Spukorte – St Thomas of Canterbury Church in Lapford (Devon)

St Thomas of Canterbury in Lapford (Devon).   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Thomas of Canterbury in Lapford (Devon).
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Canterbury ist weit weg von der Kirche St Thomas of Canterbury in Lapford in der Grafschaft Devon, zur Diözese von Exeter gehörend. Thomas Beckett, nach dem die Kirche benannt ist, soll am Jahrestag seiner Ermordung in der Kathedrale von Canterbury, also am 29. Dezember,  hier in Lapford durch die Straßen reiten, um einen seiner Mörder, William de Tracey, zu konfrontieren, der aus einem der Nachbardörfer stammte. Doch auf diese Spukgeschichte möchte ich heute nicht näher eingehen, sondern auf eine andere, in der ein ehemaliger Pfarrer von St Thomas of Canterbury im Mittelpunkt steht: John Arundel Radford (1799-1861).

Für einen Geistlichen führte Radford einen recht lockeren Lebenswandel. Er war verheiratet, doch galt er im Dorf durchaus als „womanizer“. Mindestens 14 Kinder soll er gezeugt haben und sein Leben lang schleppte er einen Schuldenberg mit sich herum. Als ein neuer Vikar, John Sparke Cookesley, nach Lapford kam, änderte sich einiges für Radford. Der junge Mann sah sehr gut aus, was die Dorfbewohnerinnen wohlwollend zur Kenntnis nahmen. Der Pfarrer mochte das nicht, ja, er wurde ziemlich eifersüchtig, und als dann auch noch seine eigene Frau dem Charme des Neuen zum Opfer fiel, riss sein Geduldsfaden und es kam zu ständigen Streitereien. Als man eines Tages Cookesley tot in seinem Bett fand, war klar, dass Radford seine Hände im Spiel hatte. Er wurde wegen Mordes verhaftet und vor ein Gericht gestellt. Dort fanden ihn die Geschworenen zwar für schuldig, doch sie verurteilten ihn nicht zum Tode, weil er ja immerhin ein Geistlicher war. Schon nach kurzer Zeit war Radford wieder zurück in Lapford und arbeitete weiter in seiner Funktion als Priester. Er stand jetzt unter Beobachtung seiner Vorgesetzten, ließ sich aber nichts weiter zu Schulden kommen.

Als er sein Ende nahen fühlte, sprach er den Wunsch aus, im Inneren der Kirche von St Thomas of Canterbury begraben zu werden. Sollte sein Wunsch nicht akzeptiert werden, drohte er, zurückzukommen und das Dorf heimzusuchen. Die Kirchenoberen erfüllten den Wunsch nicht und so wurde Radford außerhalb beigesetzt. Prompt machte „The Reverend Ruffian“, wie er auch genannt wurde, seine Drohung wahr, und er bzw. sein Geist erscheint seitdem auf dem Kirchhof und im Dorf. Dabei soll er einen bösartigen und ärgerlichen Gesichtsausdruck zur Schau tragen. Ja, hätte er seinen Mit-Geistlichen am Leben gelassen, würde er jetzt seine ewige Ruhe innerhalb von St Thomas of Canterbury gefunden haben.

Published in: on 8. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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