Englands „Touristenattraktionen“, die gern mehr Besucher hätten

Roseden Cottage bei Bromsgrove in Worcestershire.   © Copyright Paul Shreeve and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Rosedene Cottage bei Bromsgrove in Worcestershire.
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Alljährlich veröffentlicht VisitEngland eine Liste mit den Besucherzahlen der Touristenattraktionen des Landes. Da stehen natürlich an vorderster Stelle die Londoner Sehenswürdigkeiten wie der Tower, Westminster Abbey und die St Paul’s Cathedral. Aber auch in der Provinz gibt es Besuchermagneten wie Chatsworth, Windsor Castle oder das in den letzten Jahren so attraktiv gewordene Highclere Castle. Am anderen Ende der Beliebtheitsskala finden sich dann die kleinen „Attraktionen“, deren Betreiber sich freuen, wenn überhaupt jemand zu ihnen kommt. Einige von diesen möchte ich heute einmal vorstellen.

Gerade einmal 61 Besucher schafften es im Jahr 2014 nach Dodford bei Bromsgrove in Worcestershire, um sich dort das Rosedene Cottage anzusehen, ein Haus, in dem Mitte des 19. Jahrhunderts Mitglieder der Chartistenbewegung wohnten. Der National Trust hat das Gebäude 1997 übernommen. Zu besichtigen sind die Räume des kleinen Cottages, der Garten und die Obstplantage. Warum sich dort so wenig Besucher einfinden, liegt sicher auch daran, dass Rosedene nur an jedem ersten Sonntag im Monat geöffnet hat und dass man im voraus buchen muss.

Viel mehr Begeisterung rief auch das Straw Museum bei Suffield in Norfolk nicht hervor. Hierher verirrten sich 97 Besucher im vergangenen Jahr. Das jeweils mittwochs und samstags geöffnete Museum stellt Gegenstände aus, die aus Stroh gefertigt worden sind.

Einen Besucher mehr als das Straw Museum, nämlich 98, verzeichnete das British in India Museum in Nelson (Lancashire). Hier werden Gegenstände aus Indien ausgestellt, die in irgendeiner Weise mit britischen Soldaten zu tun haben, die in Indien eingesetzt waren.

Über 157 Besucher freuten sich die Betreiber des Radar Tower Beacon Hill Fort in Harwich (Essex). Die Radaranlage wurde im Zweiten Weltkrieg eingesetzt, um deutsche Schnellboote aufzuspüren, die mit bösen Absichten in den Küstengewässern unterwegs waren. Diese Touristenattraktion ist sehr viel beliebter geworden, denn im Jahr 2013 fanden gerade einmal 6 (in Worten sechs) Menschen hierher: Ein trauriger Negativrekord.

Das Gissing Centre in Wakefield (West Yorkshire) besuchten 118 Interessierte; es ist dem Schriftsteller George Gissing gewidmet, der von 1857 bis 1903 lebte und 23 Romane und Kurzgeschichten schrieb. Einige seiner Bücher sind ins Deutsche übersetzt worden. Ich muss zugeben, dass ich von dem Herrn auch noch nie gehört habe. Das kleine Museum ist von Mai bis September jeweils samstags von 14 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Das ist eine kleine Auswahl an Englands am wenigsten aufgesuchten Sehenswürdigkeiten, wobei ich immer wieder sagen muss, ich bewundere die Betreiber, die sich mit viel Engagement und Herzblut für eine Sache einsetzen, die dann leider nur wenig gewürdigt wird. Mögen diese kleinen „attractions“ alle bestehen bleiben!!!

Das Straw Museum bei Suffiled (Norfolk).   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Straw Museum bei Suffield (Norfolk).
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Das Gissing Centre in Wakefield (West Yorkshire).    © Copyright Mike Kirby and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Gissing Centre in Wakefield (West Yorkshire).
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Published in: on 14. August 2015 at 02:00  Comments (2)  

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. George Gissing hat einen sehr guten Roman namens „New Grub Street“ über die Journalisten-/Schriftstellerwelt um 1900 geschrieben, insgesamt ist er dem Realismus zuzuordnen. Ich würde das ihm gewidmete Zentrum gern mal besuchen, nur komme ich nicht nach West Yorkshire. Vielen Dank für diesen sehr interessanten Beitrag!

    • Vielen Dank für den Kommentar!! Schade, dass Du nicht nach West Yorkshire kommst, dann hätte man dort im Gissing Centre gleich wieder eine Besucherin mehr:-)


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