Christmas in England 2016: Weihnachten im Castle Howard (North Yorkshire)

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Zu den Höhepunkten eines Besuches in Yorkshire gehört zweifellos das Castle Howard, ein Stately Home, das im 18. Jahrhundert von John Vanbrugh, assistiert von Nicholas Hawksmoor, für die Howard-Familie erbaut wurde. Ich habe das Haus mehrfach besucht und war immer wieder von Neuem davon beeindruckt.

Wie viele ander Herrenhäuser in ganz England auch, ist das Castle Howard in der Vorweihnachtszeit besonders schön hergerichtet. Vom 19. November bis zum 23. Dezember können die Besucher das Haus in weihnachtlichem Glanz erleben, begleitet von Livemusik und prasselndem Kaminfeuer. Die Räume des Schlosses sind von den Mitarbeitern liebevoll dekoriert worden; das beginnt schon in der Great Hall, wo ein sieben Meter hoher Weihnachtsbaum aufgestellt ist. Der Grand Staircase ist mit Girlanden, Früchten und Lichtern geschmückt, in Lady Georginas Bedroom steht ein Weihnachtsbaum und in ihrem Dressing Room sind weihnachtliche Vorbereitungsarbeiten zu sehen. Der Crimson Dining Room ist für ein Festmahl gedeckt und der Turquoise Drawing Room besticht durch sein Farbenspiel, das durch die zusätzlichen Dekorationen noch beeindruckender ist.

Die Food Art-Spezialisten Sam Bompas und Harry Parr haben in diesem Jahr erstmals eine Lebkuchen-Variation des Castle Howard geschaffen, an der drei Bäcker zwei Wochen lang gearbeitet haben. Hier ist ein kurzer Film darüber zu sehen.

Am Sonntag, dem 18. Dezember wird das Castle Howard bis in den Abend geöffnet und die Atmosphäre durch Weihnachtssänger, Kerzen und Kaminfeuer noch stimmungsvoller sein. Ein kleiner Weihnachtsmarkt ist im Boar Garden Marquee untergebracht.

Dieser Film
gibt einen Vorgeschmack, was den Besucher im vorweihnachtlichen Castle Howard erwartet.

The Great Hall.   © Copyright Mike Searle and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Great Hall.
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Published in: on 30. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
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„The Remains of the Day“ (dt. „Was vom Tage übrigblieb“) – Ein Film und seine Drehorte

Darlington Hall = Dyrham Park.   © Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Darlington Hall = Dyrham Park.
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In den 1990er Jahren verfilmte James Ivory den Roman „The Remains of the Day“ von Kazuo Ishiguro, der unter dem Titel „Was vom Tage übrigblieb“ in deutschen Kinos gezeigt wurde. Acht Oscar-Nominierungen erhielt Ivorys Werk, darunter für den besten Film und die beste männliche und weibliche Hauptrolle, das waren Anthony Hopkins und Emma Thompson. Vor wenigen Tagen wurde dieser großartige Film noch einmal auf Arte gezeigt. Für jeden, der England und seine Landhäuser mag, ist es sicher interessant zu wissen, wo die Dreharbeiten stattgefunden haben.
James Ivory und sein Produktionsstab brauchten damals keine langen Wege zurückzulegen, um zu den einzelnen Drehorten zu gelangen, denn sie alle lagen im Großraum Bath und Bristol.

Darlington Hall, dort wo Lord Darlington (James Fox) residiert und Butler James Stevens (Anthony Hopkins) arbeitet, ist Dyrham Park in South Gloucestershire, ein sehr schönes Country House in einer grandiosen Landschaft gelegen. Dyrham Park gehört dem National Trust, verfügt über ein berühmtes Wildgehege und kann besichtigt werden. Für den Film wurden hier nur die Außenaufnahmen für Darlington Hall gemacht. Dieser Film zeigt das Haus und die Gärten.

Die Innenaufnahmen für „The Remains of the Day“ wurden in mehreren anderen Häusern gedreht. Nur wenige Kilometer von Dyrham Park entfernt, liegt das Badminton House, in dem die Szenen für die Dienstbotenunterkünfte gefilmt wurden. Das Haus, nahe des Ortes Badminton in South Gloucestershire, gehört dem Duke of Beaufort und ist zurzeit nicht zu besichtigen; es steht aber für Hochzeiten zur Verfügung.  Hier wurden im Jahr 2002 auch Teile des Horrorthrillers „28 Days Later“ (dt. „28 Tage später“) gedreht.

Das Powderham Castle an der Südküste stand ebenfalls für die Innenaufnahmen als Darlington Hall zur Verfügung; hier besonders das wunderschöne Treppenhaus und das Musikzimmer. Die Burg gehört dem Earl of Devon in der 28. Generation und ist zu besichtigen. 2004 drehte man hier Szenen für den Film „Churchill – The Hollywood Years„. Hier ist ein kurzer Film über das Powderham Castle.

Corsham Court liegt westlich von Chippenham in Wiltshire. In der Bibliothek und im Dining Room drehte James Ivory Szenen für seinen Film. Das Haus und die von Capability Brown gestalteten Gärten sind zu besichtigen. Ich schrieb in meinem Blog schon einmal über die berühmte Platane dort. Stanley Kubrick verwendete Corsham Court 1975 für seinen Film „Barry Lyndon“ (dt. „Barry Lyndon“).

Zwei Pubs sind in „The Remains of the Day“ zu sehen, die von Butler James Stevens aufgesucht werden: The George Inn in Norton St Phillip (Somerset), auch in „The Fortunes and Misfortunes of Moll Flanders“ (dt. „Die skandalösen Abenteuer der Moll Flanders“) aus dem Jahr 1996 zu sehen, und The Hop Pole Inn in Limpley Stoke (Somerset), der zurzeit auf dem Markt ist.

Das Ende des Films wurde in Clevedon und vor allem in Weston-super-Mare südlich von Bristol an der Küste gedreht, im Winter Gardens Pavilion (dort wo Stevens mit Miss Kenton Tee trinkt) und im Highbury Hotel (Miss Kentons Gästehaus).

Hier ist der Trailer zu „The Remains of the Day“ zu sehen, ein Film, der ein wenig an „Downton Abbey“ erinnert.

Badminton House.   © Copyright Vieve Forward and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Treppenhaus im Powderham Castle. Author: Manfred Heyde. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Treppenhaus im Powderham Castle.
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Corsham Court.   © Copyright Hugh McKechnie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Corsham Court.
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The george Inn in Norton St Phillip.   © Copyright David Gearing and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.   © Copyright Nick Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Hop Pole Inn in Limpley Stoke.
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Winter Gardens Pavilion in Weston-super-Mare.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 29. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Der Londoner Abney Park Cemetery – Ein verwunschener Friedhof in Stoke Newington

Das Eingangstor zum Abney Park.   © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Eingangstor zum Abney Park.
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Der Abney Park Cemetery in Stoke Newington, also im Norden Londons, ist einer der sogenannten Magnificent Seven – das sind sowohl landschaftlich als auch architektonisch besonders schön gestaltete Friedhöfe in der Stadt aus dem 19. Jahrhundert. Der Abney Park Cemetery gehört zu den weniger bekannten dieser Glorreichen Sieben; bekannter sind da der Highgate Cemetery und der Kensal Green Cemetery.

Abney Park liegt inmitten eines dicht besiedelten Wohngebietes und man erreicht den Friedhof durch ein im ägyptischen Revival-Stil erbautes Eingangstor, das der viktorianische Architekt William Hosking entworfen hat, der auch für den Bau der Kapelle im Zentrum des Parks verantwortlich war, eine der ersten nicht konfessionsgebundenen Kirchen Europas. 1840 wurde die Abney Park Chapel eingeweiht. In den 1980er Jahren verursachte ein Feuer schwere Schäden und Vandalismus tat ein übriges, um die Kirche für die Öffentlichkeit zu sperren. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten haben aber mittlerweile stattgefunden, so dass die Kapelle bald wieder zur Verfügung stehen wird.

Über 200 000 Menschen sind auf dem Friedhof beigesetzt worden, dessen Gräber in vielen Fällen von Pflanzen überwuchert worden sind. Manche Grabsteine sind umgekippt, so dass hier eine ziemlich unheimliche Atmosphäre herrscht, ein Paradies für Horrorfilm-Regisseure.

Mehrere Musikvideos haben den Abney Park Cemetery als Hintergrund, darunter Amy Winehouses großartiges „Back to Black„, in dem auch die Kapelle zu sehen ist.
Dr John Cooper Clark & Hugh Cornwells Version des alten John Leyton Songs „Johnny Remember Me“ wurde ebenfalls im nächtlichen unheimlichen Abney Park gedreht wie auch „Celestica“ der kanadischen Band Crystal Castles.

Der Friedhof kam in den letzten Jahren immer wieder in Verruf, weil hier nachts Sex, Drugs und Rock ’n‘ Roll überhand nahmen und sich die Anwohner bei der Polizei beschwerten. Die düstere Atmosphäre zieht leider auch zwielichtige Elemente an. Der Abney Park Trust kümmert sich um den Erhalt dieses außergewöhnlichen Parks.
Dieser eindrucksvolle Film zeigt Menschen, die in irgendeiner Weise mit dem Friedhof verbunden sind (der Film beginnt erst nach 22 Sekunden und dauert 30 Minuten, nicht wie angegeben 55 Minuten).

Der Friedhof ist ganzjährig täglich von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Abney Park
Stoke Newington High Street,
London N16 0LH

Abney Park Chapel.   © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Abney Park Chapel.
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Grabmal für einen im Dienst getöteten Polizisten.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Grabmal für William Tyler, einen im Dienst getöteten Polizisten.
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Published in: on 28. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mangold Hurling – Ein Herbstvergnügen in Somerset und Wiltshire

Zuerst einmal: Mangold Hurling, eine Art Boulespiel mit Mangold, kann gefährlich sein, so steht es jedenfalls auf den Webseiten der Mangold Hurling Association. Bekommt man eine fehlgeleitete Mangold an den Kopf, so kann das zu schweren Verletzungen führen. Von einem Todesfall bei diesem alljährlich im Oktober stattfindenden Spiel ist allerdings glücklicherweise nichts bekannt.

Die zur Gattung der Rüben zählende Pflanze wird für das Spiel eingesetzt, das besonders in Somerset und Wiltshire sehr beliebt ist.
Und so geht es: Die Teilnehmer werfen von einer festgelegten Entfernung aus ihre Mangolds in Richtung der „Zielrübe“, die „Norman“ genannt wird. Wer am nächsten dran ist, hat gewonnen; also ganz einfach.

Manchmal werden Schafe als Wachpersonal für die zum Wettbewerb vorgesehenen Mangolds eingesetzt, die aufpassen sollen, dass die Rüben nicht manipuliert werden. Wenn sich jemand Unbefugtes nähert, geben die Wächterschafe ein sehr laues „Mäh“ von sich; dafür sind sie extra trainiert worden. Der Nachteil: Manchmal fressen die hungrigen Vierbeiner die Blätter der Rüben weg, wodurch die Wurfgeschosse unbrauchbar sind, denn das Grün der Rüben dient auch als eine Art Fallschirm beim Wettbewerb.

Dieser Film zeigt wie es beim Mangoldwerfen zugeht.

Hovis Commercial – Der beliebteste englische Werbespot aller Zeiten

Der Gold Hill in Shaftesbury.   © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gold Hill in Shaftesbury.
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Eigentlich hasse ich ja Werbespots und schalte sofort den Ton aus, wenn sie auf dem Bildschirm erscheinen, aber ich muss zugeben, dass es hin und wieder einige Juwelen darunter gibt, die wirklich gelungen sind.

Der beliebteste Werbespot aller Zeiten in England stammt von der Brotfirma Hovis und wurde 1973 von Ridley Scott hergestellt, dem heute berühmten Regisseur, der zuletzt den Film „The Martian“ (dt. „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) drehte.

Scott war damals natürlich noch nicht so bekannt und verdiente sich mit Werbespots sein Geld, von denen er etwa 2000 drehte.
In der Hovis-Werbung schiebt ein Junge sein mit Broten beladenes Fahrrad eine steile Dorfstraße hinauf, begleitet von Dvoraks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Der Brotjunge war der damals 13jährige Carl Barlow, der später Feuerwehrmann wurde. Den Bäcker spielte Bill Maynard, den man aus der später gedrehten ITV-Serie „Heartbeat“ kennt.
Wo der Werbespot gedreht wurde, ist unschwer zu erkennen, es war der Gold Hill in Shaftesbury (Dorset), eine der am häufigsten fotografierten Straßen Englands.
Hier ist der Spot „Bike Ride“ zu sehen. Zur Erinnerung hat man das Hovis Bread Monument neben dem Rathaus von Shaftesbury aufgestellt.

2008 brachte die Firma einen neuen, ähnlichen Werbefilm für ihr Brot heraus: „Go on lad„, ein aufwändig in Liverpool produziertes Commercial.

So kann selbst Werbung Spaß machen!

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury. Author: Sandister Tei. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Hovis Bread Monument in Shaftesbury.
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Published in: on 26. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Museum of English Rural Life der Universität von Reading (Berkshire) – Seit dem 19. Oktober wieder geöffnet

Der Museumseingang.   © Copyright Rose and Trev Clough and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Museumseingang.
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Ein Museum, das sich mit dem englischen Landleben beschäftigt, vermutet man eigentlich irgendwo draußen auf dem Lande, das Museum of English Rural Life liegt aber mitten in der Stadt Reading in Berkshire, auf dem Gelände der University of Reading an der Redlands Road. Nach einem Komplettumbau. der rund £3 Millionen kostete, öffnete das Museum seine Pforten wieder am 19. Oktober diesen Jahres.

Das Museum of English Rural Life wurde bereits wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg 1951 gegründet. Damals war das Interesse an der Landwirtschaft besonders groß, denn in den Kriegszeiten wurden alle verfügbaren Flächen für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte genutzt, neuentwickelte Maschinen kamen zum Einsatz und Frauen arbeiteten verstärkt in diesem Bereich und ersetzten die männlichen Arbeitskräfte, die im Krieg waren. So kam man in der Universität von Reading auf die Idee, dem Thema „Landleben“ ein eigenes Museum zu widmen und es ist bis heute das größte seiner Art in ganz Großbritannien.

Im Jahr 2005 fand ein Umbau und eine Vergrößerung des Museums statt, der £11 Millionen kostete, und seit der Neueröffnung in diesem Herbst kann man in neun zusätzlichen Ausstellungsräumen noch wesentlich mehr Artefakte besichtigen als zuvor. Um das Museum auch für Kinder attraktiv zu machen, hat man jetzt viel Wert auf interaktive Ausstellungsstücke gelegt wie zum Beispiel einer Kuh, der man per Knopfdruck „cow sounds“ entlocken kann. Das Museum umfasst über 25 000 Gegenstände, die angeschlossene Bibliothek hat rund 100 000 Bücher, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema Landleben beschäftigen. In der Sammlung befinden sich weiterhin mehr als eine Million Fotografien und Hunderte von Stunden historischer Filme.

Der Eintritt in das Museum ist frei. Es ist von Dienstag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr und samstags und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Museum of English Rural Life
University of Reading
Redlands Road
Reading RG1 5EX

Der Museumsgarten.   © Copyright don cload and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Museumsgarten.
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Published in: on 25. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Rover – Der erste vierbeinige Star in der Geschichte des Films

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten begang.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten beging.
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Eigentlich hieß Rover Blair, er war ein sehr hübscher, intelligenter Collie und gehörte dem englischen Filmpionier Cecil Hepworth. Rovers Karriere als weltweit erster Filmhund begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Bilder noch laufen lernten. Damals dauerten die schwarz-weißen Stummfilme nicht lange, zwischen fünf und zehn Minuten in den meisten Fällen. Rovers erster Auftritt war 1903 in dem Film „Alice in Wonderland„, in dem er zusammen mit Herrchen Cecil und Frauchen Margaret spielte. Sein größter Erfolg kam zwei Jahre später in dem knapp siebenminütigen Film „Rescued by Rover„, in dem neben den beiden Hepworths auch noch ihr Baby Barbara auftrat. Rover ist in diesem kurzen Streifen der Held, denn ihm gelingt es, das von einer Zigeunerin gekidnappte Baby wieder aufzufinden. Der Kurzfilm war so erfolgreich, dass insgesamt 395 Kopien davon weltweit verkauft wurden, und er musste noch zweimal neu aufgenommen werden, da die Originalnegative zu schlecht geworden waren, um davon noch Kopien ziehen zu können. „Rescued by Rover“ ist laut Guinness Book of Records der kostengünstigste Film, der je hergestellt wurde; hier ist er in voller Länge zu sehen.

Nach „Rover Takes a Call“ (1905) kann man den Collie noch ein letztes Mal 1908 in dem Film „The Dog Outwits the Kidnapper“ sehen. Die Geschichte ist sehr ähnlich wie die in „Rescued by Rover“: Baby Barbara wird wieder entführt, von einem unbekannten Mann in einem Auto. Rover wetzt hinterher und als der Entführer sein Auto samt Baby vor einem Haus abstellt und darin verschwindet, springt Rover auf den Fahrersitz und steuert das Auto mit seinen Vorderpfoten sicher zurück in das Haus, in dem er und Baby Barbara wohnen. Hier ist die Heldentat Rovers zu bewundern.

Als der Collie im Februar 1914 starb, schrieb das Filmmagazin Pictures and Picturegoers: „No other animal in the picture world has ever attained the same amount of celebrity“.

Cecil Hepworth (1874-1953), der seinem Hund zu Weltruf verhalf, drehte diese Filme in seinen Hepworth Studios in Walton-on-Thames (Surrey). Diese später auch Nettlefold und Walton Studios genannte Filmproduktionsstätte existierte noch bis 1961, dann wurden die Gebäude abgerissen. Das Cecil Hepworth Playhouse in der Straße Hurst Grove, dort, wo die Studios einst standen, erinnert mit seinem Namen noch an diesen großen Filmpionier.

 

 

 

 

Published in: on 24. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Christmas in England 2016: Weihnachten in Buckinghamshire

Das weihnachtliche Waddesdon Manor.   © Copyright Christine Matthews and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das weihnachtliche Waddesdon Manor.
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Welche vorweihnachtlichen Aktivitäten gibt es in meiner Lieblings-Grafschaft Buckinghamshire? Hier ist ein kleiner Überblick:

Wie in jedem Jahr ist auch dieses Mal wieder das Waddesdon Manor nördlich von Aylesbury einer der schönsten dekorierten Orte im County. Bei Einbruch der Dunkelheit wird das an ein französisches Schloss erinnernde Gebäude illuminiert. „Sparkling Christmas“ ist vom 9. November bis zum 2. Januar zu sehen. Der Künstler Bruce Munro hat auch im Jahr 2016 mit seinem „Field of Light“ für die Lichtinstallationen im Garten gesorgt und vom 16. November bis zum 11. Dezember findet im und außerhalb des Manors ein Weihnachtsmarkt statt.

Sehr märchenhaft geht es auch im Hughenden Manor zu, dem einstigen Wohnsitz von Benjamin Disraeli, wo die Räumlichkeiten nach Motiven der Grimmschen Märchen dekoriert sind. „A Fairy Tale Christmas“ öffnet am 1. Dezember seine Pforten und kann bis zum 20. Dezember besichtigt werden. Am 6., 15. und 20 Dezember gibt es hier einen Vortrag zu hören, der den Titel „Dark History of Fairy Tales“ trägt und sich an Erwachsene wendet. Alle anderen Aktivitäten im Haus sind aber sehr gut für Kinder geeignet.

Am 14. Dezember ist die Innenstadt der New Town von Beaconsfield von 18 Uhr bis 20.30 Uhr für den Verkehr gesperrt, weil dann dort das Festival of Lights inszeniert wird, bei dem man sich mit Weihnachtsgeschenken eindecken kann. Begleitet wird das Late Night Shopping von einem Laternenumzug, Dudelsackmusik und einer Lasershow.

Am 24. November wird in Marlow an der Themse die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet und niemand Geringeres als Mary Berry wird das in diesem Jahr tun, die außerordentlich populäre Jurorin der TV-Serie „The Great British Bake Off“. Um 17.30 Uhr geht es los und für die Zeremonie wird die High Street komplett gesperrt.

Bereits am 17. November fand das „Switch On“ der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Marktplatz von Aylesbury statt, vorgenommen von Michelle Collins, die zurzeit im Waterside Theatre der Stadt in der Panto „Aladdin“ mitspielt.

Ein wichtiger Tag in der Vorweihnachtszeit in Buckingham ist der 10. Dezember, denn dann findet hier die Christmas Parade statt, bei der dekorierte Umzugswagen und Blaskapellen zu sehen und zu hören sind. Hier sind einige Bilder von der Parade des Vorjahres.

Auf der Manor Farm in Haddenham (wo mehrere Episoden der TV-Serie „Inspector Barnaby gedreht wurden, ich berichtete in meinem Blog darüber) ist schon seit dem 3. November in der Tythe Barn, einer alten Scheune aus dem 15. Jahrhundert, ein Weihnachtsmarkt untergebracht, der jeweils donnerstags bis sonntags bis zum 18. Dezember geöffnet hat und wo es Geschenke und weihnachtliche Dekorationen zu kaufen gibt.

Christmas at The Railway“ ist für alle gedacht, die ein Herz für alte Eisenbahnen haben. Das Buckinghamshire Railway Centre in Quainton führt vom 26. November bis zum 18. Dezember an den Wochenenden Dampflokfahrten durch, bei denen Father Christmas zugegen ist und Thomas the Tank Engine die Waggons schleppt.

Die High Street von Marlow mit Weihnachtsgirlanden.   © Copyright Scriniary and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Marlow mit Weihnachtsgirlanden.
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Published in: on 23. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pubschilder – „The Hung Drawn and Quartered“ in der Londoner Great Tower Street

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Gleich hinter dem Londoner Tower findet sich ein Pub mit dem ungewöhnlichen Namen „The Hung Drawn and Quartered„, dessen Schild einen zum Tode Verurteilten zeigt, der die fürchterliche Strafe Hängen, Ausweiden und Vierteilen über sich ergehen lassen muss. Diese Hinrichtungsart war vorwiegend für des Hochverrats angeklagte und verurteilte Menschen vorgesehen. 1870 wurde diese Strafe abgeschafft; der letzte auf diese Art hingerichtete war der Schotte David Tyrie, dem man 1782 ein Komplott mit den Franzosen vorwarf.

Der Gasthof, der mit seinem Namen an diese unmenschliche Strafe erinnert, steht auf dem Tower Hill, nur wenige Schritte von dem Ort entfernt, der früher einmal als Hinrichtungsstätte für Adelige diente, die in Ungnade gefallen waren. Nur ganz wenige wurden innerhalb der Mauern des Towers exekutiert (ich berichtete in meinem Blog darüber), alle anderen außerhalb des Towers.
An der Außenwand des Pubs hat man ein Schild mit einem kurzen Auszug aus Samuel Pepys‘ Tagebüchern angebracht, dessen Foto ich unten angefügt habe.

The Hung Drawn and Quartered Pub, der der Londoner Fuller Brewery gehört, nennt sich selbst ein „Tower Hill Gem – Executed to perfection„, kann man es treffender ausdrücken? Natürlich gibt es hier auch die Fuller’s Biere im Angebot wie den Klassiker, das London Pride, aber auch Oliver’s Island, Seafarers und das Champion Ale ESB.

Ab 9 Uhr ist das Gasthaus an der Great Tower Street täglich geöffnet, so dass man hier auch schon das Frühstück zu sich nehmen kann. In der Küche hat Gary Carter das Kommando, der sich bereits sein Weihnachtmenü ausgedacht hat, das £30.95 kosten wird und drei Gänge umfasst.

The Hung Drawn and Quartered
26-27 Great Tower Street
London EC3R 5AQ

This work is released into the public domain.

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Published in: on 22. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Queen’s handbags – Die Handtaschen der Queen

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Eines der wichtigsten Accessoires der Queen, wenn sie den Buckinghampalast verlässt, ist ihre Handtasche. Es gibt wohl nur wenige Fotos der Königin, die sie ohne Handtasche zeigen. Sie bevorzugt dabei die Marke Launer; die Firma ist offizieller Hoflieferant des englischen Königshauses. 1941 gründete Sam Launer die Firma, mit dem Anspruch, nur beste Materialien zu verwenden, die in Handarbeit von ausgesuchtem Fachpersonal zu Taschen und anderen Produkten verarbeitet werden. Launer stellt seine Waren, darunter auch die royalen Handtaschen, in seinen Fabrikationsstätten in Walsall her, einer 170 000 Einwohner zählenden Stadt in den West Midlands. Hier steht in der Nummer 71 Holtshill Lane ein Backsteingebäude, das 1904 erbaut wurde und seitdem zur Produktion von Lederwaren benutzt wird. Sam Launer, der aus der Tschechoslowakei eingewandert war, übernahm es 1941 und noch heute erfreuen sich seine Handtaschen, Lederbörsen und Brieftaschen großer Beliebtheit. Die Queen soll mehr als 200 dieser handgefertigten Taschen besitzen, die bei Selfriges in London schon einmal über £2000 kosten können wie beispielsweise die Traviata Calf & Lizard Leather Tote. Hier ist ein Film über die Firma.

Immer wieder wird die Frage gestellt, was denn die Queen in ihren Launer-Handtaschen mit sich trägt. Aus ihrer näheren Umgebung drang hin und wieder durch, dass die Monarchin u.a. einige wenige 5 Pfund- oder auch 10 Pfundnoten bei sich hat und auch ein paar Glücksbringer in Form von Corgis sowie ein Foto ihres Sohnes Andrew, das anlässlich seiner Rückkehr aus dem Falklandkrieg aufgenommen worden war.

In meinem Blog stellte ich schon einmal ein Buch vor, das sich mit dem royalen Handtascheninhalt und anderen „Geheimnissen“ rund um die Queen beschäftigt.

Elizabeth II benutzt aber ihre Launer-Handtaschen nicht nur zum Transport unverzichtbarer Gegenstände, sondern auch, um ihrer Umwelt bestimmte Wünsche mitzuteilen. So heißt es, wenn die Queen ihre Handtasche auf den Tisch legt, möchte die Dame ihrem Personal zu verstehen geben, dass sie in spätestens fünf Minuten den Raum verlassen will. Stellt sie ihre Handtasche auf den Boden soll das bedeuten, dass sie keine Lust mehr hat, die Unterhaltung mit ihrem Gesprächspartner fortzusetzen, und dass ihre Hofdame sie erlösen möge. Wechselt sie ihre Tasche von einem Arm auf den anderen, will sie damit signalisieren, dass die Konversation jetzt bitteschön beendet werden soll.

Published in: on 21. November 2016 at 02:00  Comments (2)  

Die Ziferblat Lokale – Hier ist alles kostenlos, nur die Zeit nicht

In Liverpool gibt es zwei, in London und Manchester je eines; die Rede ist von den Ziferblat-Lokalen, die eine ganz besondere Art des Bezahlens haben. Hier kostet nur die Zeit etwas, die man in den Lokalen verbringt und zwar zwischen fünf und acht Pence die Minute, alles andere ist kostenlos, der Kaffee, der Kuchen, die Kekse, die Cerealien, das W-LAN. Man trifft sich in den Ziferblat-Lokalen zum Klönen, zum Chillen, zum Musikhören, zum Spielen, zum Leute treffen, man arbeitet an Laptops und und und. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, man spült seine benutzten Teller und Tassen und fühlt sich einfach entspannt und wohl. Jeder bekommt beim Betreten eines Ziferblat-Lokals eine Uhr, die er/sie vor dem Verlassen wieder abgibt und bezahlt dann für die Zeit, die er/sie hier verbracht hat oder man bezahlt im voraus für die Zeit, die man hier verbringen möchte. Keine schlechte Idee, die der Russe Ivan Meetin da im Jahr 2011 in Moskau entwickelt hat. Inzwischen gibt es 14 Ziferblat-Lokale, außer in Russland auch in der Ukraine, in Slowenien und eben in England.

In Liverpool stehen die beiden Etablissements am St Paul’s Square und am Albert Dock, in Manchester in der Edge Street und in London in der Old Street in Shoreditch. Diese beiden Filme zeigen wie es im Londoner Ziferblat und im Manchester Ziferblat zugeht.

 

Published in: on 20. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Von Stuart Maconie stellte ich in meiner Reihe „Mein Buchtipp“ schon einmal sein „The People’s Songs – The Story of Modern Britain in 50 Songs“ vor. In der Nachfolge seines Buches „Pie and Prejudice: In Search of the North„, das 2008 erschien, veröffentlichte er im vergangenen Jahr sein „The Pie At Night – What the North Does For Fun„, in dem er sich mit den Vergnügungsgewohnheiten der englischen Nordlichter auseinandersetzt.
Wer Stuart Maconie nicht kennt, hier einige Worte zu seiner Person: Er wurde 1960 geboren und ist in erster Linie ein „Radiomann“, das heißt er moderierte/moderiert diverse Radioprogramme der BBC, aktuell bei BBC Radio 6 Music „Radcliffe & Maconie„, zusammen mit Mark Radcliffe. Die Sendung wird in der BBC MediaCityUK in Salford (Greater Manchester) produziert.

Stuart Maconie wurde im Norden Englands geboren und er fühlt sich auch als Northerner, was man in seinem aktuellen Buch auf jeder Seite spürt. Gern grenzt er sich gegen den Süden des Landes, speziell London, ab und vertritt die Interessen des Nordens.

Womit amüsieren sich die Leute im Norden Englands? Das ist das Thema des Buches. Stuart Maconie besucht im Zuge seiner Recherchen Fußballstadien, Rugbyplätze und Bowling Greens. Er nimmt an einer Opernaufführung in Leeds teil und berichtet über Blasmusikkapellen, von denen viele ihr Zuhause in den Städten und Dörfern in den Hochmooren bei Manchester haben. Wir folgen zusammen mit dem Radiomoderator den Spuren des Dichters Philip Larkin in Hull und des Künstlers Lawrence Stephen Lowry in Berwick-upon-Tweed.

Nach der Lektüre des Buches sieht man „The North“ mit etwas anderen Augen. Hier wohnen keine Hinterwäldler, sondern Neuerungen gegenüber aufgeschlossene, moderne Menschen, die es etwas rauher mögen als ihre südlichen Nachbarn. Eine lohnende Lektüre!

Stuart Maconie: The Pie At Night – What the North Does For Fun. Ebury Press 2016. 346 Seiten. ISBN 978-0-091-93382-1 (Die Hardcoverausgabe erschien bereits ein Jahr zuvor).

 

Published in: on 19. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Christmas in England 2016: Käthe Wohlfahrts Weihnachtsladen in York

Yorks Christmas Shop.   © Copyright Paul Harrop and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Yorks Christmas Shop.
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Es ist zwar noch einige Wochen hin bis zu den Weihnachtstagen, aber in England bereiten sich schon viele auf das Fest vor. Weihnachtsmarktbesuche werden geplant, Festessen in Pubs und Hotels gebucht und über Geschenke nachgedacht. Bis zum 24. Dezember werde ich in loser Reihenfolge über die Weihnachtsaktivitäten auf der Insel berichten.

Seit Mitte des Jahres gibt es in York einen Weihnachtsladen von Käthe Wohlfahrt, dem ersten in Großbritannien. Überall dort, wo viele Touristen zusammenkommen, vor allem die aus den USA und dem Fernen Osten, findet man die ganzjährig geöffneten Läden wie in Rothenburg ob der Tauber, in Oberammergau, Heidelberg, Rüdesheim, Berlin, Brügge in Belgien und Riquewihr im Elsass, um nur einige zu nennen. Auch in den Sommermonaten, wenn es eigentlich niemandem weihnachtlich zumute ist, werden bei Käthe Wohlfahrt Christbaumkugeln, Nussknacker und Räuchermännchen verkauft und das bei „Stille Nacht“ und brennenden Weihnachtsbäumen.

In York wurde der Laden in der Straße Stonegate Nummer 17, also mitten im Zentrum der historischen Altstadt, eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Umgebung passt sehr gut, in der schmalen Straße befinden sich einige hübsche Gebäude, in denen zum Beispiel der Punchbowl Pub, der Ye Olde Starre Inne, Betty’s Café Tea Rooms untergebracht sind. Das meiner Ansicht schönste Haus ist aber das, in dem seit August diesen Jahres Käthe Wohlfahrts Christmas Shop Unterschlupf gefunden hat und das Mulberry Hall heißt. 1434 wurde es errichtet, so steht es auf einem kleinen Schild über der Eingangstür.
Bis Anfang des Jahres konnte man in dem Haus Porzellan kaufen, leider musste der Inhaber sein Geschäft schließen, es war eine Institution in York und das seit fast sechzig Jahren. Man befürchtete, dass ein weiteres Restaurant, eine Bar oder irgendein Kettenladen in die Mulberry Hall einziehen würde, doch dann wurde der Eigentümer der Käthe Wohlfahrt-Läden, Harald Wohlfahrt, auf den Leerstand aufmerksam und entschloss sich, seine erste britische Filiale hier zu eröffnen.

Jetzt in der Vorweihnachtszeit dürfte die Kasse in der Stonegate 17 besonders laut klingeln.

Mulberry Hall, das schöne Fachwerkhaus in Yorks Stonegate.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mulberry Hall, das schöne Fachwerkhaus in Yorks Stonegate.
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Published in: on 18. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Scream Parks und Zombiejagden – Das etwas andere Freizeitvergnügen in England

Hier in den ehemaligen Werkshallen der Firma Stanley Tools in Sheffield finden jetzt die Zombiejagden statt.   © Copyright Terry Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in den ehemaligen Werkshallen der Firma Stanley Tools in Sheffield finden jetzt die Zombiejagden statt.
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Eigentlich gibt es ja genügend Spukorte in England,  an denen man sich so richtig schön gruseln kann. Eine ganze Reihe von Beispielen habe ich in meiner entsprechenden Blogkategorie im Laufe der Jahre aufgeführt. Aber das scheint einigen noch immer nicht zu reichen, denn sonst hätte man nicht so viele zusätzliche künstliche Gruselstätten im Lande errichtet. Ich denke da zum Beispiel an die Dungeons in London und York; aber diese Etablissements werden alle überboten von Zombieabschuss-Installationen und sogenannten Scream Parks, in denen es so richtig zur Sache geht. Sicher nicht jedermanns Geschmack. Hier sind einige Beispiele:

Zombie Experiences nennen sich 15 über England verteilte Orte, in denen es darum geht, Zombies, die die Herrschaft übernommen haben, zu vernichten. Da ist The Factory in Sheffield, eine Ansammlung von Gebäuden, in denen einmal eine Werkzeugfabrik untergebracht war. In diesen Werkshallen muss man die dort versteckten Zombies aufspüren und töten. Ähnliches erwartet den Zombiejäger im Asylum in Liverpool und im Boot Camp in Droitwich Spa (Worcestershire).

Das gleiche System findet man bei Zombie Uprising in den Barracks in Stockport bei Manchester und im District 26 in Chesterfield (Derbyshire). Auch dort gilt es, möglichst viele Zombies zu erlegen. Wie dieser „Spaß“ aussieht, zeigt dieser Film. Falls jemand noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht: Ein Gutschein für das zweifelhafte Vergnügen kostet £50.

In den sogenannten Scream Parks geht es nicht weniger zimperlich zu. Auch im Scream Park UK in Manchester spielen die unvermeidlichen Zombies wieder eine besondere Rolle. In dem in der Event City untergebrachten Gruselpark findet man Geisterbahnen und andere „thrill rides“. Hier ist eine kleine Kostprobe.

Auf Mrs Dowsons Farm an der Longsight Road, der A59, nördlich von Blackburn (Lancashire) ist der Scare Kingdom Scream Park untergebracht. Dort wird man zum Beispiel mit gruseligen Häusern wie 666 Brimstone Place, Manormortis und The House of Gaunt konfrontiert. Hier ist ein Vorgeschmack (Vorsicht! Nichts für Zartbesaitete!).

Bei Melton Mowbray in Leicestershire im Twinlakes Park liegt der Xtreme Scream Park, der sechs Spukhäuser und gruselige Irrgärten zu seinen Attraktionen zählt. Extrem unappetitlich ist The Pie Factory (Melton Mowbray ist die Stadt der Pies).

Ich bin selbst absolut kein Freund dieser Art von Freizeitvergnügen, aber alles, was mit Gruseligem und Geisterhaftem zu tun hat, ist nun mal in England äußerst populär. Mir reichte einmal ein Besuch in einem Wachsfigurenkabinett in York, in dem man in einem stockdunklen Raum mit einem schwammigen unebenen Fußboden mit allen möglichen schauerlichen Dingen konfrontiert wurde…und das inmitten einer kreischenden Teenager-Mädchenklasse.

Published in: on 17. November 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Scary Clitheroe – Eine Kleinstadt am Fuße des Hexenbergs Pendle Hill in Lancashire

Blick auf Clitheroe von der Burg aus gesehen. Im Vordergrund ein Kriegerdenkmal, im Hintergrund der Pendle Hill.    © Copyright Tom Howard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf Clitheroe von der Burg aus. Im Vordergrund ein Kriegerdenkmal, im Hintergrund der Pendle Hill.
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Die Kleinstadt Clitheroe in Lancashire liegt nicht weit entfernt vom Pendle Hill, wo Anfang des 17. Jahrhunderts 12 angebliche Hexen gelebt haben, die 10 Menschen durch Zauberei getötet haben sollen. Ihnen wurde in Lancaster der Prozess gemacht, der als „Pendle Witch Trials“ in die Geschichte eingegangen ist. Noch heute gilt der Pendle Hill als unheimlich und ist ein bei Geisterjägern beliebtes Gelände.

Clitheroe selbst hat auch so einiges an unheimlichen und merkwürdigen Dingen vorzuweisen und einer, der das alles kennt und weiß, ist Simon Entwistle, dessen Top Hat Tours zu lokalen, regionalen und überregionalen Spukorten führen. So bietet er u.a. eine Tour zu den Schauplätzen an, die mit den Pendle Witches zusammenhängen und eine Fahrt zu den „Spuk-Pubs“ im Ribble Valley. Auf Entwistles Programm steht auch ein Clitheroe Ghost Walk, der am Clitheroe Castle beginnt, einer alten Burg aus dem 12. Jahrhundert, in der eine White Lady und mehrere andere Gestalten spuken sollen. Dieser Film zeigt Simon Entwistle auf der Burg mit einigen seiner Geistergeschichten.

Über das Swan and Royal Hotel in der Castle Street und seine berühmten Gäste habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Dort gibt es auch eine Ghost Story: Der Geist eines jungen Mädchens soll im obersten Stockwerk umgehen und die Gäste nerven, indem Bettdecken weggezogen und Vorhänge plötzlich zugezogen werden und die Toilettenspülung betätigt wird. Man sagt, es handelt sich dabei um eine 17jährige, die sich in einem Zimmer des Hauses das Leben genommen hat, weil sie schwanger war, ihre Eltern sie daraufhin verstoßen hatten und der Mann ihres Kindes im Zulukrieg in Afrika gefallen war.

Ein bis heute ungeklärter Mordfall ereignete sich am 19. März 1934 in Clitheroe, als der 46jährige Farmarbeiter Jim Dawson nach einigen Drinks im Edisford Bridge Hotel nachts nach Hause ging und plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken spürte. Er kümmerte sich nicht weiter darum und ging zu Hause ins Bett. Am nächsten Morgen war sein Bett voller Blut und im Rücken klaffte eine Wunde. Dawsons begab sich in ein Krankenhaus, wo ein Arzt ein zugespitztes Metallteil aus seinem Rücken entfernte. Einige Tages später starb der Mann an Blutvergiftung. Wer hatte das Metallstück auf den Farmer abgeschossen? Detective Chief Superintendent Wilf Blacker, der mit der Untersuchung des Falles beauftragt wurde, stieß bei den Einheimischen auf eine Mauer des Schweigens. Niemand wollte mit ihm reden, er kam einfach nicht weiter, und so blieb der Fall ungeklärt. Die Vermutungen gingen dahin, dass es sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben soll.
Jennie Lee Cobban, die in Clitheroe zur Schule ging, hat ein Buch über den mysteriösen Fall geschrieben: „Wall of Silence: The Peculiar Murder of Jim Dawson of Bashall Eaves“ (Demdike Press 2005. 160 Seiten. ISBN 978-0955043703).

Clitheroe Castle.    © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Clitheroe Castle.
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The Swan and Royal in der Castle Street.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Swan and Royal in der Castle Street.
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Rdisford Bridge Hotel.   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Edisford Bridge Hotel.
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Published in: on 16. November 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Der Historic Chapels Trust, der sich für vernachlässigte Gotteshäuser einsetzt

Hier sind die Büros des Historic Chapels Trust zu finden.   © Copyright Mike Faherty and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier sind die Büros des Historic Chapels Trust zu finden, in der Londoner St Georges’s German Lutheran Church.
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Nicht nur Pubs verschwinden in alarmierendem Ausmaß von der englischen Landkarte, auch Kirchen und Kapellen werden zunehmend nicht mehr benutzt, abgerissen oder zweckentfremdet. Glücklicherweise gibt es einige Organisationen, die sich dieser alten Bauwerke annehmen und sich schützend vor sie stellen. Da ist der Churches Conservation Trust, der sich um geschlossene anglikanische Kirchen kümmert, die Friends of Friendless Churches (ein wirklich gut gewählter Name! Ich berichtete in meinem Blog über sie) und der erst 1993 gegründete Historic Chapels Trust, der sich die Aufgabe gestellt hat, nicht-anglikanische Kirchen vor dem Verfall bzw. der Zerstörung zu retten.

Der Hauptsitz des Trusts befindet sich in einem dieser geretteten Gotteshäuser, der St George’s German Lutheran Church, in der Londoner Alie Street im Stadtteil Whitechapel. Die Kirche diente ihrem eigentlichen Zweck von 1762 bis 1995, dann wurde sie nicht mehr gebraucht. Der Historic Chapels Trust nahm sie unter seine Fittiche, ließ eine aufwendige Restaurierung durchführen und stellt die Räumlichkeiten für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung.

Der Trust bekommt keine staatlichen finanziellen Mittel, wird aber vom English Heritage und dem Heritage Lottery Fund unterstützt. Er baut vor allem auf freiwillige Helfer, die sich vor Ort um die Gebäude kümmern, dort Veranstaltungen durchführen und sich um lokale Spendengelder bemühen.
Gerade in der Vorweihnachtszeit werden in den „geretteten Kirchen“ entsprechende Events angeboten wie eine Christmas Arts and Crafts Fayre in der 1719 erbauten Salem Chapel in East Budleigh in Devon oder Carols and Readings for Christmas in der Walpole Old Chapel in Walpole (Suffolk), die Ende des 17. Jahrhunderts gebaut und 1970 geschlossen wurde.

Bisher hat der Trust 20 ehemalige Kirchen übernommen, restauriert und neuen Zwecken zugeführt. Hier sind einige weitere Beispiele:

Die Cote Baptist Church bei Bampton in Oxfordshire. 1993 vom Trust übernommen und für £250,000 wiederhergestellt.

Die Todmorden Unitarian Church in Todmorden (West Yorkshire). Seit 1994 beim Trust, die Restaurierungskosten betrugen eine Million Pfund.

Die Umberslade Baptist Church bei Hockley Heath in den West Midlands, die der Trust 1999 übernahm.

Siehe zum Thema auch meinen Blogeintrag „Nicht mehr gebrauchte Kirchen -Was tun damit?“

Die Cote Baptist Church bei Bampton in Oxfordshire.   © Copyright Des Blenkinsopp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Cote Baptist Church bei Bampton in Oxfordshire.
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Die Todmorden Unitarian Church inWest Yorkshire.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Todmorden Unitarian Church in West Yorkshire.
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Die Umberslade Baptist Church bei Hockley Heath.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Umberslade Baptist Church bei Hockley Heath.
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Published in: on 15. November 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Tanworth-in-Arden (Warwickshire) – Hier ruhen auf dem Kirchhof von St Mary Magdalene drei bekannte Persönlichkeiten

Tanworth-in-Arden. Links The Bell Inn, rechts St Mary Magdalene.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tanworth-in-Arden. Links The Bell Inn, rechts St Mary Magdalene.
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Tanworth-in-Arden ist ein Dorf nördlich der Shakespeare-Stadt Straford-Upon-Avon und südlich der Autobahn M42 in der Grafschaft Warwickshire. In der Mitte des Ortes liegt sein Pub The Bell Inn, davor ein winziges Village Green mit Kriegerdenkmal und gegenüber die Kirche St Mary Magdalene – ein richtig hübsches Dorf.

Auf dem Friedhof der Parish Church ruhen seit einigen Jahrzehnten drei prominente Männer, die einst in Tanworth-in-Arden wohnten.
Da ist zuerst Nick Drake, ein Musiker und Songwriter, der zu seinen Lebzeiten keine großen Erfolge feiern konnte, dessen Werk nach seinem Tode aber größere Anerkennung fand. Der 1948 geborene Drake hatte sein Leben lang mit schweren Depressionen zu kämpfen, er lebte zuletzt zurückgezogen in seinem Elternhaus am Bates Lane in Tanworth-in-Arden, wo er am 25. November 1974 an einer Überdosis Depressiva im Alter von nur 26 Jahren starb. Er veröffentlichte drei Studioalben in den Jahren 1969, 1971 und 1972 und nur eine Handvoll Singles, von denen ich als Beispiel „Northern Sky“ nennen möchte, das der New Musical Express einmal als „Der größte englische Lovesong der Moderne“ bezeichnete, hier zu hören.
Auf Nick Drakes Grabstein stehen die Worte „‚Now we rise/And we are everywhere„, entnommen aus seinem Song „From the Morning“ aus seinem letzten Album „Pink Moon“. Dieser Film zeigt Drakes Wohnhaus Far Leys und dieser Film seine bescheidene Grabstelle.

Ein weiterer prominenter „Bewohner“ des Friedhofs von St Mary Magdalene ist der Motorradrennfahrer Mike Hailwood. „Mike the Bike“ war neunmaliger Weltmeister, errang 76 Siege bei Grand-Prix-Rennen und gewann die berühmte Tourist Trophy auf der Isle of Man vierzehnmal. Der 1940 in Oxford geborene Hailwood führte als Rennfahrer ein gefährliches Leben und so ist es umso absurder, dass er unverschuldet bei einem Autounfall am 23. März 1981 ums Leben kam, als er auf der Alcester Road in Portway auf dem Heimweg nach Tanworth-in-Arden gegen einen Lastwagen prallte, der verbotenerweise ein Wendemanöver durchführte. Mike Hailwood und seine ihn begleitende Tochter Michelle überlebten den Unfall nicht; sein Sohn David, der ebenfalls mit im Auto saß, kam mit leichten Verletzungen davon. Vater und Tochter wurden nebeneinander auf dem Friedhof von St Mary Magdalene beigesetzt. Hier ist ein Film über seine Beerdigung, bei der viele namhafte Motorradrennfahrer teilnahmen und hier ist seine Grabstelle zu sehen.

Das Grab eines berühmten Boxers ist ebenfalls auf dem Dorffriedhof zu finden: Jack Hood (1902-1992). Von seinen 85 ausgetragenen Kämpfen gewann er 67, und nachdem er sich vom Boxsport zurückgezogen hatte, war er von 1939 bis 1972 der Inhaber des Bell Inn, in dem noch heute einige Erinnerungsstücke an ihn, wie seine Boxhandschuhe, zu sehen sind.

Tanworth-in-Arden wurde einmal als Drehort der Seifenoper „Crossroads“ benutzt, die von 1964 bis 1988 produziert wurde. Darin sind häufig The Bell Inn und St Mary Magdalene zu sehen, die in der Serie aber andere Namen tragen. Hier ist eine Episode zu sehen. Meines Wissens wurde die Soap Opera nicht im deutschen Fernsehen gezeigt.

Nick Drakes Grab. This work has been released into the public domain

Nick Drakes Grab.
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The Jubilee Clock Tower in Newmarket (Suffolk)

   © Copyright Bikeboy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Newmarket in der Grafschaft Suffolk ist das vielleicht wichtigste Zentrum für Pferdezucht und Pferdesport im gesamten Königreich. Wer sich für Pferderennen interessiert, wird sich hier im National Horseracing Museum gut informieren können.

In Newmarket an der High Street steht ein ins Auge stechendes Gebäude: Ein Turm mit einer Uhr und einer Wetterfahne, die einen Reiter und ein Pferd in vollem Galopp zeigt. Dieser sogenannte Jubilee Clock Tower wurde zu Ehren des goldenen Thronjubiläums von Königin Victoria im Jahre 1887 erbaut und 1890 offiziell eröffnet. Die Bürger von Newmarket sammelten für die Baukosten des Turms das dafür benötigte Geld; die Uhr wurde von einem örtlichen Pferdetrainer namens Charles Blanton gestiftet, der u.a. das berühmte Rennpferd Robert the Devil trainierte. Für diese edle Tat wird der Mann auf einer Inschrift am Turm auch entsprechend gewürdigt: „1837 Jubilate Victoriae 1887. Clock presented by C. Blanton.  Erected by voluntary contribution„. Gebaut wurde diese Uhr von der Firma Smith of Derby, ein Familienbetrieb aus Derby, der noch heute existiert und der u.a. auch die Uhren an der Londoner St Paul’s Cathedral und am Trinity College in Cambridge angefertigt hat. Die Uhr am Jubilee Clock Tower in Maidenhead (Berkshire), der anlässlich des Queen Victoria Diamond Jubilee erbaut wurde, stammt ebenfalls aus der Produktion der Firma aus Derbyshire.

Published in: on 13. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Museen in Hastings (East Sussex) Teil 2: The Shipwreck Museum

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Ein Stück weit entfernt vom True Crime Museum, das ich gestern in meinem Blog vorstellte, liegt, ebenfalls direkt am Strand von Hastings, ein anderes ungewöhnliches Museum, das sich mit dem Thema „Schiffswracks“ beschäftigt: The Shipwreck Museum. Zwischen dem Bluereef Aquarium und dem Fishermen’s Museum steht dieses liebevoll eingerichtete Haus an der Rock-A-Nore Road, das man kostenfrei besuchen kann. „Treasures From The Deep“ und „140 Million Years To The Present“ steht auf einem Schild vor dem Eingang. Die „Schätze aus der Tiefe“ sind Gegenstände, die man aus Schiffen geholt hat, die vor diesem Küstenstrich gesunken sind wie die „Amsterdam„, ein Handelsschiff, das auf seiner Jungfernfahrt am 26. Januar 1749 in einen schweren Sturm vor der englischen Südküste geriet und sank. 1969 wurde es bei Hastings wieder aufgefunden. Bei Niedrigwasser sind noch heute einige Holzteile des Wracks zu sehen. Auch Artefakten aus dem Schiff HMS Anne sind im Museum ausgestellt, das 1690 nach der Schlacht von Beachy Head ausbrannte.

Neben diesen Fundstücken aus gesunkenen Schiffen werden auch noch Fossilien ausgestellt, die in der Nähe von Hastings gesammelt worden sind.

Das Shipwreck Museum erhält keine finanzielle Unterstützung aus der öffentlichen Hand und lebt überwiegend vom Verkauf seiner Waren im Souvenirladen. Dort ist ein breites Angebot von Dingen zu finden, die alle einen maritimen Bezug haben; viele wurden von einheimischen Künstlern angefertigt.
Hier ist ein Film über das Museum zu sehen.

Im Sommerhalbjahr ist das Museum täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr, im Winterhalbjahr nur am Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Zwischen Museum und Meer ist ein großer Parkplatz, so gibt es diesbezüglich hier keine Probleme.

The Shipwreck Museum
Rock-a-Nore Road
Hastings, East Sussex TN34 3DW

Aus einem Wrack geborgene Flaschen.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aus einem Wrack geborgene Flaschen.
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Wrackreste der "Amsterdam". Author: Detecting. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Wrackreste der „Amsterdam“.
Author: Detecting.
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Published in: on 12. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Museen in Hastings (East Sussex) Teil 1: The True Crime Museum

In diesem imposanten Gebäude ist das True Crime Museum untergebracht.   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In diesem imposanten Gebäude ist das True Crime Museum untergebracht.
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An der Strandstraße in Hastings (East Sussex), die an dieser Stelle White Rock heißt (die A259), steht ein großes imposantes Gebäude namens Palace Court, dessen hinterer Teil in die Klippen hineingebaut ist. Hier finden wir seit dem Jahr 2014 ein außergewöhnliches Museum, das alle interessieren wird, die sich mir der britischen und internationalen Verbrechensgeschichte auseinandersetzen möchten: The True Crime Museum, „the largest collection of crime memorabilia in the UK“. Der Kurator Joel Griggs hat hier eine Fülle von Ausstellungsgegenständen zusammengetragen, deren Anblick manchem kalte Schauer den Rücken herunterlaufen lassen wird. Da sind beispielsweise die Original-Fässer, in denen der sogenannte Säurebadmörder John George Haigh (ich berichtete in meinem Blog über ihn) seine Opfer bis (fast) in Nichts auflöste. In einem anderen Raum steht eine Badewanne, in der der Auftragskiller John Childs in den 1970er Jahren in London seine Opfer zerstückelte. Dann gibt es eine Vorrichtung zu sehen, auf der zum Tode verurteilte Mörder ihre tödlichen Injektionen erhielten.

In einer anderen Ecke steht ein von Kugeln durchsiebter Jeep Cherokee, in Vitrinen findet man unzählige Erinnerungsstücke von Verbrechern wie von den berüchtigten Kray-Zwillingen, die in den 1960er Jahren London unsicher machten.

Das True Crime Museum ist ziemlich gruselig gestaltet und in Höhlengängen untergebracht. Hin und wieder werden hier auch Vorträge gehalten wie über den Yorkshire Ripper Peter Sutcliffe oder über Jack the Ripper. Im Museumsshop kann man aus einer Fülle von True Crime-Büchern und -DVDs das passende auswählen. Wer in den Gewölben eine Party veranstalten möchte, kann auch das haben, eine „Criminal Record“ Disco und eine Bar stehen zur Verfügung. Dieser Film gibt einen ersten Überblick über das True Crime Museum.

Der Eintrittspreis beträgt £7.50. Das Museum ist ganzjährig täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

True Crime Museum
Palace Avenue Arcade
White Rock
Hastings, East Sussex, TN34 1JP

Published in: on 11. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Barnaby Festival in Macclesfield

Der für das Barnaby-Festival geschmückte Marktplatz von Macclesfield.   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der für das Barnaby-Festival geschmückte Marktplatz von Macclesfield.
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Macclesfield ist eine rund 50 000 Einwohner zählende Stadt, 25 Kilometer südlich von Manchester in der Grafschaft Cheshire gelegen, also im Speckgürtel der Großstadt. Im Jahr 2005 erregte der jährlich erscheinende State of the Nation Report Aufsehen und Ärger in der Stadt; darin wurde Macclesfield nämlich als „the least-cultured place in Britain“ bezeichnet, also als Stadt, in der Kultur so gut wie gar nicht vorkommt. Eigentlich sind die Bürger Macclesfields relativ wohlhabend, so erstaunen die Ergebnisse des Reports, der u.a. feststellte, dass es im Bereich Theater, Bibliotheken und Kinos erhebliche Mängel gab.

Mit diesem Makel wollte man in Macclesfield nicht leben, und so kam man auf die Idee, ein uraltes Fest wieder zu beleben, das schon im 13. Jahrhundert gefeiert wurde und das man jetzt Macclesfield Barnaby Festival nennt. Bis in die 1980er Jahre war „Barnaby“ ein Feiertag, der nur in Macclesfield stattfand und der dann allmählich in Vergessenheit geriet, bis man ihn 2005 in weit größerem Stil neu erfand. In diesem Jahr fand das Event vom 17. bis zum 26. Juni statt.

Kommen wir kurz auf den Namen des Festivals zurück: Mit Inspector Barnaby aus dem Midsomer County hat das natürlich nichts zu tun, sondern er geht auf den Apostel Barnabas zurück, einen der frühchristlichen Missionare.

Das Barnaby Festival bietet eine Fülle von kulturellen Veranstaltungen, Künstler zeigen, was sie können und für Amüsement für Groß und Klein ist auch gesorgt. Einer der Höhepunkte ist immer die Barnaby Parade, ein Umzug, der durch die ganze Stadt führt. In diesem Jahr stand das Festival unter dem Motto „Weltall“, anlässlich des siebzigjährigen Bestehens des Jodrell-Bank-Radioobservatoriums, das ganz in der Nähe liegt. Schauplätze für diese „Space Events“ waren u.a. die Christ Church, die St Michael’s Church, der Market Place und der Sparrow Park.
Den Ruf als „the least-cultured place in Britain“ dürfte Macclesfield mittlerweile los sein.

Dieser Film
zeigt Höhepunkte vom diesjährigen Festival.

St Michael's Church am Marktplatz von Macclesfield.   © Copyright Tricia Neal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael’s Church am Marktplatz von Macclesfield.
   © Copyright Tricia Neal and
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Published in: on 10. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Manchester United Songs des Pete Boyle

Hier im Old Trafford Stadion erschallen die Gesänge der Fans von Manchester United.   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Old Trafford Stadion erschallen die Gesänge der Fans von Manchester United.
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Jede Fangruppe eines Fußballvereins hat ihre eigenen Gesänge, die bei den Spielen ihrer jeweiligen Mannschaften im Stadion zu hören sind. Das ist in England besonders stark ausgeprägt, und ich habe über die Londoner Vereine in meinem Blog schon einmal geschrieben. Der ungekrönte König dieser „Fußball-Balladen“ ist Manchester United Fan Pete Boyle, der schon seit über dreißig Jahren unzählige Hymnen geschrieben hat und dessen Fantasie unerschöpflich zu sein scheint. Wer ihn und seine Gesangesgenossen einmal hören möchte, sollte bei einem Heimspiel von Manchester United vor oder nach dem Spiel den Pub The Bishop Blaize aufsuchen, der nur einen Steinwurf vom Old Trafford Stadion entfernt, in der Chester Road liegt. Dort kommt man in den „Genuss“ der Boyleschen Kompositionen, die übrigens zum großen Teil als CDs erhältlich sind, unter dem Titel „United We Sing Volume 1-10„. Viele dieser Songs sind einzelnen Spielern von Manchester United gewidmet.

Hier sind einige Beispiele:

Der Franzose Eric Cantona spielte von 1992 bis 1997 für den Club und eines von Pete Boyles Frühwerken galt ihm: „We’ll Drink A Drink To Eric The King“ nach der Melodie von „Lily The Pink“ der Band Scaffold, hier zu hören.

Im Jahr 2014 wechselte der Spanier Juan Mata vom FC Chelsea nach Manchester United und auch ihm wurde ein Lied gewidmet, das auf der Melodie des „Little Drummer Boy“ basiert und das hier zu hören ist.

Norman Whiteside trat von 1982 bis 1989 für den Club in Manchester an und spielte 206mal. Der Song „Mr. Brightside“ von The Killers stand Pate für Pete Boyles Hommage an den Spieler, den man sich hier anhören kann (wer empfindliche Ohren hat, bitte den Song nicht anklicken).

Weitere Spieler (nur eine ganz kleine Auswahl), die mit einem eigenen Song versehen worden sind:
Carlos Tevez – „Don’t Cry For Me Carlos“
Cristiano Ronaldo – „Cristiano Our Wonderful Winger“
Wayne Rooney – „Rooney He’s The Best“
Patrice Evra – „Stick With Evra“
Shinji Kagawa – „Happy Kagawa“

Falls jemand nicht genug von den Fangesängen bekommen kann: Hier ist ein „Best Of“ zu hören.

The Bishop Blaize in der Chester Road - Stammpub vieler Manchester United Fans.    © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bishop Blaize in der Chester Road – Stammpub vieler Manchester United Fans.
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Published in: on 9. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
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The Bowes Museum in Barnard Castle (County Durham)

   © Copyright Andrew Curtis and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ein solch beeindruckendes Gebäude, in dem das Bowes Museum untergebracht ist, erwartet man nicht unbedingt in der Kleinstadt Barnard Castle im Teesdale in County Durham. Man fühlt sich eher in die Region der Loireschlösser versetzt.
Der Architekt war allerdings auch Franzose, Jules Pellechet, und die Grundsteinlegung erfolgte 1869. Bauherr waren der erfolgreiche Geschäftsmann John Bowes und seine französische Frau Joséphine, eine Pariser Schauspielerin. Beide zeigten sich sehr an Kunst interessiert und das in französischem Stil erbaute Haus konzipierten sie auch von Anfang an als Kunstgalerie.
Joséphine starb bereits 1874, ein herber Schlag für ihren Mann, der die Lust verlor, weiterhin Kunstgegenstände zu sammeln. Nach dem Tode von John Bowes übernahmen Treuhänder die Sammlung und am 10. Juni 1892 wurde das Bowes Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Zu finden sind auf den 3 Etagen des Museums u.a. Werke von El Greco, Canaletto und Goya, Sèvres-Porzellan, wertvolle Uhren und unzählige andere Kostbarkeiten.
Eine Besonderheit ist der Silberne Schwan, ein mechanischer Automat aus dem 18. Jahrhundert, der in einem Glaskasten sitzt und in einem Fluss zu schwimmen scheint, aus dem er Fische fängt und diese verspeist.
Um den empfindlichen Mechanismus zu schonen, wird der Schwan nur noch einmal am Tag, um 14 Uhr, in Bewegung gesetzt. Das ganze Schauspiel dauert 40 Sekunden. Dieser Film zeigt den eindrucksvollen Schwan im Detail.

 

Published in: on 8. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Suffolk Pink, ein berühmter Sternekoch und The Angel Hotel in Lavenham (Suffolk)

The Angel in Lavenham in dem hellen Suffolk Pink, das niemand mochte.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Angel in Lavenham in dem hellen Suffolk Pink, das niemand mochte.
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Fährt man durch das ländliche Suffolk fällt dem Reisenden auf, dass außergewöhnlich viele Häuser pinkfarben gestrichen sind. Diese Farbe hat sogar einen eigenen Namen: Suffolk Pink. Bis zurück in das 14. Jahrhundert reicht die Geschichte dieser Farbgebung. Es gibt da einige Schattierungen, von hellem Rosa bis zu einem dunkleren Rosa, und man mischte früher Schweine- oder Ochsenblut bzw. den Saft von Holunderbeeren oder Schlehen dazu, je nachdem, was man für einen Farbton erreichen wollte.

Suffolk Pink stand im Mittelpunkt einer Kontroverse in dem hübschen Städtchen Lavenham. Im Jahr 2011 übernahm der berühmte Sternekoch Marco Perre White aus London das Angel Hotel am Market Place. Mr. White hat in der kulinarischen Szene Großbritanniens nicht nur einen Ruf als erstklassiger Koch, sondern auch als Rauhbein und Wüterich. Gleich nachdem er das aus dem 15. Jahrhundert stammende Haus gekauft hatte, eckte er mit der Bevölkerung Lavenhams an, denn er warf populäre Getränke wie Foster’s oder Strongbow-Cider aus seinem Angebot heraus, weil sie seiner Meinung nach eine Klientel anlockte, die er in seinem Haus nicht haben wollte.
Marco Pierre White legte Wert auf anspruchsvolle Gäste mit einem gewissen Niveau, das nicht unterschritten werden sollte, und so blieben viele „Regulars“ weg. Doch gab es noch weitere Probleme mit dem Sternekoch. Das bislang crèmefarbene Gebäude ließ er in Suffolk Pink streichen, eigentlich kein Problem, doch nach Ansicht vieler in Lavenham war es das falsche Suffolk Pink, es war zu hell und blass. Vertreter des District Councils sahen sich das Angel Hotel an, auch Marco Pierre White kam dazu, mit dem Ergebnis, dass das Gebäude neu gestrichen werden sollte, dieses Mal aber in einem dunkleren Suffolk Pink (der Koch hatte seinen Hotelmanager mit der Wahl des Farbtons beauftragt, ihm selbst gefiel das helle Pink auch nicht).

Schon drei Jahre nach der Übernahme des Angels trennte sich Marco Pierre White Ende 2014 wieder von seinem Hotel und verkaufte es an die kleine Gruppe Cozy Hotels. Jetzt werden die von Mr. White verschmähten Lager-Biere wieder angeboten und die Speisekarte enthält überwiegend Pub Classics.

Der exzentrische Koch hatte einen seiner anderen Gastro-Pubs im gleichen Jahr verkauft: The Pear Tree in Whitley (Wiltshire). Auch hier mochten die Bewohner den Eigentümer nicht und boykottierten den Pub. Sie bekamen darin nicht das, was sie eigentlich wollten und die Preise waren ihnen auch viel zu hoch. Außerdem lief dem Starkoch sein Personal weg, weil viele den ruppigen Führungsstil nicht mochten. Wie in Lavenham war auch hier in Whitley nach drei Jahren Schluss. The Pear Tree wird von einem neuen Mangement betrieben und scheint gut angenommen worden zu sein, wenn man die Kritiken im TripAdvisor liest.

Hier im Pear Tree in Whitley lief es nicht rund unter dem Management von Marco Pierre White.    © Copyright Maigheach-gheal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Pear Tree in Whitley lief es nicht rund unter dem Management von Marco Pierre White.
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Illuminationen Teil 2: Die Blackpool Illuminations und das Switch On

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Blackpool an der englischen Nordwestküste ist ein Mekka für Vergnügungssüchtige, die sich auf die „englische Art“ amüsieren möchten, also in Spielhallen, auf Achterbahnen und so weiter. Es ist ein Lieblingsziel für Hen- und Stag Parties, es gibt unzählige kleine Pensionen, B&Bs und Hotels…und es gibt die Blackpool Illuminations, die jedes Jahr im Herbst Menschenmassen anziehen. Auf einer Strecke von zehn Kilometern sind diese Lichtanlagen an der Strandpromenade installiert, die man sich zu Fuß ansehen kann (was wohl die wenigsten tun), vom Auto, vom Bus oder von einer der Straßenbahnen aus, die die Promenade entlangfahren.

Es ist schon ein gewaltiges Spektakel, das mittlerweile fast £2 Millionen kostet, aber die Menschen, die extra deswegen herkommen, geben eben auch viel Geld in der Stadt aus. In diesem Jahr werden die Lichter heute am 6. November abgeschaltet, dann wird es wieder etwas dunkler in Blackpool.

Ein großes Ereignis ist jedes Jahr das sogenannte Switch On, wenn ein Prominenter die Illuminations startet. 1934 ereignete sich das zum ersten Mal und der Auserwählte war damals Edward George Villiers Stanley, 17th Earl of Derby, Kriegsminister in der Zeit von Georg V.

Es folgte eine bunte Kette von V.I.P.s, von denen ich hier einige erwähnen möchte:

1951 startete die Fußballlegende Sir Stanley Matthews das Switch On.
1959 war es die berühmte amerikanische Film-Blondine Jayne Mansfield.
1969 flog ein Bomber des Typs English Electric Canberra tief über dem Strand und der Promenade und eröffnete die Illuminationen.
1977 war es das berühmte Pferd Redrum, das den Grand National dreimal gewann.
1979 kam Kermit der Frosch mit seinen Muppets-Kollegen nach Blackpool und hatte die Ehre des Switch Ons.
1984 war es Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Johannes Rau, der den Hebel umlegte, um die Lichterschau zu starten. Er kam damals als Vertreter von Blackpools Partnerstadt Bottrop.

In den 1990er Jahren waren es hauptsächlich Musiker wie Lisa Stansfield (1992), Status Quo (1993), Shirley Bassey (1994), die Bee Gees (1995), die Girl Group Eternal (1996), Michael Ball (1997), Chris de Burgh (1998) und Gary Barlow (1999).

Im Jahr 2008 holte man für den Akt die Top Gear-Moderatoren Jeremy Clarkson und Richard Hammond und The Stig, der natürlich nicht fehlen durfte.

In diesem Jahr engagierte man die Schauspielerin Barbara Windsor, um die Illuminationen eröffnen, die man aus vielen Carry-On-Filmen der 1960er und 1970er Jahren kennt und als Peggy Mitchell aus der Seifenoper EastEnders. Hier ist ein Film über die „Hebel-Umlegung“.

Dieser Film zeigt eine Fahrt durch die diesjährigen Illuminationen.

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Illuminationen Teil 1: Der Karnevalsumzug von Bridgwater in Somerset – Einer der längsten und spektakulärsten der Welt

Ein besonders gelungener Umzugswagen.   © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein besonders gelungener Umzugswagen.
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Heute am 5. November, am Guy Fawkes Day, findet einer der längsten und spektakulärsten Karnevalsumzüge statt, und zwar in Bridgwater, einer Stadt an der Autobahn M5 in Somerset. Gleich zweimal ist der Bridgwater Guy Fawkes Carnival in diesem Jahr mit Auszeichnungen von Touristenbüros im Südwesten des Landes geehrt worden.

Der Umzug beginnt um 19 Uhr, wenn es schon dunkel ist, und dann beginnen die kunstvoll gestalteten Wagen, die alle illuminiert sind, ihren vier Kilometer langen Zug durch die Stadt. Rund fünfzig dieser „cart“ genannten Wagen nehmen an der Parade teil, einige sind bis zu dreißig Meter lang. Über 600 000 an den Fahrzeugen angebrachte Lämpchen verbreiten dabei eine magische Atmosphäre. Eine Jury wählt die schönsten „carts“ aus, die dann ein Preisgeld von bis zu £400 gewinnen können.

Spielmannszüge sorgen für die musikalische Begleitung und dazwischen tummeln sich überall maskierte Zugteilnehmer. Zwei Stunden dauert das Spektakel, an dem jedes Jahr mehr als 150 000 Besucher teilnehmen. Gekrönt wird der Bridgwater Guy Fawkes Carnival mit dem anschließenden sogenannten „Squibbing“ in der High Street. Dabei verwandeln die „Squibber“ die Innenstadt in ein Feuermeer, indem jeder sein an einer langen Stange angebrachtes Feuerwerk zündet. Wie das aussieht, zeigt dieser Film.

Da die Kosten für die Gestaltung des Umzuges sehr hoch sind, helfen Sponsoren bei der Finanzierung der Wagen; auf der anderen Seite wird aber auch Geld gesammelt, das örtlichen Wohlfahrtsverbänden zugute kommt.

Hier ist ein Film vom letztjährigen Bridgwater Guy Fawkes Carnival, der einige der wirklich sehenswerten „carts“ zeigt.

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The Bridgwater Squibbing.   © Copyright Rod Allday and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 5. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Much Wenlock (Shropshire) – Der Geburtsort der modernen Olympischen Spiele

Die High Street von Much Wenlock.   © Copyright richard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Much Wenlock.
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Als ich einmal durch den idyllischen Ort Much Wenlock in Shropshire fuhr, wusste ich noch nicht, dass die modernen Olympischen Spiele hier ihren Ursprung hatten.  Wie kam das?

Der Arzt und Botaniker William Penny Brookes (1809 – 1895) gründete 1860 die Wenlock Olympian Society und organisierte bereits seit 1850 jährlich in Much Wenlock statt findende Olympische Spiele. Baron Pierre de Coubertin besuchte 1890 diese Spiele und war davon so beeindruckt, dass er 1894 das Internationale Olympische Kommitee gründete und 1896 die ersten modernen Olympischen Spiele in Athen ins Leben rief.

Much Wenlock ist dieser Tradition verbunden geblieben und so werden die Wenlock Olympian Society Annual Games auch heute noch jährlich ausgetragen, zuletzt die 130. Spiele vom 02. – 16. Juli 2016. Dieser Film zeigt wie es dabei zugeht.

Wer sich für dieses Thema interessiert findet im Much Wenlock Museum in der Memorial Hall jede Menge Ausstellungsstücke und hier beginnt und endet auch der Wenlock Olympian Trail.
Sehenswert sind noch die Ruinen der Wenlock Priory, die heute dem English Heritage gehören und natürlich die in Geologenkreisen berühmte Wenlock Edge, eine besondere geologische Sandstein-Formation außerhalb des Städtchens.

Einige Szenen des Films Clockwise„, in dem John Cleese (Monty Python, Fawlty Towers) einen Lehrer spielt, wurden in Much Wenlock gedreht.

Der englische Dichter Alfred Edward Houseman widmete der Stadt in seinem berühmten Werk “ A Shropshire Lad“ einige Gedichte, wie „On Wenlock Edge“, die von Vaughan Williams (s. dazu meinen früheren Blogeintrag) vertont wurden.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Ort Much Wenlock.

Das Much Wenlock Museum.   © Copyright Eirian Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Much Wenlock Museum.
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Wenlock Edge.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Meine Lieblings-Pubs – The Boot Inn in Lapworth (Warwickshire), ein Gastropub par excellence

Eigenes Foto.

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Vor einigen Jahren berichtete ich in meinem Blog über einen Besuch in The Crabmill in Preston Bagot in Warwickshire, der zu den acht „Lovely Pubs“ gehört. Zu dieser Pub-Gruppe gehört auch „The Boot Inn“ in Lapworth (Warwickshire), den ich ebenfalls einmal besuchte und für sehr empfehlenswert fand.

Dieser „Coaching Inn“ aus dem 16. Jahrhundert steht etwas außerhalb von Lapworth an der B4439, der Old Warwick Road, am Stratford Canal und gehört zu den „posh country-pubs“, also den edlen Pubs, die über eine sehr gute Küche und einen  gut bestückten Weinkeller  verfügen. Bei meinem Besuch lag der Schwerpunkt der Karte auf griechischen Speisen, aber auch internationale Gerichte wie Nachos mit Guacamole, Piri Piri Chicken Salat mit Chorizo oder Thai Chicken Panini fanden sich auf der Speisekarte. Wer nur wenig Appetit hat, kann auch nur ein Sandwich oder ein Ploughman’s bestellen, dazu vielleicht ein St Austell Tribute oder ein regionales UBU der Purity Brauerei aus Great Alne (Warwickshire).

Das Interieur ist sehr „stylish“ und in der Atmosphäre der oben erwähnten „Crabmill“ sehr ähnlich.

The Boot Inn
Old Warwick Road
Lapworth
Solihull B94 6JU

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Published in: on 3. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The ArcelorMittal Orbit Slide – Die höchste und längste Rutsche der Welt im Londoner Queen Elizabeth Olympic Park

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Jetzt hat London eine weitere Attraktion, die allerdings nur für wagemutige Leute von Interesse ist: The ArcelorMittal Orbit Slide. Den eigenartig gestalteten Turm mit dem Namen ArcelorMittal Orbit, der seit den Olympischen Spielen 2012 im Londoner Queen Elizabeth Olympic Park steht, ist sicher weitgehend bekannt. Londons damaliger Bürgermeister Boris Johnson legte Wert darauf, neben dem Olympiastadion eine ins Auge fallende Attraktion zu errichten, und das wurde dieser Turm, den der indische Unternehmer und Milliardär Lakshmi Mittal weitestgehend finanzierte und der dafür nach seinem Stahlkonzern ArcelorMittal benannt wurde. Sir Anish Kapoor war für den Entwurf des Kunstwerks verantwortlich, von dessen Aussichtsplattformen man einen wunderbaren Blick auf London hat.

Um dieses Gebäude attraktiver zu machen (die Eintrittskosten brachten nicht das erhoffte Geld ein und der Turm entwickelte sich zu einem Zuschussgeschäft), wurde der belgische Installationskünstler Carsten Höller damit beauftragt, eine Rutsche rund um den Turm zu bauen. Die Auftraggeber entschieden sich für diesen Künstler, da Höller im Jahr 2006 in der ehemaligen Turbinenhalle der Londoner Tate Gallery etwas Ähnliches geschaffen hatte: The Test Site.

Seit dem 24. Juni ist The ArcelorMittal Orbit Slide für die Öffentlichkeit freigegeben und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. Es ist mit 178 Metern die längste und höchste Rutsche der Welt, die sich zwölfmal um den Turm herumwindet. Es dauert 40 Sekunden bis man wieder festen Boden unter den Füßen hat und es erfordert schon etwas Mut, sich ganz oben in den Einstieg der Rutsche zu begeben und sich von dort der Schwerkraft zu überlassen. Obligatorisch für alle Rutschenbenutzer sind Helm und Ellenbogenpolster; man liegt in einer Art Wanne, atmet einmal tief durch…und dann kann die Fahrt losgehen. Dieser Film zeigt die Fernsehmoderatorin Ferne McCann, die die Rutsche einmal getestet hat.

Wer die Orbit Slide ausprobieren möchte, der muss dafür £15 bezahlen (Eintritt zum Tower und Rutsche);  Studenten und Senioren zahlen £12, Kinder zwischen 8 und 16 Jahren £10. Die Turmbesichtigung ohne Rutsche kostet £10/£7/£5. Die Öffnungszeiten: Wochentags von 11 Uhr bis 17 Uhr, am Wochenende 10 Uhr bis 19 Uhr, wobei die Rutsche erst 30 Minuten nach Turmöffnung in Betrieb genommen wird.

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Meine Gin-Trilogie Teil 3: The Cholmondeley Arms bei Cholmondeley in Cheshire

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Im ländlichen Cheshire, dort wo sich die A49 und die Wrenbury Road kreuzen, liegt in einem an eine Kirche erinnernden Gebäude The Cholmondeley Arms, ein Pub, der zu der Gruppe Cheshire Cat Pubs and Bars gehört. Diese Pubgruppe wurde 2008 von Tim Bird und Mary McLaughlin gegründet und umfasst bislang acht Häuser. Im Good Pub Guide 2017 wurde sie gerade zur Pub Group of the Year ausgerufen.

The Cholmondeley Arms war ursprünglich eine 1862 ins Leben gerufene Schule, die erst 1988 in ein Gasthaus umgebaut wurde. Im Jahr 2011 übernahmen die Cheshire Cat Pubs das Haus und renovierten das Gebäude, indem sie im Gastraum einige Elemente einbauten, die an den früheren Verwendungszweck als Schule erinnern. Schon kurz nach der Eröffnung im September 2011 gab es begeisterte Zeitschriftenartikel über diesen Pub und auch die einschlägigen Pubführer nahmen ihn gern auf.

Was The Cholmondeley Arms in Großbritannien einzigartig macht, ist die Auswahl an Gins. Sage und schreibe 366 Sorten sind hier im Angebot, das gibt es sonst nirgendwo im Königreich. Das Wacholder-Getränk steht immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens hier mitten in Cheshire: Gin Tasting Classes werden regelmäßig angeboten, es gibt Gin Feste und eine bereits in der vierten Auflage vorliegende Gin Bibel, in der man alles über das Getränk erfährt und die man hier herunterladen kann.
Um das Gin-Angebot noch größer zu machen, kann jedermann Gin-Sorten aus aller Welt, die es hier noch nicht gibt, mitbringen und erhält das Geld dafür zurückerstattet plus einem Gutschein über £10, den man gleich vor Ort wieder ausgeben kann, vielleicht für ein paar Gin and Tonics. Einige Exoten im Gin-Angebot des Pubs sind zum Beispiel Death’s Door aus Wisconsin und Aviation Gin aus Oregon.

Wer keinen Gin mag, kann stattdessen eines der fünf regionalen Biere probieren wie das Cholmondeley Best oder die Saison-Biere wie Teachers Tipple, Headmasters Ale und Schools Out, die alle an die Schule erinnern, die hier viele Jahre lang untergebracht war.

Nach einem umfangreichen Gin Tasting ist man sicher nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren, und so kann man hier gleich eine Übernachtung einlegen. Sechs Zimmer stehen zur Verfügung, die alle nach Lehrern benannt worden sind (Mr. Dumbledore, Mr Chips usw.).

Hunde sind im Pub übrigens sehr willkommen, für die immer ein paar Snacks und ein „Hundebier“ bereitstehen.

The Cholmondeley Arms
Wrenbury Road
Cholmondeley
Near Malpas
Cheshire SY14 8HN

Published in: on 1. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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