Mein Buchtipp – Bill Bryson: The Road to Little Dribbling – More Notes From a Small Island

Foto meines Exemplares.

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Vor exakt 20 Jahren las ich Bill Brysons Buch „Notes From a Small Island„* und war davon so begeistert, dass ich seitdem sämtliche seiner Bücher verschlungen habe. In den „Notes“ schreibt er von seiner ersten Reise quer durch England; ein wunderbares humorvolles Buch.
Als ich vor einigen Monaten hörte, dass er noch einmal einen Trip durch das Land gemacht hat und das Ergebnis dieser Reise wieder in Buchform erscheinen soll, war ich voller Erwartung und freute mich schon auf die Lektüre. Am 8. Oktober wurde dann „The Road to Little Dribbling: More Notes From a Small Island“ veröffentlicht, und ich habe es mit der gleichen Begeisterung wie den ersten Band gelesen. Der US-Amerikaner aus Iowa, der seine zweite Heimat in England gefunden hat, ist einfach ein begnadeter Schriftsteller mit einem unvergleichlichen Humor. Der Daily Telegraph schrieb über das Buch „Hugely funny (not snigger-snigger funny, but great-big-belly-laugh-till-you-cry-funny)„; sehr schön formuliert, wobei ich die Lektüre auch „snigger-snigger funny“ fand.

Bill Bryson folgte auf seiner Reise nicht den Spuren seines ersten Aufenthaltes, sondern schlug eine andere Route ein, die ihn vom Süden des Landes, von „Bugger Bognor“, bis zum äußersten Nordwestzipfel Schottlands, zum Cape Wrath führte. Er schildert auf der Wegstrecke ein Land, in das er sich schon seit langem verliebt hat; sieht aber auch die Gefahren, dass sich England weiter zu seinen Ungunsten verändern wird. Verödete High Streets, Seebäder, in die kaum noch jemand kommt, Pubsterben, Vermüllung der Landschaft, das sind nur einige der kritischen Punkte, mit denen England kämpft. Bill Bryson ist aber auch immer wieder begeistert von der wunderbaren Natur des Inselstaates, und er setzt sich für deren Erhaltung ein. Einige Jahre lang war er Präsident der Campaign To Protect Rural England.

„The Road to Little Dribbling“ ist ein wunderbares Buch mit leider nur 384 Seiten. Der letzte Satz des Waschzettels fasst den Inhalt prägnant zusammen: „Bryson gives us an acute and perspective insight into all that is best and worst about Britain today„.
Dies ist mein persönliches Buch des Jahres, das ich jedem empfehlen kann, der sich auch nur ansatzweise für Großbritannien interessiert (Bryson bereist nicht nur England, sondern auch Wales und Schottland). Dem kritischen Artikel über das Buch in Mail Online kann ich nicht zustimmen. Hier ist ein Interview mit ihm.
Das wunderschöne Umschlagbild stammt übrigens von dem renommierten Cover Art-Künstler Neil Gower.

Wann eine Übersetzung ins Deutsche erscheinen wird, konnte ich leider noch nicht ermitteln.

*Das Buch wurde 1999 als Fernsehserie verfilmt. Hier ist Teil 1 zu sehen.

Bill Bryson: The Road to Little Dribbling – More Notes From a Small Island. Doubleday 2015. 384 Seiten. ISBN 978-0-857-52234-4.

Nachtrag vom 01.05.2016: Am 25. April erschien die deutsche Übersetzung des Buches im Goldmann-Verlag unter dem Titel „It’s teatime, my dear!: Wieder reif für die Insel“.

Foto meines Exemplares.

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Published in: on 28. Oktober 2015 at 02:00  Comments (7)  
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7 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Oh, genial, ein zweites Small Island-Buch!🙂 Hab mich beim Lesen des ersten kringelig gelacht!

    • Unbedingt zu empfehlen!! Nicht nur wegen des Humors, sondern auch wegen Bill Brysons Erkenntnisse über das Leben in GB 20 Jahre nach seiner ersten Reise.
      Viele Grüße!
      Ingo

      • Oft keine ermutigenden Erkenntnisse für Anglophile.

  2. Danke, lieber Ingo, fuer diesen Tipp. Das Buch MUSS ich unbedingt (bald) lesen.
    Hab‘ eine feine Woche,
    Pit

    • Du wirst es sicher nicht bereuen! Es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.
      Auch Dir eine schöne Woche und viele Grüße!
      Ingo

  3. […] ich nicht schon meine persönliche Auszeichnung für mein Buch des Jahres an Bill Brysons “The Road to Little Dribbling” vergeben hätte, wäre Ray Hamiltons Buch ein weiterer Anwärter darauf gewesen. Hamilton […]

  4. […] das ich mag ist die Nummer 28: Bill Brysons „The Road to Little Dribbling“, das ich in meinem Blog schon vorgestellt […]


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