The National Restaurant Awards 2016

Restaurant des Jahres 2016: The Sportsman in Seasalter (Kent).   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Restaurant des Jahres 2016: The Sportsman in Seasalter (Kent).
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Am 27. Juni wurden die National Restaurant Awards für das Jahr 2016 im Londoner Hurlingham Club vergeben. Restaurant Magazine ermittelt alljährlich die besten Restaurants des Landes mittels einer vielköpfigen Jury aus Journalisten, Köchen und Restaurantkritikern.  Hier sind sie nun, die diesjährigen Preisträger:

Platz 1: The Sportsman in Seasalter (Kent), ein schon seit Jahren immer wieder hochgelobtes Restaurant, in dem Stephen Harris am Herd steht.
Platz 2: Barrafina Adelaide Street in London, wo man erstaunlicherweise nicht reservieren kann. Eine kleine Tapasbar mit nur 29 Plätzen, die 2015 auf Platz 1 stand.
Platz 3: The Ledbury im Londoner Stadtteil Notting Hill. Das Restaurant hat auch zwei Michelin-Sterne und steht auf Platz 14 der World’s 50 Best Restaurants 2016. Chefkoch ist der Australier Brett Graham.
Platz 4: Hedone in der Chiswick High Road in London. War im vorigen Jahr auf Platz 60 der besten Restaurants der Welt. Am Herd steht der Schwede Mikael Jonsson.
Platz 5: Restaurant Nathan Outlaw in Port Isaac (Cornwall). Chefkoch Nathan Outlaw hat sich auf Meeresfrüchte spezialisiert und darf sich seit 2011 mit zwei Michelin-Sternen schmücken.

Erstaunlich, dass die berühmten Häuser The Fat Duck in Bray (Platz 68), The Waterside Inn in Bray (Platz 23), Restaurant Gordon Ramsay in London (Platz 35) und Dinner by Heston Blumenthal in London (Platz 34) so weit zurückliegen.

Es wurden am 27. Juni noch weitere Auszeichnungen vergeben:

Chef’s Chef of the Year: Philip Howard. Bis vor kurzem Koch im Londoner The Square.
Lifetime Achievement Award: Pierre Koffman, der zurzeit Koffman’s im The Berkeley Hotel im Londoner Knightsbridge leitet.
Highest New Entry: Piquet in der Nähe der Londoner Oxford Street. Schaffte es gleich auf Platz 7.
Highest Climber: Lake Road Kitchen in Ambleside (Cumbria). PLatz 15 für das Restaurant im Lake District.
The Service Award: The Clove Club in der Shoreditch Town Hall in London.

The Ledbury im Londoner Notting Hill.   © Copyright Roger Davies and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Ledbury im Londoner Notting Hill.
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Published in: on 30. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Mein Buchtipp – Richard Davenport-Hines: An English Affair – Sex, Class and Power in the Age of Profumo

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Anfang der 1960er Jahre erschütterte die sogenannte Profumo-Affäre die Grundfesten der britischen Politik. Harold McMillan war Premierminister, der das Land nach konservativen Leitlinien und althergebrachten moralischen Ansichten führte. Doch die Gesellschaft änderte sich. Der Historiker Richard Davenport-Hines hat in seinem Buch „An English Affair – Sex, Class and Power in the Age of Profumo“ diese Zeit und die Affäre um den damaligen Kriegsminister genauer unter die Lupe genommen.

Die Akteure:
John Profumo (1915-2006) – Secretary of State for War
Christine Keeler (geb. 1942) – Model, Tänzerin und „Good Time Girl“
Mandy Rice-Davis (1944-2014) – Keelers Freundin und ebenfalls Showgirl
Dr. Stephen Ward (1912-1963) – Arzt und Osteopath
Jewgenij Iwanow (1926-1994) – Marineattaché und Spion an der Botschaft der UdSSR in London
William Waldorf Astor, 3. Viscount Astor (1907-1966) – Geschäftsmann und Politiker

Die Affäre begann im Juli 1961 auf William Waldorf Astors Landsitz Cliveden (Berkshire), wo dessen Freund Dr Stephen Ward sich für längere Zeit in einem Cottage an der Themse einquartiert hatte. Zu einer Party oben im Haupthaus brachte Stephen Ward Christine Keeler mit, die dabei auf John Profumo traf. Er verliebte sich in das hübsche, 19jährige Mädchen und begann eine Affäre mit ihr. Brisant wurde die Beziehung der beiden, als herauskam, dass Christine  auch mit dem russischen Diplomaten Jewgenij Iwanow ins Bett ging. Hatte ihre Freundin Mandy Rice-Davis auch eine Affäre mit William Astor?
Nachdem die Beziehung des verheirateten John Profumo zu dem jungen Mädchen, das auch noch mehrere andere Liebhaber hatte, an die Öffentlichkeit kam, wies der Minister jegliche Schuld von sich, doch die Medien brachten ständig neue Beweise ans Tageslicht, sodass Profumo schließlich zugab, das Parlament und den Untersuchungsausschuss belogen zu haben. Er gab sein Amt auf und zog sich auf den Familiensitz der Profumos Avon Carrow bei Stratford-upon-Avon zurück.

Das war in kurzen Worten der Ablauf der in die Geschichte eingegangenen Profumo-Affäre. Richard Davenport-Hines‘ Buch beinhaltet aber weit mehr als nur die Wiedergabe dieses Skandals; er beleuchtet detailliert die britische Politik und die sich wandelnde Gesellschaft in den 1960er Jahren, geht auf die Bedeutung der Medien ein, beschäftigt sich mit den „Good Time Girls“ und wirft einen Blick auf die Rolle, die William Astor und sein Landsitz Cliveden in der Affäre spielen. In diesem Film zeichnet der Autor die Profumo-Affäre noch einmal nach.

Richard Davenport-Hines hat eine Fülle von Büchern geschrieben, von denen noch keines in deutscher Übersetzung vorliegt. Zuletzt erschien „Universal Man: The Seven Lives of John Maynard Keynes“ (2015).

Richard Davenport-Hines: An English Affair – Sex, Class and Power in the Age of Profumo. Harper Press 2013. 400 Seiten. ISBN 978-0-00-743584-5.

Wo alles begann und Profumo auf Christine Keeler traf: William Waldorf Astors Landsitz Cliveden in Berkshire.   © Copyright Roger and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann und Profumo auf Christine Keeler traf: William Waldorf Astors Landsitz Cliveden in Berkshire.
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Das zum Cliveden Eastate gehörende Cottage um Ufer der Themse.   © Copyright Graham Horn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das zum Cliveden Estate gehörende Cottage um Ufer der Themse, das Dr Stephen Ward gemietet hatte.
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Wimpole Mews im Londoner Stadtteil Marylebone. In diesem Haus wohnten Dr Stephen Ward und zeitwiese Christine Keeler und Mandy Rice-Davis.   © Copyright Anthony O'Neil and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

17 Wimpole Mews im Londoner Stadtteil Marylebone. In diesem Haus wohnten Dr Stephen Ward und zeitweise Christine Keeler und Mandy Rice-Davis.
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Published in: on 29. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The 92 Club

Leicester Citys King Power Stadium.   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Leicester Citys King Power Stadium.
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Im Jahr 1978 hatte ein Fußballfan aus Bristol eine Idee: Gordon Pearce, Anhänger des Vereins Bristol Rovers, schlug vor, dass all jene, die sich schon einmal in allen Stadien der vier höchsten Fußballligen ein Spiel angesehen haben, sich in einem Club zusammenfinden sollten. 39 Fans wurden aufgespürt, die das tatsächlich schon gemacht hatten und der 92 Club wurde gegründet. Mittlerweile ist Gordon Pearce verstorben, doch der  Club besteht nach wie vor. Warum 92 Club?
Die englische Football League besteht aus der League Championship und den Leagues One und Two; darüber thront die glamouröse Premier League, alles in allem 92 Vereine. Wie im deutschen Fußballsystem auch, steigen jedes Jahr Vereine in die nächst höhere Spielklasse auf bzw. steigen ab. Wer es also als Mitglied des 92 Club geschafft hat, alle Stadien aller Mannschaften aufzusuchen, kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, denn es kommen neue Vereine dazu oder es werden neue Stadien eingeweiht, was bedeutet: Reisen durch das ganze Land.

Sehen wir uns noch einmal die Sieger der letzten Saison an:
In der Premier League hatte der Überraschungsverein Leicester City die Nase vorn.
In der League Championship freute sich der FC Burnley über die Meisterschaft.
Wigan Athletic stand in der League One auf Platz 1 der Tabelle
Northampton Town beherrschte die League Two.

In den letzten zehn Jahren wurden einige neue Stadien gebaut, die von den Clubmitgliedern natürlich aufgesucht werden mussten, als da beispielsweise sind:
Arsenals Emirates Stadium (2006)
Morecambes Globe Arena (2010)
Chesterfields Proact Stadium (2010)
Brighton and Hove Albions The American Express Community Stadium (2011)

Um Mitglied des 92 Clubs zu werden, müssen eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt werden, die man hier nachlesen kann.

FC Burnleys Turf Moor.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

FC Burnleys Turf Moor.
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Wigan Athlectics DW Stadium.   © Copyright Rude Health and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wigan Athlectics DW Stadium.
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Northamptons Sixfield Stadium.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Northampton Towns Sixfield Stadium.
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Published in: on 28. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pubschilder – The Railway Arms in Alton (Hampshire)

Das im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Merkmal des Pubs The Railway Arms in Alton (Hampshire) ist kein Pubschild, sondern eine Lokomotive über dem Eingang. Der Londoner Bildhauer Richard Farrington, der jetzt in Alton lebt, hat die zwei Meter lange Lokomotive geschaffen, eine Drummond M7 wie Eisenbahnfans sicher gleich erkannt haben. Dabei ließ er sich von einem Bild des belgischen Impressionisten René Magritte inspirieren, das den Namen „La Durée poignardée“ trägt, 1938 entstanden ist und im Art Institute of Chicago hängt. Ein Jahr später gestaltete Richard Farrington ein weiteres Kunstwerk für The Railway Arms, eine Bronze vor dem Eingang, die zwei Brauer zeigt, die ein Bierfass tragen. Der erste Brauer betritt eine Treppe und das ist eine Anspielung auf die Biermarke „Stairway to Heaven“ der Brauerei Triple FFF, Eigentümerin des Pubs. Graham Trott, der die Brauerei gründete, war Rockmusikfan und benannte einige seiner Biere nach Rocksongs, darunter auch „Stairway to Heaven“ der Band Led Zeppelin aus dem Jahr 1971 (vor wenigen Tagen gewannen Led Zeppelin einen Plagiatsprozess in Los Angeles, in dem ihnen vorgeworfen wurde, einen Teil des Songs „Taurus“ der US-Rockband Spirit widerrechtlich kopiert zu haben). Weitere Biernamen der Triple FFF Brewery, die auf Rocksongs basieren: „Pressed Rat and Warthog“ (1968 von Cream aufgenommen) und „Moondance“ (Van Morrison 1970). Die Brauerei liegt ganz in der Nähe von Alton, in Four Marks in der Straße Station Approach, gut über die A31 Guildford-Winchester zu erreichen.

Der Gasthof, dessen Einrichtung seinem Namen entsprechend unter dem Thema „Eisenbahn“ steht, heißt The Railway Arms, weil durch Alton Züge der Watercress Line nach London fuhren, um von dort die regional angebaute Wasserkresse in die Hauptstadt zu fahren. Ein 16 Kilometer langes Teilstück ist noch erhalten geblieben, auf der Nostalgie-Zugfahrten unternommen werden; so kann man zum Beispiel auf dem Real Ale Train frisch gezapftes Bier von Brauereien aus dem Süden Englands probieren.

The Railway Arms
26 Anstey Road
Alton GU34 2 RB
Hampshire

Ein Zug der Watercress Line auf dem Bahnhof von Alton (Hampshire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Zug der Watercress Line auf dem Bahnhof von Alton (Hampshire).
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Published in: on 27. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Wasserstraßen Teil 2: Der Barton Swing Aqueduct in Barton-upon-Irwell (Greater Manchester)

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Ein ganz besonderes Kuriosum stellt der Barton Swing Aqueduct dar, der einzige dieser Art weltweit. Barton-upon-Irwell liegt, wie der Name schon sagt, am River Irwell, einem 63 Kilometer langen Wasserlauf, der in den River Mersey mündet (genau der, der in dem Song „Ferry, cross the Mersey“ besungen wird). Der Irwell ist hier gleichzeitig der Manchester Ship Canal, der auch von größeren Schiffen befahren wird. In Barton kreuzt nun noch ein anderer Kanal diese Stelle in Form des Barton Swing Aqueducts, und zwar der 66 Kilometer lange Bridgwater Canal, der meist von Narrowboats genutzt wird. Was macht man nun, wenn ein großes Schiff auf dem Manchester Ship Canal den tiefgelegenen Aquädukt passieren will? Man schwenkt ihn einfach um 90 Grad um, und da man nicht jedes Mal das Wasser ablassen will, verbleibt das auf der Schwenkbrücke; rund 800 Tonnen Wasser sind das immerhin.

Um das zu managen, hat man mitten auf dem Kanal eine künstliche Insel mit einem Haus angelegt. Sir Edward Leader Williams hat sich das ausgedacht, denn der neue Aquädukt war nötig geworden, weil der alte Barton Aqueduct durch die Konstruktion des Manchester Ship Canals in den 1890er Jahren im Wege stand. 1894 wurde die Schwenkbrücke eingeweiht. Nur ein paar Meter weiter liegt ihre ziemlich gleich aussehende Schwester, die Barton Road Swing Bridge, die den Autoverkehr (die B5211) über den Kanal leitet und ebenfalls über das Kontrollzentrum auf der Insel gesteuert wird. Kommt also ein großes Schiff auf dem Manchester Ship Canal hier in Barton-upon-Irwell vorbei, liegen die beiden Schwesterbrücken schon nebeneinander auf der künstlichen Insel. Ein interessantes Schauspiel wie dieser Film zeigt.

Beide Brücken im eingeklappten Zustand.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Beide Brücken im umgeklappten Zustand.
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Ungewöhnliche Wasserstraßen Teil 1: Der Edstone Aqueduct in Warwickshire

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Es sieht schon merkwürdig aus, wenn man mit dem Auto durch eine Brücke fährt, auf der Schiffe langsam vor sich hin tuckern, denn in den meisten Fällen ist das ja andersherum. Diese Erfahrung kann man auf dem Salters Lane, nördlich von Stratford-upon-Avon in der Grafschaft Warwickshire machen, der den Edstone Aqueduct unterquert. Der Stratford-upon-Avon Canal, der von Kings Norton zur Shakespeare-Stadt führt, überquert an dieser Stelle die Straße und eine Eisenbahnlinie und mit 145 Metern Länge ist der Edstone Aqueduct der längste seiner Art in England. Eine Plakette des Transport Trusts informiert, dass das Bauwerk im Jahr 1816 eröffnet wurde.

Der Aquädukt ruht auf 13 Pfeilern aus Ziegelsteinen, von denen der höchste 11 Meter misst. Der „towpath“, also der Treidelpfad, verläuft etwas tiefer neben dem Kanal, so dass der Spaziergänger auf Hüfthöhe neben den vorbeifahrenden Booten ist. Man trifft hier auf Narrowboats, Kanus oder auch auf reisende Entenfamilien. Weil der Edstone Aqueduct, der auch hin und wieder Bearley Aqueduct genannt wird, weit ab von Städten und Dörfern liegt und der Salters Lane auch nicht stark befahren ist, herrscht hier oben Idylle pur. Da die langen Narrowboats auch kaum mehr als Schritttempo fahren, kommt keinerlei Stress auf.

Als die Great Western Railway noch mit ihren Dampflokomotiven auf der Strecke verkehrte, wurde hier Halt gemacht und der Kanal angezapft, um die Tanks der Dampfrösser aufzufüllen. Heute verbindet die North Warwickshire Line die Städte Birmingham und Stratford-upon-Avon und unterquert den Edstone Aqueduct. Es folgen noch zwei weitere Aquädukte, die aber kürzer sind: Der Wootton Wawen Aqueduct und der Yarningale Aqueduct.

Dieser Film zeigt eine gemütliche Fahrt über die Brücke. Die, wie ich finde, wunderschöne Begleitmusik passt ideal zu der Stimmung.

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Published in: on 25. Juni 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Mein Buchtipp – Gilly Pickup: What the British Invented

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Gilly Pickup ist eine Reiseschriftstellerin, deren Artikel schon in über 100 Zeitschriften und Zeitungen erschienen sind. Auch sechs Bücher hat sie bereits veröffentlicht, von denen zwei in meinem Bücherschrank stehen: „The A-Z of Curious London – Strange Stories  of Mysteries, Crimes and Eccentrics“ (The History Press 2013), sehr empfehlenswert, und “ What the British Invented: From the Great to the Downright Bonkers„, erschienen im vorigen Jahr bei Amberley Publishing.

Wie Gilly Pickup in ihren einführenden Worten sagt, handelt es sich bei den hier vorgestellten Erfindern fast ausschließlich um Männer. Wie kommt es, dass Frauen offensichtlich weniger erfinderisch sind? Diese Antwort bleibt uns die Autorin allerdings schuldig.

Das Buch beginnt mit der Erfindung des WCs, das auf die Kappe von Sir John Harrington geht, einem Dichter, der von 1561 bis 1612 lebte. Er installierte u.a. ein Exemplar im Richmond Palace, das Königin Elizabeth I. benutzte.

Es geht im Buch weiter mit William Addis, dem Erfinder der Zahnbürste, John Wheeley Lea und William Henry Perrins, die die Worcestershire Sauce erstmals anrührten, und Ben Bullock, verantwortlich für den Liebling aller britischen Zahnärzte, den Seaside Rock, eine Süßigkeit, die in allen Seebädern des Landes zu finden ist.

Gilly Pickups sehr interessantes Buch endet mit dem Erfinder Tom Pellereau, dessen Produkte die Regale der Drogeriekette Boots und anderer Kaufhäuser füllen, als da sind eine geschwungene  Nagelfeile, den Nipper Clipper, ein Nagelknipser für Babies, und eine Vorrichtung, um Makeup-Puderquasten schnell und einfach zu reinigen; Stylfile heißt seine Produktpalette. Tom Pellereau besitzt eine grenzenlose Fantasie und Erfindungsgabe, dem beinahe täglich neue Dinge einfallen.

Gilly Pickup:  What the British Invented: From the Great to the Downright Bonkers. Amberley Publishing 2015. 252 Seiten. ISBN 978-1-4456-5027-2

Published in: on 24. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Was gibt es Neues aus Inspector Barnabys Midsomer County?

Tief im Herzen des gefährlichen Midsomer County: Hier ein Stimmungsbild aus Westlington in Buckinghamshire. Eigenes Foto.

Tief im Herzen des gefährlichen Midsomer Counties: Hier ein Stimmungsbild aus Westlington in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

Hier ist erst einmal der aktuelle Stand, was die Ausstrahlung der TV-Serie“ Inspector Barnaby“ in Deutschland betrifft: Die letzte am 31. Januar vom ZDF gezeigte Episode war die Nummer 99 „The Flying Club“ (dt. „Flieg, Mörder, flieg“), gleichzeitig die vorletzte Folge der 16. Staffel. Es geht weiter am 31. Juli mit Episode 100 „The Killings of Copenhagen“ (dt. „Barnaby muss reisen“), in dem der Tod eines Keksfabrikanten in Dänemark im Mittelpunkt steht. Die Dreharbeiten in der Keksfabrik fanden auf demselben Gelände statt wie die für die Folge 42 „Sauce for the goose“ (dt. Die Leiche ist heiß“), dort war es eine Fabrik für Relish: The Maltings in Amersham (ich berichtete in meinem Blog darüber). Es folgt Episode 101 „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“), in dem ein Mord während des Luxton Deeping Crime Festivals im Mittelpunkt steht.  Das ist dann die erste Folge der 17. Staffel.

Die sechs Epiosden der 18. Staffel wurden Anfang diesen Jahres in England gesendet. Ab Folge 105 werden wir darin ein neues Gesicht sehen, denn mit „Habeas Corpus“ wird John Barnaby und DS Charlie Nelson eine neue Gerichtsmedizinerin an die Seite gestellt. Dr. Kate Wilding (Tamzin Malleson) geht und Dr. Kam Karimore (Manjinder Virk) kommt. Die Staffel 18 umfasst die Episoden 105 bis 110.

Zurzeit finden die Dreharbeiten für die 19. Staffel statt, die voraussichtlich Anfang 2017 von ITV in England ausgestrahlt werden. Alle Fans von Detective Sergeant Charlie Nelson, der erst in Folge 96 „The Christmas Haunting“ (dt. „Wer mit Geistern spielt“) dazu stieß, werden enttäuscht sein, denn in „Harvest of Souls“ (Folge 110) sehen wir ihn zum letzten Mal. Seinen Part wird DS Jamie Winter übernehmen, gespielt von Nick Hendrix. Der 1985 in Ascot (Berkshire) geborene Hendrix spielte vor allem in Londoner Theatern, hatte Gastauftritte in TV-Serien wie „Foyle’s War“, „Call the Midwife“,  „George Gently“ und übernahm die Rolle des Adrian Cooper in der ITV-Serie „Marcella„.

Worum wird es in den sechs Folgen der neuen Staffel gehen? Bisher wird nur dezent angedeutet, dass u.a. ein verlassenes, geheimnisvolles Dorf, ein Cricket Festival und eine Kaninchenschau eine Rolle spielen werden. Mit dabei sein wird auch wieder Sykes, der sich offenbar in Deutschland bei den Zuschauern sehr großer Beliebtheit erfreut, denn mein Blogeintrag über ihn wurde schon weit über 7000mal aufgerufen.

 

Published in: on 23. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Penzance in Cornwall Teil 2: The Admiral Benbow in der Chapel Street

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Geht man auf der Chapel Street in Penzance in Cornwall vom Egyptian House, über das ich gestern in meinem Blog berichtete, ein Stück weiter in Richtung Hafen, findet man auf der linken Seite in der Hausnummer 46 einen bemerkenswerten historischen Pub, The Admiral Benbow.
Wer den berühmten Roman „Treasure Island“ (dt. „Die Schatzinsel“) von Robert Louis Stevenson gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch an die ersten Zeilen, in denen man gleich mit dem Gasthaus in Penzance konfrontiert wird. Dort heißt es in der deutschen Übersetzung im ersten Kapitel „Der alte Seehund im Admiral Benbow“:
So ergreife ich die Feder in diesem Jahre des Heils 17.. und versetze mich zurück in die Zeit, als mein Vater den Gasthof zum »Admiral Benbow« hielt, und als der braungebrannte alte Seemann mit der Säbelnarbe im Gesicht zuerst unter unserem Dache Wohnung nahm„.

Es ist einer der ältesten Gasthöfe in der Stadt im äußersten Südwesten von Cornwall und fällt schon einmal durch die Figur auf, die bäuchlings auf dem Dach liegt und mit einer Pistole auf irgendeinen imaginären Feind zielt. Unschwer zu erkennen, dass es sich hier um einen Schmuggler handelt. Die Inneneinrichtung des Admiral Benbow ist maritim beeinflusst und besteht aus Fundstücken, die man im Verlaufe von mehr als 400 Jahren aus Schiffen geborgen hat, die an der kornischen Küste Schiffbruch erlitten haben. Da findet man zum Beispiel Steuerräder, Galeonsfiguren, bemalte Fässer, eine Schiffskanone, Petroleumlampen usw. usw.; es geht sehr bunt zu in dem Pub.

Das Restaurant Captain’s Cabin besteht aus den Holzschnitzarbeiten eines ehemaligen portugiesischen Kriegsschiffes und bietet auf seiner Karte Standardgerichte an, ein paar italienische, ein Balti-Gericht und einen Benbow-Burger; na ja. Die 23 Positionen der „weltberühmten Weinkarte“ mögen auch nicht so ganz überzeugen, darunter als einziger deutscher Wein ein Piesporter Michelsberg mit sagenhaften 9% Alkoholgehalt (!!). Aber man geht ja nicht in den Admiral Benbow, um sich hier kulinarischen Genüssen und edlen Tropfen hinzugeben; die Atmosphäre des Pubs in der Chapel Street steht ganz im Vordergrund.

Benannt wurde das Gasthaus nach dem britischen Royal Navy-Admiral John Benbow, der 1653 in Shrewsbury geboren wurde und 1702 auf Jamaica starb.

The Admiral Benbow
46 Chapel Street
Penzance
Cornwall
TR18 4AF

Der Namensgeber des Pubs, Admiral John Benbow. This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Der Namensgeber des Pubs, Admiral John Benbow.
This is a faithful photographic reproduction of a two-dimensional, public domain work of art.

Penzance in Cornwall Teil 1: The Egyptian House

   © Copyright Ivan Hall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Es gibt viele Engländer, die noch nie in ihrem Leben in Penzance waren, liegt doch diese Stadt im äußersten Südwestzipfel Englands, nur etwa 15 Kilometer von Land’s End entfernt. In diese Stadt muss man schon gezielt fahren, zufällig vorbei kommt man da nicht. Ich selbst habe es erst einmal geschafft, einen halben Tag in Penzance zu verbringen.

In Deutschland kennt man den Namen allenfalls von der komischen Oper/Operette/Musical  „Die Piraten von Penzance“ von Gilbert und Sullivan.

Ein Gebäude fällt in Penzance besonders ins Auge: The Egyptian House. Warum um alles in der Welt hat man in dieser abgelegenen Stadt in Cornwall ausgerechnet ein Haus hingesetzt, dessen Fassade mit ägytischen Säulen, Ornamenten und Figuren bestückt ist?

Erbaut wurde das Haus in der Chapel Street (Nummer 6) im Jahre 1835 von dem Architekten John Foulston aus Plymouth für den Mineralogen John Lanvin, der im Erdgeschoss seine umfangreiche Gesteinssammlung unterbrachte. Die Fassade soll eine exakte Kopie eines Londoner Museums gewesen sein, das wiederum von dem Tempel Hat-hor aus dem ägyptischen Dendra inspiriert wurde. Nach den Feldzügen Napoleons war Ägypten in Frankreich und England „in“, daher auch der  Bau dieses Gebäudes.

1968 übernahm der Landmark Trust (ich berichtete vor einigen Jahren in meinem Blog darüber) das Haus und restaurierte es, denn es war doch im Laufe der Jahre etwas hinfällig geworden.

In diesem außergewöhnlichen Haus kann man auch wohnen. Der besagte Landmark Trust, eine Organisation, die in ganz Großbritannien historische Gebäude vermietet, bietet  3 Apartments im ersten, zweiten und dritten Stock an, die für jeweils drei bzw. vier Personen vorgesehen sind. Vier Nächte kosten hier zwischen £176 und £194.

Im Erdgeschoss ist ein Laden untergebracht, Pure nuff Stuff, der Hautpflegeprodukte auf natürlicher Basis herstellt.

Dieser Film zeigt die Restaurationsarbeiten am Egyptian House.

Noch ein Wort zur Chapel Street in Penzance, an der das Haus steht. Das ist eine schmale Einbahnstraße mit hübschen Gebäuden, die sich vom Stadtzentrum in Richtung Hafen zieht. Hier stehen u.a. die St Mary’s Church, die Methodist Church, das Union Hotel, das Haus, in dem einmal die Mutter der Brontë-Schwestern, Maria Branwell, wohnte (ein Plakette erinnert daran) und ein besonderes Gasthaus, über das ich in meinem morgigen Blog schreiben werde.

Die Chapel Street mit der St Mary's Church.   © Copyright Maurice D Budden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Chapel Street mit der St Mary’s Church.
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Birstall in West Yorkshire – Einige Anmerkungen

Der Ort des Attentats auf Jo Cox, die Öffentliche Bibliothek von Birstall.   © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Ort des Attentats auf Jo Cox, die Öffentliche Bibliothek von Birstall.
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Nachdem ich gestern in meinem Blog über den Wainhouse Tower in Halifax berichtet habe, bleibe ich heute noch einmal in West Yorkshire und zwar in Birstall. Bis zum 16. Juni diesen Jahres war die Kleinstadt kaum über die Grenzen Yorkshires bekannt, doch plötzlich tauchte der Name in den Medien der ganzen Welt auf. In Birstall wurde die Unterhausabgeordnete Helen Joanne „Jo“ Cox, sechs Tage vor ihrem 42. Geburtstag, Opfer eines Attentats. Als sie die Öffentliche Bibliothek in der Market Street verließ, stach der 52jährige ortsansässige Thomas Mair auf sie ein und schoss auf sie. Wenige Stunden später starb Jo Cox an ihren Verletzungen. Der Attentäter wurde festgenommen und scheint geistig verwirrt zu sein. Er wohnte am Lowood Lane im Norden von Birstall im “ Brontë-Viertel“, wo die Straßen Namen tragen, die an die Brontë-Schwestern erinnern wie Rochester Road, Heathcliffe Close, Branwell Avenue und Haworth Road. Lowood war der Name einer Schule in Charlotte Brontës Roman „Jane Eyre“.

Was gibt es über Birstall zu sagen? Die Stadt wäre sicher lieber durch erfreulichere Schlagzeilen in das Licht der Öffentlichkeit getreten. Hier leben etwas weniger als 20 000 Menschen und die Stadt dient vielen, die im Großraum Bradford, Leeds und Huddersfield arbeiten als Wohnort. Es geht in Birstall ruhiger zu als in den Großstädten, die schnell über die Autobahnen M62, M606 und M621 zu erreichen sind.

Die bedeutendste und bekannteste Person, die hier geboren wurde, war Joseph Priestley (1733-1804), der im Norden der Stadt, im Ortsteil Fieldhead, das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus existiert nicht mehr, aber eine Plakette dort erinnert an ihn. Joseph Priestley (nicht zu verwechseln mit dem Schriftsteller John Boynton Priestley, der aus dem nahegelegenen Bradford stammt) war Theologe, Philosoph und Naturforscher. Weltweit berühmt wurde er als Entdecker des chemischen Elements Sauerstoff im Jahr 1774. Für diese Leistung errichtete man ihm 1912 ein Denkmal auf dem Market Place, das von der aus Harrogate stammenden Bildhauerin Frances Darlington angefertigt wurde. Es trägt die Inschrift:

Joseph Priestley
Discoverer of Oxygen
Born at Fieldhead Birstall 1733

Zu Füßen des Priestley-Denkmals wurden in den letzten Tagen viele Blumen zum Andenken an die ermordete Jo Cox niedergelegt, u.a. auch von Premierminister David Cameron. Der Ort des Attentats, das Library & Information Centre, liegt gleich um die Ecke.

Hier ist ein Film aus dem Jahr 1998, der Birstall ausführlich porträtiert.

Es gibt übrigens noch einen weiteren Ort in England mit dem Namen Birstall, der in Leicestershire liegt.

Hier am Lowood Lane wohnte der Attentäter.   © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier am Lowood Lane wohnte der Attentäter.
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Joseph Priestleys Denkmal auf dem Markptlatz der Stadt.   © Copyright Stanley Walker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Joseph Priestleys Denkmal auf dem Markplatz der Stadt.
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Der Wainhouse Tower in Halifax (West Yorkshire) – Das höchste Folly der Welt

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Folly“ (so die Wikipedia) bezeichnet in der Gartenkunst ein Bauwerk, das sich durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee und seine extravagante Ausführung von anderen Gartenstaffagen unterscheidet. Der Begriff wird auch in der Architektur für einen ungewöhnlichen Zierbau verwendet.

Ich habe in diesem Blog im Laufe der Zeit schon einige besonders markante Follies in England vorgestellt, heute ist nun der Wainhouse Tower in Halifax in der Grafschaft West Yorkshire an der Reihe.

Mit 84 Metern Höhe ist der Turm das höchste Folly in der Welt und das will schon einiges heißen. Eigentlich sollte der Turm ein Schornstein werden, den John Edward Wainhouse von 1871 – 1875 errichten ließ. Da er aber die dazugehörige Fabrik verkaufte, bevor der Schornstein/Turm fertiggestellt war und der neue Besitzer ihn nicht haben wollte, behielt Wainhouse den Turm und wollte ihn als Observatorium umbauen. Der Architekt Richard Swarbrick Dugale baute jedoch derart viele Pfeiler, Säulen und Balustraden an, dass für ein Teleskop absolut kein Platz mehr gewesen wäre.

Nach dem Tode seines Besitzers wurde der Turm versteigert, wechselte mehrfach den Eigentümer und gehört jetzt dem Calderdale Council.

Im Juli 2008 wurde der Wainhouse Tower vollständig renoviert, da es Sicherheitsmängel gab und im Mai 2009 wieder der Öffentlichkeit übergeben, die an bestimmten Tagen im Jahr Zutritt hat, in diesem Jahr heute am 19. Juni  und am 29. August. Für  £2.50 kann man die 400 Stufen erklimmen und von oben einen grandiosen Blick auf Yorkshire genießen. Dieser außergewöhnlich schöne Film zeigt den Turm mit Hilfe einer Quadrocopter-Kamera.

Die Huffington Post zählt den Wainhouse Tower zu den 10 interessantesten Follies der Welt; in England gehören noch dazu: The Forbidden Corner bei Leyburn in North Yorkshire,  die Williamson Tunnels in Liverpool und Bettison’s Folly an der Ostküste von Yorkshire in Hornsea. Alle drei habe ich in meinem Blog bereits vorgestellt.

Man erreicht den Turm im Süden der Stadt Halifax zu Fuß von der Straße Wakefield Gate aus, die von der Skircoat Moor Road abzweigt.

Die imposante Kuppel des Turms.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die imposante Kuppel des Turms.
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Der Turm wirft seinen Schatten über Halifax.   © Copyright Ivan Hall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Wie Slough in Berkshire seinen berühmten Sohn Sir William Herschel ehrt

This work is in the public domain.

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Geboren wurde Wilhelm Herschel 1738 in Hannover, 1757 ging er nach England, wo er in Leeds und Halifax als Musiklehrer bzw. als Organist arbeitete. Seine nächste Station war Bath; dort erwachte sein Interesse an der Astronomie. Er baute eigene Spiegelteleskope mit denen er weit den Weltraum blicken konnte. Gekrönt wurden seine  astronomischen Forschungen mit der Entdeckung des Planeten Uranus im Jahr 1781. Von Bath zog Herschel nach Slough, westlich von London, wo er bis zu seinem Tod am 25. August 1822 bleiben sollte.

Herschel war zu seiner Zeit nicht nur einer der bedeutendsten Astronomen, er machte sich auch einen Namen als Musiker und Komponist (hier ist ein Beispiel).
Seine Heimatstadt Slough, die noch immer mit ihrem schlechten Ruf zu kämpfen hat (s. dazu meinen Blogeintrag), freut sich auch heute noch darüber, dass einmal ein so berühmter Mann in ihren Mauern gelebt hat und ehrt Sir William Herschel auf unterschiedliche Weise:

Der im Mai 2011 eröffnete Busbahnhof ist ein außergewöhnliches Gebäude, über das das mit dem Entwurf beauftragte Architektenbüro bblr sagt: “ The form of the building derives from the idea of different wavelengths of light inspired by Astronomer Royal, William Herschel’s discovery of infra-red waves in 1800 while a resident of Slough.”

Das dicht an der Autobahn M4 gelegene Parkgelände wurde nach dem Astronomen Herschel Park genannt und hat übrigens den Green Flag Award bekommen (ich berichtete vorgestern in meinem Blog darüber).

Das Observatory House an der Herschel Street erinnert mit seinem Namen an den Wissenschaftler, der exakt an dieser Stelle gewohnt hatte und wo sein Telekop aufgestellt war. Herschels Haus, in dem sein Sohn John geboren wurde und in dem er starb, wurde abgerissen und auf dem Gelände dieses Bürogebäude errichtet. Gleich dahinter steht der Herschel Multi-Story Car Park.

Gleich neben dem Observatory House befindet sich ein Denkmal, das Herschels 40-Fuß-Teleskop repräsentiert, damals das größte der Welt. Der tschechische, nach England emigrierte Bildhauer Franta Belsky (1921-2000) hat das Denkmal entworfen.

Nach dem Astronomen wurde auch die Herschel Grammar School an der Northampton Avenue benannt; ebenfalls das Herschel Medical Centre an der Osborne Street.

Wie es sich gehört, gibt es in Slough selbstverständlich auch einen Pub, der The Herschel Arms heißt und ideal an der Herschel Street platziert ist.

Seine letzte Ruhestätte fand Sir William Herschel in der Kirche St Laurence in dem Vorort Upton-cum-Chalvey, wo er in der Familiengruft beigesetzt ist. Eine Plakette ist dort angebracht und Kirchenfenster erinnern an den großen Mann und seine Forschungsarbeiten.

Der Busbahnhof von Slough.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Busbahnhof von Slough.
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Herschel Park in Slough.   © Copyright Shazz and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Herschel Park in Slough.
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Das Observartoy House in der Herschel Street.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Observatory House in der Herschel Street.
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Die St Laurence Church in Upton-cum-   © Copyright Ian Baker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die St Laurence Church in Upton-cum-Chalvey
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Die Hook Norton Brewery in Hook Norton (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

In dem kleinen Ort Hook Norton in den Cotswolds in der Grafschaft Oxfordshire gelegen, findet man eine der ältesten Brauereien des Landes, die Hook Norton Brewery.

1849 von John Harris ins Leben gerufen, ist die Brauerei bis heute in der gleichen Familie geblieben und gehört keinem der großen Konzerne an. Es gibt nicht mehr viele Brauereien in England, die unabhängig geblieben sind und sich in Familienbesitz befinden.

Die Hook Norton Brewery ist die letzte Brauerei Englands, die noch von einer Dampfmaschine angetrieben wird. Man liebt dort die Traditionen, denn das Bier wird auch noch von Pferden ausgeliefert…allerdings nur in einem Umkreis von 8 Kilometern. Major und Nelson heißen die beiden Brauereipferde, die auch bei Hochzeiten oder Puberöffnungen gebucht werden können.

Die britische Zeitung „The Independent“ hat einmal eine Liste der 50 besten Biere der Welt aufgestellt und wer steht da auf Platz 1?  „Old Hooky“ von unserer hier vorgestellten Brauerei. Wenn das keine Auszeichnung ist!

Zu den „Stammbieren“ gehören das Lion, das Hooky, das Old Hooky und das Hooky Mild, wobei die letzten drei mehrfach mit Preisen gekrönt worden sind. Dazu kommen noch das „Rugby“-Bier Nice Try („Brewed to celebrate all that’s great about rugby“), Greedy Goose, Haymaker, Flagship („Originally brewed to celebrate the 200th anniversary of the Battle of Trafalgar „) und das Weihnachtsbier „Twelve Days“.

Wer sich einmal in diesem Teil der Cotswolds, nördlich von Chipping Norton, aufhält, dem kann ich einen Besuch in der Brauerei sehr empfehlen, die auch zweistündige Führungen (£12.50)anbietet und über ein Besucherzentrum verfügt, in dem man die Biere und noch  vieles andere mehr kaufen kann.

Die Brauerei besitzt zurzeit 40 Pubs in den Grafschaften Oxfordshire, Warwickshire, Northamptonshire, Leicestershire und Gloucestershire, darunter den Castle Inn in Edgehill (s. dazu meinen Blogeintrag), The Angel in Burford und The Falcon in Thame.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch die Brauerei.

Der Brauereichef, James Clarke, ist übrigens auch der Präsident der Hook Norton Brass Band, die in diesem Jahr ihr 130jähriges Bestehen feiert. Hier ist eine Kostprobe der Band mit der Titelmelodie der TV-Serie „Miss Marple“ (die mit Joan Hickson in der Hauptrolle). Ihr nächster Auftritt ist morgen am 18. Juni beim Shutford Festival (ich berichtete über Shutford in meinem Blog).

 

Eine Auswahl an Bieren der Hook Norton Brewery, die ich mir mitgebracht habe. Eigenes Foto.

Eine Auswahl an Bieren der Hook Norton Brewery, die ich mir mitgebracht habe.
Eigenes Foto.

The Angel in Burford (Oxfordshire).    © Copyright Gordon Griffiths and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Angel in Burford (Oxfordshire).
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The Falcon in Thame (Oxfordshire).   © Copyright Bill Boaden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Falcon in Thame (Oxfordshire).
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Published in: on 17. Juni 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Green Flag Awards – Auszeichnung für besonders gepflegte Parks und Grünflächen

   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Seit 1997 sieht man in England auf manchen Grünflächen und Naherholungsgebieten eine grüne Flagge wehen, auf der ein stilisierter Baum und darunter zwei Menschen zu sehen sind. Diesen sogenannten Green Flag Award bekommt man, wenn er beantragt wird und bestimmte Kriterien erfüllt werden. In den Monaten April und Mai werden die entsprechenden Anlagen beurteilt und im Juli die Ergebnisse bekanntgegeben. Wesentliche Kriterien für den Erhalt der Auszeichnung sind u.a. die Umweltfreundlichkeit, die Sauberkeit, die Sicherheit, das Management und die Einbindung der Kommune in den Unterhalt und die Pflege der Fläche. Wenn hinter all diese Punkte ein Haken gesetzt werden kann, wird dann auch bald die grüne Flagge auf einem Fahnenmast wehen und hoffentlich noch mehr Besucher anlocken.

Initiiert wurde das Projekt vom Department for Communities and Local Government und zurzeit (Stand 2015) sind 1627 Parks und Grünflächen mit dem Green Flag Award ausgezeichnet worden. Auf seinen Lorbeeren ausruhen kann man sich nicht, denn jedes Jahr muss man sich neu bewerben.

Wie eine ursprünglich brach liegendes und verkommenes Gelände in ein Erholungsgebiet umgewandelt werden konnte, zeigt dieser Film am Beispiel des Manor Fields Park in Sheffield.

Ich greife einmal willkürlich einige Beispiele für besonders schöne Grünanlagen heraus, über denen die grüne Flagge weht:

Die Wallingford Castle Meadows in Oxfordshire: Hier, wo einmal die Burg von Wallingford stand, von der nur noch wenige Mauerreste übriggeblieben sind, hat man ein parkähnliches Gelände angelegt, an dem der Thames Path National Trail entlangläuft. Im Sommer grast Vieh auf den Weiden und Spazierwege führen durch die Castle Meadows. Um den Unterhalt und die Pflege des Areals kümmert sich der Earth Trust.

Der Elvaston Castle Country Park in Derbyshire. Der rund um das Elvaston Castle angelegte Park beherbergt u.a. einen See, Formschnitthecken (topiaries) und einen „Showground“, auf dem Veranstaltungen stattfinden. Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Die Queen Mary Gardens in Falmouth (Cornwall). Hier wachsen auf Grund der klimatischen Verhältnisse tropische Pflanzen, die es sonst nirgendwo in Großbritannien gibt. Der Cornwall Council ist verantwortlich für die Pflege der sehenswerten Gartenanlagen.

Wallingford Castle Meadows.   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wallingford Castle Meadows.
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Elvaston Castle Country Park.    © Copyright Garth Newton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Elvaston Castle Country Park.
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Queen Mary Gardens in Falmouth.   © Copyright Derek Voller and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 16. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Das Criterion Restaurant am Londoner Piccadilly Circus

Author: Ikos. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

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Downton Abbey„-Fans erinnern sich bestimmt noch an die Szenen in der ersten Episode der vierten Staffel, als sich Lady Edith mit ihrem Liebhaber Michael Gregson in einem Londoner Restaurant verabredet, wo er ihr von seinem Plan berichtet, deutscher Staatsbürger zu werden, damit er sich von seiner Frau scheiden und Lady Edith heiraten kann.
Ihr Treffpunkt war das Criterion Restaurant am Piccadilly Circus, eine Londoner Institution seit 1874. Man geht hier nicht unbedingt hin, weil das Essen so herausragend ist, sondern weil die Räumlichkeiten so beeindruckend sind. Immerhin hat die Huffington Post das Criterion zu den „10 Most Historic Restaurants in the World“ gewählt. Hohe Decken, viel Marmor und Gold und schwere Vorhänge machen einen gediegenen Eindruck und da rückt bei manchem die Rolle und die Qualität des Essens in die zweite Reihe. Es gab in jüngster Zeit allerdings einige Probleme mit dem Restaurant. Nachdem Englands Starkoch Marco Pierre White das Criterion bis 2009 führte, übernahm es der georgische Unternehmer Irakli Sopromadze. Als eine drastische Mieterhöhung ins Haus stand, wurde das Restaurant Mitte 2015 geschlossen, aber im Dezember des Jahres wieder eröffnet, dieses Mal unter der Ägide der Mailänder Firma Savini, so dass das Etablissement jetzt Savini at Criterion heißt. Auf der Karte dominieren nunmehr italienische Gerichte und für Londoner Verhältnisse liegen die Preise nicht allzu hoch. Über die Qualität der angebotenen Speise gibt es unterschiedliche Beurteilungen der großen britischen Tageszeitungen.

Das Restaurant hat im Laufe seines Bestehens zahllose illustre Gäste bewirtet. Der Schriftsteller Herbert George Wells ging hier ein und aus, die Frauenrechtlerin Christabel Pankhurst nahm regelmäßig mit ihren Mitstreiterinnen den Afternoon Tea im Criterion ein, und der frühere Premierminister David Lloyd George und Winston Churchill waren hier oft anzutreffen.

Eine Plakette an einer Wand erinnert daran, dass an der Bar des Restaurants erstmals der Name Sherlock Holmes in Sir Arthur Conan Doyles Roman „A Study in Scarlet“ (dt. „Eine Studie in Scharlachrot“) erwähnt wurde, als nämlich Dr. Watson von seinem Freund Stamford erfährt, dass ein exzentrischer Mann einen Mitbewohner für seine Wohnung in der Baker Street sucht.

Direkt neben dem Restaurant liegt das gleichnamige Theater und so bietet das Criterion in der Zeit von 17 Uhr bis 19 Uhr und von 22 Uhr bis 23 Uhr für Theatergänger ein spezielles 2- Gang oder 3-Gang-Menü an. Den Afternoon Tea gibt es für £26.50, den Champagne Tea für £37.

Dieser Film zeigt das Restaurant, allerdings noch nicht unter der neuen Bewirtschaftung.

Criterion Restaurant
224 Piccadilly
London W1J 9HP

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Published in: on 15. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Guiting Power Music Festival in den Cotswolds

Die Guiting Power Village Hall-   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Guiting Power Village Hall.
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Hier in dem kleinen Dorf Guiting Power, mitten in den Cotswolds in der Grafschaft Gloucestershire gelegen, scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Alles, was man sich von einem englischen Dorf wünscht, ist hier zu finden: Ein Village Green, zwei Dorfkirchen (St Michael’s and All Angels und die Baptist Church), zwei Pubs, ein Dorfgemeinschaftshaus, ein Postamt, eine Bäckerei und auch die Fahrbibliothek hält hier alle vier Wochen einmal an.
An der Church Road liegt die Village Hall, in der einmal im Jahr ein Musikfestival veranstaltet wird, das Guiting Music Festival, in diesem Jahr vom 22. bis zum 30. Juli. 1970 fand dieses Ereignis zum ersten Male statt und in diesem Jahr haben wir Festival Nummer 46. „The Festival’s objective is to provide high quality music to as wide an audience as possible at an affordable cost„, heißt es auf den Webseiten der Veranstalter und wer hierher kommt, ist nicht der normale „Easy Listening“-Hörer, sondern der legt schon Wert auf musikalische Qualität.

Klassik, Jazz und Folk stehen im Mittelpunkt der Konzertreihe, die bereits am Samstag, dem 11. Juni, mit dem Aurora Trio eingeläutet wurden. Richtig los geht es aber erst am Freitag, dem 22. Juli, mit einem Klavierkonzert von Joanna MacGregor, die auch Ehrenpräsidentin des Festivals ist. Am folgenden Wochenende liegt der Fokus auf Jazzdarbietungen mit dem Pianisten Jason Rebello, dem AKA Trio, Djangolie und Aby Flynn’s Jazz Sextet.

Es folgen noch viele weitere Abendkonzerte, eine Sonntags-Matinée mit dem Cotswold Male Voice Choir und das Abschlusskonzert mit dem London Bridge Trio. Ein Open-Air Folk auf den Playing Fields von Guiting Power schließt sich am Sonntag, dem 31. Juli an.

Wenn die Besucher des Music Festivals alle wieder abgezogen sind, kehrt erneut Ruhe und Beschaulichkeit in das Cotswolds-Dörfchen ein. Wer sich Guiting Power einmal ansehen möchte: Es liegt etwa auf halbem Wege zwischen Cheltenham und Stow-on-the-Wold und ist nur über schmale Landstraßen zu erreichen.

Guiting Power mit dem Hollow Bottom Pub.   © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Guiting Power mit dem Hollow Bottom Pub.
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Published in: on 14. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Kathedrale von Exeter (Devon), eine astronomische Uhr, ein Kinderlied, eine Katze und jede Menge Kirchenmäuse

Die astronomische Uhr in der Kathedrale von Exeter.   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die astronomische Uhr in der Kathedrale von Exeter.
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Leider war ich nur einmal für wenige Stunden in Exeter, der Hauptstadt der Grafschaft Devon, und was sieht man sich da an? Natürlich die imposante Kathedrale im Stadtzentrum. Eine Besonderheit in der Kirche ist die astronomische Uhr, die im 15. Jahrhundert gebaut und in der Kathedrale installiert wurde. Da hatte sich aber jemand sehr viel Mühe gegeben und viel Gehirnschmalz verwendet, um eine so komplizierte Uhr zu konstruieren und es ist nicht ganz einfach, die Uhrzeit abzulesen.

Um diese astronomische Uhr rankt sich eine Geschichte, die sich Ende des 15. Jahrhunderts in der Kathedrale abgespielt haben soll. Zu dieser Zeit war Peter Courtenay (1432-1492) der Bischof von Exeter, der auf seine neue Errungenschaft sehr stolz war und sie anderen Würdenträgern gern zeigte. Bei einem Gottesdienst wurde die Andacht plötzlich gestört, als die Kirchenkatze der Kathedrale von Exeter ihren Aufgaben allzu geräuschvoll nachging und mit lautem Gekreisch eine Maus verfolgte, die sich in ihrer Not in den Mechanismus der astronomischen Uhr flüchtete, die mit einem ebenso lauten Geschepper auf den ungebetenen Gast reagierte. Ob die Maus lebend wieder aus der Uhr herauskam, ist nicht überliefert, aber das Kinderlied „Hickory, Dickory, Dock“ soll auf Grund dieser kleinen Geschichte entstanden sein:
Hickory, dickory, dock.
The mouse ran up the clock.
The clock struck one,
The mouse ran down,
Hickory, dickory, dock

Unterhalb der Uhr findet man eine Tür mit einem Loch, das als Katzenklappe fungierte und durch das die Kirchenkatzen ein und aus gingen. Sie hatten reiche Beute in dem großen Gebäude. Mäuse und auch Ratten hielten sich besonders gern in dem Gehäuse der Uhr auf, die immer wieder mit Tierfett geschmiert wurde und das fraßen die Nager für ihr Leben gern.

Wer sich für Kirchenkatzen interessiert, sollte unbedingt zu dem Buch „Cathedral Cats“ (Fount Publ., ISBN  978-0006276586) von Richard Surman greifen, der darin auch über die Exeter-Katzen schreibt, aber ebenso Kim von der Lichfield Cathedral und Olsen und Hansen von der Chester Cathedral nicht unerwähnt lässt.

In meinem Blog habe ich bereits über Tom von St Mary Redcliffe in Bristol und Tiddles von St Mary’s in Fairford (Gloucestershire) geschrieben.

Dieser Film zeigt die Orgel und die astronomische Uhr der Kathedrale von Exeter.

Die Tür unter der Uhr mit der Katzenklappe.   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Tür unter der Uhr mit der Katzenklappe.
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Die Kathedrale von Exeter.   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Kathedrale von Exeter.
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Published in: on 13. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Leuchttürme auf den Eddystone Rocks vor der Küste von Devon

Das heutige Eddystone Lighthouse; rechts davon der Stumpf This work is released in the public Domain.

Das heutige Eddystone Lighthouse; rechts davon der Stumpf von Smeaton’s Lighthouse.
This work is released in the public Domain.

Bei meinen Aufenthalten in Plymouth (Devon) machte ich auf meinen Spaziergängen auf dem Plymouth Hoe immer wieder die Bekanntschaft mit einem ehemaligen Leuchtturm namens Smeaton’s Tower. Dieser ehemalige Leuchtturm, der jetzt nur noch touristischen Zwecken dient, stand von 1759 bis 1877 rund 20 Kilometer von hier entfernt auf den Eddystone Rocks, das sind einige Felsen, die aus dem Meer herausragen und bei Hochwasser kaum zu sehen sind. Bevor der erste Leuchtturm auf den Felsen errichtet wurde, gab es an dieser Stelle unzählige Schiffsunglücke, und die Kapitäne versuchten, ihre Schiffe so weit wie möglich von den Eddystone Rocks fernzuhalten.

John Smeaton errichtete von 1756 bis 1759 diesen 18 Meter hohen Leuchtturm, der so stabil gebaut war, dass er weit über 100 Jahre den Stürmen und Wellen trotzen konnte: dann gab es Probleme mit dem Untergrund und Smeaton’s Lighthouse wurde außer Betrieb genommen, ab- und auf dem Plymouth Hoe wieder aufgebaut. Nur der Stumpf des Leuchtturms blieb stehen und ist heute noch zu sehen.

Der Nachfolger, das Douglass Lighthouse, wurde nach seinem Erbauer James Nicholas Douglass benannt und 1882 eingeweiht. Der 49 Meter hohe Leuchtturm verrichtet noch heute seinen Dienst, und sein Licht kann man bis zu 40 Kilometer weit sehen. Der Turm, der auf einem Nachbarfelsen errichtet wurde, ist mit einem Hubschrauberlandeplatz versehen, so dass die Instandhaltungsarbeiten schneller durchgeführt werden können.

Die Anfänge des Leuchtturmbaus auf den Eddystone Rocks gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Henry Winstanley 1698 den von ihm erbauten hölzernen Turm in Betrieb nahm. Der an eine chinesische Pagode erinnernde Turm war kunstvoll verziert, und Fachleute machten sich lustig darüber, denn warum einen hübsch anzusehenden Leuchtturm mitten auf dem Meer errichten, den sowieso kaum jemand aus der Nähe erblicken konnte? Winstanley war von der Standfestigkeit seines Turmes so überzeugt, dass er sich für mehrere Woche darin einquartierte. Eine verhängnisvolle Idee, denn am 27. November 1703 wurde England von einem der verheerendsten Stürme aller Zeiten heimgesucht, der große Schäden auf dem Land anrichtete und auf dem offenen Meer für riesige Wellen sorgte. Winstanleys Turm konnte den Naturgewalten nicht widerstehen und wurde komplett vernichtet; von ihm und einigen weiteren Männern, die auf dem Leuchtturm arbeiteten, fand man nie wieder eine Spur.

1709 folgte Leuchtturm Nummer 2, der von John Rudyard konstruiert wurde und bis zum Jahr 1755 hielt. Am 2. Dezember fing die Spitze des Turms Feuer (man arbeitete damals mit Kerzen) und das Bauwerk brannte bis auf die Grundmauern ab.

Wenn man sich überlegt, was man damals für einen Aufwand getrieben haben muss, um per Ruderboot das Baumaterial zu den Eddystone Rocks zu bringen und auf den kleinen Felsen die Türme zu errichten. Aber es war der Mühe wert, denn die Leuchttürme haben mit Sicherheit das Leben von zahllosen Menschen gerettet.

Hier ist ein Film aus der BBC-Serie „Coast“, der einen Besuch des heutigen Leuchtturms zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Mike Palmer: Eddystone: The Finger of Light. Seafarer Books 2005. 138 Seiten. ISBN 978-0954706203.

Smeaton's Tower auf dem Plymouth Hoe.   © Copyright S J Dowden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Smeaton’s Tower auf dem Plymouth Hoe.
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Published in: on 12. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Beer Drinker of the Year Award 2016: Cathy Price und ihre Roten Löwen

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die All-Party Parliamentary Beer Group, eine parteiübergreifende Einrichtung des britischen Parlaments (Zweck: „To promote the wholesomeness and enjoyment of beer and the unique role of the pub in UK Society“) hat den diesjährigen Preis „Beer Drinker of the Year“ vergeben und zwar an eine Dame, an Cathy Price. Sie erhielt die Auszeichnung nicht, weil sie Unmengen an Bier getrunken hat, sondern aus einem viel originelleren Grund.

Die kuriose Geschichte begann im Jahr 2011, als Cathy Price im Lake District den Red Lion in Hawkshead (Cumbria) betrat und dort auf einer Plakette las: “ The Red Lion is the most common Name for a Pub in the UK„. Ob wohl schon jemand alle Red Lions auf der Insel aufgesucht hat, schoss es ihr durch den Kopf? Wohl kaum, und der Gedanke an die vielen roten Löwen setzte sich bei ihr fest. Sie forschte ein wenig nach und recherchierte, dass im Jahr 2010 724 Red Lion-Lizenzen ausgestellt waren. Abzüglich der mittlerweile bei Reiseantritt geschlossenen Pubs kam sie auf die Zahl 656, die sie nun tatsächlich alle besuchte.

Nummer 2 (nach Hawkshead) war The Red Lion in Wheelton in Lancashire und Nummer 3 der Red Lion in Mawdesley, ebenfalls in Lancashire. Bei der Reise quer durch das Land legte Cathy Price im Verlauf von vier Jahren 90 000 Meilen zurück und besuchte über 650 Pubs mit dem Namen The Red Lion; in jedem trank sie ein halbes Pint. Die letzte Station ihrer Reise war The Red Lion in Northmoor in Oxfordshire.

Über diese ungewöhnliche Geschichte schrieb sie ein Buch, das Anfang 2016 unter dem Titel „The Red Lioness: One Woman. Four Years. 90 000 Miles. 650+ Pubs“ im Verlag Troubadour Publishing (ISBN  978-1785890369) erschien.

Der Preis wurde vom Vorsitzenden der All-Party Parliamentary Beer Group, Andrew Griffiths, während des alljährlichen Awards Dinner in der Haupstadt überreicht, in Anwesenheit von zahlreichen Parlamentsabgeordneten.

Wo alles begann:    © Copyright Keith Salvesen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann: The Red Lion in Hawkshead.
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Station Nummer 2: The Red Lion in Wheelton (Lancashire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Station Nummer 2: The Red Lion in Wheelton (Lancashire).
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Die 3. Station: The Red Lion in Mawdesley (Lancashire).   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die 3. Station: The Red Lion in Mawdesley (Lancashire).
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Wo alles endete: The Red Lion in Northmoor (Oxfordshire).   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles endete: The Red Lion in Northmoor (Oxfordshire).
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Das nackte Mädchen an der High Street von Marlow (Buckinghamshire)

Geht man auf der High Street in dem attraktiven Städtchen Marlow in Buckinghamshire in Richtung Themsebrücke findet man auf der linken Seite die Statue eines hübschen nackten Mädchens, das auf einem Sockel sitzt und ganz entspannt die Umgebung betrachtet. Es handelt sich hierbei um die Frohman Statue oder auch „Marlow’s Pocket Venus“ genannt, die am 16. Mai 1924 in Erinnerung an den US-amerikanischen Theaterimpresario Charles Frohman (1856-1915) errichtet wurde. Der Amerikaner hatte eine besondere Beziehung zu England im Allgemeinen und zu Marlow im Besonderen entwickelt und besaß den Wunsch, auf dem Kirchhof der All Saints Church am Ufer der Themse begraben zu werden, der nur einen Steinwurf von der Statue entfernt liegt.

Charles Frohman ist in England vor allem durch seine Londoner „Peter Pan„-Produktion im Duke of York Theatre bekannt geworden. James Matthew Barrie hatte seinen „Peter Pan“ in die Hände seines Freundes Frohman übergeben, der daraus eine Erfolgsshow bastelte. Die Hauptrolle spielte darin in der Zeit von 1906 bis 1913 die Amerikanerin Pauline Chase (1885-1962), die durch Frohman zu einem internationalen Star wurde.

Bei seinen Aufenthalten in Marlow wohnte Charles Frohman im an der Themse gelegenen Hotel The Compleat Angler (ich berichtete in meinem Blog darüber). Auch Pauline Chase hatte sich in die Stadt verliebt und zwar so sehr, dass sie ihre in Washington verstorbene Mutter dort exhumieren und auf dem Kirchhof von All Saints in Marlow erneut begraben ließ. Für die junge Schauspielerin war es ein harter Schlag, als sie vom Tode Frohmans erfuhr, der an Bord der RMS Lusitania, zusammen mit weiteren 1200 Passagieren, am 7. Mai 1915 zu Tode kam. Das Schiff war auf dem Weg von New York nach Liverpool und wurde von einem deutsche U-Boot vor der Küste von Irland versenkt. Frohmans Leiche wurde in Irland angespült und man überführte ihn zurück in seine alte Heimat, wo er in Ridgewood in New Jersey seine letzte Ruhestätte fand.

Aus Charles Frohmans Wunsch, einmal in Marlow beigesetzt zu werden, wurde also nichts, doch Freunde, darunter vor allem Pauline Chase, sorgten dafür, dass durch die Statue an der High Street die Erinnerung an ihn wachgehalten wird. Warum sollte das aber durch ein nacktes Mädchen geschehen? So genau weiß man das nicht mehr, aber die Vermutung geht dahin, dass Pauline Chase, die als „Pocket Venus of New York“ bekannt war, für das Memorial Modell gestanden hat, daher auch die Bezeichnung „Marlow’s Pocket Venus“. Auf dem Sockel ist die Inschrift eingetragen:
For ‚tis not right that in a house the muses haunt mournings should
dwell. Such things befit us not„.

Im Jahr 2008 begann man mit der Restaurierung des nackten Mädchens, denn der Zahn der Zeit hatte seine Spuren an der Statue hinterlassen, die Autoabgase hatten sich in den Stein gefressen und ein Fuß war abgebrochen. Die Firma Cliveden Conservation, die vor allem für den National Trust arbeitet, nahm sich der Figur an und „polierte“ sie wieder auf. Jetzt steht Marlow’s Pocket Venus wieder an der High Street, eingerahmt von zwei Bänken und betrachtet den vorbeiströmenden Autoverkehr. Um das Wohlergehen der Figur kümmert sich The Marlow Society. Hier sind einige Aufnahmen der Statue.

Der Friedhof der All Saints Church in Marlow, auf dem Charles Frohman gern begraben worden wäre. Eigenes Foto.

Der Friedhof der All Saints Church in Marlow, auf dem Charles Frohman gern begraben worden wäre.
Eigenes Foto.

The English Football Hall of Fame im National Football Museum in Manchester

Das National Football Museum in Manchester.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Urbis Building in Manchester, Heimat des National Football Museums     © Copyright David Dixon and
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Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaften in Frankreich steht das Thema „Fußball“ immer mehr im Fokus der Medien. Da passt mein heutiger Blogeintrag über The English Football Hall of Fame vielleicht ganz gut ins Bild.
Im National Football Museum in Manchester, das im Jahr 2012 von Preston in Lancashire nach Manchester umzog, gibt es die Hall of Fame, die dem Andenken an große Fußballlegenden gewidmet ist. Jedes Jahr kommen neue Spieler dazu, die diese hohe Auszeichnung erhalten; aber nicht nur männliche Fußballer haben diese Ehre, sondern auch weibliche Sportler, Trainer, ganze Teams und Schiedsrichter. Es gibt einige Kriterien, nach denen man in die Hall of Fame aufgenommen werden kann, so muss man entweder seine Laufbahn beendet haben oder mindestens 30 Jahre alt sein. Auch müssen die Spieler bzw. Trainer mindestens fünf Jahre in England gearbeitet haben.

Als im Jahr 2002 die ersten Aufnahmen in die Hall of Fame erfolgten, konnte man auf ein weites Feld von herausragenden Spielern zurückgreifen und so gehörten u.a. George Best, Sir Bobby Charlton, Paul Gascoigne, Kevin Keagan und Bobby Moore dazu.
Die erste Frau, die ebenfalls seit 2002 zum „Grundbestand“ gehört, ist Lily Parr (1905-1978), eine Nationalspielerin, die ihre Karriere in Preston bei den Dick, Kerr’s Ladies begann.
Zu den ersten Trainern in der Hall of Fame zählten Manchester Uniteds Sir Alec Ferguson, Nottingham Forests Brian Clough und Nationaltrainer Sir Alf Ramsey.

Werfen wir noch einen Blick auf die aktuellen Neuzugänge, die seit dem Letzten Jahr in Manchesters Hall of Fame Einzug gehalten haben. Da finden wir u.a. Gary Neville, der bis 2011 bei Manchester United gespielt hat, Norman Hunter, der für Leeds United, Bristol City und Barnsley tätig war, und Alan Mullery, der für die Londoner Vereine Fulham und Tottenham spielte.
Als Fußballerin wurde Faye White aufgenommen, die von 1996 bis 2013 bei den Arsenal Ladies und 15 Jahre im Trikot der Nationalmannschaft spielte.

Weitere Bewohner der Hall of Fame sind: Das Team, das 1966 die Weltmeisterschaft holte, Michel Platini als „All-Time Great European Footballer“, der Sheffield F.C. als ältester Fußballverein der Welt und Sepp Blatter (!) als „Ambassador of Football“.

Der Eintritt in das National Football Museum ist frei; es ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

National Football Museum
Urbis Building
Cathedral Gardens
Manchester
M4 3BG

Published in: on 9. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Astor Grill – Ein neues Restaurant im Cliveden Hotel in Berkshire

Das imposante Cliveden House. Eigenes Foto.

Das imposante Cliveden House.
Eigenes Foto.

Über eines meiner Lieblingshotels in England, das Cliveden bei Taplow in Berkshire, habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben, über die Grand Hall, über Themse-Flussfahrten mit den Booten des Hotels und über das Buch „The Mistresses of Cliveden„.

Ich erinnere mich an ein sehr stimmungsvolles Abendessen im Hotelrestaurant an einem Winterabend mit Blick auf die glitzernden Lichter von Maidenhead.
Seitdem André Garrett die Position des Küchenchefs übernommen hat, sind im gastronomischen Bereich einige Veränderungen vorgenommen worden. Das bisherige Fine Dining-Restaurant „Waldo’s“ und „The Terrace“ wurden geschlossen, an deren Stelle kam „André Garrett at Cliveden„. Der Chefkoch hatte vorher im „Galvin at Windows“ gearbeitet, im 28. Stock des Londoner Hilton Hotels in Mayfair.

Am 8. April diesen Jahres eröffnete der „Astor Grill“ als weiteres Restaurant im Cliveden House, das ebenfalls von André Garrett betreut wird. In den ehemaligen Stallungen von Lord Astor, neben dem Haupthaus, ist dieses neue Restaurant untergebracht, an schönen Sommertagen steht die Terrasse auf dem Clocktower Courtyard zusätzlich zur Verfügung. Der Astor Grill ist täglich von 9 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, so dass man hier einen Brunch, ein Mittag- oder Abendessen zu sich nehmen kann bzw. nachmittags den Afternoon Tea. Letzterer kostet £50 pro Person, wer noch etwas drauflegt, erhält für £73 den Cliveden ’66 Heritage Afternoon Tea, der zusätzlich den Cliveden ’66 Cocktail enthält, ein Champagnercocktail mit Taittinger 2008 und einem 24karätigem Goldblatt.

Wirft man einen Blick auf die Karte des Astor Grills so findet man dort einige Getränke und Speisen, die an die früheren Besitzer des Hauses, die Astors, erinnern. Als Aperitif gibt es einen Astor Fizz und eine Bloody Nancy, als Salat darf natürlich der berühmte Waldorf-Salat nicht fehlen und vom Grill darf man sich einen Astor Burger bestellen. Wer keine ganze Flasche Wein trinken möchte, kann unter 20 offenen Weinen wählen.

Ich habe das Cliveden mit all seinen Annehmlichkeiten, seinem exzellenten Service und seiner historischen Atmosphäre sehr genossen und kann es uneingeschränkt empfehlen, wenn man sich einmal etwas sehr Schönes gönnen möchte.

Astor Grill
Cliveden House
Taplow
Berkshire SL6 OJF

Der Clocktower, neben dem der Astoria Grill untergebracht ist. Eigenes Foto.

Der Clocktower, neben dem der Astor Grill untergebracht ist.
Eigenes Foto.

Published in: on 8. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Barbara Woodhouse (1910-1988) – Die Hundeflüsterin

„Hundeerziehung leicht gemacht“ und „Wie erziehe ich meinen Hund?“ waren die Titel zweier Bücher, die 1993 respektive 1980 in deutscher Übersetzung erschienen. Autorin war die „Hundeflüsterin“ Barbara Woodhouse (1910-1988), die in England und auch in den USA eine Zeitlang als die Expertin für Hundeerziehung galt.
Geboren wurde Barba Woodhouse 1910 in Irland. Im Alter von neun Jahren zog sie mit ihrer Mutter nach Headington, einem Teil der Stadt Oxford (bekannt durch den Headington Shark, ich berichtete in meinem Blog darüber), ein Ort, zu dem sie später in ihrem Leben immer wieder zurückkehrte. Zuerst lag Woodhouses Interesse eher bei Pferden, bis sie sich schließlich ganz auf das Thema Hunde konzentrierte.

Sie gab Erziehungskurse für Hunde und deren Besitzer, in denen sie manchmal recht harsch mit beiden umsprang. Die Los Angeles Times verglich sie in ihrem Nachruf mit einem Mittelding aus einem Feldwebel und Dr. Doolittle. Ihre Erziehungsmethoden waren denn auch nicht unumstritten. Ihr Markenzeichen war das Wort „Sitz!„, mit dem alle ihre Kurse begannen. Es gibt keine schlechten Hunde, es gibt nur schlechte Hundebesitzer war ihr Credo. Andere Hundeexperten waren später der Meinung, dass Woodhouses Methoden des „negative reinforcements“, also beispielsweise das abrupte Ziehen am Halsband, um eine bestimmte Reaktion des Hundes zu erreichen, die Psyche des Vierbeiners auf Dauer beschädigen würde; ein „positive reinforcement“, d.h. Erziehung durch Belohnen, sahen diese Experten als die bessere Trainingsmethode an.

Wie auch immer, Barbara Woodhouse war  über mehrere Jahrzehnte sehr beliebt im Königreich (ich vermag nicht zu sagen, ob das die Hunde auch so sahen) und ihre BBC-Fernsehsendungen wie „Training Dogs the Woodhouse Way“ aus dem Jahr 1980 hatten sowohl in Großbritannien als auch in den USA hohe Einschaltquoten. Gedreht wurden die zehn Episoden in Croxley Green in Hertfordshire, wo die Hundetrainerin wohnte. Wie Mrs Woodhouse ihre Kurse durchführte, zeigt dieser Film.

 

Published in: on 7. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Sommervergnügen in England: Freiluftkinovorführungen auf dem Gelände von berühmten Landhäusern

Waddesdon Manor in Buckinghamshire. Eigenes Foto.

Waddesdon Manor in Buckinghamshire.
Eigenes Foto.

Wenn das Wetter mitspielt, kann es schon Spaß machen, sich vor der Kulisse eines berühmten Landhauses einen klassischen oder modernen Spielfilm anzusehen. Die Engländer lieben es in zunehmendem Maße, dieses etwas andere Sommervergnügen zu genießen. Liegend, sitzend, stehend, champagner- oder biertrinkend, kann man sich auf diese Weise einen Film auf eine ganz neue Art zu Gemüte führen.

Die Firma The Luna Cinema hat sich auf Freiluftkinovorführungen spezialisiert und organisiert diese Events in englischen Landhäusern. Dieser Film vermittelt schon einmal einen Eindruck davon. Hier sind einige Beispiele für den Sommer 2016:

Am 26. und 27. August finden vor dem Waddesdon Manor in Buckinghamshire zwei Vorführungen statt: „Romeo + Juliet“ (1996) mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes und „Breakfast at Tiffany’s“ (1961) mit Audrey Hepburn.

Am 8. und 9. September zeigt The Luna Cinema vor dem Warwick Castle in Warwickshire „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Notting Hill“ (1999) mit Hugh Grant und Julia Roberts.

Am 31. August und am 1. September kann man sich im hohen Norden, vor dem Alnwick Castle in Northumberland „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ (2001) mit Daniel Radcliffe und Emma Watson und „Robin Hood: Prince of Thieves“ (1991) mit Kevin Costner und Morgan Freeman ansehen.

Auf dem Gelände des Stonor Parks in Oxfordshire werden am 15. und 16. Juli die beiden Filme „Top Gun“ (1986) mit Tom Cruise und Kelly McGillis und „Grease“ (1978) mit John Travolta und Olivia Newton-John vorgeführt.

Das Harewood House in North Yorkshire ist Schauplatz von drei Vorführungen vom 7. bis zum 9. Juli: „Labyrinth“ (1986) mit David Bowie und Jennifer Connelly, „Star Wars – The Force Awakens“ (2015) mit Mark Hamill und Harrison Ford und „Dirty Dancing“ (1987) mit Patrick Swayze und Jennifer Grey.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Veranstaltungsorten; es gibt noch viele weitere Freiluftkinovorführungen im ganzen Land.

Alnwick Castle in Northumberland.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alnwick Castle in Northumberland.
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Spukorte – Die Ruinen der Cold Christmas Church bei Thundridge in Hertfordshire

With friendly permission of Nigel Lomas.

With friendly permission of Nigel Lomas.

Einen einsameren und verlasseneren Ort als die Cold Christmas Church kann man sich kaum vorstellen. Eigentlich heißt sie ja Little St Mary’s, aber die Einheimischen nennen sie nur Cold Christmas Church. Was von der ursprünglichen Kirche übriggeblieben ist (der langsam verfallende Turm und alte Grabsteine), steht in einem Wäldchen nahe des Cold Christmas Lanes, der von dem Dorf Thundridge in Hertfordshire nach Osten führt.
Woher kommt der Name Cold Christmas? Vor langer Zeit soll es einmal einen extrem kalten Winter in der Region gegeben haben, dem zur Weihnachtszeit zahlreiche Kinder zum Opfer fielen. Aus diesem Anlass benannte man das winzige Dörfchen, in dem die Kinder wohnten, in Cold Christmas um. Sie wurden auf dem Kirchhof  von St Mary’s beigesetzt. Die Anfänge der Kirche reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück; sie diente der Familie des Grundbesitzers Hugh de Desmaisnils als privater Andachtsort. Bis zum Jahr 1853 blieb sie erhalten, wurde dann aber bis auf den Turm abgerissen, und da steht sie nun, allein und verlassen. Die Eingangstür ist versperrt, denn es besteht die Gefahr, dass Teile der Mauern im Laufe der Zeit einstürzen. Umgeben ist die Cold Christmas Church von den Überresten von uralten Gräbern, deren Inschriften oft kaum mehr zu entziffern sind.

Wundert es da, dass die Kirche als „haunted“ gilt? Angeblich sollen sich Hexen und Teufelsanbeter diesen Ort für ihre Rituale ausgesucht haben. Besucher wollen furchteinflößende knurrende Laute aus dem Turm vernommen und eine schwarze Gestalt zwischen den Gräbern gesehen haben. 1978 berichtete eine Frau von ihrer Begegnung mit einer Gruppe von Soldaten, die aus der Kirche kam und mitten durch sie hindurchlief. Schon bei Tage wirkt die Cold Christmas Church etwas unheimlich, wie mag das wohl erst nachts sein?

Dieser atmosphärisch dichte Film vermittelt einen ersten Eindruck von der Kirchenruine und ihrem Friedhof.

   © Copyright John Pilkington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 5. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Dusty Springfield: „I Just Don’t Know What To Do With Myself“

Dusty Springfields Grab in Henley-on-Thames. Eigenes Foto.

Dusty Springfields Grab auf dem Kirchhof von St Mary’s in Henley-on-Thames (Oxfordshire).
Eigenes Foto.

1964 veröffentlichte Dusty Springfield (1939-1999) den Song „I Just Don’t Know What To Do With Myself„, der von dem legendären US-amerikanischen Songwriterpaar Burt Bacharach und Hal David geschrieben worden war. Als erster nahm diesen Titel 1962 Tommy Hunt auf, Mitglied der Gruppe The Flamingos, der ihm allerdings keinen Erfolg bescherte. Hier ist seine Version zu hören.

Der Produzent Johnny Franz, verantwortlich für zehn Nummer-Eins-Hits in den britischen Charts, wurde auf den Song aufmerksam und meinte, dass ist doch etwas für Dusty und nahm ihn in den Londoner Olympic Studios auf. Arrangiert wurde „I Just Don’t Know…“ von Ivor Raymonde, der Dusty Springfields ersten großen Hit „I Only Want To Be With You“ für sie geschrieben hatte. Der Song erreichte Platz 3 der britischen Charts und war bis dahin ihr größter Erfolg. Dusty Springfield ist meine Lieblingssängerin, über die ich in meinem Blog schon einmal schrieb und deren Grab in Henley-on-Thames ich besuchte; sie starb am 2. März 1999. Ihr richtiger Name lautete Mary Isobel Catherine Bernadette O’Brien.
Hier ist „I Just Don’t Know What To Do With Myself“ zu hören und zu sehen (die grauenvolle Bühnendekoration sollte nicht von dem wunderschönen Lied ablenken!). In dem von Robert Dimery herausgegebenen Buch „1001 Songs, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“ wird Dustys Stimme folgendermaßen beschrieben: „…eine Mischung aus verhauchter Sinnlichkeit, rauher Leidenschaft und Gefühl, die den Zuhörer glauben machen konnte, er habe eine schwarze amerikanische Sängerin vor sich“. Absolut zutreffend!

Im Jahr 2003 wurde der Bacharach/David-Song von der US-Band The White Stripes neu aufgenommen. Im dazu gehörigen Musikvideo ist eine Engländerin zu sehen, die dabei ihren attraktiven Körper zur Schau stellt: Kate Moss.

Published in: on 4. Juni 2016 at 02:00  Comments (2)  
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The Cumberland Pencil Museum in Keswick (Cumbria)

   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ein ganzes Museum nur Bleistiften gewidmet? Ist das nicht entsetzlich langweilig?
Wohl nicht, denn das 1981 eröffnete Cumberland Pencil Museum  („Home of the First Pencil“)in Keswick (Cumbria) erfreut sich großer Beliebhtheit, auch bei Kindern, und hat pro Jahr über 100 000 Besucher.

Bleistifte sind eng mit Graphit verbunden, das auch als Schießpulver verwendet wurde, und dieses Graphit wurde im Borrowdale in Cumbria abgebaut. Die Bleistifte, die in dieser Region hergestellt wurden, waren von sehr guter Qualität und sogar Michelangelo soll für seine Zeichnungen Bleistifte aus dem Nordwesten Englands verwendet haben.

1832 wurde hier die erste Bleistiftfabrik Großbritanniens gegründet, aus der 1916 die Cumberland Pencil Company wurde und der das Museum auch gehört.

In einem kleinen Kino kann man sich über die Herstellung von Bleistiften informieren, es findet sich hier der mit knapp acht Metern längste Bleistift der Welt (er wiegt 446 Kilogramm), und der Museumsladen hält eine riesige Auswahl an Blei- und Buntstiften parat.

Wunderschön finde ich den Artikel in Gareth Rubins Buch „Crap Days Out“ (ich stellte das Buch in meinem Blog vor) über das Pencil Museum, in dem er sich sarkastisch über den Riesenbleistift äußert; er ist der längste, weil „…nobody was interested in producing one which is longer“ und „But when you finally get to see the World’s Longest Pencil all you see is a normal pencil, only bigger“. In ähnlicher Form stellt dieser Film das Museum vor.

Das Cumberland Pencil Museum hat nur drei Tage im Jahr geschlossen. Also: Ein idealer Ausflugsort, gerade mit Kindern…vor allem bei Regentagen, von denen es so einige in dieser Region Englands gibt.

The Cumberland Pencil Museum
Southey Works

Keswick
Cumbria
CA12 5NG

   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 3. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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York Minster Police – Die Kathedrale mit einer eigenen Polizeitruppe

Close Encounters:   © Copyright DS Pugh and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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York Minster, die große Kirche in der alten Stadt York (North Yorkshire), wird täglich von tausenden von Menschen aus aller Welt besucht. Dass da eine gewisse Aufsicht sein muss, liegt auf der Hand. Ungewöhnlich ist, dass diese Aufsicht von einer eigenen Polizeitruppe wahrgenommen wird, der York Minster Police.
Schon seit 1285 werden in der Kirche Constables eingesetzt, aber nach der großen Feuersbrunst im Jahr 1829 ist eine richtige Polizeieinheit ins Leben gerufen worden, die heute aus 10 Personen besteht, unter der Führung von Steven Wilkinson.

Das York Minster wird rund um die Uhr bewacht und so werden auch nachts Patrouillengänge durchgeführt. Die Hauptaufgabe der 10 Polizisten ist natürlich vor allem, für die Sicherheit zu sorgen und auf Feuer zu achten. Weiterhin haben sie die Aufsicht über 380 Schlüssel und sind Ansprechpartner für die Touristen, die unzählige Fragen haben, z.B. wo denn das Münster ist, wenn sie direkt davor stehen.
Die Polizeiwache befindet sich auch in der Kirche und ist daran zu erkennen, dass vor der Tür zwei alte Schlagstöcke aufgehängt sind. Das Jahresgehalt eines Polizisten, der hier arbeitet, beträgt rund £21 000 plus Schichtzuschläge.

Es gibt übrigens weltweit nur noch sechs weitere Kirchen mit einer eigenen Polizeitruppe, darunter der Petersdom im Vatikan.

Einer der ehemaligen „Kathedralenpolizisten“ von York, John Key, hat ein Buch über seinen Arbeitsalltag geschrieben „Close Encounters: Reminiscences of a York Minster Policeman„, das 2006 in kleiner Auflage erschien und leider vergriffen ist.

Hier ist ein Film über die York Minster Police.

Published in: on 2. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Village Signs – Felthorpe in Norfolk

   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Dort wo die Taverham Road auf die Hauptstraße von Felthorpe (Norfolk), die nur  einfach The Street heißt, stößt, findet man auf einer kleinen Rasenfläche das Village Sign des Ortes. Felthorpe liegt ein paar Kilometer nordwestlich von Norwich.

Das hübsche bunte Schild bietet so einiges zum Ansehen, was auf den ersten Blick nicht selbst erklärbar ist. St Margaret’s Church im Hintergrund ist nicht schwer zu erkennen, aber was hat es mit dem schwarzen Pferd auf sich, das zwei Damen auf einem kleinen Wagen zieht? Was bedeutet das Victoria Cross ganz oben und die Bäume und die Abbildung eines Mammuts im unteren Teil des Bildes?

Ein wenig Unterstützung bei der Erklärung dieses Dorfschildes habe ich mir bei John Timpson und dessen Buch „Timpson on the Verge“ geholt. Darin schreibt er, dass es 1998 errichtet wurde, als Ersatz für ein anderes Schild, das reparaturbedürftig war.

Dominiert wird das Village Sign von Felthorpe von dem erwähnten kleinen Gespann in der Mitte des Bildes. Bei den beiden Damen handelt es sich um die Schriftstellerinnen Anna Sewell (ich berichtete über sie in meinem Blog) und ihre Mutter Mary Wright Sewell. Anna Sewell ist die Autorin des weltbekannten Romans „Black Beauty: The Autobiography of a Horse “ (dt. „Black Beauty: Die Autobiografie eines Pferdes“), der 1877 erschien und in dem der schwarze Hengst mit dem titelgebenden Namen aus seinem Leben erzählt. Die Sewells wohnten eine Zeit lang nicht weit von hier. Bei dem stolzen Dorfschild-Pferd dürfte es sich wohl um Black Beauty handeln.

Der Orden auf dem Bild stellt das Victoria-Cross dar, das Claud Thomas Bourchier für seine Tapferkeit im Krimkrieg verliehen bekam, als er am 20. November 1854 in Sebastopol zusammen mit einem anderen Offizier eine Stellung hielt, obwohl sie unter starkem Beschuss von russischen Soldaten standen. In der Kirche St Margaret’s findet man ein Fenster, das an den mutigen Mann erinnert, der in der Nähe auf dem Kirchhof von St Andrew’s in Buxton beerdigt wurde.

Die Abbildung des Mammuts weist darauf hin, dass in der Nähe einmal die Stoßzähne und die Knochen eines solches Tieres in einer Kiesgrube gefunden wurden. Die Bäume auf dem Dorfschild symbolisieren den Felthorpe Forest, der sich entlang der Straßen The Street und Shortthorn Road zieht.

Es ist schade, wenn man an den Village Signs in englischen Dörfern immer nur vorbeifährt. Sie sind mit sehr viel Liebe gestaltet und sehr informativ.

Das Ostfenster von St Margaret's, dessen unterer Teil an Claud Thomas Bourchier erinnert.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Ostfenster von St Margaret’s, dessen unterer Teil an Claud Thomas Bourchier erinnert.
    © Copyright Evelyn Simak and
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   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 1. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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