William Cowley – Parchment Makers in Newport Pagnell (Buckinghamshire)

Die High Street von Newport Pagnell. Aus diesem Ort kommen die Pergamente der Firma William Cowley.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Newport Pagnell. Aus diesem Ort kommen die Pergamente der Firma William Cowley.
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Vor einigen Tagen ging eine Meldung durch die deutsche Presse und auch das ZDF-Magazin „heute in Europa“ berichtete darüber: Die Zeit, dass in Großbritannien noch immer die Gesetzestexte auf Pergament aus Kuhhaut geschrieben werden, soll vorbei sein. Erst einmal wussten wohl in Deutschland die wenigsten von dieser alten Tradition und auch in GB war das vielleicht einigen nicht bekannt. Aber es ist tatsächlich so, dass von jedem neuen beschlossenen Gesetz ein Exemplar auf Pergament verewigt wird.

Das House of Lords hat jetzt einen Vorstoß gestartet, mit dieser Tradition zu brechen und Kosten zu sparen, denn Ankauf, Beschriftung und Archivierung der Pergamente kosten den britischen Steuerzahler pro Jahr rund 80 000 Pfund. Archivpapier tut auch seinen Zweck, meinen die Lords, und außerdem befinden wir uns im digitalen Zeitalter. Doch gegen diesen Vorschlag des Oberhauses läuft man in Großbritannien Sturm und auch der Premierminister David Cameron stellt sich dagegen. Das Kabinett wird im März darüber entscheiden wie es weitergehen soll mit der Archivierung der Gesetze.

Wer auf jeden Fall dagegen ist, ist der Lieferant des Pergaments, die Firma William Cowley, ansässig in Newport Pagnell im Norden der Grafschaft Buckinghamshire. Seit 1870 stellt man hier in der Caldecote Street Pergament aus Tierhäuten her, und wenn der Staat als Großabnehmer wegfiele, wäre das schon ein herber Schlag für die Firma. Seit vier Generationen ist sie ununterbrochen in Familienhand und die Technik des Herstellungsverfahrens wird stets mündlich weitergegeben.

Nicht nur Gesetzestexte werden auf den Tierhäuten der Firma William Cowley festgehalten, es gibt noch eine Fülle anderer Verwendungsmöglichkeiten wie Möbel- und Wandbezüge, Lampenschirme, Bucheinbände und Trommelfelle, um nur einige zu nennen. Auch das Königshaus hat die Dienste der Firma in Newport Pagnell schon in Anspruch genommen. Die Queen hatte anlässlich der Hochzeit von Prince William und Kate Middleton ihre Zustimmung zu der Ehe auf Pergament aus dem Hause William Cowley gegeben, das vorher in Schönschrift vom Royal Calligrapher vorbereitet worden war.

Wenn Druckereien nicht so genau wissen wie sie mit Pergament aus Tierhäuten umgehen sollen, bietet William Cowley auch einen Druckdienst an. Konkurrenz im Inland braucht die Firma nicht zu fürchten, denn sie ist die einzige in Großbritannien, die diese speziellen Fertigkeiten besitzt.
Hier ist ein Blick hinter die Kulissen der Firma.

Drücken wir William Cowleys Mitarbeitern die Daumen, dass sich das britische Kabinett für die Fortsetzung der Archivierung der Gesetze auf Tierhaut entscheidet.

Diese Kühe am Ortsrand von Newport Pagnell brauchen sich um ihre Häute keine Sorgen zu machen, denn sie sind aus Plastik.   © Copyright David Lally and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Diese Kühe am Ortsrand von Newport Pagnell brauchen sich um ihre Häute keine Sorgen zu machen, denn sie sind aus Plastik.
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Published in: on 29. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Spukorte – Das Londoner Theatre Royal Drury Lane und The Man in Grey

Das Theatre Royal Drury Lane in London.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Theatre Royal Drury Lane in London.
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Bei einer Führung, die ich vor einiger Zeit durch das Londoner Theatre Royal Drury Lane mitmachte, wurden die Teilnehmer auch hinter die Kulissen des ältesten Theaters der Stadt geführt und der Zuschauerraum stand ebenfalls auf dem Programm. Neben den interessanten Fakten über die Aufführungen, die hier bereits stattfanden, äußerte sich unser Führer detailliert über die Spukgeschichten, die sich schon seit langer Zeit um das Haus ranken. Im Mittelpunkt dieser Erzählungen steht immer wieder The Man in Grey, eine Gestalt, die sich meist tagsüber zeigt und die schon von sehr vielen Besuchern und am Theater Beschäftigten gesehen worden ist. Diese geisterhafte Gestalt erscheint oft im zweiten Rang, bekleidet ist sie mit einer gepuderten Perücke, einem Dreispitz und einem grauen Reitmantel. The Man in Grey nimmt immer den gleichen Weg, von der einen Seite des zweiten Rangs humpelt er zur anderen Seite und verschwindet dort durch eine Wand.
1939, bei einer Fotosession auf der Bühne, wurde die Gestalt von den meisten der anwesenden Schauspielern gesehen wie sie ihren üblichen Weg auf dem zweiten Rang nahm.
Man sagt, Schauspieler seien abergläubisch und das trifft sicher auch auf viele der im Drury Lane beschäftigten zu, denn das Erscheinen des Man in Grey vor einer Premiere signalisiert einen erfolgreichen Verlauf des Theaterstücks, heißt es jedenfalls. So geschehen bei Miss Saigon, Oklahoma, South Pacific und The King and I.

Wer ist nun dieser mysteriöse Mann, der offenbar eine enge Verbindung zu dem Theater hat und an dem Wohlergehen der Aufführungen sehr interessiert ist? Man weiß es nicht, aber es könnte sich um jemanden handeln, der im Theatre Royal Drury Lane ermordet worden ist. Bei Renovierungsarbeiten in den 1870er Jahren fanden Bauarbeiter hinter einer Mauer (durch die der Geist immer verschwindet) einen Raum, den bisher niemand kannte. Darin fanden sie ein Skelett, in dessen Rippen noch immer ein Dolch steckte; an dem Toten fand man Überreste von grauer Kleidung. Handelte es sich dabei um ein Eifersuchtsdrama aus vergangener Zeit, bei dem ein eifersüchtiger Schauspieler seinen Nebenbuhler erdolcht und dann in diesem Raum versteckt hat? Man wird es wohl nie mehr erfahren.

Außer dem Man in Grey gibt es im Theater weitere geisterhafte Erscheinungen, so will man den berühmten Clown Joseph Grimaldi (1778-1837) mehrfach gesehen und „gespürt“ haben, denn der Clown hat die Vorliebe Theaterpersonal in den Hintern zu treten. Und noch ein Clown und Pantomime sucht in geisterhafter Form das Theater auf: Dan Leno (1860-1904). Auch er hat die unangenehme Angewohnheit Schauspieler zu schubsen und an der Perücke zu ziehen, während diese in den Kulissen stehen und auf ihren Auftritt warten. Dan Leno verfiel am Ende seines Lebens in geistige Umnachtung.

Eine Aufführung im Theatre Royal Drury Lane in der Catherine Street, in dem zurzeit Roald Dahls Charlie and the Chocolate Factory gespielt wird, ist also nie langweilig, denn man weiß nie, was da noch so alles geschehen wird. Vielleicht sollte man sich bei einem Besuch einen Platz im zweiten Rang reservieren lassen…

Dieser Film zeigt ein Team von Geisterjägern im Theater bei der Arbeit.

 

 

   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 28. Februar 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Wer war eigentlich… James Pimm, der Erfinder des nach ihm benannten Likörs?

James Pimm. This work is in the public Domain.

James Pimm.
This work is in the public Domain.

Was wäre ein Tennisturnier in Wimbledon, die Ruderregatta in Henley-on-Thames oder die Opernfestspiele in Glyndebourne ohne Pimm’s No.1, jenem vor allem in England legendären Kräuterlikör, der gern als Cocktail Pimm’s No. 1 Cup getrunken wird? Den Besuchern würde ein wesentliches Element dieser gesellschaftlichen Ereignisse fehlen. Allein in Wimbledon werden pro Turnier rund 230 000 Gläser verkauft. In Deutschland dagegen hat dieses auf Gin basierende Getränk mit 25 % Alkohol nie so richtig Fuß fassen können.

Der Mann, der den Likör erfunden hat, James Pimm, stammt aus Kent und wurde 1792 in Newnham geboren, ein Dorf, das südwestlich von Faversham an der M2 liegt. Nach dem Besuch der Universität von Edinburgh kehrte Mr. Pimm nach Kent zurück, heiratete dort Mary Southernden Mallery und hatte die Idee, seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Austern in London zu verdienen. Er eröffnete in der Nähe der Bank of England eine Austernbar, die von den Geschäftsleuten in der Umgebung aufgesucht wurde und bot zu den Schalentieren einen Likör an, dessen Zutaten er sich ausgedacht hatte und der in einem Krug serviert wurde; das Ganze nannte sich dann No. 1 Cup. Schnell entwickelte sich das Getränk zu einem Favoriten, andere Londoner Bars und Restaurants orderten Mr Pimms Likör und im Jahr 1851 wurde das ginhaltige Getränk in großem Stil produziert.

1865 verkaufte James Pimm seine Firma und die Rechte an dem Namen „Pimm’s“ und zog sich in sein geliebtes Kent zurück. Er wohnte in Pimm’s Place in East Peckham, östlich von Tonbridge an der A228. Dort in der Bush Road, nur ein paar Schritte vom Pub „Bush, Blackbird & Thrush“ entfernt, den es noch heute gibt, verbrachte er seine letzten Lebensjahre. Am 16. August 1866 starb James Pimm, zwei Jahre nach seiner Frau in East Peckham. Beerdigt wurden beide in der Kirche Holy Trinity, die am Ende der Bush Road liegt, dort, wo sie auf den Church Lane trifft.

Man kennt James Pimms Likör fast immer nur in der Version Pimm’s No.1, dabei gibt es noch weitere:
Pimm’s No.2 basiert auf Scotch Whiskey
Pimm’s No.3 basiert auf Brandy
Pimm’s No.4 basiert auf Rum
Pimm’s No.5 basiert auf Rye Whisky
Pimm’s No.6 basiert auf Wodka

Die meisten von diesen Sorten werden zurzeit nicht hergestellt. Besitzer der Pimm’s Liköre ist heute die Firma Diageo, der weltweit größte Hersteller von Spirituosen mit Sitz in London.

Wie ein richtiger Pimm’s No.1 Cup hergestellt wird, zeigt dieser Film.

Holy Trinity in East Peckham (Kent). Letzte Ruhestätte von James Pimm.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Holy Trinity in East Peckham (Kent). Letzte Ruhestätte von James Pimm.
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Published in: on 27. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Der Lincoln Imp – Ein versteinerter Kobold in der Kathedrale von Lincoln

Da sitzt er, der Lincoln Imp, im Engelschor der Kathedrale. This work has been released into the public Domain.

Da sitzt er, der Lincoln Imp, im Engelschor der Kathedrale.
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In der wunderschönen Kathedrale von Lincoln in Lincolnshire ist einer der Anziehungspunkte die Figur eines versteinerten kleinen Kobolds (Imp) hoch oben im Engelschor. Er hat ein bösartiges Grinsen im Gesicht, denn es handelt sich hier nicht um einen lieben netten Kobold, sondern eher um ein giftzwergähnliches Wesen, das mit bösen Absichten in die Kirche kam und zur Strafe zwischen den versteinerten Engeln landete. Es gibt mehrere, ähnlich lautende Legenden wie es dazu kam.

Eine davon ist, dass der Teufel den Imp nach Lincoln schickte, um dort in der Kathedrale Chaos anzurichten, was dieser nur allzu gern tat. Doch da hatte er die Rechnung ohne einen Engel gemacht, der ihm entgegentrat, als der kleine Kerl gerade mit Steinen um sich warf. Damit wieder Ruhe in die heiligen Hallen eintrat, verwandelte der Engel den Kobold in Stein und verbannte ihn für alle Zeiten in den Engelschor.

Eine andere Legende geht so: Wieder war der Teufel mit im Spiel, der zwei Kobolde losschickte, damit sie in der Kirchenlandschaft von Nordengland Unheil anrichten sollten. Zuerst machten sich die beiden nach Chesterfield auf den Weg, wo sie den Kirchturm von St Mary’s and All Saints verdrehten (bis heute ist er so geblieben wie dieses Foto zeigt) und dann begaben sie sich voller Vorfreude nach Lincoln, wo sie in der Kathedrale alles kaputt machen wollten, was ihnen unter die Finger kam. Wie schon in der anderen Legendenversion trat ihnen wieder einen Engel entgegen, der Kobold Nummer 1 versteinert in den Engelschor schickte, Kobold Nummer 2 aber laufen ließ.

Noch eine andere Legendenversion ist im Umlauf: Ein Kobold wurde von starken Winden in die Kathedrale geweht, wo der kleine Teufel „Party machte“, das heißt herumtanzte und herumalberte, bis er auf den Engel traf… den Rest der Geschichte kennen wir ja schon.

Dass man den Lincoln Imp in allen möglichen Formen im Souvenirladen der Kathedrale findet, versteht sich von selbst. Die Spieler des Lincoln City Football Clubs werden auch The Imps genannt und auf deren Webseiten trifft man ständig auf den kleinen Bösewicht.

Hier ist ein kleiner Film über den Imp.

Der Engelschor in der Kathedrale von Lincoln. Author: Steve Cadman. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Der Engelschor in der Kathedrale von Lincoln.
Author: Steve Cadman.
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Published in: on 26. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Die schönsten und besten Strände Englands

 

Platz 1: Der Strand von Woolacombe.   © Copyright Tom Jolliffe and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 1: Der Strand von Woolacombe.
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Jedes Jahr gibt das Reiseportal TripAdvisor die zehn besten Strände Großbritanniens bekannt, die ich hier einmal auflisten möchte. Bis auf einen Strand in Schottland und einen auf der Kanalinsel Jersey liegen alle anderen im Südwesten des Landes, wobei Cornwall viermal vertreten ist. Hier sind die Top Ten:

Platz 1.
Woolacombe Beach in Devon. Von 1734 abgegebenen Bewertungen im TripAdvisor wurde der Strand 1443mal als „Excellent“ und 240mal als „Very Good“ bezeichnet. Schon zweimal in Folge erhielt die Stadt an der Nordküste Devons diese Auszeichnung, zusätzlich wurde der Strand der Stadt von der Mail on Sunday als Best British Beach bewertet und erhielt den England for Excellence Gold Award als bester Familienurlaubsort. Der Woolacombe Beach ist fünf Kilometer lang, sehr sauber und für seine hervorragende Wasserqualität bekannt. Ein sehr schön gelegenes Hotel mit Blick auf den Strand ist das The Woolacombe Bay Hotel****.

Platz 2.
Weymouth Beach in Dorset. Auf der Basis von 2584 Bewertungen, davon 1844 „Excellent“ und 630 „Very Good“, gelangte dieser Strand auf den zweiten Platz. Auch dieser Strand an der Jurassic Coast ist fünf Kilometer lang und liegt direkt vor der Esplanade, dem Beach Boulevard der Stadt Weymouth, die während der Olympischen Sommerspiele 2012 Austragungsort für Segelregatten war. Wer hier strandnah wohnen möchte, kann das zum Beispiel im Bayview Hotel**** an der Esplanade tun.

Platz 3.
St Brelade’s Bay auf der Kanalinsel Jersey.

Platz 4.
Rhossili Bay bei Swansea in Wales.

Platz 5.
Porthmeor Beach im Norden von St Ives in Cornwall. Von 618 Bewertungen sind 460 „Excellent“ und 136 „Very Good“. Hier handelt es sich um einen Blue Flag Beach, d.h. um einen Strand, der „in der vorangegangenen Saison Standards hinsichtlich Umweltbildung, Umweltmanagement, Dienstleistungsgüte und Wasserqualität eingehalten hat“ (so die Wikipedia). Der mondäne Künstlerort St Ives ist sowohl bei Strandurlaubern als auch bei Surfern sehr beliebt.  Am Porthmeor Beach findet man eher Ferienwohnungen und Apartments als Hotels.

Platz 6.
Fistral Beach in Newquay in Cornwall. Auch für diesen Strand liegen die TripAdvisor-Bewertungen sehr hoch: Von 1656 Bewertungen stufen 1143 den Strand als „Excellent“ ein und 413 als „Very Good“. Der Fistral Beach ist das Paradies für Surfer in ganz Großbritannien; hier findet jedes Jahr im August das Surf- und Musikfestival Boardmasters statt und die English National Surfing Championships werden hier ausgetragen. In sehr guter Lage direkt am Strand findet man hier das Fistral Beach Hotel and Spa****.

Platz 7.
Porthminster Beach im Süden von St Ives in Cornwall. Der zweite Strand von St Ives kommt ebenfalls im TripAdvisor sehr gut weg: 536mal „Excellent“ und 147mal „Very Good“ von 703 Bewertungen. Als Unterkunft empfiehlt sich hier zum Beispiel das kleine, aber feine Blue Hayes Hotel, das zwar nicht direkt am Strand liegt, von dem man aber einen schönen Blick auf ihn hat.

Platz 8.
Perranporth Beach in Cornwall. Südlich von Newquay liegt Peranporth mit seinem beliebten Strand, der 639mal mit „Excellent“ und 153mal mit „Very Good“ bewertet wurde, von 824 Bewertungen insgesamt. Fünf Kilometer lang ist der Strand und durch die hohen Wellen, die hier oft zu finden sind, kommen auch viele Surfer nach Perranporth. Mit Strandhotels sieht es hier schlecht aus; das Ponsmere Hotel hat seit dem letzten Jahr geschlossen.

Platz 9.
Hengistbury Head bei Christchurch in Dorset. Auch dieser Strand ist sehr empfehlenswert: 778 mal „Excellent“ und 275mal „Very Good“ von 1085 Bewertungen. Er liegt mitten in einem Local Nature Reserve und das Umweltbewusstsein ist hier stark ausgeprägt. Hotels gibt es am Strand nicht, ich kann aber das nicht weit entfernte Captain’s Club and Spa**** direkt am River Stour empfehlen.

Platz 10.
Luskentyre auf der Isle of Harris in Schottland.

Platz 2: Der Strand von Weymouth.   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 2: Der Strand von Weymouth.
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Platz 5: Portmeor Beach bei St Ives.   © Copyright Dave Beynon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Platz 5: Porthmeor Beach bei St Ives.
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Published in: on 25. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Suffragette Season im britischen Parlament

Hier, im britischen Parlament, findet die Suffragette Season statt.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier, im britischen Parlament, findet die Suffragette Season statt.
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Am 4. Februar diesen Jahres kam der Spielfilm „Suffragette: Taten statt Worte“ in die deutschen Kinos (hier ist der Trailer dazu), der bereits am 7. Oktober 2015 beim Londoner Film Festival in Großbritannien seine Premiere feierte. Mit Meryl Streep, Carey Mulligan und Helena Bonham Carter ist er hochkarätig besetzt. Der Film schildert die wahren Ereignisse Anfang des 20. Jahrhunderts um die Feministin Emmeline Pankhurst, die das Ziel verfolgte, das Wahlrecht für Frauen in Großbritannien zu erkämpfen. Die Aktivistinnen, Suffragetten genannt, griffen auch zu radikaleren Methoden, um ihr Ziel zu erreichen, was ihnen allerdings erst 1928 gelang, als Frauen das volle Wahlrecht erhielten.

Einige der Filmsequenzen wurden auch im und am britischen Parlament in London gedreht, Grund genug, dort vom 6. Februar bis zum 6. April eine Suffragette Season einzurichten, während der geführte Touren durch das Ober- und das Unterhaus unter dem Thema „Frauenwahlrecht“ angeboten werden. „Votes For Women!“ heißen diese Führungen.
Des weiteren gibt es 90-minütige Touren durch das Parlamentsgebäude an der Themse mit dem Titel „From Petitions To Prime Minister: A Short History Of Women In Parliament„; dabei steht der Kampf der Frauen um das Wahlrecht und die Rolle der Frauen im heutigen Parlament im Mittelpunkt.

Mehrere Vorträge finden im Portcullis House statt, dort, wo die Abgeordneten des Unterhauses ihre Büros haben, zum Beispiel: „Alice Hawkins: A Suffragette„, darin geht es um die Aktivistin der Women’s Social and Political Union, die wegen ihres Einsatzes für die Frauenrechte fünfmal eingesperrt wurde.

Ebenfalls im Portcullis House wird der Film „Muriel Matters!“ (hier ein kurzer Ausschnitt) gezeigt, die Geschichte der Australierin Muriel Matters, die nach London kommt und sich den Suffragetten anschließt.

Das Portcullis House.    © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Portcullis House.
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Published in: on 24. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Musikvideo – Talk Talk: Life’s What You Make It

Hier im Wimbledon Common wurde das Video gedreht.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Wimbledon Common wurde das Video gedreht.
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Eine meiner Lieblingsbands der 1980er Jahre war die englische Formation Talk Talk um Leadsänger Mark Hollis. Leider ging die Band 1992 auseinander; Mark Hollis wollte sich lieber seiner Familie widmen, die ihm wichtiger geworden war als seine musikalische Karriere.
Talk Talk brachte 1985 ihr Album „The Colour of Spring“ heraus, aus dem ich heute das sehr schöne „Life’s What You Make It“ vorstellen bzw. daran erinnern möchte. Geschrieben wurde es von Mark Hollis und einem anderen Bandmitglied, Tim Friese-Green.

Der Song gelangte seinerzeit in die Charts vieler Länder; bei dem dazugehörenden Musikvideo führte Tim Pope Regie, der auch für viele andere Videos der Band verantwortlich zeichnete. Pope suchte als Drehort einen Platz im Dunstkreis von London aus: Wimbledon Common, im Südwesten der Stadt. Hier gibt es eine reiche Fauna und Flora, und die Fauna wurde in das Musikvideo von Talk Talk mit eingebunden. Was kreucht und fleucht da alles so nachts durch den Wald von Wimbledon Common: Dachse und Füchse, Eulen und Frösche und immer wieder ist ein Tausendfüßer zu sehen, der es dem Regisseur offenbar sehr angetan hat. Die Region ist eine Site of Specific Scientific Interest, also ein Naturschutzgebiet. Ob sich wohl die Tiere von Wimbledon Common in ihren nächtlichen Aktivitäten sehr von Talk Talks Musik gestört gefühlt haben?

Hier ist das Video zu “ Life’s What You Make It“ zu sehen.

Published in: on 23. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Sind die Pfarrer von St Mary’s Schuld an den Überflutungen der Stadt Horncastle in Lincolnshire ?

Der über die Ufer getretene River Bain in Horncastle.   © Copyright Dave Hitchborne and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der über die Ufer getretene River Bain in Horncastle.
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Städte, die an einem Fluss liegen, haben meist eine besondere Atmosphäre. Fließen sogar zwei Flüsse durch den Ort, ist das noch schöner. Wirklich? Fragt man die Bewohner von Horncastle in Lincolnshire nach ihrer Meinung dazu, so wird die sicher etwas anders ausfallen. Durch die 6000 Einwohner zählende Kleinstadt ziehen sich der River Waring und der River Bain, keine bemerkenswerte Gewässer, die sich am städtischen Schwimmbad miteinander vereinigen. Doch hin und wieder werden aus den harmlos aussehenden Flüsschen reißende Bestien, die in der Lage sind, weite Teile von Horncastle zu überfluten. Nach starken Regenfällen treten Waring und Bain schnell über ihre Ufer und dann ist Gummistiefelzeit angesagt. Sind aber die Regenfälle die allein Schuldigen an den überfluteten Straßen und Häuser?

Nein! sagen einige Horncastler und das schon seit längerer Zeit. Immer wenn ein neuer Pfarrer seine Stelle in St Mary’s, der Gemeindekirche des Ortes, antritt, kommen die Fluten binnen eines Jahres. Das erste Mal geschah das 1919, da löste Reverend Robert Barlow  Reverend Alfred Moore ab und prompt traten beide Flüsse über ihre Ufer.
Den gleichen Fall hatte man im Jahr 1959, als Reverend Arthur Davies seine neue Stelle antrat und damit nicht genug: Nachdem Reverend Geoffrey Neale  nach St Mary’s in Horncastle gekommen war, bewirkte das eine erneute Flut im Jahr 1981 (und 1983 und 1984).

Die abergläubischen Bewohner der Zwei-Flüsse-Stadt in Lincolnshire sehen einem Pfarrerwechsel in ihrer Gemeinde mit gemischten Gefühlen entgegen, doch vielleicht ist das gar nicht mehr nötig, denn nachdem Reverend Mike Burson Thomas 1999 seine neue Stelle antrat, passierte…nichts.

Im Juni 2012 traten River Bain und River Waring wieder über ihre Ufer und überfluteten die Straßen von Horncastle (hier ist ein Film darüber). Wie sah es zu diesem Zeitpunkt mit dem Pfarrer von St Mary’s aus? Reverend Alison Buxton war da noch im Amt, ging aber im Dezember, wodurch die Pfarrerstelle zwei Jahre lang unbesetzt blieb. Treten jetzt etwa die Überflutungen auf, bevor ein Geistlicher St Mary’s verlässt?

St Mary's in Horncastle.   © Copyright Dave Hitchborne and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s in Horncastle.
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Published in: on 22. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Snowdrop Festivals in England

Snowdrops im Welford Park in Berkshire.   © Copyright Len Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Snowdrops im Welford Park in Berkshire.
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Der Winter ist noch nicht vorbei und vom Frühling ist noch nichts zu spüren, doch die „snowdrops“, die Schneeglöckchen, können es nicht erwarten und stehen schon im Februar in vielen Parks und Vorgärten in voller Blüte. Am Snowdrop Festival des National Gardens Scheme  („opening gardens of quality, character and interest to the public for charity“) nehmen in diesem Jahr über 100 Gärten teil, die ihre Pforten interessierten Besuchern öffnen. Ich habe hier einmal einige der Festivalteilnehmer aufgelistet.

Welford Park bei Newbury in  Berkshire. Vom 3. Februar bis zum 6. März steht hier alles unter dem Thema „Schneeglöckchen“. Im Snowdrop Shop kann man Tassen, Handtücher, Küchenhandschuhe und vieles mehr mit Schneeglöckchenmotiven kaufen und sich anschließend in den Snowdrop Tearooms erfrischen. Aber vorher sieht man sich natürlich die Schneeglöckchenfelder an, die sich entlang des River Lambourn ziehen. Welford Park ist in den letzten beiden Jahren noch bekannter geworden, weil hier die Folgen der immens populären BBC-Serie The Great British Bake Off gedreht wurden.

East Lambrook Manor Gardens in Somerset. Die legendäre Gärtnerin Margery Fish hat hier einen ganz besonders sehenswerten Garten angelegt (ich berichtete in meinem Blog darüber), darunter eine Kollektion von Schneeglöckchenarten.

Colesbourne Gardens in Gloucestershire. Hier finden in der Nähe von Cheltenham im Februar die Snowdrop Weekends statt, an denen man sich die unterschiedlichsten Schneeglöckchenarten ansehen kann. Auf den Webseiten kann man an einem Schneeglöckchen-Kreuzworträtsel teilnehmen.

Hodsock Priory in Nottinghamshire. In den Gärten findet sich eine umfangreiche Sammlung von „snowdrops“, die Namen tragen wie Galanthus Robin Hood, Galanthus Desdemona und Galanthus Lady Beatrix Stanley.

Hier ist eine Liste der am Snowdrop Festival des National Gardens Scheme teilnehmenden Gärten.

Schneeglöckchen in den East Lambrook Manor Gardens in Somerset.   © Copyright Eugene Birchall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schneeglöckchen in den East Lambrook Manor Gardens in Somerset.
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Colesbourne Park snowdrops.   © Copyright Ruth Sharville and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Colesbourne Park snowdrops.
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Schneeglöckchen in den Gärten der Hodsock Priory in Nottinghamshire.   © Copyright Martin Dawes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schneeglöckchen in den Gärten der Hodsock Priory in Nottinghamshire.
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Published in: on 21. Februar 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Buckinghamshire Life and Berkshire Life – Ein Magazin für zwei Grafschaften

Foto meiner aktuellen Ausgabe.

Foto meiner aktuellen Ausgabe.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Norwich (Norfolk) die Firma Archant gegründet, die als erstes 1845 die „Norfolk News“ herausgab. Sie existiert noch heute und ist mittlerweile „the largest publisher of regional and local lifestyle magazines “ in Großbritannien geworden. Neben regionalen Zeitungen wie dem Ipswich Star, The Gravesend Reporter und dem Yarmouth Advertiser erscheinen in dem Verlag auch Magazine, die sich mit einzelnen Grafschaften beschäftigen wie das Dorset Magazin, Yorkshire Life und Derbyshire Life. Oft liegen diese Hefte in Hotels aus.

Ich habe die Zeitschrift „Buckinghamshire Life and Berkshire Life“ abonniert, die monatlich über meine beiden Lieblingsgrafschaften berichtet. Das kleinere Berkshire wurde dem größeren Buckinghamshire zugeschlagen, weil sich wohl ein eigenes Magazin dafür nicht lohnt. Der Aufbau dieser Regionalzeitschriften der Firma Archant ist sehr ähnlich. Im vorderen Teil sind die redaktionellen umfangreicheren Beiträge zu einzelnen Themen untergebracht, es folgen kleinere Artikel in den Rubriken „Food & Drink“, „News“, „Fashion“ usw. Die Werbung nimmt einen beträchtlichen Teil des jeweiligen Magazins ein.

Die Februar-Ausgabe von Buckinghamshire Life and Berkshire Life hat u.a. folgende Themen:

Der sehr interessante Beitrag „Welcome To Your World“ beschäftigt sich mit Städten in der ganzen Welt, die den gleichen Namen wie Orte in Buckinghamshire tragen, als da sind: Winslow in Arizona, Beaconsfield in Australien und Aylesbury in Neuseeland. „Frying Pans At The Ready…“ ist ein Artikel über das Olney Pancake Race (ich berichtete in meinem Blog darüber). In „10 Glorious Gardens To Visit“ wird schon einmal ein Blick auf einige der schönsten Gärten in der Berichtsregion gerichtet, und ein Artikel entführt die Leser in das hübsche Dorf Brill an der Grenze zu Oxfordshire ( s. dazu meinen Blogeintrag).

Neuigkeiten aus der Gastronomieszene erfahren wir in der Rubrik „Food & Drink“. Da in Buckinghamshire und in Berkshire viele wohlhabende Menschen leben, gibt es hier auch entsprechend viele hochwertige und hochpreisige Restaurants. Ein Musterbeispiel dafür ist das Gourmetdorf Bray an der Themse (hier dazu einer meiner Blogeinträge). Auch die Immobilienanzeigen am Ende des Magazins zeigen welche Kaufkraft in den beiden Grafschaften steckt. Die meisten der zum Verkauf stehenden Häuser liegen deutlich über einer Million Pfund.

Mir gefällt das Magazin, dessen Chefredakteurin Jan Raycroft ist, denn ich bleibe durch die Lektüre in ständigem Kontakt mit meinen beiden „favourite counties“.

Winslow in Buckinghamshire.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Winslow in Buckinghamshire. © Copyright Steve Daniels and
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Ein total anderes Winslow findet sich in Arizona. Ich habe hier einmal übernachtet. This work has been released into the public Domain.

Ein total anders aussehendes Winslow findet sich in Arizona. Ich habe hier einmal übernachtet.
This work has been released into the public Domain.

 

Village Signs – Canewdon in Essex

Author: Terryjoyce. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Author: Terryjoyce.
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Das Dorfschild von Canewdon in Essex steht am westlichen Ortseingang an der Larkhill Road, dort, wo eine schmale Straße zur St Nicholas Church abbiegt. Canewdon selbst liegt ein paar hundert Meter südlich des River Crouch und der bildet eines der Elemente auf dem Village Sign. In dem Fluss steht ein Mann, der offensichtlich King Canute (Knut der Große) darstellen soll, der hier am River Crouch im Jahr 1016 ein Lager errichtete, während er in der Schlacht von Assandun kämpfte. Obwohl Canewdon und Canute sehr ähnlich klingen, leitet sich der Ortsname von „Hill of Cana’s People“ ab.

Weiterhin sehen wir auf der linken Seite des Ortsschilds einen großen Sendemasten, der im Zweiten Weltkrieg zur RAF Chain Home Radar Station gehörte, einer Kette von Radarstationen, die entlang der Küste installiert worden waren. Auf dem Hügel im Hintergrund steht die Dorfkirche von Canewdon, St Nicholas, die sich durch ihre exponierte Lage im Ersten Weltkrieg als Beobachtungs- und Signalposten anbot. Der imposante Kirchturm soll von Heinrich V in Dankbarkeit für seinen Sieg in der Schlacht von Agincourt errichtet worden sein. Von dort oben hat man einen weiten Blick auf die Mündung des River Crouch.

Eine Besonderheit auf dem Ortsschild, die man wohl nur sehr selten zu sehen bekommt, ist eine Hexe, die auf ihrem Besen über den Himmel fliegt, ein Hinweis darauf, dass Canewdon schon immer eine Rolle als Dorf der Hexen gespielt hat. Die Legende besagt, dass es in dem Dorf, solange der Kirchturm steht, immer sechs Hexen geben wird, drei von niederem Stand, drei von höherem Stand. Immer dann, wenn vom Turm ein Stein herunterfällt, wird eine der Hexen sterben und durch eine andere ersetzt werden. Eine besonders mysteriöse Gestalt war die männliche Hexe George Pickingill (1816-1909), der magische Kräfte besessen haben soll und zu dem Menschen von weit her kamen, um sich seinen Rat zu holen. Pickingill starb in Canewdon und wurde auf dem Kirchhof begraben. Noch kurz nach seinem Tod soll er seine übernatürlichen Fähigkeiten gezeigt haben, was sich dadurch manifestierte, dass eines der Pferde, die seinen Sarg zogen, durchging. Man sagte Hexen nach, dass sie Tiere, insbesondere Pferde, durch ihren Willen manipulieren könnten.

In der Kirche St Nicholas und auf dem Kirchhof will man schon mehrfach geisterhafte Gestalten gesehen haben, darunter eine Frau ohne Kopf und eine „Grey Lady“ ohne Gesicht, mit einer hutartigen Haube auf dem Kopf.
Hier ist ein Film über St Nicholas und die Hexen von Canewdon.

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Published in: on 19. Februar 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Das 7 July Memorial im Londoner Hyde Park

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Im Londoner Hyde Park finden sich eine ganze Reihe von Gedenkstätten, von denen ich in meinem Blog zum Beispiel die Achilles Statue und das Animals in War Memorial vorgestellt habe. Am 7. Juli 2009 fand die Einweihung eines weiteren Denkmals statt, das an die Bombenanschläge vom 7. Juli 2005 und deren Opfer erinnert. Der Prince of Wales und seine Gattin Camilla nahmen die feierliche Einweihung am vierten Jahrestag der Anschläge vor, denen 52 Menschen zum Opfer fielen. Hier ist ein Film über die Einweihung.

Man findet das 7 July Memorial im Südosten des Hyde Parks; es besteht aus 52 Stahlsäulen, jede für eines der Opfer, die 3,5 Meter hoch und in vier Gruppen zusammengefasst sind. Jede Gruppe steht für einen der Anschlagsorte:
Tavistock Square – Hier traf es einen Bus der Linie 30
Aldgate – Eine Bombe wurde in einem Zug der U-Bahnlinie Circle Line auf dem Weg von der Liverpool Street Richtung Aldgate gezündet.
King’s Cross – Eine weitere Bombe explodierte in einem Wagen der Piccadilly Line zwischen King’s Cross und Russel Square
Edgware Road – Wieder war es ein Wagen der Circle Line, der gerade den Bahnhof Edgware Road in Richtung Paddington verlassen hatte, als er von einer Bombe zerrissen wurde.

Die Namen der 52 Opfer sind auf einer stählernen Tafel am Rande des Memorials eingraviert.

Die Gedenkstätte entstand in Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Opfer und dem Londoner Architekturbüro Carmody Groarke, dem ebenfalls in London ansässigen Ingenieurbüro Arup (beteiligt u.a. an The Shard, The Gherkin, Angel of the North) und den Landschaftsarchitekten Colvin and Muggridge (Arbeiten im Blenheim Park, Petworth Park und Compton Verney). Dem Team stand der berühmte Bildhauer Antony Gormley beratend zur Seite. Carmody Groarke wurde 2010 für den Entwurf mit dem RIBA Award des Royal Institute of British Architects ausgezeichnet.

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Published in: on 18. Februar 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Amazon Locker in englischen Bibliotheken – Eine Alternative zur Hauslieferung

Die DHL-Packstationen in Deutschland haben sich bewährt und sind vor allem für all jene nützlich, die tagsüber, wenn der Paketbote klingelt, nicht zuhause sind. Die Firma Amazon macht sich eigene Gedanken wie sie ihre Kunden zukünftig noch schneller und zuverlässiger bedienen kann; da ist von der Auslieferung per Drohne die Rede und von einem eigenen Paketauslieferungsdienst.

Seit einigen Jahren setzt die Firma in den USA sogenannte Amazon Locker ein, das sind, ähnlich wie die DHL-Packstationen, große Schränke mit einzelnen Fächern, in denen die Pakete abgelegt werden. Per E-Mail oder per SMS erhält der Kunde eine Nachricht, dass er sein Amazon-Paket in dem von ihm gewählten Locker abholen kann.

In England gibt es diese Variante zur Hausbelieferung ebenfalls. Mit der Supermarktkette Co-Op wurden zum Beispiel Verträge abgeschlossen und auch mit drei Öffentlichen Bibliotheken in West Sussex. Bibliotheken haben den Vorteil, bis in den frühen Abend geöffnet zu sein und sie liegen meist zentral, so dass Berufstätige auf ihrem Weg nach Haus einen kurzen Schlenker bei ihrer Bibliothek vorbei machen und ihr Paket abholen können.

Für Bibliotheken ist eine derartige Kooperation mit dem Versandriesen interessant, denn sie bekommen Geld dafür, dass sie ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und dadurch eine zusätzliche Einnahmequelle haben. Der „Locker Service“ kann neue Kunden in die Bibliothek bringen, die bisher noch nicht dort waren. Der Aufwand für das Bibliothekspersonal ist minimal, da sich Amazon selbst um alles kümmert, wenn es zu Störungen kommt.

Der West Sussex County Council und Amazon haben sich darauf geeinigt, dass die Verträge jeweils eine Laufzeit von einem Jahr haben, die dann wieder verlängert werden kann. Das Angebot der Amazon Locker fand bisher in den drei Bibliotheken Anklang; rund 80 bis 100 Kunden suchen pro Woche jede der beteiligten Public Libraries auf, um ihre bestellten Pakete dort abzuholen.

Zu finden sind die Stationen in der Chichester Library in der Tower Street, in der Horsham Library am Lower Tanbridge Way und in der Crawley Library in der Southgate Avenue.

Chichester Library.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Horsham Library.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Crawley Library.   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 17. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Der Jumbo Water Tower in Colchester (Essex)

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Reverend John Irvine war „not amused“ als man ihm 1882 einen 35 Meter hohen Turm vor seine Gemeindekirche St Mary-at-the-Walls stellte, aber alles protestieren half nichts, die Stadt Colchester in Essex brauchte damals einfach einen Wasserturm um ihre Bürger mit fließendem Wasser zu versorgen. 1,2 Millionen Ziegel wurden verbaut sowie 450 Tonnen Zement und 369 Tonnen Steine; das ganze Gebilde wog 5000 Tonnen. Die Bauzeit betrug 20 Monate, zufälligerweise entspricht das der Trächtigkeitsdauer einer Elefantin. Schnell bekam der Turm den Spitznamen „Jumbo„, auch weil Ende des 19. Jahrhunderts ein Elefant mit diesem Namen die Hauptattraktion des Londoner Zoos war (der leider bei der Kollision mit einer Lokomotive 1885 in Kanada ums Leben kam) und weil der Jumbo Water Tower gewisse Ähnlichkeiten mit einem Dickhäuter hat.

1987 wurde der Wasserturm an den Balkerne Gardens ( so lautet der Straßenname) außer Betrieb genommen und verkauft. Was sollte jetzt mit dem Riesen geschehen? Jumbo ging durch mehrere Hände, Überlegungen wurden angestellt, ihn einfach abzureißen und an der Stelle ein Apartmenthaus hochzuziehen. Doch da ging die Bevölkerung von Colchester auf die Barrikaden, denn die Bewohner der Stadt hatten ihren Elefantenturm liebgewonnen und wollten seiner Hinrichtung nicht tatenlos zusehen. Der Balkerne Tower Trust wurde ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Jumbo zu retten. Irgendetwas muss getan werden, denn nach und nach ist der Turm in die Jahre gekommen und benötigt Reparaturarbeiten. 2014 wurde der ehemalige Wasserturm auf einer Auktion für £190 000 versteigert, und der neue Besitzer überlegt, was er aus ihm machen soll; vielleicht ein Restaurant und einige Wohnungen einbauen? Der Tower Trust möchte den Turm so erhalten wie er ist und ihn als Touristenattraktion für Colchester ausbauen.

Im Herbst 2015 legte der Colchester and North East Essex Building Preservation Trust eine Machbarkeitsstudie über den Jumbo vor, in der sechs verschiedene Lösungsmöglichkeiten für die zukünftige Verwendung vorgeschlagen werden. Man darf gespannt sein, wie es in Colchester (übrigens die wahrscheinlich älteste Stadt Englands) weitergehen wird. Die Hauptsache ist, dass der Wasserturm nicht abgerissen und durch ein anonymes Wohnhaus ersetzt wird, aber da gibt es ja glücklicherweise immer noch den Balkerne Tower Trust.

Hier ist ein Film über den Turm, aufgenommen mit einer GoPro-Kamera.

RAF Fylingdales in den North York Moors

Die früheren "Golfbälle" auf RAF Fylingdales.   © Copyright Lynne Kirton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die früheren „Golfbälle“ auf RAF Fylingdales.
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Ich bin die A169, die von Pickering nach Whitby an der Nordseeküste führt, immer gern gefahren. Schon wenige Fahrminuten hinter Pickering kann man am Horizont die Hochmoore von North Yorkshire erkennen. Die Straße passiert die Ruinen des so traurig daliegenden Saltersgate Inn (es gibt mittlerweile Hoffnung, dass in den seit Jahren verlassenen Gasthof doch wieder Leben einkehren könnte, siehe auch meinen Blogeintrag dazu) und dann erscheint auf der rechten Seite ein merkwürdiges Gebilde, das auf dem Gelände der umzäunten Royal Air Force Station Fylingdales liegt. Es ist eine Radaranlage, die „Pyramide“ oder auch „Toblerone“ (nach der Schweizer Schokolade) genannt wird, und die ein Teil des US-amerikanischen Frühwarnsystems ist. Ich kenne noch die Vorgänger der Pyramide, die drei überdimensionalen Golfbälle, die die gleiche Funktion hatten und Anfang der 1990er Jahre abgebaut wurden, um Platz für die technisch überlegene Pyramide zu machen, deren offizieller Name Solid State Phased Array Radar (SSPAR) lautet.

Zusammen mit den beiden anderen Radarstationen in Thule auf Grönland und der Clear Air Force Station in Alaska hat RAF Fylingdales auf der einen Seite die Aufgabe, Raketenstarts irgendwo auf der Welt zu erfassen und zu melden und auf der anderen Seite Objekte wie Satelliten zu beobachten, die sich im Orbit bewegen. In der Zeit des Kalten Krieges sprach man von der „Four Minute Warning„, die von hier oben in den North York Moors ergehen sollte, d.h. man hatte vier Minuten Zeit, eine Warnung auszusprechen, nachdem eine atomare Rakete vom Boden der damaligen Sowjetunion  gestartet war, bevor sie auf britischem Boden aufschlug; eine außerordentlich kurze Zeit, so dass selbst manche hochrangigen Militärs an dem Sinn der Frühwarnanlage zweifelten.

Bevor man in der einsamen Moorlandschaft von North Yorkshire die Radaranlagen installierte, diente das Gebiet als Trainingszentrum der Armee, die hier Schießübungen durchführte. Es dauerte seine Zeit, bis mit den Arbeiten begonnen werden konnte, denn das Gelände musste erst noch von den vielen liegengebliebenen Granaten gesäubert werden. Zudem erwies sich der Ausbau der Zufahrt von der A169 zur Radaranlage als problematisch, da er durch morastiges Gebiet führte, und so versank so manches Fahrzeug in dem weichen und tiefen Untergrund.

Vor den Toren von RAF Fylingdales kam es verschiedentlich zu Demonstrationen, die von der Campaign for Nuclear Disarmament organisiert wurden, einer Bewegung, die sich für die nukleare Abrüstung einsetzt. Jethro Tulls Ian Anderson hat 1980 einmal einen Song geschrieben, in dem er auf die Gefahren von RAF Fylingdales hinwies, dass zum Beispiel ein technischer Defekt an der Anlage zu einem folgenschweren Griff zum roten Telefon führen könnte. Hier ist „Fylingdale Flyer“ zu hören.

Die obergalb der A169.   © Copyright Bill Boaden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die SSPAR oberhalb der A169.
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Published in: on 15. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Wunder von Durham am 1. Mai 1942

Etwa so muss Durham in jener Nacht im Mai 1942 ausgesehen haben, bevor der Nebel vom Fluss emporstieg.   © Copyright Adrian Beney and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Etwa so muss Durham in jener Nacht im Mai 1942 ausgesehen haben, bevor der Nebel vom Fluss emporstieg.
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Es war in den frühen Morgenstunden des 1. Mai im Jahr 1942. Die Stadt Durham im Norden Englands lag unter einem sternenklaren, wolkenlosen Himmel als das Unheil nahte. Ein deutsches Bombergeschwader hatte den Auftrag, Städte im Norden des Landes zu zerstören. Es hieß damals, dass die Luftwaffe alle Gebäude zerstören wollte, die im Baedeker-Reiseführer für England mit mindestens 3 Sternen versehen waren. Diesem sogenannten Baedeker-Blitz fielen viele Menschen und Bauwerke im ganzen Land zum Opfer. Zwei Tage bevor sich die deutschen Bomber Durham näherten, hatten sie schon Teile der Stadt York in Schutt und Asche gelegt.

In jener Nacht am 1. Mai 1942 rissen die Sirenen die Bürger von Durham aus dem Schlaf. Zeitgleich geschah etwas sehr Merkwürdiges: Eben noch war der Himmel über der Stadt klar und die Kathedrale von Durham zeichnete sich deutlich gegen den Nachthimmel ab, als sich plötzlich ein dicker, weißer Nebel vom River Wear erhob und sowohl die Kathedrale als auch die Burg komplett einhüllte. Die Besatzungen der Bombenflugzeuge, die sich an der großen Kirche orientieren wollten, fanden diese nicht mehr und nachdem sie einige Zeit vergeblich danach gesucht hatten, zogen sie wieder ab, ohne eine einzige Bombe abgeworfen zu haben. Dafür musste leider die Gemeinde Beamish, nördlich von Durham büßen, auf die drei Bomben fielen, die acht Menschen töteten und viel Gebäudeschäden anrichteten. Der Ortshistoriker Jack Hair hat darüber ein Buch geschrieben, das den Titel „The Bombs at Beamish“ trägt.

Was ist in jener Nacht in Durham passiert? Einige vertraten damals der Meinung, dass das Phänomen des plötzlich aufsteigenden Nebels auf die kühle Nachtluft und das Wasser des Flusses Wear zurückzuführen war. Stimmt nicht, meinten andere, hier hatte der Heilige Cuthbert seine Hände im Spiel, dessen Gebeine in der Kathedrale ruhten; er hatte die Stadt vor einer Katastrophe bewahrt, weshalb man den Nebel auch als The Cuthbert Shroud bezeichnete. Merkwürdigerweise verschwand der Nebel sofort wieder, nachdem die Bomber davongeflogen waren.

Das Grab des Heiligen Cuthbert in der Kathedrale von Durham. War er für das Wunder von Durham verantwortlich? This work is releades into the public Domain.

Das Grab des Heiligen Cuthbert in der Kathedrale von Durham. War er für das Wunder von Durham verantwortlich?
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Published in: on 14. Februar 2016 at 02:00  Comments (4)  
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Mein Buchtipp – William Atkins: The Moor

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die Moorgebiete Englands üben eine merkwürdige Faszination aus. Die überwiegend von Schafen bewohnten Moore wecken, bei wolkenverhangenem Himmel, Erinnerungen wach an Romane wie Sir Arthur Conan Doyles „Der Hund von Baskerville“ oder Martha Grimes‘ „Inspektor Jury geht übers Moor„. Meine Lieblingsmoore sind das Dartmoor und die North York Moors.

Wer sich für diese karge Landschaftsform interessiert, dem kann ich das Buch „The Moor: Lives, Landscape, Literature“ von William Atkins empfehlen, das 2014 im Verlag Faber&Faber erschienen ist. Der Autor besucht darin alle Moore Englands, trifft dabei auf interessante Menschen und beschäftigt sich ausgiebig mit Schriftstellern, die dort gewohnt haben.

Welche Autoren fallen einem alles erstes ein, wenn man den Begriff „Moor“ hört? Ich glaube, die Brontë-Schwestern, auf deren literarisches Schaffen die Moore rund um Haworth in West Yorkshire einen starken Einfluss ausübten. Atkins stattet Top Withens einen Besuch ab, jenem jetzt verfallenen Bauernhaus, das Emily Brontë zu ihrem Roman „Wuthering Heights“ (dt. „Sturmhöhe“) inspiriert haben soll. Der Autor geht den Spuren des Schriftstellers Ted Hughes nach, der in der Moorlandschaft von Mytholmroyd (West Yorkshire) geboren wurde, viele Jahre seines Lebens am Rand des Dartmoors lebte und dessen „Memorial Stone“ dort auch inmitten des Moores zu finden ist. Im Exmoor begegnen wir Richard Doddridge Blackmore und seiner Romanfigur Lorna Doone und im Alston Moor dem Dichter W.H. Auden, der diese Region liebte und darüber Gedichte schrieb.

Man muss sich diesem Buch in aller Ruhe hingeben und gemeinsam mit William Atkins in diese eigenartige, stimmungsvolle Landschaft eintauchen. Der Autor verfügt über eine wundervolle Sprache und wer dafür empfänglich ist, wird mit dem Buch viele genussreiche Stunden verbringen.

William Atkins: The Moor – Lives, Landscape, Literature. Faber&Faber 2014. 371 Seiten. ISBN 978-0-571-29004-8.

Hier ist zur Einstimmung ein Film über das Dartmoor.

Die Moorlandschaft bei Haworth.   © Copyright John Slater and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Moorlandschaft bei Haworth.
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Das Alston Moor (Cumbria und Northumberland), das W.H. Auden liebte.   © Copyright Andrew Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Alston Moor (Cumbria und Northumberland), das W.H. Auden liebte.
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Published in: on 13. Februar 2016 at 02:00  Comments (5)  

John Wheeley Lea, William Henry Perrins und die Worcestershire Sauce

 

Eigenes Foto.

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Wenn das Essen einmal wieder fade schmeckt, greift man in England gern zur Flasche mit der Worcestershire Sauce, um es für den Gaumen interessanter zu machen. „Brings Food alive!“ steht es denn auch auf dem Flaschenetikett. Für deutsche Zungen ist das Wort „Worcestershire Sauce“ nicht ganz leicht auszusprechen und auch meine Frage im Supermarkt, in welchem Regal denn diese Würzsauce zu finden sei, musste ich mehrmals wiederholen, bis jemand verstand, was ich kaufen wollte.

Das Etikett der Flasche verrät eine ganze Menge Informationen über die Worcestershire Sauce, z.B. dass sie 18 Monate gereift ist, dass es sie schon seit 1837 gibt und dass sie in Worcester hergestellt wird. Selbst die Ingredienzien werden genannt: Malzessig, Branntweinessig, Melasse, Zucker, Salz, Sardellen, Tamarindenextrakt, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze, Aromen. Also so richtig appetitanregend klingt das eigentlich nicht.

Der Name LEA & PERRINS prangt in Großbuchstaben auf dem Etikett, und das sind die beiden Herren, die für die Sauce verantwortlich waren. John Wheeley Lea und William Henry Perrins besaßen in den 1830er Jahren eine Drogerie in der Broad Street Nummer 68 in Worcester (da, wo heute die Patisserie Valerie untergebracht ist). Dort soll sie einmal ein reicher Mann aufgesucht haben, der viele Jahre in Indien gelebt und von dort ein Rezept für eine Sauce mitgebracht hatte. Der Herr bat die beiden Drogisten, diese Sauce für ihn herzustellen, worauf sich Mr. Lea und Mr. Perrins auch einließen. Doch als sie das Resultat ihrer Mixtur kosteten, schmeckte es so übel, dass sie die Sauce am liebsten gleich weggeschüttet hätten, aber sie lagerten das Gebräu stattdessen im Keller ihres Hauses und vergaßen es…bis sie nach einiger Zeit den Keller aufräumten, die Tinktur noch einmal probierten und erstaunlicherweise als wohlschmeckend empfanden. Die Geburtsstunde der Worcestershire Sauce hatte geschlagen, und die beiden Drogisten beschlossen, die Sauce kommerziell herzustellen. 1842 verkauften sie 636 Flaschen, 1855 waren es schon 30 000 Flaschen; der Siegeszug der Würzsauce hatte begonnen. Die Produktionsstätte in der Bank Street wurde nach einigen Jahrzehnten zu klein, und so baute man eine neue Fabrik an der Midland Road, in der noch heute produziert wird.

Die Firma Lea & Perrins wurde 1935 von HP Foods übernommen, die eine ähnliche Sauce namens HP Sauce im Programm hatten. Seit 2005 gehört Lea & Perrins dem US-amerikanischen Konzern Heinz, der sich im vorigen Jahr mit dem Konzern Kraft unter dem Namen Kraft Heinz zusammengeschlossen hat.

Das Buch zum Artikel:
Paul Hartley: The Lea & Perrins Worcestershire Sauce Cookbook. Absolute Press 2005. 80 Seiten. ISBN  978-1904573296.

Das Lea & Perrins Building in der Midland Road in Worcester.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Lea & Perrins Building in der Midland Road in Worcester.
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Published in: on 12. Februar 2016 at 02:00  Comments (4)  
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The Lygon Arms Hotel in Broadway (Worcestershire) – Ein Update

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über das Lygon Arms Hotel (hier der Link zur momentan noch aktuellen Homepage) in dem hübschen Cotswolds-Dorf Broadway in Worcestershire habe ich vor längerer Zeit in meinem Blog schon einmal geschrieben. Da sich die Eigentumsverhältnisse hier ständig verändert haben, greife ich das Thema erneut auf und aktualisiere meinen Blogeintrag.

Der Bilderbuchort Broadway in den Cotswolds ist manchmal in der Hauptreisezeit sehr überlaufen. Doch wenn die ganzen Tagestouristen und Reisebusse den Ort verlassen haben, kehrt wieder Ruhe ein.

Ein sehr schönes Hotel, um diese Ruhe auch genießen zu können, ist das Lygon Arms Hotel, direkt im Zentrum von Broadway gelegen. Ich habe vor längerer Zeit zweimal in diesem Hotel gewohnt und war beide Male sehr angetan vom Ambiente, vom Service und auch vom Restaurant.

Das Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde wie die meisten Gebäude in Broadway aus dem honigfarbenen Stein gebaut, der für die Region typisch ist. Oliver Cromwell übernachtete hier, bevor er 1651 in die Schlacht bei Worcester zog, und auch Charles I war schon Gast in dem Haus.

Das Hotel verfügt in einem Anbau über ein wunderschönes Spa mit einem beindruckenden Hallenbad. Das Hauptrestaurant „The Great Hall“ mit Tonnengewölbe und Galerien gehört für mich zu den schönsten Englands.

Ich kenne das Lygon Arms noch, als es zu der Savoy-Gruppe gehörte und erstklassig geführt wurde. Nach dem Verkauf wechselte das Haus leider mehrfach seine Besitzer, was ihm nicht gut bekam. Übernommen wurde es zuerst von der spanischen Barcelo-Gruppe, die weltweit, aber überwiegend in spanischsprachigen Ländern agiert. Barcelo zog sich im Jahr 2012 aus Großbritannien komplett zurück und so kam das Lygon Arms in den Besitz der Puma Hotels. Zwei Jahre später wurde die Hotelgruppe in The Hotel Collection umbenannt, zu der u.a. auch das Imperial Hotel in Torquay und das Imperial Hotel in Blackpool gehören. Mitte des vorigen Jahres fand eine erneute Umstrukturierung der Gruppe statt; neue Häuser kamen dazu, andere wurden abgestoßen. The Lygon Arms litt unter einem Investitionsstau, der exzellente Ruf, als es noch zur Savoy Group gehörte, war dahin, und es war kein Mitglied mehr der Small Leading Hotels of the World.
Doch jetzt scheint es wieder aufwärts zu gehen, denn vor wenigen Tagen wurde das 78-Zimmer-Haus von den beiden Brüdern Ian und Richard Livingstone übernommen, die bereits mit dem Cliveden Hotel bei Taplow in Berkshire und dem Chewton Glen Hotel in New Milton in Hampshire zwei der besten Häuser in ganz Großbritannien besitzen. Jetzt wird bestimmt großzügig hier in Broadway investiert werden, und ich freue mich für das Lygon Arms, dass es zumindest wieder auf den früheren hohen Standard gehoben wird, wenn nicht noch höher.

Das Buch zum Artikel:
Alison R. Ridley and Curtis F. Garfield: The Story of the Lygon Arms. Porcupine Enterprises 1992. 218 Seiten. ISBN 0-9621976-1-0.

Eigenes Foto.

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Published in: on 11. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubnamen – The Durham Ox

The Durham Ox in Coundon.     © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Coundon (County Durham).
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Eine ganze Reihe von Pubs, vorzugsweise in den nördlichen Landesteilen Englands, haben sich den Namen The Durham Ox gegeben, und ein Ochse findet sich dann auch auf den Pubschildern wieder. Hier ist, kurz zusammengefasst, die Hintergrundgeschichte:

Charles Colling aus Brefferton im County Durham zog Ende des 18. Jahrhunderts einen Bullen groß, der einfach nicht aufhören wollte zu wachsen. Als das Tier sechs Jahre alt war, wog es zwei Tonnen, und sein Besitzer verkaufte es an einen Mann aus Yorkshire, der mit dem „Durham Ox“ auf Tour ging und ihn für Geld ausstellte. Aber nach fünf Wochen gab der Yorkshireman auf, denn es war ihm dann doch zu beschwerlich, mit dem schweren Tier, das er auf einem speziell angefertigten Wagen transportierte, durch die Gegend zu ziehen. Also verkaufte er den Bullen an einen gewissen John Day, der die gleichen Pläne wie der Vorbesitzer hegte, aber das Ganze besser in den Griff bekam. Mr. Day fuhr kreuz und quer durch das Land; der Bullentransporter wurde von sechs Pferden gezogen und überall, wo das Tier gezeigt wurde, klingelte Geld in John Days Kasse. Er ließ ein Bild vom Durham Ox anfertigen, das er vervielfältigte und verkaufte und auch das brachte einen ansehnlichen Gewinn ein. Dann schlug das Schicksal zu: Im Jahr 1807 renkte sich der Bulle ein Hüftgelenk aus und trotz aller Bemühungen John Days, seine „goldene Gans“ durchzubringen, gelang ihm das nicht und das schwergewichtige Tier musste getötet werden. Der geschäftstüchtige Mann schlug schließlich auch daraus noch einen Gewinn, denn er verkaufte das Fleisch an mehrere Schlachtergeschäfte.

Die Erinnerung an den Durham Ox wird also durch die Pubs aufrechterhalten, die sich nach ihm benannt haben. Da sind zum Beispiel:

The Durham Ox in der Collingwood Street in Coundon bei Bishop Auckland im County Durham, dessen Pubschild einen stilisierten Ochsenkopf zeigt.

The Durham Ox bei Denby Village in der Street Lane in Derbyshire. Auf diesem Pubschild ist der Ochse in voller Pracht zu sehen.

Auch The Durham Ox in der Norwood Street in Beverley (East Yorkshire) zeigt das Tier in stattlicher Größe.

Gut gelungen finde ich das Tier auf dem Pubschild des The Durham Ox in Crayke in North Yorkshire. Es zeigt das Gemälde, das der sonst auf Pferde spezialisierte Maler John Boultbee Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Ochsen angefertigt hatte.

The Durham Ox bei Denby Village (Derbyshire).    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Durham Ox in Beverley (East Yorkshire).    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Beverley (East Yorkshire).
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The Durham Ox in Crayke (North Yorkshire).    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 10. Februar 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Die Öffentlichen Bibliotheken Großbritanniens und ihre Ausleihrenner

Weymouth Public Library.   © Copyright Chris Talbot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Weymouth Public Library in Dorset.
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In Deutschland spricht man von der Bibliothekstantieme, in Großbritannien von Public Lending Right (PLR), darunter versteht man laut Wikipedia „eine von Bibliotheken an Urheber und Leistungsschutzberechtigte ausbezahlte Vergütung. Sie soll Schriftsteller, Musiker und andere Urheber dafür entschädigen, dass ihre Werke von den Bibliotheken meist kostenlos zur Ausleihe angeboten werden. Die Bibliotheken sind durch im Urheberrecht geregelte Bestimmungen zu dieser Abgabe verpflichtet“.

PLR in Stockton-on-Tees veröffentlicht jedes Jahr die beliebtesten Autoren und die meist ausgeliehenen Bücher in den Public Libraries Großbritanniens. Hier ist eine Auswahl für den Zeitraum 2014/15.

Most borrowed author:
Der US-amerikanische Schriftsteller James Patterson ist der Autor, dessen Werke am meisten ausgeliehen wurden. Er ist unglaublich produktiv, hat mehrere Serien geschrieben, z.B. um den Ermittler Alex Cross, und die meisten seiner Romane liegen auch in deutscher Übersetzung vor.

Most borrowed non-fiction author:
Mary Berry. Diese Verfasserin von Kochbüchern und Fernsehmoderatorin kennt man in Deutschland bei weitem nicht so wie in Großbritannien. Die 80jährige ist vor zuletzt allem durch die äußerst populäre Fernsehshow The Great British Bake Off, die von BBC2 ausgestrahlt wird, weithin bekannt geworden, und ihre Kochbücher sind ständig auf den Bestsellerlisten zu finden; entsprechend häufig werden ihre Bücher eben auch in Bibliotheken entliehen. In deutscher Übersetzung erschien zuletzt 2015 „Kochen ganz einfach: Über 100 Rezepte, die garantiert gelingen“ (Dorling Kindersley).

Most borrowed children’s author:
Julia Donaldson. Diese britische Autorin ist auch in Deutschland sehr gut bekannt, vor allem durch ihre Grüffelo-Bilderbücher.

Most borrowed classic author:
Roald Dahl. Der bereits 1990 verstorbene Schriftsteller ist nach wie vor populär, sowohl durch seine Kinderbücher, als auch durch die Romane, die häufig seinen Hang zum schwarzen Humor zeigen. In meinem Blog schrieb ich bereits über sein Grab in Great Missenden (Buckinghamshire) und über meinen Besuch im Roald Dahl Museum im gleichen Ort.

Most borrowed titles:
Platz 1 – Lee Child: Personal (noch nicht übersetzt).
Platz 2 – Lee Child: Never Go Back (wird im Juni 2016 unter dem Titel „Die Gejagten“ in Deutschland erscheinen).
Platz 3 – Peter Robinson: Abattoir Blues (noch nicht übersetzt).

Most borrowed non-fiction titles:
Platz 1 – Jamie Oliver: Save With Jamie – Shop Smart, Cook Clever, Waste Less (dt. „Cook Clever mit Jamie“, Dorling Kindersley).
Platz 2 – Driving Standards Agency: The Official DSA Theory Test For Car Drivers (nicht übersetzt, die Bibel für Fahrschüler).
Platz 3 – Jack Monroe: A Girl Called Jack – 100 Delicious Budget Recipes (nicht übersetzt).

Wer sich die komplette Liste ansehen möchte, sie ist hier zu finden.

Die Blackpool Central Library.    © Copyright Gerald England and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Blackpool Central Library.
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Published in: on 9. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Tom, die Kirchenkatze von St Mary Redcliffe in Bristol

St Mary Redcliffe in Bristol. Eigenes Foto.

St Mary Redcliffe in Bristol.
Eigenes Foto.

Vor einiger Zeit schrieb ich in meinem Blog schon einmal über die Kirchenkatze von St Mary in Fairford (Gloucestershire). Gar nicht so weit von dort entfernt, in der Kirche St Mary Redcliffe in Bristol, gab es ein ähnliches Phänomen, dass sich eine Katze ein Gotteshaus als Domizil aussuchte. Es war im Jahre 1912, als in St Mary eine gewaltige neue Orgel installiert worden war, dass sich eine offenbar herrenlose Katze an einer der Kirchentüren einfand und möglicherweise von der Orgelmusik angelockt wurde. Da Tom, wie man das Tier bald nannte, freundlich von den Kirchenangestellten behandelt wurde, entschloss es sich, hier zu bleiben und zwar bis zu seinem Tod im Jahr 1927.

Die Orgel besaß für Tom eine besondere Faszination, denn immer wenn der Organist probte bzw. bei den Gottesdiensten spielte, saß die Katze neben ihm und lauschte andächtig der Musik. Hin und wieder sprang sie auch einem der Besucher auf den Schoß und ließ sich dort den Rücken kraulen. Tom machte sich aber auch in der Kirche nützlich und ging häufig auf Beutezüge, was den Mäusen, Ratten und Tauben innerhalb und außerhalb der Kirche gar nicht gut bekam. Als man das Altarkreuz in St Mary Redcliffe einmal verrückte, fand man dahinter jede Menge Knochen und Federn, dorthin hatte Tom seine Beute geschleppt.

Die Kirchenkatze führte ein zufriedenes und glückliches Leben in der imposanten Kirche mitten in der Großstadt Bristol. 1927 starb Tom, sehr zum Leidwesen der Kirchengemeinde; aber man bereitete dem Tier einen würdigen Abschied. Der Organist spielte ihm zu Ehren einen Choral und Pfarrer, Küster und andere Kirchenmänner trugen seinen kleinen Sarg aus der Kirche und begruben ihn gleich neben dem Südeingang auf dem Friedhof. Auf seinem Grabstein stehen die Worte: „The Church Cat 1912-1927„.

Hier kann man sich einmal die Orgel der Kirche in Bristol anhören.

Der Haupteingang zu St Mary Redcliffe. Eigenes Foto.

Der Haupteingang zu St Mary Redcliffe.
Eigenes Foto.

Die Orgel, die Tom besonders liebte. This work is released into the public Domain.

Die Orgel, die Tom besonders liebte.
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Published in: on 8. Februar 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Wer war eigentlich…Molton Brown, der Hersteller von edlen Pflege- und Kosmetikprodukten?

Eigenes Foto.

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Man findet die Pflege- und Kosmetikprodukte der Londoner Firma Molton Brown in Edelkaufhäusern und Spitzenhotels, und selbst die Queen weiß die „Toiletries“ der Firma zu schätzen. Im Jahr 2013 wurde Molton Brown zum offiziellen Hoflieferanten ernannt.

Erst 1973 wurde Molton Brown als Friseursalon gegründet, über dem man damals schon Haarpflegeprodukte selbst herstellte. Einen Firmengründer mit dem Namen Molton Brown gab es nie; der Name setzt sich zusammen aus:
Molton„, einem Teil des Londoner Straßennamens South Molton Street. Diese Straße verläuft im Stadtteil Mayfair zwischen der Davies Street und der Brook Street, heute eine Fußgängerzone. Hier stand damals der Salon.
Brown„, der Name des Modegeschäfts „Brown’s“ in der selben Straße, dass den Eltern der Salonbesitzerin Caroline Burstein gehörte, und das noch heute existiert.

Molton Brown ist schon seit zehn Jahren kein Familienbetrieb mehr, sondern wurde 1975 von dem japanischen Kosmetikkonzern Kao Corporation übernommen. 1986 ging die Firma mit der Produktion ihrer Kosmetikartikel in ein altes Cottage nach Hertfordshire, wo es aber bald zu eng wurde. Zehn Jahre später siedelte Molton Brown in ein wesentlich größeres Firmengebäude um. Der neue Standort liegt im Industriepark Elsenham Meadows, direkt am Flughafen Stansted Airport.

In den 1990er Jahren machte die damals noch unbekannte Kate Moss Werbung für Produkte der Firma Molton Brown.

Die Produktpalette umfasst u.a. Shampoo, Body Lotion, Seife, Eau de Toilette, Handcreme usw. usw. Molton Brown besitzt eine Kette von eigenen Läden in ganz Großbritannien; auch in Deutschland kann man die Kosmetikartikel kaufen, z.B. im Hamburger Alsterhaus, im Berliner KaDeWe, aber auch in den Filialen der Parfumeriekette Douglas.

Hier ist ein Werbspot der Firma Molton Brown.

Die South olton Street in Mayfair.   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die South Molton Street in Mayfair.
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Das Dorfschild von Elsenham (Essex); hier werden die Produkte der Firma Molton Brown hergestellt.    © Copyright Bikeboy and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Dorfschild von Elsenham (Essex); hier werden die Produkte der Firma Molton Brown hergestellt.
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Published in: on 7. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Spukorte – George’s Lane in Calverton (Nottinghamshire)

George's Lane bei Calverton.   © Copyright Alan Murray-Rust and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

George’s Lane bei Calverton.
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Das kleine Dorf Calverton in Nottinghamshire, etwa auf halber Strecke zwischen Nottingham und Mansfield, kann sich gleich mehrerer Spukorte rühmen. Neben einigen Häusern, in denen es nicht mit rechten Dingen zugehen soll, ist es vor allem der George’s Lane, der nach Anbruch der Dunkelheit sehr unheimlich ist. Die lange gewundene Straße, die zwischen Feldern und Wäldern  hindurchführt, kommt von Süden in das Dorf hinein. Aufgrund der vielen Kurven hat es hier schon einige Unfälle gegeben und so soll es Taxifahrer geben, die wegen des schlechten Rufes der Straße lieber einen Umweg fahren, wenn sie Fahrgäste nach Hause bringen wollen.

Schon seit den 1930er Jahren erzählen die Bewohner von Calverton immer wieder von unheimlichen Begebenheiten, die sie auf dem George’s Lane erlebt haben. Dabei geht es immer wieder um eine gruselige Gestalt, die neben der Straße auftaucht und Fußgänger, die es tatsächlich wagen, des Nachts hier entlangzugehen, verfolgt. Die Gesichtszüge des schwarzgekleideten Wesens sind nicht zu sehen, aber unter dem breitkrempigen Hut, so schildert es einer der Betroffenen, zeichnet sich eine lange gebogene Nase ab. Am Ortseingang jeweils lässt der Verfolger von seinem „Opfer“ ab und verschwindet wieder in den Büschen.

Eine Autofahrerin berichtete, dass sie bei der nächtlichen Anfahrt auf Calverton bei einem Blick in den Rückspiegel die gleiche unheimliche Gestalt auf dem Rücksitz erblickte. Man sich ihren Schrecken gut vorstellen. Erst als sie in die Einfahrt zu ihrem Haus einbog, verschwand das schwarzgekleidete Phantom.

Eine junge Frau hatte ebenfalls eine sehr merkwürdige Begegnung, als sie eines Abends auf dem George’s Lane nach Hause fuhr. Eine dunkle Gestalt lief ihr plötzlich über den Weg, wodurch sie zu einer Vollbremsung gezwungen wurde. Sie stieg aus und fürchtete, eine verletzte Person vor sich zu haben; doch sie fand niemanden. Sie holte ihren Vater aus dem Dorf und beide suchten gemeinsam mit einer Taschenlampe die vermeintliche Unfallstelle ab…vergebens.

Ängstliche Menschen sollten also, zumindest des Nachts, einen großen Bogen um Calverton machen. Hier ist ein Film der Midlands Paranormal Society über die berüchtigte Straße.

Published in: on 6. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Old John im Bradgate Park bei Leicester

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Der Bradgate Park ist ein öffentlicher Park, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt Leicester gelegen. Das Besondere an diesem Park ist ein Hügel auf dem ein Folly steht, der den Namen Old John trägt und die Form eines Bierkruges hat, was in England einmalig sein dürfte.
1784 wurde der Turm erbaut und diente eine Zeit lang als Beobachtungsposten, von dem aus man sehr schön die Pferderennen sehen konnte, die auf der Rennbahn, die um den Turm herumführte, ausgetragen wurden.

Wie kam es nun zu dem Namen „Old John“? Einer örtlichen Legende nach geriet am 31. Oktober 1786 auf dem Hügel ein Freudenfeuer zu Ehren der Volljährigkeit des Sohnes des fünften Earls of Stamford außer Kontrolle, und einer der brennenden Äste stürzte auf die Anwesenden, wobei ein Arbeiter namens John erschlagen wurde. Der Earl wollte dem Mann posthum noch etwas Gutes tun und benannte den Turm in Erinnerung an ihn Old John. Dichtung oder Wahrheit???
Der abgeschiedene Turm ist in der Regel geschlossen, er wird nur zu bestimmten Anlässen zur Besteigung freigegeben.

Der große Bradgate Park ist ein Erholungsgebiet für die Bewohner von Leicester und sehr beliebt für Picknickausflüge. Hier ist ein Film über Old John von einem Quadrocopter aus aufgenommen.

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Published in: on 5. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Maharaja’s Well in Stoke Row (Oxfordshire)

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Bei meinen Fahrten kreuz und quer durch Inspector Barnabys Midsomer County kam ich auch durch den kleinen Ort Stoke Row in Oxfordshire, ca 15 Autominuten von Henley-on-Thames entfernt und gleich „um die Ecke“ von Nettlebed.

Dort steht ein merkwürdiges, exotisches Gebäude namens „The Maharaja’s Well„, ein Brunnen, der 1864 eröffnet wurde und den seinerzeit der Maharadscha von Benares stiftete.

130 Meter tief ist der Brunnen und über dem Eingang steht ein goldener Elefant unter einer Kuppel. Wie kam es dazu?
Edward Reade aus Stoke Row arbeitete im 19. Jahrhundert in Indien beim Maharadscha von Benares und hob dort einen Brunnen aus, um den Menschen zu helfen. Als der indische Fürst später nach England kam, und von der Wasserknappheit in der Region um Stoke Row hörte, erinnerte er sich in Dankbarkeit an Mr. Reade und ließ einen Brunnen bohren, was ein Jahr dauerte. Am Geburtstag von Queen Victoria wurde der Brunnen dann offiziell freigegeben.

Als Queen Elizabeth II 1961 Indien besuchte, erinnerte sie der damalige Maharadscha von Benares daran, daß der Brunnen nun fast 100 Jahre in Oxfordshire steht, und er lud den Duke of Edinburgh ein, an den Feierlichkeiten zum 1oojährigen Bestehen teilzunehmen, was der Gemahl der Queen denn auch tat.

Man kann in Stoke Row eine kleine Broschüre kaufen, in dem die Geschichte des Brunnens detailliert beschrieben wird; auch eine DVD ist dort erhältlich.

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Das Schlosshotel Kronberg – Ein Stück England im Taunus

Eigenes Foto.

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Wer gern einmal die Atmosphäre eines englischen Schlosshotels schnuppern möchte, ohne gleich auf die Insel zu reisen, dem kann ich aus eigener Erfahrung das Schlosshotel Kronberg im Taunus sehr empfehlen. Ich verbrachte das letzte Wochenende in dem 5-Sterne Superior-Hotel, und ich bin der Meinung, dass es den Vergleich mit englischen Spitzenhotels nicht zu scheuen braucht.

Zwischen 1889 und 1894 wurde das Schloss Friedrichshof, wie es ursprünglich hieß, im neugotischen Tudorstil als Witwensitz für die deutsche „Kaiserin Friedrich“ erbaut. Wahrscheinlich wählte man diesen Baustil, damit sich Victoria Adelaide Mary Louisa, Prinzessin von Großbritannien und Irland, hier heimisch fühlte, denn sie war die erste Tochter von Queen Victoria und Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, 1840 im Buckingham Palace geboren. Sie war die Gattin des 99-Tage-Kaisers Friedrich III. Nach dem Tod ihres Mannes verbrachte Victoria die letzten zehn Jahre ihres Lebens auf diesem schönen Schloss, in dem sie am 5. August 1901 starb.

1954 wurde das Schloss Friedrichshof als Schlosshotel Kronberg einem neuen Verwendungszweck zugeführt, betrieben bis heute von der Hessischen Hausstiftung.

Schon wenn man durch das Eingangstor des in einem großen Park gelegenen Hotels fährt, kommen Erinnerungen an vergleichbare Hotels in England auf. Empfangen wird man gleich am Auto von freundlichen Herren in roter Livree, die sich um das Gepäck kümmern. In der Eingangshalle lag der angenehme Geruch von offenem Kaminfeuer; um den Kamin sind Sitzgruppen aufgestellt, die an diesem Nachmittag alle von Gästen belegt waren, die dort Kaffee oder Tee tranken. Gegenüber von der Rezeption findet man die Bibliothek, in der Afternoon Tea serviert wurde. Dort stehen hinter Glas Tausende von Büchern, die Victoria damals nicht nur gesammelt, sondern auch gelesen haben soll.

Das stilvolle, atmosphärische Restaurant erreicht man über einen Gang von der Eingangshalle aus, der von Gemälden und Antiquitäten gesäumt und besonders schön ist. Im heutigen Restaurant pflegte Victoria seinerzeit ihre Speisen zu sich zu nehmen; die musikalische Begleitung dazu erfolgte von einer Empore aus. Der Service und die Essensqualität waren hervorragend; leider waren auf der Weinkarte keine Weine aus Victorias Heimatland, das wäre dann noch das Tüpfelchen auf dem I gewesen.

Am Wochenende finden nachmittags Führungen durch das Schloss statt, bei der man die Gemächer der Kaiserin Friedrich zu sehen bekommt. In den weitläufigen Parkanlagen sieht man auch einen Rosengarten und typisch englisch in Form geschnittene Bäumchen („topiary garden“).

Zu empfehlen ist die Buchung eines Gourmet-Arrangements, das neben der Übernachtung ein 6-Gang-Menü im Schlossrestaurant, ein Champagner-Frühstück, eine Flasche Champagner und ein „Amuse-Bouche-Treatment“ bei Ankunft auf dem Zimmer beinhaltet.

Das Schlosshotel liegt am Rande der Kleinstadt Kronberg; von den Zimmern in den oberen Geschossen aus erblickt man die Skyline von Frankfurt am Main.

Meine Meinung: Das Schlosshotel Kronberg gehört zu den besten Hotels in ganz Deutschland. Ähnlichkeiten sind vorhanden mit dem Cliveden Hotel, Nutfield Priory und dem Eastwell Manor, die ich in meinem Blog schon einmal vorstellte.

Der Kamin in der Eingangshalle. Eigenes Foto.

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Der Weg von der Halle zum Restaurant. Eigenes Foto.

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Die Bibliothek. Eigenes Foto.

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Eine Treppe im Schloss. Eigenes Foto.

Eine Treppe im Schloss.
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Published in: on 3. Februar 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Sir Charles Isham und die Gartenzwerge von Lamport Hall (Northamptonshire)

Lamport Hall (Northamptonshire).   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lamport Hall (Northamptonshire).
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Sir Charles Isham, der 10. Baronet of Lamport Hall (1819-1903), war ein englischer Exzentriker, der sich für Spiritualismus und Gartenbau  interessierte und Sammler von wertvollen Büchern war, ja auch selbst einige schrieb, darunter „Notes on Gnomes“ (1884). Er lebte in Lamport Hall, einem schönen Anwesen in Northamptonshire.

Sir Charles ist es aber auch zu verdanken, dass die Gartenzwerge in England Einzug hielten. Während einer Reise 1847 nach Deutschland verliebte er sich in die kleinen Wesen und nahm 21 davon mit zurück nach England, die er in seinem italienischen Garten aufstellte und sie liebevoll pflegte. Sir Charles‘ Töchter dagegen konnten sich mit den Gartenzwergen überhaupt nicht anfreunden und ließen sie alle verschwinden, bis auf einen, der sich im Garten versteckte und überlebte. Es hieß, die bösen Töchter hätten die Zwerge mit Luftgewehren erschossen (!!).

Lampy, so der Name des einzigen Überlebenden und der Urvater aller englischen „garden gnomes“ führt jetzt ein zufriedenes und wohl behütetes Leben in Lamport Hall, denn er ist versichert und zwar mit einer Million Pfund Sterling. Sein Domizil ist jetzt natürlich nicht mehr der Garten, nein, Lampy lebt nun hinter verschlossenen Türen und reist hin und wieder zu internationalen Gartenzwergkonferenzen in aller Welt.

Nicht bekannt ist, was Lampy von der „Garden Gnome Liberation Front“ hält, einer Organisation, die sich die Befreiung aller Gartenzwerge auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Lamport Hall liegt an der A508 zwischen Market Harborough und Northampton.

Lamport Hall Preservation Trust Limited
Lamport Hall
Lamport
Northamptonshire
NN6 9HD

Eine Replika ddes berühmten Gartenzwergs Author: Amos Wolfe This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Eine Replika des berühmten Gartenzwergs Lampy.
Author: Amos Wolfe
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British Heritage Chauffeur Tours – Die etwas andere Art, sich England anzusehen

Eine der Touren der BHCT führt zum Highclere Castle.    © Copyright pam fray and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine der Touren der BHCT führt zum Highclere Castle.
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Es gibt immer wieder viele Menschen mit denen ich in Kontakt komme, für die ein Besuch Englands nicht in Frage kommt, weil sie erstens völlig falsche Vorstellungen von dem Land haben (schlechtes Wetter, schlechtes Essen) und weil sie zweitens vor dem Linksverkehr zurückschrecken. Manche schließen sich einer Reisegesellschaft an und fahren mit dem Bus nach England, wobei sie sich um nichts kümmern müssen, und einige wenige mieten sich vor Ort ein Auto. Es gibt noch eine Alternative, sich das Land in stilvollem Ambiente anzusehen: Man bucht eine Reise mit den British Heritage Chauffeur Tours (BHCT).

Gern wird dieser Service von Besuchern aus Übersee angenommen, die sich in einem der Autos der Luxusklasse chauffieren lassen. Zur Verfügung stehen zwei Jaguar XJL, ein Landrover Overfinch LR4 und ein Mercedes Viano SUV. Die Chauffeure, die gleichzeitig auch die Reiseführer sind und um ein umfangreiches Fachwissen verfügen, sind alles Fahrer, die eine bei der Polizei oder bei Sicherheitsdiensten erworbene Spezialausbildung haben. Aus dem umfangreichen Angebot der BHCT kann man Tagestouren oder auch mehrtägige Touren buchen oder sich ein Angebot für eine „Bespoke Tour“ machen lassen, also für eine maßgeschneiderte, individuelle Reise nach eigenen Vorgaben.

Tagestouren in die nähere Umgebung von London sind zum Beispiel das Highclere Castle und die Downton Abbey Tour. Für literarisch Interessierte gibt es eine Fahrt nach Oxford oder die Jane Austen Tour. Weiterhin stehen auf dem Programm eine English Garden Tour und eine Cotswolds Tour. Wer sich England, Schottland und Wales auf einer mehrtägigen Reise ansehen möchte, dem stehen zahlreiche Angebote zur Verfügung, darunter auch eine Tour für Feinschmecker, auf der die erlesensten und besten Restaurants angesteuert werden können.

Hier ist ein Werbefilm der BHCT, der über die angebotenen Leistungen informiert.

British Heritage Chauffeur Tours
7 St John’s Road
Harrow, HA1 2EY

Published in: on 1. Februar 2016 at 02:00  Comments (4)  
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