The Dull Men’s Club – Der Club der langweiligen Männer

Foto meines Exemplares.

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The Dull Men’s Club is a place where dull men share thoughts and experiences, free from gliz and glam, free from pressures to be in and trendy — free instead to enjoy simple, ordinary things„, so steht es auf den Webseiten dieses exzentrischen Clubs zu lesen, der 1985 gegründet wurde und zwar in New York. Leland Carson hieß der Gründer, der 1996 nach Großbritannien übersiedelte und dessen Idee mittlerweile Interesse bei über 5000 Mitgliedern in den USA und hier auf der Insel gefunden hat. Der Club der langweiligen Männer beschäftigt sich mit Dingen, mit denen der „Normalbürger“ eher nichts am Hute hat. In dem 2015 bei der Ebury Press erschienenen Buch „Dull Men of Great Britain: Celebrating the Ordinary“ von Leland Carson findet man eine Auswahl an prominenten Vertretern des Clubs. Hier sind einige Beispiele:

Peter Willis aus Worcester hat einen Traum (von dem wohl außer ihm niemand träumt): Er möchte sämtliche Briefkästen in Großbritannien fotografieren und davon gibt es rund 115 000. In den letzten zehn Jahren hat er bereits 2500 geschafft, der Weg, der noch vor ihm liegt, ist also sehr lang. Sein Sohn hat die Standorte aller Briefkästen in ein tragbares GPS-Gerät eingegeben, das jedesmal piepst, wenn es in die Nähe eines Kastens kommt.

Archie Workman aus Ulverston in Cumbria ist ein Gullydeckel-Enthusiast. Wo immer er sich auch aufhält, er sucht nach zugewachsenen Abdeckungen, befreit sie von Unkraut und lässt sie wieder das Tageslicht erblicken. Archie hat schon einen Kalender mit Gullydeckel-Fotos herausgegeben (der erstaunlicherweise auf großes Interesse stieß), hält Vorträge im ganzen Land über sein Thema und möchte einmal ein Buch darüber schreiben.

Rick Minns aus Wicklewood (Norfolk) ist künstlerisch sehr begabt und freut sich über schmutzige, dreckbespritzte Lieferwagen, die er mit Zeichnungen verschönert, das heißt er macht aus dem angetrockneten Schlamm schöne Bildchen, die allerdings die nächste Autowäsche nicht überstehen. „Ruddy Muddy“ ist sein Spitzname.

John Barnard, Graham Jackson und Myrddin Phillips sind Berg- und Hügelvermesser. Mit einer technisch hochwertigen Ausrüstung haben sie es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, nachzuprüfen, ob es sich bei den Erhebungen um einen Berg oder einen Hügel handelt. Ab 2000 Fuß darf sich in England und in Wales ein Berg auch wirklich Berg nennen, alles was darunter liegt ist nur ein Hügel. Die drei Männer haben sich auf die Zweifelsfälle spezialisiert und messen auf den Zentimeter genau nach.

Viele weitere skurrile Fälle von „langweiligen Männern“ finden sich in dem amüsanten, sehr zu empfehlenden Buch.

Leland Carson: Dull Men of Great Britain: Celebrating th Ordinary. Ebury Press 2015. 94 Seiten. ISBN 978-1-78503-090-1

 

Published in: on 20. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Vielen Dank für den amüsanten Beitrag. Er spricht mich deshalb besonders an, denn Gullydeckel in Städten zu fotografieren (nicht nur in England) liebe auch ich. Das ist nämlich gar nicht langweilig oder unbedingt exzentrisch. Denn die Gullydeckel sind meist hübsch gestaltete, aus Eisen gegossene Zeugen der Vergangenheit, versehen mit den jeweiligen Orts- bzw. Städtenamen. Sie dienen als hilfreicher Wegweiser auf ausgiebigen Städtereisen, um in heimischen Gefilden die Abfolge von zahlreich besuchten Orten leichter und schneller zuordnen zu können bei der Nachbereitung hunderter Fotografien. Schöne Ferien wünsche ich!

    • Auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen, aber es stimmt natürlich, dass man manchmal Schwierigkeiten hat, nach der Rückkehr von einer Reise, Fotos bestimmten Orten wieder zuzuordnen. Ich wollte mich über die „Dull Men“ auch nicht lustig machen; im Gegenteil, ich finde es immer wieder erfrischend, mit was für Dingen sich manche Menschen beschäftigen. Ich mag nur die kleinen Gullydeckel nicht, die sich mitten auf der Straße befinden, und die gibt es in England leider sehr häufig (mein Auto stimmt mir aus vollem Herzen bei!!). Herzlichen Dank für den Kommentar und viele Grüße!


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