Das waghalsige, fatale Flugmanöver eines Piloten unter der Clifton Suspension Bridge in Bristol

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Die berühmte Clifton Suspension Bridge in Bristol (ich berichtete in meinem Blog über sie) ist eines der Wahrzeichen des Südwestens Englands. Die 412 Meter lange Brücke, die den River Avon in einer Höhe von 75 Meter überspannt, ist das Meisterwerk des Ingenieurs Isambard Kingdom Brunel (1806-1959), der die Eröffnung am 8. Dezember 1864 leider nicht mehr erleben sollte.
Die optisch sehr ansprechende Brücke übt eine starke Anziehungskraft auf Selbstmörder aus, und so sind schon weit über 100 Menschen von dort oben in den Tod gesprungen. Nachdem man sogenannte „suicide barriers“ installiert hat, ist die Zahl der Todesopfer deutlich reduziert worden.

Auch Bungee-Springer haben die Clifton Suspension Bridge schon seit langem für sich entdeckt. Der erste Bungee-Sprung überhaupt soll hier stattgefunden haben.

Der Pilot eines Flugzeugs missbrauchte die Brücke, die von dem Bristoler Stadtteil Clifton nach Leigh Woods in der Grafschaft Somerset führt, zu einem Zweck, der so von Mr. Brunel sicher nie vorhergesehen worden war. Dem 27jährigen Flying Officer John G. Crossley juckte es in den Fingern, einmal mit einem Flugzeug unter der Brücke hindurchzufliegen, obwohl das ausdrücklich verboten war. Am 3. Februar 1957 setzte er sich auf dem Flugplatz der Royal Air Force in Filton bei Bristol in einen einstrahligen Jagdbomber des Typs de Havilland Vampire FB.9, ohne sich anzuschnallen, ohne Fallschirm und ohne Pilotenhelm und begann seinen nicht genehmigten Flug. 20 Minuten nach dem Start ging er in den Sinkflug über und nahm die Clifton Suspension Bridge ins Visier. Crossley wollte jedoch nicht nur einfach unter der Brücke hindurchfliegen, er wollte dabei gleichzeitig auch noch eine Kunstflugfigur ausführen, eine sogenannte „victory roll“. Bei diesem gewagten Manöver verlor die Maschine an Höhe, Crossley bekam sie nicht mehr in den Griff und raste mit hoher Geschwindigkeit in die Felswand von Leigh Woods. Der RAF-Pilot war auf der Stelle tot. Was mag ihn wohl bewogen haben, diese Aktion durchzuführen? Waren da Selbstmordabsichten mit im Spiel? Wollte er sich bzw. anderen sein fliegerisches Können beweisen?
Seit jenem Tag im Februar 1957 hat es niemand mehr gewagt, die Clifton Suspension Bridge auf diese Weise zu unterqueren. Doch wird es so bleiben?

Der Brückenpfeiler auf der Leigh Woods-Seite.   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 25. Januar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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