Die Hastings Pier in East Sussex – Im April 2016 wieder zum Leben erweckt

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Was wäre ein richtiges englisches Seebad ohne seine Pier? Man kann darauf spazierengehen, sich amüsieren, Tee trinken oder einfach nur die schöne Aussicht auf das Meer genießen. Doch Piers sind sehr sensible und empfindliche Gebilde. Viele sind schon Raub von Flammen geworden, sind Herbststürmen zum Opfer gefallen oder von Schiffen gerammt worden. Dazu kommt, dass die „Füße“ der Piers ständig dem Salzwasser ausgesetzt sind und darunter im Laufe der Jahrzehnte leiden. Wenn dann noch zündelnde Teenager ihr Unwesen treiben, haben Piers keine Chance.

All diese Unbillen der Natur und der Menschen (ausgenommen die zerstörerischen Schiffe) haben auch der Pier von Hastings in East Sussex zu schaffen gemacht. Am 5. August 1872 feierte das Seebad am Ärmelkanal die feierliche Eröffnung seiner ersten Pier, die von Eugenius Birch (1818-1884) kreiert wurde, seinerzeit einer der renommiertesten Architekten für diese Spezialbauwerke. Birch baute u.a. auch Piers in Eastbourne, Brighton, Blackpool und Weston-super-Mare.

Das Highlight des Piers in Hastings war der große Pavillion, in dem 2000 Menschen Platz fanden, und der bereits 1917 abbrannte. Fünf Jahre später wurde er durch einen neuen Pavillion ersetzt, in dem später in den 1960er Jahren namhafte Künstler der Rock- und Popszene auftraten wie die Rolling Stones, Pink Floyd und Jimi Hendrix.
1990 erlitt die Pier erhebliche Schäden, die durch einen Sturm verursacht worden waren und es stellte sich heraus, dass der Unterboden instabil geworden war. Das bedeutete hohe Investitionen, die keiner bereit war vorzunehmen. 1999 wurde das Bauwerk geschlossen; es folgten neue Besitzer, Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt Hastings, eine kurzzeitige Neueröffnung, aber 2008 war dann endgültig Schluss. Im Oktober 2010 brannte die Pier fast vollständig ab, was vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen war, aber die Behörden konnten das nie genau nachweisen. Dieser Film zeigt Bilder von dem Brand.

Im August 2013 kaufte die Hastings Pier Charity die Trümmer für den symbolischen Preis von £1 und entwarf einen Plan wie man die Pier doch wieder ins Leben zurückrufen konnte. Der Heritage Lottery Fund war bereit, £11.4 Millionen in das Projekt zu stecken, dazu kamen Gelder aus dem sogenannten Community Share Scheme plus Spenden und das bedeutete, die Pier konnte wieder aufgebaut und in diesem Jahr am 27. April der Öffentlichkeit übergeben werden. Mögen von nun an, die Stürme einen weiten Bogen um Hastings machen und alle Zündler und Vandalen sich anderswo austoben!

Allerdings kam die neue Hastings Pier nicht bei allen gut an. Kritik wurde laut, dass sie viel zu öde und leer wäre; einige betitelten sie als „The Plank„. Es gibt auf jeden Fall hier sehr viel Platz. Aber vielleicht kommt ja im Laufe der Zeit noch einiges an Attraktionen hinzu, die die neue Pier interessanter machen.

Hier ist ein Film über die neue Hastings Pier.

Die neue Pier am Eröffnungstag.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die neue Pier am Eröffnungstag.
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Die bisherigen Amüsierbetrieb auf der Pier.   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die bisherigen Amüsierbetriebe auf der Pier.
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Ein Blick auf die Stadt Hastings von der Pier.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Blick auf die Stadt Hastings, von der Pier aus gesehen.
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Die Hastings Pier ist auch so sehr schön, wir haben diesen Sommer gemütlich einen Tee und ein paar Scones gegessen. Eine Pier muss nicht vollgestellt werden, auch die Pier in Eastbourne wirkt viel grösser ohne Amusementhalle.
    Gruss Patrick

  2. Ich bin gerade im August 2016 dort gewesen. Es ist wirklich viel Platz, aber es ist eben auch nicht so ein Rummel wie zum Beispiel die Pier in Brighton. Das gilt für den gesamten Ort. Wer die Küste Englands ruhiger genießen will, ist in Hastings gut aufgehoben.


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