Mein Buchtipp – Hugh Barker: Hedge Britannia

Foto meines Exemplars.

Foto meines Exemplars.

Fährt man in ländlichen Gebieten Englands auf B-Straßen oder noch kleineren Wegen, gerät man häufig auf kurvenreiche Strecken, die von hohen Hecken gesäumt und, wenn man ein linksgelenktes Auto fährt, schwer zu überblicken sind. Hecken sind allgegenwärtig, ob zur Umzäunung von Weideflächen oder zur Umgrenzung von Grundstücken. Engländer lieben sie heiß und innig und daher hat Hugh Barker sein Buch auch „Hedge Britannia: A curious history of a British obsession“ genannt. Darin erfahren wir auf über 300 Seiten allerlei Wissenswertes über Hecken, z.B. dass es jährlich unzählige Nachbarschaftskonflikte über zu hoch gewachsene Exemplare gibt, die manchmal vor Gericht landen. Barker erzählt die Geschichte von einem Mann in Lincolnshire, der sich so sehr über die Hecke seines Nachbarn ärgerte, dass er regelmäßig nachts aufstand und gegen sie pinkelte, bis sie schließlich einging. Der Nachbar filmte ihn dabei und erstattete Anzeige, woraufhin der „Midnight Piddler“ einen Tag im Gefängnis zubringen musste. Ebenfalls in Lincolnshire wurde ein Mann von seinem Nachbarn erschossen, da es zu einem Disput über eine fünf Meter hohe Hecke gekommen war.

Wer schon einmal im Chatsworth House in Derbyshire oder in Levens Hall in Cumbria war, hat sich sicher an den kunstvoll geschnittenen, „topiary“ genannten Hecken erfreut. Auch in vielen anderen Schlössern und Landhäusern lassen die Gärtner ihren Fantasien freien Lauf und zaubern mit ihren Heckenscheren manchmal erstaunliche Gebilde.

Hugh Barker lässt sich in seinem sehr interessanten Buch weiterhin über Heckenlabyrinthe aus wie wir sie beispielsweise in Hampton Court, Hever Castle und Chatsworth finden.
Wir erfahren bei der Lektüre des Buches einiges über das „hedge-laying„, also den Anbau von Hecken, und dass man die höchste Hecke des Landes im National Pinetum in Bedgebury in Kent findet, die über 40 Meter misst.

Wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen, dessen Schwarz-Weiß-Fotos leider von schlechter Qualität sind.

Hugh Barker: Hedge Britannia: A curious history of a British obsession. Bloomsbury 2012. 327 Seiten. ISBN 978-1-4088-0186-4

Eine unübersichtliche von Hecken gesäumte Straße in Shropshire.   © Copyright David Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine unübersichtliche, von Hecken gesäumte Straße in Shropshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Smith and
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Die Topiary Gardens von Levens Hall in Cumbria.   © Copyright Richard Sutcliffe and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Topiary Gardens von Levens Hall in Cumbria.
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Das Heckenlabyrinth von Chatsworth in Derbyshire.   © Copyright Linden Milner and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Heckenlabyrinth von Chatsworth in Derbyshire.
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Hedg-laying in Norfolk.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hedge-laying in Norfolk.
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Published in: on 6. September 2015 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    diese Hecken, insbesondere wenn sie ganz kleine Straßen säumen, sind mir noch gut in Erinnerung. Nicht zuletzt deswegen, weil die Einheimischen diese Straßen entlang brausen als ob es nie Gegenverkehr geben würde.
    Hab‘ einen feinen Sonntag,
    Pit

    • Hallo Pit,
      stimmt. Als Rechtslenker hat man ja immer noch einen gewissen Einblick in die Kurven, aber als Linkslenker kommt das manchmal einem Blindflug gleich und man versucht, so weit wie möglich links zu fahren, auch mit der Gefahr, dass die in die Fahrbahn hineinragenden Hecken- und Dornenzweige den Autolack zerkratzen.
      Auch Dir ein schönes Wochenende und viele Grüße!
      Ingo

      • Hallo Ingo,
        stimmt auffallend, das mit den Kratzern. Da ich als Fahrer ja immer ganz nahe an den Hecken war, konnte ich genau abschaetzen, wieweit ich nach links konnte, damit es nur ein paar unwesentliche Kratzer wuerden. Besser die als rechts einen zerbeulten Kotfluegel. 😉
        Eind feine Woche wuenscht Dir
        Pit


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