Suffolk Pink, ein berühmter Sternekoch und The Angel Hotel in Lavenham (Suffolk)

The Angel in Lavenham in dem hellen Suffolk Pink, das niemand mochte.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Angel in Lavenham in dem hellen Suffolk Pink, das niemand mochte.
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Fährt man durch das ländliche Suffolk fällt dem Reisenden auf, dass außergewöhnlich viele Häuser pinkfarben gestrichen sind. Diese Farbe hat sogar einen eigenen Namen: Suffolk Pink. Bis zurück in das 14. Jahrhundert reicht die Geschichte dieser Farbgebung. Es gibt da einige Schattierungen, von hellem Rosa bis zu einem dunkleren Rosa, und man mischte früher Schweine- oder Ochsenblut bzw. den Saft von Holunderbeeren oder Schlehen dazu, je nachdem, was man für einen Farbton erreichen wollte.

Suffolk Pink stand im Mittelpunkt einer Kontroverse in dem hübschen Städtchen Lavenham. Im Jahr 2011 übernahm der berühmte Sternekoch Marco Perre White aus London das Angel Hotel am Market Place. Mr. White hat in der kulinarischen Szene Großbritanniens nicht nur einen Ruf als erstklassiger Koch, sondern auch als Rauhbein und Wüterich. Gleich nachdem er das aus dem 15. Jahrhundert stammende Haus gekauft hatte, eckte er mit der Bevölkerung Lavenhams an, denn er warf populäre Getränke wie Foster’s oder Strongbow-Cider aus seinem Angebot heraus, weil sie seiner Meinung nach eine Klientel anlockte, die er in seinem Haus nicht haben wollte.
Marco Pierre White legte Wert auf anspruchsvolle Gäste mit einem gewissen Niveau, das nicht unterschritten werden sollte, und so blieben viele „Regulars“ weg. Doch gab es noch weitere Probleme mit dem Sternekoch. Das bislang crèmefarbene Gebäude ließ er in Suffolk Pink streichen, eigentlich kein Problem, doch nach Ansicht vieler in Lavenham war es das falsche Suffolk Pink, es war zu hell und blass. Vertreter des District Councils sahen sich das Angel Hotel an, auch Marco Pierre White kam dazu, mit dem Ergebnis, dass das Gebäude neu gestrichen werden sollte, dieses Mal aber in einem dunkleren Suffolk Pink (der Koch hatte seinen Hotelmanager mit der Wahl des Farbtons beauftragt, ihm selbst gefiel das helle Pink auch nicht).

Schon drei Jahre nach der Übernahme des Angels trennte sich Marco Pierre White Ende 2014 wieder von seinem Hotel und verkaufte es an die kleine Gruppe Cozy Hotels. Jetzt werden die von Mr. White verschmähten Lager-Biere wieder angeboten und die Speisekarte enthält überwiegend Pub Classics.

Der exzentrische Koch hatte einen seiner anderen Gastro-Pubs im gleichen Jahr verkauft: The Pear Tree in Whitley (Wiltshire). Auch hier mochten die Bewohner den Eigentümer nicht und boykottierten den Pub. Sie bekamen darin nicht das, was sie eigentlich wollten und die Preise waren ihnen auch viel zu hoch. Außerdem lief dem Starkoch sein Personal weg, weil viele den ruppigen Führungsstil nicht mochten. Wie in Lavenham war auch hier in Whitley nach drei Jahren Schluss. The Pear Tree wird von einem neuen Mangement betrieben und scheint gut angenommen worden zu sein, wenn man die Kritiken im TripAdvisor liest.

Hier im Pear Tree in Whitley lief es nicht rund unter dem Management von Marco Pierre White.    © Copyright Maigheach-gheal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Pear Tree in Whitley lief es nicht rund unter dem Management von Marco Pierre White.
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Ein Klasse Blog! Ich dachte immer, ich würde UK kennen…Ich bin frisch hier dabei und habe immer beim Lesen der Beiträge den angenehmen Eindruck durch England zu reisen! Klasse! (Das sagte ich schon).


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