The World Egg Throwing Championships in Swaton (Lincolnshire)

Thorpe Latimer bei Swaton in Lincolnshire: Austragungsort der Eierwerf-Weltmeisterschaften.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Firth and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bis Ostern ist es nicht mehr weit, eigentlich ein passender Termin, um die jährlich stattfindenden World Egg Throwing Championships auszutragen, aber dem ist nicht so, denn dieser kuriose Wettbewerb findet regelmäßig am letzten Sonntag des Monats Juni statt. Austragungsort ist Swaton in Lincolnshire, genauer gesagt  im Thorpe Latimer Park an der B1394 in Richtung Helpringham.

Eierwerf-Wettbewerbe soll es schon im 14. Jahrhundert gegeben haben; die 2004 gegründete World Egg Throwing Federation hat dem „Sport“ aber klare Regeln gegeben und seit 2006 werden die Weltmeisterschaften in mehreren Kategorien ausgetragen.

Bei dem normalen „Egg Throwing“ werfen sich Zwei-Personen-Teams gegenseitig Eier zu, ein Werfer und ein Fänger. Gewonnen hat das Team, das die größte Distanz überwinden kann, ohne dass das geworfene Ei dabei zu Schaden kommt.

Bei der statischen Eier-Staffel, dem Egg Static Relay, besteht ein Team aus elf Spielern, die sich nicht mehr als fünf Meter von ihrem Standort wegbewegen dürfen. Zwölf Eier müssen jeweils weitergericht werden, bis alle möglichst unversehrt beim letzten Teammitglied ankommen. Zerbrochene Eier werden mit einer Zeitstrafe geahndet.

Beim Egg Target Throwing muss auf eine Entfernung von acht Metern ein menschliches Ziel getroffen werden, wobei bestimmte Körperteile mehr oder weniger Punkte für den Werfer einbringen.

Das Russian Egg Roulette erfordert je zwei Spieler, die sich gegenübersitzen. Jeder hat sechs Eier vor sich, fünf gekochte und ein rohes. Abwechselnd wählen die Teilnehmer ein Ei aus und stoßen es sich gegen die Stirn; wer das rohe erwischt hat, hat verloren.

Beim Egg Trebuchet schließlich wird ein Wurfgerät benutzt, das dem mittelalterlichen Trebuchet nachempfunden ist. Dabei muss ein menschliches Ziel getroffen werden, was Punkte bringt, bzw das „Ziel“ fängt das Ei unbeschädigt und erwirbt dadurch Punkte.

Die Hühner von Swaton und Umgebung müssen auf jeden Fall im Juni Überstunden beim Eierlegen machen, denn für die Weltmeisterschaften werden viele benötigt.

Dieser Film vermittelt Eindrücke von den Championships.

Published in: on 31. März 2017 at 02:00  Comments (1)  
Tags:

Tipus Tiger im Londoner Victoria & Albert Museum

Author: Victoria and Albert Museum.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Ich habe das berühmte Londoner Victoria & Albert Museum bisher nur einmal vor längerer Zeit besucht, als damals eine Ausstellung der Fabergé-Eier stattfand. Man kann sich in dem riesigen Museum an der Cromwell Road in Kensington endlos lange aufhalten und man wird immer wieder etwas Neues entdecken.

Einer der Schätze des V&A ist ein merkwürdiges Figurenensemble: Tipus Tiger. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für Tipu Sultan hergestellt, einem Herrscher aus dem südindischen Staat Mysore, und es zeigt einen Tiger, der auf einem britischen Soldaten sitzt und ihm an die Gurgel geht. Der Inder war seinerzeit in einen erbitterten Krieg gegen die britischen Eindringlinge verwickelt und die Figur Tipus Tiger soll wohl einen Zwischenfall darstellen, bei dem der Sohn eines britischen Generals von einem Tiger angefallen und getötet wurde.

Es handelt sich bei Tipus Tiger um einen Musikautomaten, der Geräusche erzeugen kann und zwar die Klagelaute des von dem Tiger bedrohten Mannes und die Brummlaute des Raubtieres. Im Inneren des mit Hilfe einer Kurbel angetriebenen Automaten befindet sich sich orgelartiges Instrument mit Pfeifen und Blasebälgen. Durch Betätigen der Kurbel wird auch ein Arm des um sein Leben bangenden Mannes bewegt.

Tipus Tiger wurde nach der Tötung von Tipu Sultan und der Plünderung seines Palastes nach England gebracht, wo er ursprünglich im Tower of London ausgestellt werden sollte, dann aber doch im East India Company Museum untergebracht wurde. Nach dessen Auflösung ging der Automat im Jahr 1880 in den Besitz des Victoria & Albert Museums über, wo er noch heute zu bestaunen ist.

In diesem Film sind Tiger und Soldat zu sehen und zu hören.

Hier, im Victoria & Albert Museum, wohnt Tipus Tiger.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Basher Eyre and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 30. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Halton House in Buckinghamshire

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hillas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Halton House ist eine der vielen Landsitze, die sich die superreiche Rothschild-Familie in Buckinghamshire geleistet haben, neben dem Waddesdon Manor, den Mentmore Towers und dem Aston Clinton House. Gebaut wurde Halton House von 1880 bis 1883 für Alfred von Rothschild, einem Banker, der u.a. die Bank von England leitete. Wenn man den Landsitz sieht, fühlt man sich an die Loire versetzt, denn das Haus wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut. Solange Alfred von Rothschild hier wohnte, wurden gern Feste gefeiert und es herrschte ein ausgelassenes Leben auf Halton House. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, ging leider alles den Bach hinunter: Der Hausherr erkrankte und starb 1918, das Haus erbte sein Neffe, der es absolut nicht mochte und es versteigern ließ. Es ging in den Besitz der Royal Air Force über, die es für einen Schnäppchenpreis übernahm. Noch heute dient Halton House als Offizierskasino für einen der größten britischen Luftwaffenstützpunkte, RAF Halton bei Wendover in Buckinghamshire.

Das architektonisch sehr ansprechende Gebäude geriet schnell ins Visier der Location Scouts der Film- und Fernsehindustrie und so wurden hier zahlreiche Filme gedreht. Hier einige Beispiele:

In „The King’s Speech“ (dt. The King’s Speech“) diente der Gold Room im Jahr 2010 als der Ort, in dem Colin Firth alias Georg VI. seine Rede an die Nation einstudierte.

Teile des James Bond-Films „The World Is Not Enough“ (dt. James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“) mit Pierce Brosnan wurden hier 1999 gedreht.

What a Girls Wants“ (dt. „Was Mädchen wollen“), eine Teenagerkomödie, wieder mit Colin Firth, dieses Mal als Lord Henry Dashwood, nutzte 2003 das eindrucksvolle Chateau.

In der Erfolgsserie „Downton Abbey“ dient Halton House in der 6. Episode der 2. Staffel als Haxby Park, wo Lady Marys Verehrer, Sir Richard Carlisle, wohnt.

Dieser Film zeigt die Schönheit vom Halton House.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Hillas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mein Buchtipp – James Moore & Paul Nero: Pigeon Guided Missiles

Foto meines Exemplares.

Die beiden Autoren James Moore und Paul Nero haben sich in ihrem Buch „Pigeon Guided Missiles: And 49 Other Ideas That Never Took Off“ mit mehr oder weniger verrückten Ideen auseinadergesetzt, die im Laufe der Zeit irgendwelchen kreativen Hirnen entsprungen sind, die es aber nie geschafft haben, verwirklicht zu werden. In der titelgebenden Geschichte zum Beispiel geht es darum wie man bestimmte Fähigkeiten von Tauben ausnutzen könnte, um sie für militärische Zwecke einzusetzen. Der berühmte US-amerikanische Psychologe B.F. Skinner hatte sich dieses Themas während des Zweiten Weltkriegs angenommen und war der Meinung, dass man Tauben dazu bringen könnte, Raketen zu ihrem Ziel zu führen. Die Experimente wurden nicht weitergeführt, als man andere technische Möglichkeiten erfand, die diese Aufgabe weit besser durchführen konnten.

Das Kapitel „The First Channel Tunnel“ beschäftigt sich mit den ersten Versuchen, einen Tunnel unter dem Ärmelkanal zu graben. Sir Edward Watkin schaffte es in den 1880er Jahren mit einer neuartigen Tunnelbohrmaschine, auf der englischen Seite rund zwei Kilometer und auf der französischen Seite etwa 1800 Meter sich durch das Gestein zu arbeiten. 1883 stoppte man die Arbeiten, weil vor allem hochrangige Militärangehörige vor einer unterirdischen Verbindung zu Frankreich warnten. Auch eine Brücke über den Ärmelkanal war einmal angedacht, aber aus Sicherheitsgründen wieder verworfen.

Weitere Ideen, die nicht verwirklicht wurden, waren u.a. Henry Bessemers Schiff, auf dem man nicht seekrank wird, die Fliegende Untertasse von British Rail, das sich selbst reinigende Haus, Wilhelm Reichs „Cloudbuster“ (s. dazu meinen Blogeintrag über Kate Bushs Video) oder der Ferienort Ravenscar, der nie gebaut wurde (s. auch dazu meinen Blogeintrag).

Wieder ein hochinteressantes Buch aus dem Hause The History Press!

James Moore und Paul Nero: Pigeon Guided Missiles: And 49 Other Ideas That Never Took Off. The History Press 2011. 254 Seiten. ISBN 978-0-7524-5990-5

Published in: on 28. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Midsomer Murders Staffel 19 – Jetzt auf DVD erhältlich (aber nicht komplett)

Foto meiner DVD.

Ist schon ein wenig merkwürdig, dass die 19. Staffel von „Midsomer Murders“ immer noch nicht komplett im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Vom 18. Dezember 2016 bis zum 18. Januar 2017 zeigte ITV die Episoden 1 bis 4, Teil 5 und 6 sind noch offen. Auf DVD erschienen jetzt die ersten drei Episoden.

Ich habe den Eindruck, dass es mit der TV-Serie allmählich zu Ende geht und den Drehbuchschreibern nicht mehr viel einfällt. Die Folgen „The Village That Rose From the Dead„, „Crime and Punishment“ und „Last Man Out“ konnten mich nicht überzeugen. Die Handlungen waren ziemlich wirr und so richtig verstanden habe ich sie nicht. DS Charlie Nelson ist schon wieder abgelöst worden, durch DS Jamie Winter, gespielt von Nick Hendrix, gewöhnungsbedürftig, und so richtig warm sind Barnaby und Winter noch nicht geworden. Sykes ist in „The Village That Rose From the Dead“ gestorben (aber nur im Film, Sykes hat das Rentenalter erreicht und seine Schauspielerkarriere an den Nagel gehängt). Sykes wird durch Paddy ersetzt, einen zweijährigen Terriermischling, der von den Barnabys liebevoll aufgenommen wird.

In der Episode 113 „Last Man Out“ feiern wir ein Wiedersehen mit Ben Jones, der in vielen Folgen der Krimserie an der Seite von Tom Barnaby als Detective Sergeant agierte und auch unter DCI John Barnaby eine Zeit lang arbeitete. Ben Jones ist mittlerweile selbst Detective Chief Inspector in Brighton geworden und in der Folge undercover als Jack Morris tätig. Auch die Schauspielerin Ester Hall, die in der Episode als Serena Luthando auftritt, kennen wir schon als Cullys Freundin Cassie Woods aus der Episode 30 „Bad  Tidings“ (dt. „Immer wenn der Scherenschleifer…“).

Die DVD mit den drei letzten Folgen der 19. Staffel „Red in Tooth and Claw„, „Death By Persuasion“ und „The Curse of the Ninth“ wird irgendwann im Laufe des Jahres erhältlich sein.

 

Published in: on 27. März 2017 at 02:00  Comments (5)  

Stony Stratford in Buckinghamshire und die Cock and Bull Stories

The Cock in Stony Stratford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian T and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Am Ortsrand von Milton Keynes in Buckinghamshire liegt die Kleinstadt Stony Stratford, die früher einmal als Zwischenstopp für den Kutschenverkehr zwischen London und Nordengland diente. Von hier soll der Begriff „Cock and Bull Story“ stammen, was in England soviel wie Lügengeschichte oder Ammenmärchen bedeutet.

The Cock und The Bull waren und sind noch immer zwei Gasthäuser in Stony Stratford, in denen seinerzeit die Kutschengäste übernachteten. Die Reisenden sollen sich auf den langen Überlandfahrten Lügengeschichten erzählt haben, um sich die Zeit zu vertreiben.
Das ist aber nur eine Lesart. Eine andere: Die beiden Coaching Inns traten in einen Wettstreit ein, wessen Gäste die skurrilsten und verrücktesten Geschichten erzählten.
Oder: „Chinese Whispers“ ist das, was man in Deutschland „Stille Post“ nennt, also eine Geschichte wird immer weitererzählt, bis sie völlig verändert am Ende der Erzählerkette ankommt. So kann das damals auch in Stony Stratford gewesen sein: Eine Geschichte, die im Cock erzählt wird, wandert durch die Stadt und kommt im Bull in ganz anderer Form an, oder auch andersherum.

Es gibt in Stony Stratford auch eine Cock & Bull Society: “ The Cock & Bull Society celebrates humour in its various forms. It provides a newsletter, a forum for exchange of ideas and information of a humorous nature, and will be organising festivals and events in and around Stony Stratford in celebration of the witty, the absurd, the freaky, the satirically erudite, and even the plain funny“.

Es existieren aber auch ganz andere Versionen wie die Cock & Bull Stories entstanden sein könnten, aber lassen wir doch den Bewohnern Stony Stratfords den Spaß, dass die Lügengeschichten hier ihren Ursprung hatten.

Keine Cock and Bull Story ist, dass die beiden Gasthöfe an der High Street noch immer existieren. Beweis: Hier sind die Links zu den Webseiten des Bull und des Cock Hotels und hier ist ein Film über die Geschichte der Stadt.

The Bull in Stony Stratford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cabmen’s Shelters – Ruhepol für Londons Taxifahrer

Cabmen’s Shelter am Russell Square.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer aufmerksam durch Londons Straßen gegangen ist, dem sind sie vielleicht schon einmal aufgefallen, die grünen gartenhausartigen Schuppen, neben denen Taxis geparkt stehen. Es handelt sich hierbei um die Cabmen’s Shelters, die in der viktorianischen Zeit ab 1875 entstanden sind.
Da es damals den Kutschenfahrern an ihren Ständen untersagt war auszusteigen, war es schwierig für sie, irgendwo eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Der Earl of Shaftesbury hatte aber ein Herz für Kutschenfahrer und errichtete den Cabmen’s Shelter Fund, der diese „Gartenhäuschen“ baute, worin Getränke und warmes Essen zu moderaten Preisen angeboten wurden. Auch Lesestoff in Form von Büchern und Zeitungen fand man darin.

Zwischen 1875 und 1914 wurden 61 Shelters gebaut, von denen heute noch 13 übrig geblieben sind. Es ist ziemlich eng darin, denn neben den Tischen und Stühlen ist ja auch noch eine Küche erforderlich, in der die Speisen zubereitet werden. Bei schönem Wetter können die Cabbies aber natürlich auch draußen sitzen und sich von den Strapazen ihres Jobs erholen.

Man darf in diesen Hütten selbstverständlich keine kulinarischen Höhepunkte erwarten; das Angebot besteht überwiegend aus Eiern, Schinken, Würstchen und Sandwiches, dazu Tee oder Kaffee (alkoholische Getränke gibt es hier nicht), aber damit sind die Taxifahrer zufrieden.

Die 13 Londoner Cabmen’s Shelters stehen heute unter Denkmalschutz und man findet sie u.a. in folgenden Straßen:
In den Grosvenor Gardens (SW1), in der Kensington Park Road (W11), am Russell Square (WC1) und in der Warwick Avenue (W9).

Wie es nun genau in so einem Taxifahrercafé zugeht, zeigt dieser Film.

Das Buch zum Artikel:
Alf Townsend: The Black Cab Story. The History Press 2009. 128 Seiten. ISBN 978-0750948531

 

Cabmen’s Shelter an der Warwick Avenue.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Wayland Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 25. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Phyllis Pearsall und die Londoner Stadtpläne

Mein Exemplar des Londoner Straßenatlases. Eigenes Foto

Die Malerin und Schriftstellerin Phyllis Pearsall (1906-1996) war einmal im Jahr 1935 zu einer Party im Londoner Stadtteil Belgravia eingeladen, eine  Gegend, die sie nicht kannte. Sie nahm ihren Stadtplan zu Hilfe, der aus dem Jahr 1919 stammte (einen aktuelleren gab es nicht), und verlief sich fürchterlich in dem Londoner Straßengewirr. Der Stadtplan war eben völlig veraltet. Irgendwie erreichte sie die Party dennoch, aber das Thema „Stadtplan“ ging ihr an diesem Abend nicht aus mehr dem Sinn.

Am nächsten Tag startete sie ein Projekt, das sie ein Jahr lang in Atem halten sollte und sicherlich mehrere Paar Schuhe kostete: Sie ging sämtliche 23 000 Straßen Londons ab, was in etwa einer Strecke von 5 000 km entsprach. 18 Stunden pro Tag soll sie durch London gelaufen sein und dabei den ersten Entwurf eines „A-Z“-Stadtplans gezeichnet haben.

STOP:
Stimmt das auch wirklich alles?? Der Journalist Peter Watts meint in seinem Blog, nein, stimmt nicht, und bezieht sich dabei auf den Chef der Kartenabteilung der British Library Peter Barber, der ihm sagte: „The Phyllis Pearsall story is complete rubbish. ‘There is no evidence she did it and if she did do it, she didn’t need to“.

Liegen somit alle falsch, die BBC, die Wikipedia usw., die alle die gleiche schöne Geschichte von der straßenablaufenden Phyllis Pearsall erzählen? Möglicherweise. Pearsalls Großvater stellte Kartenmaterial her und Enkelin Phyllis soll, so die andere Version der Geschichte, diese Straßenkarten lediglich erweitert und auf den neuesten Stand gebracht haben; das ganze nannte sie dann „A-Z“.

Wie auch immer: Der  Stadtplan „London Geographer’s A–Z Street Atlas“ mit seinen mittlerweile ca 70 000 nachgewiesenen Straßen ist das Hilfsmittel Nummer 1, um sich in der Metropole zurechtzufinden. Wie lange noch? Bald werden wohl Smartphone-Apps die gedruckten Stadtpläne ablösen.

£5.95 kostet der aktuelle Stadtplan, der mit „Aaron Hill“ beginnt und bei „Zoroastrian House“ endet. Leider ist das Druckbild recht klein, so dass man manchmal eine Lupe benötigt, um die winzige Schrift entziffern zu können.

Das Buch zum Artikel:
Phyllis Pearsall: A. to Z. Maps – The Personal Story: From Bedsitter to Household Name. Geographers‘ A-Z Map Co 1990. 205 Seiten. ISBN 978-0850392432.

Die Topiari-Gärten von Levens Hall in Cumbria

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Barbara Carr and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Im Nordwesten Englands, in der Grafschaft Cumbria, liegt ein sehr schönes Manor House namens Levens Hall, das ich einmal besuchte und das mir noch sehr gut in Erinnerung geblieben ist. Besonders berühmt geworden ist Levens Hall durch seine sehenswerten Topiari-Gärten.

1694 wurden die Gärten von Colonel James Grahme und seinem Gärtner Guillaume Beaumont angelegt und gehören so zu den ältesten dieser Art überhaupt und sollen, so die Meinung vieler Fachleute, die schönsten Topiari-Gärten der Welt sein.

„Unter Topiari versteht man die Kunst, Pflanzen durch besondere Schnitttechniken in eine meist geometrische Form zu bringen und ihnen ein architektonisches, ornamentales oder figürliches Aussehen zu verleihen“, so definiert die Wikipedia diesen gartenbaulichen Begriff.

Einen sehr guten Überblick über die faszinierende Gartenlandschaft von Levens Hall bietet dieser Film.

Ein so schöner Ort wie Levens Hall drängt sich natürlich geradezu auf, um hier Filme zu drehen. Die BBC tat das z.B. 1999 und verfilmte hier den Roman „Wives and Daughters“ von Catherine Gaskell als vierteilige Fernsehserie. Hier ist die erste Episode.

Da Levens Hall auch von Geistern heimgesucht sein soll, stattete das Team von „Most Haunted“ dem Haus im Jahr 2002 einen Besuch ab, hier zu sehen.

Am 09. April öffnet Levens Hall wieder seine Pforten und dann kann man Haus und Gärten wieder bis zum 05. Oktober besichtigen. Die Eintrittspreise betragen in diesem Jahr £13.50 für einen Erwachsenen (Haus und Gärten).

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Sutcliffe and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Park and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 23. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Snug Bar in englischen Pubs

Pub with a snug: The Malt Shovel in Spondon (Derbyshire).
Author: Victuallers.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Es kann für einen erstmaligen Pubbesucher aus dem Ausland ganz schön verwirrend sein, wenn er/sie ein englisches Gasthaus betritt. Da sieht man manchmal eine Public Bar, eine Saloon Bar, eine Lounge Bar und (heutzutage selten) eine Snug Bar. Was hat das alles zu bedeuten? In welche sollte ich mich begeben? In den meisten Pubs ist das heute eigentlich egal. Früher waren die Saloon und Lounge Bars der „middle-class“ vorbehalten, wo es etwas komfortabler eingerichtet und das Bier ein wenig teurer war. In der Public Bar traf sich die „Arbeiterklasse“, hier kostete das Bier weniger, dafür war die Einrichtung einfacher. Das hat sich heute alles egalisiert, die Barbezeichnungen haben manche Pubs jedoch beibehalten.
The Snug war eine Besonderheit, die einige Pubs ihren Besuchern anboten. Das Adjektiv „snug“ bedeutet soviel wie gemütlich und geborgen, das Substantiv = Nebenraum, Extrazimmer. In diese von den anderen Bars abgeschirmten Räumlichkeiten begaben sich die Gäste, die nicht unbedingt von den anderen Besuchern gesehen werden und mit ihnen Small Talk machen wollten. Wenn beispielsweise der örtliche Pfarrer abends noch einen Absacker zu sich nahm, musste das ja seine Gemeinde nicht mitbekommen. Die eine oder andere Lady, die Lust auf ein Pint hatte, mochte auch ihre Gründe gehabt haben, dies nicht in einer der anderen Bars zu tun. Verliebte Pärchen fühlten sich im Snug vielleicht auch wohler als in der Masse der angetrunkenen Stammgäste.

Heute gibt es nur noch wenige Pubs, die über einen Snug Room verfügen wie The Malt Shovel in Spondon und The Holly Bush Inn in Makeney (beide in Derbyshire), historische Pubs aus dem 18. bzw. aus dem 17. Jahrhundert.

…und auch in diesem Derbyshire-Pub in Makeney gibt es noch einen Snug.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Dave Bevis and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 22. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Dave Hamilton: Wild Ruins

Foto meines Exemplares.

Dave Hamilton, ein Schriftsteller und begeisterter Wanderer aus Somerset, hat 2015 ein sehr interessantes Buch veröffentlicht: „Wild Ruins: The explorer’s guide to Britain’s lost castles, follies, relics and remains„, das Ergebnis vieler Reisen, die ihn in mit verfallenen Burgen, Kirchen, Abteien und anderem alter Gemäuer konfrontierten. Diese häufig von der Natur überwucherten und in Beschlag genommenen Ruinen haben etwas Romatisches an sich, liegen sie doch meist etwas von Dörfern und Städten entfernt.
The stark beauty of a ruin can inspire intrigue in a way no renovated building ever can. They have a haunting presence, always begging one overriding question, Why?„, so beginnt Dave Hamiltons Vorwort zu seinem Buch, das, regional zusammengefasst, die britische Ruinenlandschaft von Cornwall bis zu den schottischen Highlands präsentiert. Die einzelnen Bauten (über 300) werden kurz in Wort und Bild vorgestellt, mit genauer Anfahrtbeschreibung und Koordinaten für GPS-Geräte. Hamilton gibt darüberhinaus Tipps für empfehlenswerte Pubs in der näheren Umgebung, weist auf Geistergeschichten hin, die mit der jeweiligen Ruine verbunden sind, und hat Ratschläge für Picknick- und Campingplätze parat.

Hier sind einige Beispiele:

In der Kategorie „Most Wild and Secluded“ empfiehlt sich Racton Folly bei Walderton in West Sussex, “ well known among ghost hunters…and even devil worshippers“. Ebenso beliebt bei Satanisten war die All Saints Church in Panxworth, östlich von Norwich in Norfolk.

Zu den romantischsten Ruinen zählen die im Luxulyan Valley in Cornwall, überwucherte Relikte aus der Anfangszeit der Industrialisierung.

Sehr eindrucksvoll ist das verfallene Wingfield Manor in Derbyshire, in dem Maria Stuart mehrere Male gefangengehalten war.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der einen Nerv für diese geheimnisvollen Orte mit ganz besonderer Atmosphäre hat.

Dave Hamilton: Wild Ruins: The explorer’s guide to Britain’s lost castles, follies, relics and remains. Wild Things Publishing 2015. 253 Seiten. ISBN 9781910636022.

Racton Folly in West Sussex.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die All Saints Church in Panxworth (Norfolk).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Michael Garlick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Im Luxulyan Valley in Cornwall.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Gunns and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wingfield Manor in Derbyshire.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sam Styles and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 21. März 2017 at 02:00  Comments (2)  

Außergewöhnliche Pubs Teil 2: The Yew Tree Inn in Cauldon (Staffordshire)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Allen and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der „Good Pub Guide 2017“ sagt Folgendes zur Vergabe seiner Sterne: „Really outstanding pubs are awarded a star, and in one case two: these are the aristocrats among pubs“.
Der mit den zwei Sternen ist „The Yew Tree Inn“ in Cauldon in Staffordshire. Auf einer meiner Reisen machte ich extra einen Umweg, um mir diesen ganz besonders hervorgehobenen Pub einmal anzusehen.

Der 300 Jahre alte Gasthof wurde seit über 50 Jahren von Alan East geführt, der in dieser langen Zeit unendlich viel an Antiquitäten und allem möglichem Sammelsurium zusammengetragen hat. Seit ein paar Jahren hat die Leitung des Pubs Easts Stiefsohn Dan Buckland übernommen, aber Alan ist nach wie vor hier anzutreffen. The Moorlands Magpie wird Alan East genannt, die Elster aus dem Moorgebiet, weil er so eine ausgeprägte Sammelleidenschaft hat. Vor allem seine alten Musikautomaten sind im Pub sehr beliebt, die man mit einem Zwei-Pence-Stück zum Leben erwecken kann. Wie dort ein Symphonium klingt, zeigt dieser Film. Wer an Seidenstrümpfen Interesse hat, die einmal Königin Victoria getragen hat, der wird hier fündig, denn Alan East hat einige erworben und stellt sie zur Schau. Weiterhin gibt es hier eine 3000 Jahre alte griechische Urne, alte Fahrräder und Kirchengestühl aus St Mary’s in Stafford zu bestaunen. Wir nahmen unser Pint auf einer Kirchenbank zu uns. Die Essensauswahl ist eher bescheiden und besteht überwiegend aus Sandwiches und Pies.

A unique collection of curios in friendly pub with good value snacks and bargain beer; very eccentric„, ist das Fazit des Good Pub Guides 2017. I totally agree!

The Yew Tree Inn
Cauldon
Staffordshire
ST10 3EJ

Außergewöhnliche Pubs Teil 1: The George & Dragon in Hudswell (North Yorkshire), CAMRA Pub of the Year 2017

 

Die Hauptstraße von Hudswell mit dem George & Dragon.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Hugh Mortimer and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenn man ein besonders gelungenes Beispiel für Prince Charles‘ Initiative „The Pub is the Hub“ (ich berichtete darüber in meinem Blog) sucht, dann bietet sich dafür The George & Dragon in Hudswell in North Yorkshire an. Der Pub als Dorfmittelpunkt, in dem man sich trifft, sich miteinander austauscht und Freundschaften pflegt, das propagiert diese Initiative, zu einer Zeit, in der immer mehr Pubs ihre Pforten für immer schließen.

Ein kleines Wunder ist hier in Hudswell geschehen, einem 350 Einwohner zählenden Dorf am River Swale im Dunstkreis der Kleinstadt Richmond. Im Jahr 2008 schloss der Dorfpub, womit sich die Bewohner aber nicht abfinden wollten und so beschlossen sie, das Gasthaus zu kaufen und es als Kooperative zu führen. Landlord wurde Stu Miller, ein IT-Fachmann aus London, der keine Lust mehr auf seinen alten Job hatte und sich dieser neuen Aufgabe in Yorkshire mit Leib und Seele widmete. Hudswell ist ein winziges Straßendorf mit keinerlei Infrastruktur…das heißt, bis im Jahr 2010 The George & Dragon wieder eröffnet wurde. In dem Haus am Hudswell Lane kann man nicht nur im Kreise der Nachbarn sein Pint trinken, sondern auch noch einkaufen. The Little Shop hält auf engstem Raum das Nötigste parat, was man so täglich braucht. Dazu ist auch noch eine kleine Bibliothek in den Räumen untergebracht, deren Buchbestände regelmäßig ausgetauscht werden. Kostenloses WLAN ist im Pub ebenfalls erhältlich. Ein wirklich gelungener „Pub is the Hub“ und deshalb besuchte ihn auch der Prince of Wales im Herbst 2015 und ließ sich ein Glas Bier zapfen.

Belohnt wurde The George & Dragon vor wenigen Tagen mit der Auszeichnung „CAMRA Pub of the Year 2017″. Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist: Vom totgesagten Gasthaus im ländlichen Yorkshire zum besten Pub ganz Großbritanniens!

Dieser Film stellt The George & Dragon in Wort und Bild vor.

 

Bucklebury in Berkshire – Einige Anmerkungen

Bucklebury und St Mary the Virgin.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Oswald Bertram and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das kleine Dörfchen Bucklebury in Berkshire, rund zwei Kilometer südlich der Autobahn M4 gelegen, geriet erst in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit, als eine junge Frau aus dem Ort den (wahrscheinlich) zukünftigen König des Landes heiratete. Prince William hatte sich in Kate Middleton aus Bucklebury verliebt und plötzlich war der Name des Dorfes weltweit bekannt. Die Eltern der jungen Frau wohnen seit dem Jahr 2012 im Manor House an der Pease Hill Road, in das sie gezogen sind, weil ihr bisheriges Haus im Dorf nicht mehr ihren Bedürfnissen entsprach. Sie betreiben ihren Versandhandel „Party Pieces“ von dem wenige Kilometer nördlich gelegenen Ashampstead aus.

Ein weiterer prominenter Bewohner von Bucklebury ist Chris Tarrant, der von 1998 bis 2014 die auch im Königreich sehr populäre TV-Sendung „Who Wants to Be a Millionaire?“ moderierte und der sich im Dorf im letzten Jahr unbeliebt machte, weil er sein Anwesen zum wiederholten Male vergrößern wollte.

Bucklebury ist Teil einer Gemeinde, die auch noch aus den Orten Bucklebury Common, Upper Bucklebury und Chapel Row besteht. Bei Chapel Row befindet sich die über eine Meile lange Avenue of Oaks, eine eichenbestandene Allee, deren älteste Bäume gepflanzt wurden, um an einen Besuch von Königin Elizabeth I. zu erinnern. Später kamen weitere Eichen dazu, in Erinnerung an Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington und seinen Sieg gegen Napoleon bei Waterloo. Und es ging weiter mit dem Eichenpflanzen: Am 26. Mai 1972 besuchte Queen Elizabeth II. Bucklebury, Grund genug, weitere Bäume der Allee hinzuzufügen und schließlich kamen aus Anlass der Eheschließung von Catherine Middleton und Prince William noch einige Eichen hinzu.

In Chapel Row steht der Bladebone Inn, über den ich in meinem Blog schon einmal geschrieben habe und der zu den besten Berkshires gehört.

Dieser Film zeigt eine Autofahrt durch die Region.

Die Avenue of Oaks bei Chapel Row.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stefan Czapski and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Bucks Fizz – Ein in England beliebtes Getränk, das 1921 erstmals kreiert wurde

Bucks Fizz ist wie Pimm’s ein vor allem in England sehr beliebtes Getränk, das einfach herzustellen ist. Man braucht dazu Champagner und Orangensaft und mixe beides im Verhältnis 2:1. Manchmal wird noch ein Spritzer Grenadine dazu gegeben. Bei Hochzeitsfeiern serviert man gern Bucks Fizz und auch zu Weihnachten wird der Cocktail gern gereicht.

Der Erfinder dieses Mixgetränks war Malachy McGarry, der von 1919 bis 1941 in der American Bar des Londoner Buck’s Club arbeitete und der möglicherweise auch den Cocktail „Sidecar“ kreierte. Dieser 1919 gegründete Gentleman’s Club in der Clifford Street, die die New Bond Street mit Savile Row verbindet, hatte prominente Mitglieder wie den Schauspieler Robert Hardy, den Geschäftsmann und Politiker John Wakeham und den früheren Premierminister Sir John Major. In den Büchern des humoristischen Schriftstellers P.G. Wodehouse spielt der Londoner Drone’s Club hin und wieder eine Rolle, der dem Buck’s Club nachempfunden wurde. Hier gehen die Wodehouseschen Charaktere Bingo Little, Tuppy Glossop, Catsmeat Potter-Pirbright und Bertie Wooster ein und aus. Ich habe viele der Bücher des 1975 verstorbenen Schriftstellers mit Vergnügen gelesen, kann mich aber nicht erinnern, ob die erwähnten Clubmitglieder auch Bucks Fizz getrunken haben.

1981 gründete man für den Eurovision Song Contest eine Band, die den Namen Bucks Fizz trug und die, im Kielwasser der schwedischen Gruppe ABBA, den Wettbewerb mit dem Titel „Making Your Mind Up“ gewann. Sie hatten noch zwei weitere Erfolgsnummern, die Platz 1 der britischen Charts eroberten, „The Land of Make Believe“ und „My Camera Never Lies„, Ende der 1980er Jahre war dann von der Band kaum noch etwas zu hören.

Dieser Film zeigt wie man den Cocktail Bucks Fizz herstellt.

Der Londoner Buck’s Club in der Clifford Street.
Author: CPrideaux.
This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

 

Published in: on 17. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

St Ethelburga’s in der City of London – Eine ehemalige Kirche mit einer langen Leidenszeit

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hale and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eingequetscht zwischen riesigen gläsernen Hochhäusern steht St Ethelburga’s in der City of London an der Straße Bishopsgate. Die ehemalige Kirche der Church of England ist heute ein Centre for Reconciliation and Peace, wobei das Wort „Peace“ bei dem Baulärm drum herum manchmal nicht so ganz zutrifft. Das gewaltige Hochhaus 100 Bishopsgate wird gerade nur ein paar Meter entfernt hochgezogen.

St Ethelburga’s Ursprünge lassen sich bis in das Jahr 1250 zurückverfolgen. Sie ist eine der wenigen mittelalterlichen Kirchen, die den Großen Brand von London im Jahr 1666 überstanden hat. Im Zweiten Weltkrieg erlitt sie durch eine deutsche Fliegerbombe Schäden, die jedoch 1953 repariert wurden. Der schwärzeste Tag in ihrer Geschichte war der 24. April 1993, ein Samstag, als eine Bombe der irischen IRA direkt vor ihr explodierte und gewaltige Schäden anrichtete. Die auf einem LKW gezündete Bombe verursachte schätzungsweise Schäden im Bishopsgate-Viertel von einer Milliarde Pfund. Da es ein Samstagvormittag war, lag die City wie üblich ziemlich verlassen da, so dass außer einem Reporter niemand getötet und 44 Menschen verletzt wurden. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn die Bombe an einem Wochentag explodiert wäre.
St Ethelburga’s wurde zu 70% zerstört und sie war nicht versichert. Was sollte man mit dem Trümmerhaufen anfangen? Einige der Verantwortlichen wollten sie komplett abreißen lassen, doch das stieß auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung. Also baute man die Kirche nach den ursprünglichen Plänen wieder auf, änderte allerdings einiges im Inneren. Prince Charles eröffnete St Ethelburga’s im Jahr 2002 wieder als Centre for Reconciliation and Peace.

Das Zentrum beschreibt seine Aufgabe als „makers of peacemakers“ und die Wikipedia beschreibt es als „a non-profit charity which aims to build relationships across divisions of conflict, culture and religion. Its expertise is in bringing people together in new ways, creating safe space for transformative conversations and collaborative enquiry, increasing understanding, and inspiring people to take action in their own communities“.

St Ethelburga’s kurz nach dem Bombenanschlag.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Marsden and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 16. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Distinctly Different – Urlaub einmal anders

Bradford Old Windmill in Bradford-on-Avon (Wiltshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Maurice Pullin and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer keine Lust hat, seinen Urlaub in England in einem Hotel, einem B&B oder einem Guest House zu verbringen, dem bieten sich eine Fülle von anderen Übernachtungsmöglichkeiten an. Wie wäre es mit einer Burg, einem ehemaligen Gefängnis, einer Windmühle oder einer Friedhofskapelle?

Die Firma „Distinctly Different“ mit Sitz in Bradford-on-Avon in Wiltshire ist Spezialist für außergewöhnliche und manchmal auch skurrile Häuser, in denen man seine Nächte verbringen kann.
Die angebotenen Häuser dienten vorher alle einem anderen Zweck, wurden aufgegeben und dann entsprechend umgebaut, um sie als Urlaubsdomizile anzubieten. Keine schlechte Idee.

Hier einige Beispiele aus dem umfangreichen Angebot von „Distinctly Different“:
– Ein Gypsy Wagon steht in dem Dörfchen Ewell Minnis, nordwestlich von Dover, für  £90 pro Nacht zur Verfügung.
– In Wirksworth, Derbyshire, steht „The Lock-Up at North End“ zur Verfügung, ein ehemaliges Gefängnis, das später auch die örtliche Polizeidienststelle beherbergte. Das Gebäude kann man ganzjährig mieten für ca £40-50 pro Nacht und Person.
– Ein Miniaturschloss, „The Citadel„, kann man in Weston-under-Redcastle in Shropshire mieten, mit in Rundtürmen gelegenen Schlafzimmern.
– Ein letztes Beispiel: Urlaub in der Windmühle ist möglich in der „Bradford Old Windmill“ in Bradford-on-Avon in Wiltshire (dort, wo auch „Distinctly Different“ beheimatet ist). Die Zimmer heißen hier Fantail, Great Spur und Damsel heißen und verfügen über ungewöhnliche Betten.

„Distinctly Different“ beschreibt seine Mietobjekte auf sehr witzige Weise und ein Blick auf deren Webseiten lohnt sich.

In meinem Blogeintrag vom 20.11.2010 stellte ich die Firma Landmark Trust vor, die ein ähnliches Angebot hat.

The Mount Royale & Spa Hotel inYork (North Yorkshire)

Unser Auto vor dem Hotel. – Eigenes Foto

Wer in der nordenglischen Stadt York ein Hotel sucht, das dicht am Zentrum liegt, dem kann ich das Mount Royale Hotel empfehlen, das seit seiner Eröffnung im Jahr 1967 von Richard und Christine Oxtoby geführt wird und das auf sehr angenehme Weise, wie ich es selbst zweimal erlebt habe. Es liegt, wie es der Name schon sagt, an der Straße The Mount, eine der großen Einfallstraßen in die Stadt.

Die Hotelfront, mit einem kleinen Parkplatz, geht zur Straße hin, die Rückseite führt auf einen hübschen Garten. Die Zimmer sind alle unterschiedlich ausgestattet, auch die Liebhaber von Himmelbetten werden hier fündig.
Es gibt im Haus eine eigene Spa-Abteilung und von Mai bis September steht ein beheiztes Schwimmbad zur Verfügung. Als besonders angenehm habe ich das Restaurant One 19 in Erinnerung; gutes Essen in sehr angenehmer Atmosphäre. Es wurde 2013 in Oxo’s on the Mount umbenannt. Am Herd steht Chefkoch Russell Johnson.

Die Zimmerpreise beginnen bei £125 für ein Standard-Doppelzimmer und gehen bis zu  £265 für die Penthouse Suite.

Dieser Film zeigt Bilder aus dem Hotel.

The Mount Royale & Spa Hotel
117-119 The Mount
York YO24 1GU

 

Unsere Gardensuite. – Eigenes Foto

Das Whittlesea Straw Bear Festival in Cambridgeshire

   © Copyright Richard Humphrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Humphrey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

10 km östlich von Peterborough in Cambridgeshire liegt die Kleinstadt Whittlesea (manchmal auch Whittlesey geschrieben). Hier findet im Januar eines der frühesten Festivals im Jahr statt, das Straw Bear Festival.

Wann man damit begann, einen Menschen in Stroh zu wickeln und ihn Strohbär zu nennen, weiß niemand mehr. 1909 wurde der Brauch von der Polizei verboten, da dies (nach Ansicht der Polizei) eine Form des Bettelns darstellte. Der Bär ging nämlich von Haus zu Haus und von Pub zu Pub und bat dort um Bier, Tabak und andere netten Dinge.

1980 meinten die Bürger von Whittlesea, es sei Zeit, diesen netten Brauch wiederzubeleben, und da die Polizei dieses Mal offensichtlich keine Einwände hatte, startete  man das Straw Bear Festival erneut, aber erheblich aufwändiger. Heute nehmen mehr als 250 Musiker und Tänzer aus ganz Großbritannien teil.
Das diesjährige Festival fand vom 13. bis zum 15. Januar statt. Es begann wieder mit einem Konzert im Ivy Leaf Club und endete mit dem traditionellen Bear Burning, dann wird der arme Strohbär nämlich verbrannt. Dazwischen gab es viel Musik und Tanz, und im Mittelpunkt stand die Straw Bear Procession, in der der Strohbär und die Baby Bears durch die Straßen von Whittlesea zogen.

Den alten Brauch des Strohbären gibt es zur Fastnachtszeit auch in Deutschland in Schwaben und Franken, zum Beispiel in Walldürn im Odenwald; der dortige Bär hat schon einmal ein Gastspiel bei seinem Verwandten in Whittlesea gegeben.

Hier sind Bilder vom Festival des Jahres 2016.

Der Baby Bear.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Humphrey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 13. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Snake River Press – Ein Verlagshaus in Lewes (East Sussex)

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Wer sich für die beiden englischen Grafschaften East Sussex und West Sussex interessiert und tiefer in das Thema einsteigen möchte, dem kann ich die Bücher aus dem Verlagshaus Snake River Press nachdrücklich empfehlen.
Peter Bridgewater gründete den Verlag im Jahr 2006, und er legt Wert darauf, dass sich seine Bücher vom Massenmarkt abheben, indem sie liebevoll gestaltet und hergestellt werden.
Die Snake River Press mit Sitz in in der High Street 210 in Lewes (East Sussex) publiziert ausschließlich Bücher über Sussex und nimmt sich Themen an, die man sonst woanders kaum veröffentlicht findet.

Einige Beispiele: „Old-Fashioned Family Days Out in Sussex“, „A Dictionary of the Sussex Dialect“ und „What the Victorians Did for Sussex“.

Ich besitze einige Bücher des Verlags wie „A Sussex Miscellany“ von Sophie Collins und „An Eccentric Tour of Sussex“ von Firmengründer Peter Bridgwater. Es ist einfach schön, diese Bücher in der Hand zu halten (leider „Printed and bound in China“, also nicht von einer englischen Druckerei hergestellt, aber ich muss sagen, die Chinesen verstehen sich auch auf das Handwerk, bibliophile Bücher zu produzieren) und darin zu blättern (sie sind mit hübschen Illustrationen versehen).

Der Name Snake River Press leitet sich von dem Cuckmere River ab, der sich durch die Grafschaft East Sussex in Richtung Ärmelkanal schlängelt und im Firmenlogo wiederzufinden ist.

Ein liebenswertes Verlagshaus, das hoffentlich noch lange in dieser Marktnische existieren kann.

 

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Der mäandrierende Cuckmere River, der dem Verlagshaus zu seinem Namen verhalf. Author: Marturius. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der mäandrierende Cuckmere River, der dem Verlagshaus zu seinem Namen verhalf.
Author: Marturius.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Londoner Handlebar Club – Treffpunkt der Schnurrbartträger

This work has been released into the public domain by the copyright holder. 

1947 fanden sich im Londoner Windmill Theatre zehn Männer zusammen, die, vielleicht weil sie gerade nichts Besseres zu tun hatten, einen Club gründeten und zwar den Handlebar Club. Voraussetzung für die Mitgliedschaft damals wie heute: „a hirsute appendage of the upper lip, with graspable extremities„, also „ein behaartes Anhängsel der Oberlippe mit greifbaren Extremitäten“.

Der Club wuchs und die Londoner Mitglieder treffen sich bei den „First Friday meetings„, also jeden ersten Freitag im Monat. Bis August letzten Jahres war der Windsor Castle Pub in Marylebone der Treffpunkt für die Meetings. Leider wurde er für immer geschlossen, so dass sich die Schnurrbartträger ein neues Lokal aussuchen mussten. Sie fanden es gleich um die Ecke im Heron am Norfolk Crescent, einem Pub mit Thai-Küche.
Mittlerweile ist die Mitgliedschaft im Handlebar Club international geworden und es gibt sowohl nationale als auch internationale Untergruppen. Das diesjährige Annual General Meeting findet vom 31. März bis zum 2. April in Kent statt.

Wer über keinen Schnurrbart verfügt, aber dennoch das Verlangen nach einer Mitgliedschaft hat, kann dem „Friends of the Handlebar Club“ beitreten und damit den Schnurrbartträgern seine Solidarität bezeugen.

Übrigens finden die offiziellen World Beard and Moustache Championships alle zwei Jahre an einem anderen Ort in der Welt statt. Nach Stuttgart (2013) und Leogang in Österreich (2015) werden sie in diesem Jahr im September im texanischen Austin ausgetragen.

Hier ist ein Film über den Handlebar Club.

Die Adresse des „Clubheims“:
The Heron
1 Norfolk Crescent
London W2 2DN

In diesem heutigen Strip-Club, damals ein Theater, wurde der Handlebar Club gegründet. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

In diesem heutigen Strip-Club, damals ein Theater, wurde der Handlebar Club gegründet.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 11. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Mein Buchtipp – Derry Brabbs: The River Thames

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Am 1. Dezember 2010 erschien im Londoner Verlag Frances Lincoln ein wunderbares Buch, eines jener Coffe-Table-Books, das man als England-Liebhaber einfach besitzen muss. Das Buch heißt „The River Thames“ und geschrieben hat es Derry Brabbs, der auch für die fantastischen Fotos verantwortlich ist. Brabbs gilt als einer der besten Landschaftsfotografen Englands.

Bei vielen Bildbänden stehen die Fotos im Vordergrund und der Text spielt eine untergeordnete Rolle. Nicht hier: In diesem Buch herrscht ein ausgewogenes Verhältnis. Der Autor führt den Leser von der Quelle der Themse entlang des Thames Paths bis zur Mündung des Flusses in die Nordsee.
Brabbs zeigt uns kleine idyllische Dörfer und Kleinstädte, macht Abstecher in die Nebenflüsse und Kanäle und informiert über Sport und Freizeit auf der Themse. Natürlich werden wir beim Durchqueren Londons auch mit den vielen prächtigen alten und neuen Gebäuden vertraut gemacht.

Es gibt viele Bücher über die Themse, dieses ist eines der schönsten überhaupt!

Brabbs illustrierte u.a. auch Bücher über James Herriots Yorkshire und Alfred Wainwrights Wanderungen durch Nordengland.

Derry Brabbs: The River Thames. London: Frances Lincoln 2010. 256 Seiten. ISBN: 978-0711229587.  Das Buch ist leider vergriffen, aber leicht antiquarisch zu bekommen.

Genau hier, südwestlich von Cirencester in Gloucestershire, entspringt die Themse.   © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Genau hier, südwestlich von Cirencester in Gloucestershire, entspringt die Themse.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright David Stowell and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Und hier mündet die Themse in die Nordsee.   © Copyright John Winfield and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier mündet die Themse in die Nordsee.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Winfield and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mein Lieblingsplatz an der Themse: Am Oakley Court Hotel bei Water Oakley in Berkshire. Eigenes Foto.

Mein Lieblingsplatz an der Themse: Am Oakley Court Hotel bei Water Oakley in Berkshire.
Eigenes Foto.

 
 
Published in: on 10. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Careys Manor Hotel im New Forest bei Brockenhurst (Hampshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Wer sich die Region des New Forests im Süden Englands einmal näher ansehen möchte, dem kann ich als Übernachtungsmöglichkeit das Careys Manor Hotel sehr empfehlen. Es liegt sehr ruhig am Rand des Ortes Brockenhurst;  Salisbury, Winchester und die Küste bei Lymington sind schnell erreichbar.

Wir wohnten im modernen Garden Wing, dessen Zimmer entweder einen Balkon oder eine eigene Terrasse besitzen. Man kann auch im alten Manor House wohnen, wo die Einrichtung traditioneller gehalten ist.
Das Hotel legt sehr großen Wert auf seinen Spa-Bereich, in dem man sich u.a. eine Thaimassage gönnen kann; weiterhin gibt es eine Kräutersauna, einen Eisraum und eine Vielzahl von unterschiedlichen Anwendungen.

Das Cambium, kürzlich renoviert, ist das Hauptrestaurant, daneben gibt es noch ein französisches Bistro, Le Blaireau und das Thai Zen Garden Restaurant. Alistair Craig, der 2016 ins Careys Manor kam, ist der Chefkoch im Cambium. Seine Karriere begann im nahegelegenen Montagu Arms Hotel in Beaulieu (s. dazu meinen Blogeintrag), dann führte ihn sein Weg nach Schottland und schließlich zog es ihn wieder in den New Forest zurück. 3 AA-Rosetten hat er bisher hier erkocht.

Die Zimmerpreise beginnen etwa bei £200 für ein Doppelzimmer (incl. Frühstück), die Suiten liegen etwa bei £320. Die Roof Terrace Suite ist das Highlight des Hotels (ab £359).

Ein sehr angenehmes Hotel für einen Besuch im New Forest wie dieser Film zeigt.

Siehe auch meinen Erfahrungsbericht über ein anderes sehr schönes Hotel im New Forest, das Rhinefield House Hotel.

Careys Manor Hotel & SenSpa
Lyndhurst Road
Brockenhurst
Hampshire
SO42 7RH

 

Published in: on 9. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Die Window Tax und andere kuriose Steuern

So sah ein Haus aus, dessen Fenster zwecks Steuervermeidung zugemauert wurden. Hier ein Beispiel aus Bridgwater aus Somerset.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So sah ein Haus aus, dessen Fenster zwecks Steuervermeidung zugemauert wurden. Hier ein Beispiel aus Bridgwater in Somerset.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jaggery and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Von 1696 bis 1851 wurde sie erhoben, die Window Tax oder Fenstersteuer, und sie war alles andere als beliebt (sofern Steuern überhaupt beliebt sein können). König William III. war der Initiator, denn der Staat brauchte Geld, und da war jedes Mittel recht, um die Kassen zu füllen. Die Fenstersteuer wurde mehrfach geändert; zuerst gab es pro Haus eine Pauschalsteuer, dann erhob man die Gebühren abhängig von der Zahl der Fenster. Natürlich war man auf der Seite der steuerzahlenden Hauseigentümer erfinderisch und mauerte einfach einige Fenster zu, um in eine günstigere Steuerklasse zu rutschen. Das Nachsehen hatten dann meistens die Mieter, die plötzlich des Tageslichts beraubt waren. Die Inspektoren, die unterwegs waren, um die Gebäude auf ihre Fensterzahl hin zu überprüfen, hatten keine Probleme, Bestechungsgelder anzunehmen, und waren sie auf ihrer Inspektionstour einmal dagewesen, konnte man damit rechnen, dass sie in der nächsten Zeit sobald nicht wieder auftauchten, und so wurden eben einige Fenster wieder zugänglich gemacht. Der eine oder andere wohlhabende Besitzer eines großen Landhauses brüstete sich seiner zahlreichen Fenster respektive seines Reichtums und ließ alle Welt wissen, dass er die Fenstersteuer locker bezahlen konnte.
Erst zur Zeit Königin Victorias, als deutlich wurde, dass dunkle, fensterlose und nicht lüftbare Räume ein hohes Gesundheitsrisiko für die Bewohner darstellten, verabschiedete sich der Staat von der gehassten Fenstersteuer. Dieser kleine Film zeigt weitere Details über die Steuer.

Da in früheren Zeiten immer wieder viel Geld benötigt wurde, um Kriege zu führen, ließen sich die Verantwortlichen ständig neue Arten von Steuern einfallen. So führte William Pitt the Younger eine Steuer auf Haarpuder ein, mit dem Perücken gern behandelt wurden, aber das brachte nicht viel Geld ein, weil die Zahl der Perückenkäufe stark zurückging.
Das gleiche galt für die Hutsteuer; je teurer ein Hut war, desto höher wurde er besteuert. Jeder Hut musste als Nachweis der entrichteten Steuer im Innern eine Steuermarke tragen; die Fälschung dieser Marken wurde sogar mit dem Tode bestraft.

Die „brick tax“ wurde eine Zeit lang auf Ziegelsteine erhoben, was dazu führte, dass die Bauherren einfach größere Steine verwendeten, woraufhin der Staat eine höhere Steuer auf größere Ziegel festsetzte.

1712 hatte jemand die grandiose Idee, bedruckte Tapeten zu besteuern. Kein Problem, sagten sich die potentiellen Käufer und tapezierten ihre Räume mit einfarbigen Tapeten, auf die sie dann die gewünschten Muster malten. Steuerzahlung umgangen!

Fazit: Der Erfinderungsreichtum des Staates in der Erhebung neuer Steuern, stieß sofort auf den Erfindungsreichtum der Bürger, diese zu umgehen.

Published in: on 8. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Anna Maria Russell, Woburn Abbey und der Afternoon Tea

Anna Maria Russell, die Erfinderin des Afternoon Tea. This work is in the public domain.

Anna Maria Russell, die Erfinderin des Afternoon Teas.
This work is in the public domain.

Anna Maria Russell (1783-1857), Duchess of Bedford, Ehefrau des siebten Dukes of Bedford und enge Vertraute von Königin Victoria, hatte ein kleines Problem: Sie aß gern, und die Zeit zwischen dem Mittagessen und dem abendlichen Dinner, das damals in den höheren Kreisen relativ spät serviert wurde, war ihr einfach zu lang. Der Hunger meldete sich bei ihr am Nachmittag, und so orderte sie bei ihrem Personal eine Zwischenmahlzeit, die in der Regel aus einer Kanne Tee, einigen Keksen und Sandwiches bestand. Die Duchess of Bedford und ihr Mann wohnten in der Woburn Abbey, einem pompösen Palast bei dem Dorf Woburn in Bedfordshire. Die Dame gewöhnte sich schnell an diesen Afternoon Tea und gern lud sie Gäste dazu ein, die sich im Blue Drawing Room versammelten und die letzten Neuigkeiten aus ihren Kreisen austauschten. Auch Queen Victoria ließ sich schnell von ihrer Lady of the Bedchamber, das war Anna Maria Russell, von den Vorteilen des Afternoon Teas überzeugen, und so verbreitete sich dieser Brauch im ganzen Land. Die Auswahl der kleinen Köstlichkeiten, die zum Tee serviert wurden, nahm zu; man aß Scones mit Clotted Cream, Törtchen und Gurkensandwiches, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Auch heute noch wird in vielen englischen Hotels Afternoon Tea serviert, in der luxuriösen Variante mit einem Glas Champagner dazu. Im Londoner Claridge’s zum Beispiel werden sehr verlockende kleine Sandwiches mit Lachs, Hühnchen und Entenbrust angeboten, ergänzt durch Passionsfruchtmakronen, Amarenakirschtörtchen usw. £60 kostet dieses Vergnügen, mit einem Glas Champagner dazu £70.

Deutsche Hotels der höheren Kategorie bieten ihren Gästen hin und wieder auch einen Afternoon Tea an. Mein persönlicher Tipp: Das Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg, für mich eines der besten Hotels in Deutschland in der 5 Sterne Plus-Kategorie. An jedem Tag der Woche zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wird in der Lobby Lounge diese typisch britische Spezialität serviert. Man kann aus einer umfangreichen Teekarte seinen Lieblingstee wählen, dazu kommt eine Etagere auf den Tisch mit Sanwiches, Scones und Köstlichkeiten aus der hauseigenen Patisserie. Dazu kann man ein Glas Champagner, Winzersekt oder Pimm’s Cup No.1 bestellen (Die Preise liegen zwischen 34 und 45 Euro). Ich habe das mehrfach ausprobiert und war jedesmal sehr angetan davon.

Anna Maria Russel, der wir den Afternoon Tea zu verdanken haben, starb im Jahr 1857, sie wurde in der Bedford Chapel der Church of St Michael in Chenies (Buckinghamshire) beigesetzt.

Siehe auch einen früheren Blogeintrag von mir zum Thema Afternoon Tea.

Die Woburn Abbey.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Woburn Abbey.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael in Chenies (Buckinghamshire), Hier liegt Anna Maria Russell begraben.   © Copyright Jonathan Dew and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Michael in Chenies (Buckinghamshire), Hier liegt Anna Maria Russell begraben.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jonathan Dew and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Afternoon Tea im Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg. Eigenes Foto.

Afternoon Tea im Ritz Carlton Hotel in Wolfsburg.
Eigenes Foto.

Published in: on 7. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

The Fry up Inspector – Ein anonymer Blogger, der das englische Frühstück testet

This work is released into the public domain.

This work is released into the public domain.

Wenn ich in England bin, esse ich in den ersten zwei bis drei Tagen in meinem Hotel gern das Full English Breakfast, das sehr kalorienreich ist und gewöhnlich aus Würstchen (meist Cumberland Sausages), Eiern, Blutwurst, Speck, gebackenen Bohnen, Champignons, Hash Browns und Toast besteht. Oft reicht dieses üppige Frühstück, auch Fry-up genannt, bis weit in den Tag hinein.

Natürlich gibt es in der Zubereitungsart große Unterschiede, manche Full English sind zu fettig, manche sehr anspruchsvoll zelebriert. Seit einigen Jahren existiert ein Blog des Fry up Inspectors, der anonym Lokale aufsucht, die Frühstück anbieten. Wer hinter dem Blog steckt, ist nicht bekannt, aber der Mann hat sich mittlerweile einen Ruf erworben, der schon mit dem eines Michelin-Inspektors zu vergleichen ist. Die von ihm inspizierten Lokale werden in eine Skala von 1 bis 10 eingeordnet und wer die Punktzahl von 8.5 und höher erreicht, darf sich einen vom Fry up Inspector autorisierten Sticker zuschicken lassen, auf dem steht, dass diese Lokalität von ihm empfohlen wird.

Der Frühstücks-Tester arbeitet von Norwich (Norfolk) aus, wo er mit seiner Arbeit auch begann, später dann nahm er weitere Städte unter die Lupe wie London, Brighton, Bristol und Cambridge. Die Vorgehensweise des Inspektors sieht so aus, er prüft jedes Frühstücks-Etablissement unter sechs Gesichtspunkten:
Erster Eindruck beim Betreten des Lokals, Service, Qualität der Zutaten, Präsentation des Frühstücks auf dem Teller, Geschmack und Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit seinem Smartphone fotografiert er alles Wesentliche. Aus diesen Eindrücken vergibt er dann die Punktzahl. Das ausführliche Ergebnis des Tests veröffentlicht der Fry up Inspector dann in seinem Blog. Hier sind einige Lokale, die mit 9 bzw. 9.5 Punkten am besten abgeschnitten haben und sehr zu empfehlen sind:

E. Pellicci, 332 Bethnal Green Road, Bethnal Green London
Jamie’s Italian, North Terminal, Gatwick Airport
Kingfisher Café & Ice Cream Parlour, Coast Road, Norwich
Regency Café, 17-19 Regency Street, Pimlico, London
St Werburghs City Farm Café, Watercress Road, Bristol

Eines der empfehlenswerten Früstück-Cafés in Norwich.   © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eines der empfehlenswerten Frühstücks-Cafés in Norwich.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Evelyn Simak and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 6. März 2017 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Dans le Noir – Ein Londoner Restaurant der ganz besonderen Art

Das Gebäude rechts vom "The Green" ist das "Dans le Noir".    © Copyright Chris Whippet and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Gebäude rechts vom „The Green“ ist das „Dans le Noir“.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die britische Hauptstadt bietet eine unüberschaubare Auswahl an Restaurants an, darunter auch recht kuriose. Da gibt es Lady Dinah’s Cat Emporium, wo man seinen Afternoon Tea in Gesellschaft von Katzen zu sich nehmen kann oder Annie the Owl, ein Café mit Eulen, das aber auf Grund von Protesten von Tierschützern nicht zum Zuge kam oder The Bunyadi, ein Restaurant, das im vorigen Jahr nur ein paar Monate geöffnet war und in dem man nackt speisen konnte. Die Nachfrage nach Reservierungen war riesig, zuletzt sollen es über 40 000 gewesen sein (bei 46 Plätzen).

Dans le Noir gehört auch in die Kategorie kurioser Restaurants. Es liegt im Stadtteil Clerkenwell in der Straße Clerkenwell Green. Das Besondere daran: Man isst in diesem Haus in totaler Finsternis, das Servicepersonal ist blind und lässt die Gäste an der Erfahrung teilhaben wie es ist, nicht sehen zu können. Außerdem soll man sich ganz auf die Sensorik konzentrieren und den Geschmacks- und Geruchssinn in den Vordergrund stellen, sich also nicht durch die Umgebung ablenken lassen. Wer möchte, kann eines der vier Überraschungsmenüs bestellen und die dazu passenden Überraschungsweine, aber à la Carte Bestellungen sind natürlich auch möglich. Die Preise für die Menüs variieren von £46 für zwei Gänge bis zu £89 für das fünfgängige Tasting Menu. Hier ist ein Film über das Londoner Dans le Noir.

Die Idee zu diesem Restaurantkonzept hatte der Franzose Edouard de Broglie im Jahr 2003. In Paris eröffnete er sein Restaurant in der rue Quincampoix 51 im 4. Arrondisssement. Ich stand einmal davor und hörte erstmals von dieser Kuiosität. Weitere „Filialen“ von Dans le Noir gibt es in Barcelona und St Petersburg.

Vergleichbares existiert auch in Deutschland: Die „unsicht-Bars“ in Berlin, Köln und Hamburg und das Nocti Vagus in Berlin.

Dans le Noir
30-31 Clerkenwell Green
London EC1R ODU

Published in: on 5. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Englische Exzentriker – Michael Kennedy, der Mann, der gegen die Zerstörung der Klippen von Norfolk kämpft

Die Klippen von Hunstanton in Norfolk.   © Copyright Richard Humphrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Klippen von Hunstanton in Norfolk.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Humphrey and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sisyphos war der Sage nach ein korinthischer König, der sich mit den Göttern anlegte und zur Strafe einen Felsblock einen steilen Hang hinaufrollen musste. Kurz vor Erreichen des Ziels konnte er den Stein nicht mehr festhalten, er rollte den Berg wieder hinunter, und Sisyphos musste wieder von vorne anfangen. Eine Arbeit, die nie ein Ende fand.

An diesen antiken König muss ich denken, wenn ich sehe, was Michael Kennedy an der Küste von Norfolk treibt. Der Mann aus Hunstanton rollt zwar keine Steine einen Hang hinauf, aber er sammelt Steine am Strand und legt diese am Fuße der Klippen ab, um sie vor der Brandung des Meeres zu schützen. Die Küstenerosion in East Anglia schreitet immer weiter vorwärts, es kommt zu Klippenabbrüchen und bei Sturmfluten fordert das Meer seinen Tribut von den Landmassen. Genau dagegen zieht Michael Kennedy seit über zwanzig Jahren zu Felde, er bietet dem Meer die Stirn, indem er einen Steinwall vor den gefährdeten Klippen aufbaut, um sie zu schützen. An sechs Tagen in der Woche (samstags nimmt er sich frei) arbeitet der Rentner für jeweils zwei Stunden an einem Küstenabschnitt von Hunstanton, um sein Bollwerk zu errichten. Im Laufe der Jahre hat der 79jährige schätzungsweise 2oo Tonnen Steine aufgeschichtet. Aber…das Meer kennt kein Mitleid mit dem arbeitsamen Mann, immer wieder spült es seine Schutzmauer weg und nagt gierig an den Klippen von Hunstanton. So zum Beispiel im Dezember 2013, als Brecher Michael Kennedys Werk in kurzer Zeit zerstörten. Doch der Mann gibt nicht auf. „Dann fange ich eben wieder von vorne an“, sagt er sich. Das Baumaterial wird ihm mit Sicherheit nie ausgehen.

Der Meeresgott Poseidon wird vom Olymp aus wohl höhnisch lachen, wenn er den ungleichen Kampf beobachtet.

Dieser Film zeigt Michael Kennedy bei der Arbeit.

   © Copyright ray sullivan and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright ray sullivan and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Der Holy Trinity Churchyard in Penn (Buckinghamshire)

   © Copyright Andrew Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Andrew Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Fährt man durch die Region zwischen Amersham und High Wycombe in Buckinghamshire, gerät man schnell in ein Wirrwarr von kleinen Straßen, die zu Ortschaften mit ähnlichen Namen führen wie Knotty Green und Forty Green, Penn und Penn Street, da kann man sich sehr schnell verfahren.

Die Familie Penn war lange Zeit der „Platzhirsch“ in dem Dorf, das nach ihr benannt wurde. William Penn (1644-1718) gab der Kolonie Pennsylvania in Amerika ihren Namen. In der Holy Trinity Church wimmelt es nur so von Denkmälern für die Nachfahren William Penns; doch mit dieser Familie möchte ich mich mit meinem heutigen Blogeintrag nicht weiter beschäftigen, sondern mit einigen Persönlichkeiten, die auf dem Kirchhof beigesetzt sind.

Beginnen wir mit David Blakeley (1929-1955), der in den 1950er Jahren als Rennfahrer von sich reden machte. Doch wäre er heute längst vergessen, wenn er nicht mit 26 Jahren ein frühes Ende gefunden hätte: Er wurde ermordet, und zwar von seiner Geliebten, Ruth Ellis, die wiederum in die Annalen der britischen Kriminalgeschichte eingegangen ist, als die letzte Frau, die im Vereinigten Königreich hingerichtet wurde (am 13. Juli 1955).  „David Moffett Drummond Blakely, 1929-1955. He was great of heart, courtly and courageous“ steht auf dem Grabstein, der auf Parzelle 40 auf dem Holy Trinity Churchyard zu finden ist. Ruth Ellis wurde nur wenige Kilometer entfernt beigesetzt, auf dem Kirchhof von St Mary’s in Old Amersham, und zwar auf dem Teil des Friedhofes, der ein Stück von der Kirche entfernt ist. Besucht ihr Geist hin und wieder das Grab ihres erschossenen Geliebten? Möglicherweise, meint Eddie Brazil (s. meinen Blogeintrag über sein Buch „Bloody British History – Buckinghamshire“) in diesem kurzen Film.

Donald Duarte Maclean (1913-1983) war ein Mann, der in Großbritannien keinen guten Ruf genoss, denn er war ein Spion in Diensten der Sowjetunion. Zusammen mit Guy Burgess, Kim Philby und Anthony Blunt bildete er den Spionagering The Cambridge Four. Kurz bevor Maclean enttarnt wurde, setzte er sich in die Sowjetunion ab, wo er für den KGB arbeitete. Nachdem er am 11. März 1983 in Moskau gestorben war, holte man seine Asche nach England und verstreute sie auf dem Grab seiner Eltern Donald and Gwendolen Maclean auf dem Holy Trinity Churchyard in Penn.

Alison Uttley (1884-1976) war eigentlich Physikerin, ist aber als Autorin von zahlreichen Kinderbüchern in Erinnerung geblieben. Sie lebte im nahegelegenen Beaconsfield und radelte häufig zum Gottesdienst zur Holy Trinity Church in Penn, wo sie auch ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Auf ihrem Grabstein stehen nur die wenigen Worte „A Spinner of Tales“. Alison Uttley erfand Geschichten um Little Grey Rabbit, Little Red Fox und Sam Pig. Einige ihrer Bücher wurden auch ins Deutsche übersetzt, die Titel trugen wie „Sam Schweinchens Abenteuer“, „Häschen auf dem Eis“ oder „Benni Borstel und die Maikönigin“. Hier ist eine ihrer Geschichten als Film zu sehen. Auf Parzelle 69 kann man Alisons Grab besuchen.

Louisa Garrett Anderson, C.B.E., M.D., Chief Surgeon Women’s Hospital Corps 1914-1919. Daughter of James George Skelton Anderson and Elizabeth Garrett Anderson of Aldeburgh, Suffolk. Born 28th. July 1873, died November 15th. 1943. We have been gloriously happy“ , so steht es auf dem Grabstein der Frau, die sich als Ärztin und Frauenrechtlerin einen Ruf erwarb. Das „We“ bezieht sich auf ihre engste Vertraute Flora Murray (1869-1923), ebenfalls Ärztin und Suffragette, die gemeinsam mit ihr hier beerdigt worden ist.

Wichtig: Bitte nicht die Holy Trinity Church in Penn mit der gleichnamigen Kirche in Penn Street verwechseln!!
Hier sind die Glocken von Holy Trinity in Penn zu hören.

Über Penn und Penn Street schrieb ich bereits in Zusammenhang mit der „Inspector Barnaby“-Krimiserie, denn wir befinden uns hier tief im Midsomer County.

   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 3. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Dovecotes Teil 2: Das Taubenhaus als Pubname

Gestern schrieb ich in meinem Blog über die „dovecotes“, die Taubenhäuser. Dieser Begriff wird auch hin und wieder als Pubname verwendet. Einer dieser Pubs war sogar architektonisch wie ein Taubenhaus gestaltet: The Dovecote in Billericay (Essex), der leider abbrannte und wieder aufgebaut wurde, allerdings nicht mehr so schön, und unter dem Namen The Mayflower fungierte. 2013 war es auch mit ihm vorbei und er wurde geschlossen.

Hier sind einige Beispiele für „Dovecote“-Pubs (manchmal auch „Dovecot“ geschrieben):

In der Coventry Road in Narborough (Leicestershire) steht The Dovecote, dessen Wirtshausschild ein Taubenhaus ziert, das von vier Tauben umflattert wird. In Narborough ereigneten sich in den 1980er Jahren spektakuläre Mordfälle, über die ich in meinem Blog schrieb, aber das nur am Rande.

   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

————————————————————————————————————————–

In den Außenbezirken von Bristol findet man in der Ashton Road in Long Ashton The Dovecote. Die Besonderheit dieses Pubs: Vor ihm steht ein echtes Taubenhaus. Teile des Gebäudes sind über 350 Jahre alt.

   © Copyright Anthony O'Neil and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Anthony O’Neil and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Cross Hill in Laxton (Nottinghamshire) lautet die Adresse des The Dovecote Inns, der mehr ein Restaurant als ein Pub ist, in dem man übernachten kann. Auch hier steht ein echtes Taubenhaus im Biergarten. Dieser kurze Film porträtiert den Country-Pub für Gourmets.

   © Copyright Graham Hogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hogg and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


An der A46, südwestlich von Lincoln in Lincolnshire, trifft man bei Witham St Hughs auf The Dovecote, dessen Wirtshausschild ein stilisiertes Taubenhaus zeigt.

   © Copyright Brian Westlake and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Brian Westlake and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Zum Abschluss noch ein Beispiel aus Kent. In der Alders Road in Capel bei Tonbridge steht der gemütliche The Dovecote Inn, dessen Wirtshausschild kein Taubenhaus, sondern eine Taube zeigt.

   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar