Rowland Hill aus Kidderminster – Der Erfinder der Briefmarke

This work is in the public Domain.

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Vor längerer Zeit habe ich in meinem Blog über einen gewissen Rowland Hill geschrieben, der als General in Shrewsbury in Shropshire auf einer Säule zu finden ist und der an der Seite von Wellington in der Schlacht von Waterloo kämpfte. Mit einem anderen Mann, der ebenfalls Rowland Hill hieß, möchte ich mich heute ein wenig beschäftigen. Er ist der Neffe des „Säulen-Generals“ und wurde 1795 in Kidderminster (Worcestershire) geboren. Sein Beitrag zur Entwicklung des britischen Postwesens war historisch gesehen sicher weitreichender als die militärischen Manöver seines Onkels. Nicht nur ein Shopping Centre in seiner Geburtsstadt hat man nach ihm benannt, er wurde auch mit einem Denkmal geehrt, das diese Inschrift trägt:
„Sir Rowland Hill. K.C.B.
Born At Kidderminster 1795
Buried In Westminster Abbey 1879
To His Creative Mind And Patient Energy
The World Is Indebted
For The
Penny Postage
Introduced 1840“

Die von Sir Thomas Brock geschaffene Marmorstatue steht vor der Town Hall von Kidderminster (in der King Edward Street in London gibt es noch ein Bronze-Denkmal für ihn). Auf der oben angeführten Inschrift steht es zu lesen: Rowland Hill war der Erfinder der Briefmarke, und die erste, die man auf Briefen verwendete, war die Penny Black, damals in einer Auflage von 68 808 000 Stück hergestellt. Es gibt heute nicht mehr allzu viele davon; Sammler zahlen für eine postfrische, unbenutzte Marke rund £4,000. Eine Besonderheit der Penny Black: sie war weltweit die erste selbstklebende Briefmarke. Nicht weit von Rowland Hills Denkmal entfernt, erinnert ein Wetherspoon-Pub namens The Penny Black an den berühmten Sohn der Stadt.

Ursprünglich bezahlte der Empfänger das Porto des Briefes, was sich aber als unpraktisch erwies, denn manche nahmen den Brief einfach nicht an, und wer kam dann für die Kosten auf? Viel einfacher (und kostensparender) war da schon die „Methode Hill“, dass eben der Absender die Briefmarke kaufte und sie auf den Brief klebte. Eine Revolution im Postwesen nahm ihren Lauf.

Später beschäftigte sich Rowland Hill mit der Eisenbahn und wurde Vorsitzender der London and Brighton Railway, wo er für komfortable Züge und niedrige Fahrtkosten sorgte, was der Stadt Brighton sehr zugute kam.

1879 starb Rowland Hill in Hampstead in London, wo man eine Straße nach ihm benannte; er wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.

Hills Statue vor der Town Hall von Kidderminster.   © Copyright Colin Park and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hills Statue vor der Town Hall von Kidderminster.
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Wetherspoons Penny Black Pub in Kidderminster.   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wetherspoons Penny Black Pub in Kidderminster.
    © Copyright P L Chadwick and
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Plakette an Hills Wohnhaus in Hampstead. Gleich um die Ecke findet man die Rowland Hill Street.   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Plakette an Hills Wohnhaus in Hampstead. Gleich um die Ecke findet man die Rowland Hill Street.
    © Copyright Mike Quinn and
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Hallo Ingo,
    da kreuzen sich unsere Wege nun schon wieder. Dieses Mal in Kidderminster. Ich muss allerdings gestehen, dass wir beim Besuch von Kidderminster [http://tinyurl.com/gosqdz6] auf unserer Narrowboattour weder Statue noch Pub gesehen haben. Mea Culpa. Wir haben damals einen wunderschoenen Tag mit der Severn Valley Railway [http://tinyurl.com/jh2bkbj] gehabt.
    Mach’s gut,
    Pit

    • Hallo Pit,
      sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Wir waren für einige Tage in der Normandie unterwegs. Ja, unsere Wege haben sich schon mehrfach gekreuzt; vielleicht sind wir uns in der Vergangenheit schon einmal in England begegnet, ohne dass wir es gewahr wurden.
      Viele Grüße!
      Ingo

      • Hallo Ingo,
        ist doch kein Problem. Antworten müssen ja nicht postwendend sein – auch wenn die heutige Kommunilationstechnik und unsere schnelllebige Zeit das irgendwie zu fordern scheinen.
        Hoffentlich war’s schön in der Normandie.
        Liebe Grüße, von einem Englandliebhaber zum anderen,
        Pit


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