Reverend John Mason, der Prophet von Water Stratford in Buckinghamshire

St Giles in Water Stratford.   © Copyright David Hillas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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John Mason war ein Priester der anglikanischen Kirche mit einer Vorliebe für den Calvinismus. Er lebte von 1645 bis 1694 und trat im Jahre 1674 sein Amt als Priester in der Kirchengemeinde St Giles in dem kleinen Straßendorf Water Stratford in Buckinghamshire an. Der kleine hübsche Ort liegt nur wenige Kilometer westlich von Buckingham.

Viele Jahre führte John Mason ein friedliches Leben in seiner Gemeinde, kümmerte sich um seine Schäfchen und schrieb Texte für Kirchenlieder, von denen einige noch heute gesungen werden wie zum Beispiel „How Shall I Sing That Majesty“ (hier zu hören). Doch dann kamen einige Schicksalsschläge, die ihn aus der Bahn werfen sollten. Erst starb sein bester Freund und dann auch noch seine Frau. Mason verkraftete das nicht und wurde ein anderer Mensch. In seinen Predigten sprach er plötzlich davon, dass er der Prophet Elijah wäre,  und dass er Tote wieder zum Leben erwecken könnte. Er sei dazu berufen worden, nach Water Stratford zu kommen, weil dieser Ort dazu auserkoren wäre, am Tag des Jüngsten Gerichts den hier anwesenden Gläubigen Schutz zu bieten, während drumherum alles in Schutt und Asche fallen würde.
Der Inhalt der Predigten John Masons sprach sich schnell herum, mit der Folge, dass Hunderte von Menschen aus der näheren Umgebung nach Water Stratford kamen, um den Worten des Predigers zu lauschen und den vermeintlichen Schutz des Dorfes zu genießen. Viele verkauften ihr Hab und Gut und zogen mit Sack und Pack, manchmal auch mit ihrem Vieh, hierher, so dass das Dörfchen komplett überfüllt war und auf den wenigen Straßen das Chaos herrschte. Singende, tanzende, jubilierende Menschen, die sich in eine Art religiösen Wahn gesteigert hatten, konnten es kaum erwarten, bis der angeblich bevorstehende Tag des Jüngsten Gerichts endlich kommen würde.

In diesem ganzen Tohuwabohu  lag John Mason im Jahr 1694 im Sterben, und kurz bevor ihn der Tod ereilte, machte er noch eine Prophezeiung: Drei Tage nach seinem Tod würde er wiederauferstehen und in seine Gemeinde zurückkehren. Masons Nachfolger, Reverend Rushworth, der sich mit dem, was er in Water Stratford vorfand, nicht anfreunden konnte, ließ Masons Grab öffnen, um seinen Anhängern zu beweisen, dass er wirklich tot war und nicht wiederauferstehen würde. Nach und nach verflüchtigte sich der Spuk und die meisten zogen aus dem Dörfchen ab; aber es gab tatsächlich noch einige, die von der Auferstehung ihres Propheten überzeugt waren und bis zu 16 Jahren darauf warteten, leider vergeblich.
Es kehrte wieder Ruhe ein in Water Stratford, die bis zum heutigen Tag vorgehalten hat. Die baumumstandene Kirche St Giles existiert noch, an deren Westwand man im Jahre 2008 eine Erinnerungsplakette an John Mason angebracht hat.

Die Ruhe und Beschaulichkeit des Ortes zog in jüngerer Zeit einige Prominente an, die sich hier für einige Zeit niedergelassen hatten:
Der berühmte Magier Paul Daniels (1938-2016) lebte in den 1970er und 1980er Jahren in Water Stratford, ebenso der Schauspieler Peter Woodthorpe (1931-2004), vielleicht einigen noch bekannt als der Pathologe Max aus der TV-Krimiserie „Inspector Morse“, und die Sängerin Pamela Guard, die als Yana in den 1950er Jahren eine Zeit lang erfolgreich war (ihr größter Hit war „Climb Up the Wall„).

Die Erinnerungsplakette an der Kirche St Giles in Water Stratford.   © Copyright Tiger and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die Hauptstraße, die Water Stratford Road.   © Copyright John Firth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 19. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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