Rochdale Town Hall – Ein neugotisches Gebäude, an dem Adolf Hitler sehr intereressiert war

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Rochdale ist eine 88 000 Einwohner zählende Stadt, die zu Greater Manchester gehört und 16 Kilometer nordöstlich der Großstadt liegt. Am 27. September 1871 wurde hier ein beeindruckendes Gebäude eingeweiht, das von dem Architekten William Henry Crossland im neugotischen Stil erbaut wurde: Die Rochdale Town Hall. Wer meinen Blogeintrag über Thomas Holloway gelesen hat, kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass Crossland auch für die Konstruktion des Royal Holloway Colleges in Egham (Surrey) und des Holloway Sanatoriums in Virginia Water (Surrey) verantwortlich zeichnete.

Der Bau der Town Hall von Rochford dauerte fünf Jahre und kostete die damals gewaltige Summe von £160 000, was etwa dem 20fachen heute entspricht. Schon nach 12 Jahren sollte der Turm abgerissen werden, da sich bereits Holzfäule in ihm ausgebreitet hatte, aber ein Feuer kam den Abrissarbeiten zuvor. Ein neuer Turm, dieses Mal aber komplett aus Stein erbaut, wurde in Auftrag gegeben und der Architekt Alfred Waterhouse, der schon die Town Hall von Manchester geschaffen hatte, führte ihn aus. Der Kunsthistoriker Nikolaus Pevsner war begeistert von dem Bauwerk und bezeichnete es als “ a rare picturesque beauty“.

Der größte Teil der städtischen Ämter sind heute in dem neuen Gebäudekomplex Number One Riverside untergebracht, und so wird die Town Hall in erster Linie für kulturelle und zeremonielle Zwecke verwendet.

Wäre es im Zweiten Weltkrieg zu einer erfolgreichen Invasion Englands durch die deutschen Truppen gekommen, würde die Town Hall von Rochdale wohl schon lange nicht mehr dort stehen, wo sie hingehört, denn merkwürdigerweise war Adolf Hitler von diesem Gebäude so fasziniert, dass es Pläne gegeben haben soll, nach denen die Town Hall komplett Stein für Stein abgetragen und irgendwo in Deutschland wieder aufgebaut werden sollte. Eine verrückte Idee! Aber woher wusste Hitler eigentlich von dem Gebäude im fernen Norden Englands?

Da gibt es unterschiedliche Theorien. Die eine lautet, dass Hitler im Winterhalbjahr 1912/13 in Liverpool bei seinem Halbbruder Alois und seiner Frau Bridget in Liverpool gewohnt und dabei das nicht weit entfernte Rochdale besucht hat.

Die andere Theorie: Hitler wurde durch den faschistischen, in den USA geborenen Politiker William Joyce (der 1946 in England wegen Hochverrats hingerichtet wurde), auch als Lord Haw-Haw bekannt, auf die Town Hall aufmerksam gemacht, denn Joyce wohnte einmal in Glodwick bei Oldham, nur wenige Kilometer von Rochdale entfernt.

Auffällig war damals, dass die deutschen Bomber die Stadt Rochdale verschonten, während überall in der Umgebung die Orte bombardiert wurden. So steht die imposante Town Hall glücklicherweise noch immer an der Straße The Esplanade und nicht irgendwo in Berlin oder Nürnberg.

Hier ist ein Film über die Town Hall.

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Published in: on 5. September 2015 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo,
    das Gebäude hat zwar eine andere Struktur, erinnert mich aber doch an das Schloss im polnischen Posen: https://de.wikipedia.org/wiki/Residenzschloss_Posen – ich weiß, hier Neoromanik, da Neogotik, doch der Charakter, die Stimmung scheinen genauso. Mag sein, dass die Neo-Stile nicht sehr radikal waren. Ich habe es nur von draußen gesehen.
    Viele Grüße
    Renata

    • Hallo Renata!
      Da besteht tatsächlich eine verblüffende Ähnlichkeit zwichen den beiden Gebäuden. Hitler hatte ja seine Hände auch in dem Posener Residenzschloss drin.
      Viele Grüße!
      Ingo

      • Hallo Ingo,
        ja, das stimmt. Wenn ich wieder in Posen bin, muss ich unbedingt das Schloss besichtigen. Dort ist jetzt ein Kulturzentrum untergebracht. Ich möchte die Atmophäre einfach auf mich wirken lassen. Diese mit der in England werde ich wohl nicht so bald vergleichen (können), denn meine nächste Reise führt mich nach Südengland. Aber wer weiß, wer weiß … Auf jeden Fall werde ich darüber berichten.🙂
        Viele Grüße
        Renata


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