Ottery St Mary – Eine Kleinstadt in Devon: Kobolde und Kirchenglocken

St Mary's in Ottery St Mary (Devon).   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s in Ottery St Mary (Devon).
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Es war einmal…vor vielen Jahrhunderten lebten in der Kleinstadt Ottery St Mary im Osten der heutigen Grafschaft Devon neben den Bewohnern auch Pixies, das sind kleine Kobolde, die von Natur aus den Menschen gern einen Schabernack spielen. Das ging eine Weile einigermaßen gut, bis den Zwergen zu Ohren kam, dass man in dem Ort eine Kirche bauen wollte, die bis dahin noch fehlte. Da es in einer Kirche normalerweise auch Glocken gibt, gingen die Pixies da auf die Barrikaden, denn wenn es etwas gab, was sie absolut nicht nicht vertragen konnten, war das Glockengebimmel. So setzte sich der Rat der Pixies zusammen und überlegte, was sie dagegen tun konnten. Man entschied sich dafür, die Mönche, die die Glocken abholen sollten, mit einem Bann zu belegen. Der Zwergenzauber schien auch zu wirken, denn wie in Hypnose zogen die Mönche an Ottery St Mary vorbei in Richtung Küste und kurz bevor sie wie die Lemminge die Klippen hinunterstürzten, trat einer der Männer versehentlich mit seinen nackten Füße auf eine stachelige Distel, was ihn zu dem Ausruf „God bless my Soul and St Mary“ veranlasste…und siehe da der Bann war gebrochen. Es gibt auch die Version, dass sich einer der Mönche seine Zehen an einem Stein stieß und dann diesen Ausruf tätigte. Egal, das Ergebnis war das gleiche.

„Mist“ sagten sich da die Pixies, „der Bann hat nicht funktioniert“ und verzogen sich aus der Stadt in eine kleine Höhle am River Otter, die seitdem Pixie’s Parlour heißt. Aber einmal im Jahr kamen sie dann doch aus ihrem Refugium am Fluss, zogen in die Stadt, machten vor der Kirche einen Höllenlärm und entführten die bell-ringer in ihre Höhle. Von dort musste der Pfarrer von Ottery St Mary seine Glockenläuter erst wieder befreien.

Was aus den Pixies im Laufe der Jahrhunderte geworden ist, weiß niemand mehr, aber seit 1954 geistern an einem Samstag im Juni, der der Sonnenwende am nächsten liegt, wieder kleine Kobolde durch die Stadt und entführen die bell-ringer aus der Kirche St Mary’s. An diesem Pixie Day genannten Tag verkleiden sich die kleinsten Pfadfinder der Stadt als Kobolde und tun, was Kinder besonders gut können: Kreischen. Umrahmt wird das Spektakel von einem Fest, das auf dem Gelände des Land of Canaan abgehalten wird. Dieser Film zeigt wie es in Ottery St Mary am Pixie Day zugeht.

Ich war erst im letzten Jahr in Ottery St Mary; Pixies sind mir da nicht über den Weg gelaufen.

Der River Otter. In eine Höhle an diesem Fluss zogen die frustrierten Pixies.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der River Otter. In eine Höhle an diesem Fluss zogen die frustrierten Pixies.
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Published in: on 10. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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