John Peake Knight und die erste Verkehrsampel der Welt

Dort, wo die Bridge Street in London auf die Straßen Great George Street und Parliament Street trifft, ist an einem Haus eine grüne Plakette der City of Westminster angebracht, die daran erinnert, dass an dieser Stelle am 9. Dezember 1868 die weltweit erste Verkehrsampel installiert wurde. Verantwortlich dafür war der Erfinder dieses Verkehrsleitsignals, John Peake Knight (1828-1886).

Der in Nottingham geborene Ingenieur befasste sich vorwiegend mit Verbesserungen im Eisenbahnwesen, vor allem, was die Sicherheit in den Zügen anging. Knights besondere Fähigkeiten lagen im Management von Verkehrsströmen.
Auch damals schon, Mitte des 19. Jahrhunderts, war das Verkehrsaufkommen in London sehr hoch. Pferdekutschen verstopften die Straßen, Fußgänger mussten ständig auf der Hut sein, nicht unter die Räder bzw. unter die Hufen zu kommen. Knight empfahl die Einrichtung von Einbahnstraßen, um die permanenten Staus zu unterbinden, die entstanden, wenn Kutschen nicht aneinander vorbei kamen. Durch den unregulierten Verkehr kamen in London im Jahr 1866 mehr als hundert Menschen ums Leben.
Da hatte John Peake Knight eines Tages eine brillante Idee. An besonders gefährlichen Straßenkreuzungen könnte man doch gut sichtbare Zeichen in Form von Semaphoren aufstellen, die den Verkehr regeln. Und genau das tat er dann auch an der Ecke, wo der starke Verkehr von der Westminster Bridge auf Whitehall stößt. Es gab zwei Stellungen der Semaphorenarme: Waren sie gesenkt, hieß das, die Kutschen konnten vorsichtig in die Kreuzung hineinfahren, waren die Arme ausgestreckt, bedeutete das „STOP“, so dass die Fußgänger ohne Gefährdung ihres Lebens über die Straße gehen konnten. In der Dunkelheit gab es zusätzlich noch grüne bzw. rote gasbetrieben Lämpchen, die über den Armen angebracht waren. Bedient wurde diese Apparatur von einem Polizisten.
So weit, so gut; am 2. Januar 1869, also drei Wochen nach der Installation, explodierte eine dieser Verkehrsampeln, die Gasleitung war defekt, und verletzte den diensthabenden Polizisten schwer. Und das war es dann erst einmal mit der neuen Erfindung. Die Semaphoren wurden wieder abgebaut, das Verkehrschaos war wieder da.
Erst 1926 griff man in London auf die Erfindung von John Peake Knight wieder zurück und errichtete eine neue Ampel an der Kreuzung Piccadilly und St James’s Street. Auch dieses Gerät musste noch von einem Polizisten bedient werden; erst sechs Jahre später wurde die Verkehrsregelung automatisiert.

Was würde wohl Mr. Knight sagen, bekäme er diese Verkehrsampel in London zu Gesicht?

Published in: on 19. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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