Die Birmingham Back to Backs des National Trusts

Ein Back to Back in der Inge Street in Birmingham.
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Als in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung in den urbanen Gebieten Großbritanniens zunahm und die vielen Menschen eine Unterkunft benötigten, entstanden die sogenannten Back to Backs, durch die Platz gespart und Menschen auf engstem Raum untergebracht werden konnten. Dabei handelt es sich um Reihenhäuser, die Rücken an Rücken gebaut wurden, das heißt, dass jedes Haus nur über eine Fensterfront bzw. ein Fenster verfügte und man sich drei Wände mit den Nachbarn teilte. Es gab keinen Hof und keinen Garten. Durch die mangelhafte Lüftung und schlechte Beleuchtung war das Wohnen in diesen Häusern alles andere als ein Vergnügen. Der Vorteil für die Bauherren: Die Back to Backs konnte man schnell und relativ billig hochziehen.
In diesen Massenquartieren siedelten sich vor allem schlecht bezahlte Arbeiter an, die in den neu entstandenen Industrien beschäftigt waren. Nach und nach verkamen diese Häuser zu Slums, die erst nach dem Ersten Weltkrieg nach und nach abgerissen und durch moderne und hygienischere Wohnungen ersetzt wurden.

Auch in der Industriestadt Birmingham gab es zahllose Back to Backs, zum Beispiel in der Inge Street und der Hurst Street und hier finden sich heute noch die letzten dieser Häuser, die der Birmingham Conservation Trust wieder restauriert hat und die der National Trust seit dem 21. Juli 2004 als Museum betreut.
In den Hausnummern 50 bis 54 Inge Street und 55 bis 63 Hurst Street kann man sich ein Bild davon machen wie die Arbeiterfamilien damals lebten. Die Häuser sind ausschließlich durch geführte Touren zu besichtigen, die etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten dauern. In den Häusern 52 und 54 der Inge Street hat der National Trust zwei Ferienwohnungen eingerichtet, die sehr zentrumsnah liegen und sich für einen etwas längeren Aufenthalt in Birmingham anbieten (drei Übernachtungen kosten zum Beispiel £231). Die Besichtigung der Birmingham Back to Backs kostet £8.

Die BBC Fernsehserie „Peaky Blinders„, die in den 1920er Jahren in Birmingham spielt, wurde von den Back to Backs inspiriert. Die ersten beiden Staffeln waren auch im deutschen Fernsehen im Sender ARTE zu sehen. Hier ist der Trailer zu Staffel 1.

Hier sind einige Bilder aus den Back to Backs in Birmingham zu sehen.

…und in der Hurst Street.
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Published in: on 29. April 2017 at 02:00  Comments (3)  
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3 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Einmal mehr Danke für den von Dir zur Verfügung gestellten Informationsreichtum!

    Wir haben letztes Jahr zweimal Edinburgh besucht, dieses Jahr in Cornworthy (South Devon) den schönsten Urlaub unseres Lebens verbracht (Dartmoor, Salcombe, Dartmouth, Paignton, Widecombe-in-the-Moor, Princetown etc.) und werden Ende September einmal mehr gen Schottland reisen. Kurzum: Großbritannien hat uns endgültig gepackt. Die Abreise fiel mehr als schwer.

    Daher wurde für nächstes Jahr der Urlaub in Devon (wir haben noch soviel nicht gesehen) sowie Aufenthalte in Folkestone und Hastings gleich gebucht. 🙂 Nun lacht uns für den nächsten (oder übernächsten) Herbst auch Birmingham an, welches ja von Frankfurt am Main direkt angeflogen wird. Werde daher zu der Stadt und der Umgebung (Stratford-upon-Avon ist ja auch nicht soo weit weg) mal bei Dir ein bisschen stöbern.

    Schönen Sonntag noch!
    Stefan

    • Hallo Stefan!
      Schön, dass Dein Urlaub in Devon ein so großer Erfolg war!! Da hast Du ja demnächst noch weitere Reisen vor, auf die Du Dich schon jetzt freuen kannst. Ich finde, auch die Vorbereitung darauf macht schon viel Spaß.
      Viele Grüße
      Ingo

      • Hallo Ingo,
        das stimmt in der Tat. Karten und Reiseführer für die verschiedensten Regionen häufen sich inzwischen auf unserem Tisch. Und man ertappt sich dabei, schon für das übernächste Jahr zu planen – obwohl man gar nicht weiß, ob man da noch lebt oder schon arbeitslos ist. 😉 Aber gerade dieses Unterkünfte raussuchen und Tourenplanen fühlt sich schon ein bisschen wie Urlaub an.

        Viele Grüße zurück
        Stefan


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