Clampers – Die ungeliebten Männer mit der Autokralle

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Gestern schrieb ich in meinem Blog über die bei Autofahrern sehr unbeliebten Gatso Cameras; noch eine Stufe höher in der Ungunst der Autofahrer in England stehen die „Clampers„, das sind die Leute, die im Auftrag von Behörden oder privaten Grundbesitzern, Falschparker mit „clamps“, also mit Autokrallen versehen. „Are you humans or are you clampers?“ heißt es im „Clamper Song„, in dem die verhassten Männer mit „Little Hitlers“ verglichen werden.

Trevor Whitehouse aus Preston in Lancashire meldete 1991 ein Patent für ein dreieckiges „wheel clamp“ an, das im ganzen Land am häufigsten im Einsatz war. Dieses „Wegfahrverhütungsmittel“ kann man nur mit Spezialwerkzeug entfernen, aber trotzdem gelingt es immer wieder einigen handwerklich geschickten Menschen, die Krallen auf unorthodoxe Weise aufzubrechen wie dieser Film zeigt. Manche versuchen auch trotz Kralle wegzufahren, wie das hier zu sehen ist. Da die „clampers“ von niemandem geliebt werden, versucht sich der eine oder andere an ihnen zu rächen wie man das in dem Film „Clampers getting clamped“ sehr schön sehen kann.

Der Royal Automobile Club (RAC) vergab eine Zeitlang den Dick Turpin Award, benannt nach dem berühmten Straßenräuber aus dem 18. Jahrhundert. Mit diesem Preis wurden moderne Straßenräuber des 21. Jahrhunderts „ausgezeichnet“. Einer dieser Preisträger war die Londoner Firma ISTM, die damit beauftragt war, falsch parkende Autos mit einer Kralle zu versehen und/oder abzuschleppen. Dass die Firma die Grenzen ihres Auftrags manchmal deutlich überschritt, zeigen diese beiden Fälle:

  • Eine 81jährige Autofahrerin wurde auf ihrem eigenen Parkplatz „geclampt“, weil ihre Steuerplakette seit 36 Stunden abgelaufen war. Die alte Dame war gerade auf dem Weg, eine neue Plakette zu kaufen.
  • Ein älterer Herr hatte versehentlich sein Auto zehn Minuten lang falsch geparkt. Als er zurückkam, sah er wie sein fahrbarer Untersatz gerade auf einen Abschleppwagen verladen wurde. Dafür dass das Auto wieder auf die Straße gesetzt wurde, musste er £334 bezahlen.

Ein anderer Dick Turpin Award-Preisträger war die Firma Carstoppers, die ihr Unwesen in der kleinen Brontë-Stadt Haworth in West Yorkshire trieb. Diese unbarmherzigen Clamper zogen sich den Zorn der Bewohner zu, weil sie u.a. ein Auto mit der Kralle versahen, in dem sein Fahrer schlief oder kein Mitleid mit einer Rollstuhlfahrerin und ihrem Mann kannten, die mit Mühe die steile Hauptstraße der Stadt erklimmen konnten und deren Parkzeit gerade abgelaufen war.

Weitere Beispiele, die das Interesse der Juroren des Dick Turpin-Preises erweckten:

  • Ein Leichenwagen wurde per Kralle stillgelegt, in dessen Inneren sich ein Sarg mit Inhalt befand
  • Ein Polizeiauto wurde “ an die Kette gelegt“, dessen Besatzung gerade im Einsatz war.
  • Den Vogel schoss wohl jener „Clamper“ ab, der an Stelle der extrem hohen Gebühren auch Goldringe oder sexuelle Gefälligkeiten nehmen wollte.
Published in: on 13. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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