Uley in Gloucestershire – Ein idyllisches Dorf, Stephen Fry und ein Gorilla namens John Daniel

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Nachdem ich mit Begeisterung Stephen Frys Autobiografie „Moab is my washpot“ (deutsch: „Columbus war ein Engländer“) gelesen hatte, in der er von seiner Internatszeit in der Stouts Hill Preparatory School in Uley erzählte, musste ich diesen Ort unbedingt einmal aufsuchen.
Das kleine idyllische Dorf Uley liegt an der B4066, etwa 2-3 Kilometer östlich von Dursley in Gloucestershire. Hier soll es einmal 14 (!) Pubs gegeben haben; heute ist nur noch „The Old Crown“ übrig geblieben, gegenüber der St Giles Church.
Ein ganz enger Weg führt zum Owlpen Manor, einem Tudor Manor House, in dem es in spuken soll. Ich berichtete in meinem Blog darüber.

Stephen Frys Stouts Hill Preparatory School, die übrigens auch Mark Phillips, der ersten Ehemann von Prinzessin Anne besuchte, schloss 1979 und wurde von einer kanadischen Firma übernommen, die das eindrucksvolle Gebäude umbaute und 1982 als Holiday Resort mit neun Appartements eröffnete.  Wer möchte, kann also heute im Stouts Hill Cotswold Holiday Resort da wohnen, wo der kleine Stephen einen Teil seiner Jugend verbrachte.

Im Januar erschien ein Buch mit dem Titel „Notes from the Uley Archives„, in dem die Dorfarchivarin Margaret Groom eine fast vergessene Geschichte ausgegraben hat, in der ein Gorilla namens John Daniel einmal eine Rolle spielte. Das Gorillakind, dessen Eltern 1918 im Dschungel von Gabun erschossen worden waren, fand den Weg in das Dörfchen in Gloucestershire über ein Londoner Kaufhaus, in dem es zum Verkauf angeboten wurde. Ein Major Rupert Penny kaufte das Tier für eine sehr hohe Summe und gab es seiner Schwester Alyce Cunningham, die in Uley lebte. Dort wurde der kleine Gorilla großgezogen und bald liebte ihn die ganze Dorfgemeinschaft. Er war ein sehr intelligentes Tier, das sogar sein eigenes Bett machen konnte, die Toilette benutzte und beim Abwaschen half. Uleys Kinder nahmen ihn mit zur Schule und spielten mit ihm;  John Daniel war ein glücklicher Gorilla. Leider sollte das schöne Leben für ihn nicht allzu lange dauern, denn er wuchs und wuchs und schließlich konnte ihn seine Pflegemutter nicht länger behalten. Schweren Herzens verkaufte sie ihn im Jahre 1921 nach Amerika, in der Hoffnung, dass es ihm dort gut gehen würde. Doch das Tier landete in einem Wanderzirkus und dieses Leben konnte es überhaupt nicht vertragen; es war an das Dorfleben in Uley gewöhnt und nicht an ein Dasein hinter Gittern. John Daniel wurde krank, er sehnte sich nach seiner Ziehmutter zurück und sicher auch nach seinen früheren Spielgefährten. Alyce Cunningham erreichte aus Amerika die dringende Bitte, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen, was sie auch sofort tat, doch es war zu spät, der Gorilla war bereits gestorben. Eine traurige Geschichte! Im Laufe des Jahres soll dem Gorilla eine Ausstellung gewidmet werden, die im örtlichen Prema Arts Centre in der South Street stattfinden wird.

Über das Dorf im Süden Gloucestershires berichtete ich schon einmal in Zusammenhang mit der Uley Brewery.

Das Souts Hill Holiday Centre in der Mitte des Bildes, dahinter liegt Uley.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Stouts Hill Holiday Centre in der Mitte des Bildes, dahinter liegt Uley.
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The Old Crown am Village Green.   © Copyright Alan Hughes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die St Giles Church.   © Copyright Philip Pankhurst and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Uleys Prema Arts Centre.   © Copyright Clint Mann and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 6. Februar 2017 at 02:00  Comments (2)  
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2 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Oh wow, danke für die Bilder und die Erinnerung an das wunderschöne Stephen Fry-Buch, das ich vor einer gefühlten Ewigkeit auf einer Klassenfahrt gelesen habe 🙂

  2. […] eine Weile in Bristol zubrachte und im Südwesten des Landes einige Bauwerke schuf (zum Beispiel Stout’s Hill bei […]


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