St Tiggywinkles in Haddenham (Buckinghamshire) – Europas größte Klinik für wildlebende Tiere

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Gerade hörte ich vom Tod Les Stockers, der sich um das Wohl der wildlebenden Tiere Englands verdient gemacht hat. Hätte es ihn nicht gegeben, wären unzählige Vögel, Igel, Dachse, Füchse usw. usw. qualvoll an ihren Verletzungen verendet. Les Stocker verstarb am 16. Juli im Alter von 73 Jahren und seine Tierklinik St Tiggywinkles in Haddenham (Buckinghamshire), die er gründete und prägte, wird ihn sehr vermissen. Über Haddenham schrieb ich in meinem Blog schon einmal in Zusammenhang mit den Dreharbeiten zur Inspector Barnaby-Serie.

Es begann in den 1970er Jahren als Les Stocker einen verletzten Igel fand, den er zu einem Tierarzt brachte, der das Tier aber nicht behandeln wollte. Also nahm Stocker das Stacheltier mit zu sich nach Hause und pflegte es selbst gesund. Das war der Startschuss für ein kleines Tierkrankenhaus, das Les und seine Frau Sue in ihrem Garten in Aylesbury (Buckinghamshire) eröffneten. Es sprach sich in der Region herum, dass es da ein Ehepaar gab, das verletzte Wildtiere aufnahm. Mr Stocker gab seinen eigentlichen Beruf auf, kümmerte sich nur noch um das ursprüngliche Hobby und gründete 1983 den Wildlife Hospital Trust. Da besonders viele Igel abgegeben wurden, machten die Stockers eine eigene Igelstation auf, die sie St Tiggywinkles nannten, nach dem Kinderbuch „The Tale of Mrs Tiggy-Winkle“ von Beatrix Potter, in dem ein Igel die Hauptrolle spielt.

Der Garten in Aylesbury wurde schnell zu klein, und so siedelten sich Les und Sue Stocker 1991 in dem nur wenige Kilometer entfernten Haddenham an der Aston Road an, wo sich seitdem Europas größte Tierklinik für wildlebende Tiere befindet. Mehr als 10 000 Tiere werden hier jedes Jahr behandelt; einige bedürfen nur kurzzeitiger Pflege, andere müssen operiert werden. Das Ziel der Klinik ist, alle Tiere wieder in ihr natürliches Umfeld zurückzuführen.
Als der Bee Gees-Sänger Robin Gibb noch lebte, kam er hin und wieder in St Tiggywinkles vorbei und brachte kranke oder verletzte Tiere in die Klinik, die er auf seinem Anwesen oder in der näheren Umgebung gefunden hatte; das waren zum Beispiel Hasen, Igel, Füchse oder Krähen. Robin Gibb lebte im Nachbarort Thame.

Wer sich St Tiggywinkles einmal ansehen möchte, der kann das gern tun. Es gibt ein täglich geöffnetes Besucherzentrum, wo u.a. Hedgehog Talks, Fox Talks und Deer Talks angeboten werden. Es gibt ein Igelmuseum und durch eine Scheibe kann man einen Blick auf die Aufzuchtstation werfen, in der Tierbabies großgezogen werden. Ein Souvenirladen und ein Coffee Shop runden das Angebot der Tierklinik ab. Der Eintritt kostet £5.10 für Erwachsene, £3.20 für Kinder, Senioren haben freien Eintritt.

Wenn man die Aston Road weiter in Richtung Dorfmitte fährt, kommt man direkt am Village Green vorbei, auf dem die Inspector Barnaby-Episode 12 „Judgement Day“ (dt. „Der Mistgabel-Mörder“) gedreht wurde.

Dieser Film zeigt St Tiggywinkles und seinen Gründer Les Stocker, der auch mehrere Bücher veröffentlicht hat wie „Practical Wildlife Care“ (Wiley-Blackwell 2005) oder Kinderbücher wie „Wilf the Smallest Badger in the World and Oher Stories“ (HarperCollins Children’s Books 1998).

Tiggywinkles Wildlife Hospital
Aston Road
Haddenham
Buckinghamshire
HP17 8AF

Hinweisschilder am Village Green von Haddenham, u.a. auch nach Tiggywinkles.    © Copyright Rob Farrow and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Das ist ja eine spannende Sache! Hab ich total gerne gelesen – und jetzt möchte ich dort natürlich auch mal hin. Schönen Sonntag noch, Andrea

  2. Das sollte unbedingt Nachahmer finden!
    Hab‘ einen feinen Restsonntag,
    Pit


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