete Kanone im Hafen von Berwick?    © Copyright James Allan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 10. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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