„Till Death Us Do Part“ – Vorbild für die deutsche TV-Serie „Ein Herz und eines Seele“

Kein Silvesterabend an dem in den ARD-Sendern nicht „Der Silvesterpunsch“ gezeigt wird; das gleiche gilt für den Rosenmontag, an dem „Der Rosenmontagsumzug“ fest eingeplant ist. Beide Sendungen sind Teile der TV-Serie „Ein Herz und eine Seele„, die in den 1970er Jahren in 25 Episoden gezeigt wurde. Auch heute noch, nach über 40 Jahren, kann man über Ekel Alfred und seine Familie herzlich lachen.
Im Abspann jeder Folge steht zu lesen „Nach einer Idee von Johnny Speight„; das heißt im Klartext, „Ein Herz und eine Seele“ hatte eine englische Vorlage. Wer war nun dieser Johnny Speight und wie hieß die Vorlage?

Johnny Speight wurde am 2. Juni 1920 in der Chester Road Nummer 57 im Osten Londons geboren, einem schmalen Reihenhaus gegenüber der Hilda Road School. Mitte der 1950er Jahre begann er für den Rundfunk, später für das Fernsehen, Drehbücher für Comedy-Sendungen zu schreiben, u.a. für Eric Sykes und Spike Milligan.
1965 hatte Mr. Speight die Idee, eine TV-Serie ins Leben zu rufen, in der ein ständig nörgelnder Mann, seine etwas beschränkte Frau, eine kesse Tochter und der politisch links orientierte Schwiegersohn im Mittelpunkt standen. „Till Death Us Do Part“ hieß dann das fertige Produkt, das erstmals am 22. Juli 1965 als Pilotsendung gestartet wurde und ein Jahr später als Serie lief.

Die Hauptpersonen:
Alfred „Alf“ Garnett ist der „Herr des Hauses“ (Alfred Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Er wohnt mit den seinen in einem Haus in Wapping im Osten Londons. Porträtiert wird er von Warren Mitchell (1926-2015), einem Schauspieler, der zweimal den Laurence Olivier Award erhielt.

Seine Frau Elsie ‚Else‘ Garnett wird von Dandy Nichols (1907-1986) gespielt (Else Tetzlaff in der deutschen Version), oftmals als „silly moo“ betitelt, in der deutschen Fassung drastischer als „dusselige Kuh“.

Una Stubbs (geboren 1937) war Rita Rawlins, die Tochter der Garnetts (Rita Graf, geborene Tetzlaff in „Ein Herz und eine Seele“). Die Schauspielerin war im deutschen Fernsehen zuletzt in der „Inspector Barnaby“-Episode  101 „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“) als Audrey Braylesford zu sehen.

Die Rolle des Mike Rawlins, Alfreds Schwiegersohn, übernahm Antony Booth (geboren 1931), der 2006 seine Schauspielerkarriere aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Sein deutscher Gegenpart ist Michael Graf, Alfred Tetzlaffs Schwiegersohn.

Im Gegensatz zu der deutschen TV-Serie, von der sämtliche Folgen erhalten und auf Youtube anzusehen sind, fehlen von der englischen Originalfassung viele Episoden der Anfangszeit, die die BBC aus ihren Archiven gelöscht hat.

Hier ist eine Folge in der Originalfassung zu sehen und hier eine in deutscher Synchronisation (die ARD zeigte einige Episoden ab 1969).

Published in: on 9. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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