Die Goldbrook Bridge in Hoxne (Suffolk) oder Warum Brautpaare sich scheuen, diese Brücke zu überqueren

Die Goldbrook Bridge in Hoxne.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Goldbrook Bridge in Hoxne.
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Die Goldbrook Bridge in Hoxne im ländlichen Suffolk führt über das kleine Flüsschen Goldbrook und man sagt, die Brücke sei einmal mit einem Fluch belegt worden, der speziell Hochzeitspaaren zum Verhängnis werden könnte. Und da auch heute noch viele Menschen abergläubisch sind, machen manche Brautpaare auf dem Weg zur Kirche lieber einen Umweg als über diese Brücke zu fahren. Wie konnte es dazu kommen?

Edmund der Märtyrer war von 855 bis zu seinem Tod am 20. November 869 König von East Anglia. Er hatte es während seiner Amtszeit mit den Dänen zu tun, die marodierend durch das Land zogen. Als es wieder einmal zu einer Auseinandersetzung zwischen Edmunds Truppen und den Dänen kam und letzere die Sieger waren,  floh der König und versteckte sich unter der Goldbrook Bridge in Hoxne. Dummerweise trug er goldene Sporen an seinen Stiefeln und da die Sonne in einem bestimmten Winkel stand, fielen die Strahlen darauf und reflektierten sie, was wiederum ein Brautpaar sah, dass gerade über die Brücke ging. Die Jungvermählten hatten nun nichts Besseres zu tun, als den Aufenthaltsort des Königs an die Dänen zu verraten. Sofort griffen diese zu und nahmen Edmund gefangen. Brutal wie man damals schon war, banden sie ihn an einen Baum, malträtierten ihn mit einer Peitsche und schossen Pfeile auf ihn ab. Als er tot war, wurde er auch noch geköpft. Bevor es Edmund an den Kragen ging, soll er noch alle Brautpaare, die zukünftig die Goldbrook Bridge überqueren würden, verfluchte. Ein Fluch, der noch heute seine Wirkung hat? Manche Paare sagen sich, man muss ja nicht unbedingt die Probe aufs Exempel machen…

Edmund fand seine letzte Ruhestätte 34 Jahre später in einem Ort weiter westlich von Hoxne, der Beodericsworth hieß (es gibt auch andere Schreibweisen), aus dem später die heutige Stadt Bury St Edmunds wurde.

Auf Hoxne in Suffolk wurde man im Jahr 1992 noch einmal aufmerksam gemacht, als dort der sogenannte Hoxne Hoard gefunden wurde, die größte Sammlung von römischen Gold- und Silbermünzen aus dem 4. und 5. Jahrhundert in ganz Großbritannien, die aus mehr als 15 000 Stücken bestand.

Die Goldbrook Bridge steht in Hoxne gleich neben der Village Hall, die man passenderweise St Edmund’s Hall genannt hat. Ein Gedenkstein an der Brücke erinnert daran, dass Edmund an dieser Stelle gefangengenommen wurde.

Hier soll sich einst König Edmund versteckt haben.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 28. August 2015 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ich bin jetzt eine ganze Weile am „Hoxne Hoard“ hängen geblieben, eigentlich ein „Nebenschauplatz“ Ihrer spannenden Geschichte zum hl. Edmund. Beim Hoxne Hoard muss es sich tatsächlich um einen sensationellen Fund gehandelt haben, der übrigens über das Britische Museum sorgfältig dokumentiert ist (http://www.britishmuseum.org/explore/highlights/highlight_objects/pe_prb/t/the_hoxne_hoard.aspx).

    Unglaublich, auf welch interessante Pfade man durch Ihren Blog immer wieder geführt wird!

    • Hallo Herr Graber!
      Das ist eigentlich auch der Zweck meines Blogs, Anregungen zu geben, sich mit bestimmten Themen näher zu beschäftigen, denn meine Beiträge sind natürlich alles andere als erschöpfend und sollen das auch gar nicht sein. Daher freue mich ganz besonders, wenn mein Ziel auch ereicht wird. Herzlichen Dank für diesen Kommentar und viele Grüße!!!


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