Renishaw Hall Vineyard – Preisgekrönter Wein aus Derbyshire

Renishaw Hall - Sitz der Sitwell-Familie.   © Copyright DAVID M GOODWIN and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Renishaw Hall – Sitz der Sitwell-Familie.
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Weinanbau in England verbindet man eigentlich immer mit dem Süden des Landes. Dort finden wir die renommiertesten Firmen wie Three Choirs Vineyards, Chapel Down oder Denbies Wine Estate. Zu diesen Großen hat sich seit einigen Jahren ein Weingut aus Derbyshire gesellt. Derbyshire? Weinanbau? Richtig, Renishaw Hall Vineyard, nicht weit von Sheffield entfernt, war bis zum Jahr 1986 das nördlichste Weinanbaugebiet der Welt, bis sich die Grenzen immer weiter gen Norden verschoben. In England wird mittlerweile auch schon in Yorkshire Wein angebaut.
Sir Reresby Sitwell legte 1972 auf seinem Familiensitz Renishaw Hall einen Weinberg an; Kieron Atkinson ist heute für die Qualität der Weine aus dem Norden Derbyshires verantwortlich, und er hat tatsächlich Erfolg. Mit seinem „Madeleine Angevine“ aus dem Jahr 2013 wurde er unter die Top Ten Englands eingruppiert, und es kommt noch besser: Atkinsons Sekt „Seyval Blanc“ 2011 erhielt bei den Decanter World Wine Awards sogar eine Auszeichnung! Damit hat sich Renishaw Hall Vineyard erstmals international durchgesetzt (Sekte aus England haben ja schon im Vergleichstest gegen Champagner aus Frankreich gewonnen).

Neben den beiden bereits genannten Weinen werden hier in Derbyshire noch ein Rot- und ein Roséwein produziert, der Rondo Red und der Rondo Rosé. Rund 5000 Flaschen pro Jahr werden auf dem Weingut erzeugt, das in diesem Film kurz porträtiert wird.

Alexandra Sitwell ist die Hausherrin von Renishaw Hall. Seit 1625, als George Sitwell das Haus erbaute, ist es der Sitz der Familie, die in der Namensgebung ihrer Oberhäupter nicht sehr einfallsreich war, einer hieß Sir Sitwell Sitwell, mehrere andere Sacheverell Reresby Sitwell. Die berühmtesten Familienmitglieder waren sicher die drei schriftstellernden Geschwister Edith Sitwell, Sir Francis Osbert Sacheverell Sitwell und Sir Sacheverell Reresby Sitwell (alles klar?).

Renishaw Hall soll das Vorbild für Wragby Hall in D. H. Lawrences Roman „Lady Chatterley’s Lover“ gewesen sein, ein Roman, den Edith Sitwell absolut nicht mochte und als „schmutzig“ bezeichnete.

Zu besichtigen ist Renishaw Hall nur mittels einer geführten Tour während der Saison, und das nur an Freitagen. Die Gärten sind mittwochs bis sonntags geöffnet, auch nur während der Saison (22. März bis 1. Oktober in diesem Jahr). Im Café kann man die Weine aus dem Weingut probieren.

Renishaw Hall
Renishaw
Nr. Sheffield, S21 3WB

Die Gärten von Renishaw Hall.   © Copyright Andy Stephenson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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4 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Wir konnten vor einigen Monaten auf unserer Südengland-Reise den Camel Valley Vineyard besuchen und ich bin von der Qualität der Weine ziemlich angetan, insbesondere von einer Cuvée aus Danibole und Bacchus, die fast we Sauvignon Blanc schmeckt. Leider ist Wein aus England a) ziemlich teuer für die Qualität und b) selbst in England schwer zu bekommen. Die meisten Restaurants haben keinen englischen Wein auf der Weinkarte. Die Mengen scheinen auch nicht wirklich für einen Export auszureichen. Da sehe ich auf jeden Fall noch Potential und frage bei meinen Weinhändlern immer mal wieder nach englischen Weinen.

    • Die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. In ganz Oxford fand ich keinen Laden, der englische Weine im Angebot hatte und auch in Hotelrestaurants steht Wein aus den eigenen Landen eher selten auf der Karte. In Hamburg bin ich auch in keiner Weinhandlung fündig geworden. In Alexander Herrmanns Romantik Posthotel in Wirsberg fand ich einmal einen englischen Sekt in der Weinkarte, den es sogar glasweise gab.

  2. Sollten sich meine geschätzten Vorredner statt nach England mal in die Schweiz verirren, dann müssten sie auch hier nicht auf englischen Wein verzichten! Es gibt eine Adresse, die in gepflegtem Ambiente englische Weine kredenzt: das Restaurant „Forst“ in Thunstetten (http://www.restaurantforst.ch/). Der sehr engagierte und zweifelsohne anglophile Wirt bezieht seine Weine direkt von „Brightwell Vineyard“ in Wallingford, Oxfordshire, und er wird unter den „stockists“ auch direkt genannt – als einziger Kontinentaleuropäer: http://www.brightwellvineyard.co.uk/ ! Ansonsten mache ich die gleichen Erfahrungen in England: weit und breit sind keine englische Weine erhältlich!

    • Vielen Dank für diesen sehr interessanten Hinweis! Sollte ich einmal nach Thunstetten kommen, werde ich das Restaurant bestimmt besuchen. Ist doch um einiges näher als die beiden anderen angegebenen Adressen in Tokio und Singapur…


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