Pubschilder – „Labour in Vain“

All Labour in Vain in Horsehay (Shropshire), leider nicht mehr existent.   © Copyright Mike White and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Labour in Vain“ kann man am besten mit „Vergebliche Liebesmüh“ übersetzen und diese Worte zieren einige wenige Pubschilder in England. Die eigentliche Aussage sollte heißen: Wir brauen hier so gutes Bier, dass jeder Versuch, uns zu übertreffen „vergebliche Liebesmüh“ wäre. Doch die ideenreichen Maler von diesen Wirtshausschildern fanden weitere Motive, die sie ihren Auftraggebern vorschlugen, wobei eines für besondere Aufregung sorgte und das einen Pub in Yarnfield in Staffordshire betraf. Dort zeigt das Schild einen kleinen dunkelhäutigen Jungen, der in einem Badezuber sitzt und von einer weißen Frau geschrubbt wird, wobei ein ebenfalls weißer Mann zusieht. 1994 beschwerten sich zwei junge Mädchen über das Schild, das daraufhin abgehängt und durch ein anderes ersetzt wurde, das einen Farmer zeigt, der mit Hilfe von zwei Pferden Saatgut ausbringt, das gleich wieder von hungrigenMöwen aufgefressen wird (hier zu sehen). Auch keine schlechte Idee. Das kontroverse, politisch nicht korrekte Pubschild wurde dann nach einigen Jahren wieder im Biergarten aufgehängt, was erneut die Behörden auf den Plan rief. Die Dorfbewohner von Yarnfield und die „Pub Regulars“ hatten jetzt aber die Nase voll, sie wollten ihr ursprüngliches Wirtshausschild behalten und bei einer Umfrage sprach sich die überwältigende Mehrheit für den Verbleib aus. Sie hielten das Bild mit dem kleinen schwarzen Jungen überhaupt nicht für rassistisch und der Name des Pubs sollte auch erhalten bleiben (es war die Rede davon, ihn in Yarnfield Arms“ umzubennen). Die Gemüter scheinen sich aber mittlerweile beruhigt zu haben, denn nach größeren Umbauarbeiten im vorigen Jahr hat das Gasthaus wieder unter dem Namen „Labour in Vain“ eröffnet, lediglich das kontroverse Schild ist nicht mehr zu sehen, sondern  das alternative mit dem Farmer.
Böse Zungen haben einmal behauptet, dass die auf dem Schild abgebildete Szene einen Jungen zeigt, der das Ergebnis einer außerehelichen Affäre ist und dass man versucht, ihn „weiß zu waschen“, um die Sache etwas zu verschleiern

Ein ähnliches Pubschild zierte einmal „All Labour in Vain“ in Horsehay bei Telford in Shropshire, der leider nicht mehr existiert. Auch darauf war ein schwarzer Junge zu sehen, der in einem Badezuber sitzt und von mehreren Menschen saubergeschrubbt werden soll. Hierbei handelt es sich aber um einen Jungen, der in einem Kohlebergwerk arbeitet und man versucht, den armen kleinen Kerl vom Ruß zu befreien.

Labour in Vain in Yarnfield (Staffordshire).   © Copyright Mick Malpass and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 22. Mai 2016 at 02:00  Comments (1)  

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    politisch korrekt oder nicht: mir gefaellt das Original-Pubschild. Man kann political correctness auch uebertreiben.
    Hab‘ eine feine Woche,
    Pit
    P.S.: Ich denke mal, in Yarnfield haette es bestimmt Wichtigeres gegeben, als sich ueber das Pubschild zu streiten.


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