Was geschieht eigentlich mit Häusern, in denen Morde verübt worden sind?

Die Melrose Avenue in Willesden.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ich habe mich schon oft gefragt, was eigentlich mit Wohnungen oder Häusern geschieht, in denen Mörder ihre Taten begangen haben? Finden die eigentlich neue Mieter oder Käufer? Stehen die auf ewige Zeiten leer?

Das „House of Horror“ in der Cromwell Road Nummer 25 in Gloucester, in dem Fred und Rosemary West zehn Mädchen und Frauen ermordeten, wurde 1996 abgerissen, da darin wohl niemand mehr wohnen mochte.
Anders sieht es bei den Häusern aus, in denen der Serienmörder Dennis Nilsen von 1978 bis 1983 ein Dutzend junger Männer zerstückelte und sie unter den Dielenbrettern oder im Garten versteckte. Nilsen wohnte in der Nummer 195 Melrose Avenue im Londoner Stadtteil Willesden, wo er die meisten Morde beging. Später hatte er eine Wohnung in 23D Cranley Gardens in Muswell Hill, daher wurde er auch als The Muswell Hill Murderer bezeichnet.

Beide Häuser waren/sind zurzeit auf dem Markt und die Makler tun sich natürlich schwer, diese Immobilien an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Verschweigen kann man die Geschichte der Häuser nicht, für die Werbung kommt sie selbstverständlich auch nicht in Betracht. Viele potentielle Interessenten schrecken sicher davor zurück, in Räumen zu wohnen, in denen derart schreckliche Dinge passiert sind. Also müssen die Makler mit dem Preis heruntergehen, um die Immobilien loszuwerden. Nilsens früheres Anwesen in Muswell Hill soll angeblich für £300,000 verkauft worden sein, was deutlich unter dem Durchschnittspreis in dieser Region liegt. Kaufinteressenten wies man diskret daraufhin, man möge sich doch vor dem Kauf mit der Geschichte des Hauses auseinandersetzen.

Nilsens Wohnung in der Melrose Avenue soll für rund £500,000 auf dem Markt sein, was ebenfalls unter den Preisen liegt, die üblicherweise in der Straße bezahlt werden. Aber ich bin sicher, dass auch diese Immobilie letztendlich gekauft wird, denn die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern in London ist schon sehr groß.

Die Melrose Avenue ist eine ruhige Wohngegend, nahe des Gladstone Parks im Norden Londons. Cranley Gardens geht von der Muswell Hill Road, der B550, ab und führt zur Park Road, der A1201.

Hier ist eine Dokumentation des Falles Dennis Nilsen, in der auch die o.a. Häuser zu sehen sind.

Das Buch zum Artikel:
Brian Masters: Killing for company: The case of Dennis Nilsen. Arrow Books 1995. 352 Seiten. ISBN 978-0099552611.

Cranley Gardens in Muswell Hill.   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cranley Gardens in Muswell Hill.
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Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Published in: on 26. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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