Baddesley Clinton in Warwickshire

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Vor ca fünf Jahren veröffentlichte der National Trust eine Liste mit seinen zehn furchterregendsten Gebäuden. Auf den Plätze 1-3 standen dabei Ham House in Surrey, The Treasurer’s House in York und Chartwell in Kent, Churchills einstige Residenz. Auf Platz 9 stand das mittelalterliche einsam gelegene Haus Baddesley Clinton in Warwickshire, knapp drei Kilometer nördlich der Autobahn M40.

Die Ursprünge des von einem Wassergraben umgebenen Haus gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Die Mauern dieses alten Gebäudes haben im Laufe der Jahrhunderte also so einiges mitbekommen, was sich hier abgespielt hat. Es war der Familiensitz der Ferrers, von Anfang des 16. Jahrhundert bis zum Jahr 1940. 1980 übernahm der National Trust Baddesley Clinton und öffnete das Manor House der Öffentlichkeit.

Die Aufnahme des Gebäudes unter die oben erwähnten Top Ten des National Trusts beruht u.a. darauf, dass ein gewisser Nicholas Brome (1450-1517) hier einen brutalen Mord an einem Priester begangen hat. Noch heute, heißt es, spukt der Mörder in der Bibliothek, dort, wo er seine Tat begangen hat. Die Besitzer von Baddesley Clinton waren überzeugte Katholiken und boten damals den verfolgten Priestern in ihrem Haus Schutz. Zu diesem Zweck wurden sogenannte „priest holes“ (ich berichtete in meinem Blog darüber) und Geheimgänge angelegt. Man vermutet, dass Nicholas Owen dafür beauftragt worden war, der sich auf diese architektonische Besonderheit spezialisiert hatte. 1591 kamen diese Verstecke einigen jesuitischen Priestern sehr zunutze, die sich in dem Haus zu einer Geheimkonferenz eingefunden hatten. Priesterjäger bekamen von dem Treffen Wind und wollten Baddesley Clinton durchsuchen, was sie denn auch taten; die Jesuiten konnten sich gerade noch in letzter Minute in den dafür vorgesehenen Verstecken dem Zugriff entziehen.

Nicht nur die Bibliothek ist „haunted“, auch in den Gängen und Fluren will man immer wieder Schritte, Klopfen, Gemurmel und andere unheimliche Geräusche gehört haben. Übernachtungsgäste berichteten von Gestalten, die durch ihr Schlafzimmer schwebten und durch die Wände wieder verschwanden. Der berühmte Geisterjäger Peter Underwood schreibt in seinem Buch „Haunted Gardens“ (Amberley Publishing 2009) von seinen Besuchen in Baddesley Clinton, und Granville Squiers beschäftigt sich in „Secret Hiding Places“ (Cope Press 2010) mit den Verstecken, die in dem Haus angelegt worden sind.

Baddesley Clinton ist das ganze Jahr über geöffnet, sowohl das Haus als auch die Gärten. Der Eintritt kostet £11.50.

Hier ist ein Film über einen Besuch in Baddesley Clinton.

Baddesley Clinton
Rising Lane
Baddesley Clinton, Warwickshire B93 0DQ

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Published in: on 14. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
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  1. Das setze ich auf meine Liste! Das will ich mir unbedingt mal anschauen!


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