The George Harrison Memorial Garden in Aldenham (Hertfordshire)

Das Manor House.   © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Bhaktivedanta Manor.
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Im Februar 1973 wurde aus dem Piggott’s Manor in Aldenham bei Watford in der Grafschaft Hertfordshire das Bhaktivedanta Manor, das seitdem der International Society for Krishna Consciousness (ISKCON) gehört, besser bekannt als Hare Krishna Bewegung. Der Beatle George Harrison war ein großer Anhänger und Förderer der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, und sein „My Sweet Lord“ stellte ein Loblied auf den Hindu-Gott Krishna dar.

Als die ISKCON Anfang der 1970er Jahre ein neues Hauptquartier suchte, da ihre Zentrale in London zu klein geworden war, sprang George Harrison ein, kaufte Piggott’s Manor und schenkte es 1973 der Organisation, die bis heute hier in Hertfordshire Besucher aus aller Welt empfängt.

Als George Harrison am 29. November 2001 starb, gelobte man, dem großzügigen Förderer eines Tages im Bhaktivedanta Manor ein Denkmal in Form eines Gartens zu setzen. Am 25. Mai 2013, vierzig Jahre nach der Eröffnung des Manors, wurde der George Harrison Memorial Garden feierlich eröffnet, in Anwesenheit von Georges Witwe Olivia. Ihr Mann liebte diesen bewaldeten Teil hinter dem Manor House ganz besonders und hier wurden denn auch seine Lieblingspflanzen angebaut wie Ahorn, Birke, Farne und Japanische Anemonen. Der ehemalige Beatle hatte sich in seinem Haus Friar Park (ich berichtete in meinem Blog über das Anwesen) auch intensiv um die Anlage der Gärten dort gekümmert.

Der George Harrison Memorial Garden ist achteckig angelegt und als Meditationspark konzipiert; die einzelnen Teile tragen die Namen: Faith, Spiritual Company, Resolve, Delight, Attachment, Love, Longing und Union. Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Garten.

Die Bewohner von Aldenham waren nicht immer von dem Hare Krishna-Hauptquartier begeistert, denn es zog sehr viele Menschen an, die alle durch ihr Dorf fuhren; bei manchen besonderen Anlässen waren das schon einmal bis zu 15 000 am Tag. Die zuständigen Behörden versuchten durch bestimmte Maßnahmen den Besucherstrom zu reduzieren, das Bhaktivedanta Manor stand sogar einmal kurz vor dem Aus, doch dann einigte man sich darauf, dass eine neue Zufahrt gebaut wurde, die Aldenham umging und dort wieder für mehr Ruhe sorgte.

Im Manor werden geführte Touren angeboten, bei denen man sowohl das Innere des Hauses als auch den George Harrison Memorial Garden zu sehen bekommt.

Bhaktivedanta Manor
Hilfield Lane,
Aldenham

Near Watford, Hertfordshire

Der George Harrison geweihte Garten.   © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der George Harrison geweihte Garten.
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Ein anderer Teil des Gartens.    © Copyright Darrin Antrobus and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein anderer Teil des Gartens.
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Der Große Postzugraub und ein Wiedersehen der Beteiligten in Oakley (Buckinghamshire)

Oakley in Buckinghamshire.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Oakley in Buckinghamshire.
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Der Große Postzugraub vom 8. August 1963 hat mich schon immer fasziniert. Großartig fand ich die Verfilmung im deutschen Fernsehen, die unter dem Titel „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ 1966 gezeigt wurde. Zweimal bin ich den Schauplätzen auf meinen Englandreisen nahegekommen, so stand ich einmal unter der Bridego Bridge (ich berichtete in meinem Blog darüber), nahe der B488 südlich von Leighton Buzzard (Buckinghamshire), wo das geraubte Geld von einem Waggon auf einen bereitstehenden Lastwagen umgeladen wurde. Von hier aus fuhren die Räuber rund 40 Kilometer zu ihrem Unterschlupf, der Leatherslade Farm bei Brill und Oakley, ebenfalls in Buckinghamshire. Über Brill berichtete ich in meinem Blog im Zuge meiner Fahrten auf den Spuren von Inspector Barnaby. Ja, der Postzugraub ereignete sich in Barnabys fiktivem Midsomer County.

40 Jahre nach dem spektakulären Verbrechen kamen einige der damals Beteiligten wieder zusammen, zu einem guten Zweck, denn das Dach der Village Hall von Oakley musste dringend ersetzt werden, und so kam jemand auf die Idee, ein „Reunion“ herbeizuführen mit einer angeschlossenen Ausstellung von Gegenständen, die mit dem Postzugraub zusammenhingen, und den Erlös der Veranstaltung in das Dach zu investieren. Die wichtigste Person des Treffens war zweifelsohne Bruce Reynolds, der Mastermind des Verbrechens (der 2013 in London verstarb). Er hielt hier in Oakley eine Rede und traf erstmals mit zwei Männern von der Gegenseite zusammen: John Woolley, der damalige Dorfpolizist von Brill, der am 13. August zusammen mit Sergeant Ron Blackman als erster die Leatherslade Farm aufsuchte und dort die leeren Postsäcke fand, und John Maris, ein Landarbeiter, der der Polizei den entscheidenden Hinweis auf die merkwürdigen Vorgänge auf der Farm gab.
Zu sehen waren bei dem Treffen in Oakley auch der Lastwagen mit dem die Postsäcke abtransportiert wurden, der Lotus Cortina (das Auto mit dem Kennzeichen BMK 723A wurde für rund £100 000 verkauft) mit dem Bruce Reynolds vor dem Überfall unterwegs war, um die Lage zu erkunden, originale Postsäcke und Besteck, das die Räuber auf der Leatherslade Farm benutzten.

Die späteren Eigentümer der Farm wollten mit der ganzen Sache nichts zu tun haben und scheuten jede Aufmerksamkeit; das Farmhaus wurde abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt.

Siehe auch meinen Blogeintrag über die Neuverfilmung des Stoffes durch die BBC.

Die Leatherslade Farm bei Oakley (Buckinghamshire).   © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Leatherslade Farm bei Oakley (Buckinghamshire).
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Dieser Weg führt zur Leatherslade Farm und wurde von den Postzugräubern benutzt.   © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dieser Weg führt zur Leatherslade Farm und wurde von den Postzugräubern benutzt.
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Published in: on 30. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Edward „The Boy Jones“ – Der Teenager, der Queen Victoria im Buckingham Palast an die Wäsche wollte

Der Londoner Buckingham Palast - Ziel des Stalkers Edward Jones.   © Copyright Graham Robson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Londoner Buckingham Palast – Ziel des Stalkers Edward Jones.
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Als es Michael Fagan am 9. Juli 1982 gelang, bis in das Schlafzimmer von Königin Elizabeth vorzudringen, ohne dass es die Sicherheitsleute des Buckingham-Palastes mitbekamen, ging diese Meldung durch die Welt und zeigte eklatante Sicherheitslücken im royalen Schutz auf.

Rund 150 Jahre früher war es einem 14-jährigen Jungen aus London gleich dreimal geglückt, die damals noch laxeren Sicherheitsvorkehrungen des Palastes zu umgehen. Edward Jones (1824-1893) spazierte an einem Tag im Dezember 1838 als Schornsteinfeger verkleidet (manche Quellen sagen, er sah lediglich furchtbar schmutzig aus) in den Buckingham-Palast, setzte sich auf den Thron, ging in die Privatgemächer Queen Victorias und stahl ihre Unterwäsche, dann versteckte er sich im Ankleideraum unter einem Sofa, wo er schließlich entdeckt und aus dem Palast entfernt wurde. In der anschließenden Gerichtsverhandlung stieß er auf einen sehr nachsichtigen Richter, der das Ganze als Teenagerspaß ansah und Edward „The Boy Jones“ freisprach.

Zwei Jahre später, im Dezember 1840, wiederholte der Junge eines Nachts seine Eskapaden im Palast, wanderte mehrere Stunden durch die Räume, belauschte eine Unterhaltung der Königin mit ihrem Mann und wurde dann geschnappt. Dieses Mal erhielt er eine Strafe von drei Monaten. Die Öffentlichkeit war damals entsetzt und fragte sich wie es möglich sein konnte, dass ein 16-jähriger Nichtsnutz so ohne weiteres in einen königlichen Palast eindrang.

Es dauerte nicht lange, bis Edward, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war, zum dritten Mal in den Buckingham Palast einbrach. Er versorgte sich in der königlichen Küche mit kaltem Fleisch und Kartoffeln und verspeiste das alles genüsslich in der Picture Gallery, wo er dann erneut aufgegriffen und den Behörden übergeben wurde. Wieder erhielt „The Boy Jones“ eine dreimonatige Gefängnisstrafe aufgebrummt.

Mittlerweile war der erste königliche Stalker zu einer Berühmtheit im Land geworden, den die Regierung so schnell wie möglich los werden wollte. Man verfrachtete ihn in die Royal Navy, wo er sechs Jahre zubringen musste (ohne dass ein Richter das angeordnet hatte) und transportierte ihn schließlich, nachdem er wieder wegen Einbruchs verhaftet worden war, nach Australien. Wie ein Bumerang kam er erneut nach England zurück, machte sich wieder einiger Verbrechen schuldig, wurde eingesperrt und ging auf Einladung seines Bruders, dieses Mal freiwillig, nach Australien zurück. Eine Zeit lang diente Edward Jones in der Stadt Perth im Westen Australiens als „town crier“, er verfiel dem Alkohol und starb am 26. Dezember 1893 in Bairnsdale, nachdem er sturzbetrunken von einer Brücke gefallen war. In Bairnsdale wurde Jones auch begraben, dort erinnert auf dem Friedhof eine Plakette an ihn, worauf irrtümlich steht „Transported to Australia in 1840 for breaching security at Windsor Castle„. Sein Vorname wird auf der Plakette auch mit Thomas statt mit Edward angegeben.

Jan Bondeson hat ein Buch über den Fall geschrieben: „Queen Victoria’s Stalker: The Strange Story of the Boy Jones“ (Amberley Publishing 2010. 160 Seiten. ISBN  978-1445606972).
Der Spielfilm „The Mudlark“ (dt. „Der Dreckspatz und die Königin“), mit Alec Guinness und Irene Dunn, der 1950 in die Kinos kam, wurde von den Eskapaden des Boy Jones inspiriert. Hier ist der Trailer.

Die Erinnerungsplakette auf dem Friedhof von Bairnsdale in Australien. Author: ALFAMAX1 This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die Erinnerungsplakette auf dem Friedhof von Bairnsdale in Australien.
Author: ALFAMAX1
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Stanley Kubricks Film „The Shining“ – Einige Anmerkungen

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im allgemeinen bringt man den im Jahr 1980 gedrehten Horrorfilm „The Shining“ mit den USA in Verbindung, spielt er doch in den Bergen von Colorado im Overlook Hotel. Die meisten Szenen dieses Films wurden aber in Hertfordshire in England gedreht, in den Elstree Studios an der Shenley Road in Borehamwood. Die Außenaufnahmen zeigen die Timberline Lodge am Mount Hood in Oregon, aber alle Innenaufnahmen, die Schneeszenen hinter dem Hotel und im Labyrinth wurden alle in den Elstree Studios gedreht. Da es in dieser Region Englands selten schneit, verwendete man hier künstlichen Schnee. Die Elstree Studios nördlich von London zählen zu den bedeutendsten Filmproduktionsstätten im ganzen Land. Welche Filme hier alle gedreht wurden, zeigt diese Zusammenstellung.

Der Regisseur des großartigen Films „The Shining“, Stanley Kubrick, wohnte gar nicht weit entfernt von den Elstree Studios, im Childwickbury Manor, am Ortsrand von St Albans, ebenfalls in Hertfordshire. Hier lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1999 und hier ist er auch begraben worden. Im Childwickbury Manor, einem riesigen, 18 Schlafzimmer umfassenden Anwesen ging Stanley Kubrick die Szenen des Films immer wieder durch und hier erhielt der auch seinen letzten Feinschliff. Kubricks deutsche, in Braunschweig geborene Ehefrau Christiane lebte nach dem Tod ihres Mannes weiterhin in dem Haus in Hertfordshire.

Ein Schauspieler, der zwar nur eine kleine Rolle in „The Shining“ hatte, gefiel mir besonders gut: Philip Stone, der den ehemaligen Hausmeister des Hotels Delbert Grady spielte bzw. den Ober in der Bar des Cold Rooms, mit dem Jack Torrance (Jack Nicholson) zusammenstieß. Er spielt die Rolle großartig! (Hier ist die „bathroom Scene“ zu sehen und hier die „pantry Scene“, in der Delbert Grady/Philip Stone nur zu hören ist). Stone wurde 1924 in einem Vorort von Leeds geboren und starb 2003 im Alter von 79 Jahren in London. Seinen letzten Filmauftritt hatte er 1993 in Peter Greenaways „The Baby of Mâcon“ (dt. „Das Wunder von Mâcon“), wo er die Rolle des Bischofs spielte (hier ist ein Filmausschnitt).

Delbert Gradys Töchter, die er in einem Anfall von Wahnsinn erschlug, und die Jacks Torrances Sohn Danny in einer gruseligen Szene zum Spielen auffordern („Come and Play with us, Danny, forever, and ever, and ever“), wurden von den beiden zehnjährigen Londoner Zwillingen Lisa und Louise Burns gespielt (hier ist die Szene zu sehen). Lisa ist heute Rechtsanwältin, Louise ist Wissenschaftlerin. Die beiden Mädchen hatten sich damals nach Fertigstellung von „The Shining“ den Film nicht angesehen, das taten sie erst zwölf Jahre später. Beim Treffen einiger Mitglieder des Produktionsstabs in den Elstree Studios aus Anlass des 35. Jahrestages des Bestehens des Films waren auch die Grady-Töchter anwesend.

Hier in Borehamwood in Hertfordshire wurden die meisten Szenen von "The Shining" gedreht.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Borehamwood in Hertfordshire wurden die meisten Szenen von „The Shining“ gedreht.
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Childwickbury Manor, wo Stanley Kubrick bis zu seinem Tod lebte. Author: AnemonePrjectors. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

Childwickbury Manor, wo Stanley Kubrick bis zu seinem Tod lebte.
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Published in: on 28. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Spukorte – Thornton Abbey in Lincolnshire

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Viel ist von der Thornton Abbey in Lincolnshire nicht erhalten geblieben, die wie so viele andere auch durch die „Dissolution of the Monasteries“, der Auflösung der englischen Klöster durch Order Heinrichs VIII., betroffen war. Heute kümmert sich der English Heritage um die Instandhaltung der alten Mauern. Zwischen den Ruinen und dem Gatehouse grasen Schafe, die aber wohl kein allzu großes Interesse an den alten Gemäuern haben. Das beeindruckende Gatehouse erinnert  ein wenig an den Layer Marney Tower in Essex, über den ich in meinem Blog einmal geschrieben habe.

Immer wieder berichteten Besucher der Thornton Abbey von unheimlichen Begegnungen auf dem Gelände. Einige bekamen plötzlich einen Stoß in den Rücken versetzt, einige erzählen von eigenartigen Schatten in den Ecken der Ruine und von wispernden Stimmen. Verantwortlich dafür könnte Thomas de Gretham sein, ein Abt aus dem 13. Jahrhundert, dem man nachsagte, dass er der Schwarzen Kunst nachging, und der sich in ein junges Mädchen namens Heloise verliebt hatte. Als die Affäre bekannt wurde, ließ ihn sein Vorgesetzter zur Strafe in ein Zimmer in der Abtei einmauern, so dass der arme Mann dort einsam und allein dahinsiechte und schließlich starb. Bei Bauarbeiten in den 1830er Jahren stieß man auf ein Geheimzimmer, in dem man das Skelett eines Mannes in einer Mönchskutte fand. Waren das die sterblichen Überreste von Thomas de Gretham?
Heloise starb bald nach dem mysteriösen Verschwinden ihres Geliebten an gebrochenem Herzen und wurde auf dem Anwesen ihrer Familie beerdigt.

Dieser Film vermittelt einen ersten Eindruck von der Atmosphäre der Thornton Abbey und des Torhauses und dieser Film zeigt das Gelände aus einer anderen Perspektive, von einem Quadcopter aus aufgenommen.

Thornton Abbey liegt rund drei Kilometer von der Mündung des Flusses Humber entfernt an der College Road, die von East Halton nach Barrow-upon-Humber führt. Hier sind die Öffnungszeiten zu finden.

Das imposante Gatehouse.    © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das imposante Gatehouse.
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Published in: on 27. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Hertford in Hertfordshire und die Zahnbürsten

Die ehemaligen ADDIs_büros an der Ware Road in Hertford.   © Copyright Rob Candlish and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die ehemaligen ADDIS-Büros an der Ware Road in Hertford.
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Gestern schrieb ich in meinem Blog über die Bedeutung der Stadt Lincoln für die Entwicklungsgeschichte des Panzers; eine ähnliche Bedeutung für einen wesentlich friedlicheren Gegenstand des täglichen Lebens hatte einmal die Stadt Hertford, nördlich von London, für die Massenproduktion der Zahnbürste.
William Addis (1734-1808) hatte im Newgate-Gefängnis mit der Herstellung einer Zahnbürste experimentiert und nach seiner Entlassung gründete er 1780 in London eine Firma, die diese Gegenstände für die Zahnhygiene herstellte und vertrieb, mit großem Erfolg. Die Firma entwickelte die Zahnbürste im Laufe der Jahrzehnte ständig weiter und führte neue Produktionsmethoden ein. Im Ersten Weltkrieg erhielt ADDIS einen Großauftrag von der Armee, die ihre Soldaten mit Zahnbürsten ausstattete.

Im Jahr 1920 übernahm die Firma die Steam Laundry an der Ware Road in Hertford und konvertierte sie in Produktionshallen, in denen sie weit über eine Million Zahnbürsten pro Jahr anfertigte. 1935 wurde eine neue Fabrik mit Bürogebäuden, ebenfalls an der Ware Road in Hertford, gebaut, entworfen von Douglas Hamilton. In den 1930er Jahren waren diese Gebäude schon aufsehenerregend und sie sind es noch heute. Die Fabrikanlagen sind zwar alle verschwunden und haben Platz für neue Apartmentgebäude machen müssen, aber die Bürotrakts stehen immer noch und sind mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt worden. 1993 hatte sich ADDIS aus Hertford zurückgezogen, drei Jahre später wurde die Firma, die sich bis dahin über viele Generationen hinweg in Privatbesitz gefunden hatte, verkauft. In keiner anderen Stadt des Vereinigten Königreichs wurden so viele Zahnbürsten produziert wie in Hertford. Der Firmenname ADDIS existiert noch; das Sortiment hat sich allerdings erheblich erweitert.

Als sich ADDIS von der Stadt verabschiedete, übergab sie ihre riesige Zahnbürstensammlung an das Museum von Hertford, das damit über die größte Sammlung dieser Art im ganzen Land verfügt. 6000 Exponate sind hier vereint, beginnend mit Exemplaren aus dem 18. Jahrhundert. Wer sich dafür interessiert, sollte sich in die Straße Bull Plain Nummer 18 in Hertford begeben, wo das Museum zu finden ist. Die Ware Road, an der die ehemaligen ADDIS-Gebäude stehen, ist die A119, die von Hertford in die Nachbarstadt Ware führt.

Das Hertford Museum in der Bull Plain 18.    © Copyright Chris Reynolds and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Hertford Museum in der Bull Plain 18.
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Published in: on 26. März 2016 at 02:00  Comments (2)  

Das Lincoln Tank Memorial in Lincoln, der Geburtsstadt der Panzer

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Auf dem Tritton Road Roundabout in der Neustadt von Lincoln in Lincolnshire findet man ein Denkmal, das einen im entstehen begriffenen Panzer zeigt, an dem mehrere Männer und Frauen herumwerkeln. „Lincoln – Birthplace of the Tank“ kann man auf dem Fundament lesen und tatsächlich sind die ersten Panzer in dieser Stadt entstanden. Die im Ort ansässige Firma William Foster & Co. wurde im Jahr 1915 von der britischen Regierung damit beauftragt, ein gepanzertes Fahrzeug zu entwickeln, das in der Lage war, auf den Schlachtfeldern des Kontinents Schützengräben zu überqueren. Um diesen Auftrag zu erfüllen, setzten sich drei Männer zusammen: Sir William Tritton, der Vorstandschef der Firma William Foster, Major Walter Gordon Wilson vom Royal Naval Air Service und William Rigby , Chefkonstrukteur der in Lincoln ansässigen Firma. Sie trafen sich zu ihren Gesprächen immer im White Hart Hotel (ich berichtete in meinem Blog über meinen Aufenthalt dort) in der Altstadt von Lincoln in einem Raum im ersten Stock, der noch heute als The Tank Room für Meetings zur Verfügung steht. Hier also schlug die Geburtsstunde des Panzers, der im Ersten Weltkrieg und in vielen anderen späteren Kriegen eine wichtige Funktion erfüllte.

Das Lincoln Tank Memorial auf dem Kreisverkehr an der nach einem der drei Entwickler benannten Tritton Road wurde 100 Jahre später eingeweiht, ganz in der Nähe, wo sich früher einmal Foster’s Wellington Foundry befand, die Produktionsstätte der Panzer. Das Denkmal zeigt einen im Bau befindlichen Mark1-Panzer, Arbeiter und Arbeiterinnen (die sogenannten „munitionnettes“) und die drei Erfinder Tritton, Wilson und Rigby. Das am 10. Mai 2015 feierlich eingeweihte Memorial kostete £75,000, eine Summe, die überwiegend durch Spenden aufgebracht wurde. Das Design stammt von Robin Wheeldon aus Lincolnshire, der vor allem durch seine Gemälde mit Farmszenen auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Idee dazu hatte Michael Credland von den Friends of the Lincoln Tank.

William Foster & Co., eine Firma, die eigentlich auf die Produktion von Landmaschinen spezialisiert war, existiert schon lange nicht mehr. Einer ihrer Panzer ist heute im Museum of Lincolnshire Life an der Barton Road zu besichtigen.

Hier sind Bilder von der Einweihung des Denkmals und hier ein sehr interessanter Film „The Birthplace of the Tank“.

Die drei "Panzer-Väter" Tritton, Rigby und Wilson.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die drei „Panzer-Väter“ Tritton, Rigby und Wilson.
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Zwei "munitionnettes".   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zwei „munitionnettes“.
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The White Hart Hotel in Licoln.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The White Hart Hotel in Licoln.
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Susan Maughan – Ein One Hit Wonder aus den 1960er Jahren

Wer kennt die Sängerin Susan Maughan heute noch? Ich vermute, dass sich nur wenige Oldie-Fans an die heute 77 Jahre alte Sängerin erinnern können, die in den 1960er Jahren einige Singles in den britischen Charts unterbringen konnte. Ihr einziger großer Erfolg war „Bobby’s Girl“ aus dem Jahr 1962; die Single schaffte es auf Platz 3 der UK Charts.

Damals war es gang und gäbe, dass Songs, die in den USA erfolgreich waren, in einer britischen Coverversion auf den Markt kamen; das war auch bei „Bobby’s Girl“ der Fall, das ursprünglich von der 18-jährigen Marcie Blane gesungen wurde und ebenfalls ein One Hit Wonder war, denn danach kam nichts Nennenswertes mehr von ihr. Hier ist Marcies Originalversion zu hören.

Susan Maughan wurde am 1. Juli 1938 in Consett im County Durham geboren, in der Stadt, in der mehr als 16 Jahre später Rowan „Mr. Bean“ Atkinson zur Welt kam (ich berichtete in meinem Blog darüber). Ihre Großeltern führten dort das Burton Hotel und ihre Eltern den Castleside Working Men’s Club. Zur Schule ging sie in die Medomsley Road Primary School. Nachdem Susan 1953 als Teenager nach Birmingham  umgezogen war, engagierte sie sich im Musikbusiness, sang in der Band von Ronnie Hancock und erhielt 1961 einen Plattenvertrag in London. Ihre erste veröffentlichte Single war „Mama Do The Twist“ im Jahr 1961. An den Erfolg von „Bobby’s Girl“ konnte sie nicht mehr anknüpfen, die folgenden Singles wie „Hand a Handkerchief to Helen“ und „She’s New to You“ schafften es nur noch auf mittlere Plätze in den Charts oder erreichten die Top 100 gar nicht mehr. 1966 hörte man noch einmal von Susan Maughan, als sie die Titelmelodie zu dem Film „Where the Bullits Fly“ aufnahm (hier zu hören), die ein wenig an James Bond Filme erinnert.

1974 ging sie noch einmal ins Studio und nahm den Song, „Time (Is Such A Funny Thing)“ auf, den ich ganz hörenswert finde.

Published in: on 24. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Diagram Prize Winner 2016: „Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford

Im Mai 2011 schrieb ich in meinem Blog schon einmal über den witzigen Diagram Prize, der jedes Jahr von der britischen Fachzeitschrift Bookseller für den ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres vergeben wird. Vor wenigen Tagen wurde der 38. Preisträger verkündet, der sich gegen seine Konkurrenten aus der Shortlist durchsetzen konnte. Hier ist zuerst einmal die Shortlist für das Jahr 2016:

Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford
Reading from Behind: A Cultural History of the Anus“ von Jonathan Allan
Transvestite Vampire Biker Nuns from Outer Space: A Consideration of Cult Film“ von Mark Kirwan-Hayhoe
Soviet Bus Stops“ von Christopher Herwig
Reading the Liver: Papyrological Texts on Ancient Greek Extispicy“ von William Furley und Victor Gysembergh
Behind the Binoculars: Interviews with Acclaimed Birdwatchers“ von Mark Avery und Keith Betton
Paper Folding with Children“ von Alice Hornecke

And the winner is… „Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford, im November im Verlag Fantom Films Limited erschienen. Dabei handelt es sich um eine biografische Darstellung der Comedy-Truppe „Wilson, Keppel and Betty„, die vor allem in den 1930er Jahren internationale Erfolge feiern konnte. Die Truppe bestand aus Jack Wilson (1894-1970), Joe Keppel (1894-1977) und Betty Knox (1906-1963), ein Engländer, ein Ire und eine US-Amerikanerin. Die drei Varieté-Künstler zogen durch die Welt und wurden vor allem durch ihre ägyptisch inspirierten Auftritte bekannt, zum Beispiel durch den „Sand Dance„, den man sich in diesem Clip ansehen kann.

Wie kam es nun zu dem Buchtitel von Alan Stafford? Wilson, Keppel and Betty traten 1936 einmal in einer Show in Berlin auf, die auch von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels besucht wurde. Der nahm Anstoß an der Bekleidung der Künstler, die meist aus kurzen Röcken bestand, und er war der Meinung, dass die zur Schau gestellten nackten Beine der Drei die Moral der Hitlerjugend untergraben würde, daher war der Auftritt „Too Naked for the Nazis“.

Alan Stafford: Too Naked for the Nazis: Wilson, Keppel and Betty“. Fantom Films Limited. ISBN 978-1781961490.

Published in: on 23. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die kleinste Polizeistation Großbritanniens steht am Trafalgar Square in London

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Am südöstlichen Rand des Londoner Trafalgar Squares steht ein kleines Häuschen, in dem die städtische Reinigung alles aufbewahrt, was man denn so zum Fegen und Wischen benötigt. Das war aber nicht der Grund warum man dieses kleine Gebäude im Jahr 1926 errichtet hatte, denn es diente ursprünglich als Polizeistation, in die so gerade ein Londoner Bobby hineinpasste. Dieser Vertreter der Metropolitan Police hatte die Aufgabe, den Platz im Auge zu behalten, der gern, wie der Place de la République in Paris, für Demonstrationen verwendet wurde. Sollte eine dieser Protestversammlungen einmal aus dem Ruder laufen, konnte der Vertreter des Gesetzes in seinem kleinen Büdchen schnell zum Telefon greifen, das direkt mit der Einsatzzentrale in Scotland Yard verbunden war, und Verstärkung herbeirufen. Im gleichen Moment, wenn der Telefonhörer abgehoben wurde, begann ein Licht oben auf der Polizeistation zu blinken, was anderen Polizeibeamten, die sich in der Nähe aufhielten, signalisierte, dass Hilfe benötigt wurde. Ob wohl die schießschartenartigen Aussparungen der Station auch dafür gedacht waren, aus ihr heraus auf die Demonstranten zu feuern?

Heute gehen die Myriaden von Touristen meist achtlos an diesem kleinen Häuschen vorbei; sie sind viel mehr damit beschäftigt, Selfies von sich aufzunehmen, am liebsten auf dem Rücken eines der Trafalgar Square-Löwen sitzend.

Die „Police box“ genannten Polizei-Mini-Stationen waren früher einmal im ganzen Land anzutreffen; eine chronologische Übersicht bietet Peter Darrington in „A History of the British Police Telephone Kiosk“ (hier nachzulesen). CCTV-Kameras haben heute weitgehend die Aufgaben der Stationen übernommen.

Wer sich diese kleine Kuriosität einmal ansehen möchte, die „Police Box“ steht auf dem Trafalgar Square gleich neben der U-Bahnstation Charing Cross und der Statue von Sir Henry Havelock.

Yourparkingspace.com – The Online Parking Marketplace

Mit so einem leerstehenden "Driveway"-Parkplatz lässt sich Geld verdienen.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mit so einem leerstehenden „Driveway“-Parkplatz lässt sich Geld verdienen.
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Jeder, der mit dem Auto in England unterwegs ist, kennt das Problem: Wie finde ich in den oft wuseligen Kleinstädten und erst recht in den Großstädten einen Parkplatz? Am Straßenrand ist meist alles vollgeparkt, die ausgewiesenen Parkplätze etwas abseits nur für Kurzparker vorgesehen. Was mache ich da als Pendler, wenn ich meinen fahrbaren Untersatz für längere Zeit möglichst zentral oder in Bahnhofsnähe sicher abstellen möchte? Es gibt da Möglichkeiten, sich einen Parkplatz online zu bestellen, über Firmen wie „justpark.com“ oder „yourparkingspace.com„.

Charles Cridland gründete 2006 die Online-Plattform „yourparkingspace.com“, nachdem er in London unterwegs war und ihm die vielen leeren Privatparkplätze vor den Häusern auffielen. Die Eigentümer waren mit ihren Autos wahrscheinlich zur Arbeit gefahren, das heißt, die Parkplätze waren den ganzen Tag über unbenutzt. Daraus könnte man doch eine Geschäftsidee machen, dachte sich Mr. Cridland und gründete „yourparkingspace.com“. Dort können leere Parkplätze angeboten bzw. gesucht werden. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligte: Die Vermieter können mit ihren leeren Parkplätzen Geld verdienen, die Parkplatzsucher bekommen für ihr Auto einen sicheren Aufbewahrungsort.

Schnell erwies sich das Online-Portal als Erfolgsmodell und man baute es aus; nicht nur „driveway“-Parkplätze wurden angeboten, sondern auch noch Tiefgaragenplätze und Abstellmöglichkeiten in den Parkhäusern der NCP (National Car Parks).

Die Anwendung des Online-Marktplatzes ist einfach: Ich gebe in die Suchleiste den Namen der Stadt ein, in der ich einen Platz suche, gegebenenfalls in größeren Städten auch den Stadtteil oder die Straße und sofort bekomme ich einen Plan angezeigt, in dem die zurzeit angebotenen Parkplätze markiert sind; daneben ist meist ein Foto davon zu finden und eine exakte Beschreibung (Garage, CCTV-Kameraüberwachung usw.). Mieten kann ich zum Beispiel für einige Stunden, ganze Tage, Wochen oder sogar Monate.

Die Parkplatzkosten variieren natürlich stark, je nach Lage. Bei einer Stichprobe für die Stadt York stellte ich fest, dass die Innenstadtplätze um und bei £100 pro Monat liegen. Abgeschlossene Einzelgaragen sind natürlich teurer.

In London ist man wohl gern bereit, für einen sicheren Parkplatz viel Geld zu bezahlen. In der Park Lane in Mayfair wird zum Beispiel ein Tiefgaragenplatz für £750 pro Monat angeboten.

Bezahlt wird im voraus, „yourparkingspace.com“ erstattet aber den Betrag, falls der Mieter mit dem Platz nicht zufrieden ist.

Ich finde, das ist eine großartige Idee, die das Leben für gestresste parkplatzsuchende Autofahrer leichter macht.

Wer übrigens doch lieber einen eigenen Parkplatz in London haben und diesen kaufen möchte, sollte bei folgendem Angebot schnell zugreifen, das gerade auf den Markt kam: In Hyde Park Gardens, rund 6,50 Meter x 2,40 Meter, für £350 000, unter freiem Himmel, hier zu sehen.

 

Published in: on 21. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Famous Graves – John Locke in High Laver (Essex)

This work has been released into the public Domain.

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John Locke (1632-1704) gilt als einer der der wichtigsten Philosophen seiner Zeit und wird als Vater des Liberalismus bezeichnet, dessen Theorien die amerikanische Verfassung beeinflussten. Sein wichtigstes Werk war „An Essay Concerning Humane Understanding“ (dt. „Ein Versuch über den menschlichen Verstand“), das 1690 erschien.

John Locke wurde am 29. August 1632 in Wrington, östlich von Weston-super-Mare in Somerset geboren, studierte in Oxford und lebte eine Zeit lang in London; doch wirklich wohl fühlte sich der Philosoph in dem kleinen Dorf High Laver in der Grafschaft Essex, wo er bei seinen Freunden Sir Francis Masham und Lady Damaris Masham in deren Haus wohnte. Speziell zur Dame des Hauses pflegte Locke enge Beziehungen, denn auch sie war Philosophin und schrieb u.a. das Buch „A Discourse Concerning the Love of God“. Oates hieß der Wohnsitz der Mashams, in dem Locke einige seiner berühmten Werke schrieb und wo ihn nicht minder berühmte Zeitgenossen wie Isaac Newton besuchten.

Hier in High Laver starb Locke am 28. Oktober 1704 und begraben wurde er auf dem Kirchhof von All Saints, der hübschen Dorfkirche an der Tilegate Road. Außer den angrenzenden Farmgebäuden gibt es hier nur Wiesen und Weiden, der Philosoph kann also auch in seinem Grab noch die ländliche Ruhe genießen. Das Grabmal ist gleich das zweite rechts von der Kirchentür, wenn man auf All Saints zugeht und ist umgeben von einem Eisengitter, das anlässlich des 300. Todestages neu gestrichen wurde. Eine kleine Randbemerkung: John Locke wurde auch in einer Kirche namens All Saints getauft, in Wrington in Somerset.

Auf einer Plakette oberhalb des Grabes steht geschrieben:
In Grateful Memory of
JOHN LOCKE
1632-1704. Who Lies Buried Here.
His Philosophy Guided
The Founders Of
The United States Of America.
Erected By The American And
British Commonwealth Association
Of The United States. 1957.

Ein kleiner Film über das Leben von John Locke findet sich hier.

Mark Goldie von der University of Cambridge schrieb 2004 ein Buch über die Zeit, die Locke bei den Mashams in High Laver verbrachte: „John Locke and the Mashams of Oates„; veröffentlicht vom Churchill College in Cambridge.

High Laver liegt östlich von Harlow und der Autobahn M1 und nördlich der A414. Die Kirche All Saints findet man an der Kreuzung der Tilegate Road mit der High Laver Road. Das Haus Oates, in dem Locke lebte, existiert nicht mehr.

All Saints in High Laver (Essex).   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints in High Laver (Essex).
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All Saints in Wrington (Somerset). Hier wurde John Locke getauft.   © Copyright John Lord and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints in Wrington (Somerset). Hier wurde John Locke getauft.
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Published in: on 20. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Alvin Nicholas: Hidden Britain

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

In einem Land wie England, das über so viele alte Burgen und Häuser verfügt, ist es nicht verwunderlich, dass in diesen Gemäuern auch jede Menge Geheimgänge, versteckte Räume, Priesterlöcher u.a. zu finden sind. Ich selbst habe bei meinem Aufenthalt im The Mermaid Hotel in Rye (East Sussex) in einem Zimmer gewohnt (Dr Syn’s Bedroom), in dem eine Geheimtür hinter einer Bücherwand zu einer Steintreppe führte, die hinter der Bar des Hauses mündete.
Im Billesley Manor Hotel bei Stratford-Upon-Avon hat das Zimmer Nummer 4, der Shakespeare Room, einen Wandschrank, in den eine Falltür integriert ist, die zu einer Geheimkammer führt.

In seinem Buch „Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways“ beschäftigt sich Alvin Nicholas mit diesen mysteriösen baulichen Veränderungen in alten Häusern und listet diese auf. Einige Beispiele:

Das Warwick Castle in Warwick ist geradezu gespickt mit (bisher) verborgenen Räumen und Gängen, zu finden im Caesar’s Tower, Bear Tower und im Clarence Tower.

Auch das Ham House in Surrey kann mehrere Geheimgänge und versteckte Treppen vorweisen, die dazu dienten, dass der Anblick der Dienerschaft nicht die Augen der stolzen Besitzer beleidigten.

Harvington Hall in Worcestershire ist der Ort für alle, die sich für Priesterlöcher interessieren. In keinem anderen Haus in Großbritannien gibt es besser erhaltene „priest holes“, in dem sich früher verfolgte katholische Priester versteckten.

Meine erste Begegnung mit dem Thema „Geheimzimmer“ war vor vielen Jahren im Glamis Castle in Schottland, wo der Guide bei der Führung auf einen mysteriösen Raum aufmerksam machte, der in keinem Buch über Geister fehlen darf und über den schon ausführlich geschrieben wurde.

Viele der von Alvin Nicholas erwähnten Häuser sind zu besichtigen; er gibt jeweils am Ende jeden Beitrags darüber Auskunft. Wer einmal Besichtigungen der etwas anderen Art in England, Wales und Schottland durchführen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient.

Alvin Nicholas: Hidden Britain: Secret Tunnels, Lost Chambers and Unknown Passageways. The History Press 2015. 191 Seiten. ISBN 978-0-7509-5224-8

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn's Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye. Eigenes Foto.

Die Geheimtür hinter dem Bücherschrank in Dr Syn’s Bedroom im The Mermaid Hotel in Rye.
Eigenes Foto.

Das Billesley Manor Hotel.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Billesley Manor Hotel.
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Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Harvington Hall in Worcestershire, das Mekka für Priesterloch-Jäger.
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Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.    © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das unheimliche Glamis Castle in Schottland.
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Charles Clark (1806-1880) – The Bard of Totham

Heybridge Basin am River Blackwater.   © Copyright John Winfield and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Heybridge Basin am River Blackwater.
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Für einen Dichter und Schriftsteller ist es eine tolle Sache, wenn er über ein eigene Druckerpresse verfügt und seine Werke selbst herstellen kann, ohne einen lästigen Verleger mit einbeziehen zu müssen, der erst von der Qualität der literarischen Ergüsse überzeugt werden muss. In dieser glücklichen Lage war im 19. Jahrhundert Charles Clark (1806-1880), der vor allem Gedichte, gern in regionaler Mundart, schrieb, die vielleicht niemals die Verlegerhürde genommen hätten. Zu seinen Werken gehörten u.a. „The Trip to Tiptree or A Lover’s Triumph presented to the Philologist as a specimen of the dialect of the peasantry of Essex“ und „Tiptree Races: All on the heath„, beide 1842 erschienen. Das in den beiden Titeln erwähnte Tiptree ist die Marmeladenstadt in Essex. Essex ist die Grafschaft, in der sich das Leben von Charles Clark vornehmlich abspielte. Geboren wurde er in Heybridge, wo er auch starb, und eine Zeit lang lebte er im benachbarten Great Totham auf Totham Hall, daher wurde er auch The Bard of Totham genannt. Clark verwendete gern Pseudonyme wie Malthus Merryfellow und Doggrel Drydog.

Der leicht exzentrische Schriftsteller beschäftigte sich auch mit Luftballons, an denen er seine Adresse befestigte und losfliegen ließ. Er freute sich immer sehr, wenn jemand den Ballon fand und ihn daraufhin kontaktierte. Manchmal versah er die Ballons mit seinen literarischen Erzeugnissen, eine Art Werbung für sich und seine Gedichte.

Great Totham Hall gibt es noch heute (es ist in Privatbesitz). Heybridge liegt direkt neben Maldon im Mündungsbereich des River Blackwater. Begraben wurde der heute weitgehend in Vergessenheit geratene Dichter in der St Andrew’s Church in Heybridge.

Alan Brignull hat 1990 eine Biografie über Charles Clark veröffentlicht mit dem Titel „Charles Clark: The Bard of Totham. Presenting Pieces, Poems and Biographical Bits, Pertaining to a Particular Printing Personage of the Past“ (The Hedgehog Press).

Hier
ist ein Beispiel für seine Art der Poesie. Ein sehr interessanter Blog „Finding Charles Clark“ beschäftigt sich ausführlich mit dem Dichter.

Hier in Great Totham lebte und schrieb Charles Clark einige Jahre lang.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in Great Totham (Essex) lebte und schrieb Charles Clark einige Jahre lang.
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St Andrew's Church in Heybridge (Essex).   © Copyright Peter Stack and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Andrew’s Church in Heybridge (Essex). Hier wurde Charles Clark begraben.
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Published in: on 18. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Radcliffe Road in West Bridgford (Nottinghamshire) – Die erste asphaltierte Straße der Welt

Die Radcliffe Road in West.   © Copyright John Sutton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Radcliffe Road in West Bridgford.
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Wir sind heute schon wieder in West Bridgford in Nottinghamshire, der Ort, über den ich vor wenigen Tagen in Zusammenhang mit dem Tuneless Choir berichtete. Die Haupttrasse, die durch die Stadt führt, ist die Radcliffe Road, und diese Straße ist einmalig in der Welt, denn sie ist die erste, deren Fahrbahndecke aus Asphalt bestand.

Es begann alles damit, dass der Landvermesser von Nottingham, ein Waliser namens Edgar Hooley, eines Tages im Jahre 1901 in Denby in Derbyshire spazieren ging. Dabei kam er an einem Eisenwerk vorbei, und ein Stück des Weges, das daran entlangführte, war wunderbar glatt und ebenmäßig. Mr. Hooley erkundigte sich vor Ort wie man das denn hinbekommen hat und erfuhr, dass ein mit Teer gefülltes Fass von einem Wagen heruntergefallen und aufgeplatzt war. Um die Schweinerei zu beseitigen, hatte man Schlacke von dem Eisenwerk darauf geschüttet und siehe da, der bisher schlammige und unbefestigte Weg war auf einmal trocken und fest. Edgar Hooley begann zu grübeln und als er wieder zuhause war, experimentierte er mit den in Derbyshire gesehenen Zutaten, verbesserte die Mischung noch und meldete ein Jahr darauf ein Patent an. Um seine Idee gleich in die Tat umzusetzen, suchte er sich ein acht Kilometer langes Straßenstück, die Radcliffe Road, aus und ließ es mit seiner Spezialmischung versehen. Ein toller Erfolg, über den wohl nur die damaligen Reifenhersteller nicht so begeistert waren, denn die neue Fahrbahndecke schonte die Reifen der Fahrzeuge, die sonst auf den schlechten Straße nur eine kurze Lebensdauer hatten.

Edgar Hooley gründete eine eigene Firma, die Tar Macadam Syndicate Ltd, die den Straßenasphalt herstellte, doch er war nicht der geborene Geschäftsmann, und als er ein Angebot von Sir Alfred Hickman bekam, Eigentümer einer Stahlfabrik, bei der viel Schlacke anfiel, verkaufte er die Firma wieder. Sir Alfred verdiente eine Menge Geld mit der Herstellung des neuen Straßenpflasters, Mr. Hooley dagegen verlor das Interesse an seiner Erfindung und konzentrierte sich stattdessen auf seine militärische Laufbahn. 1942 starb er im Alter von 81 Jahren in Oxford.

Wer heute die Radcliffe Road in West Bridgford befährt, dürfte wohl kaum daran denken, dass sie in der Geschichte des Straßenbauwesens einmal eine große Rolle gespielt hat.

Da ich nun schon zum zweiten Mal binnen weniger Tage über West Bridgford berichtet habe, ist hier ein Film zum näheren Kennenlernen.

„First Shop In The World!“ in Greenwich (Greater London)

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Wenn man im Osten Londons, im Stadtteil Greenwich, spazieren geht oder aus dem National Maritime Museum kommt und den King William Walk entlangschlendert, passiert man den Pub Kings Arms, es folgt ein vietnamesisches Restaurant und dann steht man plötzlich an der Ecke Nelson Road vor einem Laden, der sich „First Shop In The World!“ nennt. Unwillkürlich denkt man, dass es sich hierbei um den ältesten Laden der Welt handelt – weit gefehlt. Aber wenn man sich daran erinnert, wo man gerade ist, fällt der Groschen. Greenwich, Nullmeridian, genau: Vom Nullmeridian aus gesehen, der ganz in der Nähe verläuft, ist dieses Geschäft in Richtung Westen tatsächlich das erste in der Welt.

Nauticalia“ ist der eigentliche Name des Ladens und damit auch jeder versteht, was mit dem „First Shop In The World!“ gemeint ist, stehen die exakten Längenangaben gleich dabei: 00’00.4′ W, also: Null Grad, Null Minuten, 4 Sekunden West.

Nauticalia“ ist eine Kette von 10 Läden, die über ganz England verteilt sind, in denen man alles kaufen kann, was im weitesten Sinne mit Schifffahrt zu tun hat: Schiffsglocken, Deckschuhe, wasserdichte Uhren, Teleskope, um nur einige Beispiele aus dem riesigen Angebot zu nennen. Hier im Laden in Greenwich kann man auch das wichtigste kaufen, was man an Bord eines Schiffes braucht: Alkoholika; zum Beispiel eine Flasche Black Tot Rum für £610 mit 54% Alkoholgehalt.

Keith West: Excerpt From „A Teenage Opera“

Mark Wirtz, der Schöpfer der "Teenage Opera". This work is released into the public domain

Mark Wirtz, der Schöpfer der „Teenage Opera“.
This work is released into the public domain

Der 1943 geborene Keith West ist ein Beispiel dafür, was man in der Musikbranche „One Hit Wonder“ nennt, also einen Sänger, eine Band, die mit einem Musikstück großen Erfolg haben und dann von der Bildfläche verschwinden.

A Teenage Opera“ war ein in den 60er Jahren von dem Produzenten Mark Wirtz geplantes Rockmusical, das aber aus finanziellen Gründen in der Planung stecken blieb und nie beendet wurde. Das einzige, was an dieses Projekt noch erinnert, ist jenes von Keith West gesungene „Excerpt from A Teenage Opera„, auch als „Grocer Jack“ bekannt, das 1967 in den Charts vieler europäischer Länder zu hören war. In dem Lied geht es um den alten Krämerladenbesitzer Jack, den alle sehr vermissen, nachdem er gestorben ist.

Eigentlich wollte die Plattenfirma EMI diesen Song nicht veröffentlichen. Als Mark Wirtz den Titel den Verantwortlichen vorspielte, erhielt er ein klares „Daumen-nach-unten“. Ihnen war er mit vier Minuten viel zu lang und dann störten sie die Kinder. Nach ihrer Meinung würde kein Mensch eine Rock-Platte kaufen auf der Kinder mitsingen. Die EMI-Leute weigerten sich, die Platte zu veröffentlichen. Das war aber Gott sei Dank nicht das Ende vom „Grocer Jack“, denn es gab 1967 ja noch die vor der Küste Englands liegenden Piratensender. Von einem der umgebauten Schiffe strahlte Radio Caroline sein Musikprogramm aus, und einer der DJs an Bord war John Peel (s. dazu meinen Blogeintrag über ihn) Als er die Demoplatte zum ersten Mal hörte, war er davon so begeistert, dass er sie sofort über den Äther nach draußen schickte. Wie Mark Wirtz in „The Story Behind The Teenage Opera“ schreibt, glühten sofort danach die Telefone im Sendestudio und die Hörer wollten, dass der Song immer wieder gespielt werden sollte. Dieser „Über-Nacht-Erfolg“ von „Excerpt From A Teenage Opera“ führte dazu, dass EMI die Single sofort auf den Markt brachte und diese international zum großen Hit wurde. In 16 Ländern stand sie auf Platz 1.

Hier ist „Excerpt From A Teenage Opera“ zu hören.

Published in: on 15. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Baddesley Clinton in Warwickshire

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Vor ca fünf Jahren veröffentlichte der National Trust eine Liste mit seinen zehn furchterregendsten Gebäuden. Auf den Plätze 1-3 standen dabei Ham House in Surrey, The Treasurer’s House in York und Chartwell in Kent, Churchills einstige Residenz. Auf Platz 9 stand das mittelalterliche einsam gelegene Haus Baddesley Clinton in Warwickshire, knapp drei Kilometer nördlich der Autobahn M40.

Die Ursprünge des von einem Wassergraben umgebenen Haus gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Mauern dieses alten Gebäudes haben im Laufe der Jahrhunderte also so einiges mitbekommen, was sich hier abgespielt hat. Es war der Familiensitz der Ferrers, von Anfang des 16. Jahrhundert bis zum Jahr 1940. 1980 übernahm der National Trust Baddesley Clinton und öffnete das Manor House der Öffentlichkeit.

Die Aufnahme des Gebäudes unter die oben erwähnten Top Ten des National Trusts beruht u.a. darauf, dass ein gewisser Nicholas Brome (1450-1517) hier einen brutalen Mord an einem Priester begangen hat. Noch heute, heißt es, spukt der Mörder in der Bibliothek, dort, wo er seine Tat begangen hat. Die Besitzer von Baddesley Clinton waren überzeugte Katholiken und boten damals den verfolgten Priestern in ihrem Haus Schutz. Zu diesem Zweck wurden sogenannte „priest holes“ (ich berichtete in meinem Blog darüber) und Geheimgänge angelegt. Man vermutet, dass Nicholas Owen dafür beauftragt worden war, der sich auf diese architektonische Besonderheit spezialisiert hatte. 1591 kamen diese Verstecke einigen jesuitischen Priestern sehr zunutze, die sich in dem Haus zu einer Geheimkonferenz eingefunden hatten. Priesterjäger bekamen von dem Treffen Wind und wollten Baddesley Clinton durchsuchen, was sie denn auch taten; die Jesuiten konnten sich gerade noch in letzter Minute in den dafür vorgesehenen Verstecken dem Zugriff entziehen.

Nicht nur die Bibliothek ist „haunted“, auch in den Gängen und Fluren will man immer wieder Schritte, Klopfen, Gemurmel und andere unheimliche Geräusche gehört haben. Übernachtungsgäste berichteten von Gestalten, die durch ihr Schlafzimmer schwebten und durch die Wände wieder verschwanden. Der berühmte Geisterjäger Peter Underwood schreibt in seinem Buch „Haunted Gardens“ (Amberley Publishing 2009) von seinen Besuchen in Baddesley Clinton, und Granville Squiers beschäftigt sich in „Secret Hiding Places“ (Cope Press 2010) mit den Verstecken, die in dem Haus angelegt worden sind.

Baddesley Clinton ist das ganze Jahr über geöffnet, sowohl das Haus als auch die Gärten. Der Eintritt kostet £11.50.

Hier ist ein Film über einen Besuch in Baddesley Clinton.

Baddesley Clinton
Rising Lane
Baddesley Clinton, Warwickshire B93 0DQ

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Published in: on 14. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Frank Cooper’s Oxford Marmalade – Geliebt von der Queen und James Bond

Mein in The British Shop in Geesthacht gekauftes Glas. Eigenes Foto.

Mein bei British Shopping in Geesthacht gekauftes Glas.
Eigenes Foto.

Eigentlich müsste Frank Cooper’s Oxford Marmalade Sarah Jane Cooper’s Marmalade heißen, denn Franks Frau war es, die sich 1874 das Rezept dafür ausdachte. In der High Street 83/84 der Universitätsstadt Oxford  wurde der Frühstücksbrotaufstrich hergestellt, und da man in England gern an alles Mögliche mit blauen Plaketten erinnert, erhielt auch die Nummer 83 eine solche mit der Aufschrift:
Sarah Cooper
1848-1932
First made Oxford Marmalade
here in 1874

Auf dem Etikett des Marmeladenglases, das ich bei British Shopping  in Geesthacht gekauft habe, steht zu lesen: „The Oxford Marmalade is inspired by the original Sarah Jane Coopers 1874 recipe, made using a dark seriously intense coarse cut Seville orange marmalade. Sure to appeal to the mature palate of the true marmalade connoisseur„.

Die Marmelade erfreute sich in den Colleges der Universitätsstadt großer Beliebtheit und die Professoren und Studenten, die in die weite Welt hinauszogen, verbreiteten den Ruhm des Cooperschen Brotaufstrichs, woraufhin die Nachfrage immer mehr anstieg und die Produzenten eine größere Fabrik benötigten. Diese bauten sie in Oxford in der Park End Street, gleich beim Bahnhof, so dass die Transportwege kurz waren.
Bis 1967 kam die Oxford Marmalade wirklich aus Oxford, dann wurde die Produktion verlagert, erst nach Wantage (Oxfordshire), dann nach Redditch (Worcestershire). Heute wird sie in Histon in Cambridgeshire hergestellt.
In dem ehemaligen Gebäude in der Park End Street ist heute The Jam Factory untergebracht (hier ist ein Film über das Gebäude), ein cooles „stylishes“ Restaurant. Dort, wo die Marmelade ursprünglich entstand, in der High Street Nummer 84, findet sich ebenfalls ein Restaurant, The Grand Café.

Der Polarforscher Robert Falcon Scott liebte die Marmelade aus Oxford ebenfalls und nahm sie 1910 mit auf seine Antarktisexpedition, die niemand der Teilnehmer überlebte. Nach vielen Jahren fand man eine der  Marmeladendosen im ewigen Eis wieder, die heute im Museum of Oxford zu sehen ist (hier ist ein kleiner Film darüber).
Ein weiterer Fan von Frank Cooper’s Vintage Oxford Marmalade war James Bond, so ist es jedenfalls in Ian Flemings Roman „From Russia With Love“ (dt. „Liebesgrüße aus Moskau“) auf Seite 134 nachzulesen.

Beinahe hätte ich es vergessen: Auch die Queen weiß den Brotaufstrich zu schätzen, und so ist die Firma offizieller königlicher Hoflieferant.

Die Geburtsstätte der Marmelade: Oxford High Street 83/84. Links ist die blaue Plakette zu erkennen.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Geburtsstätte der Marmelade: Oxford High Street 83/84. Links ist die blaue Plakette zu erkennen.
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Hier an der Park End Street in Oxford wurde Frank Coopers Marmelade hergestellt.   © Copyright David Hallam-Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Park End Street in Oxford wurde Frank Coopers Marmelade hergestellt.
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The Big Issue – Die Zeitschrift der Obdachlosen

Ein Big Issue-Verkäufer in York. This work is trleased into the public domain.

Ein Big Issue-Verkäufer in York.
This work is released into the public domain.

Im vorigen Jahr stellte ich in meinem Blog das Buch  „No Fixed Abode – A Journey Through Homelessness From Cornwall To London“ von Charlie Carroll vor, in dem es um Obdachlose im Süden Englands und in London geht. Der Autor begibt sich für eine gewisse Zeit selbst in die Obdachlosigkeit und berichtet in seinem Buch darüber. Vor allem in London ist es sehr schwer, eine Bleibe für die Nacht zu finden.

Um Menschen zu helfen, die kein Dach über dem Kopf haben, gründete John Bird 1991 die Big Issue Foundation, in deren Mittelpunkt die Zeitschrift „The Big Issue“ (hier ist ein Film) steht. Mit dem Verkauf gibt man obdachlosen Menschen die Chance, etwas Geld zu verdienen und damit wieder auf die Beine zu kommen. Das läuft folgendermaßen ab: Die Frauen und Männer, die Interesse an dieser Arbeit haben, werden in ihre Aufgabe eingearbeitet, sie müssen einen Verhaltenscodex unterschreiben und bekommen dann einen Verkaufsplatz in der jeweiligen Stadt zugeteilt. Die Verkäufer erwerben das Magazin für £1.25 und ürfen es für £2.50 verkaufen, zusätzlich erhalten sie einige Freiexemplare.

Unter dem Motto „A Hand Up – Not a Hand Out“ versucht man, diesen Menschen eine sinnvolle Arbeit zu geben und sie vom Betteln abzuhalten. Über 2000 Obdachlose und Langzeitarbeitslose arbeiten zurzeit für The Big Issue und verkaufen von der Zeitschrift pro Woche 100 000 Exemplare. Die Foundation steht ihren Zeitschriftenverkäufern darüberhinaus mit Rat und Tat zur Seite.

Das Magazin ist stolz darauf, mit vielen Prominenten zusammenzuarbeiten; so findet sich in der aktuellen Ausgabe u.a. ein Interview mit dem früheren Bürgermeister von London, Ken Livingstone, und auch Downton Abbey-Schöpfer Julian Fellowes ist mit dabei. Der „Aufmacher“ der Ausgabe ist ein Bericht über die BBC-Serie „Famous, Rich & Homeless„, in der vier bekannte Persönlichkeiten für einige Tage in die Welt der Obdachlosen eintauchen, um hautnah Eindrücke zu sammeln wie es ist, nachts unter freiem Himmel zu schlafen.

Mit dem Kauf einer The Big Issue-Ausgabe tut man also nicht nur Gutes, man bekommt für £2.50 auch noch interessanten Lesestoff. Hier ist ein Film über eine Verkäuferin in London.

 

 

Published in: on 12. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Songs about London – A Foggy Day in London Town

Ein nebliger Tag an der Themse in London.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein nebliger Tag an der Themse in London.
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Seit dem Clean Air Act aus dem Jahr 1956 ist Schluss mit dem ständigen, gesundheitsgefährdenden Nebel in London. Viele Menschen außerhalb Englands assoziieren aber nach wie vor die britische Hauptstadt mit dem „pea souper“ oder „killer fog“ wie der Nebel damals bezeichnet wurde.

George und Ira Gershwin schrieben 1937 ein Lied über so einen „Foggy Day (in London Town)“, der in den Film „A Damsel in Distress“ (dt. „Ein Fräulein in Nöten“) eingebaut wurde. Fred Astaire, der den Song sang, und Joan Fontaine spielten in dem Streifen die Hauptrollen, der auf dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers P.G. Wodehouse beruhte. Die beiden Gershwin-Brüder schrieben das Lied übrigens innerhalb einer Stunde an einem Abend Anfang 1937 in ihrem Haus in Beverly Hills, als George gerade von einer Party zurückkam (und vielleicht etwas angeheitert gerade in der richtigen Stimmung war).

George Gershwin sollte den weltweiten Erfolg seines Liedes nicht mehr miterleben, denn er starb einige Monate, bevor der Film in die Kinos kam. Fred Astaire machte eine Schallplattenaufnahme vom „Foggy Day“, die ihn in die US-amerikanischen Hitparaden brachte; animiert von der Beliebtheit  des Songs nahmen ihn viele weitere Künstler in ihr Repertoire auf wie Frank Sinatra, Mel Tormé und Petula Clark.

George Gershwin, der den Song komponierte. Photographer: Carl Van Vechten. This image is in the public Domain.

George Gershwin, der den Song komponierte.
Photographer: Carl Van Vechten.
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Published in: on 11. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Schwarzkiefer in den Kew Gardens oder Der Blitz schlägt nicht zweimal am gleichen Ort ein – widerlegt

Die von Schicksalsschlägen heimgesuchte Kiefer in den Kew Gardens.   © Copyright Keith Edkins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die von Schicksalsschlägen heimgesuchte Kiefer in den Kew Gardens.
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Corsican Pines, auf Deutsch Schwarzkiefer, auf Latein Pinus nigra, ist eine Kiefernart, die bevorzugt im Mittelmeerraum wächst. Ein Baum dieser Spezies wächst auch in den Royal Botanic Gardens in Kew im Südwesten von London. Der Botaniker Richard Anthony Salisbury brachte den 10 cm hohen Setzling im Jahr 1814 aus dem Süden Frankreichs nach England und pflanzte ihn hier im Park ein. Im Laufe seines etwas mehr als 200jährigen Lebens musste der arme Baum mehr Schicksalsschläge einstecken, als die meisten seiner Artgenossen. Anfang des 20. Jahrhunderts krachte ein Flugzeug in die Krone der Schwarzkiefer und säbelte den oberen Teil ab, so dass sie eine Zeit lang verunstaltet ihr Leben fristen musste. Damit nicht genug: Zweimal schlug auch noch ein Blitz in den Baum ein (zuletzt 1992), was den Spruch widerlegt, dass der Blitz nicht zweimal am gleichen Ort einschlägt.  Damit das nicht ein weiteres Mal passiert, hat man an der Corsican Pine einen Blitzableiter angebracht. Einige Narben als Hinterlassenschaft dieser Naturereignisse kann man heute noch am Stamm des Baumes sehen.

Wer sich die schwer geprüfte Schwarzkiefer einmal ansehen möchte, sie steht ganz in der Nähe der Orangerie, die heute als Restaurant genutzt wird, und ist am besten über das Elizabeth Gate zu erreichen.

Die Corsican Pine im Winter. Author: Kew on Flickr. Creative Commons 2.0

Die Corsican Pine im Winter.
Author: Kew on Flickr.
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Published in: on 10. März 2016 at 02:00  Comments (2)  
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The Tuneless Choir of West Bridgford bei Nottingham

Die All Hallows Church in West Bridgford (Nottinghamshire).    © Copyright Kate Jewell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die All Hallows Church in West Bridgford (Nottinghamshire).
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Am 14. Januar 2016 wurde in der All Hallows Church in der Pierrepoint Road in West Bridgford bei Nottingham ein Chor der besonderen Art gegründet. The Tuneless Choir nennt er sich und Nadine Cooper hatte die Idee dazu. Mitmachen kann in dem Chor jeder, der meint, nicht singen zu können. Der neu gegründete Chor ist ein Sammelbecken für all jene, die gern singen würden, sich aber bisher nicht trauten. An die 100 Mitglieder sind jetzt schon zusammengekommen und man hat sogar schon einige, die für den Chor zu gut waren, gebeten, ihn zu verlassen.

Nadine Cooper musste wohl ein Kindheitstrauma aufarbeiten, denn ihr wurde damals in der Schule mitgeteilt, dass sie sich nicht weiter mit dem Thema „Singen“ beschäftigen sollte, weil sie das einfach nicht könne. Und so muss es wohl vielen anderen auch gegangen sein, die davon überzeugt waren, vollkommen unmusikalisch zu sein. Das trifft aber nur auf ganz wenige zu, meint Nadine Cooper, die meisten können doch etwas Passables zustande bringen. „Sing like no one is listening“ lautet das Motto des Tuneless Choirs, der von Bernie Bracha „gecoacht“ wird und der mittlerweile auch eine eigene Webseite hat und bei Facebook vertreten ist.

Man trifft sich zweimal im Monat in der All Hallows Church zum Üben und wie dieses Video zeigt, hat man viel Spaß dabei. Es fällt allerdings auf, dass die Damen weit in der Überzahl sind. Der Chor singt übrigens keine Kirchenlieder, obwohl der Übungsort eine Kirche ist, man interpretiert lieber Popsongs von Bon Jovi, Wham!, ABBA oder Queen.

Published in: on 9. März 2016 at 02:00  Comments (5)  
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Rushton Hall Hotel in Rushton (Northamptonshire)

   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Es gibt viel reizvolle Country House Hotels in ganz England, von denen ich in meinem Blog über die Jahre einige vorgestellt habe. Ein besonders schönes Exemplar dieser Spezies ist das Rushton Hall Hotel in der Grafschaft Northamptonshire. Über die Triangular Lodge auf dem Gelände des Hotels habe ich in einem früheren Blogeintrag schon einmal geschrieben. Rushton Hall ist ein geschichtsträchtiges Haus; es gehörte eine lange Zeit der Familie Tresham. Thomas Tresham (1534-1605) war der Erbauer der Triangular Lodge, doch es war sein Sohn Francis Tresham (1567-1605), der in die Geschichtsbücher eingegangen ist, denn er war einer derjenigen, die den Gunpowder Plot zu verantworten hatten, durch den das Parlament in London in die Luft gesprengt werden sollte.
Im 19. Jahrhundert gehörte Charles Dickens zu den gern gesehenen Hausgästen auf Rushton Hall, und er soll in seinem Roman „Great Expectations“ (dt. „Große Erwartungen“) den Landsitz Haversham Hall nach dem Vorbild Rushton Hall gezeichnet haben.

Nach mehrfachen Besitzerwechseln gelangte Rushton Hall im Jahr 2003 in die Hände von Valerie Hazelton, die das Haus restaurierte und als 4**** Hotel eröffnete. Wer dort einmal eine Nacht verbringen möchte, der muss nicht ganz so tief in die Tasche greifen wie das bei einigen anderen Country House Hotels der Fall ist. Der Classic Bedroom wird hier bereits ab £170 angeboten, die Four Poster Bedrooms dagegen liegen schon bei ca £400.

Verantwortlich für das Fine Dining Restaurant von Rushton Hall, das mit drei AA-Rosetten ausgezeichnet worden ist und zu den besten von Northamptonshire gehört, ist Küchenchef Adrian Coulthard. In seinem Tresham Restaurant bekommt man abends zum Beispiel ein saisonales Dreigangmenü für £55.

Im Stableyard Spa kann man sich aus zahlreichen Wellnessangeboten das passende aussuchen oder im Hallenbad einige Runden schwimmen.

Rushton Hall liegt nördlich von Kettering zwischen der A6 und der A43 am westlichen Ortsrand von Rushton. Die Zufahrt erfolgt durch zwei Torhäuser von der Desborough Road aus.

Dieser Film zeigt das Country House Hotel von innen und von außen.

Rushton Hall Hotel
Desborough Rd
Rushton, Kettering NN14 1RR

 

 

Published in: on 8. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Village Signs – Gestingthorpe in Essex

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Gestingthorpe ist ein kleines Dorf im Norden der Grafschaft Essex, südwestlich von Sudbury gelegen. Angesichts der Größe der Ortschaft finden sich auf dem Village Sign doch erstaunlich viele Objekte, die auf die Vergangenheit des Ortes hinweisen. Das Dorfschild steht an der Church Road, gegenüber der Kirche St Mary the Virgin, die man in der linken oberen Ecke des Schildes erkennen kann. Neben einem Amboss, der auf die Dorfschmiede hinweist, einem Pflug und einem Pärchen auf der linken Seite, das wohl auf die römische Vergangenheit des Dorfes anspielt, ist die Besonderheit hier die Person in der oberen rechten Ecke, ein dick vermummter Mann, dem es offensichtlich nicht gut geht und der gebückt durch eine Schneelandschaft stapft. Im Hintergrund ist ein Zelt zu sehen. Es handelt sich hierbei um Captain Lawrence Oates, ein Polarforscher, der bei der Antarktis-Expedition unter Führung von Robert Falcon Scott 1912 ums Leben kam. Das britische Expeditionsteam musste feststellen, dass es bei der Erreichung des Südpols von dem Norweger Roald Amundsen geschlagen worden war. Niedergeschlagen machten sich die fünf Männer des Teams wieder auf den Rückweg und gerieten in große Schwierigkeiten, da ihre Nahrungsvorräte zur Neige gingen. Am 17. März 1912 verließ Oates, der an Erfrierungen litt das Zelt der Gruppe mit den in die Geschichte eingegangenen Worten „I am just going outside and may be some time.“ Es war sein Geburtstag, und er wollte dem Team dadurch helfen, dass die verbliebenen Vorräte vielleicht doch noch für die restlichen vier Männer reichten, d.h. er opferte sich für seine Kollegen auf. Leider hat diese heroische Geste nicht zu dem erwünschten Erfolg geführt, da auch die anderen Expeditionsteilnehmer den Tod fanden.

Der Grund dafür, dass wir das Bild von Captain Lawrence Oates auf dem Dorfschild von Gestingthorpe finden, liegt darin, dass der Familiensitz der Oates‘, Gestingthorpe Hall, gleich gegenüber von St Mary the Virgin lag. In der Kirche wurde eine Gedenkplakette für den heldenhaften Sohn des Dorfes angebracht, auf der die folgenden Worte stehen:

In memory of a very gallant Gentleman Lawrence Edward Grace Oates, Captain in the Inniskilling Dragoons. Born March 17 1880. Died March 17 1912. On the return journey from the South Pole of the Scott Antarctic Expedition – when all were beset by hardship, he, being gravely injured, went out into the blizzard to die, in the hope that by so doing he might enable his comrades to reach safety. This tablet is placed here in affectionate remembrance by his brother officers, A.D. 1913„.

Oates‘ Mutter soll bis zu ihrem Tod im Jahre 1937 einmal pro Woche in die Kirche gegangen sein, um die Messingplakette zu polieren. Bereits 1901 hatte sie, aus Dankbarkeit dafür, dass ihr Sohn lebend den Burenkrieg überstanden hatte, eine Glocke von St Mary the Virgin neu gießen lassen.

Dieses sehr schön gestaltete Dorfschild  hat mir besonders gut gefallen.

Published in: on 7. März 2016 at 02:00  Comments (2)  
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„Monument to The Unknown Artist“ – Eine außergewöhnliche Skulptur im Londoner Bankside-Viertel

Bankside ist ein Londoner Distrikt, der zum London Borough of Southwark gehört und südlich der Themse liegt. Vor einem der gläsernen Hochhäuser in der Sumner Street, Bankside Mix genannt, nur ein paar Schritte von Tate Modern entfernt, steht eines der ungewöhnlichsten Monumente, die die britische Hauptstadt zu bieten hat. „Monument to the Unknown Artist„, so die Bezeichnung, sieht auf den ersten Blick aus wie viele andere Statuen auch: Auf einem Sockel steht ein schwarz gekleideter Mann mit einem Pinsel in der Hand. Okay, nichts Besonderes eigentlich und viele eilen an der Figur vorbei. Doch wenn man vor dem Monument stehenbleibt und vielleicht zufällig seine Arme bewegt, dann tut das die Statue auch in der gleichen Weise. Man reibt sich die Augen und glaubt das eigentlich nicht, was man da gerade gesehen hat. Man versucht es erneut…und wieder reagiert die Figur. Wenn gerade niemand in der Nähe ist, bewegt sich die Skulptur auch, dann auf ihre Weise. Hier ist ein Film, der das einmal zeigt. Das Monument ist natürlich kein Zauberwerk; hier wird mit versteckten Kameras gearbeitet, die die Bewegungen der Passanten aufnehmen und die Figur entsprechend steuern. Auf dem Sockel ist ein lateinischer Spruch zu lesen: „Non plaudite modo pecuniam jacite“, was soviel heißt wie „Don’t applaud, just throw money“.

Geschaffen wurde das sechs Meter hohe Monument to the Unknown Artist von der in London ansässigen Künstlergruppe Greyworld und im Jahr 2007 eingeweiht. Andrew Shoben gründete die Gruppe 1993 in Paris („Their goal was to create works that articulated public spaces, allowing some form of self-expression in areas of the city that people can see every day but would normally exclude and ignore“, so die Wikipedia). Weitere sehenswerte Werke der Gruppe sind zum Beispiel der Clockwork Forest im Grizedale Forest im Lake District oder Bloom im Atrium eines Hauses im Londoner Stadtteil Spitalfields.

 

Published in: on 6. März 2016 at 02:00  Comments (4)  
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„The Bloody Miller“ – Eine blutrünstige Ballade aus Shropshire

Die Umgebung von Hogstow in Shropshire. Irgendwo hier muss der Mord stattgefunden haben.   © Copyright Richard Law and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Umgebung von Hogstow in Shropshire. Irgendwo hier muss der Mord stattgefunden haben.
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Als ich mir vor einigen Tagen den Song „Knoxville Girl“ des US-amerikanischen Country-Duos The Louvin Brothers anhörte, die damit 1956 einen Hit landeten, forschte ich einmal über den Ursprung des Songs nach und fand heraus, dass er auf einer englischen Ballade aus dem 17. Jahrhundert basiert, die damals unter dem Titel „The Bloody Miller“ bekannt war.

Worum geht es in der Ballade? Sie soll auf einem wahren Mordfall aus dem Jahr 1683 basieren, der sich in der Grafschaft Shropshire zugetragen hat. Ein Müller aus Hogstow namens Francis Cooper verliebt sich in ein junges Mädchen, Anne Nichols, aus dem benachbarten Ort Westbury. Francis drängt Anne, mit ihm ins Bett zu gehen, was sie denn auch bald tut und, es kommt wie es kommen muss, Anne wird schwanger. Der Vater der jungen Frau besteht darauf, dass ihr Lover sie auch heiraten muss und schickt seine Tochter zur Mühle, damit sie das Francis sagt. Der Vater in spe macht den Vorschlag, dass sie über das Thema erst noch einmal in Ruhe reden sollten und schlägt für das Gespräch einen abgelegenen Ort auf dem Land vor. Dort bringt er die werdende Mutter um und kehrt zur Mühle zurück. Schnell kommt man ihm auf die Spur und Francis Cooper wird für seine Tat am Galgen aufgeknüpft.

1744 erscheint die Ballade erneut in einer etwas veränderten Form unter dem Titel „The Berkshire Tragedy„, es folgen viele weitere Versionen, die irgendwann einmal den Weg über den großen Teich gefunden haben; eine davon wurde schließlich als „Knoxville Girl“ in den 1950er Jahren zu einem große Erfolg der Louvin Brothers.

Gibt es heute noch irgendwelche Spuren des weit zurückliegenden Verbrechens? Nur wenige. Der Ort Hogstow in Shropshire besteht immer noch aus wenigen verstreut liegenden Häusern, südwestlich von Shrewsbury, aber es gibt im benachbarten Ploxgreen an der A488 das Hogstow Mill  Bed and Breakfast, ein Haus aus dem 17. Jahrhundert, das früher einmal als Mühle gedient hat. Hat hier der mörderische Müller seine Bluttat ausgedacht? Es ist sehr wahrscheinlich.

Westbury liegt rund zehn Kilometer von Hogstow entfernt, an der B4386 und B4387. Mitten im Ort liegt die hübsche Dorfkirche St Mary’s, umgeben von uralten Grabsteinen. Hier soll irgendwo das Grab von Anne Nichols gewesen sein, doch die heute noch hier stehenden Steine reichen nicht mehr so weit zurück.

Paul Slade geht in seinem Buch „Unprepared To Die: America’s Greatest Murder Ballads And The True Crime Stories That Inspired Them“ (Soundcheck Books 2015) dem Fall „Knoxville Girl“ noch sehr viel detaillierter nach.

St Mary's in Westbury (Shropshire), wo Anne Nichols begraben wurde.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s in Westbury (Shropshire), wo Anne Nichols begraben wurde.
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Published in: on 5. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Die Camera Obscura im Clifton-Observatorium bei Bristol und die St Vincent’s Höhle

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In der Episode 59 der Krimiserie „Midsomer Murders“, die den Titel „Death in a Chocolate Box„“ (dt. „Geliebt, gejagt, getötet“) trägt, spielt eine Camera Obscura eine Rolle, die für die Dreharbeiten des Films auf dem Village Green von The Lee in Buckinghamshire aufgebaut wurde (ich berichtete in meinem Blog darüber).
Eine richtige und funktionsfähige Camera Obscura findet man oberhalb der Clifton Bridge in Clifton bei Bristol. Untergebracht ist sie oben im Turm des Observatoriums. Ursprünglich war das Gebäude einmal eine Windmühle, die 1777 während eines Sturms zum Teil abbrannte, weil die Flügel derart schnell rotierten, dass eine Überhitzung eintrat. 50 Jahre später zog der Künstler William West (1793-1861) in die Ruine ein, restaurierte sie, stattete das Gebäude mit Teleskopen aus, da er sich sehr für Astronomie interessierte, und baute die Camera Obscura ein. Noch heute kann man sich auf einem „viewing table“ ein 360°-Panoramabild dort oben in dem verdunkelten Raum ansehen, das den Blick von dem Hügel oberhalb von Clifton auf die Umgebung wiedergibt.

William West malte von seinem Observatorium-Wohnhaus aus gern die Landschaft, zum Beispiel in seinem Bild „The Avon Gorge from the summit of the Observatory, Clifton„. Auch Malerkollegen lud West in sein hochgelegenes Observatorium ein, die von hier oben aus ihre Bilder anfertigten.

Weil die Astronomie und das Malen William West offenbar noch immer nicht voll zufriedenstellten, begann er auch noch umfangreiche Grabarbeiten, wodurch ein rund 60 Meter langer Tunnel vom Observatorium aus zur St Vincent’s-Höhle führt. Dort befindet sich 76 Meter über der Avon-Schlucht eine Aussichtsplattform, von der aus man einen wunderbaren Blick auf die berühmte Clifton Bridge hat.

Das Clifton Observatory, die Camera Obscura und die Höhle sind ganzjährig täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Hier sind Luftbildaufnahmen des Observatoriums zu sehen.

Clifton Observatory
Litfield Road
Bristol BS 8 3LT

Das Observatorium und die Aussichtsplattform der St Vincent's Höhle.   © Copyright David Hallam-Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatorium und die Aussichtsplattform der St Vincent’s Höhle.
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Lionel Lukin, der Mann, der durch seine Erfindung zahllose Menschenleben rettete

Der Doctors Pond in Great Dunmow (Essex).   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Doctors Pond in Great Dunmow (Essex).
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Hätte es Lionel Lukin (1742-1834) nicht gegeben, dann wären mit Sicherheit viele Menschen im Meer ertrunken. Warum? Weil er Ende des 18. Jahrhunderts das unsinkbare Seenotrettungsboot erfand. Ursprünglich arbeitete er als Konstrukteur für Kutschen in London, er war Master of the Worshipful Company of Coachmakers, dann wendete er sich jedoch dem Thema „Unsinkbares Boot“ zu und meldete 1785 ein Patent an:“ Improved method of construction of boats and small vessels, for either sailing or rowing, which will neither overset in violent gales or sudden bursts of wind, nor sink if by any accident filled with water„.

Geboren wurde Lionel Lukin am 18. Mai 1742 in Little Dunmow in Essex, manche Quellen geben auch Great Dunmow als Geburtsort an. Im Doctors Pond, einem Teich mitten in Great Dunmow, unternahm er seine Testversuche mit Modellschiffen, die er aus unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Formen baute. Den Teich gibt es noch heute, der seinen ungewöhnlichen Namen wohl von zwei Ärzten erhalten hat, die in ihm Blutegel für medizinische Zwecke hielten.

Sein erstes, richtiges Boot, das Lukin The Experiment taufte, wurde im Ärmelkanal getestet, auf dem es mehrmals bei extrem schlechtem Wetter problemlos hin und her fuhr. Auch Boot Nummer 2, The Witch, erwies sich in den Tests als sehr erfolgreich, aber es dauerte eine ganze Zeit, bis die unsinkbaren Rettungsboote auch angenommen und eingesetzt wurden. Frances Ann of Lowestoft hieß dann das erste speziell für den Rettungseinsatz auf der Nordsee gebaute Boot, mit dem in 50 Jahren mehr als 300 Schiffbrüchige geborgen werden konnten. Dank dafür an den Tüftler aus Great Dunmow, an den man in seinem Geburtsort in Great Dunmow am Doctors Pond mit einer Plakette gedenkt.

Lionel Lukin verbrachte seine letzten Lebensjahre in Hythe (Kent) und ist dort auf dem Kirchhof von St Leonard’s (s. dazu meinen Blogeintrag) begraben. Auf seinem Grabstein steht zu lesen:
This Lionel Lukin was the first who built a lifeboat, and was the original inventor of that principal of safety by which many lives and property have been preserved from shipwreck„.

Falls jemandem der Name des Dorfes Great Dunmow irgendwie bekannt vorkommt, ich habe in meinem Blog einmal über die Tradition des Dunmow Flitch geschrieben.

St Leonard's in Hythe (Kent). Hier liegt Lionel Lukin begraben.   © Copyright C P Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Leonard’s in Hythe (Kent). Hier liegt Lionel Lukin begraben.
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Published in: on 3. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Roger Deakin: Logbuch eines Schwimmers

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Um es gleich vorweg zu sagen: „Logbuch eines Schwimmers“ von Roger Deakin ist ein ganz außergewöhnliches Buch. Manche mögen vielleicht sagen „Wie langweilig!“, andere werden es lieben. Roger Deakin (1943-2006) hat zu Lebzeiten nur dieses eine Buch veröffentlicht, das 1999 bei Chatto&Windus in London unter dem Titel „Waterlog“ erschien; im vergangenen Jahr ließ es der Matthes&Seitz-Verlag in Berlin erstmals übersetzen und obwohl der Preis mit 38 Euro ziemlich hoch angesetzt ist, lohnt sich ein Kauf. Voraussetzung: Man muss an England, an der Natur und am Schwimmen interessiert sein.

Roger Deakin, der einige Dokumentationen für BBC Radio 4 produziert und sich als Umweltschützer einen Namen gemacht hat, wurde in Watford in Hertfordshire geboren und hatte schon immer eine Vorliebe für das Schwimmen. In „Logbuch eines Schwimmers“ macht er sich auf eine Reise, die ihn kreuz und quer durch England führt, mit Abstechern nach Wales und Schottland. Auf dieser Reise möchte er so viele Flüsse, Bäche, Seen, Teiche durchschwimmen wie möglich. Deakin beginnt auf den Scilly-Inseln im äußersten Südwesten Englands, wo er zwischen den Inseln im Meer schwimmt. Weitere Stationen sind u.a. der River Test (ich berichtete in meinem Blog über ihn), wo er dem Houghton Fishing Club in Stockbridge (Hampshire) einen Besuch abstattet, der River Fowey in Cornwall, den er zwischen den Orten Polruan und Fowey an der Mündung ins Meer durchquert (obwohl das nicht erlaubt ist) und der Hell Gill-Wasserfall an der Grenze von Cumbria und North Yorkshire. In London tummelt sich Deakin in den Highgate Ponds auf Hampstead Heath, die in Teiche für Männer, für Frauen und für beide Geschlechter zusammen aufgeteilt sind.

Roger Deakin schreckt so schnell vor nichts zurück; so schreibt er von einem Besuch in Walberswick in Suffolk am ersten Weihnachtstag, an dem er sich in die eiskalten Fluten der Nordsee stürzt. Der Autor hat schon ein sehr besonderes Verhältnis zum Wasser; er empfindet eine tiefe Befriedigung, wenn sein Körper in die Fluten eintaucht (egal wie warm oder kalt sie sind).

Deakin lebte auf der Walnut Tree Farm in Suffolk, am Ortsrand von Mellis Common, südlich von Diss, wo er leider viel zu früh am 19. August 2006 starb. Nach seinem Tod erschienen noch zwei weitere Bücher aus seinem Nachlass: „Wildwood: A Journey Through Trees“ (2007) und “ Notes From Walnut Tree Farm“ (2008).

Mir gefiel das Buch außerordentlich gut, es ist in einem wunderbaren Stil geschrieben und man benötigt sehr viel Muße, um es richtig genießen zu können. Ein ganz großes Kompliment geht an die beiden Übersetzer Andreas Jandl und Frank Sievers, die hier eine großartige Leistung erbracht haben.

Im Jahr 2008 sendete BBC Four eine einstündige Dokumentation „Wild Swimming„, in der sich Alice Roberts (ich kenne sie von der BBC-Serie „Coast„), eine sympathische Wissenschaftlerin der Universität Birmingham, auf die Spuren von Roger Deakin begibt und ebenfalls durch zahlreiche Gewässer schwimmt. Hier ist ein Ausschnitt aus der Sendung.

Roger Deakin: Logbuch eines Schwimmers“. Matthes&Seitz 2015. 387 Seiten. ISBN 978-3-95757-166-3.

Die Mündung des River Fowey in Cornwall zwischen Polruan und Fowey.   © Copyright Oliver Mills and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Mündung des River Fowey in Cornwall zwischen Polruan und Fowey.
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Einer der Highgate Ponds auf Hampstead Heath, die Männerabteilung.   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einer der Highgate Ponds auf Hampstead Heath, die Männerabteilung.
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Der Strand von Walberswick in Suffolk.   © Copyright Roger Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Strand von Walberswick in Suffolk.
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Published in: on 2. März 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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