Die Top 5 Gastropubs des Jahres 2016

Vor wenigen Tagen wurden die besten 50 Gastropubs des Jahres ausgezeichnet, von den ich die Top 5 kurz vorstellen möchte. Die spanische Brauerei Estrella Damm aus Barcelona war in diesem Jahr, in Zusammenarbeit mit The Publican’s Morning Advertiser, der Sponsor für die Preise.

Platz 1: The Sportsman bei Seasalter an der Nordküste von Kent.

Das ist keine Überraschung, da das Restaurant bereits im Vorjahr Sieger war und in den beiden Jahren davor den zweiten Platz eingenommen hatte. Seit acht Jahren schon ist Chefkoch Stephen Harris Inhaber eines Michelin-Sterns, und er scheint immer besser zu werden. The Sportsman liegt ziemlich abgelegen inmitten von Wiesen, auf denen Schafe grasen, an der Faversham Road. Dieser Film lässt dem Betrachter das Wasser im Mund zusammenlaufen.

   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Malc McDonald and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 2: The Pipe & Glass Inn in South Dalton (East Yorkshire).

Auch Chefkoch James Mackenzie hat seit 2010 einen Michelin-Stern und arbeitete früher in der Nummer 3 der diesjährigen Liste, dem Star in Harome (North Yorkshire). Er zelebriert in seinem Restaurant traditionelle Yorkshire-Gerichte, aber mit einem besonderen „Touch“, der ihn unter die diesjährigen Top 5 gebracht hat. Dieser Film zeigt einen typische Arbeitstag im Pipe & Glass Inn, der nur wenige Kilometer nördlich der Kathedralenstadt Beverley liegt.

   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 3: The Star Inn in Harome (North Yorkshire).

Und noch ein Etablissement im Norden des Landes. Ich bin einige Male an diesem wunderschönen Haus vorbeigefahren, habe aber leider die Küche noch nicht probiert. Andrew Pern ist der Besitzer und Chefkoch in einer Person; er hat noch ein weiteres Restaurant in York, The Star Inn The City in der Museum Street. Hier ist ein Film über den Gasthof.

   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Paul Harrop and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 4: The Coach in Marlow (Buckinghamshire).

In der sehenswerten Stadt Marlow an der Themse gibt es seit 2014, neben dem 2-Sterne-Haus Hand & Flowers, unter der gleichen Regie von Tom Kerridge einen weiteren hochangesehenen Gasthof, The Coach, in dem Nick Beardshaw am Herde steht, vormals Hand & Flowers. In dem ehemaligen chinesischen Restaurant Coach and Horses an der Ecke High Street/West Street kann man sowohl exzellent essen, aber, wenn man möchte, sich auch nur mit einem Pint begnügen.

Platz 5: The Pony & Trap in Chew Magna (Somerset).

Seit 2011 hält Josh Eggleton seinen Michelin-Stern fest und wird ihn sicher auch nicht mehr abgeben. Zusammen mit seiner Schwester Holly führt Josh Eggleton das Haus, ist bereits im Fernsehen aufgetreten und hat ein Buch geschrieben. Bristol, Bath und Wells sind nicht weit, so ist immer wieder für eine gutbetuchte Klientel gesorgt.

Published in: on 31. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Episode 99: „Flieg Mörder, flieg“ (Original: „The Flying Club“)

Das White Waltham Airfield.   © Copyright Phil Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das White Waltham Airfield.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Phil Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Mittelpunkt der 99. Episode der Inspector Barnaby-Reihe „Flieg Mörder, flieg„, deren Originaltitel „The Flying Club“ lautet, steht der Flugplatz Finchmere Airfield, der den beiden Partnern Bernard King und Perry Darnley gehört. Gedreht wurden die Szenen auf dem White Waltham Airfield, das nördlich des Ortes White Waltham in der Gabelung der Autobahn M4 und der A40 in Berkshire liegt. Der 1928 gegründete Flugplatz war im Zweiten Weltkrieg Hauptstützpunkt der Air Transport Auxiliary, die im Film auch eine Rolle spielt.
Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh lernte hier in den frühen 1950er Jahren fliegen.

Heute gehört der Flugplatz, der zu den größten kommerziell genutzten in ganz Europa zählt, dem West London London Aero Club; rund 150 Maschinen sind hier stationiert. Dieser Film zeigt den Landeanflug eines Flugzeugs auf dem White Waltham Airfield.
Gefilmt wurde für die Barnaby-Episode auf dem Flugfeld und im Clubhaus, zusätzlich wurden Aufnahmen von einer Flugschau im August 2013 eingebaut. Es ist nicht das erste Mal, dass auf diesem Flugplatz Filmcrews im Einsatz waren; mehrere Folgen der Serie „The Professionals“ (dt. „Die Profis“), die von 1977 bis 1983 in England gezeigt wurde, sind hier gedreht worden, ebenso Szenen für den Film „My Week With Marilyn“ (2011), der unter dem gleichen Titel in Deutschland lief.

Der ermordete Bernard King wurde übrigens über dem Hillingdon Outdoor Activities Centre bei Harefield, westlich von London, aus dem Flugzeug in den See geworfen.

Ein weiterer Drehort für die Episode „Flieg Mörder, flieg“ war die Henley Business School in Henley-on-Thames, die als das Belvoir Gym & Health Spa dient, in der Stephanie King arbeitet. Die Wirtschaftsschule der University of Reading liegt an der A4155 direkt an der Themse.

Das Haus, in dem Eddie Rayner und seine Tochter Jessie wohnen, findet man in der School Road am Tylers Green von Penn in Buckinghamshire.

Hier sind einige der Darsteller aus der 99. Barnaby-Episode:

Robert Bathurst ist als Flugplatzbesitzer Perry Darnley zu sehen. Ihn kennt jeder Downton Abbey-Fan als Sir Anthony Strellan, dem in Deutschland verschollenen Freund von Lady Edith.

June Whitfield, die die Molly Darnley spielt, hat schon einmal in Midsomer Murders mitgewirkt, als Peggy Alder in Folge 43 „Midsomer Rhapsody“ (dt. „Melodie des Todes“).

Bernard Cribbins alias Duggie Wingate, Jahrgang 1928, ist schon seit den 1950er Jahren im Film- und Theatergeschäft tätig und dreht immer noch, zuletzt in dem Film „A Midsummer Night’s Dream“, der in diesem Jahr in die Kinos kommen wird.

Die attraktive Laila Rouass verkörpert die mysteriöse Stephanie King. Sie war u.a. in den Serien „Footballers‘ Wives“ und „Holby City“ zu sehen.

Die Henley Business School.   © Copyright David Purchase and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Henley Business School.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Purchase and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das weiße Haus am Tylers Green in Penn, in dem die Rayners wohnen.   © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das weiße Haus (in der Bildmitte) am Tylers Green in Penn, in dem die Rayners wohnen.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hawgood and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 30. Januar 2016 at 02:00  Comments (4)  

Stocks House – Ein Haus in Aldbury (Hertfordshire) mit einer interessanten Vergangenheit

Über das hübsche Dorf Aldbury in Hertfordshire habe ich in meinem Blog in der Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“ schon einmal berichtet. In dem Blogeintrag erwähnte ich auch kurz das Stocks House, auf das ich heute etwas näher eingehen möchte.

Das Haus, das 1773 erbaut wurde, liegt nördlich von Aldbury an der Stocks Road und ist seitdem durch die Hände vieler interessanter Besitzer gegangen. Einer davon war Edward Grey, 1st Viscount Grey of Fallodon (1862-1933), der hier allerdings so gut wie nie wohnte, denn sein Amt als Außenminister Großbritanniens ließ ihm keine Zeit dafür. Von 1905 bis 1916 bekleidete er dieses Amt, ein Rekord, der nie wieder eingestellt werden konnte. Anschließend ging er als Botschafter in die USA.

Mary Augusta Ward (1851-1920) übernahm Stocks House im Jahr 1892 und blieb hier bis zu ihrem Tod. Sie war zu ihrer Zeit eine namhafte und sehr produktive Schriftstellerin, die ihr Haus als literarischen Salon für viele Kolleginnen und Kollegen öffnete. Ihr Onkel war der Dichter Matthew Arnold, ihre Neffen der berühmte Biologe Sir Julian Huxley und der Schriftsteller Aldous Huxley („Brave New World“) und ihr Schwiegersohn der Historiker  George Macaulay Trevelyan. Einer von Mary Augusta Wards Romanen, „Marcella“ (liegt nicht in deutscher Übersetzung vor) aus dem Jahr 1894, basiert auf einem wahren Mordfall, der sich ganz in der Nähe von Stocks Haus ereignet hatte: Am 12. Dezember 1891 wurden zwei Jagdaufseher von Wilderern ermordet, die von der Polizei festgenommen und später hingerichtet wurden. Also ging es hier in Aldbury auch in der Prä-Barnaby-Zeit schon nicht sehr friedlich zu. Mrs Ward fand ihre letzte Ruhestätte in der Kirche St John the Baptist in Aldbury.

Stocks House erbte Mary Augustas Sohn Arnold Ward, der von 1910 bis 1918 als Parlamentsmitglied für die Stadt Watford diente.

1944 wurde aus dem Haus ein exklusives Internat für Mädchen aus den höheren Gesellschaftsschichten, das sich Brondesbury-at-Stocks School nannte.

Auch 1972, nach dem nächsten Besitzerwechsel, waren hier viele Mädchen anwesend, allerdings lernten diese junge Damen etwas anderes, sie wurden als Playmates für Playboy-Clubs ausgebildet. Der US-Amerikaner Victor Aubrey Lownes III hatte Stocks House gekauft; er war der Europa-Chef von Hugh Hefners Playboy-Konzern und baute in Großbritannien die Playboy-Clubs auf. 1978 organisierte Lownes aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Playboy Magazins, eine berühmt-berüchtigte 25 Stunden dauernde Party in Stocks House, bei der er seine zahlreiche Schlafzimmer für Gäste und Playboy Bunnies zur Verfügung stellte. Viele Berühmtheiten gingen in Stocks House aus und ein wie Peter Sellers, Roman Polanski und John Cleese. Auch heute gibt es wieder ein Playboy Bunny Bootcamp in England, in dem junge Damen für ihren zukünftigen Job ausgebildet werden wie dieser Film zeigt.
Victor Lownes starb am 11. Januar 2017 im Alter von 88 Jahren in London.

Nachdem sich Victor Aubrey Lownes III von dem Haus getrennt hatte, übernahm es der Cricketspieler und Geschäftsmann Phil Edmonds, der daraus das Stocks Golf Resort Hotel and Health Spa machte, nachdem er einen Golfplatz hatte anlegen lassen.

2004 übernahm der schwerreiche Geschäftsmann und ehemalige Pferdetrainer Peter Harris das geschichtsträchtige Haus, das er komplett umbauen ließ und als Privathaus nutzte, in dem jetzt Harris‘ Schwiegersohn Walter Swinburn, ein ehemaliger Jockey, mit seiner Frau lebt.

 

Die All Saints‘ Church in Brightlingsea (Essex) – Die Gemeindekirche mit den Erinnerungstafeln für ertrunkene Seeleute

Die Erinnerungstafeln in der Kirche. With friendly permission of Tudor Barlow.

Die Erinnerungstafeln in der Kirche.
With friendly permission of Tudor Barlow.

In meinen Blogeinträgen in der Rubrik „Englische Kirchen“ habe ich im Laufe der Jahre schon viele Gotteshäuser vorgestellt, die sich durch Besonderheiten oder Kuriositäten von den anderen abheben. Auch die Kirche, auf die ich heute aufmerksam machen möchte, hat eine einzigartige Besonderheit zu bieten. Die Gemeindekirche All Saints‘ liegt etwas außerhalb der Kleinstadt Brightlingsea an der B1029 in Essex. Der Ort an der Mündung des River Colne in die Nordsee war früher einmal ein bedeutendes Fischereizentrum, doch die Zeiten, als viele der Einwohner vom Fischfang lebten, sind vorbei.

Die Arbeit auf den Fischerbooten in der Nordsee war nicht ungefährlich und so starben immer wieder Männer, wenn sie mit ihren Booten in einen Sturm gerieten. Arthur Pertwee war von 1872 bis 1917 Pfarrer in der Kirche All Saints‘ und nachdem wieder einmal in einem Jahr  36 Fischer ums Leben gekommen waren, kam er auf die Idee, für jeden von ihnen in der Kirche eine Tafel in die Wand einzulassen, auf der der Name des Fischers und der Name des Schiffes, auf dem er gearbeitet hatte, festgehalten wurden. Seit dem Jahr 1872 bis heute finden sich in All Saints‘ 212 dieser Erinnerungstafeln, die jeweils das Schicksal eines Mannes beinhalten. Da ist zum Beispiel eine Tafel mit der Inschrift:

Albert Edward Layzell
Aged 25
lost from wreck of Barge Ada of Harwich
off Portland
Dec 22 1888

Auch Albert Edwards Bruder John Richmond kam bei diesem Schiffsunglück ums Leben; die Tafeln 87 und 88 erinnern an die beiden Brüder aus Brightlingsea.

Reverend Portwee hatte damals wirklich ein Herz für die Fischer aus seiner Gemeinde, denn immer wenn es besonders stürmisch und finster an der Küste von Essex war, positionierte er eine Laterne auf dem 30 Meter hohen Kirchturm, um den heimkehrenden Fischern den Weg in den Hafen von Brightlingsea zu weisen. Bis zu einer Entfernung von 25 Kilometern soll die Laterne auf dem Kirchturm zu sehen gewesen sein.

Das Erdbeben von Colchester, über das ich kürzlich in meinem Blog schrieb, richtete auch in der Kirche All Saints‘ Schäden an, denn eine der vier Fialen auf dem Turm stürzte um und schlug durch das Kirchendach. Es kam allerdings niemand dabei zu Schaden.

Über Canon Portwee gibt es ein Lied, das hier zu hören ist. In seiner Kirche wird alljährlich in der Weihnachtszeit ein Christmas Tree Festival abgehalten wie dieser Film zeigt.

All Saints' in Brightlingsea.    © Copyright Peter Stack and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints‘ in Brightlingsea.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Stack and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 28. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Sheep and Goat Grand Nationals auf der Hoo Farm bei Preston upon the Weald Moors (Shropshire)

   © Copyright Kenneth  Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Kenneth Allen and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Hoo Farm Animal Kingdom bei Preston on the Weald Moors in Shropshire ist immer etwas los. Hier gibt es nicht nur Tiere, die man auf einer Farm auch erwartet, sondern auch Eulen, Strauße, Emus, Alpakas und  Papageien. Zu den wichtigsten Events des Jahres zählen aber die Sheep and Goat Grand Nationals.

Das Grand National, das härteste Pferderennen der Welt, das jährlich auf dem Aintree Racecourse in Liverpool stattfindet, kennt jeder. Doch nicht jeder kennt den Ableger davon in Shropshire, das Hindernisrennen für Schafe und Ziegen, das es schon seit 1991 gibt. Die Tiere müssen einen 200 Meter langen Parcours durchlaufen, der aus Hindernissen besteht, und…auch sie haben einen Jockey auf dem Rücken sitzen, der allerdings aus einer Stoffpuppe besteht. Schafe und Ziegen laufen übrigens getrennt. Am Ziel erwartet die erschöpften Rennziegen und Rennschafe ein Trog mit Futter, über das sich die Tiere dann auch sofort her machen. Im Mai finden diese Grand Nationals statt, aber auch ab März sind die täglichen „normalen“ Sheep Racings und Galloping Goat Races auf der Hoo Farm zu sehen.
Sponsor der Veranstaltungen ist der Wolverhampton Racecourse, auf dessen Gelände allerdings richtige Rennpferde laufen.

Hier ist ein Sheep Race und hier ein Goat Race zu sehen.

Die Hoo Farm erreicht man über die A518 (Stafford – Telford), wenn man am Clocktower  Roundabout in Donnington auf die Station Road einbiegt und dort am nächsten Kreisverkehr die Humber Lane nimmt. Das Animal Kingdom ist ausgeschildert.

Hoo Farm Animal Kingdom
Preston upon Weald Moors

Telford
Shropshire
TF66DJ
 

Published in: on 27. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Concorde, ein unvergessenes Passagierflugzeug

Landeanflug einer Concorde auf dem Flugplatz Bristol Filton: Das Ende einer Ära.   © Copyright John Allan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Letzter Landeanflug einer Concorde auf dem Flugplatz Bristol Filton: Das Ende einer Ära.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Allan and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am 21. Januar 1976, also vor 40 Jahren, hob erstmals eine Concorde der British Airways zu einem regulären Flug ab und flog von London nach Bahrain. Parallel dazu begab sich eine Schwestermaschine der Air France von Paris nach Rio de Janeiro. Beide Flugzeuge erreichten ihre Ziele mit Überschallgeschwindigkeit in Rekordzeit. Nach dem verheerenden Absturz einer Concorde bei Paris am 25. Juli 2000 ging es langsam zu Ende mit dieser Ära der Passagierluftfahrt. Der letzte Linienflug, auf der Strecke New York – London, fand am 24. Oktober 2003 statt; dann war Schluss. Die atemberaubenden Maschinen blieben auf dem Boden und wurden nach und nach auf Standorte verteilt, wo man sie sich ansehen konnte. Das letzte Mal, dass eine Concorde abhob, war am 26. November 2003, als die Maschine vom Flughafen Heathrow zum Bristol Filton Airport überfuhrt wurde, also zu ihrem Geburtsort, denn in Filton fand damals die Endmontage dieser Flugzeuge statt. Auf diesem ehemaligen Flugplatz vor den Toren von Bristol soll in naher Zukunft ein Concorde Museum entstehen, in dem Alpha Foxtrot, so der Name der dort für immer parkenden Concorde, eine würdige Umgebung geboten werden soll. Zurzeit steht das Flugzeug am Rande einer Rollbahn und ist für Besucher nicht zugänglich.

Weitere Schwestern der „Königin der Lüfte“ findet man in:
London Heathrow – Dort steht die G-BOAB, die 22 296 Stunden in der Luft war, am Rande der Rollbahn 27L, ist aber nicht für Besucher zugänglich.

Manchester Airport – Dieses war die erste für die British Airways ausgelieferte Maschine; sie trägt die Kennzeichnung G-BOAC. Auch sie flog über 22 000 Stunden und kann nach vorheriger Buchung beim Flughafen besichtigt werden.

Royal Navy Fleet Air Arm Museum bei Ilchester in Somerset – Die G-BSST war ein Protyp und steht in dem Museum in Halle 4 zwischen anderen Flugzeugen, die alle von der Concorde überragt werden.

Imperial War Museum in Duxford, südlich von Cambridge – Hier steht die G-AXDN in der Halle AirSpace, ein Exemplar der Vorserie.

Brooklands Museum in Weybridge (Surrey) – Die G-BBGD war eine Testmaschine und steht hier seit 2004 im Museum. Führungen durch das Flugzeug finden täglich statt. Wer es etwas üppiger haben möchte, kann für 75 Pfund einen „Concorde Afternoon“ buchen, der u.a. einen Afternoon Tea und ein Glas Champagner an Bord des Flugzeuges enthält.

Weitere Concordes der British Airways haben ihren letzten Ruheplatz in Schottland, den USA und auf Barbados gefunden. In Deutschland kann man ein Exemplar der Air France im Auto- und Technikmuseum Sinsheim in Baden-Württemberg besichtigen.

Dieser Film zeigt eine Concorde der BA beim Start in London Heathrow.

Die Concorde in Filton in ihrer ganzen Schönheit. This work has been released into the public Domain.

Die Concorde in Filton in ihrer ganzen Schönheit.
This work has been released into the public Domain.

Die Concorde im Brooklands Museum.   © Copyright Mike Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Concorde im Brooklands Museum.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 26. Januar 2016 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Das waghalsige, fatale Flugmanöver eines Piloten unter der Clifton Suspension Bridge in Bristol

   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Lewis Clarke and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die berühmte Clifton Suspension Bridge in Bristol (ich berichtete in meinem Blog über sie) ist eines der Wahrzeichen des Südwestens Englands. Die 412 Meter lange Brücke, die den River Avon in einer Höhe von 75 Meter überspannt, ist das Meisterwerk des Ingenieurs Isambard Kingdom Brunel (1806-1959), der die Eröffnung am 8. Dezember 1864 leider nicht mehr erleben sollte.
Die optisch sehr ansprechende Brücke übt eine starke Anziehungskraft auf Selbstmörder aus, und so sind schon weit über 100 Menschen von dort oben in den Tod gesprungen. Nachdem man sogenannte „suicide barriers“ installiert hat, ist die Zahl der Todesopfer deutlich reduziert worden.

Auch Bungee-Springer haben die Clifton Suspension Bridge schon seit langem für sich entdeckt. Der erste Bungee-Sprung überhaupt soll hier stattgefunden haben.

Der Pilot eines Flugzeugs missbrauchte die Brücke, die von dem Bristoler Stadtteil Clifton nach Leigh Woods in der Grafschaft Somerset führt, zu einem Zweck, der so von Mr. Brunel sicher nie vorhergesehen worden war. Dem 27jährigen Flying Officer John G. Crossley juckte es in den Fingern, einmal mit einem Flugzeug unter der Brücke hindurchzufliegen, obwohl das ausdrücklich verboten war. Am 3. Februar 1957 setzte er sich auf dem Flugplatz der Royal Air Force in Filton bei Bristol in einen einstrahligen Jagdbomber des Typs de Havilland Vampire FB.9, ohne sich anzuschnallen, ohne Fallschirm und ohne Pilotenhelm und begann seinen nicht genehmigten Flug. 20 Minuten nach dem Start ging er in den Sinkflug über und nahm die Clifton Suspension Bridge ins Visier. Crossley wollte jedoch nicht nur einfach unter der Brücke hindurchfliegen, er wollte dabei gleichzeitig auch noch eine Kunstflugfigur ausführen, eine sogenannte „victory roll“. Bei diesem gewagten Manöver verlor die Maschine an Höhe, Crossley bekam sie nicht mehr in den Griff und raste mit hoher Geschwindigkeit in die Felswand von Leigh Woods. Der RAF-Pilot war auf der Stelle tot. Was mag ihn wohl bewogen haben, diese Aktion durchzuführen? Waren da Selbstmordabsichten mit im Spiel? Wollte er sich bzw. anderen sein fliegerisches Können beweisen?
Seit jenem Tag im Februar 1957 hat es niemand mehr gewagt, die Clifton Suspension Bridge auf diese Weise zu unterqueren. Doch wird es so bleiben?

Der Brückenpfeiler auf der Leigh Woods-Seite.   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Brückenpfeiler auf der Leigh Woods-Seite.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rose and Trev Clough and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 25. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Meine Lieblings-Pubs – The Three Chimneys bei Biddenden (Kent)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Dieser Bilderbuch-Pub hat alles, was man sich von einem alten englischen Gasthof wünscht: Das Haus sieht von außen toll aus, ist innen gemütlich und hat eine sehr gute Speisekarte. Natürlich gibt es auch einen Biergarten, und im Winter sorgen offene Kamine für eine angenehme Atmosphäre. The Three Chimneys liegt westlich von  Biddenden in Kent an der A 262, die nach Sissinghurst führt. Er eignet sich also sehr gut für einen Erfrischungsstopp vor bzw. nach einem Besuch in den weltberühmten und wirklich sehenswerten Gärten.

The Three Chimneys wurde etwa 1420 erbaut und blieb 500 Jahre unverändert; erst dann wurde das Gebäude erheblich erweitert, aber man ging behutsam vor, so dass der Charakter erhalten blieb.

Der Name des Pubs kommt von französischen Matrosen, die während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) im nahegelegenen Sissinghurst Castle gefangen gehalten wurden und nur bis zu einem Wegweiser in der Nähe des Hauses gehen durften, auf dem 3 verschiedene Wege ausgeschildert waren, also  „Trois Chemins“,  woraus später „The Three Chimneys“ wurde. Das Pubschild spiegelt diese Geschichte wider.

Der Pub ist ein Free House, d.h. er ist an keine Brauerei gebunden, und die Besitzer können an Bieren ausschenken, was immer sie wollen, z.B.  Biere von der Adnams Brewery aus Southwold in Suffolk und das schon seit mehr als vierzig Jahren. Zum fünften Mal sind die „Drei Schornsteine“ im vergangenen Jahr zum Best Dining Pub in Kent gewählt worden. So ist es nicht verwunderlich, dass man am Sonntagmittag ohne Reservierung keine Chance hat, einen Tisch zu bekommen (was ich leider bei meinem letzten Besuch dort feststellen musste). Der Koch orientiert sich an den Angeboten der näheren Umgebung und verwendet z.B. Kartoffeln und Fleischprodukte von regionalen Bauernhöfen. Man bekommt in den Three Chimneys übrigens auch außerhalb der normalen Essenszeiten, wenn in den meisten Pubs die Küche geschlossen ist, also zwischen 14 Uhr und 18 Uhr, kleine Mahlzeiten wie Ploughman’s Lunch, Fishcakes oder Sausage Rolls.

The Three Chimneys
Hareplain Road
Biddenden, Kent, TN27 8LW

Published in: on 24. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Episode 97 „Der Trüffelschwein-Mörder“ (Original: „Wild Harvest“)

The Stag & Huntsman in Hambleden. Eigenes Foto.

The Stag & Huntsman in Hambleden.
Eigenes Foto.

Die Episode 97 der Inspector Barnaby-Reihe heißt in Deutschland „Der Trüffelschwein-Mörder“ und wird vom ZDF am 24. Januar erstmals ausgestrahlt. Der Originaltitel lautet „Wild Harvest„.
Zwei Hauptschauplätze stehen in dem Film im Mittelpunkt: Das Wyvern House, ein Restaurant, in dem die Küchenchefin Ruth Cameron das Sagen hat, und ein Pub, The Stag & Huntsman, der von Angela Linklater geführt wird. Beginnen wir mit dem Pub:

Den The Stag & Huntsman gibt es unter diesem Namen wirklich und zwar in dem hübschen Dorf Hambleden in Oxfordshire, über den ich in meinem Blog in der Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“ schon geschrieben habe. Liegt Hambleden nun in Oxfordshire oder in Buckinghamshire? Ich bin mir nicht sicher, da im Ort selbst unterschiedliche Angaben gemacht werden.

Ich hatte mein Auto auf einem kleinen Parkplatz nur wenige Meter vom Pub entfernt abgestellt und einen Spaziergang durch Hambleden gemacht. Der Ort ist recht klein und in ein paar Minuten hat man ihn „erwandert“. Es ist das erste Mal, dass John Barnaby hier ermittelt, sein Cousin Tom war schon mehrere Male hier. Im Stag & Huntsman kann man auch wohnen, mehrere Zimmer stehen für eine Übernachtung zur Verfügung. Im Restaurant kann man unter Pub-Klassikern wählen oder sich eines der in verschiedenen Größen angebotenen Steaks zu Gemüte führen.

Das Wyvern House Restaurant existiert unter diesem Namen nicht. Dafür diente als Drehort die Notley Abbey bei Long Crendon in Buckinghamshire, ein sehr schönes altes Anwesen, in dem von 1944 bis 1960 die Schauspieler Laurence Olivier und Vivien Leigh wohnten. Hier gingen viele berühmte Schauspielerkollegen ein und aus, darunter auch Sir John Mills mit seiner Tochter Hayley, die in dieser Barnaby-Episode die Lizzy Thornfield spielt. Heute wird das Haus gern für Hochzeitsfeiern gemietet. Hier ist ein Film.

Einige der Darsteller in „Der Trüffelschwein-Mörder“ kommen sicher dem einen oder anderen bekannt vor:

Sharon Small spielt die tyrannische Küchenchefin Ruth Cameron. Sie war die Barbara Havers in der Krimiserie „Inspector Lynley“ (2001-2007).

Johnny Linklater, Ex-Gatte der Pubbesitzerin Angela, wird von Clive Wood verkörpert, der Barnaby-Fans kein Unbekannter ist. Er spielte in Episode 11 „Blue Herrings“ (dt. „Drei tote alte Damen“) den Dr. Clive Warnford und in Folge 69 „Secrets and Spies“ ( dt. „Sportler und Spione“) den Geoffrey Larkin.

Marc Elliott ist als Nick Iver zu sehen, der in der Serie „EastEnders“ den Syed Masood spielt.

Lucinda Dryzek alias Amy Strickland, die durch eine Suppe vergiftet wird, ist eine typische Seriendarstellerin, zuletzt zu sehen u.a. in „Cardinal Burns“ und „Stella“.

Published in: on 23. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The National Civil War Centre in Newark (Nottinghamshire)

   © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Seit dem Mai 2015 gibt es in England ein neues Museum, das sich ganz dem Civil War, also dem Bürgerkrieg widmet, der zwischen 1642 und 1649 zahllose Opfer kostete. Die Cavaliers, die Anhänger von King Charles I. kämpften damals gegen die Roundheads, die Anhänger des britischen Parlaments. Bisher gab es ein derartiges „Bürgerkriegszentrum“ in Großbritannien noch nicht.
Das National Civil War Centre liegt in der Straße Appleton Gate  Nummer 14 in Newark in der Grafschaft Nottinghamshire. In dem ehemaligen Gebäude der Magnus School wurde dieses Museum untergebracht, das ganzjährig täglich geöffnet ist.

Warum hat man gerade Newark ausgewählt? Die Stadt, die eindeutig royalistisch geprägt war, wurde im Bürgerkrieg von den Roundheads so lange belagert, bis sie sich schließlich den parlamentarischen Truppen ergab. Hungersnöte und die Ausbreitung der Pest ließen Newark keine andere Wahl. Also ist der Standort für das Museum gut gewählt.

Rund 5000 Objekte sind hier zusammengetragen worden, die natürlich nicht alle in die Ausstellungsräume passen; aber etwa 500 Gegenstände kann man sich jederzeit ansehen. Die Baukosten betrugen £5,4 Millionen, man rechnet mit jährlich rund 60 000 Besuchern. Zur Eröffnung des National Civil War Centres wurde eine Schlacht zwischen Cavaliers und Roundheads nachgestellt, wofür 1000 „Soldaten“ in die Stadt einfielen.

Wer sich für den englischen Bürgerkrieg interessiert und nach Newark kommt, sollte auf jeden Fall sein Smartphone oder sein Tablet mitbringen, denn es ist eine kostenlose App entwickelt worden, die den Besucher über den National Civil War Trail durch die Stadt führt. Die App beinhaltet jede Menge Informationen und auch extra hergestellte Filme. Hier ist ein Film über den Trail zu sehen.

Der Eintrittspreis zum Museum beträgt £7.

National Civil War Museum
14 Appletongate
Newark NG24 1JY

 

Published in: on 22. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

St Botolph in Beauchamp Roding (Essex) – Die Dorfkirche auf dem Hügel und der Teufel

   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Webster and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Warum steht eigentlich die Dorfkirche von Beauchamp Roding (Essex) nicht dort, wo die meisten Kirchen stehen, nämlich mitten im Ort? Stattdessen liegt St Botolph auf einem kleinen Hügel außerhalb des Ortes. Benannt wurde die Kirche nach einem Mönch, der im 7. Jahrhundert lebte und Namensgeber der Städte Boston in Lincolnshire und Massachusetts (USA) ist. Der heilige Botolph gilt auch als Schutzpatron aller Reisenden und Landwirte.

Der Legende nach hatte der Teufel seine Hände im Spiel, was den Standort der Kirche angeht, denn die Bürger von Beauchamp Roding wollten sie durchaus mitten im Dorf haben. Auf dem Hügel, auf dem St Botolph heute steht, lag früher ein riesiger Felsblock, den die Dorfbewohner als Baumaterial für ihre neue Kirche verwenden wollten. Also rollten sie den Felsen mit großer Anstrengung den Hügel ins Dorf hinunter. Am Morgen des nächsten Tages mussten sie zu ihrer großen Verwunderung feststellen, dass der große Stein wieder auf dem Hügel lag, denn über Nacht hatte der Teufel, der den Kirchenbau verhindern wollte, den Block mühelos wieder zurückgerollt. Das ging noch ein paar Mal so hin und her. Am Tag holten die Beauchamp Rodinger den Fels herunter und nachts brachte der Teufel ihn wieder zurück. Am Ende waren die Dorfbewohner der Sache überdrüssig und entschieden, die Kirche dann eben auf dem Hügel außerhalb ihres Ortes zu errichten.
Auf dem Kirchhof liegt noch ein Stein, von dem man sagt, dass er als Rest von dem großen Felsen übriggeblieben ist.

St Botolph erreicht man über eine kleine Zufahrt, die von der Dunmow Road, der B184 (Chipping Ongar in Richtung Norden), abgeht. Zweimal im Monat finden in der Kirche Andachten statt, zu denen die im Turm hängenden Glocken allerdings nicht mehr rufen, denn die funktionieren leider nicht mehr. Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen im ländlichen Bereich ist diese täglich für Besucher geöffnet.

Einsam inmitten von Feldern liegt die Kirche von Beauchamp Roding.   © Copyright Bikeboy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einsam, inmitten von Feldern, liegt die Kirche von Beauchamp Roding.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bikeboy and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und so sieht der Innenraum der Kirche aus.   © Copyright John Salmon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und so sieht der Innenraum der Kirche aus.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Salmon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 21. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Das Katherine of Aragon Festival in Peterborough (Cambridgeshire)

Das Grabmal Katharine of Aragons in der Kathedrale von Peterborough.   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Grabmal Katharine of Aragons in der Kathedrale von Peterborough.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Derek Voller and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Katherine of Aragon war die erste Frau des englischen Königs Henry VIII, die im Jahr 1533 durch Anne Boleyn „abgelöst“ wurde. Im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin, die 1536 hingerichtet wurde, überlebte Katherine ihre Ehe mit Henry und verbrachte ihre letzten Lebensjahre auf Kimbolton Castle in Cambridgeshire, wo sie am 7. Januar 1536 starb. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Kathedrale von Peterborough (Cambridgeshire). Ihre Beisetzungsfeierlichkeiten fanden am 29. Januar 1536 in großem Stil statt, in Anwesenheit von vier Bischöfen und sechs Äbten. Leider wurde ihr Grabmal in der Kathedrale, das aus einem schwarzen Marmorblock mit goldenen Verzierungen bestand, durch die Soldaten Oliver Cromwells über hundert Jahre später geschändet, indem sie das Gold entfernten; ein Dekan der Kathedrale entnahm den Marmorblock und setzte ihn in sein Sommerhaus ein. Die arme Katherine! Im späten 19. Jahrhundert erbarmte sich die Gattin eines Domherren, die ebenfalls Katherine hieß, des Grabes und rief alle Frauen Englands auf, die den Namen Katherine trugen, für eine Erneuerung der Grabstätte zu spenden, was dann auch viele taten. Aus dem Erlös der Spenden wurde der Marmorstein, den wir heute in der Kathedrale sehen, eingesetzt.

Immer am Ende des Monats Januar wird die ehemalige Königin in Peterborough durch ein Festival geehrt, in diesem Jahr findet das Katherine of Aragon Festival vom 28. bis zum 31. Januar statt. Es beginnt am Donnerstagnachmittag mit einem „sung Eucharist“, das ist ein Gottesdienst, der nicht auf eine bestimmte Glaubensrichtung beschränkt ist. Begleitet wird die Andacht in Erinnerung an Katherine of Aragon durch Tudor-Musik, gesungen vom Chor der Kathedrale. Am Tag darauf gibt es weitere Feierlichkeiten in der Kirche, an denen auch viele Schulkinder teilnehmen werden. Abgesandte der spanischen Botschaft legen einen Kranz an Katherines Grab nieder. Bevor am Abend der Architekturhistoriker Dr Jonathan Foyle einen Vortrag mit dem Thema „The Forgotten Origins of the Tudor Rose“ halten wird, gibt es ein Abendessen mit Speisen aus der Tudorzeit.
Das Peterborough Museum beteiligt sich an dem Festival mit dem Event „At Home With the Tudors„.

Am Sonntagnachmittag geht das Katherine of Aragon Festival mit einem „Evensong“ zu Ende, einer Abendandacht, bei der wieder der Peterborough Cathedral Choir anwesend sein wird.
Ich glaube, die ehemalige Königin wäre sehr zufrieden damit wie man ihr auch nach so vielen Jahrhunderten noch in Peterborough regelmäßig gedenkt.

Hier sind Aufnahmen von einem früheren Festival in der Kathedrale.

Die Kathedrale von Peterborough.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kathedrale von Peterborough.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 20. Januar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags: ,

Das Erdbeben von Colchester (Essex) im Jahr 1884 und seine verheerenden Folgen

In der Region von Abberton und Langenhoe lag das Epizentrum des schweren Erdbebens.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In der Region von Abberton und Langenhoe lag das Epizentrum des schweren Erdbebens.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Adrian Cable and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Erdbeben bringt man eigentlich nicht unbedingt mit England, sondern eher mit dem pazifischen und asiatischen Raum in Verbindung. Doch sollen hier jährlich an die 300 Beben stattfinden, die allerdings so schwach sind, dass man sie kaum spürt. Ganz anders war es aber am 22. April 1884, einem Dienstag, als sich in der Region südlich von Colchester in Essex um 9.20 Uhr morgens das schwerste Erdbeben der letzten Jahrhunderte auf der britischen Insel ereignete. Auf der Richter-Skala soll das Beben eine Stärke von 4,6 bis 5,1 erreicht haben.

Das Epizentrum lag etwa bei den beiden Dörfern Abberton und Langenhoe, dort, wo heute das Abberton Reservoir zu finden ist. 20 Sekunden nur bebte die Erde, was aber ausreichte, dass in einem Radius von circa 200 Kilometern mehr als 1200 Gebäude beschädigt wurden. In dem kleinen Dorf Peldon in Essex blieb kein Haus verschont, die Kirche erlitt schwere Schäden, ebenso der Dorfpub The Rose and Crown. In Wivenhoe wurde ebenfalls die Kirche schwer in Mitleidenschaft gezogen. Noch schlimmer erwischte es die Kirche St Mary the Virgin in Langenhoe, die man zwei Jahre später wieder aufbaute und dabei das alte Baumaterial verwendete. 1962 riss man die Kirche aber komplett ab, denn es hatten sich statische Probleme ergeben, die möglicherweise noch auf das Erdbeben zurückzuführen waren. In Abberton erlitten die Schule und das Pfarrhaus schwere Schäden. Die schon vor dem Beben als unsicher eingestufte Kirche St Mary’s in Salcott-cum-Virley überlebte die Erschütterungen nicht und stürzte ein. Ihre Ruinen sind noch heute am Mill Lane zu sehen.

Hunderte von Menschen wurden durch das Beben obdachlos, Opfer soll es aber nach den zeitgenössischen Quellen keine gegeben haben, was schon an ein Wunder grenzt. Hätte sich das Beben abends oder nachts ereignet, also zu einer Zeit, zu der die meisten Menschen in ihren Häusern gewesen wären, hätte es sicher ganz anders ausgesehen. Die arme Bevölkerung war besonders betroffen, denn deren oft dünnwandige Häuser konnten dem Erdbeben keinen Widerstand bieten.

Aus einem Hilfsfond, der im August 1884 etwa eine halbe Million Pfund beinhaltete (nach heutiger Kaufkraft), wurde der Wiederaufbau der Häuser, Schulen und Kirchen unterstützt.
Hier ist ein Interview mit einer Augenzeugin, die das Beben als junges Mädchen erlebte.

Die Ruinen der Kirche St Mary's in Salcott-cum-Virley (Essex).   © Copyright Glyn Baker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Ruinen der Kirche St Mary’s in Salcott-cum-Virley (Essex).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Glyn Baker and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 19. Januar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

216 The Strand in London – Ein Mekka für Teefreunde aus aller Welt

   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es begann alles im Jahr 1706 als ein gewisser Thomas Twining Tom’s Coffee House in der Londoner Straße The Strand übernahm. In dem Kaffeehaus, das die Adresse 216 The Strand hatte, traf man sich, tauschte den neuesten Klatsch aus und trank Kaffee dabei. Schon sehr früh bot Thomas Twining neben Kaffee auch Tee an, den man zusätzlich in getrockneter Form mit nach Hause nehmen konnte. Aus dem kleinen Laden im Zentrum Londons entwickelte sich im Laufe der Zeit einer der größten Teehändler der Welt, dessen Erzeugnisse man überall kaufen kann.

Bis zum Jahr 1964 blieb Twinings ein Familienunternehmen, dann wurde es von dem großen Konzern Associated British Foods übernommen. Das Stammhaus am Londoner Strand blieb bis heute erhalten, die Teemischungen werden allerdings nicht hier vorgenommen, sondern zum großen Teil in einer Fabrik am South Way in Andover in Hampshire.

Den Eingang zu dem Teeladen kann man leicht übersehen, wenn man die Straße entlanggeht, denn es handelt sich um ein sehr schmales Haus, das zwischen einem Pret A Manger-Lokal und einem Café der Apostrophe-Kette eingeklemmt ist. Direkt gegenüber stehen die imposanten Gebäude des Royal Court of Justice. Im Laden hat man eine riesige Auswahl an Teesorten, an der Tee Bar kann man gleich vor Ort einige der Tees aus dem Hause Twinings probieren. Ein angeschlossenes kleines Teemuseum informiert über die Familie Twinings und zeigt Gegenstände, die in irgendeiner Weise mit Tee zu tun haben.

Dieser Film vermittelt einen ersten Eindruck von dem 1706 gegründeten Geschäft im Zentrum Londons.
Hier ist ein witziger Werbespot für Twinings Earl Grey Tea mit Stephen Fry.

Hier in Andover (Hampshire) steht die Teefabrik der Firma Twining.   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Andover (Hampshire) steht die Teefabrik der Firma Twinings.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Talbot and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Published in: on 18. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The 15th Century Bookshop in Lewes (East Sussex)

   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lewes ist die Grafschaftshauptstadt von East Sussex und wirklich eine Reise wert. Ich habe hier einmal vor längerer Zeit im White Hart Hotel in der High Street übernachtet und mir am Nachmittag die Stadt „erwandert“. Auch in Lewes kann man an Ghost Walks teilnehmen, die kreuz und quer durch den Ort führen. Einer der Stopps dieser Geistertouren liegt an einem uralten Haus, das sofort ins Auge fällt und an der High Street, Ecke Keere Street liegt. Das Fachwerkhaus beherbergt den 15th Century Bookshop, in dem ein Geist umgehen soll, der so „menschlich“ aussieht, dass er von Kunden der Buchhandlung angesprochen worden ist, die eine Beratung brauchten. Zu einem so alten Gebäude gehören in England Geistergeschichten einfach dazu.

Die Eigentümerin, Susan Mirabaud, hat den 15th Century Bookshop 1986 übernommen und sich auf Kinderliteratur spezialisiert, was aber nicht heißt, dass es hier keine anderen Bücher gibt. Auch alle anderen Themen sowie Raritäten und Sammlerstücke werden in dieser Buchhandlung angeboten.

Ein hübsches Aushängeschild über den Fenstern des ersten Stockwerks macht auf die Buchhandlung aufmerksam, was sicher nicht erforderlich ist, denn dieses Haus aus dem 15. Jahrhundert kann man einfach nicht übersehen. Wer sich in den Räumen der Buchhandlung einmal umsehen möchte und mit dem Auto anreist, kann gegenüber in der Westgate Street an einer alten Mauer parken (wenn man Glück hat und einen freien Platz findet).

Über Lewes habe ich in meinem Blog schon zwei Beiträge geschrieben, einmal über die eigene Währung der Stadt und einmal über das größte Lawinenunglück, das das Land bisher erlebt hat.

The 15th Century Bookshop
99-100 High Street
Lewes
East Sussex BN7 1XH

 

Published in: on 17. Januar 2016 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Episode 96: Da hilft nur beten („Let Us Prey“)

St Mary the Virgin in Hurley. Eigenes Foto.

St Mary the Virgin in Hurley.
Eigenes Foto.

Am Sonntag, dem 17. Januar 2016 sendet das ZDF erstmals die Episode 96 der Inspector Barnaby-Reihe, die den Titel „Da hilft nur beten“ trägt. Der Originaltitel lautet „Let Us Prey“ und ist schwer ins Deutsche zu übersetzen, da es sich hier um ein Wortspiel handelt (to pray=beten, to prey= berauben).

Die Hauptschauplatz ist Midsomer St Claire mit seiner Kirche. Sehen wir uns die Drehorte einmal genauer an:

Hurley in Berkshire suchte sich das Produktionsteam von Midsomer Murders zum wiederholten Male aus ( ich berichtete in meinem Blog über die anderen Episoden, die hier gedreht wurden), weil es keinen Durchgangsverkehr gibt und man die Straßen für die Filmaufnahmen relativ einfach absperren kann, ohne dass es zu großen Verkehrsbehinderungen kommt. Im Mittelpunkt der Episode steht die Kirche, die in Hurley St Mary the Virgin heißt und überwiegend aus der normannischen Zeit stammt. Sie ist von einer langen Steinmauer umgeben und steht mitten im Ort. Man kann die Mauer mehrfach in dem Film sehen, vor allem bei den Aufnahmen, die vor dem Dorfladen des Ewan Evans an der High Street spielen. Diesen Laden gibt es in Hurley wirklich; er liegt direkt neben dem Crazy Fox Bed & Breakfast.

Da die Themse direkt an Hurley vorbeifließt, konnte man die Flussaufnahmen hier gleich mit vornehmen. Die Anlagen des Hurley Locks, der Themseschleuse, und des Hurley Weirs sind gleich am Anfang des Films zu sehen, als man hier die Leiche von Nancy Dewar findet. Auch im weiteren Verlauf spielen immer wieder Szenen an der Themse. Wie es dort an der Schleuse „im richtigen Leben“ zugeht, zeigt dieser Film.

Hurley ist wirklich ein sehr hübscher Ort, den ich mir an einem warmen Sommertag genauer angesehen habe. In diesem Film wird ein kleiner Spaziergang durch Hurley mit der Videokamera unternommen.

Wer sich „Da hilft nur beten“ ansieht, dem kommen möglicherweise einige Schauspieler bekannt vor. Da sind zum Beispiel:

Paul Copley, der den Frank Dewar spielt. Den kennen viele sicher als Mr. Mason, den Schwiegervater des Küchenmädchens Daisy aus „Downton Abbey“.
Andrea Lowe spielt Ava Gould, die Tochter des ehemaligen Vikars, der an der Themse wohnt. Andrea Lowe ist bekannt als Detective Sergeant Annie Cabbot in der Serie „Inspector Banks“.
Rebecca Front ist hier als Reverend Martha Hillcott zu sehen. Sie spielte in der Krimiserie „Lewis“ dessen Vorgesetzte, Chief Superintendent Innocent.

Für mich gehört „Da hilft nur beten“ zwar nicht zu den stärksten Barnaby-Episoden, aber die Szenen, die an der Themse spielen, sind schon atmosphärisch sehr dicht.
Wer Hurley einmal aufsuchen möchte: Es ist nur wenige Kilometer von Marlow entfernt und liegt an einer Stichstraße, die von der A404 (Maidenhead – High Wycombe) abgeht. Direkt gegenüber, auf der anderen Themseseite, liegt übrigens das Danesfield House Hotel, über das ich in meinem Blog einmal berichtete (und in dem George und Amal Clooney 2014 ihre Hochzeit feierten).

Der Dorfladen an der High Street.   © Copyright Miranda Hodgson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Dorfladen an der High Street.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Miranda Hodgson and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Schleuse von Hurley.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Schleuse von Hurley.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 16. Januar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Zwei Tage im Leben von Horsted Keynes (West Sussex), die immer in Erinnerung der Dorfbewohner bleiben werden

Der Eingang zum Birch Grove House, in dem John F. Kennedy übernachtete.   © Copyright Nigel Freeman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zum Birch Grove House, in dem John F. Kennedy übernachtete.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nigel Freeman and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der 29. und 30. Juni 1963 waren zwei Tage, die ganz anders verliefen, als es die Bewohner von Horsted Keynes (West Sussex) sonst gewohnt waren, denn ein Präsident der USA verbrachte eine Nacht unter ihnen. John F. Kennedy machte im Zuge einer Europareise Station in dem Dorf am Rande des Ashdown Forests, weil ihn der damalige Premierminister Harold Macmillan in sein Haus Birch Grove eingeladen hatte. Angeblich wollte der charismatische Mann aus den USA einmal eine Nacht in der „English countryside“ verbringen und da das Familienanwesen der Macmillans ruhig und abgeschieden in diesem Teil von West Sussex lag, bot es sich für eine Übernachtung an.
Es ging damals sehr turbulent in Horsted Keynes zu, denn der Secret Service unternahm alles, damit Kennedy einige ungestörte Stunden in Birch Grove verbringen konnte. So wurde das Dorf in der Nacht komplett von der Außenwelt abgeriegelt; jedes Auto, das sich auf der Birch Grove Road bewegte, die zu Macmillans Haus führt, wurde genau unter die Lupe genommen. Das Hauptquartier der Sicherheitsleute war der Crown Inn am Village Green von Horsted Keynes. Ob die Secret Service-Beamten dort auch einige Biere zu sich nahmen oder ob strenges Alkoholverbot galt, kann ich leider nicht sagen. Ihr Präsident dagegen trank am Abend ein paar Biere im Red Lion im benachbarten Chelwood Gate. Der Gasthof erwähnt ihn und den britischen Premier auf seiner Webseite noch heute als ehemalige Stammgäste.

Nachdem Kennedy und Macmillan im Birch Grove House am nächsten Morgen gefrühstückt hatten, begab sich der Präsident, natürlich wieder unter strenger Bewachung des Secret Service, zur nächstgelegenen katholischen Kirche, die er in der Hartfield Road in Forest Row (East Sussex) fand. In The Lady of the Forest besuchte John F. Kennedy den Gottesdienst; übrigens das erste Mal, das ein amerikanischer Präsident auf britischem Boden das tat. Nach einem leichten Lunch im Birch Grove House wurde Kennedy zum Gatwick Airport gebracht, von wo aus er zu seinem nächsten Ziel, Italien, flog.

Die Bewohner von Horsted Keynes waren stolz auf den hohen Besuch, aber sicher atmeten sie auch wieder auf, als der ganze Zirkus abgezogen war und die Normalität im Dorfleben wieder einkehrte. Die beiden Tage im Juni 1963, wenige Monate bevor Kennedy in Dallas erschossen wurde, bleiben in der Dorfchronik von Horsted Keynes sicher für alle Zeiten ein ganz wichtiges Datum.

Harold Macmillan starb am 29. Dezember 1986 im Alter von 92 Jahren im Birch Grove House. Am 5. Januar 1987 fand in der St Giles Church im Dorf die Beerdigungsfeier statt, in Anwesenheit anderer Premierminister wie Margaret Thatcher und Edward Heath. Anschließend wurde Macmillan im Familiengrab neben seiner Frau Dorothy auf dem Kirchhof von St Giles beigesetzt.

Über den Bahnhof von Horsted Keynes schrieb ich in meinem Blog schon einmal.

The Crown Inn in Horsted Keynes, Hauptquartier des Secret Service.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Crown Inn in Horsted Keynes, Hauptquartier des Secret Service.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Red Lion in Chelwood Gate. Hier trank John F. Kennedy einige Biere.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Red Lion in Chelwood Gate. Hier trank John F. Kennedy einige Biere.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Robin Webster and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Familiengrab der Macmillans auf dem Kirchhof von St Giles in Horsted Keynes. Author: Hassocks 5489. This work is released into the public domain.

Das Familiengrab der Macmillans auf dem Kirchhof von St Giles in Horsted Keynes.
Author: Hassocks 5489.
This work is released into the public domain.

Published in: on 15. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Mein Buchtipp – Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Im vergangenen Jahr erschien ein Buch, das ich mir sofort kaufen musste, da eines meiner Lieblingshotels im Mittelpunkt steht: Cliveden House bei Taplow in Berkshire. Natalie Livingstone hat es geschrieben und es trägt den Titel „The Mistresses of Cliveden: Three Centuries of Scandal, Power and Intrigue„. Als Hotel wird das Haus erst ab Mitte der 1980er Jahre geführt, davor durchlebte es stürmische Zeiten und war immer in der Hand von Adeligen; zuletzt gehörte es der Familie Astor, die es 1942 dem National Trust übergab, aber noch bis 1968 darin wohnte.

Die Autorin des Buches Natalie Livingstone ist Journalistin und Historikerin und hat seit einiger Zeit eine enge Verbindung zu Cliveden, denn es gehört ihrem Mann, dem Unternehmer Ian Livingstone. In ihrem 494 Seiten starken Buch beschäftigt sie sich mit den illustren Bewohnerinnen des Hauses, die in drei Jahrhunderten unzählige Berühmtheiten empfangen haben.

Es beginnt im ersten Kapitel mit Anna Maria Talbot, Countess of Shrewsbury (1642-1702), einer lebenslustigen Dame, die zahlreiche Affären hatte, darunter auch mit George Villiers, 2nd Duke of Buckingham, der Cliveden erbauen ließ.

Im zweiten Kapitel geht es weiter mit Elizabeth Villiers, Countess of Orkney (1657-1733), von 1696 bis 1733 Herrin von Cliveden. Sie war mit George Hamilton, Earl of Orkney, verheiratet. Nach ihm ist eine der Suiten im Hotel benannt, in der ich einmal übernachtete.

Kapitel 3 beschäftigt sich mit Augusta, Princess of Wales (1719-1772). Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg heiratete mit 16 Jahren in London Friedrich Ludwig von Hannover und war die Mutter von König Georg III. Von 1738 bis 1751 war sie die Herrin von Cliveden.

In Kapitel 4 lernen wir Harriet Georgiana Leveson-Gower kennen, Duchess of Sutherland (1806-1868), die ihren Cousin George Leveson-Gower, den zweiten Duke of Sutherland heiratete. Sie lebte von 1849 bis 1868 im Cliveden House.

Nancy Astor (1879-1964) schließlich steht im Mittelpunkt des 5. Kapitels, die mit dem reichen Waldorf Astor verheiratet war und in die Annalen des britischen Parlaments einging als erste weibliche Abgeordnete (für Plymouth in Devon). Als die Astors in Cliveden wohnten, gab sich die Prominenz die Klinke in die Hand. Ob Charlie Chaplin oder George Bernard Shaw, ob T.E. Lawrence oder Neville Chamberlain, sie alle waren Gäste in dem wunderschönen Haus hoch über dem Themseufer. 1962/63 geriet Cliveden durch die berühmte Profumo-Affäre ins Zwielicht, als sich der damalige Verteidigungsminister John Profumo hier mit dem Callgirl Christine Keeler verlustierte. Auch William Waldorf Astor II soll in die Affäre verwickelt gewesen sein.

Das Buch ist gründlich recherchiert, ein Anmerkungsapparat und eine Bibliografie von 43 Seiten finden sich am Ende. Mir hat es sehr gut gefallen, und ich kann es allen historisch Interessierten sehr empfehlen.

Natalie Livingstones nächstes Buch „The Women of Rothschild: How Three Sisters Transformed the World’s Most Famous Dynasty“ soll 2017  erscheinen.

Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden: Three Centuries of Scandal, Power and Intrigue. Hutchinson 2015. 494 Seiten. ISBN 978-0-091-95452-9.

Cliveden House von der Gartenseite aus gesehen.   © Copyright Graham Horn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cliveden House von der Gartenseite aus gesehen.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Horn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 14. Januar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Die Uley Brewery in Uley (Gloucestershire)

With friendly permission of Chas Wright.

With friendly permission of Chas Wright.

In meinem Blogeintrag vom 11. Januar diesen Jahres erwähnte ich, dass im Hunters Hall Inn bei Kingscote in Gloucestershire Uley Bitter von der Uley Brewery ausgeschenkt wird, einer Regionalbrauerei, die nur wenige Kilometer entfernt liegt. Der hübsche Ort Uley am Westrand der Cotswolds wird ganz von dem angenehmen Farbton der Häuser geprägt, die überwiegend aus Cotswolds-Kalkstein gebaut sind. Die B4066,  einfach nur The Street genannt, schlängelt sich durch das Dorf und an dieser Straße liegt auch die Uley Brewery. 1985 wurde sie gegründet, auf einem Gelände auf dem schon einmal eine Brauerei stand, Price’s Brewery, die ihre Pforten aber schon lange geschlossen hatte.

Die Biere hier werden mit Wasser aus einer eigenen Quelle gebraut und überwiegend an Pubs in der Region ausgeliefert, z.B. auch an einen meiner Lieblings-Pubs, The Fleece in Bretforton (ich berichtete in meinem Blog darüber). Neben dem oben erwähnten Uley Bitter, das von der CAMRA schon einmal mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden ist, werden noch weitere Ales in Uley hergestellt, von denen einige Namen mit Bezug zu Schweinen tragen wie Old Spot, Pig’s Ear und Hogshead (frühere Biere hießen Prairie Hog und Harping Hog). Ein anderes Ale, Laurie Lee’s Best Bitter, wurde nach dem berühmten Schriftsteller benannt, der im nahegelegenen Slad wohnte und das Buch „Cider With Rosie“ geschrieben hat, das den deutschen Übersetzungstitel „Cider mit Rosie“ trägt.

Der Eigentümer der Uley Brewery ist Chas Wright, der Braumeister Ken Lush. Beide haben, neben ihrer Arbeit in der Brauerei, einen ausgeprägten Hang zur Musik. Hier ist Ken Lush mit dem Lied „Pubcos“ zu hören.

Hoffentlich wird es noch lange diese liebenswerten kleinen Brauereien geben, die sich ständig gegen die großen Braukonzerne durchsetzen müssen.
The Old Crown Inn an der Hauptstraße von Uley führt natürlich auch die Biere aus der lokalen Brauerei.

Ich bin mehrere Male in Uley gewesen und haben diesen Ort in mein Herz geschlossen. In meinem Blog berichtete ich bereits über Uley und über das Owlpen Manor, das am Rand des Dorfes liegt. Ein Besuch hier ist unbedingt zu empfehlen!!

Uley Brewery
The Old Brewery
The Street
Uley
Gloucestershire

 

Der Besitzer der Uley Brewery, Chas Wright. With friendly permission of Chas Wright.

Der Besitzer der Uley Brewery, Chas Wright.
With friendly permission of Chas Wright.

The Old Crown in Uley.    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Crown in Uley.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 13. Januar 2016 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Die Costa Book Awards 2015

Vor wenigen Tagen wurden die Preisträger des Costa Book Awards für das Jahr 2015 benannt. Neben dem Man Booker Award gilt der von der Firma Costa Coffee gesponserte Literaturpreis als einer der renommiertesten in Großbritannien. Bis zum Jahr 2005 hieß der Preis Whitbread Award, nach dem gleichnamigen Konzern, zu dem auch Costa Coffee gehört. Vergeben wird der Literaturpreis an Autoren englischsprachiger Bücher, die in Großbritannien oder Irland wohnen. Aufgeteilt ist der Costa Book Award in fünf Kategorien: Roman – Debütroman – Kinderbuch – Poesie – Biografie.
Hier sind die aktuellen Preisträger für 2015, die sich jeweils über £5000 freuen können. Am 26. Januar wird die Preisverleihung stattfinden, bei der dann auch der Gesamtsieger bekanntgegeben wird, der darüber hinaus noch weitere £30 000 erhalten wird.

In der Kategorie „Roman“ siegte eine alte Bekannte, die Schriftstellerin Kate Atkinson mit „A God in Ruins“ (dt. „Glorreiche Zeiten“), der im Mai letzten Jahres im Verlag Hutchinson erschien und seit kurzem bei Black Swan als Taschenbuch zu haben ist. Der Roman schließt an seinen Vorgänger „Life After Life“ (dt. „Die Unvollendete“) an und schildert das Leben des ehemaligen Bomberpiloten Teddy Todd. Die britische Presse und die Juroren des Costa Book Awards haben das Buch in den höchsten Tönen gelobt. Ich habe einmal ihren Debütroman „Behind the Scenes at the Museum“ (dt. „Familienalbum“) gelesen und war davon sehr angetan.

Als bester Debütroman wurde „The Loney“ von Andrew Michael Hurley ausgezeichnet, erschienen im August 2015 bei John Murray. Der Autor lebt in Preston (Lancashire), wo er Englische Literatur und „Creative Writing“ unterrichtet. Der Roman erschien ursprünglich ein Jahr früher in einem kleinen Verlag in Yorkshire, Taurus Press, wo er in einer kleinen Auflage gedruckt worden war. Nach positiven Rezensionen in der Presse erwarb der Verlag John Murray die Rechte an dem Buch, das mittlerweile schon in mehreren Sprachen übersetzt worden ist; auch die Filmrechte wurden schon verkauft. „The Loney“ spielt im Nordwesten Englands in der Umgebung der Morecambe Bay.

Der Preis für das beste Kinderbuch ging an Frances Hardinge, einer 1973 in der Grafschaft Kent geborenen Schriftstellerin. Der Titel des Buches „The Lie Tree„, im Mai 2015 bei Macmillan Children’s Books erschienen. Es handelt sich hierbei um eine 416 Seiten lange mysteriöse Geschichte, in der ein geheimnisvoller Baum im Mittelpunkt steht. In deutscher Übersetzung liegen zurzeit drei Bücher von Frances Hardinge vor.

Den Costa Poetry Award 2015 erhielt Don Paterson für seine „40 Sonnets„, ein schmales Bändchen mit 56 Seiten, im September bei Faber&Faber erschienen. Paterson erhielt schon einmal im Jahr 2003 den Whitbread Poetry Award, bekam 2009 die Queen’s Gold Medal for Poetry und ist zweifacher Preisträger des T.S. Eliot Prizes. Er hat den Lehrstuhl für Poesie an der University of St Andrews in Schottland inne und lebt in Edinburgh. Auf Deutsch liegen die beiden Gedichtsammlungen „Kerzenvogel“ und Weiß wie der Mond“ vor, allerdings nur noch antiquarisch zu erhalten.

Andrea Wulf schließlich ist die Preisträgerin des Costa Biography Awards 2015 für ihr Buch über Alexander von Humboldt „The Invention of Nature„, ebenfalls bei John Murray im Oktober erschienen. Die New York Times hat das Buch unter die zehn besten des Jahres 2015 gewählt. Die Historikerin Andrea Wulf ist auf beiden Seiten des Atlantiks tätig und hat schon für namhafte Zeitungen in Großbritannien und den USA geschrieben. In deutscher Sprache liegt von ihr das Buch „Die Jagd auf die Venus und die Vermessung des Sonnensystems“ (C. Bertelsmann 2012) vor.

 

Published in: on 12. Januar 2016 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Meine Lieblings-Pubs – Hunters Hall Inn bei Kingscote (Gloucestershire)

   © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Fareham and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt viele sehr angenehme Pubs in Gloucestershire, einer davon ist Hunters Hall Inn bei Kingscote, ziemlich einsam an der A4135 südlich von Nailsworth gelegen. Hunters Hall ist gleichzeitig auch ein Hotel mit 13 Zimmern, die in einem separaten Gebäude untergebracht sind.

Meine Eindrücke vom Pub sind sehr positiv: Die Inneneinrichtung ist sehr gemütlich und ansprechend mit dicken Holzbalken an den Decken, mehreren Bars, Steinfußböden, auf Tafeln sind die „Specials“ des Tages angeschrieben und es gibt eine große Bandbreite an Vor- und Hauptgerichten, sowie etliche „Puddings“, also Nachspeisen. Vier „regular beers“ stehen jederzeit zur Verfügung: Greene King Abbot, Greene King IPA, Ruddles Best Bitter und das regionale Uley Bitter aus der Uley Brewery. Wer rauchen möchte, findet bei schlechtem Wetter im Garten einen kleinen Pavillon zum Unterstellen.

Hunters Hall (im 16. Jahrhundert als Coaching Inn gebaut)  gehört zur Gruppe der „Old English Inns„, einem Zusammenschluss traditioneller Hotels und Inns, hinter der die Brauerei „Greene King“ steht.

Hunters Hall Inn
Kingscote
Tetbury
Gloucestershire GL8 8XZ

Published in: on 11. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

The Lighthouse Methodist Church in Walthamstow – Eine kuriose Kirche im Nordosten Londons

   © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Anstiss and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was macht ein Leuchtturm, der ja eigentlich Schiffen den Weg weisen soll, 50 Kilometer von der Küste entfernt im Nordosten von London auf einer Kirche? Nun, es gibt einen maritimen Bezug, denn der Sponsor des Kirchenbaus der Lighthouse Methodist Church hier in Walthamstow war der Kapitän David King von der Reederei Bullard King & Co., die mit der Natal Direct Line eine Schiffsverbindung mit afrikanischen Häfen unterhielt. Er veranlasste im Jahr 1893, dass in diesem Londoner Stadtteil an der Markhouse Road, Ecke Downsfield Road, eine methodistische Kirche gebaut werden sollte. Zuerst war auf dem Areal, das King gekauft hatte, ein großes Zelt aufgestellt, das für Gottesdienste genutzt wurde; dann kam es aber doch zum Bau eines festen Kirchengebäudes und es war King ein besonderes Anliegen, dem Gotteshaus einen maritimen Touch zu geben, und so entstand der Leuchtturm, der anstelle eines Glockenturms den Gläubigen den Weg zur sonntäglichen Andacht wies, statt mit Glockengeläut mit einem optischen Signal aus der Kuppel des „Lighthouses“.

Während des Ersten Weltkriegs geriet die Methodistengemeinde finanziell etwas ins Schlingern, denn der Kirchenbau war noch nicht ganz abbezahlt, aber mit einer gemeinsamen Anstrengung schaffte sie es, alle Schulden zu begleichen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Lighthouse Methodist Church durch Brandbomben beschädigt, aber es war nicht so verheerend, dass sie abgerissen werden musste.

Noch heute steht diese kuriose Kirche an der Markhouse Road in Walthamstow, auf der einen Seite mit einer Tankstelle, auf der anderen Seite mit einem Laden mit Autoreifen als Nachbarn. Der zuständige Pastor ist zurzeit Reverend Dr. Ebute Obiabo, der aus Nigeria stammt.

 

Hedsor House in Buckinghamshire – Hochzeitspaare und Filmcrews sind hier sehr willkommen

Nur ein Katzensprung vom Cliveden House entfernt, liegt das Hedsor House. Beiden gemeinsam ist der Blick auf die Themse, die unterhalb der Häuser ruhig vorbeizieht, und die vielen prominenten Besucher, die sich im Laufe der Zeit hier eingefunden haben. Die Nähe zum Windsor Castle brachte es mit sich, das gekrönte Häupter in den beiden Häusern zu Besuch waren. Über Cliveden habe ich in meinem Blog bereits berichtet, so möchte ich heute ein paar Worte über Hedsor House sagen.

Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg, Mutter Georgs III., wohnte hier im 18. Jahrhundert. Wie sein Nachbar Cliveden brannte auch dieses Haus nieder und wurde später im Jahr 1868 wieder aufgebaut. Frederick Irby, 2nd Baron Boston war der neue Besitzer.
In den 1960er Jahre diente Hedsor House als Konferenz- und Trainingszentrum der britischen Firma International Computers Limited. Nachdem das in georgianischem Stil erbaute Haus komplett renoviert worden war, öffnete es seine Pforten für Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern und andere festlichen Ereignisse. Seit 1932 ist Hedsor im Besitz der Familie Shephard, die sicher darauf stolz ist, dass in ihren Räumen zahlreiche Filme gedreht worden sind, in denen renommierte Schauspieler mitgewirkt haben. Hier sind einige Beispiele:

The Golden Compass“ (dt. „Der goldene Kompass“) mit Nicole Kidman und Daniel Craig, ein Fantasy-Film nach dem gleichnamigen Roman von Philip Pullman 2007.

The Girls of Hedsor Hall„, eine achtteilige Reality-Fernsehserie der MTV (2009).

Brighton Rock“ (dt. „Brighton Rock“) mit Sam Riley und Helen Mirren (2010).

Quartet“ (dt. „Quartett“), ein Spielfilm mit Maggie Smith und Tom Courtenay, bei dem Dustin Hoffman Regie geführt hat (2012).

Mortdecai“ (dt. „Mortdecai, der Teilzeitgauner“) mit Johnny Depp und Gwyneth Paltrow (2015).

Legend“ (dt. „Legend“) mit Colin Morgan und Tom Hardy, die verfilmte Geschichte der Kray Twins (2015).

Downton Abbey„. In der 5. Staffel, Teil 4, besuchen Lady Mary und ihre Tante Rosamund eine Modenschau, bei der Lady Mary auf  Charles Blake trifft. Für diese Aufnahmen wurden die Centre Hall und der Ball Room verwendet.

Dieser Film zeigt einige Außen- und Innenaufnahmen vom Hedsor House in Buckinghamshire.

Die Zufahrt zum Haus erfolgt über die Heathfield Road, das ist die Verlängerung der Cliveden Road, wenn man vom Süden aus Richtung Taplow kommt.

 

Charlotte Brontë (1816 – 1855) – Yorkshire feiert ihren 200. Geburtstag

Charlottes Gebutshaus..   © Copyright David Spencer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Charlottes Geburtshaus in Thornton.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Spencer and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Am 21. April 1816 wurde Charlotte Brontë in der Market Street Nummer 74 in Thornton in West Yorkshire geboren, dort, wo auch ihre Geschwister Patrick Branwell, Emily Jane und Anne in den Jahren darauf zur Welt kommen sollten. Das Haus steht noch heute in Thornton und beherbergt zurzeit die italienische Cafébar „Emily’s by De Luca Boutique„. Wer also ein wenig „Brontë-Luft“ schnuppern möchte, kann das hier bei einer Tasse Kaffee tun.

In diesem Jahr wird die 200. Wiederkehr des Geburtstags von Charlotte Brontë gefeiert und wo erwartet man das in erster Linie? Natürlich in Haworth (West Yorkshire), im ehemaligen Pfarrhaus, wo die drei jungen Damen ihre berühmten Romane schrieben, die in die Weltliteratur eingegangen sind. Charlottes bekanntestes Werk ist sicher „Jane Eyre„, das nach seinem Erscheinen im Jahr 1847 bis heute immer wieder neu aufgelegt worden ist. Rund ein Dutzend Mal wurde der Stoff verfilmt, zuletzt 2011 mit Mia Wasikowska als Jane Eyre und Michael Fassbender als Edward Rochester (hier ist der Trailer).

Das Brontë Parsonage Museum in Haworth zeigt ab dem 1. Februar bis zum Ende des Jahres eine Sonderausstellung, die sich ganz dem Leben und Schaffen Charlottes widmet, und die den Titel „Charlotte Great and Small“ tragen wird. Zusammengestellt hat diese Ausstellung die Schriftstellerin Tracy Chevalier, die auch in Deutschland mit ihrem Roman „Girl With a Pearl Ear Ring“ (dt. „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) bekannt geworden ist. Die in London lebende US-Amerikanerin hat mit viel Engagement Objekte aus dem Leben der so früh verstorbenen Frau zusammengetragen wie Kleidungsstücke, Briefe und ihre Miniatur-Bücher, in die sie mit winziger Schrift ihre Eintragungen vorgenommen hat und sich dadurch die Augen verdorben hat. Im ganzen Pfarrhaus werden Kunstinstallationen zu sehen sein, die Künstler aus dem In- und Ausland angefertigt haben.
„Brontë 200“ wird sicher noch mehr Menschen aus aller Welt als sonst nach Haworth bringen. Bei meinen beiden Besuchen im Brontë Parsonage Museum war es jeweils rappelvoll.

Die Erinnerungsplakette in der Market Street in Thornton.   © Copyright David Spencer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Erinnerungsplakette in der Market Street in Thornton.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Spencer and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Brontë Parsonage Museum in Haworth.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Brontë Parsonage Museum in Haworth.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 8. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

DVD- und Buchtipp – Robbie Coltrane: B-Road Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Auf dem Umschlag dieses 2008 erschienenen Buches steht der Zusatz „Off the beaten track and into the heart and soul of Britain“. Diese Reise in das Herz und die Seele Großbritanniens macht Robbie Coltrane in seinem roten Jaguar XK 150 S, ein legendärer Sportwagen, der 1958 in Serie ging.

Coltrane reist von London nach Glasgow ausschließlich auf B-Roads, also Landstraßen und kommt auf diese Weise mit vielen interessanten Leuten in Kontakt. Er trifft Wing Walker in Gloucestershire, das sind mutige Menschen, die auf den Tragflächen von fliegenden Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, und Brieftauben-Fans in Sunderland, die ihre Lieblinge 800 – 900 km wegtransportieren, um sie dann nach Hause fliegen zu lassen.

Das Buch ist erstens sehr interessant und zweitens sehr humorvoll geschrieben. Wer Robbie Coltrane nicht kennt: Er ist ein sehr beliebter schottischer  Filmschauspieler, der in zahlreichen Kinofilmen und im Fernsehen seine Auftritte hatte, z.B. in „Ocean’s Twelve“ und „GoldenEye“. Im Fernsehen spielte er in einigen „Blackadder“-Folgen an der Seite von Rowan Atkinson und in Deutschland kennen wir ihn durch die Krimiserie „Für alle Fälle Fitz“, in der er einen Profiler in Manchester spielte. Besonders bekannt wurde er durch die Verkörperung des Rubeus Hagrid in den Harry Potter-Filmen.

Zu dem Buch gibt es auch die passende DVD, die die komplette ITV-Serie beinhaltet (hier ein Ausschnitt).

Robbie Coltrane: B-Road Britain – Off the beaten track and into the heart and soul of Britain. Bantam Press 2008. 288 Seiten. ISBN  978-0593059968.

Pendley Manor Hotel in Tring (Hertfordshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Wenn man Pfauen mag, ist man in diesem Hotel absolut richtig. Ich habe noch nie so viele von diesen Tieren auf einmal gesehen wie hier im Pendley Manor Hotel in Tring. Vor dem Hotel auf dem großen Parkplatz saßen sie in den Bäumen und stolzierten vor dem Eingang umher, radschlagend oder auch nicht.

Das Pendley Manor geht bis zur Zeit Wilhelm des Eroberers zurück, der es konfiszierte und seinem Bruder, dem Earl Moreton übergab. Danach wechselte es mehrfach seine Besitzer bis es 1835 abbrannte. 1872 wurde es im Tudor-Stil wieder aufgebaut, wechselte wieder die Besitzer und wurde schließlich 1991 als Country House Hotel eröffnet. Seitdem zählt es zu den besten Häusern in Hertfordshire.

Das Oak Restaurant hat einen guten Ruf und gefiel mir sehr. Natürlich geriet ich an einem Samstagabend wieder einmal in eine große Hochzeitsgesellschaft, die dann leider die Atmosphäre für die anderen Gäste etwas trübte.
In der Peacock Lounge kann man den ganzen Tag über kleine Snacks zu sich nehmen und sich an dem satten Grün des gepflegten Rasens erfreuen. In der Bar, die dem Barden William Shakespeare gewidmet ist, gibt es eine große Auswahl an Drinks.

Das Hotel steht in einem großen Parkgelände, in dem man sehr angenehm spazieren gehen kann, immer begleitet von den schrillen Schreien der Pfauen. Es gibt einen Wellnessbereich mit Hallenbad und Sauna. Fazit: Ein Hotel zum Wohlfühlen.

Die Preise der 72 Zimmer beginnen bei etwa 150 Euro pro Nacht. 33 Zimmer sind mit Himmelbetten ausgestattet.

Eine Besonderheit des Hotels ist, dass hier jedes Jahr im August das Pendley Open Air Shakespeare Festival stattfindet und das schon seit 1949. Gegründet wurden die Festspiele von einem der früheren Besitzer des Hauses, von Dorian Williams, der sich einen Namen als Reiter und Sportkommentator der BBC machte. Jedes Jahr werden zwei Shakespeare-Stücke aufgeführt; im letzten Jahr waren es Henry V und Twelfth Night.

Das Hotel erreicht man, wenn man von Tring die Station Road in östliche Richtung fährt. Von dort führt der Cow Lane ab, das Hotel ist ausgeschildert.

Pendley Manor Hotel
Cow Lane
Tring
Hertfordshire HP23 5QY

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Mein Hotelprospekt.

Mein Hotelprospekt.

Published in: on 6. Januar 2016 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Songs about London – Coldplay: The Cemeteries of London

Der Brompton Cemetery in London.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Brompton Cemetery in London.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Thomas Nugent and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Coldplay ist eine Londoner Rockgruppe, die sich 1996 formierte und die vor allem durch ihren Frontmann Chris Martin bekannt wurde, da über ihn, auf Grund seiner Ehe mit der Schauspielerin Gwyneth Paltrow, häufiger in der Boulevardpresse zu lesen war. Die vier Mitglieder von Coldplay veröffentlichten im Juni 2008 ein Studioalbum mit dem Titel „Viva la Vida or Death and All His Friends„, auf dem der Titel „Cemeteries of London“ zu hören ist. Das Besondere an dem Album ist, dass die Songs in mehreren Kirchen in Barcelona aufgenommen worden sind, was ihnen eine ganz spezielle Atmosphäre verleiht.

In „Cemeteries of London“ sind bei genauerem Hinhören auch spanische Elemente verwoben worden wie das rhythmische Klatschen, das man vom Flamenco kennt. Das dazu hergestellte Musikvideo passt sehr gut zu der düsteren Stimmung des Songs und setzt sich aus Clips von alten Stumm- und Horrorfilmen zusammen. Der Text handelt vom nächtlichen London, wo sich unten am Fluss Hexen unter den Brücken versammelt haben. Mysteriöses und Geisterhaftes wabert über über der Stadt, und der Song endet mit der Zeile „There’s no light over London today“. Mir hat sich „Cemeteries of London“ erst nach mehrmaligem Hören richtig erschlossen.

Hier ist das Video zu sehen.

Die Waterloo Bridge bei Nacht. Trafen sich hier die Hexen in Coldplays Song'    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Waterloo Bridge bei Nacht. Trafen sich hier die Hexen in Coldplays Song?
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 5. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Tadcaster Bridge in North Yorkshire – Opfer der großen Weihnachtsflut 2015

   © Copyright Gordon Hatton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gordon Hatton and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ich wohnte einmal einige Zeit in einem kleinen Dorf außerhalb von Tadcaster in North Yorkshire und kaufte immer in einem Supermarkt an der Commercial Street in Tadcaster ein. Diese Straße, die auch gleichzeitig die A659 ist, führt über eine alte Brücke in das Stadtzentrum hinein. Tadcaster ist im ganzen Land durch seine Brauereien bekannt. Die Samuel Smith Brewery residiert an der High Street, ein Stückchen weiter an der gleichen Straße liegt John Smith’s Tadcaster Brewery. Die großen Areale der Brauereien beherrschen weite Teil der Innenstadt.

Am 26. Dezember 2015 wurde die Tadcaster Bridge, die die beiden Teile der Stadt miteinander verbindet, für den Auto- und Fußgängerverkehr geschlossen, da der River Wharfe, über den die Brücke führt, einen enorm hohen Wasserstand erreicht hatte und  eine Überquerung nicht mehr sicher war. Der ganze Norden Englands war von starken Regenfällen heimgesucht worden, wodurch zahlreiche Flüsse über ihre Ufer traten und ganze Landstriche und Städte überfluteten. Die steinerne Tadcaster Bridge war um 1700 herum gebaut worden und steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Bisher hatte sie dem starken Verkehr standgehalten, aber die Wassermassen des River Wharfe machten ihr jetzt so zu schaffen, dass Teile der Brücke am Abend des 29. Dezember zusammenbrachen. Dieses Video zeigt den Zusammenbruch, sehr zum Entsetzen der Bewohner der Stadt. Da durch die kollabierende Brücke auch Gasrohre freigelegt wurden und ein penetranter Gasgeruch zu bemerken war, mussten einige hundert Anwohner evakuiert werden. Die Gefahr einer Explosion war zu groß.

Jetzt steht Tadcaster vor dem Problem, die beiden Stadtteile wieder zu verbinden, denn ohne Brücke muss man über die A64 ausweichen und mehrere Kilometer fahren, um von dem einen zum anderen zu kommen. Ich habe den River Wharfe immer nur als ruhig dahinfließendes Fluss kennengelernt, aber das Sturmtief Eva hat aus ihm kurzfristig einen mächtigen alles zerstörenden Strom gemacht.

Sehr viel friedlicher geht es auf dem River Wharfe zu, wenn auf ihm beim jährlich stattfindenden Tadcaster Duck Race Plastikenten um die Wette schwimmen, die beim Start des Rennens von der Brücke hinuntergeworfen werden wie dieser Film zeigt.

Famous Graves – Benjamin Disraeli in St Michael and All Angels beim Hughenden Manor (Buckinghamshire)

   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Farrow and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Benjamin Disraeli (1804 – 1881) war ein bedeutender Politiker im 19. Jahrhundert. Der erste Earl of Beaconsfield war zweimal Ministerpräsident seines Landes, einmal für ein knappes Jahr 1868 und einmal von 1874 bis 1880. Davor diente er dem Vereinigten Königreich dreimal als Finanzminister. Disraeli ist bisher der einzige Premierminister mit jüdischen Wurzeln.

Der Earl of Beaconsfield wohnte in London, legte sich aber im Jahr 1848 einen Landsitz zu und zwar Hughenden Manor bei High Wycombe in Buckinghamshire. Er ließ das Ende des 18. Jahrhunderts gebaute Haus durch den Architekten Edward Buckton Lamb, der bereits mehrere Kirchen im Land entworfen hatte, nach seinen Vorstellungen umstrukturieren und wohnte hier bis zu seinem Tod am 19. April 1881.

Eine wichtige Person im Leben des Politikers war eine alte Dame namens Sarah Brydges Willyams, deren Bekanntschaft er 1851 machte und die eine Vertrauensstellung bei ihm einnahm. Er schrieb ihr zahlreiche Briefe, in denen er ihr seine politischen Überzeugungen darlegte. Die Beziehung zwischen den beiden wurde so eng, dass die vermögende Dame Disraeli mehrmals finanziell aus der Patsche half und ihm bei ihrem Tode rund £40 000 hinterließ, damals eine stolze Summe. Mrs Willyams stellte allerdings eine Bedingung: Sie wollte neben Benjamin Disraeli begraben werden, worauf sich der Earl of Beaconsfield auch gern einließ. Mrs Disraeli hatte damit offenbar auch keine Probleme.

So finden wir heute auf dem Kirchhof von St Michael and All Angels, der an der Zufahrt zum Hughenden Manor von der Valley Road aus liegt, eine Grabstelle mit einer Ménage à Trois: Dort liegt der ehemalige Premierminister Großbritanniens neben seiner Frau Mary Anne, die schon am 15. Dezember 1872 gestorben war, und neben seiner Vertrauten Sarah Brydges Willyams, die 1865 das Zeitliche segnete.

Wer den Ex-Premier mit seinen beiden Damen einmal besuchen möchte, der muss auf dem Kirchhof nicht lange suchen, denn das Grab ist direkt an der Westwand von St Michael and All Angels angebaut und mit einem blaugestrichenen Rundumgitter versehen. Es wird auch als „Primrose Tomb“ (Primelgrab) bezeichnet, denn die Primel war Disraelis Lieblingsblume und Queen Victoria, die das wusste, schickte zur Beerdigung einen Kranz, der ganz aus Primeln bestand.

Hughenden Manor gehört seit 1947 dem National Trust und ist ganzjährig zu besichtigen. Es liegt nördlich von High Wycombe und ist vom Zentrum der Stadt aus über die Hughenden Road und Valley Road (die A4128) zu erreichen.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch Hughenden Manor.

Hughenden Manor.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hughenden Manor.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bill Nicholls and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Spukorte – Das Berry Pomeroy Castle bei Totnes in Devon

   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einsam in einem Waldstück gelegen, findet man die Ruinen des Berry Pomeroy Castles, nicht allzuweit von der Kleinstadt  Totnes in Devon entfernt. Wir waren die einzigen Besucher an einem trüben Vormittag und konnten uns ungestört der Atmosphäre dieser alten Burg hingeben, die Ende des 15. Jahrhunderts gebaut wurde.

Die Burg gehörte erst der Pomeroy-Familie und wurde 1547 von Edward Seymour, dem ersten Duke of Somerset, gekauft. Im Besitz der Seymour-Familie blieb das Berry Pomeroy Castle auch, aber nach und nach verlor die Familie das Interesse an dem alten Gemäuer, wohl auch weil es so weit von London entfernt lag. Um das Jahr 1700 herum war es schon eine malerische Ruine und so blieb es auch bis zur heutigen Zeit. Die Burg gehört heute noch immer dem Duke of Somerset, wird aber vom English Heritage verwaltet.

Es heißt, dass das Berry Pomeroy Castle „haunted“ ist, also von mehreren Geistern heimgesucht wird. Da soll es eine „White Lady“ geben, die im Kerker der Burg spukt, und eine „Blue Lady„, die ihre eigenen Kinder erdrosselt haben soll und nun aus lauter Verzweiflung in den Ruinen herumirrt. Auch von zwei Pomeroy-Brüdern ist die Rede, die samt Pferden und in voller Rüstung von den Burgmauern in den Tod gesprungen sind, als die Burg einmal belagert wurde.

Die Crew von Living TVs Serie „Most Haunted“ mit Yvette Fielding und Derek Acorah besuchte im Jahr 2005 in der 5. Staffel Berry Pomeroy  und sie verbrachten hier eine äußerst gruselige Nacht, in der die Moderatorin minutenlang in eine Ohnmacht fiel.

Ich hatte bei meinem Besuch keine ungewöhnlichen Erscheinungen, aber vielleicht hatte ich nicht genau genug hingesehen. Im Internet gibt es viele Augenzeugenberichte über unheimliche Begegnungen auf dem Gelände.

Folgender Film wurde an einem hellen sonnigen Tag gedreht. Man stelle sich die Ruinen aber einmal in einer mondlosen Nacht vor…

   © Copyright Mike Searle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Searle and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mein Guidebook.

Mein Guidebook.