Birtley (Tyne and Wear) – Eine Stadt im Norden Englands, in der sich einmal viele Belgier niedergelassen hatten

Das Stadtzentrum von Birtley.    © Copyright Oliver Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Am 4. August 1914 überfielen deutsche Truppen das neutrale Nachbarland Belgien und gingen dabei mit großer Brutalität vor. Allein im Monat August wurden mehr als 5000 Zivilisten getötet. Die Folge war eine große Fluchtwelle, die auch Großbritannien mit einbezog; rund 250 000 Belgier flüchteten über den Ärmelkanal und fühlten sich dort während des Ersten Weltkriegs sicher. Überall im Land entstanden Siedlungen, die für die belgischen Flüchtlinge erbaut wurden. Eine davon fand sich am Rand der Stadt Birtley, die damals zum County Durham gehörte, heute zum Metropolitan County Tyne and Wear. Wer die A1 nach Norden fährt, kommt direkt an Birtley vorbei; Antony Gormleys Angel of the North liegt nördlich des Ortes.

Die belgische Siedlung wurde damals Elisabethville genannt, nach Elisabeth Gabriele Valérie Marie Herzogin in Bayern, der Frau des belgischen Königs Albert I. Mehrere Tausend Flüchtlinge ließen sich hier nieder in einer Art „gated community“, in der es eine eigene Schule, eine Kirche, ein Krankenhaus, ein Postamt und mehrere Läden gab. Neben der Siedlung, oder Kolonie, wie Elisabethville auch genannt wurde, stand eine große Munitionsfabrik, in der viele der belgischen Flüchtlinge arbeiteten, denn es herrschte Personalmangel, da viele Männer aus Birtley und Umgebung als Soldaten abberufen worden waren. Neben der schweren Arbeit in der Fabrik fanden viele noch die Zeit, sich in Elisabethville kulturellen und sportlichen Aktivitäten zu widmen, und so gründete man u.a. ein Sinfonieorchester, Theatergruppen, einen Fußballverein und einen Schwimmclub.

Als der Erste Weltkrieg im Jahr 1918 zu Ende ging, war auch mit Elisabethville bald Schluss, denn die Belgier wollten so schnell wie möglich in ihre Heimat zurück. Zurück blieb eine Geisterstadt, in deren Häuser sich einige Obdachlose niederließen. Heute erinnert fast nichts mehr an die kurzlebige belgische Kolonie, die komplett abgerissen und durch neue Sozialbauten ersetzt wurde. Nur zwei Straßennamen in Birtley weisen noch auf diese Zeit im Ersten Weltkrieg hin: Die Elisabeth Avenue und der kurze Flanders Court.

Dieser Film erzählt die Geschichte der Birtley Belgians.

Der größte Arbeitgeber in Birtley ist heute die Firma Komatsu, die hier schwere Baumaschinen herstellt.

Das Buch zum Artikel:
John G. Bygate: Of Arms and the Heroes – The Story of the „Birtley Belgians“. History of Education Project 2006. 200 Seiten. ISBN 978-1870268448.

Birteys größter Arbeitgeber heute: Die Firma Komatsu.    © Copyright Barbara Carr and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Birtleys größter Arbeitgeber heute: Die Firma Komatsu.
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Published in: on 18. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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