Village Signs: Boxford in Suffolk

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An der Broad Street direkt am River Box in der kleinen Gemeinde Boxford (Suffolk) ist das Village Sign, das Dorfschild, zu finden. Es ist das Werk von Brian Gaze aus Ixworth (Suffolk), der sich schon durch andere Dorfschilder in Norfolk und Suffolk einen Namen gemacht hat. Am Sonntag, dem 14. März 1998 wurde das Schild in Anwesenheit vieler Bürger des Ortes und unter den Glockenklängen der nahegelegenen St Mary’s Church feierlich enthüllt.

Auf den ersten Blick sieht man die üblichen vertrauten Bilder auf dem Schild, wie sie auch auf Dutzenden anderer Village Signs zu finden sind: Da ist auf dem oberen Teil die Dorfkirche St Mary’s zu sehen, deren Ursprünge möglicherweise bis in das 11. Jahrhundert zurückgehen. Auf der linken Seite steht eine Windmühle, die 1788 erbaut wurde und 1901 abbrannte, und auf der rechten Seite eine Wassermühle, die 1934 ebenfalls durch ein Feuer zerstört wurde. Wenn man genau hinsieht, findet man auf dem Schild noch Schafe, Ähren und Äpfel, die jeweils darauf hinweisen, dass diese eine gewisse Bedeutung für Boxford hatten.

Das Besondere an dem Village Sign von Brian Gaze ist aber am unteren Ende das runde Bild, das einen Motorradfahrer zeigt, auf dessen Beiwagen ein Löwe liegt. Wer ist denn das, fragt sich der Betrachter. Es handelt sich hierbei um einen Exzentriker, der aus dem Dorf stammt, um George „Tornado“ Smith (1908-1971), dessen Eltern den White Hart betrieben. Dieser Mann wurde im ganzen Land dadurch berühmt, dass er als erster Engländer den „Wall of Death“ (dieser Film zeigt ein Beispiel) vorführte, das ist eine gefährlich Motorraddemonstration, die auch als Steilwandfahren bezeichnet wird. Doch das genügte Tornado Smith noch nicht; er erhöhte den Nervenkitzel für die Zuschauer dadurch, dass er eine junge Löwin namens Briton vor sich auf der Lenkstange sitzen hatte. Später, als die Löwin größer geworden war, saß sie in dem Beiwagen und vollführte mit Tornado zusammen die waghalsigen Manöver in der Todeswand. Wenn Smith nicht gerade durch das Land tourte, war er wieder zuhause in Boxford und unterhielt die Dorfbewohner mit seinen Kunststücken. Hin und wieder war er auch auf den Straßen zu sehen, wo er Briton an einer Leine spazierenführte. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Nahrung knapp wurde, konnte Tornado Smith seine Löwin nicht länger mit der erforderlichen Menge Fleisch versorgen und sah sich schweren Herzens gezwungen, sie zu erschießen. Begraben wurde sie dort, wo heute der Parkplatz des White Hart zu finden ist. In diesem Gasthof, in dem Smith aufwuchs, sind auch Erinnerungsstücke ausgestellt.

Das Village Sign mit dem Bild von Tornado Smith und seiner Löwin stieß bei den Bewohnern Boxfords aber nicht nur auf Zustimmung; einige im Dorf fanden die Darstellung des Exzentrikers auf dem Schild als „inappropriate“ und meinten, es gehöre da nicht hin.

St Mary's in Boxford.   © Copyright Bikeboy and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary’s in Boxford.
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Published in: on 12. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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