Die Leuchttürme auf den Eddystone Rocks vor der Küste von Devon

Das heutige Eddystone Lighthouse; rechts davon der Stumpf This work is released in the public Domain.

Das heutige Eddystone Lighthouse; rechts davon der Stumpf von Smeaton’s Lighthouse.
This work is released in the public Domain.

Bei meinen Aufenthalten in Plymouth (Devon) machte ich auf meinen Spaziergängen auf dem Plymouth Hoe immer wieder die Bekanntschaft mit einem ehemaligen Leuchtturm namens Smeaton’s Tower. Dieser ehemalige Leuchtturm, der jetzt nur noch touristischen Zwecken dient, stand von 1759 bis 1877 rund 20 Kilometer von hier entfernt auf den Eddystone Rocks, das sind einige Felsen, die aus dem Meer herausragen und bei Hochwasser kaum zu sehen sind. Bevor der erste Leuchtturm auf den Felsen errichtet wurde, gab es an dieser Stelle unzählige Schiffsunglücke, und die Kapitäne versuchten, ihre Schiffe so weit wie möglich von den Eddystone Rocks fernzuhalten.

John Smeaton errichtete von 1756 bis 1759 diesen 18 Meter hohen Leuchtturm, der so stabil gebaut war, dass er weit über 100 Jahre den Stürmen und Wellen trotzen konnte: dann gab es Probleme mit dem Untergrund und Smeaton’s Lighthouse wurde außer Betrieb genommen, ab- und auf dem Plymouth Hoe wieder aufgebaut. Nur der Stumpf des Leuchtturms blieb stehen und ist heute noch zu sehen.

Der Nachfolger, das Douglass Lighthouse, wurde nach seinem Erbauer James Nicholas Douglass benannt und 1882 eingeweiht. Der 49 Meter hohe Leuchtturm verrichtet noch heute seinen Dienst, und sein Licht kann man bis zu 40 Kilometer weit sehen. Der Turm, der auf einem Nachbarfelsen errichtet wurde, ist mit einem Hubschrauberlandeplatz versehen, so dass die Instandhaltungsarbeiten schneller durchgeführt werden können.

Die Anfänge des Leuchtturmbaus auf den Eddystone Rocks gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Henry Winstanley 1698 den von ihm erbauten hölzernen Turm in Betrieb nahm. Der an eine chinesische Pagode erinnernde Turm war kunstvoll verziert, und Fachleute machten sich lustig darüber, denn warum einen hübsch anzusehenden Leuchtturm mitten auf dem Meer errichten, den sowieso kaum jemand aus der Nähe erblicken konnte? Winstanley war von der Standfestigkeit seines Turmes so überzeugt, dass er sich für mehrere Woche darin einquartierte. Eine verhängnisvolle Idee, denn am 27. November 1703 wurde England von einem der verheerendsten Stürme aller Zeiten heimgesucht, der große Schäden auf dem Land anrichtete und auf dem offenen Meer für riesige Wellen sorgte. Winstanleys Turm konnte den Naturgewalten nicht widerstehen und wurde komplett vernichtet; von ihm und einigen weiteren Männern, die auf dem Leuchtturm arbeiteten, fand man nie wieder eine Spur.

1709 folgte Leuchtturm Nummer 2, der von John Rudyard konstruiert wurde und bis zum Jahr 1755 hielt. Am 2. Dezember fing die Spitze des Turms Feuer (man arbeitete damals mit Kerzen) und das Bauwerk brannte bis auf die Grundmauern ab.

Wenn man sich überlegt, was man damals für einen Aufwand getrieben haben muss, um per Ruderboot das Baumaterial zu den Eddystone Rocks zu bringen und auf den kleinen Felsen die Türme zu errichten. Aber es war der Mühe wert, denn die Leuchttürme haben mit Sicherheit das Leben von zahllosen Menschen gerettet.

Hier ist ein Film aus der BBC-Serie „Coast“, der einen Besuch des heutigen Leuchtturms zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Mike Palmer: Eddystone: The Finger of Light. Seafarer Books 2005. 138 Seiten. ISBN 978-0954706203.

Smeaton's Tower auf dem Plymouth Hoe.   © Copyright S J Dowden and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Smeaton’s Tower auf dem Plymouth Hoe.
   © Copyright S J Dowden and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 12. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. Wie sehr habe ich Leuchttürme und :Leuchtfeuer in meinem früheren Seglerleben – damals noch ohne GPS und mit „Navigation im Handbetrieb“ = geschätzt!


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