Der Abberley Hall Clock Tower bei Great Witley in Worcestershire

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Über 50 m hoch ist der Uhrenturm von Abberley Hall im Nordwesten der Grafschaft Worcestershire, in der Nähe des Ortes Great Witley.  Doch wozu braucht man so einen hohen, separat vom Hauptgebäude stehenden Turm?

In der Zeit von 1883 bis 1884 wurde der Abberley Hall Clock Tower gebaut, der drei Zimmer im unteren Bereich, ein Nähzimmer und ein Glockenzimmer enthält, die alle so gut wie nie benutzt wurden; lediglich im 2. Weltkrieg wurde der Turm als Beobachtungsposten verwendet, um feindliche Flugzeuge zu melden, die in Richtung Birmingham unterwegs waren.

John Joseph Jones, der 1880 Abberley Hall erbte, gab den Turm in Auftrag. Als Grund nannte man damals, Jones wollte seinen vielen Bediensteten und Arbeitern keine Ausrede bieten, sie wüssten nicht wie spät es ist. Glaubhafter scheint aber eine andere Version zu sein: Ganz in der Nähe wohnte Lord Dudley auf Witley Court, zu dem eine gewisse Rivalität bestand und mit einem so gewaltigen Uhrenturm auf dem Gelände konnte Jones seinerzeit ganz schön auftrumpfen.

Auf Abberley Hall ist seit 1916 ein Internat untergebracht, die Abberley Hall School, und der Uhrenturm ist leider nicht zu besichtigen, außer an einigen wenigen Tagen. Schade, denn Liebhaber von Follies würden das sicher liebend gern tun.

Dieser Film verschafft einen Eindruck vom Inneren des Turms.

Ein Erkerfenster im Turm.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Erkerfenster im Turm.
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Blick vom Turm.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Turm.
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Die Abberley Hall School.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 31. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Kalenderhäuser in England – Einige Beispiele

Knole House bei Sevenoaks in Kent.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Knole House bei Sevenoaks in Kent.
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Kalenderhaus ist ein Begriff aus der Architektur und bedeutet, dass sich in den baulichen Elementen des Hauses die Zahl der Monate im Jahr, der Wochen im Jahr, der Tage im Jahr und der Tage in der Woche widerspiegeln. Ich möchte an dieser Stelle einige Beispiele dafür geben.

Meine erste Begegnung mit einem „calendar house“ war vor vielen Jahre Knole House, jener große Palast bei Sevenoaks in Kent, der dem National Trust gehört und in dem 1892 die Schriftstellerin Vita Sackville West geboren wurde. Die Beatles drehten 1967 hier einige Videos, darunter „Strawberry Fields Forever„.  In Knole gibt es 365 Zimmer, 52 Treppen, 12 Eingangstüren und 7 Innenhöfe.

Ein weiteres Beispiel für ein Kalenderhaus ist Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire, das 1681 von einem wohlhabenden Seidenfabrikanten namens John Mitchell gebaut wurde. Das Haus hatte 365 Fensterscheiben, 52 Türen und 12 Erker. Leider steht das Gebäude schon lange leer und ist in Teilen verfallen. Es ist jetzt in Privatbesitz und soll wiederhergestellt werden.

Ein besonders schönes Exemplar ist das Bedstone College in Bedstone in Shropshire. Das Ende des 19. Jahrhunderts für den Geschäftsmann und Politiker Sir Henry William Ripley erbaute Haus, das seit 1948 als Schule geführt wird, besteht aus 365 Fenstern, 52 Zimmern, 12 Kaminen und 7 Außentüren.

John Edward Taylor (1791-1844) war der Gründer des Manchester Guardians, einer Zeitung, die später in The Guardian umbenannt wurde. Er ließ sich in Didsbury (Greater Manchester) ein beeindruckendes Haus in gotischem Stil errichten, das er The Towers nannte. Hier finden wir 365 Fenster, 52 Zimmer und 12 Türme. In dem Gebäude sind heute Büros untergebracht, die zum Towers Business Park gehören.

Boughton House bei Kettering in Northamptonshire ist ebenfalls ein großartiges „Stateley Home“, das sich selbstbewusst „The English Versailles“ bezeichnet und dem Duke of Bucclech gehört. Hin und wieder, in diesem Jahr im August, steht das Haus auch der Öffentlichkeit für Besichtigungen zur Verfügung. Das Kalenderhaus verfügt über 365 Fenster, 52 Kamine, 12 Eingänge und 7 Innenhöfe.

Scout Hall bei Halifax in West Yorkshire.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Bedstone College bei Bedstone in Shropshire.   © Copyright paul dickson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Towers in Didsbury (Greater Manchester).   © Copyright Keith Williamson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Boughton House bei Ketterin in Northamptonshire.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Englische Exzentriker – Martin van Butchell (1735-1814), ein Zahnarzt aus Mayfair in London

Die Mount Street im Londoner Stadtteil Mayfair.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Mount Street im Londoner Stadtteil Mayfair.
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Die Mount Street führt mitten durch Mayfair, jenen wohlhabenden Stadtteil im Zentrum Londons, dessen Häuser so teuer geworden sind, dass sie sich nur noch sehr reiche Menschen leisten können. Die Straße beginnt am Berkeley Square und mündet auf den Park Lane am Hyde Park. Der Schuhdesigner Christian Louboutin hat hier ein Geschäft, ebenso der amerikanische Modeschöpfer Marc Jacobs und das Modehaus Balenciaga.

In der Hausnummer 56 (in der Nummer 54 residiert jetzt der brasilianische Botschafter) war einmal die Praxis eines erfolgreichen Zahnarztes untergebracht, der bei seinen Patienten einen guten Ruf genoss. Da die Praxis von Martin van Butchell (1735-1814) in einer guten Wohngegend lag, behandete er besonders viele Männer und Frauen aus dem Adel. Bei seinen Kollegen jedoch hatte der Arzt einen eher zweifelhaften Ruf, da er ihnen ein wenig zu exzentrisch war. So hatte van Butchell die merkwürdige Angewohnheit, sein Pferd, mit dem er auszureiten pflegte, anzumalen, am liebsten lila, mit Punkten und Kreisen am Hinterteil und am Kopf. Er erfand auch einen speziellen Steigbügel, der mit Kork besetzt war, damit man mit seinen Reitstiefeln nicht abrutschte. Bis zu seinem Tod trug er einen gewaltigen Bart, aus dem er Kapital schlug, denn er behauptete, dass ein einzelnes Barthaar von ihm, als Amulett getragen, unfruchtbare Frauen fruchtbar machen würde. Seine ausgekämmten Barthaare verkaufte er an verweifelte Damen, die daran glaubten. Es ist nicht überliefert wie hoch die Erfolgsquote war.

Der exzentrische Zahnarzt machte aber vor allem von sich reden, als er 1775 die Leiche seiner verstorbenen Frau Mary einbalsamieren ließ. Er ersetzte ihre Augen durch Glaskugeln, hübschte den Körper farblich etwas auf und steckte Mary in ein spitzenbesetztes Gewand. Den Leichnam platzierte er in einen gläsernen Sarg und stellte ihn in das Fenster seiner Praxis. Ob dieses „Happening“ wohl mehr Patienten in seine Praxis locken sollte? Auf jeden Fall kamen viele Menschen in die Mount Street, um sich die verblichene Zahnarztgattin anzusehen. Die direkten Nachbarn van Butchells fanden das nicht lustig und protestierten, aber ohne Erfolg.

Die Einbalsamierung war offensichtlich nicht allzu fachmännisch vorgenommen worden, denn nach einiger Zeit begann der Körper zu verfallen. Martin van Butchells zweite Ehefrau war mit der Zurschaustellung ihrer Vorgängerin gar nicht einverstanden (vielleicht fürchtete sie, später ebenfalls auf diese Weise zu enden), und so bestand sie darauf, dass es Zeit für Mary war, in andere Hände übergeben zu werden, was schließlich auch geschah, und so gelangte der vor sich hin rottende Leichnam in das Londoner Museum of the Royal College of Surgeons, wo er auch ausgestellt wurde. Erst im Zweiten Weltkrieg war es endgültig um Mary geschehen, als das Royal College of Surgeons 1941 von einer deutschen Fliegerbombe getroffen und der Leichnam dabei zerstört wurde.

Es gibt einen Film, allerdings in spanischer Sprache, der sich mit Martin van Butchell beschäftigt und einige Bilder von ihm und seiner verblichenen Ehefrau zeigt.

Im Museum des Londoner Royal College of Surgeons.   © Copyright kim traynor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 29. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Ungewöhnliche Urlaubsdomizile Teil 2: The House in the Clouds in Thorpeness (Suffolk)

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Ganz so hoch wie der Name es vermuten lässt, „The House in the Clouds„, liegt dieses Gebäude in Thorpeness in Suffolk nicht. 1923 erbaute man an dieser Stelle einen Wasserturm, und da diese Gebäude in der Regel nicht sehr attraktiv aussehen, „verkleidete“ man ihn als Wohnhaus. In dem Wassertank, der das Dorf mit Trinkwasser versorgte, hatte man seinerzeit 230 000 Liter speichern können, das von der nahegelegenen Thorpeness Windmill hineingepumpt wurde. Diese hübsche weiße Windmühle befindet sich heute in Privatbesitz und ist nur an wenigen Tagen im Jahr zugänglich.

1977 bekam Thorpeness eine richtige Wasserversorgung, wodurch der Turm eigentlich überflüssig wurde. Aber anstatt ihn abzureißen, entfernte man den Tank und baute das ganze Gebäude als Wohnhaus um, das heute über 5 Schlafzimmer, 3 Badezimmer, ein Wohnzimmer und ein Esszimmer verfügt. Das „Highlight“ des Turmhauses aber ist der von einer Galerie umsäumte Raum ganz oben, von dem man einen grandiosen Blick hat. Jedermanns Geschmack ist die Einrichtung vielleicht nicht; die Räumlichkeiten und Treppenhäuser wimmeln von Figuren, Masken, Geweihen, Bildern und ausgestopften Tieren. Dieser Film zeigt die einzelnen Stockwerke. Der Name „The House in the Clouds“ stammt von einer Kinderbuchautorin, Mrs Malcolm Mason, die hier mit ihrem Mann einmal wohnte und ein Gedicht mit diesem Titel schrieb.

Wer das Haus mieten möchte, sollte vielleicht nicht gehbehindert oder gebrechlich sein, denn es gibt hier fünf Stockwerke, die erst einmal bezwungen werden müssen. Die günstigsten Wochenmietpreise liegen bei £2200 im Januar/Februar und steigen bis auf £3275 über Weihnachten bzw. Silvester/Neujahr. Nähere Infos gibt es hier.

Thorpeness liegt auf halbem Wege zwischen der Benjamin-Britten-Stadt Aldeburgh und dem Kernkraftwerk Sizewell.

 

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Die Windmühle neben dem "Wolkenhaus".   © Copyright Cameraman and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Windmühle neben dem „Wolkenhaus“.
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Auch auf dem Dorfschild von Thorpeness finden sich das House in the Clouds und die Windmühle wieder.   © Copyright Adrian S Pye and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auch auf dem Dorfschild von Thorpeness finden sich das House in the Clouds und die Windmühle wieder.
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Ungewöhnliche Urlaubsdomizile Teil 1: The House in the Sea in Newquay (Cornwall)

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Newquay – One of the nation’s favourite seaside holidays“ heißt es auf der Homepage der Stadt an der Nordküste Cornwalls. Newquay ist das Zentrum des Surfsports von Großbritannien, hat viele schöne Strände und gilt als besonders familienfreundlich. Entsprechend viele Hotels und Pensionen gibt es hier, für jeden Geldbeutel etwas. Für den ganz großen Geldbeutel und für den, der in einem besonders ungewöhnlichen Domizil seine Urlaubstage in Newquay verbringen möchte, ist das House in the Sea am Towan Beach zu empfehlen. Wo in ganz England gibt es ein „Ferienhaus“, das ganz allein auf einem Felsen im Meer liegt und nur über eine eigene Hängebrücke vom Festland aus zu erreichen zu erreichen ist?
Auf Towan Island wurden im 19. Jahrhundert Kartoffeln angepflanzt und Hühner gehalten und es war nicht ganz leicht, den Felsen zu erklimmen; das ging nur auf in den Stein geschlagenen gewundenen Wegen. 1902 erbaute man die Hängebrücke und acht Jahre später das Haus, in das ein reicher, exzentrischer Mann einzog, der gern nachts auf seiner Orgel spielte.
Der nächste Bewohner des felsigen Eilands war Alexander Lodge, der als Erfinder der Zündkerze gilt. Er wurde mehrere Male von einem anderen „Erfinder“ besucht, dem des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, von Sir Arthur Conan Doyle. Dann wechselte der bewohnte Felsen weitere Male den Besitzer, wurde in ein Teehaus umfunktioniert und im Jahr 2001 von Richard Long, 4th Viscount Long, einem Mitglied des Oberhauses übernommen, der hier zwölf Jahre zusammen mit seiner Frau lebte, bis es den beiden zu mühsam wurde, ihr Domizil zu erreichen; außerdem hatten sie die Nase voll von den vielen lauten Strandparties, die sich unterhalb ihres Anwesens abspielten.

Das House in the Sea wurde verkauft und in ein Ferienhaus umgewandelt, das in der Hauptsaison von der Firma Boutique Retreats für rund £4590 pro Woche zu mieten ist, im Winterhalbjahr ist das Haus für £1989 zu haben. Sechs Erwachsene finden hier Platz, es gibt drei Schlafzimmer, darunter den Master Bedroom, der mit einem Himmelbett ausgestattet ist.

Wer möchte, kann auf dem House in the Sea eine Fahne hissen, um zu signalisieren, dass der Felsen/die Insel besetzt ist, und der Eingang zur Hängebrücke lässt sich auf der Landseite absperren, um sicher zu stellen, dass keine ungebetenen Gäste die Urlaubsruhe stören.

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Songs About London – Chelsea, der noble Stadtteil der britischen Hauptstadt, im Spiegel der Musik

Blick auf den Londoner Stadtteil Chelsea.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf den Londoner Stadtteil Chelsea.
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Wenn man den Namen Chelsea hört, denken viele in erster Linie an den Fußballclub des Londoner Stadtteils, der dem russischen Oligarchen Roman Abramovich gehört und zu den wohlhabendsten Vereinen des Landes zählt. Es gibt auch eine Damenabteilung, die sich Chelsea Ladies Football Club nennt und die in der Women’s Super League spielt. Ein sehr beliebter Song, der im Stadion Stamford Bridge gespielt und gesungen wird, dort wo „The Blues“ ihre Heimspiele ausrichten, ist der „Chelsea Dagger“ der schottischen Rockband The Fratellis, nach dem man wunderschön gröhlen kann.

Die jungen Frauen des Stadtteils müssen eine besondere Anziehungskraft haben, denn immer wieder werden ihnen Songs gewidmet. Hier sind zwei Beispiele:

Die 1988 in Oxford gegründete Band Ride brachte 1990 eine EP auf den Markt, auf der der Titel „Chelsea Girl“ zu finden ist. Auch Andy Bell und seine Bandkollegen kennen das Geheimnis der Mädchens aus Chelsea nicht so genau, singen sie doch „You must have something and what it is I don’t know, You must have something ‚cause I can’t let you go“.

Eine junge blonde Dame aus Chelsea steht im Mittelpunkt eines Rocksongs der vierköpfigen Nord-Londoner Band Fiende Fatale, dem sie auch den Titel „Chelsea Girl“ gegeben haben.

Selbst über die Chelsea Boots genannten Stiefeletten kann man Songs schreiben wie The Shadows in diesem Instrumental zeigen.

Der amerikanische Jazzmusiker Billy Strayhorn unterlag einem Irrtum, als er 1941 „Chelsea Bridge“ schrieb. Auf einer Europareise sah er ein Gemälde der Londoner Battersea Bridge und hielt diese für die Chelsea Bridge, der er diesen Song widmete.

Der Komponist Syd Dale aus Yorkshire, der für seine Easy-Listening-Musik bekannt ist, schrieb den, wie ich finde, sehr gefühlvollen Song „Chelsea Dawn„, eine Hommage an den Sonnenaufgang über der britischen Hauptstadt.

Tragisch geht es in MarillionsChelsea Monday“ zu, in dem von einem Mädchen die Rede ist, das in Chelsea in die Themse springt („Fished a young chick out of The Old Father“), aus Kummer darüber, dass sie es nicht schafft, eine berühmte Schauspielerin zu werden.

Über den 2.6 Kilometer langen Chelsea Walk, der sich quer durch den Stadtteil zieht, singt die Birminghamer Rockband Ocean Colour Scene in ihrem gleichnamigen Song; allerdings entpuppt sich dieser Spaziergang als nicht allzu erfreulich.

Das heimstadion vom Chelsea Football Club Stamford Bridge, in dem der "Chelsea Dagger" gesungen wird.    © Copyright PAUL FARMER and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Heimstadion des Chelsea Football Clubs Stamford Bridge, in dem der „Chelsea Dagger“ gesungen wird.
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Die Chelsea Bridge.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 26. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das John F. Kennedy Memorial an der Themse in Runnymede (Surrey) – Ein Geschenk der Briten an die Amerikaner

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Man hätte für das John F. Kennedy Memorial wohl keinen besseren Platz wählen können als hier in den Wiesen von Runnymede an der Themse, nur ein paar Schritte entfernt von einem anderen Denkmal, das an die Magna Carta erinnert. Zu finden sind beide am südlichen Ortsrand von Old Windsor.

50 Steinstufen, eine für jeden US-Bundesstaat, führen den Cooper’s Hill hoch, auf dem das Denkmal errichtet worden ist. Im Mai 1965 wurde es eingeweiht, von niemand Geringerem als der Queen selbst, in Anwesenheit von Kennedys Witwe Jacqueline und ihren Kindern. Dieser Film zeigt Bilder von der Einweihung.

Der Grund auf dem das Memorial steht, das vom National Trust betreut wird, wurde dem amerikanischem Volk vom britischen Volk geschenkt. Das Denkmal, entworfen von dem berühmten englischen Landschaftsarchitekten Sir Geoffrey Jellicoe, besteht aus einem einfachen Block aus Portland-Stein mit einer Inschrift, die aus der Antrittsrede Präsident Kennedys aus dem Jahr 1961 entnommen wurde:

„Let every Nation know, whether it wishes us well or ill, that we shall pay any price, bear any burden, meet any hardship, support any friend or oppose any foe, in order to assure the survival and success of liberty.“

Hier ist ein Film über das Denkmal mit dem Designer Sir Geoffrey Jellicoe.

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Der schiefe Turm von Bridgnorth (Shropshire)…der dreimal so schief ist wie der in Pisa

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Vergesst den Schiefen Turm von Pisa in Italien mit seiner lächerlichen 4°- Neigung. Der Leaning Tower of Bridgnorth in Shropshire kann das viel besser: Sein Neigungswinkel beträgt 15 Grad. Der 20m hohe Turm ist der letzte Überrest des Bridgnorth Castles, das 1101 erbaut wurde.
Während des Englischen Bürgerkrieges (1642–1651) war die Burg ein Stützpunkt der Royalisten, die 1646 von den Truppen Oliver Cromwells angegriffen wurden. Nach einer dreiwöchigen Belagerung gaben die Königstreuen auf, und Cromwell gab den Befehl, die Burg niederzureissen.

Die Steine der Burg benutzte man später, um die Schäden an den Häusern von Bridgnorth zu beheben, die die Royalisten in Brand gesetzt hatten, um dadurch die Angreifertruppen zu behindern. Den Turm versuchte man zu sprengen, was aber misslang, und so blieb er stehen wie man ihn im Bürgerkrieg zurückgelassen hatte.

Bridgnorth ist übrigens eine sehr hübsche Stadt, die einen Besuch lohnt. Es gibt dort eine Oberstadt und eine Unterstadt, die beide durch die Bridgnorth Cliff Railway verbunden werden.

In dieser Folge der Channel 4-TV-Serie „Time Team“ mit Tony Robinson spielt der schiefe Turm eine Rolle.

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Das Le Strange Arms Hotel in Old Hunstanton (Norfolk)

Auch im Winter hat das Le Strange Arms Hotel seine Reize.    © Copyright Richard Green and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auch im Winter hat das Le Strange Arms Hotel seine Reize.
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Zweimal wohnten wir im Le Strange Arms Hotel in Old Hunstanton an der Westküste Norfolks. Das Hotel, das zur Best Western-Kette gehört, bietet von einigen Zimmern aus einen Blick auf das Meer, genauer gesagt auf den Wash.
Wer an Golf interessiert ist, findet direkt neben dem Hotel den Hunstanton Golf Course; einige schöne Strände liegen direkt vor dem Haus.

Das Hotelrestaurant Le Strange Brasserie and Bar bietet ín angenehmer Atmosphäre einen Meerblick und die Oak Bar ist im Sommer zur Terrasse hin geöffnet, so dass man seinen Drink draußen zu sich nehmen kann.

Das „Le Strange Arms Hotel“ verfügt über 36 Zimmer und Suiten. Die Übernachtungspreise beginnen bei etwa £115 für ein Standard-Doppelzimmer; die Zimmer mit Meerblick und die Four Poster Rooms liegen darüber.

Ich kann das Hotel (hier sind einige Bilder) empfehlen;  viele Sehenswürdigkeiten liegen  in unmittelbarer Nähe.
Direkt neben dem Hotel findet man The Ancient Mariner Inn, in dem man eines der Biere aus der Adnams Brauerei probieren kann.

Le Strange Arms Hotel
Golf Course Road
Hunstanton, Norfolk, PE36 6JJ

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The Ancient Mariner Inn neben dem Hotel.    © Copyright Stephen McKay and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Ancient Mariner Inn neben dem Hotel.
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The Chattri bei Patcham in East Sussex – Eine Gedenkstätte für im Ersten Weltkrieg gefallene Sikhs und Hindus

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The Chattri ist nicht ganz leicht zu finden; es liegt oberhalb von Brighton, zwischen den Dörfern Patcham und Pyecombe und ist ein Mahnmal, das an die gefallenen Sikhs und Hindus erinnert, die im Ersten Weltkrieg für das britische Weltreich kämpften. „Chattri“ ist ein Wort aus der Urdu-Sprache und heißt „Regenschirm“, so ähnlich sieht die Kuppel des Gebäudes auch aus.

Die Gedenkstätte auf den Hügeln der South Downs wurde von einem jungen indischen Architekten entworfen und am 21. Februar 1921 vom damaligen Prinzen von Wales, dem späteren Edward VIII, eingeweiht (hier ist ein Originhalfilm von der Einweihung). The Chattri steht an der Stelle, an der man Hindus und Sikhs, die ihren im Krieg erlittenen Verletzungen in den Krankenhäusern von Brighton erlegen waren, auf einem Scheiterhaufen verbrannt hatte und deren Asche man im Ärmelkanal verstreute.

In den 30er Jahren wurde das Denkmal ziemlich vernachlässigt, da sich niemand so recht zuständig fühlte. Schließlich nahm die British Legion das Heft in die Hand und die Würde wurde wieder hergestellt. Seit dem Jahr 2000 findet im Juni hier ein Memorial Service in Gedenken an die toten indischen Soldaten statt.

Noch einige Worte zu der Größe des Chattris: Es ist 8,80m hoch, 2,70m breit und besteht aus Marmor, den man aus Sizilien nach East Sussex gebracht hat.
The Chattri ist nicht mit dem Auto zu erreichen. Man kann nördlich von Patcham an der Straße auf einem Hügel parken und dann zu Fuß gehen. Der Weg ist ausgeschildert.

Dieser Film zeigt The Chattri von der Luft aus, von einer Drohnenkamera aufgenommen.

Der Gedenkstein mit den Namen der an dieser Stelle verbrannten Soldaten.   © Copyright Brian Slater and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gedenkstein mit den Namen der an dieser Stelle verbrannten Soldaten.
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Eingebettet in die Hügel der South Downs liegt die Gedenkstätte.   © Copyright Dave Spicer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 22. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Village Signs – Woolpit in Suffolk

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In meiner Serie über englische Dorfschilder möchte ich heute das des Dorfes Woolpit in der Grafschaft Suffolk vorstellen. Zur Orientierung: Woolpit liegt östlich von Bury St Edmunds an der A14.
Das Village Sign ist in der Mitte des Ortes zu finden, direkt neben der Kirche; es zeigt die Kirche von Woolpit, St Mary’s, links davon zwei grüne Kinder, die sich an der Hand halten und rechts einen Wolf. Damit erinnert das Schild an die Geschichte von den zwei grünen Kindern, die sich hier im 12. Jahrhundert ereignet haben soll. Während der Erntezeit trafen die Feldarbeiter auf zwei Kinder, die einem der Gräben entstiegen, die man angelegt hatte, um darin Wölfe zu fangen. Der Ortsname Woolpit leitet sich von diesen „wolfpits“ ab.

Das Merkwürdige an den beiden Kindern war, dass sie eine grüne Hautfarbe hatten und eine den Arbeitern unverständliche Sprache sprachen. Auch die Kleider des Jungen und des Mädchens sahen eigenartig aus, sie bestanden aus einem Material, das noch niemand im Dorf gesehen hatte. Man brachte die Kinder in das Haus des Landbesitzers Sir Richard de Calne, wo ihnen zu essen und zu trinken gegeben wurde, das die beiden aber nicht anrührten. Lediglich Bohnen nahmen sie zu sich und ernährten sich ausschließlich davon in der nächsten Zeit, bis sie sich allmählich mit der ihnen unvertrauten Nahrung, die ihnen angeboten wurde, anfreunden konnten. Der Junge war nicht in der Lage, sich an die neue Situation anzupassen und starb bald, während das Mädchen diese Probleme nicht hatte und langsam in das Dorfleben integriert wurde. Sie verlor ihre grüne Hautfarbe, lernte die englische Sprache und wuchs zu einer hübschen jungen Frau heran, die einen Mann aus King’s Lynn heiratete. Sie konnte sich später nur vage an ihre Herkunft erinnern und meinte, dass sie und ihr Bruder aus dem Land von St Martin gekommen wären, wo die Bewohner alle eine grüne Hautfarbe hätten; aber wo dieses mysteriöse Land liegt, konnte das Mädchen nicht sagen.

Was ist dran an der Geschichte der „Green Children“, die in mehreren alten Chroniken erwähnt wird? Da gibt es viele unterschiedliche Theorien, wenn sie denn wahr sein sollte, vielleicht ist es aber auch nur ein Märchen. Auf jeden Fall haben es die Kinder nach vielen Jahrhunderten auf das Dorfschild von Woolpit geschafft und bleiben dadurch in Erinnerung…wie dieser kleine Film zeigt.

Die Dorfmitte von Woolpit.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Dorfmitte von Woolpit.
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Rag's Lane in Woolpit mit der Kirche St Mary's im Hintergrund.   © Copyright Bob Jones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 21. Januar 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Gerade habe ich eine sehr interessante Lektüre beendet, die sich mit der Geschichte des britischen Films beschäftigt: „Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema“ von Matthew Sweet. Angelehnt ist der Buchtitel an Kenneth Angers „Hollywood Babylon“ (1965 erschienen, nach wenigen Tagen der Zensur zum Opfer gefallen, und dann 1975 erneut auf den Markt gekommen. Die deutsche Übersetzung lautet ebenfalls „Hollywood Babylon“), der sich in seinem Buch mit den Schattenseiten der Filmstadt in Kalifornien auseinandersetzt.

Matthew Sweet (1969 geboren) ist Filmspezialist und arbeitet für die BBC. Shepperton ist der Name eines Filmstudios in der gleichnamigen Stadt in der Grafschaft Surrey, in dem zahllose Produktionen stattgefunden haben. Anfang der 1930er Jahre gegründet, werden hier noch heute Filme gedreht. Sweets Buch ist aber keine Geschichte dieses einzelnen Studios, sondern ein Überblick über die gesamte Filmgeschichte Großbritanniens, bei der, wie bei Kenneth Anger, auch Informationen über die „dark side“ des Geschäfts gegeben werden (Skandale, Selbstmorde, Sexgeschichten).

Viele Filme aus der Anfangszeit existieren nicht mehr; etwa 2000 sind schon sehr früh vernichtet worden wie Matthew Sweet im Vorwort des Buches schreibt. Die Namen von Schauspielern, Regisseuren und Produzenten aus den ersten Jahrzehnten der britischen Filmindustrie sind heute nur noch Spezialisten bekannt. Interessant, dass man auf Youtube doch noch manchmal Filmschnipsel bzw. komplette Filme aus dieser Zeit findet. Mir machte es sehr viel Spaß, parallel zur Lektüre den einen oder anderen Filmausschnitt der genannten Produktionen anzusehen. Das Buch endet mit zwei Kapiteln, die sich mit den „exploitation films“ und den „sexploitation films“ beschäftigen, das sind Filme, in denen Gewalt bzw. Sex im Mittelpunkt stehen. Hier treffen wir auf Filmtitel wie „Confessions of a Window Cleaner“, „Let’s Get Laid“ und „Naked as Nature Intended“; letzterer mit Pamela Green, ein harmloser „nudie flick“ aus dem Jahr 1961, über den ich in meinem Blogeintrag über den „Spielplatz“ bei St Albans (Hertfordshire) berichtete.

Das Buch hat im Anhang eine umfangreiche Filmografie und Bibliografie, so dass man sich mit einzelnen Aspekten oder Personen der britischen Filmgeschichte detaillierter beschäftigen kann. Eine lohnende Lektüre!

2005 zeigte BBC Four eine gleichnamige 60minütige Dokumentation, zu der Matthew Sweet das Drehbuch schrieb.

Matthew Sweet: Shepperton Babylon – The Lost Worlds of British Cinema. Faber and Faber 2005. 388 Seiten.
Ich besitze die Originalausgabe; erhältlich im Buchhandel ist noch die Paperbackausgabe.

 

 

Published in: on 20. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Reverend John Mason, der Prophet von Water Stratford in Buckinghamshire

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St Giles in Water Stratford.
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John Mason war ein Priester der anglikanischen Kirche mit einer Vorliebe für den Calvinismus. Er lebte von 1645 bis 1694 und trat im Jahre 1674 sein Amt als Priester in der Kirchengemeinde St Giles in dem kleinen Straßendorf Water Stratford in Buckinghamshire an. Der kleine hübsche Ort liegt nur wenige Kilometer westlich von Buckingham.

Viele Jahre führte John Mason ein friedliches Leben in seiner Gemeinde, kümmerte sich um seine Schäfchen und schrieb Texte für Kirchenlieder, von denen einige noch heute gesungen werden wie zum Beispiel „How Shall I Sing That Majesty“ (hier zu hören). Doch dann kamen einige Schicksalsschläge, die ihn aus der Bahn werfen sollten. Erst starb sein bester Freund und dann auch noch seine Frau. Mason verkraftete das nicht und wurde ein anderer Mensch. In seinen Predigten sprach er plötzlich davon, dass er der Prophet Elijah wäre,  und dass er Tote wieder zum Leben erwecken könnte. Er sei dazu berufen worden, nach Water Stratford zu kommen, weil dieser Ort dazu auserkoren wäre, am Tag des Jüngsten Gerichts den hier anwesenden Gläubigen Schutz zu bieten, während drumherum alles in Schutt und Asche fallen würde.
Der Inhalt der Predigten John Masons sprach sich schnell herum, mit der Folge, dass Hunderte von Menschen aus der näheren Umgebung nach Water Stratford kamen, um den Worten des Predigers zu lauschen und den vermeintlichen Schutz des Dorfes zu genießen. Viele verkauften ihr Hab und Gut und zogen mit Sack und Pack, manchmal auch mit ihrem Vieh, hierher, so dass das Dörfchen komplett überfüllt war und auf den wenigen Straßen das Chaos herrschte. Singende, tanzende, jubilierende Menschen, die sich in eine Art religiösen Wahn gesteigert hatten, konnten es kaum erwarten, bis der angeblich bevorstehende Tag des Jüngsten Gerichts endlich kommen würde.

In diesem ganzen Tohuwabohu  lag John Mason im Jahr 1694 im Sterben, und kurz bevor ihn der Tod ereilte, machte er noch eine Prophezeiung: Drei Tage nach seinem Tod würde er wiederauferstehen und in seine Gemeinde zurückkehren. Masons Nachfolger, Reverend Rushworth, der sich mit dem, was er in Water Stratford vorfand, nicht anfreunden konnte, ließ Masons Grab öffnen, um seinen Anhängern zu beweisen, dass er wirklich tot war und nicht wiederauferstehen würde. Nach und nach verflüchtigte sich der Spuk und die meisten zogen aus dem Dörfchen ab; aber es gab tatsächlich noch einige, die von der Auferstehung ihres Propheten überzeugt waren und bis zu 16 Jahren darauf warteten, leider vergeblich.
Es kehrte wieder Ruhe ein in Water Stratford, die bis zum heutigen Tag vorgehalten hat. Die baumumstandene Kirche St Giles existiert noch, an deren Westwand man im Jahre 2008 eine Erinnerungsplakette an John Mason angebracht hat.

Die Ruhe und Beschaulichkeit des Ortes zog in jüngerer Zeit einige Prominente an, die sich hier für einige Zeit niedergelassen hatten:
Der berühmte Magier Paul Daniels (1938-2016) lebte in den 1970er und 1980er Jahren in Water Stratford, ebenso der Schauspieler Peter Woodthorpe (1931-2004), vielleicht einigen noch bekannt als der Pathologe Max aus der TV-Krimiserie „Inspector Morse“, und die Sängerin Pamela Guard, die als Yana in den 1950er Jahren eine Zeit lang erfolgreich war (ihr größter Hit war „Climb Up the Wall„).

Die Erinnerungsplakette an der Kirche St Giles in Water Stratford.   © Copyright Tiger and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Erinnerungsplakette an der Kirche St Giles in Water Stratford.
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Die Hauptstraße, die Water Stratford Road.   © Copyright John Firth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Hauptstraße, die Water Stratford Road.
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Published in: on 19. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Birtley (Tyne and Wear) – Eine Stadt im Norden Englands, in der sich einmal viele Belgier niedergelassen hatten

Das Stadtzentrum von Birtley.    © Copyright Oliver Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Stadtzentrum von Birtley.
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Am 4. August 1914 überfielen deutsche Truppen das neutrale Nachbarland Belgien und gingen dabei mit großer Brutalität vor. Allein im Monat August wurden mehr als 5000 Zivilisten getötet. Die Folge war eine große Fluchtwelle, die auch Großbritannien mit einbezog; rund 250 000 Belgier flüchteten über den Ärmelkanal und fühlten sich dort während des Ersten Weltkriegs sicher. Überall im Land entstanden Siedlungen, die für die belgischen Flüchtlinge erbaut wurden. Eine davon fand sich am Rand der Stadt Birtley, die damals zum County Durham gehörte, heute zum Metropolitan County Tyne and Wear. Wer die A1 nach Norden fährt, kommt direkt an Birtley vorbei; Antony Gormleys Angel of the North liegt nördlich des Ortes.

Die belgische Siedlung wurde damals Elisabethville genannt, nach Elisabeth Gabriele Valérie Marie Herzogin in Bayern, der Frau des belgischen Königs Albert I. Mehrere Tausend Flüchtlinge ließen sich hier nieder in einer Art „gated community“, in der es eine eigene Schule, eine Kirche, ein Krankenhaus, ein Postamt und mehrere Läden gab. Neben der Siedlung, oder Kolonie, wie Elisabethville auch genannt wurde, stand eine große Munitionsfabrik, in der viele der belgischen Flüchtlinge arbeiteten, denn es herrschte Personalmangel, da viele Männer aus Birtley und Umgebung als Soldaten abberufen worden waren. Neben der schweren Arbeit in der Fabrik fanden viele noch die Zeit, sich in Elisabethville kulturellen und sportlichen Aktivitäten zu widmen, und so gründete man u.a. ein Sinfonieorchester, Theatergruppen, einen Fußballverein und einen Schwimmclub.

Als der Erste Weltkrieg im Jahr 1918 zu Ende ging, war auch mit Elisabethville bald Schluss, denn die Belgier wollten so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück. Zurück blieb eine Geisterstadt, in deren Häuser sich einige Obdachlose niederließen. Heute erinnert fast nichts mehr an die kurzlebige belgische Kolonie, die komplett abgerissen und durch neue Sozialbauten ersetzt wurde. Nur zwei Straßennamen in Birtley weisen noch auf diese Zeit im Ersten Weltkrieg hin: Die Elisabeth Avenue und der kurze Flanders Court.

Dieser Film erzählt die Geschichte der Birtley Belgians.

Der größte Arbeitgeber in Birtley ist heute die Firma Komatsu, die hier schwere Baumaschinen herstellt.

Das Buch zum Artikel:
John G. Bygate: Of Arms and the Heroes – The Story of the „Birtley Belgians“. History of Education Project 2006. 200 Seiten. ISBN 978-1870268448.

Birteys größter Arbeitgeber heute: Die Firma Komatsu.    © Copyright Barbara Carr and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Birtleys größter Arbeitgeber heute: Die Firma Komatsu.
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Published in: on 18. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Penhaligon’s – Eine alteingesessene Kosmetikfirma aus London, die auch den britischen Hof beliefert

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

We strive to create original scents for the discerning eccentrics of today„, so lautet ein Wahlspruch der Kosmetikfirma Penhaligon’s aus London (und der in dieser Form wohl auch nur in Großbritannien möglich ist). Gegründet wurde sie 1870 von William Henry Penhaligon, einem Friseur aus Cornwall, der sich in der Hauptstadt in der Jermyn Street niedergelassen hatte. Es dauerte nicht lange und der Mann aus dem Südwesten hatte sich bald einen sehr guten Ruf in London zugelegt. Er wurde unter Königin Victoria zum Barber and Perfumer to the Royal Court ernannt, und einige Zeit später erhielt Penhaligon den Royal Warrant von Königin Alexandra, der Frau Edwards VII. Noch heute erfreut sich die Firma, Inhaberin zweier Royal Warrants zu sein, die ihr 1956 der Duke of Edinburgh und 1988 der Prince of Wales verliehen haben. Zumindest zwei hochrangige Herren am Hofe duften also nach Kosmetika der Firma Penhaligon’s.

38 verschiedene Düfte findet man heute in den Läden der Firma, von denen einige in der Londoner Innenstadt zu finden sind wie zum Beispiel in der Regent Street, Covent Garden und in der Burlington Arcade. Aber auch in anderen Teilen des Landes und in Paris, New York City und Hongkong kann man die Kosmetikprodukte in firmeneigenen Läden kaufen.

1902 wurde speziell für den Duke of Marlborough eine Duftnote entwickelt, nach dessen Wohnsitz, Blenheim Palace, Blenheim Bouquet benannt, das noch heute zu den beliebtesten Produkten von Penhaligon’s zählt. Winston Churchill parfümierte sich damit auch gern. Zitrone, Limette und Lavendel sind die Kopfnoten dieses Parfums. Dieser Film bringt weitere Informationen.

Weitere Penhaligon’s Serien u.a. The Revenge of Lady Blanche The Coveted Duchess Rose, The Tragedy of Lord George und  Much Ado About The Duke (2016 neu entwickelt), die auf zwei Ehepaare der Londoner Gesellschaft anspielen und deren Geschichten sehr schön hier nachzulesen sind. Die Flakons hat man sehr aufwendig gestaltet, mit jeweils unterschiedlichen goldenen Tierköpfen darauf. £178 kosten 75 ml.
Die Produkte sind in Deutschland promblemlos zu bekommen, u.a. bei der Parfümeriekette Douglas.

Dieser Film zeigt den Penhaligon’s-Laden in der Londoner Regent Street.

Der Blenheim Palace in Oxfordshire, nach dem die Produktserie Blenheim Bouquet benannt wurde.   © Copyright Francois Thomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Blenheim Palace in Oxfordshire, nach dem die Produktserie Blenheim Bouquet benannt wurde.
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Penhaligon's in der Londoner Burlington Arcade. Author: Gryffindor. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Penhaligon’s in der Londoner Burlington Arcade.
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Published in: on 17. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Nocton Hall in Lincolnshire – Eine romantische Ruine und ein gruseliges verlassenes Militärkrankenhaus

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In meinem Blogeintrag vom 24.12.2016 über den Dunston Pillar erwähnte ich nebenbei Nocton Hall, wo früher einmal Sir Francis Dashwood gewohnt hat. Dieses historische Gebäude in Nocton, etwa elf Kilometer südöstlich von Lincoln in Lincolnshire gelegen, dessen Ursprünge bis an den Anfang des 16. Jahrhunderts zurückgehen, ist heute nur noch eine Ruine, aber eine sehr romantische, denn die Natur hat langsam aber sicher Besitz von ihr ergriffen wie dieser aus einer Drohne aufgenommene Film zeigt. In den ehemaligen Räumen haben sich Büsche und Bäume breit gemacht; das Betreten des Grundstücks ist aus Sicherheitsgründen verboten. Auf dem Gelände steht ein alter Kastanienbaum, der angeblich von Katherine Howard, der Frau Heinrichs VIII. anlässlich eines Besuches in Nocton Hall im Jahr 1541  gepflanzt worden sein soll.

Das alte Haus hatte viele Eigentümer, darunter Frederick John Robinson, der 1827 Premierminister seines Landes wurde, und sein Sohn George Frederick Samuel Robinson, der von 1880 bis 1884 das Amt des Viceroy and Governor-General of India ausübte.
Im Ersten Weltkrieg diente Nocton Hall ab 1917 als Rekonvaleszenzort für verwundete amerikanische Offiziere und ging 1919 in den Besitz der Farmer W. H. Dennis & Sons über, die auf dem Gelände Kartoffeln anbauten. Nach mehreren weiteren Eigentümerwechseln stand das Haus in den 1990er Jahren leer, Vandalen fielen darüber her und raubten Einrichtungsgegenstände, bis es schließlich am 24. Oktober 2004 Flammen zum Opfer fiel, die nur noch eine Ruine übrigließen.

Eine weitere Ruine findet sich auf diesem Grundstück in Lincolnshire, das RAF Hospital Nocton Hall, das von 1947 bis 1983 als Militärkrankenhaus der Royal Air Force diente. Anschließend wurde es an die US Air Force untervermietet, die in der näheren Umgebung mehrere Basen unterhielt. Mitte der 1990er Jahre wurde das Krankenhaus geschlossen, das nach und nach verfiel und heute einen recht unheimlichen Eindruck hinterlässt. Dieser Film legt Zeugnis davon ab.

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Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie. Author: Alastait mcmurray. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Die angeblich von Katherine Howard gepflanzte Kastanie.
Author: Alastair mcmurray.
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Wie die Hängebrücke über die Themse in Marlow (Buckinghamshire) im Jahr 2016 beinahe Schaden genommen hätte

Durch diese Poller der Marlow Bridge zwängte der LKW-Fahrer seinen 2.5 Meter breiten Lastzug.   © Copyright Peter Jemmett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Durch diese Poller der Marlow Bridge zwängte der LKW-Fahrer seinen 2.5 Meter breiten Lastzug.
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Über die hübsche attraktive Stadt Marlow habe ich in meinem Blog bereits mehrere Artikel geschrieben, auch über die Hängebrücke, die die Themse überquert und die Grafschaften Buckinghamshire und Berkshire miteinander verbindet. In dem Beitrag schrieb ich auch über die engen Zufahrten, die durch Poller begrenzt werden, damit keine schweren LKWs die Brücke passieren können, die ein Maximalgewicht von drei Tonnen verträgt. Am 24. September 2016 gegen 22.30 Uhr wäre es der von William Tierney Clark erbauten Straßenbrücke beinahe an den Kragen gegangen, denn ein 37 Tonnen schwerer Lastzug aus Litauen der Speditionsfirma Girteka Logistics versuchte sie zu überqueren. Vielleicht verließ sich der Fahrer auf sein Navigationsgerät und übersah im Dunklen die Warnschilder vor der Brücke („Weak Bridge“, >2.0m<, 3T mgw) auf jeden Fall schaffte er es irgendwie, die Poller zu überwinden, wobei ein Reifen in die Brüche ging, und dann blieb er schließlich mit seinem Gefährt auf der anderen Seite der Brücke hängen (hier sind einige Fotos). Wie er durch die ersten Poller kam, grenzt schon an ein Wunder, denn ich musste mit meinem PKW schon sehr vorsichtig sein, damit ich nicht seitlich daran anschrammte. Da hing er nun am späten Abend auf der Brücke fest, der litauische Fernfahrer und konnte sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen. Die Polizei von Marlow kümmerte sich um den Fall, als sie zu Hilfe gerufen wurde, und ließ den schweren Truck über die Brücke zurückschleppen, die die 37 Tonnen-Last tatsächlich aushielt.

Aber was waren denn nun für Schäden an dem Bauwerk entstanden? Spezialisten untersuchten die Marlow Bridge sehr intensiv und stellten fest, dass sie kaum beschädigt worden war und die Sicherheit in keiner Weise gefährdet ist. Man befürchtete anfangs, dass die Themsebrücke bis zu sechs Monaten geschlossen werden müsste, aber es dauerte dann doch nur zwei Monate, bis sie am 25. November wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte. Die Zeremonie ist hier im Film festgehalten. Die Kosten für die entstandenen Arbeiten trug übrigens die Versicherung der Speditionsfirma, deren Fahrer sicher in Zukunft einen weiten Bogen um Marlow machen wird.

Bis maximal drei Tonnen dürfen die Fahrzeuge wiegen, die die Brücke überqueren möchten.    © Copyright Chris Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bis maximal drei Tonnen dürfen die Fahrzeuge wiegen, die die Brücke überqueren möchten.
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Empfehlenswerte Restaurants in Berkshire

The Waterside Inn in Bray. Eigenes Foto.

The Waterside Inn in Bray.
Eigenes Foto.

Westlich von London, in den Grafschaften Berkshire und Buckinghamshire, gibt es eine Fülle von guten und sehr guten Restaurants. Heute möchte ich einige von ihnen in Berkshire vorstellen.

Das Gourmetdorf Bray an der Themse, vergleichbar mit dem deutschen Baiersbronn, wo es mehrere besternte Restaurants gibt, habe ich im Laufe der Jahre in meinem Blog einige Male erwähnt. Dort gibt es gleich zwei 3*-Häuser: Heston BlumenthalsFat Duck“ und Alain Roux‘The Waterside Inn„. Die „Fette Ente“ liegt direkt in einem unscheinbaren Haus an der High Street, das konkurrierende „Waterside Inn“ hat seinen Standort in wunderschöner Lage an der Themse. Blumenthals Küche zeichnet sich durch große Experimentierfreudigkeit aus und ein Aufenthalt in seinem Restaurant ist ein Gesamtkunstwerk; Alain Roux‘ Küche ist klassisch-französisch, und das Haus gehört seit vielen Jahren zu den besten Restaurants der Welt.
Direkt neben der „Fat Duck“ führt Heston Blumenthal ein weiteres Michelin-besterntes Haus, „The Hind’s Head„, das von außen sehr viel attraktiver aussieht, und ein paar Schritte die High Street hinunter besitzt der Großmeister der englischen Küche auch noch den Gastro-Pub „The Crown„.

Mehrfach ausgezeichnet wurde im Jahr 2016 das Restaurant „The Dining Room“ im Oakley Court Hotel, auf halbem Weg zwischen Bray und Windsor an der Themse gelegen. Hier steht Executive Head Chef Damian Broom am Herd, dessen Gerichte ich schon häufig probieren konnte.

In dem großartigen Cliveden House Hotel bei Taplow kocht seit einiger Zeit André Garrett in dem nach ihm benannten Restaurant. Ich kenne nur seinen Vorgänger und hatte leider noch nicht das Vergnügen, seine Speisen zu genießen. Wer bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, wird einen Aufenthalt in diesem National Trust-Haus mit Sicherheit nicht vergessen.

Einen guten Ruf genießt „The Bladebone“ in Chapel Row bei Bucklebury, einem kleinen Dörfchen mitten auf dem Lande, südlich der Autobahn M4, das dadurch bekannt geworden ist, dass hier Kate Middleton aufwuchs, die Herzogin von Cambridge. Küchenchef und Hausherr ist Richie Sanderson, der den 350 Jahre alten Gasthof zu einem gemütlichen Country Pub umgestaltet hat und eine sehr attraktive Speisekarte anbietet.

The Crown and Horns“ in East Ilsley in West Berkshire wurde im vergangenen Jahr mit dem Berkshire & Buckinghamshire Life Food & Drink Awards Pub of the Year ausgezeichnet; verantwortlich dafür sind die Kochkünste von Küchenchef Chris Spencer.

Der Berkshire & Buckinghamshire Life Food & Drinks Award 2016 in der Kategorie Best Family Dining ging an „The Horns“ in Crazies Hill, südöstlich von Henley-on-Thames. Adam Purdy ist Küchenchef und Landlord des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gasthofs.

Diese Liste stellt nur eine kleine Auswahl aus der Vielzahl von guten Restaurants in der Grafschaft Berkshire dar.

The Fat Duck in Bray. Eigenes Foto.

The Fat Duck in Bray.
Eigenes Foto.

The Hind's Head in Bray. Eigenes Foto.

The Hind’s Head in Bray.
Eigenes Foto.

The Crown in Bray. Eigenes Foto.

The Crown in Bray.
Eigenes Foto.

Oakley Court bei Windsor. Eigenes Foto.

Oakley Court bei Windsor.
Eigenes Foto.

Cliveden House Hotel bei Taplow. Eigenes Foto.

Cliveden House Hotel bei Taplow.
Eigenes Foto.

The Bladebone in Chapel Row.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Crown & Horns in East Ilsley.    © Copyright Stuart Logan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Crown & Horns in East Ilsley.
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The Horns in Crazies Hill.    © Copyright Oswald Bertram and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 14. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Fulbrook in Oxfordshire – Hier befindet sich die weltweit größte Sammlung von Verkehrsleitkegeln

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David Morgan aus Fulbrook bei Burford in Oxfordshire steht im Guinness Buch der Rekorde und íst unbestritten weltweit der „König der Verkehrsleitkegel“ oder Verkehrshütchen oder wie immer man diese Plastikhütchen bezeichnen will, die zur Absperrung bzw. Verkehrslenkung verwendet werden.
David Morgan soll über 550 von diesen Teilen besitzen und sie aus der ganzen Welt zusammengetragen haben. Da David in der Firma Oxford Plastic Systems arbeitete, dem weltweit größten Hersteller von „traffic cones“, ist sein Interesse daran zu erklären.
Es gibt da die unterschiedlichsten Hütchen: Ganz große und ganz kleine, schwarze wie sie Bestattungsfirmen benutzen, blaue, die Wasserversorger verwenden, hölzerne und Hütchen aus recyceltem Material usw.usw.
In der Sammlung von David Morgan, die er bereits 1986 begann, gibt es u.a. ein Hütchen aus Malaysia, das an den Scilly Inseln angeschwemmt wurde und eines, das er am Flughafen von Korsika fand und auch gleich mitnahm.

Hier ist eine kleine filmische Dokumentation über den sehr sympathischen „Cone Man“ David Morgan.

Fulbrook bei Burford in Oxfordshire.    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Fulbrook bei Burford in Oxfordshire.
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Ein einsamer, trauriger "traffic cone" in Derbyshire.   © Copyright Alan Murray-Rust and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein einsamer, trauriger „traffic cone“ in Derbyshire.
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Ein ertrunkenes Verkehrshütchen in Kent.   © Copyright nick macneill and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein ertrunkenes Verkehrshütchen in Kent.
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Der arme Sir Edward Elagr wurde in der High Street von Worcester mit einem "Hütchen" verunstaltet.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der arme Sir Edward Elgar wurde in der High Street von Worcester mit einem „Hütchen“ verunstaltet.
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Published in: on 13. Januar 2017 at 02:00  Comments (1)  
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SABRE – The Society for All British and Irish Road Enthusiasts

Die A25 bei Albury in Surrey.    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A25 bei Albury in Surrey.
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Wer sich für das Thema „Straßen“ in Großbritannien und Irland interessiert, kommt an der Webseite der SABRE nicht vorbei; das ist die Abkürzung von The Society for All British and Irish Road Enthusiasts, einer Organisation, deren Mitglieder sich stolz Sabristi nennen. Hier eine kurze Selbstdarstellung:
„We are a group interested in the history, design, geography and structure of the British and Irish road network. We exist as a forum for ideas and opinions and as a hub for information for better understanding of the UK and RoI road network and its history“.

Das Kernstück der Webseite ist das Wiki, in dem man Informationen über sämtliche Autobahnen, sowie A- und B-Straßen findet. Weiterhin wird hier z.B. das System der Straßennummerierung erklärt, alle Service Areas genau beschrieben und Straßen erwähnt, die in Spielfilmen in irgendeiner Form eine Rolle spielen. In der Fotogalerie sind tausende von Bildern über fast alle britische Straßen zu finden.

Wer Mitglied bei SABRE ist, kann am Wiki mitarbeiten, Ergänzungen und Korrekturen einfügen und seine Fotos hochladen. Hier ist ein Beispiel für die Beschreibung einer meiner Lieblingsstraßen, der A25, die von Wrotham Heath nach Guildford führt.

Ich finde die SABRE-Webseite hervorragend. Man kann sich darauf stundelang aufhalten…wenn man sich für Großbritanniens Straßen interessiert.

Hier ist ein Film über die A25, passend zu einem Gedicht von Graham Evans, von John Betjeman gesprochen.

 

Published in: on 12. Januar 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Spukorte – The Chequers in Old Amersham (Buckinghamshire)

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Old Amersham ist einer meiner Lieblingsorte in Buckinghamshire, in dem ich kürzlich einige Tage verbrachte und darüber mehrfach berichtete. Die kleine Stadt beherbergt einige Häuser, in denen es spuken soll wie zum Beispiel im Crown Hotel in der High Street, im Woodrow High House und in mehreren Pubs wie dem hier vorgestellten Chequers Inn an der London Road West, die aus Old Amersham herausführt. Das Haus, in dem der Gasthof untergebracht ist, gehört zu den ältesten der Stadt, gebaut etwa um 1450 herum. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es hier spuken soll…und zwar erheblich. Von neun verschiedenen Geistern ist die Rede und wer diese Herrschaften einmal kennenlernen möchte, sollte sich in The Chequers einquartieren (es stehen mehrere Zimmer ab £79 zur Verfügung).

Was steckt nun hinter diesen Spukgeschichten, die sich um diesen Pub ranken? Um das Jahr 1500 gab es in Amersham eine ausgeprägte protestantische Bewegung, deren Führer ein gewisser William Tylsworth war. Der katholischen Obrigkeit waren diese Männer ein Dorn im Auge und so wurden sie kurzerhand der Ketzerei angeklagt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt. In der Nacht vor der Urteilsvollstreckung im nahegelegenen Parsonage Wood wurden Tylsworth und weitere sechs Männer im Chequers Inn untergebracht und von einem Mann namens Osman bewacht, dann wurden sie am nächsten Morgen zum Scheiterhaufen gebracht, den Tylsworths eigene Tochter Joan auch noch anzünden musste.
Diese sogenannten Amersham Martyrs sind es, die den Pub immer wieder aufsuchen bzw. hier in einer anderen Dimension leben; ihr Stöhnen und Ächzen war immer wieder im Haus zu hören. Zusätzlich soll hier auch noch Joan, die arme Tochter Tylsworths, umgehen, die in einem der im ersten Stock gelegenen Schlafzimmer schon vielfach Gäste erschreckt hat. Auch der Gefangenenwärter Osman hat keine Ruhe gefunden und wird immer mal wieder in der Bar des Chequers Inn gesichtet, wo er sich in der Nähe des Kamins aufhält, in einen Kapuzenmantel gehüllt.

Die Pubbetreiber hatten mit dem Spuk so ihre Probleme und daher wurden dreimal Exorzismen durchgeführt, 1953, 1963 und 1982, aber ohne dauerhaften Erfolg. 1964 nahm die British Paté einen Film im Chequers Inn auf, „Dig That Ghost„, der hier zu sehen ist.

Vielleicht war es damals aber auch ganz anders? Glaubt man der Inschrift des Gedenksteins, den man 1931 für die Amersham Martyrs im Parsonage Woods errichtete, so wurde William Tylsworth 1506 hingerichtet, fünf weitere Männer und Tylsworths Tochter Joan Norman im Jahr 1521. Ein ganz schönes Durcheinander, aber wie es auch damals Anfang des 16. Jahrhunderts in Amersham zugegangen sein mag, The Chequers Inn gilt als einer der „most haunted pubs“ von Buckinghamshire.

The Chequers Inn
51 London Road West
Amersham
Buckinghamshire HP7 9DA

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The Amersham Martyrs Memorial.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Amersham Martyrs Memorial.
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Der Combe Gibbet in Berkshire – Ein ehemaliger Galgen auf einem bei Drachenfliegern sehr beliebten Hügel

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Da wo die beiden Grafschaften Berkshire und Hampshire zusammenstoßen, in der Nähe des Dörfchens Combe, steht auf einem Hügel der Combe Gibbet, ein Galgen, der erstmals 1676 errichtet wurde. Natürlich handelt es sich bei dem heute hier stehenden nicht mehr um den Originalgalgen, denn der wäre mittlerweile wohl vollständig den Holzwürmern zum Opfer gefallen.

Diese „gibbets“ dienten nicht nur zum Erhängen von Menschen, sie sollten auch abschreckend wirken und so blieben die Erhängten dort auch über einen längeren Zeitraum den Naturgewalten ausgesetzt.

Der Combe Gibbet, heute ein beliebtes Ausflugsziel, wurde errichtet, um George Broomham aus Combe und Dorothy Newman aus dem benachbarten Inkpen zu Tode zu befördern. Die beiden hatten eine Affäre miteinander und wurden dabei von Georges Frau und Sohn erwischt; mit fatalen Folgen für Mutter und Sohn, denn George und Dorothy ermordeten beide. Das wurde wiederum von Mad Jack, dem Dorfidioten, beobachtet, der die Mörder den Behörden meldete.

Niemand wurde seitdem mehr hier aufgeknüpft und so steht der Galgen bzw. einer der Ersatzgalgen noch immer oben auf dem Hügel, der heute gern von Drachenfliegern als Startpunkt genutzt wird und von dem man eine wunderbare Rundumsicht hat. Nur wenige Kilometer entfernt, liegen das Highclere Castle und der Ort Linkenholt, über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete.

Dieser Film zeigt einen Drachenflug über den Combe Gibbet.

Blick vom Combe Gibbet auf die umliegende Landschaft.   © Copyright Peter and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Combe Gibbet auf die umliegende Landschaft.
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Aus Combe in Berkshire kam der gehängte   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aus Combe in Berkshire kam der an dem Galgen aufgehängte George Broomham.
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...und hier aus Inkpen kam Georges Geliebte Dorothy   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und hier aus Inkpen (Berkshire) kam Georges Geliebte Dorothy Newman.
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Published in: on 10. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

„Till Death Us Do Part“ – Vorbild für die deutsche TV-Serie „Ein Herz und eines Seele“

Kein Silvesterabend an dem in den ARD-Sendern nicht „Der Silvesterpunsch“ gezeigt wird; das gleiche gilt für den Rosenmontag, an dem „Der Rosenmontagsumzug“ fest eingeplant ist. Beide Sendungen sind Teile der TV-Serie „Ein Herz und eine Seele„, die in den 1970er Jahren in 25 Episoden gezeigt wurde. Auch heute noch, nach über 40 Jahren, kann man über Ekel Alfred und seine Familie herzlich lachen.
Im Abspann jeder Folge steht zu lesen „Nach einer Idee von Johnny Speight„; das heißt im Klartext, „Ein Herz und eine Seele“ hatte eine englische Vorlage. Wer war nun dieser Johnny Speight und wie hieß die Vorlage?

Johnny Speight wurde am 2. Juni 1920 in der Chester Road Nummer 57 im Osten Londons geboren, einem schmalen Reihenhaus gegenüber der Hilda Road School. Mitte der 1950er Jahre begann er für den Rundfunk, später für das Fernsehen, Drehbücher für Comedy-Sendungen zu schreiben, u.a. für Eric Sykes und Spike Milligan.
1965 hatte Mr. Speight die Idee, eine TV-Serie ins Leben zu rufen, in der ein ständig nörgelnder Mann, seine etwas beschränkte Frau, eine kesse Tochter und der politisch links orientierte Schwiegersohn im Mittelpunkt standen. „Till Death Us Do Part“ hieß dann das fertige Produkt, das erstmals am 22. Juli 1965 als Pilotsendung gestartet wurde und ein Jahr später als Serie lief.

Die Hauptpersonen:
Alfred „Alf“ Garnett ist der „Herr des Hauses“ (Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Er wohnt mit den seinen in einem Haus in Wapping im Osten Londons. Porträtiert wird er von Warren Mitchell (1926-2015), einem Schauspieler, der zweimal den Laurence Olivier Award erhielt.

Seine Frau Elsie ‚Else‘ Garnett wird von Dandy Nichols (1907-1986) gespielt (Else Tetzlaff in der deutschen Version), oftmals als „silly moo“ betitelt, in der deutschen Fassung drastischer als „dusselige Kuh“.

Una Stubbs (geboren 1937) war Rita Rawlins, die Tochter der Garnetts (Rita Graf, geborene Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Die Schauspielerin war im deutschen Fernsehen zuletzt in der „Inspector Barnaby“-Episode  101 „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“) als Audrey Braylesford zu sehen.

Die Rolle des Mike Rawlins, Alfreds Schwiegersohn, übernahm Antony Booth (geboren 1931), der 2006 seine Schauspielerkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Sein deutscher Gegenpart ist Michael Graf, Alfred Tetzlaffs Schwiegersohn.

Im Gegensatz zu der deutschen TV-Serie, von der sämtliche Folgen erhalten und auf Youtube anzusehen sind, fehlen von der englischen Originalfassung viele Episoden der Anfangszeit, die die BBC aus ihren Archiven gelöscht hat.

Hier ist eine Folge in der Originalfassung zu sehen und hier eine in deutscher Synchronisation (die ARD zeigte einige Episoden ab 1969).

Published in: on 9. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The King’s Cross Theatre – Ein Theater in London mit besonders spektakulären Aufführungen

Am 16. Dezember 2014 eröffnete in London das King’s Cross Theatre seine Pforten. Wie der Name schon sagt, steht es direkt neben dem Bahnhof King’s Cross im Stadtteil Camden. Noch ein Theater? Gibt es nicht schon genug Theater in London? Nun, dieses ist ein besonderes und unterscheidet sich von den anderen Häusern in der Stadt.

Das King’s Cross Theatre besteht aus einem großen, vollklimatisierten Zelt; also kein Schwitzen im Sommer, kein Frieren im Winter. 994 Zuschauer passen maximal hinein, Bühne und Zuschauerplätze können aber variabel an die jeweiligen Bühnenstücke angepasst werden.

Die bisher gezeigten Bühnenstücke erwiesen sich als sehr erfolgreich, vor allem „The Railway Children„, nach dem Roman von Edith Nesbit, der ja auch schon zweimal verfilmt worden ist. Besonders spektakulär bei dieser Aufführung, die am 8. Januar zum letzten Mal gezeigt wird, ist, dass hier eine richtige, 60 Tonnen schwere Lokomotive quer durch den Zuschauersaal fährt. Die Londoner Zeitungen überschlugen sich in ihren Lobpreisungen dieses Stückes, das bereits 2008 vom York Theatre Royal aufgeführt wurde. 2010 ging es dann nach London, wo es im früheren Eurostar-Terminal in der Waterloo Station zu sehen war. 2001 bekam „The Railway Children“ den Olivier Award for Best Entertainment. Hier ist der Trailer zu sehen.

Den Olivier Award für Outstanding Achievement in Music erhielt im Jahr 2016 das Musical „In the Heights„. Geschrieben wurde es von dem US-Amerikaner Lin-Manuel Miranda und es erlebte seine Uraufführung 2005 in Waterford (Connecticut). Drei Jahre später kam es an den New Yorker Broadway, dann wird es seit dem 3. Oktober 2015 im King’s Cross Theatre gezeigt. Auch dieses Musical erlebt am 8. Januar diesen Jahres seine letzte Aufführung. Hier ist ein kurzer Film darüber.

Am 25. Oktober 2016 startete im King’s Cross Theatre das Musical „Lazarus„, das noch bis zum 22. Januar diesen Jahres zu sehen sein wird. Das Bühnenstück ist ein Spätwerk von David Bowie, das er zusammen mit Enda Walsh schrieb und das auf dem Roman „The Man Who Fell to the Earth“ von Walter Tevis basiert; der gleichnamige Song Bowies wurde wenige Tage vor seinem Tod veröffentlicht. Hier ist der Trailer zum Musical.

Vom 23. September bis zum 17. Dezember 2016 zeigte das King’s Cross Theatre die „Shakespeare Trilogy“ der Film- und Theaterregisseurin Phyllida Lloyd („Mamma Mia“, „Die eiserne Lady“), eigenwillige Adaptionen der Shakespeare-Dramen „The Tempest“, „Henry IV“ und „Julius Caesar“, in der nur Frauen auftreten; dieser Film zeigt Details.

Ditchling in East Sussex – Ein attraktives Dorf mit prominenten Einwohnern

Das Postamt und The Bull.   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Postamt und The Bull.
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Etwas über 2000 Einwohner zählt Ditchling in East Sussex, nördlich von Brighton gelegen, dort, wo sich die Straßen B2112 und B2116 kreuzen. Es ist eines jener hübschen Dörfer, die im Laufe der Zeit einige Prominente angezogen haben, die sich hier offensichtlich wohlfühlten bzw. das immer noch tun.

In der Mitte von Ditchling, am Kreisverkehr, steht ein kleines Ziegelsteingebäude, in dem das Postamt untergebracht ist (ja, so etwas gibt es tatsächlich noch!). Seitlich davon steht eine rote Telefonzelle und direkt Rücken an Rücken einer der beiden örtlichen Pubs, The Bull, der gerade erst im Oktober 2016 mit dem Great British Pub of the Year Award ausgezeichnet worden ist. Dieser Gasthof hat eigentlich alles, was man sich von einem englischen Dorfpub wünscht: Gemütlichkeit, gepflegte Biere und gutes Essen. An Bieren werden u.a. mehrere Sorten der Bedlam Brewery ausgeschenkt, die zum Haus gehört und ein paar Kilometer westlich bei Albourne liegt. In diesem Film stellt Dominic Worrall, der Eigentümer, The Bull vor.

Nur wenige Gehminuten vom Pub entfernt, findet man ein weiteres Highlight von Ditchling, das Museum of Art + Craft, seit 1985 in einem ehemaligen Schulgebäude untergebracht. Im Jahr 2013 wurde es für £2.3 Millionen komplett umgestaltet und erhielt seitdem mehrere Auszeichnungen, u.a. den National Award des Royal Institute of British Architects des Jahres 2014. Das Museum beinhaltet die Werke einer Künstlergruppe, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in dem Dorf niedergelassen hatte, unter Führung des berühmten Bildhauers Eric Gill (1882-1940). Hier ist ein Film über das Museum.

Und da sind wir auch schon bei den prominenten Bewohnern von Ditchling. Neben Eric Gill wohnten in der Künstlerkolonie, die den Namen The Guild of St Joseph and St Dominic trug, zum Beispiel noch der Kalligraph Edward Johnston, der Schriftsteller und Drucker Hilary Pepler und der Bildhauer Joseph Cribb.

Der Maler Sir Frank William Brangwyn lebte in Ditchling bis zu seinem Tod im Jahr 1956, und der Schauspieler Sir Donald Sinden wuchs in dem Dorf auf.

Aber die berühmteste Einwohnerin von Ditchling ist sicher Dame Vera Lynn, die seit fast einem halben Jahrhundert hier wohnt und am 20. März ihren 100. Geburtstag feiern wird. Die Sängerin war vor allem für ihre Songs berühmt geworden, die sie während des Zweiten Weltkriegs veröffentlichte und die als The Forces Sweetheart in die britische Musikgeschichte einging.

Das Ditchling Museum of Art + Craft.    © Copyright Michael Garlick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die High Street von Ditchling.   © Copyright Malc McDonald and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 7. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Famous Graves – Charles Blondins Grab auf dem Londoner Kensal Green Cemetery

Grab Nummer 13198, Quadrat 140, Reihe 1, so lautet die letzte Adresse von Jean François Gravelet, besser bekannt unter dem Namen Charles Blondin, der 1824 im französischen St Omer im Pas-de-Calais geboren wurde und einen großen Teil seines Lebens in England zugebracht hatte. Wie seinem Grabstein zu entnehmen ist, starb er am 22. Februar 1897 im Niagara House in Ealing, einem westlichen Stadtteil von London. Das Haus liegt in der Northfield Avenue. Der Name von Blondins Wohnsitz weist auf einen Ort hin, der in seinem Leben eine große Rolle gespielt hat: Die Niagara-Wasserfälle im US-Bundesstaat New York an der Grenze zu Kanada.

Wer Monsieur Blondin nicht kennt, er war einer der bedeutendsten Seiltänzer der Welt und besonders spektakulär waren seine Überquerungen der Wasserfälle in fünfzig Meter Höhe. Doch ihm genügte die „einfache“ Überquerung auf einem Seil bei weitem nicht, Blondin schraubte den Schwierigkeitsgrad immer höher; so begab er sich mit verbundenen Augen auf das Seil, nahm seinen Manager huckepack mit, schob einen Menschen auf einer Schukarre hinüber, ging auf Stelzen, nahm eine Kamera mit Stativ auf seine rund 23-minütige „Reise“ und fotografierte aus luftiger Höhe sein Publikum. Einmal nahm er einen kleinen Ofen mit und bereitete auf halber Strecke ein Omelett zu. Der Mann kannte einfach keine Angst; alle seine Vorführungen unternahm er ohne Netz.

In England trat er an verschiedenen Orten in London auf, wo er das Publikum ebenfalls begeisterte. 1873 überquerte er das Edgbaston Reservoir in Ladywood in Birmingham. Die Begeisterung dort für Blondins Kunststück hielt offenbar sehr lange an, denn 1992 stellte man am Ladywood Middleway eine Statue auf, die den Akrobaten zeigt wie er gerade sein Seil „besteigt“.

In seinem letzten Wohnort Ealing nehmen zwei Straßen Bezug auf den berühmten Bewohner, eine kurze Sackgasse mit dem pompösen Namen Blondin Avenue und die parallel dazu verlaufende Sackgasse Niagara Avenue, beide in unmittelbarer Nähe zum Niagara House.

Blondin teilt sich sein Grab auf dem Kensal Green Cemetery mit seiner Frau Charlotte, die bereits 1888 starb. Das Grabmal aus rotem Granit zeigt marmorene Medaillons der Gesichter der beiden. Ein Engel steht oben darauf und wacht über die Ruhe der Blondins. Einmal im Jahr trifft sich der Blondin Memorial Trust an der Grabstelle und gedenkt dem Akrobaten.

Hier ist ein kleiner Film über Blondin und seine Niagara Falls-Überquerung.

Die Blondin Avenue in Ealing.   © Copyright James Emmans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Blondin Avenue in Ealing.
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Das Blondin-Denkmal in Ladywood/Birmingham. Author: Oosoom. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Blondin-Denkmal in Ladywood/Birmingham.
Author: Oosoom.
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Andrew Dowd – Der Mann, der alle britischen Bahnhöfe kennt

Das Logo der British Rail, das gern auch als "The Arrows of Indecession" genannt wird.    © Copyright nick macneill and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Logo von British Rail, das gern auch „The Arrows of Indecision“ genannt wird.
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In meinem Blog schrieb ich vor einiger Zeit über Cathy Price, die sämtliche Pubs mit dem Namen The Red Lion aufgesucht und dabei 90 000 Meilen zurückgelegt hat. Es gibt weitere Beispiele für ähnliche Unternehmungen: Peter Willis hat schon über 2500 Briefkästen fotografiert (von rund 115 000) und den Ehrgeiz entwickelt, noch viele weitere seiner Sammlung hinzuzufügen, Alistair Houghton hatte sich auf seine Fahnen geschrieben, sämtlichen Wimpy-Schnellrestaurants Großbritanniens einen Besuch abzustatten, und Andrew Dowd aus Wigan (Greater Manchester) suchte alle 2548 Bahnhöfe in England, Wales und Schottland auf. Kurioserweise unternahm er diese Fahrten alle mit seinem Auto, das ging sicher schneller, als wenn er dabei auf die Züge der British Rail und anderer Eisenbahngesellschaften zurückgegriffen hätte.

Es begann mit einem Familienfoto vor einem Bahnhofsschild, das Andrew Dowd auf die Idee brachte, sich doch einmal alle Bahnhöfe des Landes anzusehen. Er startete in seiner engeren Heimat, dem Großraum Manchester, dann wurden die Kreise immer größer und schließlich hatte er es nach vier Jahren tatsächlich geschafft; dabei ist der junge Mann aus Wigan gar kein Eisenbahnfan, ihn interessierte viel mehr, neue Orte kennenzulernen, in denen er noch nie war. Als Beweis, dass er auch tatsächlich persönlich auf jedem Bahnhof war, machte er ein Foto davon.
Auf seiner Reise kreuz und quer durch die Insel wurde Andrew Dowd mit allen möglichen Bahnhöfen konfrontiert: Große in London, kleine auf dem Land, historische und neue, architektonisch interessant gestaltete und hässliche. Der hässlichste Bahnhof, den er fand, war Gainsborough Central in Lincolnshire. Dort macht sich Unkraut auf den Bahnsteigen breit, die Fußgängerbrücke über die Gleise bröckelt vor sich hin und überhaupt spielt sich hier so gut wie nichts mehr ab; nur am Samstag fahren drei Züge, sonst liegt der Bahnhof verlassen da. Gerade einmal 1352 Menschen haben im Zeitraum 2015/16 die Züge der Eisenbahngesellschaft Northern vom Bahnhof Gainsborough Central aus benutzt.

Gainsborough Central.   © Copyright Jonathan Thacker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gainsborough Central Railway Station.
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Die Isle of Sheppey in Kent – Standort dreier Gefängnisse

Die Gefängnisse auf der Isle of Sheppey von der Luft aus gesehen.   © Copyright Thomas Nugent and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Gefängnisse auf der Isle of Sheppey von der Luft aus gesehen.
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Die Isle of Sheppey im Norden der Grafschaft Kent erreicht man auf dem Landweg über zwei Brücken, die nebeneinander über The Swale führen, einen Meeresarm, der die Insel vom Festland trennt. Ich erinnere mich noch gern an die Fährverbindung, die vom niederländischen Vlissingen nach Sheerness auf der Isle of Sheppey führte und die von den beiden Jumbo-Fähren Olau Hollandia und Olau Britannia bedient wurde. Eine sehr angenehme Verbindung, die zweimal täglich pro Strecke befahren wurde. 1994 wurde der Betrieb eingestellt. Sheerness ist heute als Einfallstor für den Import von PKWs bekannt. Auf riesigen Parkplätzen stehen die Fahrzeuge, die darauf warten, abgeholt und im ganzen Land verteilt zu werden und das sind pro Jahr über 300 000. Allein der VW-Konzern importiert jedes Jahr ca 50 000 Autos über Sheerness.

Biegt man von der A249, die vom Festland kommt, kurz vor Queenborough nach rechts auf die A2500 ab, kommt man nach Eastchurch. Von dort führt die Church Road nach Süden in eine nicht sehr attraktive Gegend; hier stehen nämlich gleich drei Gefängnisse nebeneinander:
Her Majesty’s Prisons Swaleside, Elmley und Standford Hill, auch Sheppey Cluster genannt. In den letzten Jahren sorgten alle drei Gefängnisse für Schlagzeilen:

Kurz vor Weihnachten 2016 kam es in HMP Swaleside zu einem Gefangenenaufstand. 60 Insassen besetzten einen Teil des Gefängnisses, doch Spezialeinheiten bekamen die Situation schnell in den Griff. Der Grund für die Rebellion waren Spannungen zwischen dem Aufsichtspersonal und den Gefangenen, sicher mit ausgelöst durch den Personalabbau, der in nahezu allen Gefängnissen des Landes stattgefunden hat. In Swaleside sind durchschnittlich 1100 Insassen untergebracht, die zu mehr als vier Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden sind.

Im benachbarten HMP Elmley kam es im Jahr 2014 zu neun Todesfällen unter den Gefangenen, zurückzuführen laut Her Majesty’s Inspectorate of Prisons auf Überfüllung und (wiederum) Mangel an Aufsichtspersonal. Nach Meinung der Inspektoren sitzen einfach zu viele Männer in Gefängnissen, die dort eigentlich gar nicht hingehören. Sie haben keine besonders schweren Straftaten begangen und könnten durch eine sogenannte Community Sentence angemessener bestraft werden (Hausarrest, Fußfessel, Bewährung usw.). HMP Elmsley ist für 985 Gefangene ausgelegt.

Im Mai letzten Jahres kam HMP Standford Hill in die Schlagzeilen, als ein zu lebenslänglicher Haft verurteilter Mann aus dem Gefängnis ausbrach und erst Ende Juli wieder festgenommen werden konnte. Kritik wurde laut, dass ein so gefährlicher und gewaltbereiter Mann nicht in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht war, sondern in einer Anstalt der Kategorie D, was dem Offenen Vollzug in Deutschland entspricht. Aus Standford Hill sind seit 2013 schon sieben Insassen entflohen.

Eine Besonderheit der drei Gefängnisse ist, dass sie alle von Frauen geleitet werden.

Die Zufahrt zur Isle of Sheppey über The Swale.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Zufahrt zur Isle of Sheppey über The Swale.
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Importierte Autos in den Docks von Sheerness.   © Copyright Marathon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Importierte Autos in den Docks von Sheerness.
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Published in: on 4. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Pontins Holiday Parks – Eine aussterbende Spezies?

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1936 gründete der Unternehmer Billy Butlin in Skegness (Lincolnshire) einen Ferienpark, der es Familien mit einem nicht allzu großen Einkommen ermöglichen sollte, dort eine Zeit lang Urlaub zu machen. Es folgten weitere Anlagen, von denen heute noch die in Skegness und die in Minehead (Somerset) und Bognor Regis (West Sussex) übriggeblieben sind. Viele mussten geschlossen werden, da sich das britische Urlaubsverhalten geändert hatte und der Reiz, lieber mit einer Billig-Fluglinie nach Südeuropa zu reisen und dort bei garantiert schönem Wetter seine Ferien zu verbringen, deutlich stärker geworden war.

Zehn Jahre nach der Gründung der Butlin Holiday Camps eröffnete Fred Pontin (1906-2000) eine nach ähnlichem Prinzip aufgebaute Anlage in Brean Sands bei Weston-super-Mare in der Grafschaft Somerset; weitere 29 sollten folgen. Die Familien amüsierten sich in den Pontins Camps, es gab bunte Unterhaltungsprogramme, das Meer lag immer gleich nebenan.

Doch wie die Butlins-Ferienanlagen hatten auch die von Pontins mit der geänderten Urlaubskultur der Inselbewohner zu kämpfen, die Belegungszahlen gingen zurück und so wurde die Firma immer wieder an andere Gesellschafter verkauft. Die Großbrauereien Bass und Scottish & Newcastle versuchten sich daran, stießen Pontins aber bald wieder ab. Viele der Anlagen mussten geschlossen werden, übriggeblieben sind heute noch ganze sechs, die in Brean Sands gibt es noch und dann jeweils eine in Camber Sands (East Sussex), Pakefield (Suffolk), Prestatyn Sands (Nord-Wales), Sand Bay (Somerset) und Southport (Merseyside).

Geschlossen wurden die Pontins Holiday Parks u.a. in Blackpool, Hemsby (Norfolk), St Mary’s Bay bei Brixham (Devon) und Middleton in Lancashire. Zurück blieben langsam vor sich hin rottende Gebäude, die dann irgendwann einmal abgerissen wurden; ein trauriger Anblick wie die Fotos unten zeigen.

Wie es in einem Pontins heute zugeht, zeigt dieser Film am Beispiel der Ferienanlage in Pakefield.

Das Buch zum Artikel:
Peter Willsher: Fred Pontin – The Man & His Business. The Authorised Biography of Sir Fred Pontin. St David’s Press 2002. 350 Seiten. ISBN 978-1902719221.

Die Pontins in Camber Sands.    © Copyright N Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pontins Holiday Park in Camber Sands (East Sussex).
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So sah die aufgegebene Anlage in Blackpoll aus, bevor sie abgerissen wurde.   © Copyright Terry Robinson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So sah die aufgegebene Anlage in Blackpool aus, bevor sie abgerissen wurde.
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Die traurigen Ruinen des Feriencamps in Middleton (Lancashire).   © Copyright Ian Taylor and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die traurigen Ruinen des Feriencamps in Middleton (Lancashire).
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...und so sah die Ferienanlage in St Mary's Bay in Devon einige Zeit nach der Schließung aus.   © Copyright David Williams and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und so sah die Ferienanlage in St Mary’s Bay in Devon einige Zeit nach der Schließung aus.
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Published in: on 3. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Pyramide am Londoner Trafalgar Square – Eine verrückte Idee von Sir Frederick William Trench (1775-1859)

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Es hätte nicht viel gefehlt und dort, wo heute am Londoner Trafalgar Square die Nelson-Säule in den Himmel ragt und die Löwen geduldig ertragen, wie Touristen aus aller Welt auf ihren Rücken sitzen und sich selbst per Selfie oder gegenseitig fotografieren, hätte eine monströse, riesige Pyramide gestanden. Die Idee dazu hatte Sir Frederick William Trench (1775-1859), ein Mann, der eine Karriere im Militär suchte und es bis zum General schaffte und als Member of Parliament im Lauf der Zeit vier verschiedene Wahlbezirke im Unterhaus vertrat. Trench machte den Vorschlag, anlässlich des Sieges über Napoleon in der Schlacht von Waterloo, im Zentrum von London eine gewaltige Pyramide zu errichten, nicht zuletzt, um die Überlegenheit der Briten über die Franzosen zu demonstrieren.

Das geplante Bauwerk sollte fast 100 Meter hoch sein und eine Kantenlänge von 120 Metern haben. Die geschätzten Kosten lagen bei £1 Million, eine damals gewaltige Summe, die heute in etwa £7.4 Milliarden entsprechen würde. Die Bauzeit hätte nach damaligen Berechnungen fünf Jahre gedauert.
Die beiden Architekten Philip und Matthew Cotes Wyatt fertigten ein Modell an, das in der Residenz des Duke of York zur Begutachtung ausgestellt wurde. Matthew Cotes Wyatt sollte sich später einen Namen machen, indem er das Reiterstandbild des Duke of Wellington schuf, das zuerst an mehreren Orten in London und schließlich in der Provinz, in Aldershot (Hampshire), aufgestellt wurde. Ein weiteres Reiterstandbild, das von König Georg III. in der Londoner Cockspur Street, ist ebenfalls von Matthew Cotes Wyatt.

Die beiden Architekten hätten sich die Mühe mit dem Modell der Pyramide aber sparen können, denn die Idee Sir Fredericks fiel nicht auf fruchtbaren Boden, eigentlich gab es außer ihm selbst so gut wie niemanden, der das Monsterbauwerk haben wollte und sich dafür einsetzte. Der Plan und das Modell verschwanden schnell wieder in irgendwelchen Schubladen und wurden nie wieder ans Tageslicht geholt.

Der Trafalgar Square, so wie wir ihn heute kennen, ist sicher sehr viel ansehnlicher, als es eine Pyramide im ägyptischen Stil gewesen wäre (trotz der unzähligen Touristen und nervigen Tauben). Dieser Film zeigt den Platz, fest in der Hand von Touristen aus aller Welt.