Malcolm Sayer (1916-1970) – Ein Autokonstrukteur aus Cromer (Norfolk), der für einige der schönsten Sportwagen verantwortlich zeichnete

Ein Jaguar E-Type. Author: Brooksbro 69. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

Ein Jaguar E-Type.
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Am 21. Mai 1916 wurde er in der St Mary’s Road Nummer 45 in der kleinen Hafenstadt Cromer in Norfolk geboren: Malcolm Sayer, ein Autokonstrukteur, der nie das Licht der Öffentlichkeit gesucht und einige der schönsten Sportwagen konstruiert hat, die auf den Straßen der Welt unterwegs waren und es noch heute in kleinen Stückzahlen sind.

Sayer besuchte die Great Yarmouth Grammar School, wo sein Vater in den Fächern Mathematik und Kunst unterrichtete. Möglicherweise vererbte er diese Kenntnisse an seinen Sohn, denn Mathematik und Kunst sollten Malcolm Sayers Lebensweg ständig begleiten. Am Loughborough College studierte er Aeronautical and Automotive Engineering und ging nach Abschluss des Studiums nach Filton bei Bristol, wo er sich mit Flugzeugbau und Aerodynamik beschäftigte. Letztere Fähigkeiten kamen ihm zugute, als er nach dem Krieg in die Automobilbranche zu Jaguar wechselte. Schon früh hatte Sayer mit der Konstruktion der beiden Rennwagen C-Type und D-Type Erfolg, aber der ganz große Durchbruch kam, als er den Jaguar E-Type entwickelte, der noch heute zu den elegantesten Sportwagen aller Zeiten zählt. Sogar das New York Museum of Modern Art stellt ein Exemplar in seinen Räumen aus. Steve McQueen, Tony Curtis, Charlton Heston, Frank Sinatra und viele andere VIPs aus dem Showgeschäft fuhren damals einen Jaguar E-Type und auch in einer meiner Lieblings-TV-Serien „Columbo“ sind schon mehrere der Übeltäter mit diesem Fahrzeug unterwegs gewesen, z.B. der Dirigent Alex Benedict in der Folge „Etude in Schwarz“ aus dem Jahr 1972. Das schöne Auto mit der riesigen Motorhaube wurde von 1961 bis 1974 gebaut. Es gab ihn in den 3,8- und 4,2-Liter-Versionen, die Krönung war aber die V12-Version mit 5,3 Liter Hubraum und 276 PS. Auch heute, nach über 40 Jahren, zählt Malcolm Sayers E-Type noch immer zu den schönsten Sportwagen aller Zeiten. Hier ist ein Fahrbericht über das Auto von Jeremy Clarkson in der TV-Sendung „Top Gear“.

Sayer entwarf auch das Nachfolgemodell des E-Types, den Jaguar XJ-S, der im September 1974 auf der Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt am Main erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wie sein Vorgänger verfügte auch der XJ-S über eine elegante Linienführung. Von 1975 bis 1996 wurde dieser 12-Zylinder-Sportwagen gebaut. In diesem Film wird ein XJ-S von innen und außen vorgestellt. Der Hauptdarsteller in der Krimiserie „The Return of the Saint“ (dt. „Simon Templar – Ein Gentleman mit Heiligenschein“), Simon Templar, gespielt von Ian Ogilvy, fuhr übrigens einen weißen Jaguar XJ-S.

Jaguar Boss Sir William Lyons hatte das Fahrzeug in Auftrag gegeben, dessen Fertigstellung Sayers aber nicht erleben sollte, denn er starb kurz vor seinem 54. Geburtstag in seinem Wohnort Royal Leamington Spa in Warwickshire an einem Herzinfarkt. An seinem Wohnhaus am Portland Place erinnert eine blaue Plakette an den großen Automobilkonstrukteur. Mit weiteren Plaketten wird Malcolm Sayer in seinem Geburtsort Cromer, an seiner Schule in Great Yarmouth und an der Loughborough University geehrt.

Wer sich näher für diesen interessanten Mann interessiert, findet hier ein ausführliches Filmporträt.

Ein Jaguar XJ-S. Author: Charles 01. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Ein Jaguar XJ-S.
Author: Charles 01.
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Die blaue Erinnerungsplakette an Sayers' Haus in Royal Leamington Spa.   © Copyright Bob Parkes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das waren noch (Auto-)Zeiten!! 🙂

  2. Der Jaguar E-Type ist und bleibt das schönste Automobil aller Zeiten! Ich hatte als Jugendlicher die Gelegenheit (wahrscheinlich 1969 oder 1970), als Beifahrer im englischgrünen E-Type meines damaligen Patenonkels eine Pässefahrt (Susten, Grimsel) durch die Schweizer Alpen zu machen. Das war für mich ein einmaliges Erlebnis und hat wohl wesentlich zu meiner Anglophilie beigetragen! Schade, hatte er ihn schon bald wieder eingetauscht; es blieb bei diesem einen Ausflug! Ich muss meinem Vorkommentator recht geben: das waren noch (Auto-)Zeiten!
    Vielen Dank für diesen wunderbaren und sehr ästhetischen Artikel!

    • Auf der Fahrt waere ich gerne dabei gewesen! 🙂

    • … und ich fuhr einen E-Type vor 4 Jahren in Südengland. Einen Tag ausgeborgt und auch schon hängengeblieben. Die Gänge ließen sich nicht mehr runterschalten. Mich hat schon beim Wegfahren die nicht gerade gängige Schaltung extrem verunsichert. Bergauf auf einer einspurigen Strasse in einer wunderschönen ländlichen Gegend stand ich nun leicht verzweifelt neben dem E-Type und versuchte mit meinem „Bad English“ Hilfe zu holen. Es gelang. Nur versammelten sich vor und hinter dem Classic Car einige Verkehrsteilnehmer, welche aber allesamt sehr nett waren, mit Tipps nicht sparten und sehr großes Interesse für den Wagen zeigten. Es dauerte doch noch einige Zeit bis der Stau aufgelöst und der E-Type und ich gerettet werden konnten. Auf Grund der Troubles bekam ich von der Verleihfirma einen Gutschein den ich noch am selben Tag einlöste: Ein paar Stunden MK-II, einfach herrlich.


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