RAF Fylingdales in den North York Moors

Die früheren "Golfbälle" auf RAF Fylingdales.   © Copyright Lynne Kirton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die früheren „Golfbälle“ auf RAF Fylingdales.
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Ich bin die A169, die von Pickering nach Whitby an der Nordseeküste führt, immer gern gefahren. Schon wenige Fahrminuten hinter Pickering kann man am Horizont die Hochmoore von North Yorkshire erkennen. Die Straße passiert die Ruinen des so traurig daliegenden Saltersgate Inn (es gibt mittlerweile Hoffnung, dass in den seit Jahren verlassenen Gasthof doch wieder Leben einkehren könnte, siehe auch meinen Blogeintrag dazu) und dann erscheint auf der rechten Seite ein merkwürdiges Gebilde, das auf dem Gelände der umzäunten Royal Air Force Station Fylingdales liegt. Es ist eine Radaranlage, die „Pyramide“ oder auch „Toblerone“ (nach der Schweizer Schokolade) genannt wird, und die ein Teil des US-amerikanischen Frühwarnsystems ist. Ich kenne noch die Vorgänger der Pyramide, die drei überdimensionalen Golfbälle, die die gleiche Funktion hatten und Anfang der 1990er Jahre abgebaut wurden, um Platz für die technisch überlegene Pyramide zu machen, deren offizieller Name Solid State Phased Array Radar (SSPAR) lautet.

Zusammen mit den beiden anderen Radarstationen in Thule auf Grönland und der Clear Air Force Station in Alaska hat RAF Fylingdales auf der einen Seite die Aufgabe, Raketenstarts irgendwo auf der Welt zu erfassen und zu melden und auf der anderen Seite Objekte wie Satelliten zu beobachten, die sich im Orbit bewegen. In der Zeit des Kalten Krieges sprach man von der „Four Minute Warning„, die von hier oben in den North York Moors ergehen sollte, d.h. man hatte vier Minuten Zeit, eine Warnung auszusprechen, nachdem eine atomare Rakete vom Boden der damaligen Sowjetunion  gestartet war, bevor sie auf britischem Boden aufschlug; eine außerordentlich kurze Zeit, so dass selbst manche hochrangigen Militärs an dem Sinn der Frühwarnanlage zweifelten.

Bevor man in der einsamen Moorlandschaft von North Yorkshire die Radaranlagen installierte, diente das Gebiet als Trainingszentrum der Armee, die hier Schießübungen durchführte. Es dauerte seine Zeit, bis mit den Arbeiten begonnen werden konnte, denn das Gelände musste erst noch von den vielen liegengebliebenen Granaten gesäubert werden. Zudem erwies sich der Ausbau der Zufahrt von der A169 zur Radaranlage als problematisch, da er durch morastiges Gebiet führte, und so versank so manches Fahrzeug in dem weichen und tiefen Untergrund.

Vor den Toren von RAF Fylingdales kam es verschiedentlich zu Demonstrationen, die von der Campaign for Nuclear Disarmament organisiert wurden, einer Bewegung, die sich für die nukleare Abrüstung einsetzt. Jethro Tulls Ian Anderson hat 1980 einmal einen Song geschrieben, in dem er auf die Gefahren von RAF Fylingdales hinwies, dass zum Beispiel ein technischer Defekt an der Anlage zu einem folgenschweren Griff zum roten Telefon führen könnte. Hier ist „Fylingdale Flyer“ zu hören.

Die obergalb der A169.   © Copyright Bill Boaden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die SSPAR oberhalb der A169.
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Published in: on 15. Februar 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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