Die Fährverbindung von Dünkirchen nach Dover – Ein Erfahrungsbericht

DFDS Seaways bedient die Strecke Dünkirchen-Dover.   © Copyright TheTurfBurner and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

DFDS Seaways bedient die Strecke Dünkirchen-Dover.
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Seit der Eröffnung des Eurotunnels haben wir den Ärmelkanal immer unterirdisch durchquert (ich berichtete in meinem Blog darüber); eine bequeme Angelegenheit, denn in einer guten halben Stunde ist man von Calais kommend in Folkestone eingetroffen. Ende September in diesem Jahr haben wir uns wieder einmal für die Fährüberfahrt entschieden, von Dünkirchen nach Dover. Nach einer Zwischenübernachtung in Brügge nahmen wir die 10 Uhr-Fähre ab Dunkerque, wie Dünkirchen in Frankreich heißt. Um den Fährhafen zu erreichen, muss man auf der Autobahn A16 ganz um die Stadt herumfahren, bis die N316 abgeht, die zu einem großen Kreisverkehr führt, von wo aus man über die Route de la Maison Blanche direkt zum DFDS-Terminal geleitet wird. Alles ist sehr gut ausgeschildert. Am Terminal findet die Passkontrolle und gegebenenfalls die Gepäckkontrolle statt; bei uns wurde nur ein kurzer Blick in den Kofferraum geworfen. Am Terminal wird den Passagieren mitgeteilt, auf welcher Spur sie sich einordnen müssen (ich glaube, es waren über 30 Spuren, wir hatten die Nummer 29).

Die Preise für die Überfahrt bewegen sich je nach Wochentag und Abfahrtszeit zwischen 45 Euro und 130 Euro (ein PKW inklusive fünf Personen), in Spitzenzeiten auch manchmal darüber. Zwölfmal am Tag verkehren die Fähren von Dünkirchen nach Dover bzw von Dover nach Dünkirchen.
Ich hatte noch zwei Extras dazugebucht:
Das bevorzugte Boarding kostet 12 Euro pro Fahrzeug; dadurch kommt man auf eine Extra-Fahrspur und gelangt zuerst an Bord und verlässt das Schiff als Erster.
Für 15 Euro pro Person hat man Zutritt zu der Premium Lounge, in die man durch einen einzutippenden Zahlencode gelangt. Wenn man keine Lust hat, die zwei Stunden, die die Überfahrt dauert, in dem wuseligen und vollen Aufenthaltsbereich der Fähre zu verbringen, hat man hier in der Lounge seine Ruhe. An den großen Panoramafenstern stehen Sessel, Stühle und Tische; am Büffett kann man sich an alkoholfreien Getränken bedienen und bekommt zur Begrüßung ein Glas Sekt gereicht. Tageszeitungen liegen aus und das WLAN ist kostenlos. Wer etwas essen möchte, kann an seinem Tisch bestellen und bekommt das Gewünschte vom Servicepersonal serviert. Natürlich gibt es auch eine separate Toilette für die Gäste der Premium Lounge. Ich finde diese Einrichtung sehr gut und kann diese Zusatzbuchung nur empfehlen.

Der Vorteil bei einer Fährüberfahrt gegenüber dem Eurotunnel ist der tolle Blick auf die White Cliffs of Dover wie sie Vera Lynn so schön besang. Als wir das Schiff im Dover Ferry Port verließen, begaben wir uns in Richtung A20 und fuhren durch nicht enden wollende Baustellen. Dies ist ein besonders hässlicher Teil der Hafenstadt. Man atmet auf, wenn man Dover in Richtung Folkestone verlassen hat.

Fazit: Die Fährverbindung ist eine Alternative zum Eurotunnel, rund 45 Kilometer näher von Deutschland aus und mit zwei Stunden Überfahrt auch kein Problem. Bei Herbststürmen würde ich allerdings immer den Tunnel vorziehen.

Dieser Film vermittelt einen kleinen Eindruck wie es an Bord der Fähre zugeht.

Die weißen Klippen von Dover kommen in Sicht. Eigenes Foto.

Die weißen Klippen von Dover kommen in Sicht.
Eigenes Foto.

Die Dover Eastern Docks.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Dover Eastern Docks.
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Published in: on 22. Oktober 2016 at 02:00  Comments (8)  
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