Rover – Der erste vierbeinige Star in der Geschichte des Films

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten begang.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Walton-on-Thames in Surrey, wo Rover seine Heldentaten beging.
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Eigentlich hieß Rover Blair, er war ein sehr hübscher, intelligenter Collie und gehörte dem englischen Filmpionier Cecil Hepworth. Rovers Karriere als weltweit erster Filmhund begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Bilder noch laufen lernten. Damals dauerten die schwarz-weißen Stummfilme nicht lange, zwischen fünf und zehn Minuten in den meisten Fällen. Rovers erster Auftritt war 1903 in dem Film „Alice in Wonderland„, in dem er zusammen mit Herrchen Cecil und Frauchen Margaret spielte. Sein größter Erfolg kam zwei Jahre später in dem knapp siebenminütigen Film „Rescued by Rover„, in dem neben den beiden Hepworths auch noch ihr Baby Barbara auftrat. Rover ist in diesem kurzen Streifen der Held, denn ihm gelingt es, das von einer Zigeunerin gekidnappte Baby wieder aufzufinden. Der Kurzfilm war so erfolgreich, dass insgesamt 395 Kopien davon weltweit verkauft wurden, und er musste noch zweimal neu aufgenommen werden, da die Originalnegative zu schlecht geworden waren, um davon noch Kopien ziehen zu können. „Rescued by Rover“ ist laut Guinness Book of Records der kostengünstigste Film, der je hergestellt wurde; hier ist er in voller Länge zu sehen.

Nach „Rover Takes a Call“ (1905) kann man den Collie noch ein letztes Mal 1908 in dem Film „The Dog Outwits the Kidnapper“ sehen. Die Geschichte ist sehr ähnlich wie die in „Rescued by Rover“: Baby Barbara wird wieder entführt, von einem unbekannten Mann in einem Auto. Rover wetzt hinterher und als der Entführer sein Auto samt Baby vor einem Haus abstellt und darin verschwindet, springt Rover auf den Fahrersitz und steuert das Auto mit seinen Vorderpfoten sicher zurück in das Haus, in dem er und Baby Barbara wohnen. Hier ist die Heldentat Rovers zu bewundern.

Als der Collie im Februar 1914 starb, schrieb das Filmmagazin Pictures and Picturegoers: „No other animal in the picture world has ever attained the same amount of celebrity“.

Cecil Hepworth (1874-1953), der seinem Hund zu Weltruf verhalf, drehte diese Filme in seinen Hepworth Studios in Walton-on-Thames (Surrey). Diese später auch Nettlefold und Walton Studios genannte Filmproduktionsstätte existierte noch bis 1961, dann wurden die Gebäude abgerissen. Das Cecil Hepworth Playhouse in der Straße Hurst Grove, dort, wo die Studios einst standen, erinnert mit seinem Namen noch an diesen großen Filmpionier.

 

 

 

 

Published in: on 24. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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